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Kintsugi Gehversuch (Teil 3)

Die verbleibenden Arbeiten nach dem ersten Kleben und Austrocknen im Muro bestanden eigentlich nur noch aus dem Aufbringen der Urushi Lackschicht, die die Klebestellen verzieren soll. Dies war für mich die schwierigste, da extrem filigrane Arbeit. Eigentlich ist hier das Ziel eine möglichst feine Linie konstanter Dicke. Dafür fand ich aber den im Set mitgelieferten Pinsel schon fast zu grob. Aber es wird sicherlich ausschließlich an mir gelegen haben, dass meine Linienführung alles andere als perfekt ist ;) Den frisch aufgebrachten Urushilack lässt man ungefähr eine halbe Stunde im Muro antrocknen und bringt dann mit einem sehr feinen Wattebausch aus Baumwolle das goldfarbene Pulver vorsichtig auf den Lack auf. Das ganze habe ich dann wieder mindestens zwei Wochen in den Muro gelegt. Was mir wie ich finde überhaupt nicht gut gelungen ist: Die verzierten Goldlinien sind extrem rau und haben eine deutliche Textur. Ich hoffe das ist gut auf den Bildern zu erkennen. Habt ihr vielleicht eine Idee wodurch dies entstanden sein könnte? Das Pulver ist ja extrem fein, aber vielleicht habe ich hier mit der Watte selbst etwas eingedrückt oder es sind eingeschlossene Baumwollfasern?!

Gesamtfazit

Schritt 1 war nicht allzu kompliziert durchzuführen und auf Anhieb konnte eine stabile Klebung erzielt werden. Das feine Verzieren im letzten Schritt ist vielleicht nichts für Grobmotoriker aber dafür habe ich nun umso mehr Respekt für diese geniale japanische Handwerkskunst! Der Respekt gilt natürlich auch @theroots und @Cel, die solche Arbeiten ebenfalls selbst angegangen sind ?

 

PS: Ach wäre es schön Blogbeiträge speichern und dann mehr als nur einige Minuten editieren zu können bevor man sie veröffentlicht. So ist dies leider eine unfreiwillige Triologie geworden ?

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16 Kommentare


Empfohlene Kommentare

@RobertC Respekt vor meinen Versuchen musst Du nicht haben, da ich ebenso wie Du am lernen bin. Die Feinstriche mit einem Pinsel zu schaffen ist verdammt schwer, auch an der Kanne von @TaoTeaKing bin ich da teils gescheitert und es gibt ein paar unschöne Stellen. Vor allem im Inneren einer Kanne zu arbeiten ist sehr aufwendig und schwer. 

Hier habe ich ein paar Bilder aus der Arbeit mit denen ich TTK auf dem Laufenden hielt. Ich musste auch nochmals nachkleben, da ich etwas zu früh im Inneren reinigen wollte, was nicht unbedingt zum Vorteil war. Habe auf die geklebten Stellen zu viel Druck ausgeübt. Insgesamt hat die Aktion knapp einen Monat gedauert.BILD0002.JPGBILD0004.JPGBILD0003.JPGBILD0001.JPG

Wie Du siehst waren die Füllungen teils sehr unsauber. Anfangs habe ich versucht diese mit einer neuen Masse zu füllen was Erstens schwer war und Zweitens auch nicht hielt. Dann habe ich nach und nach die Fugen mit reinem Lack gefüllt und abgeschliffen, bis ein sehr stimmiges Bild entstanden ist.

20161106_083354.jpg

TTK hat sich für das Pulver aus Perlmutt entschieden. Damit ging die Arbeit weiter. Ich wusste von ein paar vorherigen Aktionen, dass der Lack sehr sehr dünn aufgetragen werden muss um nicht solche "Verwerfungen" wie auf Deinen Bildern entstehen zu lassen. Davon habe ich leider kein Bild gemacht.

Dann kam das Auftragen des Pulvers. Ich trage nicht mehr mit Watte auf, sondern mit dem Pinsel. Auch lasse ich den wirklich dünnen Lack nicht so lange antrocknen, 5 Minuten reichen, muss aber wirklich dünn sein.

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Nach langem Hin und Her habe ich mich dazu entschlossen, die Kanne nach dem bepudern über den Wasserkocher zu halten. Habe schon vorher gute Erfahrung damit gemacht. Nicht direkt hinein, sondern nur über den Dampf. Das bindet die obere Schicht schon sehr schnell. Danach hat eine Nacht zum trocknen gereicht. Über Feuchtigkeit aber oben offen, damit keine zu dunstige Atmosphäre entstehen kann. Das verhindert m.E. nach auch die Verwerfungen des Lacks, diese habe ich auf meiner Tasse, die ich im Muro trocknen lies. Letztendlich ist die Kanne auf dem Weg zu TTK und er wird berichten ob mir die Arbeit gelungen ist. Er hat ja einen Vergleich zu professionellen Arbeiten.

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Kleiner Tip am Ende, der Lack lässt sich wunderbar mit Isopropanol entfernen, besser als mit Terpentinersatz.

Sorry, dass ich Deinen Bericht unterwandert habe. Passt aber toll hier hinein.

bearbeitet von Cel

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@RobertC & @Cel: Danke für eure Rückmeldungen auf die ich natürlich gespannt war. Ich kann Cels Vermutung nur bestätigen: Die Struktur bei der Veredelung entsteht durch die zu hohe Luftfeuchtigkeit. Ich habe die letzten Arbeiten daher nicht in einer Box trocknen lassen sondern mehr oder weniger bei normaler Luftfeuchtigkeit bzw. bei gering erhöhter. Dies dauert zwar sehr lange, ist aber bisher die einzige Lösung. Werde es nun aber auch mal mit Cels Ansatz probieren.

Ich verwende ebenfalls keine Watte mehr. Diese ist m.E. auch gar nicht nötig wenn man das Puder über die Naht streut. Hierfür benötigt man zwar mehr Pulver, das Ergebnis ist aber viel sauberer. Allerdings muss man gar nicht übermässig viel Pulver nehmen, da sich dieses relativ schnell von selbst im flüssigen Lack verteilt (ggf. Kanne sanft schütteln, so dass sich die Pulverreste um die Naht ebenfalls in dieser vermengen.

Sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe, möchte ich auch einen neuen Anlauf starten. Denn mein grösstes Projekt ist z.Z. noch immer nach der Klebe-Phase steckengeblieben. ;)

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vor 13 Minuten schrieb theroots:

Werde es nun aber auch mal mit Cels Ansatz probieren.

Wenn Du es in den Dampf vom Wasserkocher halten willst, nicht sehr lange, eine paar Sekunden für jede Stelle reichen, da sonst die Feuchtigkeit wieder zu hoch wird und man sich nebenbei fast die Finger verbrennt. Die kurzfristige erhöhung der Temperatur und Feuchtigkeit hat mir zumindest gute Ergebnisse gebracht, auch wenn die fertigen Bilder etwas schlecht sind. Da hilft aber bestimmt @TaoTeaKing nach, wenn die Kanne ankommt.

 

@RobertC 14 Tage für die letzte dünne Lackschicht empfinde ich als eine sehr lange Zeit. Solange man nicht kräftig reibt oder mit scharfen Reinigern hantiert ist die Schicht nach dem ersten Tag belastbar ( @TaoTeaKing bitte die erste Woche noch beachten nicht zu grob zu hantieren)

bearbeitet von Cel

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Ja, sonst könnte ich sie ja auch wegwerfen.

vor 2 Stunden schrieb Katori:

Benutzt ihr die reparierten Teekannen/Tassen denn?

 

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Ich stelle mich bestimmt an, aber ich haette wegen des Klebstoffs Bedenken :o falls es da etwas gibt, was nicht ausdünstet/diffundiert, würde ich es auch verwenden, meine Kyusu von Yuuki Cha habe ich noch.

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Welcher Klebstoff? Es wird mit Lack gearbeitet der die Teile bindet, der Lebensmittelecht aushärtet. Urushi ist mit dem selben Lack.

vor 8 Minuten schrieb Katori:

Ich stelle mich bestimmt an, aber ich haette wegen des Klebstoffs Bedenken :o falls es da etwas gibt, was nicht ausdünstet/diffundiert, würde ich es auch verwenden, meine Kyusu von Yuuki Cha habe ich noch.

 

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Das hatte @TaoTeaKing beim Griff seiner Kanne glaube ich gemacht. So ist es ohne bedenken zu verwenden.

vor 3 Minuten schrieb Katori:

Ah super! Danke, ich dachte ich haette iwo was von nem Zweikomponenten Kleber gelesen.

 

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Alle Fragen geklärt?

Kannst mir auch PM schicken, sonst zieht sich das hier sinnlos in die länge.

vor 4 Minuten schrieb Katori:

Ich hab jetzt gedacht, das Urushi ein Bestandteil des Lackes ist :D

 

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@Katori: Ja, ich verwende meine reparierte Teeschale jetzt sogar deutlich öfter und vorallem mit mehr Freude, da ich mich so intensiv handwektlich mit ihr beschäftig habe.

Und ich habe immer gedacht mit einem dreiteiligen Blogeintag und so viel Text langweile ich die Meisten von euch nur ;) Das "Kleben" mit dem naürlichen Urushi Lack hatte ich ausführlich in Teil 1 dieser Blog-Beitragsreihe beschrieben ;)

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Danke für eure beiden Antworten, ich haette jetzt ohnehin nur noch gefragt wo ich Urushi Lack am besten zu besorgen ist :)

 

Werde ich jetzt direkt lesen :)

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    • Von RobertC in Mein digitales Teetagebuch
         2
      Heute habe ich zwei unterschiedliche Gyokuro Qualitäten von Marukyu-Koyamaen parallel mit Eiswürfeln zubereitet - Suiteki vs. Hisa Homare.
      Teegenuss wie für diesen Sommer gemacht 😍 und eine wie immer sehr lehrreiche Parallelverkostung 🙏




    • Von AnnaRosenblatt in Anna Rosenblatt
         1
      Matcha Tee gehört in Japan und China bereits seit Jahrhunderten zum Grundnahrungsmittel und ist bekannt für seine gesundheitlichen Vorteile. In Europa setzt sich der Wundertee auch immer mehr durch, und das zu Recht. Sogar Buddhistische Mönche schwören auf die entspannende Wirkung des Matcha Tees. Diese trinken ihn nämlich um innere Ruhe zu erlangen und der Tee wird deshalb auch vor Meditationen empfohlen.
       
      Woran das liegt? Wer Matcha Tee trinkt, fördert die Produktion von Alpha-Wellen im Gehirn durch dessen Anteil der Aminosäure L-Theanin. Wir werden also nicht schläfrig, sondern sind stattdessen wachsam und entspannt. Dadurch kann auch der Stressfaktor effektiv gesenkt werden und der grüne Wunder- Tee wirkt als fantastischer Stresskiller.
       
      Die vielseitige Teepflanze kommt aus Japan und ihr Anbau, die Ernte und Verarbeitung der Blätter ist alles andere als einfach. Ca. drei Wochen vor der Ernte wird die Pflanze beschattet, was zur Folge hat, dass Koffein, Aminosäuren und Chlorophyll zusammen mit Bitterstoffen in den Blättern angereichert werden. Sind die frischen Blätter dann aber gepflückt, werden sie getrocknet, um danach in mühsamer Handarbeit die Stängel zu entfernen. Das leuchtende Grün des Tee Pulvers entsteht dann in einem langwierigen Mahlprozess in einer Steinmühle. Dies erklärt auch, warum der mittlerweile in Europa so beliebte Tee ziemlich teuer sein kann. Nur etwa 4% der Matcha Tee Ernte wird aus Japan exportiert und die Nachfrage ist groß.
       
      Matcha wird im heimatlichen Japan mit 80 Grad heißem Wasser übergossen und mit einem Bambusbesen aufgeschlagen. Man zelebriert in einer traditionellen Teezeremonie dieses sehr edle Getränk. Hierzulande darf das Pulver aber auch mit dem Milchschäumer vermischt werden. Viele Teeläden bieten allerdings eine gute Auswahl an Utensilien zur authentischen Verarbeitung an.
       
      Die Konzentration der wertvollen Inhaltsstoffe in einer Tasse Matcha Tee ist deutlich höher als bei einer normalen Tasse Tee und kann zu 100% vom Körper aufgenommen werden. Matcha ist sehr reich an Vitaminen A, B und E. Es wird dem Grünen Tee sogar nachgesagt, mehr Vitamin C als eine Orange zu haben, was das Immunsystem stärkt und zu einem gesunden Lebensstil beiträgt.
       
      Wer gerne ein paar Kilo Körpergewicht verlieren möchte, dem hilft Matcha ebenfalls, da der Tee den Stoffwechsel steigert und den Cholesterinspiegel reduziert. Nicht umsonst wird er oft auch als “Trank der Unsterblichkeit” angepriesen. Nicht nur unterstützt er das Immunsystem, er reguliert den Blutdruck und wirkt verjüngend auf die Zellkultur der Haut. Zusätzlich unterstützt er eine schützende Wirkung von Karies, aufgrund von Fluorverbindungen. Matcha Tee kann also Cholesterin senken, Blutdruck senken und beim Abnehmen helfen- was will man mehr?  
       
      Matcha ist wohl am meisten bekannt, als gesunde Alternative zu Kaffee. Da das Koffein erst im Darm freigesetzt wird, spürt man einen belebenden Effekt erst nach einiger Zeit, dafür hält er aber viel länger an. Anders als bei Kaffee, dessen Koffein bereits im Magen freigesetzt wird - die Wirkung tritt sofort ein, hält aber deutlich kürzer an. So wirkt der Tee konzentrationssteigernd und das für einen deutlich längeren Zeitraum als Kaffee.
       
    • Von Jinx in Tee mit Jinx
         3
      Was ist Mate?
      Mate ist kein Tee, sondern die Blätter eines südamerikanischen Strauchs. Es ist das südamerikanische Nationalgetränk, das bereits den indigenen Völkern bekannt war und von den Einwanderern übernommen wurde. Mate gehört zu den koffeinhaltigen Getränken und ist 
      In Europa kennt man Mate vor allem als Brause. Doch das ist geschmacklich von echter Blatt- oder Pulvermate meilenweit entfernt. Es handelt sich streng genommen auch nicht um Mate, sondern um matehaltige Erfrischungsgetränke, die - wie alle Limonaden - vor allem aus Wasser und Zucker bestehen. Sie werden aus Mate-Extrakt hergestellt, und es gibt bessere und schlechtere Varianten. Letztere lassen auch beim besten Willen kaum Mate-Geschmack erkennen. 
      Diese Brausen können jedoch einen Einstieg in den echten Mate-Genuss bieten, denn Mate ist für Europäer recht gewöhnungsbedürftig, da sie immer einen herb-bitteren Geschmack hat, den wir uns dank hochverarbeiteter und zuckerhaltiger Lebensmittel erfolgreich abtrainiert haben. Durch die hochwertigeren dieser Limonaden lernt man den Geschmack kennen und oft auch lieben. Die Konsumenten, für die es dann etwas mehr sein darf, landen manchmal bei echter Mate. 
       
      Wie trinkt man Yerba Mate?
      Ein Grund, warum Mate hier nie richtig populär wurde, ist vermutlich auch, dass es kein besonders niederschwelliges Getränk ist. 
      Für den, der es probieren will, reicht ein Beutel mit Blatt- oder Pulvermate und eine Bombilla (traditioneller Mate-Trinkhalm aus Metall oder Bambus mit Lochsieb am Ende) nebst beliebiger Tasse aus. Auf die Bombilla kann man allerdings nicht verzichten, da ein normaler Strohhalm nicht geeignet ist, Man braucht einen mit Filterfunktion, sonst hat man den Mund voller Krümel. Wichtig ist, dass das Wasser nicht kochen darf. Die Empfehlungen variieren, ich erhitze das Wasser meist auf 80 Grad. Im Sommer kann man Mate auch kalt aufgießen und erhält ein unglaublich erfrischendes Getränk. 
      Man darf am Blatt oder Pulver nicht sparen. Das Trinkgefäß wird etwa zur Hälfte gefüllt. Trotzdem ist es ein sparsames Getränk, denn verwendet Gefäß von der Größe eines Kaffebechers, verträgt eine Matefüllung gern zwei oder mehr Liter. Man gießt immer wieder auf. Wenn der Geschmack nachlässt, "wendet" man den Inhalt und kann weitertrinken.  
      Für die korrekte Zubereitung konsultiert man am besten das Internet. Da Mate in Deutschland nicht sehr bekannt ist, sind die meisten Anleitungen auf Englisch oder Spanisch. Eine bebilderte Anleitung für die korrekte Zubereitung von Mate in deutscher Sprache gibt es hier, ein Video da.
       
      Warnhinweis
      Es gibt Mate auch in Drogeriemärkten in Beutelform. Diese auf keinen Fall kaufen. Diese Beutel sind böse. Erstens liegt die Qualität des Beutelinhalts ungefähr auf dem Niveau von auf den Boden gefallener und zusammengekehrter Reste in einem mateabfüllenden Betrieb, und zweitens ist das die falsche Zubereitungsart. Mate ist nämlich kein Kräutertee, sondern braucht eine gewisse Konzentration. Beutel-Mate schmeckt einfach nicht und vermittelt auch keinen Eindruck von dem korrekten Geschmack und dem Trinkerlebnis echter Mate. Wir erinnern uns noch an die Pu-Erhs in Beuteln, die als Schlankheits-Wundermittel verkauft wurden? Eben. Auch Mate wird eine ähnliche Wirkung zugeschrieben, und daher bieten findige Geschäftsleute Mate in Beutelform an, denn den Abnehmwilligen kann man jeden Scheiß andrehen. 
       
      Wenn es etwas mehr sein darf
      Wer sich nach den ersten Testläufen für Mate begeistern kann, wird feststellen, dass das Getränk nicht nur wach, sondern auch gute Laune macht. Manche nutzen es als mildes, natürliches Antidepressivum. Wer dabei bleiben will, wird sich für ein Mategefäß interessieren. Man hat eine große Auswahl. In .den Teegeschäften, die auch Mate verkaufen, gibt es oft auch Calabazas, ausgeöhlte Kürbisse, die traditionell zum Trinken von Mate verwendet werden. Sie haben den Vorteil, dass sie sehr günstig und unzerbrechlich sind. Der Nachteil ist, dass man sie erst einem Prozess unterziehen muss, der curing oder seasoning heißt - man füllt die Calabaza mit Mate und heißem Wasser, lässt sie über Nacht einweichen und kratzt am nächsten Morgen eventuelle Reste des aufgeweichten, an der Schale haftenden Fruchtfleischreste heraus. Danach muss das Gefäß erst mal wieder völlig durchtrocknen. Das ist nichts, wenn man endlich loslegen will mit der echten Mate in der natürlichen Umgebung eines passenden Gefäßes. Außerdem kann die Calabaza leicht anfangen zu schimmeln, wenn man nicht aufpasst und sie nach jedem Genuss nicht sofort leert, ausspǘlt, reinigt und trocknen lässt. Regelmäßigen Matetrinker benötigen daher mehrere dieser Hohlkürbisse. Eine angeschimmelte Calabaza muss man übrigens wegwerfen.
      Eine Alternative sind Calabazas oder Cujas aus Ton, Porzellan, Glas oder auch Holz. Sie sind bedeutend pflegeleichter und kommen - bis auf die Holzvariante - ohne Vorbereitung aus. 
       
      Pur oder mit Zusatz
      Mate muss man nicht pur trinken, wobei sich das bei sehr hochwertiger, handwerklich hergestellter Mate empfiehlt, sondern kann mit allem, was einem so einfällt, angereichert werden. Bekannt sind Zucker, Zitrone, Orangensaft (kalt aufgegossen), aromatische Kräuter, Sirup, Stevia oder auch Guarana (für alle, die eine zusätzliche Dröhnung wünschen). Die Möglichkeiten sind endlos. Es gibt sogar Leute, die Mate mit Cola aufgießen. Kalt genossene Mate, die sogenannte Tereré wird gern aus einer ausgehöhlten Grapefruit, einem Apfel oder einer kleinen Melone getrunken. So nimmt die Mate den Geschmack des Gefäßes auf. Der Angang ist generell weniger puristisch als bei Tee oder Kaffee. Erlaubt ist, was schmeckt und gefällt. 
       
      Mate - das Ritual
      Es gibt übrigens ein einfaches, aber sehr schönes Ritual mit echter Mate. Man lässt ein großes Trinkgefäß in geselliger Runde kreisen, jeder trinkt daraus und gibt es weiter. Es ist sehr lustig, so etwas mal mit südamerikanischen Teilnehmern zu erleben: Man haut sich in irgendeine Ecke, sitzt, wo Platz ist, zur Not auch auf dem Boden, und bildet einen Kreis um das Trinkgefäß. Der "Gastgeber" füllt das Trinkgefäß und gibt es an den nächsten weiter. Der nimmt einen Schluck, dann ist der nächste dran. Der Gastgeber füllt immer wieder auf. Es ist eine sehr soziale Angelegenheit - und eine sehr lustige. Eine muntere Mate-Runde kann auch die drögste Umgebung in eine Partyzone verwandeln, denn - wie gesagt - Mate macht einfach gute Laune. 
       

    • Von Jinx in Tee mit Jinx
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      Warum Teealtar?
      Ehrlich, ich bewundere alle, die ihren Nicht-Alltagstee aus immer derselben Tasse und der immer gleichen Kanne trinken. Das ist eine Art der Reduktion, die ich bewundere, denn sie hat so eine lässige Hab-ich-nicht-brauch-ich-nicht-Attitüde, die mir fehlt. Vielleicht bin ich zu sehr Hedonistin. 
      Vor allem aber bin ich Kunsthistorikerin, praktiziere Meditation und habe auch Erfahrung mit schamanischen Praktiken. Und bei dieser Kombi landet man praktisch automatisch bei der Überzeugung, dass alles irgendwie eine Auswirkung und eine Bedeutung hat. Und dass das Leben ohne Schönheit nicht wirklich lebenswert ist. 
      Daher habe ich mir angewöhnt, aus meinem nicht-alltäglichem Teekonsum ein Ritual zu machen, wenn auch oft nur ein kleines. Der Tee-Altar ist bei mir immer temporär angelegt (ich habe genug Staubfänger in der Wohnung) und nimmt sehr wenig Platz weg. Er kann praktisch überall stehen. Er hilft mir, zu fokussieren, mich auf das Teetrinken zu konzentrieren und außerdem einem Wunsch, einer Stimmung oder einem Gefühl einen sichtbaren, symbolischen Ausdruck zu verleihen. Über allem schwebt der Tee, sozusagen. Er hilft mir bei der Verinnerlichung. 
       
      Die Frage der Traditionen
      Ich habe einiges über Teetraditionen gelesen. Nach meinem Verständnis teilen die sich grob in zwei Gruppen - die eher gesellige Zeremonie im Stil der britischen Tea Time, der friesischen Teezeremonie, der usbekischen,  russischen, der marokkanischen oder der türkischen Variante. Hier geht es vor allem darum, Menschen um den Tee zu versammeln und gemeinsam nicht nur den Tee zu genießen, sondern auch die passenden Beigaben in Form von kleinen Speisen. Es ist grundsätzlich eine gesellige Veranstaltung, auch wenn es selbstverständlich möglich ist, auf türkische, russische, britische oder andere Art Tee auch allein auf eine sinnvolle Weise zu genießen. 
      Die andere Gruppe kann gesellig sein, muss aber nicht. Hier steht der Tee im Mittelpunkt, Zugaben in Form von Speisen sind fakultativ, marginal und manchmal störend. Dazu zähle ich das Teetrinken im chinesischen Stil (was man hier so Gong Fu Cha nennt) oder auch die japanische (wobei beide Länder natürlich auch gesellige Teerunden kennen, man sollte diese Einteilung also nicht zu eng gefasst sehen).
      Persönlich mag ich beides, aber der temporäre Altar kommt bei mir nur bei der zweiten Variante zum Einsatz, selbst wenn ich meinen marokkanischen Minztee trinke oder den Caydanlik nur für mich auf den Herd stelle. 
      Wichtig ist mir der persönliche Ansatz: Ich habe einiges über die verschiedenen Teetraditionen gelesen, vor allem über die asiatischen, aber um sie zu meinen zu machen, muss ich sie verändern. Denn ich kann mir nur etwas aneigne, was ich verstehe, und damit meine ich nicht die intellektuelle Durchdringung. Die ist nämlich der einfache Teil. Wenn ich über die Hintergründe der chinesischen und japanischen Teezeremonien lese, verstehe ich das intellektuell, aber wenn ich es imitiere, dann bleibt die Handlung auf der gefühlsmäßigen Ebene irgendwie unbehaust, weil ich in diesen Traditionen nicht zu Hause bin. Also übernehme ich, worin ich mich zu Hause fühle und lasse beiseite, was mir zu wenig bedeutet, als dass ich es sinnvoll praktizieren könnte.
       
      Der temporäre Altar
      Hier bin ich deutlich von meiner schamanischen Praxis beeinflusst, und zwar von der Tradition der Mesa. Nicht, dass ich Schamanin wäre oder über viel Erfahrung verfügen würde. Aber die Mesa sagt mir etwas - zumindest das, was ich daraus für mich gemacht habe. Es geht darum, ein reales Abbild von etwas zu schaffen - einem Wunsch, einem Zustand, einem Gefühl. Wobei es mir von vornherein um ein ideales Abbild geht, kein reales (man stellt z .B. nicht sein chaotisches Leben oder eine Krankheit dar,- das wäre ganz furchtbar -, sondern das Leben, das man gerne führen würde, keinen Streit, sondern die Versöhnung etc., also nicht das Problem, sondern die Lösung). Dazu ist es wichtig, symbolische Gegenstände auszuwählen, die einem wirklich etwas bedeuten. Man wählt, was man als Symbol für das Thema für angemessen hält, und nicht das, was man nur optisch ansprechend findet oder was einem die Oma geschenkt hat, was einem aber an sich gleichgültig ist. Was meine Tee-Altäre von einer schamanischen Mesa unterscheidet, ist, dass ich darauf verzichte, den Prozess abzubilden, z. B. das Abbild von Trauer, das sich durch Veränderung der Mesa zur Bewältigung wandelt. Das wäre mir für ein Teeritual viel zu kompliziert, und daher setze ich dort an, wo sich im schamanischen Ritual der Endpunk befindet. Schließlich will ich Tee trinken und nicht tiefgreifende Probleme bearbeiten. 
      Hinzu kommt, eine traditionelle Mesa ist meist wahnsinnig voll, und wenn man da noch eine Teekanne dazustellt, würde man sich zwangsläufig in den Details verlieren, sodass man den Tee auch gleich weglassen kann. Also reduziere ich die Mesa-Idee auf das Allerwesentlichste, auf ein oder zwei Gegenstände, die ein kleines Thema symbolisieren, denn ich will ja Tee trinken und nicht die Welt retten. Meine Tee-Altäre sind monothematisch und sehr minimalistisch. Die äußere Form hilft mir, mich auf einen Gedanken zu fokussieren, der das Teetrinken begleitet, wobei der Tee im Vordergrund steht. Es ist eher ein Grundton, ein Hintergrund, und nicht das Hauptthema. 
      Überhaupt: das Thema. Ich achte darauf, das nicht zu überfrachten, um den Tee nicht aus dem Blick zu verlieren. Oftmals geht es nur um Harmonie. Oder darum, mir bewusst zu machen, wie gut es mir eigentlich geht (man wird ja im Alltag so schnell undankbar). Es kann auch um Erinnerung gehen, um Achtsamkeit ...  Wenn ich wirklich Probleme oder Details bearbeiten will, wähle ich lieber eine andere Form der geistigen Fokussierung.
       
      Welchen Tee fürs Ritual?
      Ich wähle für meine kleinen Teerituale immer einen Tee, den ich kenne und der zum Thema passt (also, für mich). Um Tees zu verkosten, ist der Teealtar nicht die richtige Form. Nichts wäre störender, als ein Altar zum Thema Harmonie, wenn der Tee sich als ausgesprochen kratziger, unrund schmeckender Trank entpuppt. Um Tees kennenzulernen, wähle ich zwar gern ein Setting, das für mich zu dem Tee passt (oder von dem ich das zumindest glaube), aber da tut es eine Unterlage, eine Schale und eine Kanne. 
      Beispiele für meine Tee-Altäre finden sich in meiner entsprechenden Galerie. 
       
       

    • Von Komoreb in Liebe zur Teekeramik - Vom Konsument zum Produzent
         3
      Zwischenzeitlich habe ich mir tatsächlich endlich eine Töpferscheibe zugelegt. Leider ziemlich gleichzeitig auch eine chronische Sehnenscheidenentzündung.   Superdoof!  Deshalb wurde die Gute bis jetzt erst 2 mal benutzt, was mich immens ärgert. 
      Aber es hat mich doch ganz schön in den Fingern gejuckt, daher hab ich dann doch mal wieder eine kleine Session eingelegt. Ohne E-Scheibe. Nur einen kleinen Klumpen Ton, komplett freihand um die Handgelenke etwas zu schonen.
      Dabei herausgekommen sind ein kleines Yunomi im Chawan-Look, ein Yunomi oder Guinomi in Hammerschlag-Optik und eine Schale, ebenfalls mit "Hammerschlag".

  • Gleiche Inhalte

    • Von TomteTummetott
      Moin allerseits, 
      Bin neu hier und frage auch gleich, was mich gerade am meisten beschäftigt. Wie handhabt ihr das hier, wird noch eine förmliche Vorstellung erwartet? 
      Also: Wenn man tolle Keramik kauft wird jeder irgendwann feststellen, dass sie kaputt geht. Da immer mal was zu Bruch gehen kann, würde ich gerne lernen wie man die schönen Dinge wieder heile machen kann. Man stößt dann ja recht schnell auf die Kintsugi-Technik. Aber ich habe bis her noch keine gute Anleitung oder ähnliches gefunden. Am liebsten wäre mir ein Buch auf deutsch oder englisch. 
      Wenn ich mir vorstelle wie man die Arbeit angeht stellen sich mir einige fragen: 
      Kann man den trockenen Lack von der Keramik polieren, so dass das Urushi nur in den Rissen bleibt? Womit poliert man es am besten? Wenn ich das Pigment nicht von Anfang an dem Lack beimische, wann ist der richtige Zeitpunkt um es aufzutragen? Und so weiter. Vielleicht könntet ihr, die schon Erfahrungen mit dieser Kunst gemacht habe etwas genauer von den Arbeitsabläufen berichten? Ich möchte niemandem Konkurrenz mache. Ich habe nur großen Spass an der Arbeit mit den Pfoten und würde meine Schalen und Kännchen gerne selber heile machen können. 
      Grüße an alle 
      Tomte
    • Von miig
      So, jetzt wird es interessant. Meine Tetsubin, die beim Kauf schon eine unbekannte Anzahl von Jahren auf dem Buckel hatte, hat nach zwei Jahren treuen Dienstes ein Leck bekommen und verliert Wasser. Man erkennt es auf dem Bild womöglich nicht so gut, aber das dunkel umrissene Teil ist fast lose, hängt nurnoch an einem Teil fest und lässt somit Wasser durch.

       
      Stéphane hat beschrieben, wie er einen Riss in der Kanne dadurch reparieren konnte dass er Reis drin ausgekocht hat: http://teamasters.blogspot.de/2008/01/how-to-repair-crack-on-tetsubin.html
       Aber irgendwie kann ich mich dazu noch nicht durchringen. Werd jetzt mal Frau Watanabe anschreiben, womöglich kennt sie da jemanden. Sollte von euch jemand Leute kennen die das fachmännisch reparieren können, nur her mit Tips. Ich halt euch jedenfalls auf dem Laufenden
       
    • Von Pazuzu
      Celadon Kanne mit Kintsugi Technik repariert.