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  3. Chawan von Künstlern

    das ist doch mal ein interessanter Einblick in ein Gebiet wie "Antik", das man als Außenstehender gar nicht so leicht erschlossen bekommt
  4. Chawan von Künstlern

    Diese Meinung kenne ich ja schon von jemandem anderem. Nachvollziehen kann ich diese - objektiv gesehen - allerdings nicht gänzlich. Eine solches Stück erzählt eine Geschichte, egal ob nun die eigene Lebensgeschichte damit verknüpft ist. Für mich ist die Aura einer tollen antiken Schale komplett anders als jene einer Fabrikneuen Chawan, selbst wenn diese gut gemacht ist. Wer sie gemacht hat, wer sie danach besessen hat ist jeweils eine interessante Geschichte, jedoch spricht ein antikes Stück in der Regel für sich selbst, so dass ersteres lediglich interessante Randnotizen sind. Ich habe mich die letzten Jahre etwas damit beschäftig und kann, zumindest was japanische Teeschalen betrifft, bei Irrtümern Abhilfe schaffen: 1. Jedes Jahr werden in Japan Unmengen an Teeschalen geschaffen und dies seit mehreren hundert Jahren. Hinzu kommt eine Grosszahl an Importen aus China, Korea usw. Wenn man sich überlegt, welche Zahl sich schon nur über die letzten 150 Jahre summiert haben muss - selbst wenn nur ein Teil dieser Stücke überlebt haben - dann sieht man von welchen Dimensionen man hier spricht. So selten sind solche Teeschalen also nicht, selbst wenn diese über 100 Jahre alt sind. 2. Dass diese Teeschalen gar nicht so rar sind, wirkt sich auf den Preis aus. Eine Schale aus der Meiji-Zeit unter 100€ ist keine Seltenheit, gleiches gilt für jene aus der Edo-Zeit. Nur weil eine Chawan alt ist, muss zudem nicht heissen, dass sie gut gemacht ist. Es gibt viele alte Schalen welche Durchschnittsware sind. Für diese einen Abnehmer zu finden ist schwer. In Europa ist der Markt dafür klein, in Japan hingegen das Angebot viel zu gross. Daher die tiefen Preise. Ansprechende Schalen bewegen sich meist im Bereich von 150 - 800€. Der Preis ist letztlich von unterschiedlichsten Faktoren abhängig. 3. Wirklich teuer wird es daher in der Regel nur, wenn das Stück eine Künstler zugeschrieben werden kann und dieser Künstler zudem auch Bekanntheit erreicht hat. Klassisches Beispiel ist die Raku-Familie, aber auch Nonomura Ninsei, Okuda Eisen, Ninami Dohachi, Aoki Mokubei usw. Hier spricht man mitunter von vier bis teilweise auch fünfstelligen Beträgen. Aber dies bildet die Ausnahme und nicht die Regel. Hier findet man auch die meisten "Fälschungen". Dies in Anführungszeichen gesetzt, weil diese Stücke mitunter auch alt sind und bspw. die Siegel bekannter Familien oder Einzelpersonen nicht genutzt wurden, um andere über die Herkunft zu täuschen. Aber natürlich gibt es auch solche Fälle. Dennoch würde ich behaupten, dass antike japanische Teeschalen nicht das lukrativste Segment sind für Fälschungen. Viel bessere Preise werden in der Regel für eher zeitgenössische Stücke erzielt, nicht für no-name Antiquitäten.
  5. Chawan von Künstlern

    Du hast womöglich recht - diese Antiknummer ist wohl mehr eine ideelle Sache. Man glaubt, man hat etwas Wertvolles (weil antik), behandelt es entsprechend, es wird womöglich zu einem Statussymbol - alle bestaunen es .... und über sieben Ecken bekommt man mit, dass das Ding aus einer polnischen Hinterhofschmiede kommt, die um die 20000 Stück davon in der Woche herstellen. Was passiert? Ist es plötzlich nichts mehr wert? Und falls ja, für wen? Für einen selbst? Für die anderen die es bestaunt haben? Und was wäre, wenn man es niemandem erzählen würde und man selbst die Realität ganz schnell wieder vergisst? Was passiert dann mit dem Wert? Welch philosophische Verstrickungen. Haha. Der Chawan von Guerroro ähnelt sehr einem, den ich auch habe. Schwarz mit recht dünner, glasierter Lippe, allerdings bei meinem in Blau. Ist allerdings wohl auch eher "häufige" Neuware. @Komoreb : Oh ja, diese eckigen Klobusse ( ^^ ) sind mir auch immer mal wieder ins Auge gefallen. Die haben was, definitiv. Zumindest habe ich mich grad entschieden, und die von Satoshi Nishizaki bestellt. Sie ist zwar eher klein, aber der Style ist großartig. Aber das heißt nicht, dass der Thread damit durch ist
  6. Chawan von Künstlern

    Finde die von Elena Renker ja extrem geil. https://www.etsy.com/de/listing/536295680/facettierte-shino-tee-schale Und Paul macht auch viele gut bezahlbare. Natürlich nicht antik... https://www.etsy.com/de/listing/552011859/wabi-sabi-chawan-b-w-larm-holzofen Bei Interesse kann ich dir morgen per PM noch ein paar Links von Händlern schicken.
  7. Chawan von Künstlern

    Etsy finde ich wirklich noch cool das Konzept, ich habe mal diesen Chawan von Guerrero gekauft. Was mich grundsätzlich noch interessiert, was fasziniert dich so sehr daran, dass etwas antik ist? Wenn es gefälscht wäre, dann wäre es ja schrecklich, wenn einem genau dieser Aspekt so wichtig ist. Das alles ist ja eigentlich nur im Kopf, wenn einem etwas wertvoller scheint, nur weil es schon seit langer Zeit verwendet wird - ich meine, es ist wertvoll, weil du es jetzt verwendest! Wenn es z.B. dein Grossvater war, der aus demselben Humpen schon sein Bier getrunken hat, dann verstehe ich einen persönlichen Mehrwert (auch wenn der in diesem Fall etwas fragwürdig ist, aber sei's drum) - aber wenn es nur irgendjemand verwendet hat, der gar keinen Bezug zu dir hat, dann glaube ich ist es eine Verklärung der Vergangenheit, die insgeheim dein jetzt und deinen eigenen Selbstwert herabwürdigt. PS: Ich habe die Angewohnheit, gerne etwas über die konventionellen Grenzen des "sowas sollte man doch nicht sagen" hinauszugehen. Bei allfälligen Risiken und Nebenwirkungen konsultieren Sie bitte unseren allseits geschätzten Erdbeer-Sahne Sympathisanten, der mir bei Gelegenheit gerne einen notwendigen Klaps auf den virtuellen Hintern austeilt.
  8. Chawan von Künstlern

    Naja, ich hab halt keine Ahnung hätte ja sein können. Antik muss ja nicht sein. Also ist es möglicherweise sinnvoller, neue Ware zu kaufen, direkt vom Künstler in der Hoffnung, dass man selbst alt genug wird, um das Ding dann mal antik nennen zu können? DAS ist ja auch sehr sehr geil https://www.etsy.com/de/listing/513393417/ryumon-yunomi-ybl-020?ref=shop_home_active_23
  9. Chawan von Künstlern

    Nicht dein angedachtes Budget, und du wolltest noch unterhalb dessen einen Antikchawan kaufen? Aber selbstverständlich gibt es echte Antiquitäten, die käuflich sind (wenn auch nicht unbedingt bezahlbar). Diese würde ich aber eher in Auktionshäusern suchen, wo von Experten begutachtet wird (und keine Ferndiagnose). Das Problem ist, dass praktisch jeder Mensch denkt, genau er würde ein Schnäppchen erwischen, und das macht anfällig. Z.B. das wäre ein Schnäppchen, wenn es echt antik wäre: https://www.liveauctioneers.com/item/46381482_four-antique-japanese-glazed-chawan-tea-bowls Aber leider ist nichts von einer Experteneinschätzung zu lesen, oder nicht, dass ich gesehen hätte - es wird scheinbar häufig einfach angeboten was reinflattert. Und noch nicht einmal hier resp. hier, bei schon wesentlich saftigeren Preisen, sieht man etwas von Experteneinschätzungen. Die hier ist scheinbar 500 Jahre alt ... Die ganze Welt ist scheinbar voller Antiquitäten im Angebot. Allerdings will angemerkt sein, das auch auf eine Experteneinschätzung nicht 100% Verlass ist, aber doch mehr als alles andere. PS: Das hier von der von dir erwähnten Seite soll über 100 Jahre alt sein. Ich finde das Ding glänzt an gewissen Stellen etwas intensiv für das Alter. Aber der Blitz kann täuschen und zweitens bin ich noch nicht einmal ein Keramikexperte.
  10. Chawan von Künstlern

    Danke für eure Antworten. @Tobias82 Ich mag schöne Objekte, auch alte, weil sie den Hauch von Geschichte in sich tragen. Zudem bin ich Japanfan, habe auch die eine oder andere japanische Bonsaischale. Ich hatte schon früher Teeschalen gesammelt, allerdings eher nach der Devise: was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Möglicherweise lässt die derzeitige Begeisterung auch wieder etwas nach, aber im Moment finde ich die Thematik ausgesprochen spannend. @GoldenTurtle: Ah, noch eine Seite, die ich mir mal abspeichere herzlichen Dank. Deine empfohlene Schale ist toll, leider doch etwas außerhalb meines angedachten Budgets. Was du ansprichst war meine Vermutung. Es ist nicht alles "echt", was sich so schimpft. Ggf wäre es nicht verkehrt, sich von dem Händler eine irgendwie geartete Garantie auf Echtheit ausstellen zu lassen? Wobei sich die Frage stellt, wie man sie im Zweifelsfall nachprüfen soll. Den Töpfer selbst fragen? ^^ Wie ist bwoom-japan diesbezüglich einzuschätzen, sollte die wer kennen. ( http://www.bwoom-japan.de/Raku blau Chawan Seigan Yamane CHA175.html ) Japanisch sollte es schon sein. Zumindest ist das mein Gefühl. Kann sich aber auch ändern.
  11. Chawan von Künstlern

    und würde ich nicht unbedingt kombinieren. Aber schau mal hier. Da gibts zwar meistens nicht viel, aber immer wieder mal was von einem mehr oder weniger bekannten Künstler, z.B. aktuell noch zu haben: PS: @theroots hat irgendwo mal eine Anleitung zu den japanischen Online Auktionen geschrieben ... aber Authentizität ist auch dort meiner Meinung nach ebenfalls nicht gewährt, tendenziell aber doch ein winzig kleines bisschen verlässlicher. PPS: Persönlich würde ich jederzeit ein aktuelles Stück eines bekannteren Künstlers aus renommierter Quelle, welche die Stücke direkt vom Künstler hat, einer Pseudo-Antiquität aus einer verhältnismässig unsicheren Quelle vorziehen. Hast du die Doku über den Volkssport der Antikkeramikfälschung gesehen? Mann, wo ist die bloss? Vielleicht unter den Tee Dokumentationen.
  12. Chawan von Künstlern

    Hallo maik, hab´ zwar von Chawan nicht so viel Ahnung, aber ich hab´ auch mal auf etsy nach solchen Schalen gesucht und bin auf einen große Bandbreite von Objekten gestoßen, auch richtig hübsche Sachen aus dem Westen, das ist vielleicht auch eine Alternative? Viel Glück bei der Suche! Wie kommst Du zu Deinem Vorhaben, welche Motivation liegt dem zu Grunde?
  13. Chawan von Künstlern

    Moin Ich würde mir gerne nach und nach eine Chawan-Sammlung aufbauen. Dabei habe ich vor allem japanische Künstler im Blick, gerne auch ältere bis antike Stücke. Jedoch ist das Angebot sehr vielfältig. Zudem scheint mir die Preisfindung auch nicht ganz einfach (wenn man mal spezialisierte Händler und ebay vergleicht). So habe ich derzeit zB zwei tiefblaue Raku-Schalen von Saigan Yamane im Blick (die ist zwar nicht antik, sondern neu, aber das Blau finde ich toll). Der Preis ist einmal bei knapp 100,- EURO und einmal bei knapp 200,- Euro, wobei beide nahezu gleich sind. Das soll nur als Beispiel gelten. Eine Bizen mit blauem Schimmer wäre auch nicht schlecht. Gibt es noch Adressen/Links, bei denen man stöbern könnte, von etsy, ebay, japanpottery mal abgesehen? Und gibt es eine grobe Ausrichtung, um nicht mehr zu bezahlen, als nötig? Oder ist es immer die Frage, was man bereit ist zu zahlen?
  14. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Kurzfazit Yishanmo (Yiwu) Kugel von Chenshi Chris (nicht im Sortiment) vs. andere Yishanmo Kugel von anderem Produzenten (Bild zwei Posts oben, beide Kugeln als Sample erhalten) Hier auch noch das Bild der vor kurzem verkosteten Kugel von Chris: 2 leichte Ungewöhnlichkeiten Die Kugel von Chris brauchte sehr lange bis sie aufgegangen ist - die andere Kugel hingegen schwamm knapp 2 Minuten bis sie untergegangen ist, ging danach aber flott auf - die von Chris blieb wiederum gleich beim ersten Wasserkontakt mit unten. Auch geschmacklich zwei unterschiedliche Kugeln Die Kugel von Chris schmeckt für mich rustikaler/würziger, aber nicht im rauchigen Sinn. Die andere Kugel trumpft mit einem sehr langen, bittersüssen Verkleidungsspiel auf. Uff, gleich beim ersten Blick auf die geschälte Kugel war mir klar, dass das ne harte Nuss werden würde für Chris. Ich befürchte aber auch, dass hier zwei unterschiedliche Materialqualitäten aufeinandergetroffen sind - ich weiss zwar den Preis der goldenen Kugel nicht (muss mal nachfragen), denke aber aus Erfahrungswert mit einer anderen Goldkugel, dass sie wahrsch. direkt in Yunnan bereits etwa gleich viel kostet wie der theoretische Endkundenpreis von Chris. Zur Wirkung Die Wirkung des neulich verkosteten Testshengs von Chris gefiel mir besser. Und der andere Produzent ist ein Wirkungsheini, achtet sehr darauf, aber eben smooth wie Yu und nicht drunkie wie Paul, man spürt sie gleich beim ersten Schluck und auch insgesamt mehr. X sprach bei einer guten Wirkung schon von aufrichtend und bei schlechter von niederdrückend, dies nur noch als Randnotiz erwähnt.
  15. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Hallo Teefreunde, mehr oder weniger pünktlich zum Herbstbeginn, habe ich wieder damit begonnen Tee zu trinken. Momentan genieße ich den letzten Rest eines Nanmei Gushu Mao Chas aus dem Jahr 2015, welcher mir von Olivier Schneider sehr ans Herz gelegt wurde. Seiner Jugend zum Trotz hat er bereits eine sehr hübsche, goldgelbe Farbe. Das Ausgangsmaterial hat meines Erachtens eine gute Qualität, da er neben einer kontrollierten jugendlichen Kraft bereits eine erstaunliche Breite an Aromen aufweist und einen ebenso erstaunlichen Nachhall im Mundraum zurück lässt. Ein guter Tee!
  16. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @GoldenTurtle ach kroete, die yishanmo kugel habe ich schon abgehakt
  17. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Echt der Hammer, jetzt ist mir unerwartet gleich noch eine andere Yishanmo gs Kugel von einem anderen Produzenten ins Netz gegangen - der perfekte Vergleich mit der derjenigen von Onkel Chris! Bitterehrliches Fazit folgt, versprochen! Hier das Beweisfoto, damit man sieht, dass ich nicht nur einfach irgendwas behaupte: Moment, da wurde der Fang einer anderen Spinne fokussiert. Here you go: PS: Uff Chris, das wird ne harte Nummer.
  18. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Trocken gemörsert könnte man das über den Reis streuen, evtl mit etwas dashi-Pulver gemischt.
  19. Das war damals auch meine Motivation. Irgendwann werde ich mir sicherlich auch mal ein Tetsubin anschaffen, quasi als next Step. Bisher bin ich mit dem Anta pottery Kessel wirklich sehr sehr zufrieden. Einfach ein richtig schönes Stück!
  20. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Ich dachte ohne Wasser und zerstoßen oder pürieren. 😋
  21. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Ja, das geht vielleicht. Interessante Idee. Aber das müßte dann lange ziehen, daß der Tencha sich vollsaugt und zart wird.
  22. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Wow, ja bei der tollen Menge kannst Du ja auch sogar Pesto mit Tencha, Sesamsamen, Sojasoße und Öl ausprobieren.
  23. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @teekontorkiel: Jaja, aber ich habe nun einmal eine sehr große Tüte, abe keine Matchamühle. Also wollte ich ihn auch ausprobieren. Er ist sicher eine Bereicherung beim Kochen. Man kann ihn über den Reis streuen. Die aufgegossenen Blätter sind genauso zart wie Spinat. Da eignet er sich sicher auch als Einlage in Suppen, etwas in Misosuppe statt Seetang. Auf dem Bild unten kannst Du die große Tüte, die vor mir neben der Camera auf dem Tisch steht, gut sehen:
  24. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Tencha wird nicht produziert um seine Aromen im Wasser zu lösen, sondern hat diese im (daher nicht gekneteten) Blattgut eingeschlossen. Die Blattflocken müssen für die Aromafreigabe erst superfein vermahlen werden. Tencha kann aus Neugierde als Aufguss probiert werden, ist aber keine besonders wertvolle Geschmackserfahrung. Du kannst sie pur knuspern, sie schmecken lecker und können auch über Nachtisch oder Pasta gestreut werden.
  25. Zwar nicht ganz @topic, aber ich wüsste doch kein besseres Thema, da es doch sehr shenglastig und mit persönlichen Präferenzen zu tun hat: Meine Präferenzen bei jungem Sheng haben sich weiter präzisiert - eigentlich erst heute bei der Wahl eines Sheng zum Trinken ist es mir wirklich bewusst geworden, was sich schon seit einer Weile begonnen hat anzukündigen: Rein empfindungsgemäss bevorzuge ich bei jungem Sheng ein Jahr Gelagerte vor den ganz Frischen. Der Grund ist schwierig zu erklären, ich versuche es zu umreissen: es spricht mich etwas bei den minimst angelagerten Shengs mehr an - bei den ganz Frischen lodert noch etwas unruhiges, grün-weisses, das sich nach einem Jahr beruhigt hat. Dieser Aspekt kommt von der Frische der Knospen und der Blätter und passt für mich einfach nicht richtig zu Sheng, gehört viel mehr zu ganz frischen, feinen Knospengrüntees wie die Yun Wu - dort ist dieser Aspekt sehr wichtig.
  26. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Nachdem ich gestern den Tencha ja durch die vielen Aufgüsse gewissermaßen in seine Bestandteile zerlegt habe ("fraktionierte Extraktion"), habe ich heute etwas anderes probiert. Ich habe gestern beobachtet, daß ich insgesamt bei den Aufgüssen etwa einen halben Liter Wasser benutzt habe, bis das Aroma verblaßte. Heute habe ich daher eine 1/2-Liter-Kanne benutzt, dieselbe Menge Teeblätter eingefüllt und gleich mit einem halben Liter Wasser (65 Grad) aufgegossen. Das ergibt einen sehr ausgewogenen aber zugleich sehr milden Tee. Das sollte man erwarten, denn in Matcha ist der gleiche, zermahlene Tee ja in zehnfach höherer Konzentration vorhanden. Jede Bitterkeit in meinem Tee würde den Matcha noch ungleich bitterer machen, das wäre dann allenfalls noch Kochmatcha.
  27. Mein Tee

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