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Identifizierung Teekännchen (Yixing Duan Ni?)


Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen,

über mehrere Umwege ist folgende schöne kleine Teekanne bei mir angekommen.

Diese wurde mehrmals weiterverschenkt und bekommt bei mir nun hoffentlich ihre verdiente Wertschätzungen.

Leider ist der Ursprung dieser Kanne dadurch völlig abhanden gekommen und ich würde gerne mehr darüber erfahren.  

Ich kenne mich nicht sonderlich gut aus und bin recht neu in dieser Szene. Sie wirkt aber sehr hochwertig verarbeitet und ist

bis auf die eingeprägten Schriftzüge fast schon zu perfekt. Ein fake aus gegossenem Ton wird es aber nicht sein,

dafür ist die Innenseite viel zu offenporig und rau. Ein Zertifikat oder ähnliches lag leider nicht bei.

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Diese flache Form in Kombination mit diesem hellen Ton(Duan Ni?) scheint nach meiner Recherche nicht sehr gängig zu sein.

Das richtige Einsatzgebiet scheint dadurch recht eingeschränkt zu sein. Allgemein finde ich die Tee Empfehlungen zu solchen hellen Tönen

teilweise recht widersprüchlich. Wie sehen euere Erfahrungen aus? Welche Teesorten sind dafür empfehlenswert?

 

Viele Grüße

Sebastian

Bearbeitet von Seppo
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vor 12 Stunden schrieb Seppo:

Ein fake aus gegossenem Ton wird es aber nicht sein,

dafür ist die Innenseite viel zu offenporig und rau.

Moin Seppo, so einfach ist die Rechnung nicht - die Frage ist erst einmal, ob Ton aus Yixing verwendet wurde oder aus einem anderen Ort, und ohne genaue Nachverfolgbarkeit und Vertrauensverhältnis vom Händler zum Töpfer kann man das nie mit letzter Sicherheit sagen - d.h. in solch einem Fall ist immer von Ton aus einem anderen Ort auszugehen.
Dann wirkt der Ton recht sandig, was i.d.R. eher weniger hochwertig ist - d.h. aber nicht, dass die Kanne schlecht ist.
Drittens scheint es eine Art Duan Ni Ton zu sein, aber es gibt auch sehr glatte, hochwertige, hoch gebrannte Duan Ni - offenporig und rau bedeutet u.a. mit niedrigerer Temparatur gebrannt, weil es so eine geringere Sprungrate gibt, aber sich dadurch leider einen relativ stark abrundenden Charakter bildet, welcher aber z.B. für sehr stark geröstete Yancha oder für sehr bittere, wilde Shengs möglicherweise gut geeignet sein kann.

Geh mal vor wie ein Hund und vertrau deinen Sinnen:
Giess kochendes Wasser hinein, giess es gleich wieder ab, steck die Nase in die Kanne, riech am Dampf und berichte.
Gut ist, wenn der Duft steinig riecht, weniger gut ist, wenn es irgendwie modrig/muffig riecht.

PS: Das was du betr. "fake" ansprichst, darum geht es eigentlich gar nicht.
Ich meine, ja, Yixings werden traditionell geklopft, klar, aber auch nur die wirklich ganz Handgemachten, die meisten Yixings die Teefreunde haben sind maschinell in eine Form gepresst und dann am Ende noch händisch z.B. den Henkel angehängt - und das ist trotzdem eine echte Yixing. Relevanter sind die Punkte, die ich oben angesprochen habe, ob der Ton wirklich von dort stammt etc.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Vielen Dank GoldenTurtle für die schnelle und Ausführliche Antwort. 

Der Ton wirkt in der Innenseite ist der Tat sehr sandig, man hat sogar feine Rückstande am Finger, wenn man damit über die Innenfläche streicht.

Ich habe den Test mit kochendem Wasser soeben gemacht und der Duft ist zum glück sehr angenehm und auf keinen Fall modrig/muffig.

Die Kanne wurde vor ein paar Woche aber auch schon 1 Stunde in destilliertem Wasser ausgekocht.

Eine Portion Da Hong Pao müsste ich noch zusammen bekommen, damit werde ich mal einen kleinen Versuch starten.

 

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    • Von Shibo
      Es ist ein viel diskutiertes Thema. Allein hier im Teetalk lassen sich unzählige Aussagen über verschiedene Tonarten in Kombination mit jeder nur erdenklichen Teesorte finden. Dabei scheinen sich auf den ersten Blick viele Aussagen zu widersprechen, was angesichts der Unübersichtlichkeit der Thematik nicht verwunderlich ist.
      Ich bin der Meinung, dass diese Diskussion rund um den Ton nochmal eine Bündelung vertragen kann. Insbesondere könnte man hier mit einer breiteren Perspektive starten, als in diesem ergiebigen, aber mittlerweile doch schon älteren Thread über Yixing-Kannen. In der Zwischenzeit sind bestimmt viele Erfahrungswerte der Teetalk-Mitglieder hinzugekommen und auch die Informationsgrundlage im Netz ist heute eine andere: Es gibt mehr Fragen und weniger definitive Antworten. Ein sicheres Zeichen für Fortschritt in der Auseinandersetzung mit einem komplexen Thema .
      Ich starte einmal damit, ein paar Aussagen des amerikanischen Töpfers Mark Mohler stichpunktartig, wiederzugeben. Sie stammen aus einem sehr empfehlenswerten Interview, das teilweise ziemlich tief in die Materie einsteigt und mir in Erinnerung gerufen hat, dass ich diesen Thread schon länger erstellen wollte.
      Kenne man lediglich die Tonart, ließen sich kaum generelle Aussagen über ein aus ihr hergestelltes Tongefäß treffen: "Selbst aus dem Grundstoff für Porzellan kann man ein poröses Gefäß herstellen." Resultierend aus Punkt 1: Die Art der Verarbeitung habe einen größeren Einfluss auf das Gefäß, als der Ton selbst. Der Ton gebe allerdings vieles vor: Die Temperatur, bei der ein Ton verglast, sei ausschlaggebender, als die tatsächliche Temperatur, mit der gebrannt wurde. Mangels Wissen über die konkreten chemischen Vorgänge auf Molekularebene, geht Mohler für sich von einem anderen, besonders wichtigen Faktor für das Zusammenspiel von Ton und Tee aus: Wärmerückhaltevermögen [er spricht in diesem Zuge aber auch Wärmeleitfähigkeit an]. Dies sei wiederum von drei zentralen Eigenschaften des gebrannten Tons abhängig: Oberfläche: z.B. sehr viel größere Oberfläche bei Tonsorten mit mikroskopisch feiner, kristalliner Oberflächenstruktur, als bei glatteren Tonsorten. Wandstärke Dichte bzw. Porösität. Gerade anfänglich habe ein poröserer Ton ein höheres Wärmerückhaltevermögen, da die im Ton eingeschlossene Luft isolierend wirkt. Als zusätzlicher Faktor komme die Absorption von Tee durch porösere Stücke hinzu, die sich über die Temperaturfrage hinaus auswirkt. Diese Aussagen stellen keine erschöpfende Heuristik o.Ä. dar, ich habe sie lediglich als ersten Anreiz für einen Austausch hier gesammelt. Für mehr Kontext empfehle ich das Interview.

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    • Von Joaquin
      Das Forum Tee-Aufgussgefässe ist mit der Zeit gewachsen. Um es übersichtlicher zu gestallten, wurde es nun aufgeteilt in:
      Tee-Aufgussgefässe allgemein
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    • Von SeniorSpielbergo
      Ich überlege derzeit mir eine Yixing Teekanne zu kaufen. Da ich bisher keine Erfahrungen mit Yixing Teekannen habe, versuche ich mich aktuell etwas einzulesen und bin dabei auf dieses Forum gestoßen.
      Da meine Suche im Forum noch nicht ganz die richtigen Antworten auf meine Fragen geliefert hat, schreibe ich diesen Beitrag in der Hoffnung, dass die Experten mich hier etwas beraten können.
      Zu meinen Fragen:
      * Auf der Suche nach Shops, die Yixing Teekannen verkaufen, bin ich bisher auf recht erhebliche Preisunterschiede gestoßen (zwischen 50€ und 600€ habe ich mittlerweile alles gesehen) und habe bei der weiteren Recherche (u.a. hier im Forum) gelernt, dass dies teilweise mit dem Künstler / Meister zusammenhängt, der die Kanne hergestellt hat und ob es ein antikes / älteres Stück ist. Zunächst interessiert mich hier, was aus eurer Sicht noch weitere Faktoren (neben einem Import nach Deutschland) sind, die eine Rolle bei diesen Preisunterschieden spielen (z.B. vielleicht die Tonqualität, generelle Verarbeitung, ...)?
      * Weiterhin habe ich gelesen, dass aufgrund der offenporingen Struktur der Yixing Teekannen von erfahrenen Teekennern empfohlen wird immer nur eine Teeart (Oolong, Darjeeling, ...) oder noch extremer nur eine Teesorte der jeweiligen Teeart für eine Kanne zu nutzen. Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt eine Grundsatzdiskussion lostrete bzw. mich bei den Teeexperten hier im Forum unbeliebt mache, interessiert mich, ob ich z.B. Oolong und Darjeeling (meine häufigsten Schwarztees und Haupttees für die geplante Kanne) in einer Yixing Teekanne zubereiten kann / sollte? Oder hat dies aus eurer Sicht so dermaßen negative geschmackliche Auswirkungen, dass ihr mir direkt davon abratet?
      * Da ich als Anfänger nicht gleich den Lamborghini der Yixing Teekannen kaufen wollte, habe ich mich gefragt, worauf ich eurer Meinung nach beim Kauf vor allem achten sollte und was für den Start vielleicht ein realistischer Preisrahmen ist? Weiterhin hatte ich gehofft, dass mir vielleicht jemand hier im Forum einen guten deutschen Shop für so eine preisgünstige Kanne oder vielleicht sogar direkt eine gute "Yixing Einsteigerkanne" empfehlen kann.
      Viele Grüße
    • Von Anima_Templi
      Hallo miteinander, 
      Ich möchte mich von 2 schönen Stücken aus meiner Sammlung trennen.
      Die erste Kanne ist eine kleine Shui Ping aus Zhuni-Ton und hat ein Fassungsvermögen von 80ml, randvoll gemessen. Dieses Kännchen habe ich sehr gerne zum hochdosierten brühen im Chaozhou-Stil verwendet, also für Dancong-Oolong.
      Das Kännchen ist sehr filigran und dünnwandig gearbeitet. Außerdem ist es sehr heiß und dicht gebrannt, der Klang des Tones ist metallisch hoch. Es gießt absolut perfekt und verfügt über einen 7-Loch Filter, der Deckel sitzt super. Im Inneren des Deckels ist eine kleine Stelle an welcher ein wenig Ton abgeplatzt ist, siehe Bild. Dies schränkt die Funktionalität aber in keiner Weise ein.
      Bei der zweiten Kanne handelt es sich um eine Lian Zi Golden Duanni. Das Fassungsvermögen liegt randvoll bei ca. 120ml. Ich habe es für alle Arten dunkler Tees verwendet, also Hei Cha und Shu-Pu-Erh.
      Der Duanni-Ton ist gröber und poröser als Zhuni-Ton, was eine stärkere Interaktion des Wassers/Tees mit dem Ton zur Folge hat. So wird ein homogenes Geschmacksbild mit einem schönen Körper erzielt. Der Deckel sitzt super und das Kännchen gießt schnell und exakt, ohne zu kleckern. 
      Zu beiden Kannen sei noch erwähnt, dass ein erneutes auskochen in Wasser sämtliche Patina-Rückstände entfernt, so dass diese in Zukunft auch anderen Teesorten gewidmet werden können.
      Beide Stücke stammen von einer Töpferfamilie aus Yixing. Der Ton ist qualitativ hochwertig und absolut sauber.
      Der Preis pro Stück lag bei knapp 200€, ich hätte gerne 120€ pro Kännchen.
      Achtung Sparfüchse: Wer sich für beide Kannen entscheidet, bekommt diese zusammen für 200€.
      Falls Ihr Fragen habt, mehr Bilder und/oder Informationen wünscht, ich freue mich über eure Nachrichten.
       







    • Von Jeezy
      Guten Tag,
      ich hoffe ihr habt einen schönen Sonntag ☀️ Neben den Tees, die ich hier anbiete, würde ich gerne zwei Yixings verkaufen.
      Die Shi Piao, bei prsk erworben, wurde von einem Künstler der Jing Dian Tao Fang Factory in Handarbeit hergestellt. Die Kanne ist recht dünnwändig und hat ein Fassungsvermögen von 100ml. Ich habe ca. 20 mal Pu darin aufgegossen. Preis: 280€ inkl. Versand.




      Die zweite Yixing habe ich bei Eot gekauft. Die Kanne fasst 80ml und wurde nur ca. fünf mal gebraucht. Preis: 180€ inkl. Versand
      "These pots were part of a series of private orders made by a Malaysian collector with some potters of Yixing Factory 1 potters in the 90's and fired in a dragon kiln. It's made of Di Cao Qing clay and very well made in a classic shape. These private order pots were made from different batches of clay, so there's some variation between them. Inside is a single hole filter"



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