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Liebe Grüße aus Bremen in die Teerunde


Empfohlene Beiträge

Liebe Grüße aus Bremen in die Teerunde,

sich vorzustellen, gehört wohl doch dazu, wenn man eine Weile still mitliest und dabei auch über die Fotos in den Beiträgen in die Tassen, na eher Schalen, von euch schaut. 

Vor einem Monat habe ich die letzten Teebeutel verschenkt. 
In einem Teeladen hier im Stadtteil habe ich einen Bancha und einen Stängeltee, Kukicha? gekauft. 
Dann folgte eine Kyusu mit Tonsieb, diverse aromatisierte Grüntees, schnell die Erkenntnis, in meiner neuen Kanne lieber nichts aromatisiertes aufgießen zu wollen.... 
Dann ein Porzellangaiwan. Gaiwan, ich hatte das noch nie gesehen, nicht mal davon gehört und... meine ersten Oolongs. 

Eine Teereise die beginnt, nennen es hier fast alle. Ja, und das passt, es ist ja eine richtig große Welt! Mein Gesicht hätte ich gern gesehen, nachdem die Oolongkügelchen nach ein paar Aufgüssen so gewachsen sind. Ich hatte also tatsächlich vorher noch nie ein Teeblatt in voller Größe gesehen. Unglaublich eigentlich. Der Geruch, der aus dem Gaiwan stieg, krass, schon aus den nur angewärmten Blättern...dann habe ich einen kleineren Gaiwan gekauft, um die verschiedenen Aufgussrunden genießen zu können und ein Teetisch ist aus China auf dem Weg zu mir, irgendwie auch als Bühne für Ausflüge in diese mir neue Welt. 

Ich bin bei euch gelandet, um tiefer einzusteigen. Eventuell auch um Empfehlungen zu bekommen, welchen Tee  ich als nächstes testen könnte, wenn mir dieser und jener doch zusagt. 
Mein Favorit aus den bisherigen Tests ist der Dark Oolong vom TKK. Lecker, manchmal ist er mir etwas zu süss, nachmittags aber super. 
Ich würde mich über einen Tipp freuen, was da geschmacklich in der Nähe ist!

So, einen guten Start in die neue Woche morgen. 

Gruß RiverSong 

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  • 5 Monate später...

Einige Monate sind vergangen und eine Menge Teeblätter wurden aufgegossen. Was für eine Vielfalt. Ich mache Fotos von den Blättern, sie sind so hübsch, ästhetisch, vielseitig. Meine Begeisterung für Tee hält an. Langsam ist es mir gelungen, meine Favoriten herauszufinden. Die favorisierten Richtungen jedenfalls...

Einige Bancha, Sencha, Gyokuro, Houjicha, Genmaicha später weiß ich, Grüntee ist es NICHT! Ich werde die Tees kalt zubereiten im Sommer, vielleicht ist das noch was. Grünere Oolongs sind es auch nicht für mich. Ich hatte einige Darjeelings, chinesische Schwarztees, schwarze Tees aus Nepal. Ich trudele zwischen den verschiedenen Begriffen...ein Anji black Bai cha zum Beispiel, ist ungewöhnlich, weil er dunkler ist? Wächst ursprünglich wo? Ist es nun das Blattgut oder das Anbaugebiet? Ist ursprünglich woanders zuerst beheimatet gewesen? Was ist nun anders im Vergleich zu Schwarztees aus Nepal? Und sind diese Unterschiede typisch oder nur in diesem speziellen Fall so? Nur dahingetippt, einer Laune nach, es wäre übertragbar auf jeden Tee, den ich in der Tasse habe. Gewokt, gekocht, gewelkt, geknetet, abgeschattet, feucht gelagert, trocken. Im Frühjahr gepflückt. Blends. Knospe und ein Blatt, zwei, drei, nur Knospen...Ohhhh. Da raucht mir der Kopf! Und mit den Knospen sind wir beim weissen Tee. Und beim gelagerten weißen Tee. Mein erstes Aha-Erlebnis. Und mein erster Teefladen. Aufregend frisch, fruchtig, herb, trotzdem süß, etwas adstringierend. Und erfrischend preisgünstig, mein Alltagstee gerade, dieser sechs, sieben Jahre alte White Bing cha hier. Was man von einigen Oolongs die ich gekauft habe, nicht behaupten kann. Ich habe Sheng Pu erh probiert. Bisher nur mittelalten und einen Gushu. Mein Herz ist entflammt!

Also Sheng, demnächst MaoCha, gereifter, weißer Tee, da geht die Reise nun weiter für mich.

Ein Oriental Beauty hat mich auch total begeistert. Den schenke ich gerne an Gäste aus, weil er so toll ist. Überhaupt taiwanesische Oolongs mag ich auch sehr. Ein Shiding FoShou ... da geht das trudelnde Kopfrauchen wieder los... ist der nicht eigentlich aus China? Meiner nicht. Egal!

Ich möchte weiter Tee trinken und genießen. Mit allen Sinnen und es macht mir irre Spaß. Ich versuche intuitiv zu bleiben und mich nicht verrückt zu machen. Wie viel Hitze vertragen diese Blätter und diese? Und kann ich das erspüren? Woran? Und heute schon besser, als gestern und als letzte Woche? Der gleiche Tee an unterschiedlichen Tagen, wie ist es mit dem Fokus, meiner Aufmerksamkeit für Eindrücke? Ich habe mir einen Tamtam-Gong geschenkt, der meine Teereise nun auch irgendwie begleitet. Oder der Tee meine Gongreise. Und mein TaiChi. Der Gong und mein Tai Chi zeigen mir auch meinen Fokus, die Ruhe, Unruhe, Aufmerksamkeit oder Abgelenktheit, je nach Tagesform und Grundstimmung. Welcher Tee passt zu welcher Stimmung?

Also stärker oxidierte, dunkle Oolongs hauptsächlich aus Taiwan, da geht die Reise nun auch weiter für mich.

Ich probierte auch ein, zwei Shou. Ohne Worte. 

 

 

 

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Eigentlich heisst es richtig nur Tamtam. Oder Chao-Gong. Es ist jedenfalls ein chinesischer Flachgong. Der Unterschied zu einem (Buckel-) Gong liegt darin, dass ein Tamtam keine bestimmte Tonhöhe hat. Ein Tamtam macht beim Anschlagen eher ein Geräusch als einen Ton. Das kann je nach Größe des Tamtam sehr unterschiedlich ausfallen. Auch je nach Schlegel. Tiefer, heller, flirrend, wenn man ihn hochtreibt, hat es etwas magisches. Man kann Tamtamgongs auch anreiben. Dann klingt es fast nach Walgesängen oder... wenn man nicht so einen guten Tag erwischt oder unaufmerksam oder wenig durchlässig ist, auch mal nach einem Elefantentröten mit gebrochenem Rüssel. Jedenfalls hat der Gong für mich etwas sehr meditatives und fokussierendes - wie die Teezubereitung. Wenn ich nicht richtig bei der Sache bin, gelingen die Aufgüsse weniger gut, als wenn ich mich einlasse. Das ist beim Gong auch so. Beide, Gong und Tee bringen mich mehr zu mir. Und beide sind schon tausende Jahre da. 

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vor 6 Stunden schrieb RiverSong:

Gewokt, gekocht, gewelkt, geknetet, abgeschattet, feucht gelagert, trocken. Im Frühjahr gepflückt. Blends. Knospe und ein Blatt, zwei, drei, nur Knospen...Ohhhh. Da raucht mir der Kopf!

🤣🤣🤣

vor 4 Stunden schrieb RiverSong:

Gong und Tee

Gong Cha, wenn du dies schon so oft erwähnst, ist nebenbei kaiserlicher Tribut-Tee ... ganz konkret bedeutet dies Tee, der für den Palast bestimmt ist resp. war.
Es ist für mich in historischem Sinne ein wirklich besonderes Gefühl, einen Tee aus dem Garten und von denselben Bäumen zu trinken, wo und wovon vor vielen Jahren schon für den Kaiser produziert wurde.
Aber Achtung - sowas zu kriegen ist nicht leicht, weil dies in China nicht nur sehr gesucht und auch oft gefälscht ist, sondern wenn man echtes kriegt, wurde i.d.R. das Einzugsgebiet bis auf 100km² erweitert - vom ursprünglichen Garten kriegt man dabei nix!! (@Anima_Templi und @doumer: deshalb die gewaltigen Unterschiede z.B. bei Bingdao, die ich kürzlich erwähnte ... da gibt es Produzenten, bei denen kostet so einen Fladen keinen € aufs Gramm, und dann gibt es andere, da zahlt man das Vielfache - und ob es dann auch wirklich echt ist, ist noch lange nicht klar).

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      Von Gast
      Hallo Tee-Liebhaber,
      tja, nun ists passiert. Ich habe mich im Tee-Forum angemeldet  Hat ja auch nur gut 1 Woche gedauert, bis ich nach den ersten Recherchen zu "gutem" Tee bereits die ersten Bestellungen des guten Online-Fachhandels erhalten habe, mich die letzten Tage mit Gong-fu-cha beschäftigt habe und - nach anfänglichen Erfolgen - nun in den Sog dieses herrlichen Genußmittels gezogen wurde. Mitlesen reicht nicht mehr, mir brennen Fragen auf der Zunge (zum Glück nicht schlimmeres wie heißes Tee-Wasser ).
      Ich bin Sebastian, etwas über Mitte 30 und wohne in Deggendorf.
      Der "Mount Stupid" ist überwunden (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt), ein wie ich für mich festgestellt habe, unausweichlicher Schritt meinerseits, wenn ich mich mit neuen Themen befasse, und ich kann mich befreit einem neuen Hobby hingeben. Nach Whisky und Zigarren endlich etwas, dem ich auch während der Arbeit im Büro nachgehen kann
      Neben mir steht ein Gaiwan (das kleine Anfänger-Ton-Ding), zu Hause für den Genuß mit der Frau auch ein größerer und eine Glaskanne als Pitcher, in der Schublade liegen grüne, weiße, Oolong und Pu-Er-Tees. Eine bunte Auswahl klassischer Tees, sowie Probier-Sets. Ich habe einen Wasserkocher mit Temperatureinstellung und eine gute Thermoskanne besorgt. Im Browser-Tab läuft ein Timer, eine Exceltabelle für Tastingnotizen ist eingerichtet. Ein Thermometer hab ich noch vom Grillen gehabt. Ich bin also voll infiziert. Dabei ist doch nur die Teedose, aus der ich mich den Winter über bedient habe, leer gewesen. Lust auf Supermarkt-Tee hatte ich nicht mehr, sondern wollte "besseres", was zu dem Zeitpunkt noch lediglich recht schnöde definiert war mit "bio, lose, nicht aromatisiert, keine Fruchtstückchen bitteschön".
      Und wenn ich mal anfange zu recherchieren, dann en detail. Ich habe mich in Teesorten eingelesen, habe schnell erfahren, wie Tee "eigentlich" zubereitet wird (und was ich demnach bislang immer falsch gemacht habe), wie wichtig Wasser und Temperaturen sind - und tada, da sind wir nun. Reichen 3g im Gaiwan, oder sollen es doch 4g sein? Ne, 90°C waren zu heiß, der Tee ist zu bitter, ich nehm das nächste Mal nur 80°C oder etwas weniger Ziehzeit. Oder liegt es doch an was ganz anderem? Und wie lange wird es eigentlich noch dauern, bis ein Tokoname oder Jixing-Kännchen auf dem Tisch steht?
      Und so werde Euch die nächste Zeit mit typischen "doofen" Anfängerfragen malträtieren - ein großes Pardon schon an dieser Stelle
      So long (reimt sich auf Oolong fällt mir eben auf), ich muss aufhören, mein Tee ist gezogen und ich muss abgießen...
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