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Hallo aus Berlin


Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen,

ich heiße Stefan und bin neu im Forum.

Tee trinke ich bewusst seit ungefähr 35 Jahren, vielleicht etwas länger. Ich habe in dieser Zeit in sehr vielen verschiedenen Ländern gelebt und gearbeitet, seit 15 Jahren aber lebe ich in Wien und Berlin. Ich bin sehr offen für die Vielfalt des Tees und schätze leckeren Tee, wenn er richtig zubereitet ist, egal wie sehr die Zubereitung sich von europäischen Gewohnheiten auch unterscheiden mag.

Tee trinke ich in allen denkbaren Variationen. Es lag und liegt immer am Ort, dem Wasser, der Jahreszeit und den sonstigen Speisen - und natürlich dem Teeangebot - welchen Tee ich wo und wie selbst zubereitet und getrunken habe. Seit ca. 15 Jahren trinke ich meist Grüntee, Oolong und Kräuter/Früchtetees. Ich mag die Nuancen, wenn Grüntee immer mehr in Richtung Schwarztee geht. Puerh-Tee (schreibt man den hier so?) schätze ich ebenfalls, trinke ihn aber seltener. Hingegen ist der frische Duft einen guten Grüntees einfach immer etwas, was meinen Teedurst weckt.

Hinsichtlich meiner Speisegewohnheiten bin ich sehr schlicht, ich zähle nicht zu den Menschen, die rund 2000 unterschiedliche Gerichte oder mehr kennen. Kochen kann ich wahrscheinlich selbst nur ein Dutzend Gerichte maximal, ich esse einfach lieber als dass ich koche. Umgekehrt habe ich in den unterschiedlichsten Ländern sicher viele unterschiedliche Tees kennengelernt. Ich trinke jedoch nur Tee, der entweder von mir selbst oder von gleichgesinnten Teekenner:innen zubereitet wird. Ich nehme auch gerne Wasser, Tee und Geschirr mit, wenn ich für mich oder andere irgendwo Tee zubereite. In normalen Restaurants oder Cafes trinke ich so gut wie nie Tee, auf keinen Fall; wenn "Tee" darin besteht, in sprudelnd heißes Wasser einen Teebeutel zu werfen.

Für mich ist es wichtig, dass Tee ökologisch angebaut (oder wenigstens rückstandfrei ist) und möglichst fair angebaut/gehandelt wird. Da gibt es ja zum Glück in den letzten Jahren eine Menge Angebote. Seit geraumer Zeit kaufe ich keinen anderen Tee mehr. 

Preislich habe ich von preiswerten Bio-Tees bis hin zu besonderen Raritäten alle möglichen Sorten im Schrank stehen. Ebenso sieht es beim Geschirr aus, von preiswerten Glaskannen aus dem schwedischen Möbelmarkt bis hin zu handgetöpferten Kännchen aus Fernost ist alles da. Es sind ja bei mir ein paar Jahrzehnte an Spontankäufen zusammengekommen. Ich mag Eisenkannen und einfache Glaskannen sehr, wenn es um einfachen Haustee geht, den ich über den Tag verteilt trinke; erstere, weil sie nicht kaputt gehen, letztere, weil sie schnell ersetzt werden können, wenn sie kaputt gehen.

Jeder Tee, jedes Geschirr, jede Zubereitungsform hat m. E. seine Nachteile und Vorteile. Das ist ja das Schöne, dass man bei Tee niemals auslernt und immer neue Aspekte entdecken kann.

Eine Sache aber hasse ich: TROPFENDE KANNEN! Die wandern, so schön sie auch sein mögen, nach zwei Wochen nach hinten aufs Regal und werden dann weiterverschenkt. Es gibt eine Menge Menschen, die sich darüber freuen und die regelmäßig bei mir nachfragen...

Ich habe hier im Forum schon etwas in vielen älteren Postings gelesen und bin dankbar, dass berufenere Teekenner:innen als ich so viele schöne Worte kennen, um verschiedene Tees in ihren Vor- und Nachteilen zu beschreiben. Das war schon sehr hilfreich. Gegenüber einem Nachbarn etwa konnte ich anmerken, dass mein güner Darjeeling nicht etwa labberig sei, sondern mich - sinngemäß - hinsichtlich seiner blumigen Noten geschmacklich "nicht sonderlich überfordere". Das ist prima, denn ich mag diesen Tee, auch wenn er halt einfach labberig schmeckt. Aber ordentlich dosiert, erkaltet und mit Zitrone versetzt, ist er im Sommer halt sehr erfrischend im Garten. Dort kann ich schlichtweg auch nichts trinken, was mich überfordern würde! 🙂

Ich denke also, dass ich hier von den klugen Gedanken anderer immens profitieren werde und lasse mir gerne viele Dinge erklären, die ich sonst nicht verstehe. Viele haben hier wunderbare Einblicke in die wissenschaftlichen Dimensionen des Tees und kennen alle möglichen Aspekte, die mir verborgen geblieben sind. Das ist auch der Grund, weshalb ich hier nicht nur mitlese, sondern mich auch angemeldet habe: Ich kann endlich Dinge fragen, die jemand beantworten kann. Vielleicht, wenn ich mal verstanden habe wie man hier Bilder einstellt, poste ich auch mal Fotos von meinen Sachen oder so.

Liebe Grüße

Stefan

 

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Willkommen Stefan!

Eine interessante Vorstellung. Tatsächlich ist das Thema Fair Trade und Tee ja durchaus schwierig. Wo kaufst du deine fair gehandelten Tees? Wenn du Fragen hast zum Teema Fotos hochladen, sag Bescheid :) Du kannst sowohl Bilder in Beiträgen mit hochladen als auch Fotoalben anlegen.

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Danke, miig, meine fair gehandelten Tees kaufe ich entweder im Bio-Fachhandel (auf den Verpackungen sind oft genügend Hinweise auf die Social Media Auftritte entsprechend geförderter und zertifizierter Projekte, da kann man dann schauen, ob es einen überzeugt) oder, wenn die Projekte nicht zertifiziert sind, vertraue ich den kleinen und kleinsten Händlern, die selbst importieren und mir im Laden gleichsam das "Fotoalbum" ihrer Reisen zu den Teegärten kleiner Bauern zeigen. Einige Händler kenne ich seit Jahren und sie fahren immer selbst in die entsprechenden Regionen (die zum Teil auch ihre eigene Heimat sind). Natürlich können die alle immerzu lügen, keine Einwände. Aber es ist irgendwie ein seit Jahren gewachsenes Vertrauensverhältnis. Nicht immer schmeckt so ein Tee nach Premiumqualität, eigentlich außerhalb der Kräuter/Früchtetees nie, aber man bekommt Infos, ob die Ernte gut war, wann und wie verarbeitet wurde und wann eine neue Ernte eintrifft etc. Das habe ich bei CTC-Tees vom Discounter halt nicht. Die haben dann auch irgendwelche Nachweise immer, dass keine Rückstände von Chemikalien drin sind usw. (was natürlich strenggenommen nicht "Bio" ist, sondern eben nur "rückstandsfrei"). Im Bio-Laden gibt es auch Ware in Demeter-Qualität, deren Herkunftsgärten auch in Handbüchern zur Teekultur schon mal angesprochen werden. Da bin ich mir dann schon sicher, dass den Teepflücker:innen bei der Arbeit nicht das Glyphosat an den Unterarmen runter tropft... Der Tee ist dann manchmal zusätzlich auch noch "fair".

Ganz sicher kann ich mir natürlich nur bei den Teekräutern aus meinem eigenen Garten sein. Ich gärtnere konsequent giftfrei und zu mir selbst bin ich meist ganz nett. 🙂 

Ja, das ist ein schwieriges Thema. Und das ist immer ein Punkt, den man kritisch im Auge behalten muss. Ich trinke aber nur Tee, der wenigstens den Anschein von Bio und/oder fair glaubwürdig vermittelt, vertrauen muss ich dann selbst. Und ich trinke diesen Tee auch dann, wenn er etwas teurer ist. Bio-Qualität trinke ich eigentlich seit den 1990ern ausschließlich. Zusammen mit Kartoffeln, Brot, Obst und Käse war Tee das Lebensmittel das mir da schon wichtig ist. "Früher" schmeckte er mir nicht mal besser als der konventionelle. Aber mittlerweile gibt es einfach auch sehr gute Qualität, an die ich mich halten kann. Bio ist dank Gushu etc. offenbar mittlerweile viel leichter zu erhalten als "fair".

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Danke für die freundliche Begrüssung!

Matcha trinke ich seit den 1990er Jahren, ebenso wie Puerh, oft, aber nicht sehr oft. Ich mag den Geschmack, die Farbe und die "Textur" - nenne ich es mal - eines guten Matcha sehr. Auch fasziniert mich die Zubereitung. Ich liebe schöne Matcha-Schalen! Ein sehr guter Matcha ist, ebenso wie ein sehr guter Puerh, ein Kleinod, wo jedes halbe Gramm seinen besonderen Wert hat.

Auf der Arbeit habe ich eine schlichte, preiswerte Matcha-Schale und trinke dort sehr gerne diesen Tee, in einer etwas günstigeren Variante. Wenn man nicht immerzu kleine Kännchen und Wasser mit sich führen kann, ist eine gut gefüllte Matcha-Schale etwas für die etwas längere Teepause. Wenn ich auf Arbeit Tee trinke, dann nur Matcha. Ansonsten trinke ich eher Kaltgetränke. Manchmal bedient sich auch offenbar ein Kollege mit einem Löffel an diesem "Instant-Tee". Da hat man sich abgeschaut, wie ich ihn zubereite (Vielleicht missioniere ich auf diesem Wege ja mal einen Kaffeetrinker?).

Einen guten Matcha in einer gut gefüllten Schale finde ich hinsichtlich der belebenden Wirkung manchmal allerdings zu stark. Deshalb trinke ich ihn nur in Maßen. Zudem trinke ich ihn dann sehr langsam, so dass der Rest immer schon Zimmertemperatur hat. Ich bin allerdings ohnehin immer im "lauwarmen" Spektrum der Teetemperatur zu finden...

Was ich öfter als "klassischen" Matcha trinke, ist Genmaicha mit Matcha. Den bereite ich allerdings wie ganz normalen Tee zu. Und ich weiß auch nicht, ob die Vertreter der reinen Lehre hier eine solche Mischung überhaupt schätzen. Aber er schmeckt mir sehr gut.

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Willkommen Stefan und Danke, dass ich durch deinen Beitrag endlich mitbekommen habe, dass man sich im Forum vorstellen kann, was ich direkt nachgeholt hab. Schön auch zu sehen, dass weitere Wiener Berliner hier sind.

Das Thema Bio war für mich eine Zeit lang auch sehr wichtig und ist es weiterhin, wenn es nicht um Hochlandtee aus dem Frühling geht. Gerade bei japanischen Grüntees möchte ich darauf achten. Dann kommt nochmal das Thema Fair-Trade dazu; vor kurzem hab ich aufgeschnappt, dass bei Tee aus Massenware weniger als 10%  an die Produzenten gehen. Bei den kleinen Händlern, v.a. wenn es nicht über x Zwischenhändler geht, dürfte das aber deutlich besser sein.

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    • Von Andi2211
      Hallo
      Nachdem ich nun schon einige Male aromatisierten Grüntee getrunken hab, wollte ich mich nun mal an "richtigen" Grüntee herantasten.
      Ich dachte .... ok, schaun wir halt mal was es so gibt ... und nun mein Problem ... ich wußte nicht, dass es sooooo viele Grüntees gibt.
      Vielleicht habt ihr ja eine Empfehlung für mich, welchen ich für den Anfang am Besten nehmen kann und wie man ihn richtig zubereitet.
      Vielen Dank für eure Hilfe
      LG Andi
    • Von Lavendel
      Hallo,
      dies ist mein erster Beitrag. Gelesen habe ich schon viele.
      Bisher habe ich Kräutertees getrunken. Pfefferminze, Brennnessel und Kamille. Für mein tägliches Frühstück bisher Kaffee (in letzter Zeit eher Pfefferminze und Brennnessel) würde ich gerne auf einen gesunden Grüntee umsteigen. Nun bin ich gestern mal bei Tee Geschwendner bei uns in der Innenstadt gewesen und habe mir meinen ersten Grüntee mitgenommen.
      Es ist der Nr. 716 Japan Gyokuro Kukicha Bio. Den habe ich mir vorher im Netz schon rausgesucht und mich auch nicht beraten lassen, da es dort im Geschäft schon recht voll war.
      Jetzt habe ich im Netz gelesen, dass eine Trinkmenge von 300 ml max. ausreichend sei!? Die Dosierungsanleitung ist immer auf einen Liter berechnet. Umrechnen kann ich das natürlich selber. Aber mich würde interessieren, ob man tatsächlich nur 300ml trinken sollte?
      Oder beziehen sich die 300ml auf einen ersten Aufguss und ich kann dann noch wahlweise einen zweiten bzw. dritten Aufguss machen?
      Vllt. mag mir jemand helfen.
      Herzliche Grüße
      Lavendel
    • Von Moritz
      Servus,
      bin heute auf folgende Seite gestoßen: https://www.sho-cha.com/teeshop/matchano2#wiremo-widget-60b896ea5d2330167e5d6821
      Klingt alles sehr schön und gut. Ich wundere mich allerdings über den Preis. Grundpreis 33,33 € pro 100g kommt mir für einen importierten Premium Matcha recht wenig vor. Das reizt mich allerdings schon ein wenig. Was meint ihr? Kann das was sein?
      Ich suche einen relativ milden-süßlichen Matcha, dieser spricht mich da schon sehr an.
      Grüße
    • Von Jaro
      Liebe Teekenner

      Nachdem ich auf meinen ersten Beitrag hier im Forum, betreffend Tie Guan Yin, so gute Ratschläge bekommen haben, möchte ich hier in einem weiteren Beitrag einem ganz anderen Tee widmen.
      Schwarzer Tee aus Darjeeling kennen wohl alle, er gehört neben Assam zu den bekanntesten Schwarztees. Auch ich liebe diesen Tee sehr.
      Weit weniger bekannt ist allerdings Grüner Tee aus Darjeeling. Dieser wird meines Wissens nach in Darjeeling noch nicht sehr lange hergestellt. Wenn man im Internet recherchiert, findet man fast nichts zu diesem Tee. Man liesst allerdings, er sei von hoher Qualität.

      Nun zu meiner Erfahrung mit dem Tee:
      Gekauft habe ich den Tee bei Gebana und früher schon mal im Bioladen von Lebensbaum. Beides Bio Qualität.
      Es gibt zwei Möglichkeiten den Tee aufzugiessen. Lässt man ihn nur kurz ziehen, schmeckt er seifig und erinnert mit nichts daran, dass es sich um einen Grüntee handelt. Lässt man ihn etwas länger ziehen, schmeckt er sehr schnell bitter, was ja an sich normal ist. Dazu kommt aber, wenn man etwas Fantasie hat eine Aprikosen Note, was ja eigentlich nicht so schlecht ist. Nur leider brauchts echt etwas Vorstellungsvermögen. Viel leichter ist es, einen starken Fischgeruch wahrzunehmen. Wirklich nicht das, was man sich bei einem Tee wünscht.

      Meine Frage: kennt irgendjemand diesen Tee, kann mir von seiner Erfahrung berichten? Oder meine bestätigen?

      Ich freue mich von Euch zu hören.
      LG Jaro
    • Von Moritz
      Guten Tag,
      ich habe eine Japanische Tokoname-Kyusu zu Hause herumstehen. 
      Die benutzt man ja eigentlich nur für japanischen Grüntee wie Sencha.
      Jetzt kommt aber meine Frage:
      Kann man in einer Seitengriffkanne auch chinesischen Grüntee Zubereiten wie Lung Ching oder Jasmintee zubereiten, oder wirkt sich das negativ auf Tee und Kanne aus? Ich bin noch Anfänger, bitte verständlich erklären.
      Grüße, Moritz
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