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Kamjove - Tee Infuser - 700 ml


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    • Von Mr. Tea
      Hallo Liebe Teefreunde,
      ich bin auf der Such nach Jemanden der aus Südhessen oder einfach der Umgebung von Darmstadt oder eben dem Rhein/Main Gebiet kommt und bei dem ich mich mal „dreist“ zum Tee trinken einladen darf.
      Mich interessiert einfach das praktische 1:1, über Tee reden, Erfahrungsaustausch bzw. live lernen, zusehen, wie es (richtig) gemacht wird usw.
      Schwerpunktmäßig interessiert mich einfach alles was mein Gastgeber zu Tee zu sagen hat, wobei mich speziell Gongfu-Cha interessiert.
      Ich selbst habe mich vor etwa einem Jahr da relativ tief eingelesen nachdem ich ein paar recht grausige Erlebnisse mit einem Earl Grey, einer Teekanne und zu viel Tee(Menge) und Zeit hatte.
      Ich wollte am aber am Ball bleiben, und wie ich nun mal so bin, gleich richtig, volles Rohr, Deep-Dive. Sprich, Wasserhärte, Wasser Enthärter/Filter, Quellen, Wasserkocher, Wassermarken, Teeutensilien, Tee Youtube Videos von MaiLeave usw.
      Über zig Stunden habe ich mich da eingelesen. Mehr Richtung Theorie und Drum Rum, weniger intensiv, was jetzt die Teesorten im Allgemeinen betrifft da ich dachte das macht erst Sinn, wenn ich da mal vernünftig eingestiegen bin und einen Tee vernünftig, so wie er schmecken soll auch hin bekomme. Sprich erst mal Fahren lernen und dann erst einen Ausflug planen.
      Zwischenzeitlich hatte ich mir 3 etwas teurere Tees besorgt, an die ich mich aber nicht rangetraut habe. Ich wollte erstmal an etwas „billigem“ üben und habe einen handelsüblichen normalen Schwarztee der leicht besseren Sorte genommen.
      Warum auch immer hat mir das Ergebnis nicht zugesagt obwohl ich rein technisch m.M.n. soweit im Großen und Ganzen alles richtig gemacht habe.

      Ich wollte dann (ein Jahr ist das jetzt her) mich mal auf der Suche nach Gleichgesinnten machen, von denen ich es vielleicht mal richtig live lernen könnte.

      Dann kamen diverse kleinere und mittlere Schicksalsschläge dazwischen wie z.b. ungeplanter Umzug, Renovierungsarbeiten, OP bei mir, als auch OP bei meiner Tochter usw., wie das Leben ebenso spielt.
      Nun, etwas verspätet aber immerhin stehe ich nun hier und frag einfach mal in die Runde, wer mal Lust auf ein Treffen hat und mein „Pate“ oder „Lehrmeister“ spielen will?
      Ich stell mir einfach einen netten besuch oder Abend, etwas plaudern über dies und das vor. Zeigen lassen was mein Gastgeber so an Tees hat, Geschirr und Utensilien. Wie er zum Tee gekommen ist, und dann eben einfach mal praktisch zeigen lassen wie es am praktischsten geht und worauf man achten muss. Ich stell mir das recht schön vor, neue interessante Leute kennen zu lernen und dabei gleichzeitig etwas fürs Leben mitnehmen/lernen zu können.
      Wie gesagt von der Theorie her bringe ich ein bisschen was mit, dass man nicht direkt bei 0 anfangen muss.
      Ansonsten bin ich recht umgänglich und pflegeleicht, bin Mitte dreißig, Vater von 3 Kindern, und sehe mich in der Lage auch durchaus mehrsilbige Antworten geben zu können
      Also, wer aus dieser Runde hier fühlt sich spontan wie vom Blitz getroffen und „berufen“ mich Teeneuling aus dem finsteren Tal der Teebeutel rein ins Licht der höheren Tee Kunst zu führen?
    • Von OstHesse
      Liebe Grüße an alle Teekenner!
      Dieses Thema brennt mir schon lange auf der Zunge, denn heute ist es besonders populär Gongfu Cha, die traditionell chinesische Teezubereitungsmethode und die sogenannte "westliche Methode" gegeneinander zu stellen und zu vergleichen, wobei wir fast immer die Aussage "Gongfu Cha ist 'besser!" zu hören bekommen. Unser @miig hat mal ein Thema gepostet wo er nach der Definition von Gongfu Cha fragte, nun, ich bevorzuge da eine rein technische Herangehensweise. Das Wort gongfu wird je nach Quelle und Translator mit "Anstrengung", "Mühe", "Fertigkeit" und "Kunst" übersetzt, wenn man aber einfach den Vorgang selbst anschaut sowie die dahinter stehenden Ziele, ist Gongfu Cha praktisch dasselbe was wir in Europa mit Wein, Whisky und Zigarren machen! Man kann all diese Sachen nur des Alkohols wegen einfach herunterstürzen und die Zigarren nur des Nikotins wegen verqualmen, die Kenner tun das jedoch nie - man verwendet spezielle Geschirr, Werkzeuge und Konsummethoden um den Genuss soweit zu maximieren wie es nur geht. In Zigarren-, Wein- und Whiskyclubs geht es primär um Genuss, Erkenntnis und das soziale Beiwerk, nicht stupides saufen und quarzen. Die Genussmittel sind der Star der Show, kein Kenner wird seinen besten Single Malt mit Eiswürfeln malträtieren oder die feinste Zigarre brutal im Aschebecher ausdrücken, exakt diesselbe Mentalität haben die Chinesen auch wenn die eine Gongfu Cha Session machen.
      Wenn aber nun von "westlicher Methode" gesprochen wird, werden darunter fast immer moderne Teegewohnheiten der breiten Bevölkerung in Europa und Nordamerika gemeint, wobei auch fast immer  angenommen wird dass eben diese die "europäische Teekultur" darstellen. Diese Sicht halte ich für falsch!
      Ich habe mich in letzter Zeit mit Geschichte des Tees in Europa auseinander gesetzt, schriftliche Quellen und Abbildungen aus dem 17 bis 19 Jh., aus der Zeit wo weder Indien noch Sri Lanka als Teeproduzenten eine Rolle spielten (hier, hier hier nur um Einige zu nennen), nur um Folgendes festzustellen. Bis ungefähr 1820 war der gesamte verfügbare Tee ausschließlich chinesischen Ursprungs und er war nicht nur "Tee" sondern Bohea, Hysson, Singlo, Souchong, Congou, Pekoe, etc., wobei das was wir heute "Schwarztee" nennen um die Mitte des 18 Jh. den größten Anteil am europäischen Teeimport erlangte. Bis dahin war Grüntee tatsächlich die am meisten konsumierte Teeart in Europa (quelle). Das Teegeschirr, wie die Abbbildungen und Beschreibungen vom Teetrinken zeigen, wurde ebenfalls teils aus China importiert teils nachgeahmt, Abbildungen von Teetrinkern zeigen wenig bis gar keine Lebensmittel auf dem Teetisch, der chinesische Einfluss hier ist kaum zu übersehen. Einfach zusammengefasst, die europäische Teewelt des 18 Jh., wo britische, ostfriesische und russische Teekulturen in ihren Grundzügen gebildet wurden, war eine nahezu komplett andere Welt, die viel näher an China war an unsere heutgen westlichen Teegewohnheiten!
      Warum hat sich die europäische Teewelt so radikal verändert? Nun, zuerst haben die Teeplantagen in Assam den Teemarkt komplett umgekrempelt, bereits am Ende des 19 Jh. war indischer Schwarztee bereits so billig und so verbreitet, dass er andere Teesorten vom Markt nach und nach verdränge. Es war trotzdem noch klassischer Blattee welcher die klassische Zubereitung zuließ. Als aber in den 1930ern die CTC-Methode erfunden und perfektionert wurde, eroberte der nach CTC hergestellte Assam Schwarztee ab den 1950ern die gesamte Welt! Die Gründe dafür waren und sind; er extrahiert viel schneller, ist als Staub perfekt für Teebeutel, kann in rauhen Mengen produziert weren und ist schön billig. Die wohl tiefste Zäsur ist jedoch sein Geschmack und Aufgussverhalten, welche sich von den klassischen chinesischen Oolong, Heicha und Hongcha fundamental unterscheiden! So passierte es dass die alten Aufguss- und Konsummethoden nach und nach aufgegeben und vergessen wurden, denn die Teekannen, Samoware und Stövchen hatten einfach keine Funktion mehr. CTC Assam braucht keine hohe Dauerhitze im Gegensatz zu o.g. chinesischen Tees, er brüht nur einmal auf, man kann ihn einfach im Gefäß behalten ohne dass es zu bitter wird und sein rauher intensiver Geschmack lässt sich wunderbar mit Milch, Zucker und allerlei Gebäck und Kuchen ergänzen.
      Man kann also sagen dass unsere moderne "westliche Teekultur" an sich ziemlich jung ist und fast komplett auf CTC Assam ausgerichtet ist. Sie lässt sich mit traditionellen europäischen Teekulturen kaum bis gar nicht vergleichen - anderer Tee mit komplett anderen Eigenschaften, andere Zubereitungsweise (Teebeutel, Teeeier, tea brewer, etc.) und eine völlig andere gesellschaftliche Stellung des Teetrinkens. CTC Assam wird heute von der Masse der Konsumenten als "der Tee" schlechthin verstanden und wird als Beiwerk zu Süßigkeiten, Gebäck und Kuchen gesehen und nicht als etwas Eigenständiges, deswegen kann man ihn mit chinesischen Tees nicht vergleichen. Er ist weder "besser" noch "schlechter" sondern ANDERS! CTC Assam tut das wofür er gezüchtet und hergestellt wurde, und das ist nun mal nicht die Gongfu Cha.
      Was ich hier vermitteln will ist, die gegenwärtige Welle von Interesse am chinesischen Tee und chinesischer Teekultur hat bereits einmal vor mehr als 300 Jahren stattgefunden! Das Resultat dieser Begegnung war die Formation der britischen, ostfriesischen und russischen Teekulturen, China war das einzige Vorbild. Die moderne "westliche CTC Assam - basierte Methode" hat mit all diesen historischen und modernen Vorlagen nahezu nichts gemeinsam. Von daher ist das ganze Gongfu Cha VS Westliche Methode eigentlich sinnfrei, denn hier werden förmlich Äpfel mit Kartoffeln verglichen! Die moderne westliche Teekultur ist weder "traditionell" noch "europäisch".
      Was ich übrigens faszinierend finde ist, je mehr man sich mit der chinesischen Teekultur beschäftigt, desto mehr entdeckt man über die eigene fast vergessene Teekultur, wie sie einmal bei den Briten, Russen und Deutschen herrschte.
      Das was wir als Teefans heute tun, dürfe vor 200 bis 300 Jahren durchaus zur Normalität gehört zu haben



      Grüße, OstHesse
    • Von VanFersen
      Meileaf hat es und viele andere auch im Angebot - einige kennen es sicher, den Gongfu-Maker! Bin ich ein Fan davon? Persönlich = eher nicht. Vielmehr wäre es, als einfache Variante für unser Teehaus relevant für die Kundschaft die es simpel und einfach mögen und nicht viel Tamtam um viele einzelne Elemente in der traditionellen Gongfu Variante. Mein Chef hat nun einige getestet, war aber von jenen die er bisher probierte nicht begeistert, was Qualität und Handling anbelangte.
      Es wäre sowohl für eine neuartige und leichte Handhabung direkt im Teehaus zum genießen gedacht, wie gesagt für jene die es eher schlicht und simpel haben wollen, wir aber dennoch den Gongfu-Weg unter das Volk bringen könnten und auch für zu Hause. Es wird beides geben, richtig Gongfu und Gongfu für Einsteiger.
      Aber welcher? Habt ihr gute Tipps oder Erfahrungen mit einem dieser Maker der wirklich gut war und seinen Zweck gut und lange erfüllt hat?
    • Von miig
      Hallo zusammen,
      schon länger stolper ich immer wieder über diesen Begriff, den ich höchst unzutreffend finde. Also hier mal das gesammelte Argument. Natürlich ist dies eine Einladung zur Diskussion . Ich behaupte also: *Trommelwirbel*
      Gong Fu Cha ist keine  "Chinesische Teezeremonie". Dieser Begriff ist unzutreffend, irreführend und bei genauerem Hinsehen sinnlos.
      Warum? Weil eine Zeremonie etwas ganz bestimmtes ist:
      La source: https://www.duden.de/rechtschreibung/Zeremonie
      Man hat also durchaus feste Abläufe, und grade die Videos auf Youtube demonstrieren auch das Wiederholen ganz bestimmter, nicht unbedingt nötiger Handlungen. Das hat schon etwas rituelles. Dennoch:
       Im Gegensatz zum japanischen Cha No Yu, das eine völlig andere Angelegenheit ist und hiermit nicht vermischt werden soll, wird bei der Gongfu-Methode mit einer bestimmten Technik Tee zubereitet. Und während dies durchaus spirituelle Konnotationen haben kann, siehe den Global Tea Hut-Stil, und die verliebten Arrangements der Taiwaner, ist Feierlichkeit und der Aspekt einer Religiosität in sehr vielen Fällen überhaupt nicht präsent. Somit sollte man besser von der Gongfu-Methode sprechen, oder, wenn es sein muss, von der chinesischen Art, Tee zu machen, nicht aber von einer Zeremonie.
      Natürlich hat es Gründe, warum der Begriff beliebt ist: Er klingt mystisch, irgendwie geheimnisvoll, nach östlicher Weisheit und meditativen Ritualen. Und wie so vieles, das mit diesen Eigenschaften gepusht werden soll, ist's Blödsinn.
       
    • Von miig
      Hallo zusammen,
      man spricht so oft von "Gongfu-Tee" und ähnlichem. (Bitte sagt nicht, chinesische Teezeremonie...) Ich hab aber den Eindruck, dass das ein sehr unscharfer Begriff ist, dessen unterschiedliche Verwendung öfter mal Missverständnisse verursacht. Also würd ich mal herumfragen wollen, was ihr so darunter versteht.
      Ein Hinweis: Mir gehts weniger darum, die eine, wahre Definition zu finden, sondern eher, das Spektrum zu erfragen, zu sehen, was gehört definitiv dazu, was darf auf gar keinen Fall... es wird immer Abweichungen geben, das gehört dazu und macht auch viel des Spaßfaktors aus
      Achja: Gongfu Cha ist keine Teezeremonie (forumsinterner Link)
      Ich wollte mehr dazu schreiben, aber bevor der andere Thread zu voll wird, lasst uns an dieser Stelle hier über die Bedeutung von Gong Fu Cha sprechen
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