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Wie "lagert" ihr euren japanischen grünen Tee?


Opro

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Hallo Leute!

Bin sehr neu hier, das ist mein erster Post um genau zu sein, trinke aber schon seit längerem grünen Tee.

 

Meine Frage steht im Allgemeinen schon im Titel: "Wie lagert ihr euren grünen Tee?"

 

Lagert ihr geöffnete Packungen im Kühlschrank? Habt ihr vielleicht sogar einen eigenen Kühlschrank dafür? Wie altert euer Grüntee eurer Meinung nach? 

 

Zu meiner Situation: Ich bin vor kurzem aus meinem Elternhaus ausgezogen, wohne das erste mal alleine 🥳, meine Tees haben den Umzug aber nicht gut geschafft, das Geschmacksprofil ist, naja... eher mau geworden.

Zuvor habe ich meine Tees immer verschlossen und im Weinkühlschrank meiner Eltern "gelagert". Ich find aber, dass z.B. mein Kabusecha nicht wirklich gut damit umgegangen ist. Gleich nach dem öffnen war er super gut. Süß, leichte Krokantnote schon fast. Am nächsten Tag hat er aber deutlich an Geschmack verloren, war fast schon neutral, viel zu mild für meinen Geschmack.

 

Also zurück zu meiner Frage: Wie lagert ihr eure japanischen Grüntees so dass sie am längsten frisch bleiben und verwendet ihr unterschiedliche Methoden für verschiedene Sorten?

 

Ich freue mich über alle Antworten,

LG Opro

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vor 32 Minuten schrieb Opro:

Lagert ihr geöffnete Packungen im Kühlschrank? Habt ihr vielleicht sogar einen eigenen Kühlschrank dafür?

Nicht nur das, ich empfehle für jedes Herkunftsgebiet in Japan einen eigenen Kühlschrank anzuschaffen - die Tees harmonieren so besser miteinander.

Spass beiseite, hier wurde schon jahrelang und äusserst ausgiebig darüber diskutiert:

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Hallo @Opro

ich würde deine Frage aufteilen in kurzfristig "lagern" für baldigen Verbrauch, sowie langfristig lagern. Neben dem Thread von GT habe ich auch hier schon von meinen Erfahrungen berichtet:

https://www.teetalk.de/forums/topic/5337-haltbarkeit-grüntee-einfrieren/

So mache ich das immer noch, die Portionen für baldigen Verbrauch in Ziplocks, den Rest vakuumieren. Am Wochenende erst habe ich eine ältere Packung (ein leckerer Honyama Yabukita von @Diz ) aus dem Dornröschenschlaf erweckt - hat er wunderbar überstanden.

Kurzfristig mache ich nichts besonderes, wichtig ist die Luft aus den Tüten zu streichen und recht fest zuzuklippen. Wenn du keinen Zipbeutel hast, falte die Tüte oben ein paar mal zusammen, und dann mit einer Klammer verschließen. ich nehme so große Dokumentenklammern aus dem Bürobedarf, die pressen die Tüte wirklich dicht ab.

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vor 41 Minuten schrieb Opro:

Am nächsten Tag hat er aber deutlich an Geschmack verloren, war fast schon neutral, viel zu mild für meinen Geschmack.

Nachtrag: wenn das ein einmaliges Vorkommnis war, dann könnte das auch mit der Tagesverfassung zusammenhängen. wenn die Tüte nun nicht komplett geöffnet auf der Heizung gelegen hat, verliert der Tee so schnell auch nicht seinen Geschmack.

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vor 8 Stunden schrieb Opro:

Zu meiner Situation: Ich bin vor kurzem aus meinem Elternhaus ausgezogen, wohne das erste mal alleine 🥳, meine Tees haben den Umzug aber nicht gut geschafft, das Geschmacksprofil ist, naja... eher mau geworden.

Ich lager meine Grünen Tees auch im Kühlschrank. Wichtig ist nach dem rausnehmen zu vermeiden dass sich Feuchtigkeit auf den kalten Teeblättern niederschlagen kann. Am besten eine Weile bei Zimmertemperatur liegen lassen oder wie auch schon vorgeschlagen vorgängig Einzelportionen abpacken.

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Bei mir lagern die Tees geschlossen im Weinklimaschrank bis ich mich entscheide sie zu öffnen.
Ab diesem Zeitpunkt werden sie ebenfalls mit diesen Klammern möglichst luftdicht zu geklemmt und verweilen dann bei Zimmertemperatur. Beim Ewigen hin und her zwischen Kühlschrank und Zimmertemperatur hätte ich Kondensationsphobien, die vielleicht irrational und auf jeden Fall unüberprüft aber doch physikalisch begründet sind.

Ich kasteie mich auch, dass ich immer nur 2 Grüntees gleichzeitig offen habe. Es war kein einfacher Weg zu diesem Leben in Askese, aber so tausche ich Vielfalt gegen intensive Auseinandersetzung. 

@Opro ich kann schon nachvollziehen was du meinst, bei mir ist es aber meistens invers:
Frisch geöffnet finde ich meine Tees, und da rede ich hauptsächlich von chinesischen und japanischen Grüntees, etwas bockig und sie gewinnen für mich nach 1-2 Tagen deutlich. So als ob sie doch auch erst etwas aus ihrem evakuierten Schlaf erwachen müssen. 
Auch das kann total eingebildet und ein übler Trick einer mittlerweile aufgebauten Erwartungshaltung sein. 

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  • 4 Wochen später...

Wenn die Packung so schmal ist wie deine, geht das natürlich auch. Für die breiteren Packungen hatte ich keine solche Klammern gefunden, die vernünftig drüberpasst UND dicht hält.

Der Clou ist halt das zusammenfalten. Das hält dann so dicht, dass ich Restluft aus dem Beutel nicht mehr rausdrücken kann.

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vor 1 Stunde schrieb goza:

Wenn die Packung so schmal ist wie deine, geht das natürlich auch. Für die breiteren Packungen hatte ich keine solche Klammern gefunden, die vernünftig drüberpasst UND dicht hält.

Der Clou ist halt das zusammenfalten. Das hält dann so dicht, dass ich Restluft aus dem Beutel nicht mehr rausdrücken kann.

Ich han größere Packungen deswegen nur wenn es halt geht über Ecke angeschnitten. Aber danke für den Hinweis, das werde ich dann auch gern mal ausprobieren.

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Am 16.12.2021 um 20:51 schrieb Lateralus:

Frisch geöffnet finde ich meine Tees, und da rede ich hauptsächlich von chinesischen und japanischen Grüntees, etwas bockig und sie gewinnen für mich nach 1-2 Tagen deutlich. So als ob sie doch auch erst etwas aus ihrem evakuierten Schlaf erwachen müssen. 
Auch das kann total eingebildet und ein übler Trick einer mittlerweile aufgebauten Erwartungshaltung sein. 

Deine Einbildung kann ansteckend sein, aber ich würde das mittlerweile unterschreiben. Ich hatte da ein bisschen drauf geachtet, als ich die Ukiha-Tee-Orgie abgearbeitet habe. Ich meine auch, eine harmonischere Aromenkomposition vorgefunden zu haben, als die Tees ein paar Tage offen waren.

Ob eben Einbildung, oder man den Tee schon einmal in der Tasse hatte und er dadurch nicht mehr ganz unbekannt war, vermag ich nun wirklich nicht zu urteilen, aber subjektiv haben sie durch die "Atmung" gewonnen.

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Ich empfinde das ähnlich. Ich lagere meine Grüntees ja in einem Kühlschrank, aber es hat sich bewährt, die aufzugießende Menge bereits am Vortag abzumessen und in einer Dose (ich nehme Kirschholzrinde) langsam temperieren zu lassen. Insbesondere bei Japanern, die ich in aller Regel nicht blanchiere.

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Okay, um nicht nur direkt auf @goza zu antworten, sondern auch auf die Ausgangsfrage, werde ich mal etwas ausführlicher. Um mal einleitend mein Kundenprofil offenzulegen: mein Interesse gilt zentral den chinesischen 'Klassikern', japanische Tees (vorwiegend Shincha) machen bei meinem Grüntee-Konsum einen Anteil von 1/7 aus, also wöchentlich mal einen. Entsprechend schmal ist da meine Erfahrung im Vergleich zu den Chinesen. Wobei ich sagen kann, dass mit wachsender Erfahrung bei mir in den letzten Jahren auch der Spass an den 'Japanern' gewachsen ist. Auch wenn Blofelds Sottise, der Tee habe sich in Japan nach dem Geschmack eines Volkes von Fischessern entwickelt, zumindest ein Körnchen Wahrheit enthält - aber mit der Zeit findet man dann auch zu den Sachen, die eben nicht 'fischig' oder 'algig' schmecken. Da wird leider viel Müll als hochklassige Ware angepriesen und auch verkauft. Aber auch da lernt man mit der Zeit, zuverlässige Händler mit Teeverstand (und vielleicht sogar -leidenschaft) zu finden. Wobei ich persönlich übrigens dieses Forum und seine schreibenden Mitglieder gerade auch hinsichtlich der Transparenz hinsichtlich 'Händler' und 'Kunde' als sehr hilfreich empfunden habe und es mE ein gutes Zeichen ist, wenn man sich als Händler hier dem öffentlichen Austausch mit der Kundschaft stellt.

Genug der Präliminarien, um meine etwas anders gelagerte Ausgangssituation zu umreißen - kommen wir zum Lagern, wo ich allerdings 'Chinesen' und 'Japaner' gleich behandle. Wobei ich nicht einlagere (also Jahrgänge sammle); grüner Tee wird mE nicht besser, wenn er mal über ein halbes Jahr hinaus ist. Um so wichtiger ist es, nach diesem Halbjahr (grob verallgemeinert) für einen möglichst langsamen Abbau zu sorgen. Da hilft zunächst die alte Faustregel, den Tee am kühlsten Ort des Hauses zu lagern - idR ist das im Sommer der Keller und im Winter der Dachboden. Nun hat mich vor drei Jahren oder so ein Supersonder-Weihnachtsspezialangebot eines dieser four-letter-discounter zum Kauf eines kleinen Weinkühlschranks verleitet, was ich bislang nicht bereut habe. Lagertemperatur 7° C. Der Tee kommt, bis der Nachfolgejahrgang auf dem Markt ist, nach meinem Empfinden so deutlich besser über die Runden. Es erspart natürlich auch Arbeit ...

Apropos Arbeit: zusätzlich packe ich meine größeren Teesendungen (250 gr) nach Erhalt in Beutel von 50 gr um, vakuumiere und verschweiße sie. Der durch das Umpacken verursachte Sauerstoffkontakt bringt zwar einen leichten Qualitätsverlust, der wird jedoch dadurch aufgewogen, dass immer nur 50 gr gerade zum Verbrauch geöffnet sind. Das hält bei mir fünf Wochen - und dann sollte ein geöffneter Beutel mE auch aufgebraucht sein. Die geöffneten Beutel kommen (jeder für sich) in eine kleine, gut schließende Kühlschrankdose, zusammen mit ein oder zwei Silikatbeuteln gegen eingedrungene Feuchtigkeit. Mit Kondensat habe ich bei der Temperatur und den recht kurzen Entnahmezeiten keine sichtbaren Probleme.

Das mit den 250 gr - Packungen ist nun natürlich eine rein wirtschaftliche Überlegung: der Mengenrabatt selbst für nur 250 gr ändert das Preis-/Leistungsverhältnis bei manchen Händlern doch recht deutlich zum Erfreulichen. Und zumindest die erste 'Begrüßungsverkostung' ist ja völlig ungeschmälert ...

Dein Problem mit dem Kabusecha habe ich in ähnlicher Form auch schon erlebt; insbesondere bei Tees, die unter Schutzgas (wohl Stickstoff - gibt's das eigentlich noch?) verpackt und schon etwas älter waren. Die verpuffen nach dem Öffnen regelrecht. Die erste Sitzung schmeckt der Tee toll, zwei Tage später so, wie er ist - alt.

 

 

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