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Joaquin

Was haben Teegenießer und Zigarrenraucher gemeinsam? Analogien von Lebensmitteln und Genussmittel.

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Der Gedanke kam mir erst kürzlich, als mir diese Verknüpfung durch den Kopf ging. Teetrinker die hohen Wert auf ihren Tee-Genuss legen ist eine Tatsache ebenso wichtig, wie Zigarrenrauchern. Bei de mögen keine geheckseltes und geschreddertes Blattwerk sondern ganze Blätter.



Eine gute Zigarre zeichnet sich vor allem auch dadurch aus, dass sie aus ganzen Tabakblättern gerollt wird. Im inneren sind es die Aroma-Blätter und außer wird das schöne Deckblatt benutzt. Zigaretten mit ihren klein zerruppten Blattwerk, ist für einen echten Zigarrenraucher, höchstens mal eine Notlösung, ebenso wie der Teebeutel für den echten Teetrinker.



Gut, hier handelt es sich um Produkte, welche aus solchen Blättern ihr Aroma beziehen. Sie haben aber zum Teil noch etwas gemeinsam, bei Tee werden die Blätter je nach Teesorte, auch getrocknet, bzw. durchlaufen einen Prozess der Fermentation/Oxidation, bis sie einen Zustand erreichen, bei dem sie dann ihren Geschmack zur Geltung bringen können. Auch dies ist ein gleicher bzw. ähnlicher Prozess, wie bei den Tabakblättern. Im letztendlichen Verbrauch natürlich, gehen beide Produkte unterschiedliche Wege, auch wenn sie oral konsumiert und sensorisch über Zunge und Nase wahrgenommen werden :)



Aber diesen Verarbeitungsprozess kennt man aber auch von anderen Lebensmitteln. Kaffee wird geröstet und wenn es denn ein guter sein soll, dann benutzt man auch die ganzen Bohnen und erst kurz vor dem Gebrauch, wird dieser gemahlen. Bestimmte Fleischprodukte werden getrocknet oder geräuchert, bis sie ein gewisses und gewünschtes Aroma entwickeln.



Gut, dass könnte man nun ewig weiterspinnen, aber genau diese Gedanken über die Qualität von Lebensmitteln/Genussmitteln, deren Verarbeitung und Reifungsprozesse ging mir so durch den Kopf und man erkennt oft doch deutliche Parallelen.


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Da fällt mir noch ein Berührungpunkt ein: Seit Fukushima haben Teetrinker Angst vor radioaktiver Strahlung in ihren Teeblättern, obwohl es relativ wenig belastbare Daten dazu gibt. Manche meiden japanische Tees als ganzes, manche bestimmte Anbauregionen, manche bestimmte Shops. Von den Tabakblättern weiss man sehr sicher, dass sie erhebliche Mengen Radioaktivität speichern, trotzdem lässt man sich davon seinen Genuss nich nehmen. In dieser Hinsicht kann der gemeine Teetrinker noch einiges vom Tabakkonsumenten lernen  :D 


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[sarkasmus Modus an] Ob du jetzt Lungenkrebs durchs rauchen oder Krebs durch die Strahlenbelastung des Tabaks bekommst dürfte ja egal sein. [sarkasmus Modus aus]   totenkopf-smilies-0006.gif


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Was die Sache mit den Blättern (Größe, Form) angeht…ich habe bei Zigarren eigentlich immer Shortfiller bevorzugt…allein deshalb, weil ich sie nur zu 2 Zwecken gehabt habe: Erstens für unterwegs, und zweitens für nach einer  Riesenpizza, wenn ich schon so matt bin, daß ich keine Pfeife mehr in der Hand halten kann. Nein, Scherz beiseite, aber Faulheit und Zeitknappheit war die Motivation. Ansonsten habe ich immer auf die Pfeife geschwört, weil es sich einfach schön anfühlt, eine in der Hand zu halten, und sie aus meiner Sicht perfekt männliche (Holm und Mundstück) und weibliche (Kopf) Attribute vereinigt. Und daß man sich mit seinen Pfeifen selbst beschäftigen kann, wenn man sie nicht raucht, sondern sie reinigt, poliert, aufstellt und betrachtet.
Getrunken habe ich zum Rauchen eigentlich immer nur klares Wasser.

Mittlerweile rauche ich fast gar nicht mehr. Als ich anfing, hochwertige Grün- und Oolongtees sowie Teezubehör zu kaufen, blieb für den Nikotinteufel nicht mehr viel übrig. Ist wohl auch besser so, eigentlich sollte man es nicht machen.

Aber mal ehrlich, wir machen alle nicht immer das, was wir sollten, oder?

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Ich hab auch mal geraucht vor einigen Jahren, allerdings nie Zigarren, meistens Zigaretten und hin und wieder Zigarillos. Schön fand ich vorallem das ganze drum herum. Ich hatte ein kleines silbernes Zigarettenetui mit zwei Metallbügeln und einer schönen Gravur, passend dazu ein silbernes Sturmfeuerzeug mit dieser Lötkolben-ähnlichen Flamme. Die meiste Zeit habe ich auch eine schwarz-silberne Zigarettenspitze benutzt. Ich fand den Geschmack cleaner und war immer wieder erstaunt wie ekelhaft der verbrauchte Filter am Ende roch. Ich war nie ein starker Raucher in meiner schlimmst Zeit war ich vielleicht so bei 5-10 St. pro Tag. Ich hatte nie vor in meinem Leben mal zu rauchen, denn meine Mutter ist seit ich denken kann eine mittelstarke Raucherin und daher verbinde ich es seit jeher mit schlechtem Geruch, Dreck und verbildlichter Selbstzerstörung. Bis zu dem Zeitpunkt wo ich selber geraucht habe, konnte ich daher den Reiz daran nie wirklich entdecken. Als dann ein guter Freund aus dem Internat, zu seinem Abschied, den dringenden Wunsch hatte mit mir zusammen eine letzte Zigarette zu rauchen, da wollte ich ihm diesen nicht verwehren und so wurde ich dann für 5 Jahre zum Raucher. Von dem Marken her war ich nie fix hin und wieder Parisienne, öfter mal John Player (als es noch keine Massenmarke war), aber am liebsten doch Davidoff, schon alleine wegen des Namens, aber auch die Optik der Verpackung und der Zigarette so wie der Geschmack kamen mir sehr entgegen, eine echtes Erlebnis waren die Davidoff Magnum gut aber verdammt stark und teuer. Be den Zigarillos hatte ich meiste Dannemann Sweets und ganz selten mal für einen anderen Geschmack Nelkenzigaretten. Ein spezielles Getränk hatte ich nicht dazu, öfters zu Bier oder anderm Alk auf Parties.



Das Aufhören empfand ich als extrem einfach. Jedes Mal wenn die Lust kam hab ich einfach eine größe Tasse starken schwarzen Kaffee getrunken das war dann ähnlich gut und nach 3 Tagen wurd es dann deutlich weniger und nach 2 Wochen hatte ich so gut wie keinen Drang mehr danach.


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Ich hab auch mal geraucht vor einigen Jahren, allerdings nie Zigarren, meistens Zigaretten und hin und wieder Zigarillos. Schön fand ich vorallem das ganze drum herum. Ich hatte ein kleines silbernes Zigarettenetui mit zwei Metallbügeln und einer schönen Gravur, passend dazu ein silbernes Sturmfeuerzeug mit dieser Lötkolben-ähnlichen Flamme.





Ronson? Diese Dinger, ob mit oder ohne blaue Flamme, habe ich realiter noch nie gesehen. Aber Perry Mason hatte eins, also muß es was Tolles sein.






Die meiste Zeit habe ich auch eine schwarz-silberne Zigarettenspitze benutzt. Ich fand den Geschmack cleaner und war immer wieder erstaunt wie ekelhaft der verbrauchte Filter am Ende roch






Was für Filter hast Du denn drin gehabt, Denicotea? Waren in der Generation meiner Eltern sehr verbreitet. Ich hab für die Pfeife früher immer Dr. Perl Junior gehabt, später Stanwell. Wirklich gestunken haben nach Gebrauch beide nicht. Die Dr. Perl waren an den Seiten immer etwas aufgeweicht und bräunlich, die Stanwell blieben trocken, allerdings trat häufig etwas Aktivkohle aus…das kann bei den Dr. Perl nicht passieren, da sie zwei spezielle Verschlußkappen haben, vorne aus Plastik und hinten aus Keramik. Deshalb kann man sie auch nur in eine Richtung reinstecken.






Das Aufhören empfand ich als extrem einfach. Jedes Mal wenn die Lust kam hab ich einfach eine größe Tasse starken schwarzen Kaffee getrunken das war dann ähnlich gut und nach 3 Tagen wurd es dann deutlich weniger und nach 2 Wochen hatte ich so gut wie keinen Drang mehr danach.



:thumbup:


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Ja das waren die Denicotinea. Wenn ich sie gewechselt hab waren sie so zwischen braun und schwarz und haben (, nach wahrscheinlich zu langer Nutzung?) in etwa den Geruch verbreitet der von alten Kippen ausgeht die man in einem halbgefüllten Wasserglas ertränkt und dann über Nacht stehen gelassen hat.



Bei Feuerzeug weiss ich die Marke nicht mehr wird auch keine sehr bekannte gewesen sein, denn mein Budget war damals nich so üppig trotzdem waren die 60-80 Euro die ich damals ausgegeben hab recht viel. Ich erinnere mich jetzt, dass ich zwei hatte eins etwas runder von der Form her und ein eckigeres.



Das eckige kam dem in etwa nahe:



http://www.colibri.com/en-zz/collections/c-series/lighters/aspire-qtr821025



Das rundere ging eher in diese Richtung hatte aber noch stärker abgerundete Ecken:



https://www.xikar.com/products/lighters/ELX/#



Die schwarze Variante, allerdings nur mit einer Flamme.



Bei meiner Suche hab ich sogar das Geschäft gefunden in dem ich sie damals gekauft habe:



http://www.welltabac.ch/filialen/leonhard-st-gallen/index.html


bearbeitet von David

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    • Von goza
      Wieso braucht's so ein Thema?
      Eigentlich gar nicht 🙃 - aber wenn Tee trinken alleine nicht mehr reicht und man sich in Ausgangssperre-Zeiten beschäftigen muss, werde ich erfinderisch. Life is a challenge.
      Die Aufgabe: zwei Tees vergleichen, die sich in so wenig Parametern wie möglich unterscheiden. Im Idealfall nur 1 Unterschied, wird nicht immer möglich sein, aber x-beliebige Tees zu vergleichen, macht auch nicht so viel Sinn.
      Das Ziel: den Unterschied genau untersuchen zu können, frei von weiteren Beeinflussungen. Es geht nicht darum, welcher Tee besser ist, sondern nur um den unterschiedlichen Parameter.
      Im 1. Quercheck habe ich zwei Cultivare - Yabukita vs. Okumidori - unter die Lupe genommen.
      Es handelt sich um Kabusechas des gleichen Teegartens (Tomizawa aus Mashiki, Kumamoto), Ernte früher Mai 2018.


       
      Der Testaufbau: 2 Shiboridashis gleicher Größe und Form (weitestgehend), Zubereitung nach Anleitung. 3g Tee auf 100ml, 60°C, 3x jeweils 60s.
       

       
      Ich hatte die Tees schon mal jeden für sich in der Tasse. Die Zubereitungsempfehlung fand ich gut zutreffend (ich würde lediglich etwas höher dosieren und dann den zweiten Aufguss zeitlich kürzer halten), weswegen ich mich auch diesmal daran hielt. 
      Während ich mich mit ein paar Tagen Pause zwischen den Tees nur schwer auf Unterschiede festlegen konnte, könnten sie im direkten Vergleich kaum deutlicher sein.
      Den Yabukita würde ich als äußerst gefällig beschreiben: der Geruch der angewärmten Blätter vor dem ersten Aufguss ist geprägt von einer fruchtigen Süße und lässt schon viel umami erahnen. 
      Der erste Aufguss bestätigt die Charakteristik: viel "Tomatigkeit" (süße Kirschtomaten), nur wenig Grasigkeit, schön cremig vom Gefühl her.
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      Wäre der Yabukita eine helle Vollmilchschokolade, hat der Okumidori als Schokolade bestimmt 80% Kakaoanteil.
      Schon die angewärmten Blätter zeigen eine tiefergehende Würzigkeit und Komplexität auf.
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      Die Kakaonote zeigt sich v.a. im zweiten Aufguss im Nachgeschmack. Durch eine tiefere Grünfärbung der Tasse erkennt man auch optisch, dass der Tee hier seinen Höhepunkt gefunden hat und alle einzelnen Komponenten (Grasigkeit, vegetal, Würze, Süße) sehr gut zusammenspielen.
      Insgesamt hält er auch etwas länger durch. Der 4. Aufguss ist hier nicht nur ein Hauch seiner selbst, sondern durchaus noch Grüntee mit Geschmack.
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      Habt ihr ähnliche - oder gar abweichende - Erkenntnisse?
      Haut auch raus mit euren 1:1-Tests! 🧐
    • Von Adriana
      Hallo 
      Könnt Ihr mir bitte schreiben,wie man einen Tee nennt,der solch gedrehte Blätter hat....und gibt es den nur bei Oolongs oder auch bei anderen Teearten ??
      Finde diese gedrehten Blätter,die sich dann ganz entfalten hochinteressant. 


       
    • Von Loop82
      Hey Sorry das ich so naiv frage...
      Ich trinke jetzt seitdem diese blöde Teemaschine, von nest** rauskam, losen sencha (auch andere aber sencha am liebsten) aus verschiedenen regionen.
      Die Maschine hab ich ziemlich fix verschenkt... ein graus
      Und bei jeder Tasse frage ich mich, ob es was aussmacht wenn ich die kleinen Teeblätter, die halt doch noch mit durchs sieb geflogen sind, mit trinke...
      Meistens mach ichs einfach, aber hin und wieder erwische ich mich wie ich das Grünzeug in der Tasse lasse...
      Ich find auch nichts genaues im Netz oder bin einfach zu doof zum suchen, auch hier im Forum habe ich nichts gefunden...
      Was meint ihr?
    • Von TeaPhil
      Guten Abend liebe Kollegen des außergewöhnlichen Tees!
      Erst kürzlich habe ich zwei Silver Needle aus unterschiedlichen Orten Chinas erhalten und möchte euch von meinen GANZ SUBJEKTIVEN Eindrücken teil haben lassen.
      Der erste Tee kommt aus der Provinz Yunnan und kostet etwa 8€ / 50g.
      Der zweite Silver Needle stammt aus seiner, sowie ich weiß, Ursprungsstadt Fuding und kostet mit 15€ / 50g fast das Doppelte.

      Ich persönlich liebe diese Art von Tee nicht zu stark zu dosieren. Etwa 2g Tee auf 100ml (kleiner Gaiwan) Wasser.
      Mit der Temperatur und Ziehzeit habe ich mich die ersten Male echt mal spielen müssen. Dabei habe ich herausgefunden, dass mir der Tee zwischen 85 und 90°C am Besten schmeckt. Ziehen lasse ich ihn in ganz klassisch also, dass sich die Knospen im Wasser "aufstellen" und zu tanze bzw. zu sinken beginnen. Das geschieht bei genannter Temperatur nach ca. 4 Minuten.
      Gießt man kühler auf, verlängert sich auch die Ziehzeit. Der Tee schmeckt dadurch sehr aromatisch und extrem süß. Ich war erstaunt wie süß und lieblich ein Tee überhaupt schmecken kann. Sehr lecker! Mir fehlt beim Abgang aber das gewisse etwas und habe es deshalb mit mehr Temperatur versucht.
      Gießt man heißer auf, verkürzt sich die Ziehzeit und der Tee wird weniger süß, dafür kommen vor allem beim Abgang mehr die "dunklen" Geschmacksrichtungen, wie feuchte Erde sowie eine leichte schärfe hervor.
      Mit den 85-90°C habe ich für mich also so ein Mittelding gefunden, das mir sehr gut schmeckt.
      Nun meine Frage an euch, wie bereitet Ihr eure Silver Needle Tees zu und mit welcher Ziehzeit und Temperatur macht ihr die Folgeaufgüsse?
       



    • Von St.Millay
      Hallo allerseits,
      bei meinem Besuch bei Mei Leaf in London wollte ich eigentlich deren »Royal Peach Orchid« Mi Lan Xiang Dancong mitnehmen. Da dieser aber leider ausverkauft war, bot mir die Verkäuferin eine Alternative an: Die Mi Lan Xiang Tea Grading Flight Box. Die Box für 25 GBP enthält drei unterschiedliche Mi Lan Xiangs, die man blind verkosten und miteinander vergleichen kann.
      Spoilerwarnung: Ich werde unter den Bildern noch mehr dazu schreiben, wie ich die Tees in der Box tatsächlich fand; wenn ihr die Box also selber ausprobieren möchtet, könnt ihr hier noch weiterlesen und müsst nur den Text unter den Bildern ignorieren.
      Ich fand diesen Vergleich ganz ausgesprochen spannend und lehrreich; es ist geradezu beeindruckend, wie unterschiedlich sich so scheinbar ähnliche Tees doch entfalten können; denn zumindest am trockenen Blatt konnte ich keine großen Unterschiede feststellen. Kennt ihr ähnliche Zusammenstellungen, die zwei oder mehr Tees der gleichen Kategorie einander gegenüberstellen, und dem Verkoster so erlauben, die Bandbreite dieser Kategorie zu erleben? Was sind eure Erfahrungen damit?
      Eine vergleichbare Box, die ich bereits ins Auge gefasst habe ist eine Dose mit vier Oriental Beautys von Taiwan Tea Crafts.
       

       

      Nun zu den Mi Lan Xiangs aus der Box von Mei Leaf.
      Die Box enthält drei Proben: 5 Gramm von A, 20 Gramm von B, 15 Gramm von C.
      Zunächst habe ich A und B miteinander verglichen. Während das Blattgut recht ähnlich aussah (B war etwas feiner/drahtiger), offenbarte sich der erste Unterschied direkt im Geruch im aufgewärmten Gaiwan. Im Anschluss an die erste Sitzung wurde dann Probe C alleine verkostet.
      Alle Tees wurden nach Anleitung mit kochendem Wasser und 5g auf 100ml für 20/25/30/35/etc Sekunden aufgegossen.
      Sample A:
      A wies im warmen Gaiwan erdige Röstnoten mit einer sauren Note, die an Kaffee erinnerte, auf.  Ab dem ersten Aufguss zeigte sich ein recht flacher Geschmack, eine verbrannte Bitterkeit und kaum Pfirsichnoten. Schließlich glitt er ins Seifige ab und war aber dem dritten Aufguss unangenehm bitter.
      Sample B:
      Sofort gab es im warmen Gaiwan ein intensives Pfirsich-Aroma, das fast schon künstlich wirkte. Bei den Aufgüssen bestätigte sich dieser Eindruck: Der Tee zeigte eine gute Kombination aus intensivem Pfirsicharoma,  angenehmer Bitterkeit mit Noten von frischem Holz. Das Mundgefühl war angenehm cremig, ab dem dritten Aufguss stellte sich zusätzlich eine Süße wie von Aprikosenkompott ein.
      Sample C:
      Diese Probe gefiel mir auf Anhieb am besten: Der Pfirsichgeruch im warmen Gaiwan war etwas weniger scharf und deutlich leichter als bei B. Fast schon floral. Auch der Geschmack war leichter; erinnerte mich fast schon an taiwanesische Oolongs oder weißen Tee, mit einer bleibenden Heu-Süße, blumiger Leichtigkeit und Noten zwischen Pfirsich und Aprikose, aber trotzdem mit einem robusten Körper. Mein absoluter Favorit.
      Fazit:
      Erst nach dem Verkosten habe ich die Kommentare von Don Mei sowie die Herkunftsinformationen zu den Proben gelesen: Alle drei sind aus der 2017er-Frühlingsernte und aus Wudong/Guangdong. Die Verarbeitung und Pflückung ist ebenfalls identisch; unterschieden haben sie sich nur durch die Höhe des Anbaugebiets und den Preis. A wurde auf 500m angebaut und der Endpreis beträgt 38 USD/100g. B auf 700m mit 91 USD/100g und schließlich C auf 900m und mit 113 USD/100g. Damit ist keiner der Tees günstig; sogar A ist ja fast schon in der gehobenen Preisklasse.
      Alles in allem ein sehr spannendes Erlebnis, das sich sicher auch gut eignen würde, mit nicht-Tee-Trinkern über die Nuancen von gutem Tee zu diskutieren :-)
       
      Ein Wort zum Preis-Leistungs-Verhältnis:
      Gefreut hat ich, dass von dem (meiner Meinung nach) schlechtesten Sample, nämlich A, nur eine Portion beilag, und ich den daher nicht nochmal probieren muss; ich hatte eigentlich befürchtet, dass der hochwertigste Tee die geringste Probengröße haben würde ;-)
      Wenn man den Preisangaben der Tees trauen kann, sind auch die 25 GBP für die Box in Ordnung; rechnet man die Dollar-Preise in Pfund um, ist die Box sogar etwas günstiger als die angegebenen 100g-Preise.
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