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Kurzvorstellung - Grüße aus den Bergen


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Schönen 3. Advent Zusammen!

Wie es die Höflichkeit gebietet stelle ich mich im Folgenden, zumindest mit wenigen Worten, vor.

Ich heiße Alex(ander), bin im 44. Lebensjahr, komme aus Tirol, bin im Getränke"business" tätig und Vater von drei kleinen Monstern. Nein, so schlimm ist es nicht - sind eh alle drei sehr brav 😉 Sie und meine Frau lassen mir sogar die notwendige Zeit und den Freiraum für schöne, ausgiebige Teestunden. Da sind wir ja auch bereits beim Thema.

Ich trinke bereits mein Leben lang Tee bzw. derer ähnlicher Getränke. Habe ich bis zum 30. Geburtstag nicht einmal Kaffee getrunken, so war mir der Tee immer schon sympathisch. Kamille (jaaaaa!), Pfefferminze (ich liebe sie) & Earl Grey (mit viiiiiieeeel Zucker und Milch) waren meine Welt. Was anderes kannte ich nicht und trank ich nicht.

So war es ein Zufall bzw. eine glückliche Fügung, dass ich vor etwas über zwei Jahren meine Ausbildung zum Diplom-Sommelier (eindeutiger Fokus in Österreich: WEIN) absolvierte (es folgte dann auch noch der Biersommelier) und eben genau in dieser Ausbildung hatte ich das Glück einen Vortragenden anhören zu können, welcher sich dem traditionellen Blatt-Tee verschrieben hatte. Angeregt von dessen Begeisterung, begann ich mich in die Thematik einzulesen, -trinken. Zu Beginn bezog ich meine asiatischen Teesorten aus dem örtlichen Reformmarkt und Amazon (ei, ei, ei...). Ich wusste schlichtweg nicht was es für tolle Teeanbieter und Community gab und in meiner unmittelbare Nähe spielt Tee auch heute noch sowieso eine kaum wahrnehmbare Rolle.
Schnell merkte ich dann jedoch, dass es da doch "mehr" geben muss. So führte mich Google zu TKK & Siam-Tee. Ich fand auch schnell das Forum, aber - da bin ich ganz ehrlich - die viele Werbung schreckte mich erst ab mich hier anzumelden. Ich vergas dann das Forum auch und so verging viel Zeit, bis ich es vor wenigen Tagen wieder "fand". Nachdem ich mich dann also schlussendlich doch anmeldete muss ich sagen, dass ich sofort begeistert war. Von der Themenvielfalt, von den Umgangsformen, von dem Wissen einiger Mitforist:innen und davon, dass es hier auch nicht allzu überlaufen ist.

Was ich, auf Tee bezogen, gerne mag:
Eigentlich alles. In meinem Schrank befinden sich Kräuter-, Beerentees, Earl Greys, aromatisierte Tees und eben seit kurzen zwei Jahren auch Grüntee, Weißer Tee, Gelber Tee, Oolongs, Schwarzer Tee & Pu Erh. Wobei ich letztere als durchaus herausfordernd empfinde und ich sie derzeit in erster Linie aufgrund meiner Wissbegierde verkoste. Genießen kann ich sie noch nicht wirklich. Wobei ich mittlerweile herausgefunden habe, dass mir kürzere Ziehzeiten durchaus positiv entgegen kommen. Da ich mich aber erst am Beginn einer Reise befinde, sehe ich auch den Shengs und Shous dieser Welt positiv entgegen.

Was ich im Hinblick auf Genuss ansonsten mag:
Single Malt Scotch (Vor vielen, vielen Jahren entdeckte ich nach rund 16 Jahren ohne Alkoholkonsum diese Liebe zum für mich schönsten Brand dieser Welt - nach der 800. Verkostung hörte ich dann jedoch auf mitzuzählen und mitzuschreiben - das mache ich übrigens auch beim Wein und auch beim Tee nicht. Bin da schon seit längerem sehr entspannt und sehe meine Hobbies nicht mehr so eng. Ich konzentriere mich da mehr auf den Genuss an sich.), sonstige Arten von Whisk(e)y dieser Welt, Edelbrände, sehr guten Wein, teils auch interessante Biersorten und natürlich sehr gutes Essen. Hier bin ich eindeutig dem mediterranem Essen sehr zugetan. Mein Leben besteht, auch beruflich bedingt, zu einem sehr großen Teil aus Genuss - und darüber bin ich sehr glücklich. Schön auch dies den Kids weitergeben zu können. Wertschätzung des Produkts, Genuss und nicht Völlerei, Maß und Ziel (=Genusstrinker) statt Saufen (=Wirkungstrinker).

Was ich sonst so mache (außer für die Familie da zu sein):
Nun ja - ich bin Tiroler. Also gehe ich bergsteigen. So einfach, so gut! Neben dem Bergsteigen versuche ich so oft es geht (leider viel zu selten) einfach in den Wald/auf den Berg zu gehen um die Ruhe zu genießen. Dabei auch meist eine gute Tasse Tee.
Außerdem habe ich eine Leidenschaft für Füllfedern und Tinten. Jede Woche darf mich eine andere meiner Füllfedern im Berufsalltag begleiten. So kommt derzeit jede Füllfeder so ca. 1x im Jahr zum Zug.
Schach ist zusätzlich ein kleines Hobby von mir, kommt aber leider viel zu kurz. Das muss sich ändern.

So - genug geschrieben. Das dürfte für einen ersten Eindruck wohl reichen.

Anbei noch Fotos von ein paar meiner Interessen.

Viele Grüße,
Alex

 

O Yang Nanmei Yesheng Bai Ya 2022 (Wilde Teeknospen)

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Schönes aus der Wachau, Niederösterreich

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Ein feiner Islay-Scotch

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Pelikan 140 aus den 50er Jahren und kümmerliche Kurrent-Versuche

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Edited by waal
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Grüss Gott nach Österreich ... die österreichische Fraktion kriegt hier scheinbar schreibkräftige Unterstützung!

vor einer Stunde schrieb waal:

O Yang Nanmei Yesheng Bai Ya 2022 (Wilde Teeknospen)

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Und das ist wirklich amüsant - hast du dich etwa von dem Thema derart inspirieren lassen, dass du dir gleich den Tee UND ein Gaiwan in der von @FireStream dazu propagierten Tonsorte geholt hast? 🤣

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vor 50 Minuten schrieb GoldenTurtle:

dazu propagierten Tonsorte geholt hast?

Ich hab nur gefragt ob der passt... nie nix hier mit Propagandastyle🤣 bin doch nicht die Schnappschildkröte.

Aber der O Yang Nanmei Yesheng Bai Ya ist schon sehr lecker+ gut fürn abend: trinke den grade auch 1/2 +1/2 mit dem Tkk Ya Bao. 

(beide als 500g gekauft und bald leer😔)

Aber @waal auch von mir Herzlich Wilkommen.

Edited by FireStream
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vor 1 Stunde schrieb FireStream:

@waalApropos Tkk: sehe grade das du das Teeheftchen hast: Wie ist das denn so?

Ich finde es sehr gelungen. Freue mich auf weitere Ausgaben.

Ja, es ist sehr viel Werbung beinhaltet, aber ohne Anzeigen wäre es finanziell nicht umsetzbar. Darum ok für mich. 

Inhalte, die man schon kennt, kann man auch mal überblättern und ein, zwei Seiten weiter findet man Neues. Schöne Mischung.

Übrigens: Bei TKK gabs beide Ausgaben als Geschenk bei Bestellungen ü EUR 100 dazu. Würde aber auch regulär dafür bezahlen.

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Das ist mal eine Vorstellung, Griasdi  in die Berge! 
 

Puerh ist in der Tat schwierig am Anfang, obwohl es meist eher am Zugang zu guten Vertretern davon als am Tee selbst liegt, im Sinne von es ist schwierig am Anfang abzuschätzen was für einen Tee man wo kaufen sollte. Sehr viel einfacher ins Klo zu greifen als mit anderer en Teearten (meine subjektive Wahrnehmung). 

Wie machst du es mit dem Wasser? Alpenwasser ist zwar klar und herrlich erfrischend pur, hat aber meist den Effekt ein Tee-Töter zu sein… zumindest so im Salzburger Raum bis rüber ins Bayerische Alpenvorland. 

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vor 5 Stunden schrieb Bok:

Puerh ist in der Tat schwierig am Anfang, obwohl es meist eher am Zugang zu guten Vertretern davon als am Tee selbst liegt, im Sinne von es ist schwierig am Anfang abzuschätzen was für einen Tee man wo kaufen sollte. Sehr viel einfacher ins Klo zu greifen als mit anderer en Teearten (meine subjektive Wahrnehmung). 

Wobei das in den vergangenen Jahren schon etwas besser geworden ist ... ich mein, wenn man in einen richtigen Teeladen geht ... klar, in einem Bioladen oder so, der nicht wirklich auf Tee spezialisiert ist, da kann man, was Pu'Er anbelangt, sich bestimmt schon noch das eine oder andere schwer auszulöffelnde Süppchen einbrocken, oder auch bei den extrem günstigen Teeläden, die hauptsächlich sehr billige Früchteteemischungen feilbieten, aber sonst ... ich mein, unterdessen bietet sogar schon Twinnings sowas an:

1-Loose-Leaf-Bag-Tuo-Cha-Puerh_540x@2x.p

... das wird jetzt einen Kenner bestimmt nicht vom Stühlchen reissen, aber anständig trinkbar wird das wahrsch. schon sein.
Die schreiben immerhin korrekterweise sogar schon "Black Tea".

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vor 7 Stunden schrieb Bok:

Wie machst du es mit dem Wasser? Alpenwasser ist zwar klar und herrlich erfrischend pur, hat aber meist den Effekt ein Tee-Töter zu sein… zumindest so im Salzburger Raum bis rüber ins Bayerische Alpenvorland. 

Ich bin (noch) ein Nestlé Opfer und verwende Acqua Panna. Ist für mich günstig zu bekommen und auch als Weinbegleitung toll.

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vor 15 Stunden schrieb miig:

Als Sommelier bringst du sicher eine interessante Perspektive auf den Tee mit.

Ach, das hatte ich überlesen, danke für den Hinweis @miig.

@waal die Weinwelt bietet oft sehr spannende Vergleiche zur Teewelt - teilweise wissen die Weinbauern über gewisse Details mehr, teilweise aber auch die Teebauern:

https://www.teetalk.de/search/?q=weinwelt&quick=1&type=forums_topic

PS: Das war vor Jahren; Sheng zu deutschem Riesling, Teerunde zusammen mit @Diz.  👌
Mensch, der kam früher alle paar Tage nach der Arbeit auf ein Teechen, das müssen wir auch wieder mehr machen! Hab das immer sehr geschätzt mit dir. 👍

Am 17.6.2016 um 19:12 schrieb GoldenTurtle:

Nach getaner Arbeit: Tee und Wein, so soll es sein!

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vor 1 Stunde schrieb GoldenTurtle:

PS: Das war vor Jahren; Sheng zu deutschem Riesling, Teerunde zusammen mit @Diz.  👌
Mensch, der kam früher alle paar Tage nach der Arbeit auf ein Teechen, das müssen wir auch wieder mehr machen! Hab das immer sehr geschätzt mit dir. 👍

Großartig. Bei mir privat oft Tee nach Wein.

 

...aber die Gläser... Argh! 😉 

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vor 2 Stunden schrieb waal:

...aber die Gläser... Argh! 😉 

Hah! Im Schrebergarten muss das stabil sein, da gelten andere Prioritäten! 😋

Der Wein war zudem auch recht einfach ... eine Art leicht gehobener Gutsriesling von Seehof "Anno 1811" (Goethe gewidmet) ... mineralisch, eher dezent fruchtig-süsslich (weit weniger als ein durchschnittlicher Kabinett), gut harmonierende Säure.

Zitat

Goethe war von den himmlischen Tropfen in 1811 angetan:

„Setze mir nicht, du Grobian,
den Krug so derb vor die Nase!
Wer mir Wein bringt, sehe mich freundlich an,
sonst trübt sich der Eilfer im Glase“,

dichtete der Herr Geheimrat 1815 vergnügt – und vielleicht hatte er da schon „einen im Tee” ;-). Denn gemeint war natürlich der „Elfer“ – also der legendäre Kometenwein, der anno dazumal am Firmament hell erstrahlte. Und 2011 scheint in der Spitze von ähnlich legendärer Qualität. Dazu hat Florian aus besten Steingrube- (der Parzelle unmittelbar neben Kellers legendärer Abtserde) und Morsteinpartien einen spontan vergorenen Riesling in „altem“ Stil vinifiziert, der so harmonisch schmeckt, wie man sich heute die großen Weine aus der guten alten Zeit vorstellt.

Aber @Diz ist auch gar nicht soooooo der Weisswein-Liebhaber, wie sich bei der Gelegenheit herausstellte 😅 ... der Junge steht mehr auf Hopfentee und Rotwein.

@waal: was denkst du denn hierzu?

Am 22.11.2022 um 10:55 schrieb GoldenTurtle:

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Oder bist du etwa einer dieser österreichischen Wein-Patrioten?!? 😅
Will dazu aber anmerken; Schwarz ist mir schon ein strahlender Begriff.
Und: in Österreich wollen's gewisse ja echt auf die Spitze treiben:

63431020.png

Zitat

Wild Boys Club of Batonnage

Die Geschichte dieses österreichischen Kultweins begann in einer lauen Sommernacht im Jahr 2001, als sich die fünf Freunde Markus Altenburgunder, Erich Scheiblhofer, Florian Gayer, Christian Tschida und Gerhard Kracher zu einer grossen Weinprobe trafen. Es wurde viel verkostet und diskutiert – das Resultat war die Idee zu einem Wein, wie ihn Österreich zuvor noch nicht gesehen hatte.
 

Batonnage – ein Kultwein mit schier unbändiger Kraft, benannt nach dem önologischen Fachbegriff für das Aufrühren des Hefesatzes in der Barrique, wodurch der Wein mehr Fülle und Geschmeidigkeit erhält. Doch nicht nur die Hefe wurde aufgewirbelt, die ganze Weinwelt stand angesichts dieses faszinierenden, burgenländischen Weinmonuments Kopf. Zum ersten Mal wurden die Rebsorten Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon vom Leithaberg gemeinsam mit Merlot aus den besten Weinbergen Andaus vinifiziert, nur die reifsten Trauben wurden von Hand für die Cuvée Batonnage ausgewählt. Nach 24 Monaten Barriquereife in klassischer “double-oak-Manier” – der Wein verbringt zweimal 12 Monate in jeweils neuen Fässern – entsteht ein limitierter Rotwein, der in jedem Jahrgang selbst die kühnsten Erwartungen übertrifft.

Wild Boys Club of Batonnage
7142 Illmitz
Österreich
Tel. +43 2175 24158

Das würde mich jetzt interessieren, wie deine Meinung zu dem Projekt ist @waal.
Findest du, dass sie für den Erfolg "ihre Seelen verkaufen", weil sie CS und Merlot in den Blend reinnehmen und nicht ausschliesslich auf traditionell "typischere" österreichische Traubensorten setzen?

Edited by GoldenTurtle
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Willkommen! Das ist in der Tat ein interessanter Hintergrund durch den du sicher einen anderen Einstieg in die Tee Welt hast als viele. Auch wenn Puerh anfangs schwierig erscheint, ist gerade diese aber für eingehendere Betrachtungen prädestiniert, da er mehr Ebenen bietet als andere Tees. 😊

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Am 13.12.2022 um 16:47 schrieb GoldenTurtle:

in Österreich wollen's gewisse ja echt auf die Spitze treiben:

63431020.png

Wild Boys Club of Batonnage

Die Geschichte dieses österreichischen Kultweins begann in einer lauen Sommernacht im Jahr 2001, als sich die fünf Freunde Markus Altenburgunder, Erich Scheiblhofer, Florian Gayer, Christian Tschida und Gerhard Kracher zu einer grossen Weinprobe trafen. Es wurde viel verkostet und diskutiert – das Resultat war die Idee zu einem Wein, wie ihn Österreich zuvor noch nicht gesehen hatte.
 

Batonnage – ein Kultwein mit schier unbändiger Kraft, benannt nach dem önologischen Fachbegriff für das Aufrühren des Hefesatzes in der Barrique, wodurch der Wein mehr Fülle und Geschmeidigkeit erhält. Doch nicht nur die Hefe wurde aufgewirbelt, die ganze Weinwelt stand angesichts dieses faszinierenden, burgenländischen Weinmonuments Kopf. Zum ersten Mal wurden die Rebsorten Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon vom Leithaberg gemeinsam mit Merlot aus den besten Weinbergen Andaus vinifiziert, nur die reifsten Trauben wurden von Hand für die Cuvée Batonnage ausgewählt. Nach 24 Monaten Barriquereife in klassischer “double-oak-Manier” – der Wein verbringt zweimal 12 Monate in jeweils neuen Fässern – entsteht ein limitierter Rotwein, der in jedem Jahrgang selbst die kühnsten Erwartungen übertrifft.

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Das würde mich jetzt interessieren, wie deine Meinung zu dem Projekt ist @waal.
Findest du, dass sie für den Erfolg "ihre Seelen verkaufen", weil sie CS und Merlot in den Blend reinnehmen und nicht ausschliesslich auf traditionell "typischere" österreichische Traubensorten setzen?

@waal Warte noch auf Antwort ... möglicherweise ging die Frage ja unter ... als österreichischer Sommelier würde mich deine Meinung echt interessieren!

Edited by GoldenTurtle
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@GoldenTurtle Es tut mir leid, dass ich so spät antworte.

Aber nein - ihre Seele verkaufen sie dabei meiner Meinung nicht (was die Rebsorten anbelangt). Sie machen aus Marketingsicht (hier verkaufen sie ihre Seelen jedoch schon etwas) im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Wirtschaftstreibende sowieso alles Richtig (als Konsument sollte man das nur Durchschauen (was für Außenstehende oft nicht leicht ist) und dann bewusst kaufen und den Mehrpreis akzeptieren oder eben vom Kauf Abstand nehmen - denn sind wir uns ehrlich - das PLV ist beim genannten Wein unterirdisch) und die Bordeaux-Rebsorten sind schon seit vielen, vielen Jahren bei uns "heimisch" und werden mit weltweiter Anerkennung und großem Erfolg verarbeitet.
Aus zB. Merlot und Cab. Sauvignon entstehen hier bei uns gute bis sehr gute und als Teil in Cuvées teils auch hervorragende Weine mit internationalem Erfolg.

Waren es vor ein paar Jahrzehnten noch "wilde Haudegen", welche diese Rebsorten verbotenerweise aus zB. dem Bordeaux nach Österreich schmuggelten und heimlich anpflanzten/vinifizierten, so sind es genau diese Winzer bzw. ihre Nachfolger:innen, welche Österreich mit an die Spitze der qualitativ erfolgreichsten Weinländer der Welt führten. Ihr damaliger Mut wurde belohnt.
Ähnlich wie im Bolgheri, Toskana. Hier waren es auch die Bordeaux-Rebsorten, die man im ehemaligen Sumpfland anbaute und somit den Grundstein für die Super-Tuscans (Ornellaia, Sassicaia, etc.) legte. Wären sie bei den heimischen Rebsorten geblieben, wäre nicht auszumalen ob jemals jemand den Namen Bolgheri mit großem Wein verknüpft hätte.

Zurück nach Österreich: Auch hier wird es aber wieder Änderungen geben (müssen). Die Erderwärmung setzt den Weinbauer:innen sehr zu. ZB. der Neusiedlersee hatte heuer einen der geringsten Wasserstände seit Messbeginn. U.a. das hat in dieser Region natürlich Auswirkungen auf die Trauben, etc. Das Klima verschiebt sich und wird unzweifelhaft wärmer und punktuell heißer. Vorausschauende Winzer:innen werden sich Rebsorten genauer ansehen müssen, welche aus dem Süden kommen (zB. autochthone Rebsorten aus Italien). 

So steht der Weinbau sowieso seit jeher im Zeichen des Wandels und damit auch die Verwendung von Rebsorten. 

Grundsätzlich finde ich es jedoch schön, dass alle Winzer (meines Wissens nach ohne Ausnahme) den traditionellen (teils autochthonen) Rebsorten Österreichs verbunden bleiben und diese großflächig anbauen und zu Wein verarbeiten. Zweigelt, Veltliner, Blaufränkisch sind hier sicherlich die bekanntesten und erfolgreichsten und eine große Zahl dieser Weine gehört zu Recht zu den begehrtesten Weinen der Welt. Auch ohne Bordeaux Beteiligung 😉

 

Schönen zweiten Weihnachtsfeiertag!

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