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FOMO in der Teewelt - The Fear of missing out


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"Heute Morgen trinke ich einen Shincha und nachmittags dann einen Pu´. Oh, ich habe noch 5g von dem Schwarztee übrig - dann trinke ich den zuerst, damit ich mir schnell neuen bestellen kann. Die anderen Tees trinke ich heute danach. Meine Merkliste hat sich ja schon wieder erweitert. Wie der Tee schmeckt? Keine Ahnung, Hauptsache weg, damit ich mir was neues kaufen kann. Teeshop XY hatte gerade wieder 3 neue Schwarztee´s ins Programm aufgenommen. Und Shincha! Und Oolong! Und Pu´! Ich bestelle einfach alle und mache diverse Kaltaufgüsse, die ich dann so nebenbei trinke, weil ich schon wieder an den nächsten Tee denke. Hat nicht Forumsmitglied XY gesagt, dass der Tee bei Shop XY auch toll ist?! Das wären dann aber wieder 100g Tee. Weiß nicht, wann ich die noch trinken soll?!"

Guten (Sonn-) Tag liebe Forumsgemeinde :) So oder so ähnlich kann oder könnte sich ein Gedankenspiel bei mir vor ein paar Monaten, manchmal auch heute noch, in meinem Kopf abgespielt habe. FOMO - the fear of missing out - eigentlich ein Wort, was in der Medienwelt / Social-Media ganz viel genannt wird, welches jedoch auch auf andere Lebensbereiche außer der Aktivität in den sozialen Netzwerken übergreift. Eben weil wir ständig mit "Neuem" beschossen werden. Eben weil wir als Menschen dazu neigen, uns ständig mit anderen zu vergleichen, die etwas vermeintlich besseres gerade tun, essen, trinken, kaufen - einfach KONSUMIEREN, was wir aber gerade nicht haben. 

Ich habe das Thema bewusst in die Sparte "Gesundheit & Medizin" gepackt, würde mich doch einfach mal interessieren, ob ihr solche Gedanken ebenfalls bereits hattet und wie ihr damit umgeht? Es geht nun mal nicht, dass man bei einer so meditativen Tätigkeit wie Teetrinken, die eigentlich zur Relaxation und Entspannung beitragen soll, zur Entschleunigung, sozusagen als Kontrast zu unserem schnellen Leben beitragen kann/soll, anfängt, genau das Gegenteil zu tun, weil wir eben alles zu jeder Zeit und in großen Mengen konsumieren können und ständig mit neuen Produkten konfrontiert werden. Die Angst, einen Tee vom Produzenten/Shop zu verpassen und ihn zu kaufen, wobei man noch etliche andere Tees (dieser Sorte bspw.) zu Hause hat und auch hier nur in begrenzter Menge konsumieren kann, weil es sich meistens um Packungsgrößen von 50g oder mehr handelt. 

Bei mir selbst habe ich eine zeitlang wahrgenommen, dass ich Tee KONSUMIERE und nicht GENIEßE, soll heißen, ich kaufe etliche Packungen Tee und trinke diese und während ich das tue, denke ich schon wieder an die nächste Tasse Tee und die nächste und nächste...weil es ja auch noch viele andere spannende Sorten zu entdecken und trinken gibt und so viele Shops und soviel Auswahl!

Heute mache ich das weniger bzw. bin besser darin geworden. Ich habe selten die Möglichkeit, zwei Teesession am Tag zu veranstalten und selbst wenn, ist das eine kleine Menge Tee, welche ich dann aber auch genießen möchte. Ich habe festgestellt, welche Teesorten ich am liebsten habe und kaufe nur noch diese. Ich trinke nur noch für mich vordefinierte "Killer", keine "Filler" mehr. Die Auswahl ist einfach zu groß und unsere Zeit zu gering, um sich mit Mittelmäßigkeit abzugeben oder Dingen, die man nicht 100% mag oder nur deshalb trinkt, weil andere sie als gut empfinden. Die Erkenntnis, das man eben nicht alles kennen und trinken kann, kam bei mir etwas später 😉 

Ich empfinde es in der heutigen Zeit als ein wichtiges Thema, was auf viele Lebensbereiche übergreift und sich psychisch manifestieren kann. Wie schaut es bei euch aus? Konsumiert ihr manchmal und genießt gar nicht, weil es noch so vieles anderes schönes zu entdecken gibt, was vermeintlich noch "besser" oder "schmackhafter" ist?

Edited by Chrisone
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Von sozialen Medien halte ich mich fern, daher ist es schon einmal schwer mich in irgend eine Richtung zu drängen. Ich lasse mich gerne auf andere Teeshops aufmerksam machen, um weitere Angebote zu sehen und eventuell den einen oder anderen tollen Tee zu finden.

Bei mir stehen hoch im Kurs - Umami, ich liebe Umami, aber nicht auf Teufel komm raus. Gyokuro ist für mich meist ein Volltreffer, leider aber auch teuer für das Ergebnis, weshalb ich mich da immer reduziert halte, sollte auch schnell weg.

Dancong stehe ich voll drauf, sehr Facettenreich, kommt man aber gut mit hin, lagert sich toll ein.

Sheng und Shou kommt seltener auf die Karte, feue mich aber dafür um so mehr über Berichte, trinke ich wenig und voller Freude, jung geht bei mir nicht so ganz, eher älter, dafür teuer, daher wenig.

Habe hier einen Schwarztee first flush der schon so alt ist, dass er der last flush wurde.... War eine Kilopackung die ich über Umwege erhalten habe (damals schon alt, jetzt noch um einges älter) und ab und an mal was von trinke, für mich kein burner, stehe nicht so auf Schwarztee...

Grüntee (chinesich) langweilt mich meistens und schmeckt oftmals für meinen Gaumen wie eingeschlafene Füße.

Steintees finde ich ne Bombe, Oolong kommt darauf an, lagern sich meist sehr gut, vor allem dunklere Röstungen.

Letztendlich habe ich einige daily driver, gute Mittelklasse, bringt dich sorglos von A nach B, machen Spaß und glücklich.

Wenige sehr hochwertige Tees, da die Zeit dafür zu gering ist und mir die Aufmerksamkeit fehlt, die ich zu Gute kommen lassen müsste.

Das heißt, ich kenne meine daily driver und halte mich gut in diesem Bereich auf, lagere vier fünf gute Tees und trinke die wenn ich Zeit habe. Wie man sieht muss guter Tee bei mir lagerfähig sein, gute Oolong, Sheng. Wenn was zur Neige geht, wird aufgefüllt.

Eine Sau die durchs Dorf getrieben wird schau ich gerne an, vielleicht melde ich mich bei jemanden für ein kleines Pröbchen, dafür trinke ich aber beim zusehen leckeren Tee und bin glücklich. Ich bin nicht so der Typ für den Hype, der ist meist schneller vorbei als ich meine Tasse Tee brühe.

Edited by Cel
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Guter Punkt! Für mich hat sich das Problem damit erledigt, dass allgemein versuche, Multitasking zu vermeiden wie der Teufel das Weihwasser. Einfach, weil es mir nicht gut tut, und ich zwei (drei, vier...) Dinge schlecht mache, anstatt eine Sache gut.

Sprich: Wenn ich Tee trinke, trinke ich nur Tee. Kein Handy, nichtmal ein Buch sind erlaubt. Der Tee wird somit zu einer Meditation, in der ich auf mich achte und darauf, ob mein Geist schon wieder woanders hin abschweift (macht er die ganze Zeit).

So konzentriert zu trinken, ist nicht oft möglich. Deshalb trinke ich schon nicht mehr viel Sheng, weil die meisten Shengs einfach zu lange Sessions verlangen. Lieber kürzer, dafür nicht abgelenkt, und somit trinke ich morgens meistens grünen Tee (außer am Wochenende und im Urlaub - sobald mehr Zeit da ist, wird es natürlich Sheng ;) )

Am Nachmittag evtl. nochmal einen kleinen Shu oder Kaffee, das wars. Maximal 2 Tees am Tag, das ist so die Regel. Damit fahr ich gut, auf die Art hab ich was vom Tee.

FOMO schlägt dann aber doch zu, grade jetzt, wo ich am liebsten 5-10 Bings von neuen jungen Sheng kaufen würde, wobei aber die Vernunft sagt, dass ich die gar nie trinken kann. Mal sehen, diese Debatte ist noch nicht zu Ende...

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Posted (edited)

Bings kaufe ich mir bspw. nie. Einerseits werde ich die Menge nie alleine trinken, andererseits trinke ich lieber die jungen Shengs/Maocha und mag die gereiften/älteren eher weniger. Das heißt mir reichen oft 50g eines Shengs und wenn die alle sind, gibt es mal einen anderen. Ich trinke Tee nach Tee und kaufe nicht, bevor nicht was anderes alle ist.

Edited by Chrisone
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vor 59 Minuten schrieb miig:

Sprich: Wenn ich Tee trinke, trinke ich nur Tee. Kein Handy, nichtmal ein Buch sind erlaubt. Der Tee wird somit zu einer Meditation, in der ich auf mich achte und darauf, ob mein Geist schon wieder woanders hin abschweift (macht er die ganze Zeit).

Komisch, da stehen wir uns komplett gegenüber, ich trinke Tee wenn ich kann, gerade wenn ich arbeite oder Bücher lese, es "erdet" mich und bringt eine gewisse Ruhe ins Spiel, da mich gerade der Tee auf die Tätigkeit konzentrieren lässt.

Mit einer Tasse Tee halte ich meine eigene Ruhe und Entspannung in der Hand, alleine das Gefühl der Tasse birgt Ruhe.

Edited by Cel
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Ja, kenne ich.

Aber ich schmeiß nochmal eine andere Dimension in die Runde:

Auf einem Berg Tee sitzen, wie ein Drache und den ja bloß nicht anfassen, denn es ist ja noch kein "besonderer" Moment gekommen an dem man das dürfte. (<- grade bei teureren, aber auch bei besonders schmackhaften Exemplaren)

Und wenn der "besondere" Moment dann doch gekommen ist, merken, dass der tolle Tee nichts weiteres mehr ist als unbekömmliches Waschwasser.

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Da ich inzwischen etwas mehr Erfahrungen habe und besser abschätzen kann, welcher Tee mir schmeckt und welcher nicht, ist es bei mir etwas besser geworden mit der FOMO. Ich denke gerade am Anfang gibt es so viel zu entdecken, dass es sich lohnt von jedem Tee, der einem ins Auge springt, eine Probe mitzunehmen. Das Wichtige ist vor Allem am Anfang, nicht zu große Mengen zu kaufen, außer man ist sich sehr sicher.

Ich persönlich möchte gerne etwas Auswahl haben und daher habe ich auch viele verschiedene Tees. Da ich auch etwas neugierig bin wie sich manche Tees entwickeln, habe ich von manchen Tees eine größere Menge. Ich tendiere inzwischen auch immer mehr zu Tees, die man gut lagern kann. Vor Allem dunkle Oolongs, Shengs und weiße Tees. Je nach Jahreszeit und persönlicher Stimmung greife ich dann zu dem einen, oder zu einem Anderen Tee. Inzwischen muss aber jeder Tee, den ich mir zulege auch etwas Besonderes haben, das ich nicht schon in einem anderen Tee habe. Bei meinen Shengs wäre das: Einer ist besonders entspannend, der Andere besonders belebend, einer ist fruchtig, wieder einer blumig und einer ist gereift.

Zusätzlich gibt es dann die "Altlasten", also Proben, die weg müssen, oder Tees, die ich nicht nochmal kaufen werde. Diese trinke ich dann meist auf der Arbeit, wo ich einfach nur etwas Geschmack und etwas Energie brauche.

Wochenenden und freie Tage beginne ich immer mit einer entspannten Session, mit Musik, einem Hörbuch, oder gerade im Sommer mit dem Gezwitscher der Vögel. Ich muss dann nicht in vollkommener Meditation sein, aber ich versuche mich dann nur auf eine Sache zu konzentrieren. Entweder ich höre der Geschichte zu, und der Tee ist mein Begleiter, oder der Tee ist neu und ich mache mir ruhige Musik an und konzentriere mich mehr auf den Tee.

 

Um aber wieder zurück auf das Thema FOMO zurück zu kommen: Ich denke eine gesunde Neugierde ist ok und hält das Thema Tee auch spannend. Die fehlende Disziplin, die einem sagen sollte, dass es Falsch wäre jetzt noch 5 weitere Tees zu der 3. Yixing Kanne dazu zu bestellen, ist die größere Herausforderung, an der man aber auch arbeiten kann. Einsicht ist ja der erste Schritt zur Besserung.

Bisher würde ich nur bei einem meiner Tees sagen, dass er im Nachhinein ein wirklicher Fehlkauf war. Die Anderen haben mindestens zu meiner Erfahrung beigetragen.

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Ich trinke Tee anstatt Wasser, ganz klar, mein Flüssigkeitshaushalt kommt von Tee ...

Deswegen genieße ich jeden Schluck aber, er erdet mich in Besprechungen, in Stresszeiten, denn gerade an sehr stressigen Tagen trinke ich zu wenig dann und das merke ich.

FOMO an sich habe ich nicht, ich bin aber eben weiblich, mein Laster sind nur keine Schuhe, sondern Tee 😉

Ich habe es inzwischen gut raus, so zu bestellen, dass es bis zur neuen Ernte reicht, da ich hauptsächlich chin. Grüntee trinke, dazu weißen und Oolong.

 

Auch meine Shops und Preisgefüge kenne ich ganz gut und mache wenige Ausnahmen von beidem, ich muss mich da disziplinieren, ich habe so ein Sammlersyndrom von meinen Eltern als Nachkriegsgeneration geerbt ...

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FOMO - hä Watt? Ich doch nicht! :lol: das Thema hat glaub ich viele Seiten.....

Ich denke es ist hilfreich viele verschiedene Tees zu trinken, um Erfahrungen zu sammeln. Was gibt es überhaupt alles?... welche Qualitätsunterschiede gibt es?. . ..

...mit jeder Tasse wächst auch der Geschmackssinn ein klein wenig mit und die Genussantennen. Wer mochte als Kind schon Kaffee?! Einzelne Teesorten sind für sich jeweils eine neue Welt. Einzelne Händler, wenn man so will, auch.

Die Herstellung von Tee entwickelt sich ja auch weiter, es gibt also durchaus fortlaufend Neues zu entdecken. Gleichzeitig kann man Altes feiern, Traditionen nach und nach dazulernen und für sich fortführen bzw. mitnehmen.

Drumherum gibt es endlos viel zu lernen und man kann sich, wenn man will, seine Nische suchen und darin ausleben. Ob es eine Art Tee (PuErh @doumer)selbst ist, Kännchen ( @Bok), Tetsubine ( @Anima_Templi), Porzellan, Geographie, Geschichte, Herstellung oder halt alles. Es ist ein großes Thema mit viel Potential zum Spaß haben und natürlich auch Geld ausgeben. Ich glaube da darf man sich von seiner Neugier schonmal treiben lassen.

Für mich bewegt es sich zwischen zwei Polen. Die eine Seite ist das Ausleben eines Hobbies, mit Interesse und Leidenschaft. Auf der anderen Seite ist die andauernde Suche nach dauerhafter Zufriedenheit über die endlose Suche nach dem Ultimativen. Das Muster lässt sich denke ich auch über Tee hinaus erkennen. Wenn man verstanden hat, das die Qualität von "Glück" mit seiner Vergänglichkeit zusammenhängt, dann ist man glaub ich kaum gefährdet.

Ich gebe mich immer noch hemmungslos hin und häufe an 😃 das ganze mal mehr und mal weniger gedankenlos. Ich glaube es ist ein Mix aus gekauften InstantGlück und aber vor allem ernsthaften Interesse, hinter dem große Begeisterung steht. Ich kenne mich und weiß, das ist endlich, da mir die Zusammenhänge bewusst sind und das fast endlose Wissen zu dem Thema, irgendwann doch ein Stück weit ein Ende finden wird.

Bis dahin lote ich in alle Richtungen fleissig aus, soweit mir das möglich ist. Wenn ich was verpassen könnte was mich interessiert schlag ich schnell zu :trink_tee:, wenn das nicht klappt, is auch egal, jibt ja ständig watt neues Interessantes.

Ich trinke Tee mal komplett ohne Ablenkung und langsam und manchmal plätschert nebenher alles mögliche durch die Sinne und ich kipp das Zeuch so weg. Ich bin da nicht festgelegt. Auf Arbeit hab ich meist ne Thermoskanne ohne Isolierung dabei und PuErh darin. :ph34r:

Edited by Matsch
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vor 8 Stunden schrieb DavidL:

Dieses Forum ist auch ein soziales Medium. Auch dieses Forum kann FOMO auslösen / verstärken, gerade weil es sich hier ausschließlich um ein Thema dreht, an dem du Interesse hast. Ganz ohne Algorithmus.

Ist mir bewusst, nur die Art dieses eines Forums und anderer sozialen Medien zur Selbstbeweihräucherung ist fast schon diametral. Hier herrscht Höflichkeit, Zuvorkommen und Liebenswürdigkeit. Hier ist man unter Freunden bei Facebook unter Fremden.

Hier will kein Großkonzern meine Daten abgreifen und mich mich sinnloser Werbung bombardierer, aber ich habe Deinen Punkt verstanden🙂

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vor 18 Stunden schrieb Entchen19:

ich habe so ein Sammlersyndrom von meinen Eltern als Nachkriegsgeneration geerbt ...

Pardon, ich bezweifel, dass das nur vererbt ist, denn ich stamme von noch ner späteren Generation ab und sammle nun auch!

Ist meiner Beobachtung nach ein grundlegendes Muster, das sich je nach Anhaftungsintensität stärker oder schwächer ausprägt und vielfältige Formen annehmen kann - ich würde das auf Gier herunterbrechen.

So hatte ich ohne das Besuchen von Internet-Shops, in den letztem Jahren, und ohne Tee als Hobby zu betrachten  keinen Sammeldrang.

Nun durch tägliches Studium von Tee-Blogs und vergleichen von Preisen, Editionen, etc.; hat sich korrekte FOMO ausgebildet. Und ganz besonders nachdem ich diesen Shop -mit seinen "Sonderangeboten" - entdeckte...schade, dass ich nicht alles bestellen kann.

(Seine Marge ist geringer, daher unterbietet er die Konkurenz, und haut dann oben drauf noch echte Angebote raus...Z.B. Xiaguan Papertong-Edition vor ner Woche auf unter 100 $ reduziert, nun ausverkauft, aber noch hier und hier zu haben... 🙈)

Edited by StainlessMind
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Sammeltrieb ist leider bei mir stark ausgeprägt, nicht wegen FOMO, sammeln macht Spaß. Teils kommen Sammlungen auch plötzlich aus verschiedenen Richtungen da Dinge sonst entsorgt würden. So zB diese Glaskunst. Aus Richtung Mutter/Großmutter.

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Passen nicht alle hin...

Teekeramik hat mich lange gefesselt -speziell Houhin und Shiboridashi da ich die "Nähe" zur Kanne liebe- es waren zu viele, dass ich schon einiges verschenkt habe. Eine Kanne gibt es noch, die ich zu haben wünsche und ein, zwei Yunomi. Die Yunomi werden etwas schwieriger, die Richtung ist mir noch nicht bewusst.

Plötzlich hatte ich gemerkt ich kann nicht alles nutzen und Vorlieben sind entstanden. Meist kommen ein paar "Heiligtümer" an den Tee und der Rest steht, weshalb ich gerade rotiere. Zu viel macht auch nicht glücklich...

 

Edited by Cel
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Vererbt ist vermutlich falsch gesagt, eher anerzogen, so wie ein gewisses Sauberkeitsbedürfnis im Haus auch Ergebnis der Erziehung ist, was sich vielleicht etwas abgeflacht hat, aber nie ganz weggeht.

So ist auch der generelle Vorrat bei uns vorhanden, gut über einige Wochen Zombie Invasion zu kommen, sofern man überlebt 😉

Für mich ist das eher ein gewisses Maß an Sicherheit und Flexibilität sowie Freiheit, weil ich auch spontan genug Vorräte da hätte, um kreativ zu kochen oder eben Tee zu trinken.

Vielleicht sind das Aspekte von Gier, so tief habe ich mich damit noch nicht beschäftigt ehrlicherweise.

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vor 20 Stunden schrieb Matsch:

Auf der anderen Seite ist die andauernde Suche nach dauerhafter Zufriedenheit über die endlose Suche nach dem Ultimativen.

Das Beste am Ansammeln all dieser Utensilien, war jüngst die Erkenntnis, dass mich die Suche nach dem Ultimativen und immer mehr und mehr nicht glücklich macht, im Gegenteil. Daraufhin habe ich eine Tetsubin ABbestellt!! Das Glücksgefühl, das ich danach hatte, hält sich nachhaltig. :)

Man kann sich in alldem verlieren. Dann wird das Teetrinken zur Pein. 

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vor 12 Minuten schrieb Anima_Templi:

Daraufhin habe ich eine Tetsubin ABbestellt!! Das Glücksgefühl, das ich danach hatte, hält sich nachhaltig. :)

Es gibt glaub ich kein größeres Gefühl von Freiheit.

Ich habe die Erfahrung vor Jahren gemacht, als ich wenig hatte. Heute geb ich mich hin, werde teils mitgerissen, erkenne das dann und komme wieder am Ausgangspunkt an.

Dadurch gibt es Phasen in denen ich blind bin, darunterliegend ist aber ein tieferes Verständnis, auf das ich immer wieder zurückkome. Der Weg zurück ist dann begleitet von großer Wertschätzung für alles was man hat.

Ich glaube nicht, das kompletter Verzicht ein besserer Weg ist. Ich glaube es gibt keinen Weg, nur Beobachtung.  

 

Edited by Matsch
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vor 22 Minuten schrieb Anima_Templi:

Das Beste am Ansammeln all dieser Utensilien, war jüngst die Erkenntnis, dass mich die Suche nach dem Ultimativen und immer mehr und mehr nicht glücklich macht, im Gegenteil. Daraufhin habe ich eine Tetsubin ABbestellt!! Das Glücksgefühl, das ich danach hatte, hält sich nachhaltig. :)

Man kann sich in alldem verlieren. Dann wird das Teetrinken zur Pein. 

Ich denke hier stecken drei bedeutende Aspekte drin:

Mehr ist meist nicht besser. Der Fokus auf die wenigen Stücke, die einem wirklich gefallen und deren Benutzung einen erfreut, macht oft glücklicher, als das Anhäufen von "Schätzen". 

Und viel wichtiger: Das Ultimative ist nicht erreichbar, das Hinterherjagen des besten Tees, der besten Kanne ist ein fruchtloses Unterfangen. Allein schon deshalb weil ein Leben nicht ausreicht um auch nur den Tee eines Anbaugebietes komplett zu erfassen. 

Das ständige Nachdenken darüber, was noch zu erreichen sein könnte trübt die Freude am Augenblick. 

Und zum Dritten: Wie es ohne Schatten kein Licht geben kann, so gibt es ohne Verzicht keine Freude an Erlangtem. Überfluss nimmt selbst dem Besten das Besondere. 

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vor 19 Minuten schrieb JanS:

Überfluss nimmt selbst dem Besten das Besondere. 

Das Erleben dieser Tatsache kann man Menschen teilweise ansehen/ anmerken. Das nimmt schonmal dramatische Ausmaße an.

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FOMO ist eigentlich nicht mein Thema. Eher schon, dass mich die Vielfalt von Tee (Geschmack, Zubereitung, Zubehör) fasziniert, ich aber aufgrund meines Alltags und meiner Geschmackspräferenzen überwiegend japanische Grüntees trinke. Dabei schätze ich auch, dass die vier Aufgüsse recht zügig getrunken sind: keine halbstündige Session, kein banaler Einmalaufguss. Die anderen Tees, die ich gekauft habe, weil ich probieren wollte (den Versand aber nicht lediglich eines 10g-Tütchens wegen bemühen wollte), das Angebot gut war (Aktionen und Geschäftsauflösungen), sie hier im Forum gut besprochen wurden oder die ich für Besuch bereit halte, sammeln sich und werden kaum weniger. Zumindest das hab ich jetzt erkannt und mich gebremst. 

Ähnliches bei den Tassen, wobei ich etwa sechs im regelmäßigen Wechsel benutze und ihr Anblick mir einfach gefällt, finde auch, die Ästhetik von Teekeramik steht für sich. Hier bremst mich vor allem unser begrenzte Stauraum.

 

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Ich hab das geschrieben, weil es ein extrem (das eine Ende) dieser Sichtweise ist. Das sollte nicht auf dich bezogen sein, eher auf meine Beschreibung. Das hätte ich besser formulieren können.

vor 17 Minuten schrieb Anima_Templi:

Ich spreche davon den Weg mit Sinn und Verstand zu gehen. 

Das hab ich auch so verstanden.

Ohne vergleichen zu wollen,.. ich für mich mag den Ansatz "ohne Sinn und Verstand". Nicht im umgekehrten Sinne, sonder eher als "nicht dem Denken folgend". "Denken" ist korrupt. 

vor 18 Minuten schrieb Anima_Templi:

Das ist mitunter verdammt schwer

Ja... das ist wohl normal, der Zeitgeist hilft da auch nicht gerade.

 

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