Krabbenhueter

Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?

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Die Echizen-Houhin ist wunderschön und sehr aussagekräftig; ein Stück, auf das ich positiv "neidisch" werde @Anima_Templi!!!

Mein Teetisch hat auch Zuwachs erfahren, ich möchte die nächste Teestufe erklimmen und mehr Ruhe in die ausgiebigen Teesessions bringen (bleibe morgens vermutlich noch herkömmlich beim Wasserkocher... aber wer weiß ?). Habe die Sonderaktion bei pu-erh.sk genutzt und einen ( eine?!) Tetsubin erstanden, heute kam das gute Stück und wurde gleich gefeiert mit Rareness 5 Autuum ☺️ . Vielen Dank für die hilfreichen Tipps in Bezug auf eine brauchbare Einzelheizplatte ( lustigerweise bin ich zwar bei der Marke geblieben, aber es wurde ein komplett anderes Modell) an  @doumer  und  @Anima_Templi

Ich werde berichten, ob und wie sich mein Teeleben dadurch verändert, jetzt wird erstmal experimentiert :P

 

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@Frau Mahlzahn schöner Tetsubin und toller Tee! Ich bin sehr gespannt auf dein Bericht - für mich ist die Bereicherung beim Teetrinken durch einen Tetsubin im Vergleich zu einem elektrischen Wasserkocher vergleichbar wie ein Yixing-Kännchen im Vergleich zu einem Tee-Ei: Funktioniert beides, aber das eine bereitet mir wesentlich mehr Freude :)  

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Am 14.7.2020 um 23:03 schrieb Frau Mahlzahn:

...Vielen Dank für die hilfreichen Tipps in Bezug auf eine brauchbare Einzelheizplatte...

Sind diese Tipps im Forum oder habt ihr euch privat ausgetauscht? Das Thema würde mich auch interessieren.

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Hallo  @teewelt  um genau zu sein: beides. Ich hatte mir unter diversen Stichworten in den Threads Infos zusammengesucht ( @miig  hat dich ja schon in ein ergiebiges Thema verschoben, ganz oben davon findest du noch mehr Herdplatteninfos) und am Ende habe ich die Teefreunde ganz konkret nach ihren Modelltypbezeichnungen befragt ... nur um mir dann einen alten 3- stufig taktenden Oldie- Kocher anzulachen... war einfach Liebe auf den ersten Blick,  mal sehen, wie weit ich damit komme   😅 . Erste Zwischenbilanz: Womöglich reine Einbildung, da keine Bindverkostung, aber ich entdecke mehr Körper und Vielfalt im Geschmack. Irgendwie dreidimensionaler, vorher schmeckte alles flacher... 🤔

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vor 1 Stunde schrieb Frau Mahlzahn:

ich entdecke mehr Körper und Vielfalt im Geschmack. Irgendwie dreidimensionaler

Das Eisen bringt auf jeden Fall einen zusätzlichen Geschmack ins Wasser.
Ob nun dies alleine den Unterschied ausmacht, oder ob so das Wasser effektiv anders auf den Tee eingeht ist so weit ich weiss noch reinste Teeorie und Tagträumerei von Teeliebhabern. 😁

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Nach dem indirekten Tipp von @Anima_Templi stelle ich hier auch mal mein neu erworbenen Echizen Shiboridashi aus der selben Quelle vor: 

Ein sehr gewichtiger Echizen Shiboridashi von Nobuyasu Kondô, von dem ich bereits eine wunderbare Kyusu habe, allerdings trotz der Größe/des Durchmessers auf Grund der sehr flachen Form eine recht geringe Füllmenge von 60-70ml hat, ideal um darin auch Puerh zu brühen (was in der >220ml Kyusu nicht wirklich oder nur unter heftigem Materialeinsatz möglich wäre), denn so unorthodox das auch klingen mag gefällt mir das Ergebnis von Sheng in Echizen sehr gut (mehr Breite, während auf Grund der Ascheglasur verhältnismäßig wenig beschnitten wird). Die Größe, das Gewicht und die raue Ascheglasur gibt dem Stück ein sehr tollen archaischen Charakter - auch wenn alleine der Deckel mehr wiegt als das komplette Kännchen von Jan Pavek mit ähnlicher Füllmenge (60ml).
Dazu ein im Verhältnis genau so wuchtiges Bizen-Teeschälchen von Fujiwara Akira, welches interessanterweise innen glasiert ist, um das Ergebnis des Echizen-Aufgusses nicht noch weiter zu verändern. Die Glasur hat das Schälchen auch dringen nötig, denn es ist aus fast unverarbeitetem Berg-Ton, den Akira in der nähe seines Ateliers selbst abbaut (im Gegensatz zu dem sonst üblicherweise für Bizen Stücke verwendetem Ton aus Reisfeldern): Der ist durchlässig wie ein Schwamm (wer schon mal ein nur leicht/teilglasiertes Hagi Stück verwendet hat weiß was ich meine)! Und selbst mit Glasur schwitzt das Schälchen ziemlich, aber das wird sich im laufe der Zeit geben.

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Nachfolgende Chawan hat sich inzwischen etabliert und ist daher kein Neuzugang mehr, umso mehr aber ist sie ein paar Worte wert. Sie stammt von Ikeda Shogo (1976), welcher sich v.a. auf Oribe-yaki spezialisiert hat, daneben aber einen ganzen Strauss an weiteren Techniken pflegt. Bei ausladender Dekoration scheiden sich ja bekanntlich die Geister. In der Regel bevorzuge ich auch schlichtere Designs. Dennoch ist die Schale perspektivisch sehr clever gemacht und nicht zuletzt die Analogie zum Teeweg des auf der Innenseite verewigten Motivs hatte mich überzeugt. Diese offenbart sich insbesondere bei der Benutzung der Chawan, wenn der Weg von Schluck zu Schluck mehr freigelegt wird.   

Eine weitere Chawan von Ikeda Shogo hatte ich übrigens hier vorgestellt. Zudem freue ich mich aktuell auf einen etwas kleineren Zuwachs, für den ich nun doch über ein Jahr Ausschau halten musste, welcher momentan aber noch im Japan lieg. Dazu hoffentlich bald mehr. ;)

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Ich meinte die Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ wäre immer noch ausstehend? 😄

Falls es auf einem Vergleich basiert: Meine anderen Schalen sind zwar in der Regel schlicht, bei zeitgenössischen Stücken suche ich hingegen den „Kontrast“. 

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vor 13 Stunden schrieb theroots:

Ich meinte die Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ wäre immer noch ausstehend? 😄

Gute Frage, das Warum basiert viel weniger auf einem Verleich mit anderen Utensilien, als viel mehr mit der Noblesse deiner Art, wie ich sie bisher kennengelernt habe.

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Mit der Auswahl von gestern und heute werde ich dein Glauben nicht weiter erschüttern können, die exotischen Modelle spare ich mir noch auf.. 😄

Gestern auf dem Tisch: Raku Chawan, wobei ich mir leider hierzu nicht mehr notiert habe (vielleicht wusste der Verkäufer auch nicht mehr). Das Siegel werde ich bei Gelegenheit auf jeden Fall noch übersetzen lassen. Eine wie ich finde sehr hübsche Schale neueren Datums, wobei die Fotos dem Farbenspektrum leider nicht gerecht werden.

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Heutige Wahl: Kyō-yaki Chawan von Takahashi Dohachi IV (1845 - 1897), ein eher etwas kleineres Modell (Reiseschale?) mit floralem Dekor. Hier in Kombination mit einer Chaire, welche von der bekannteren zweiten Generation stammt. Letztere hatte ich vor einer ganzen Weile ja bereits hier vorgestellt. 

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Ein weiterer Tag, eine weitere Schale. Es handelt sich wohl um Iga-yaki, obwohl ich mich da eher wenig auskenne. Die Markierung auf dem Fuss und der Holzbox ist etwas widersprüchlich, daher lässt sich schwer etwas dazu sagen. Auf jeden Fall sehr schöne Details bei der Glasur mit hübschen Farbverläufen sowie Einschlüssen. Liegt allerdings etwas schwer in der Hand.

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Lange habe ich im Stillen gehofft, dass es einmal mehr als "nur" Schalen aus dieser Serie geben wird. Nun hat der Künstler mein Hoffen erhört und ich bin happy. :)

Ein Hakeme-Set von Jiri Duchek.

Um den positiven Effekt dieser Glasur, weiß ich schon eine ganze Weile, da ich bereits zwei kleine Schälchen mit dieser Glasur besitze. Der Tee wirkt dadurch voll, rund und weich. Vor allem älterer Pu schmeckt daraus ganz vorzüglich. Deswegen war mir klar, sollte Duchek irgendwann Kannen mit dieser Glasur machen - welche ich übrigens auch optisch mit am ansprechendsten von seinen Arbeiten finde - werde ich nicht lange zögern.

Das Kännchen fast in etwa 120ml, so auch die neuen größeren Schalen. Der Pitcher hingegen, ist mit seinen ca. 200ml Fassungsvermögen bewusst größer gewählt, dass der Tee schnell auf Trinktemperatur abkühlen kann. Er hat außerdem eine sehr interessante konvexe Formgebung, die mir sehr gut gefällt.

Dies ist außerdem das erste Duchek-Kännchen meiner Sammlung. Auch wenn die Verarbeitung nicht an Pavek heranreicht, bin ich doch sehr zufrieden. Duchek hat einfach einen anderen "Approach" als Pavek, mehr in Richtung Bero, was seinen Stücken viel Charme auf einer anderen Ebene verleiht.

Leider muss die erste Session wegen der momentanen Temperaturen wohl bis morgen warten, aber ich freue mich schon sehr darauf. :)

 

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bearbeitet von Anima_Templi

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Hab vielen Dank! :)

Da sie glasiert sind, werde ich sie auch universell einsetzen. Ich weiß bereits, das älterer Pu ganz vorzüglich aus den Schalen schmeckt. Ich könnte mir vorstellen, dass auch Yancha und allgemein stärker geröstete Oolong sich sehr schön im Kännchen machen werden. Morgen soll es 10°C! kühler werden, da wird getestet.

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Nach laaaangem Warten durfte ich heute endlich diese kleine Kyusu vom Zollamt abholen.

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Sie fasst 100ml und ist aus dem - wie ich finde - wunderschönen, offenporigen Kobiwako-Ton gefertigt. Von dem erhoffe ich mir ein gutes Zusammenspiel mit Sencha, aber auch mit grünen Oolongs. Ich werde auf jeden Fall wieder einiges ausprobieren, dabei aber wahrscheinlich am grünen Ende des Spektrums bleiben.

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vor 11 Stunden schrieb Shibo:

offenporigen Kobiwako-Ton gefertigt. Von dem erhoffe ich mir ein gutes Zusammenspiel mit Sencha, aber auch mit grünen Oolongs

Hmm, wie bist du denn zu dieser Annahme gelangt?

Ich würde bei offenporigem Ton genau den exakt entgegengesetzten Kurs einschlagen, eine starke Rundung des Tees annehmend, konkret würde ich damit vom Schiff aus mal irgendwelche rustikalen, kantigen Heicha aufs Korn nehmen; Fu Zhuan oder Kang Zhuan bspw.

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Am 1.8.2020 um 22:09 schrieb Anima_Templi:

Ich könnte mir vorstellen, dass auch Yancha und allgemein stärker geröstete Oolong sich sehr schön im Kännchen machen werden. Morgen soll es 10°C! kühler werden, da wird getestet.

Und wie ists an dieser Front verlaufen, holder Ritter Anima?

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vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Hmm, wie bist du denn zu dieser Annahme gelangt?

Berechtigte Frage. Wie so oft, spielen hier subjektive Präferenzen die entscheidende Rolle. Ich lasse Sencha erstmal außen vor und erkläre meinen Gedankengang bezüglich grünem Oolong:

Bis dato habe ich für mich noch keinen Sweetspot bei der Zubereitung grüner Oolongs wie z.B. Gaoshan gefunden. In glasierten Gefäßen aufgegossen, waren mir diese Tees bisher immer zu leicht und ephemer. In meinen anderen Tonkännchen (Nixing, Jianshui, Duchek Rye) bereite ich Tees zu, deren Prägung des Tons sich nicht so gut mit grünen Oolongs vertragen würde. Die besten Ergebnisse habe ich mit Gaoshan bisher im Grandpa-Style erzielt. Durch die längeren Ziehzeiten verschiebt sich das geschmackliche Profil der Tees weg von einer Betonung der filigraneren Spitzen hin zu einer Betonung des Körpers und der buttrigen Eigenschaften solcher grünen Oolongs. So schmecken sie mir gut, allerdings wären mir sehr hochwertige Vertreter, wie ich sie z.B. zuletzt bei TTC bestellt habe, langfrisitg zu schade für diese Art der Zubereitung. Weil ich mit Gong Fu die Parameter einfach besser kontrollieren und mich besser auf die verschiedenen Nuancen des Tees konzentrieren kann. Ich bin also auf der Suche nach mehr Körper bei gleichzeitiger Erhaltung der Kontrolle über die verschiedenen Nuancen.

Da kommt Kobiwako ins Spiel. Dem wird eine Betonung des Körpers nachgesagt. Wie das genau vonstattengeht, darüber lässt sich vermutlich streiten. Ich glaube aber, dass die abrundenden Eigenschaften eines porösen Tons zu einer Betonung des Körpers führen können. Womöglich spiegelt sich das nicht in der chemischen Zusammensetzung des Tees in der Schale wieder (wenn man tatsächlich von einer absorbierenden Wirkung des Tons ausgeht). In der geschmacklichen Wahrnehmung jedoch, kann eine Abrundung aromatischer Spitzen zu einer Betonung des Körpers führen. Soweit meine Vorstellung von der Interaktion mit einem porösen Ton, welche unter anderem auf meinen Erfahrungen mit dem Rye Kännchen von Duchek basiert, bei dem ich Ähnliches beobachtet habe.
Ermutigt haben mich auch die Erfahrungsberichte einiger Nutzer im Teaforum, die sich mit der Kombination Kobiwako und grüner Oolong sehr zufrieden zeigen.

Eventuell gibt es hier Parallelen zu Duanni Yixing, welches ja mal für Grüntee, mal für Shou und Heicha empfohlen wird. Oft habe ich diese Empfehlungen gelesen und sie als völlig diskrepant und kontraintuitiv empfunden. Besinnt man sich auf die inhärente Subjektivität der ganzen Tonfrage, machen sie aber wieder Sinn. Es kommt einfach sehr darauf an, was man in einem Tee sucht, welches Geschmacksprofil man anstrebt.
Ich werde übrigen auch ein paar chinesische Grüntees in der Kobiwako Kyusu ausprobieren. Die liegen aber nicht im Fokus, da ich mit der Zubereitung in der glasierten Shiboridashi hier bisher immer sehr zufrieden war.

Nun noch kurz zu Sencha: Die schmecken oft so intensiv, dass ich mir keine Sorgen um den Verlust von Nuancen mache. Der Körper ist bei guten Senchas oft sehr ausgeprägt und für mich ein wichtiger Aspekt dieser Tees. Gegen eine weitere Verstärkung dieser Eigenschaft habe ich persönlich keine Einwände. Nicht zuletzt wollte ich schon lange auch eine japanische Kyusu für japanische Tees haben. Und im Falle dieser Kyusu passt in meinen Augen die Farbe und Beschaffenheit des Tons besonders gut zu den grünen Blättern. Gleiches gilt für die sehr grünen Oolongs. Das Auge trinkt mit :)

 

Das war jetzt ein ziemlich langer Post. Ich hätte Lust, einen neuen Thread zu eröffnen, in dem es ganz konkret um das Matching verschiedener Tonsorten und Tees geht. Nicht mit der Absicht, eine universelle Wahrheit zu finden (die gibt es m.M.n. schlicht nicht), sondern weil ich es interessant finde, von den Präferenzen und Beweggründen der Forenmitglieder zu erfahren. Die jeweils konstruierte Logik nachvollziehen zu können. So wie ich auch selbst zugebe, dass es sich bei meiner Logik um eine sehr subjektiv konstruierte handelt.

Bevor ich diese Diskussion auf andere Tee-Ton-Symbiosen ausweite, werde ich aber erstmal ein bisschen mit diesem neuen Kännchen experimentieren und beobachten, inwiefern sich meine Theorie in der Praxis widerspiegelt :D

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Interessante Überlegungen, Shibo!
Die für mich besten Ergebnisse bei den grüneren Oolongs habe ich mit Kännchen aus Glas und rotem Tokoname-Ton (Oxidationsbrand) erzielt. Allerdings muss ich gestehen, dass ich gerade das „Leichte und Ephemere“, das für Dich anscheinend nicht so erstrebenswert ist, an einigen dieser Tees sehr schätze. Bei der von Dir angesprochenen Duanni Yixing konnte ich keine positiven Effekte zum Beispiel bei Tie Guan Yin oder Jin Xuan bemerken - ebensowenig bei schwarzem Tokoname-Ton (Reduktionsbrand), weshalb ich diese Kännchen dafür nicht mehr verwende. Porzellan scheint wie zu erwarten ziemlich neutral zu sein, ergibt bei mir aber dennoch ein etwas anderes (schlechteres) Ergebnis als Glas. Warum, weiß ich nicht.

Ich gehe an das Thema „Welches Kännchen für welchen Tee?“ aber auch nicht so systematisch heran, sondern eher intuitiv. Ich habe ebenfalls den Eindruck, dass man für Sencha und grünen Oolong in der Regel mit gutem Erfolg ähnliche Gerätschaften verwenden kann, während Gyokuro oder chinesischer Grüntee wieder jeweils anderes Equipment erfordern. Bei mir ist das für die Chinatees oft ein innen glasiertes Gefäß, für Gyokuro meistens die schwarze Kyusu.

Wie gesagt, ich habe das alles nicht mit wissenschaftlicher Herangehensweise und Systematik betrieben, sondern das hat sich im Laufe der Zeit so ergeben.

Grandpa-Style für Oolong habe ich noch nicht ausprobiert, da ich vor allem beim Oolong mit sehr kurzen Ziehzeiten und einer recht großzügigen Dosierung eine größere Zahl von Aufgüssen mache.

bearbeitet von teewelt

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vor 6 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Ich würde bei offenporigem Ton genau den exakt entgegengesetzten Kurs einschlagen, eine starke Rundung des Tees annehmend, konkret würde ich damit vom Schiff aus mal irgendwelche rustikalen, kantigen Heicha aufs Korn nehmen; Fu Zhuan oder Kang Zhuan bspw.

@GoldenTurtleDieses "Einschlagen" des entgegengesetzten Kurses ist ja schon eine Manie bei Dir; dafür bist Du doch eigentlich schon zu alt;)

Akira Hojo und Generationen von Japaner, die ihren Sencha auch aus solchen offenporigen Tonen trinken - alles Pappnasen?

Ich liebäugle schon lange mit einer Kanne aus diesem Kobiwako-Ton, bin sehr gespannt auf Deine Erfahrungen @Shibo - bitte zu berichten.

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vor 5 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Und wie ists an dieser Front verlaufen, holder Ritter Anima?

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Der erste Tee war der 2004er Shuixian Dancong von Atong. Dieser hat mich in diesem Kännchen etwas enttäuscht, der kam in der Zhuni von Menglin deutlich besser! Die tolle Orangennote war fast nicht vorhanden. Könnte aber auch daran gelegen haben, dass ich viel schneller abgegossen habe, als in der Zhuni...

Gerade im Moment trinke ich einen der, m.M.n., wenigen wirklich guten Tees von GTH in dem Kännchen: Einen Rou Gui der Ernte von 2019.

2019 scheint, wie beim Pu auch, ein sehr guter Jahrgang gewesen zu sein, was Felsentees angeht. Dieser hier zeigt seinen wunderbaren Charakter hier in Gänze und unbeschnitten.

Röstung, Mineralität, Frucht, Zimt, alles wunderbar ausgewogen, vollmundig und sauber. Ein Spitzentee! Da kommt auch der von Wojtek nicht ran, obwohl der auch schon sehr gut ist.

Bisher habe ich drei Pus von prsk in dem Kännchen gebrüht und alle drei waren hervorragend! Warum? Weil es einfach hervorragende Tees sind... ^_^ Die Glasur dieses Sets trägt aber viel zum Mundgefühl bei und generell kommen die Tees schön weich. Der Huazhu von 2019 kam in den Kopfnoten satter rüber, als ich Ihn in Erinnerung hatte. War sehr interessant. :)

Ich würde Dir gerne ein Schälchen von dem Rou Gui abgeben, @GoldenTurtle, um Deine Meinung zu hören. :)

 

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bearbeitet von Anima_Templi

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