Joaquin

Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

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vor 3 Minuten schrieb SilonijChai:

Vielleicht schmeckt dir taidi einfach besser als gushu.

Du meinst der Midas Touch ist Taidi? Denk ich nicht..

vor 4 Minuten schrieb SilonijChai:

Und vielleicht bevorzugst du deshalb auch immer die Tees von Yu ? 

Haha! :D
Hey, ich hab doch lange nicht alle Tees von Yu. Da gibts vieles, was ich nicht gekauft habe. Bei zwei, drei Sachen hätte ich retroperspektiv gesehen im 2014 aber besser doch auch zugeschlagen, Shengs die jetzt nicht mehr zu haben sind und die sich langsam aber sicher erstaunlich gut entwickeln, wie ich hier und da bei Teerunden bemerken musste. Ich lerne langsam zu verstehen, was Yu im Tee sucht, es ist nicht das Laute, und das täuscht viele am Anfang. Adere sind mehr auf ein oberflächliches Feuerwerk aus, aber er hat eine langerungstechnisch langfristige und ökologisch nachhaltige Perspektive. Gewisse sind wie Raupen, die sich in Schmetterlinge verwandeln.
Ich hab mich ja auch durch viele Fladen vom letzten Jahr von Scott und Paul durchgetrunken, aber ich schätze langsam, was ich an Yu habe und bereue keinen einzigen Tee, den ich von ihm gekauft habe. Das ist schon auch eine qualitative Auszeichnung.

vor 5 Minuten schrieb SilonijChai:

Hast sonst noch was von dort bestellt?

Ich kenne fast alle eigenen neueren Fladen von Glen, ich hab so viele Muster erhalten, keine Ahnung, vielleicht von 10 Cakes oder so. Von den Planets kannte ich vorher aber noch nichts, die lagern ja auch in Amerika und nicht in China wie die Fladen, also no wonder.

 

@Topic: 11er Rougui Guifei von Atong in der Zhuni Kanne ... puh, der Tee ist auch nicht schlecht und in der Zhuni vielleicht optimal für meinen Geschmack. Bis vor kurzem hatte ich die Kanne für zwei Jahre oder mehr exklusiv für jungen bis medium aged Sheng im Einsatz, aber es ist kein Problem, der Rougui hat auch eine starke Aromatik, ich denke aber auch sonst nicht, dass ich die Kanne für Oolong resetten muss.

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vor 37 Minuten schrieb Tobias82:

...steht wohl für plantagentee, oder zumindest für sehr junge pflanzen.

tai di steht eindeutig für eine angelegte Plantage, wörtlich übersetzt terrace/platform bzw "station" und "to the ground", die eigtl. immer jüngere Pflanzen, also Büsche beinhaltet.

In alten Gärten (Ancient tea gardens also Gu Cha Yuan) finden sich alte Bäume (Gu Shu) wie auch jüngere Bäume (Sheng Shu) bzw junger Tee / Büsche (Sheng Cha)

古树 gu shu means ancient tree
古茶园 gu cha yuan ancient tea garden
古茶树 gu cha shu ancient tea tree
古树茶 gu shu cha means tea made from ancient tea trees

台地 tai di cha means terrace tea

bearbeitet von digitalray

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...kannte den begriff nur als kontrast zu gushu, das es so eindeutig ist... ,)

...kannte den begriff nur als kontrast zu gushu, das es so eindeutig ist... ,)

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...bin wieder zu Hause und da muss doch gleich ein Teechen her: aus der Verkaufsaktion von @joha hab´ ich jetzt ein
   ganzes Probenpaket von dKdT. Der erste Kandidat ist ein gerösteter DongDing. Sehr (!) würzig, tief grün, fast schon
   dunkles Tannengrün und die typisch Taiwan-Kugeln mit schönen Blatt-/Stengel-Gebilden.

Eventuell kann ein Moderator den doppelten Kommentar oben löschen...

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Einen frischen Pinglin Fo Cha 2017, also Buddhas Hand Oolong.

schön aromatische mittelstarke Röstung, schöne Zitrus Aromatik, anfangs von Geruch her eine immense Vielfalt an Aromen.

Ingesamt ein echt warmes aromatisches Gesamtkonzept :)

fragt sich nur ob der mit der Zeit besser oder schlechter wird :D

LRM_EXPORT_20170421_175340.jpg

LRM_EXPORT_20170421_175131.jpg

LRM_EXPORT_20170421_174937.jpg

LRM_EXPORT_20170421_174834.jpg

11 Aufgüsse hat bisher tadellos mitgemacht und liefert beim 11ten immer noch einen total deutlichen fruchtigen süßen Aufguss mit leichten Röstnoten.

super :)   ist sein Geld wert (auch wenn er das doppelte kostete als die üblichen Oolongs)

die Aufgusszeiten waren bei mir:

20 - 13 - 16 - 19 - 22 - 25 - 28 - 31 - 34 - 37 - 40 

bei etwa 90 °C.

bearbeitet von digitalray

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dann mache ich heute mal den Anfang:

wie in dem thread über das Eintrinken von Kannen und der doch etwas außergewöhnlichen Tofu-Technik, nutze ich gerade ein neues
Kännchen aus Vancouver. Warum es gerade ein relativ leichter "Fo Shou" sein muss... naja, irgendwo muss man ja mal anfangen. 
Das interessante: die Kanne schluckt zwar etwas die Feinheiten, da der Ton doch etwas porös ist, aber der Tee ist sehr dicht, süffig
und vollmundig und das nach dem zweiten Gebrauch. Da ich nicht genau wusste, für welchen Tee die Kanne taugt und gerade viel
Oolong im Haus ist... Bin mal gespannt, wo die reise hin geht, wie der Tee in anderen, härter gebrannten Kanne wird, wie die neue
sich macht, etc.

Hier noch ein paar Bilder:

 

IMG_2065.JPG

 

 

IMG_2064.JPG

IMG_2063.JPG

bearbeitet von Tobias82
Bildgröße angepasst

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@Diz: Die Ton-Töpfe im Hintergrund ... ... bringst du von denen am besten gleich mal ein paar Stück im Gepäck mit.

Diese haben scheinbar endlich die richtige Einlassgrösse auch für 400g Beengs.

Nee im Ernst, klär doch bitte mal deren Quelle ab.. und scheint Yixing zu sein?

Da könnte man, so wie es aussieht, ganze Tongs reinpacken.

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Ja, da gehen ganze Tongs rein. Der Shop macht 400g Bings (statt 357g)

Soll ich mal fragen ob ich den Gua Feng Zhai probieren darf? :D

bearbeitet von Diz

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Ja, da gehen ganze Tongs rein. Soll ich mal fragen ob ich den Gua Feng Zhai probieren darf? :D

@Tobias82 Ja, in Jing Hong. Übermorgen geht's dann nach Yiwu. Der Yibang war ganz lecker. Das sha ching hat die Dame selber vorgenommen.

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...wow, das ist schon eine interessante Vorstellung, dass Du mitten in China gerade am Tee trinken bist!

Hast Du schon pu gefunden, den Du mit zurück in die Schweiz bringen wirst?

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Der Yibang war schon mal nicht schlecht aber ich bin ja erst angekommen. Morgen kommt der Panda. Dann weiss ich sicher mehr.

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vor 1 Stunde schrieb Diz:

Soll ich mal fragen ob ich den Gua Feng Zhai probieren darf? :D

Na klar! Tröpfel auch etwas davon auf dein Smartphone, du hast doch die Mitschlürfer App installiert? Hab die vorher noch nie ausprobiert! Google trau ich es ja schon zu, dass sie den Geschmack endlich zu digitalisieren geschafft haben, aber die Wirkung ... die kriegen sie wahrscheinlich nie hin.

PS: Der Panda soll mal seinen Premium Stuff rausrücken.. Sagst ihm einen lieben Gruss, letztes Jahr sei nicht schlecht gewesen, aber erst die preiswerte Vorspeise!

@Topic: Vorher den 16er Frühling Bingdao gs von Scott und jetzt der 16er Frühling Manlin gs (Manzhuan, Yiwu). Beide für mich Gewinner seiner letztjährigen Selektion. Beide aber leider auch nicht günstig. Der stöbert jetzt wahrscheinlich auch irgendwo in Yunnan herum.

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Heute zum zweiten Mal den Milan Dan Cong von W2T probiert. Nachdem ich gestern den (sogenannten) Yesheng Dan Cong gekostet hab, muss ich im Vergleich sagen, dass der gestrige Tee wesentlich weicher im Geschmack ist und irgendwie auch ausgewogener. Hat mir besser gefallen. 

 

20170422_163005.jpg

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Kämpfe gerade mit einem Jinuo Shan Toucha von dkdt. Gefühlt härter als die einfachen Touchas von Xiaguan gepresst, aber Aroma ist schön würzig aber nicht so herb wie die von Xiaguan. Gut trinkbarer Tee.

IMG_20170424_094406.jpg

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@GoldenTurtle Das ist ein guter Hinweis. Mit meiner Methode habe ich ohnehin viel zu viel Bruch und kann nichts über die Blätter schreiben. Aber ich mach mir ein bisschen Sorgen wegen der Menge. 100 Gramm auf ein Mal? Da brauch ich mind. 20 Gäste.

bearbeitet von Soltrok

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hab übrigens grade mal die dampf methode ausprobiert bei nem dayi mini brick.

das sind diese "Tafeln" mit 9 Stücken zum abbrechen, die extrem hart gepresst sind. auch nach waschgang und 8 aufgüssen ist der kern immer noch hart und man bekommt ihn auch nicht mit den fingern auseinander.

hab nun mal den kanten zwischen zwei siebe getan und das ganze kopfüber auf den kocher gelegt für 3 minuten nachdem das wasser gekocht hatte.

fazit: wider erwarten war er immer noch hart, ließ sich aber komischerweise nun problemlos auseinandertrennen, also nicht so wie wenn nun alle blätter weich gewesen wären, es war eher so dass immer noch alles hart und gepresst war, man die schichten aber einfach auseinanderbiegen konnte und beliebig stücke abmachen ohne dass die blätter brechen. hab mir den kanten so nun also in etwa 7 stücke brechen können und der erste aufguss war direkt stark orange mit 7sek anstatt wie bisher matt hellgelb, aroma auch schon voll da :)

er war aber auch wie erwartet etwas herber, schon leicht bitter, da hat der wasserdampf und die hitze doch schon etwas gewirkt.

nach dem dritten aufguss ist das ding komplett aufgegangen, der gaiwan ist bis oben hin voll mit blättern :)

hmm weitere Beobachtung: der haut diesmal ziemlich rein vom Koffein, was er sonst nicht tut.. ohne steamen davor ist er eher angenehmer..

bearbeitet von digitalray

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    • Von paxistatis
      Guten Abend zusammen,
      ich hätte mal eine Frage: Mittlerweile merke ich, dass man für Tee eine gewisse Zeit braucht und er natürlich auch wach macht.
      Wenn ich jetzt so durch das Forum lese, habe ich das Gefühl, dass ihr fast immer Tee trinkt, auch abends usw.
      Ich wollte mal fragen wie ihr das zeitlich schafft? Also zum einem abends mit dem Teein das ja wach macht und zum anderen das "dauernde" trinken?
      Ich kann bei mir auf der Arbeit Homeoffice machen (Luxus, ich weiß ), da nutze ich das dann gerne, aber ich würde vermutlich nicht meine Teekanne mitnehmen. Geht bei uns auch einfach nicht.
      Daher mal so meine Frage, wie ihr das so schafft und wieso ihr abends um zwölf nicht noch senkrecht im Bett sitzt  (Ich hoffe die Frage gibt es nicht schon, ich konnte nicht viel finden und sie ist im richtigen Forum)
      Viele Grüße ! 
    • Von shavior
      Hallo zusammen,
      da ich mein früheres Hobby Tee nun vollends aufgebe, möchte ich den Rest meiner Teeutensilien gerne in gute Hände abgeben.
      Alle Sachen sind gut und pfleglich behandelt worden. Wir sind ein Nichtraucherhaushalt.
      1. Gaiwan Blau/Weiß
      Ich habe ihn  ca. 2015 gekauft. Die kleinen Reiskörner sind lichtdurchlässig. Fassungsvermögen randvoll (= effektiv nutzbar weniger) 247 ml.
           
        
      Preis (exkl. Versand): 7 Euro.
      2. Gaiwan rot
      Ich habe ihn  ca. 2015 gekauft. Fassungsvermögen randvoll (= effektiv nutzbar weniger) 250 ml.


      Preis (exkl. Versand): 12 Euro.
      3. Japanische Kyusu unglasiert
      Ich habe sie ca. 2015 gekauft und sie hat ein Fassungsvermögen von ca. 340 ml. Ich hab sie nur mit gefiltertem Wasser und mit Sencha verwendet. Gereinigt wurde sie nur mit kochendem Wasser und niemals mit Spülmittel.


      Preis (exkl. Versand): 20 Euro.
      4. Japanische Kyusu glasiert mit 360° Sieb
      Ich habe sie ca. 2016 gekauft und sie hat ein Fassungsvermögen von ca. 310 ml. Ich hab sie nur mit gefiltertem Wasser und mit Sencha verwendet. Gereinigt wurde sie nur mit kochendem Wasser und niemals mit Spülmittel.
         
       
      Preis (exkl. Versand): 20 Euro.
      5. Japanisches Matchaset
      Ich verkaufe das auf den Bildern gezeigte Matchaset bestehend aus Teelöffel (Chashaku), Teebesen (Chasen) und der Matchaschale. Das Set ist auch aus ca. 2015 (nicht 100% sicher, war ein Geschenk damals) und war keines der billigen Ebaysets die man heute bekommt. Es wurde nur Matcha damit zubereitet und daraus getrunken. Ich hab noch eine Dose Matcha, ich kann aber nicht mehr sagen welcher drin ist (wurde mal ein anderer eingefüllt, ich vermute einer der günstigeren von Maiko aus 2016). Den gibts auf Wunsch gratis dazu, ohne Garantie dass er noch gut ist (wurde durchgehend im Kühlschrank gelagert).
       
      Preis (exkl. Versand): 30 Euro.
       
      Es kommen Versandkosten in Höhe von 5 Euro dazu (versichert, DHL Paket).
      Falls wer alle 5 Artikel nimmt, bekommt der den o.g. Versand umsonst, außerdem lege ich dann gratis die Reste meiner trinkbaren Teesammlung dazu:
      - Einen Sencha Kamo von Maiko Tee (Alter unbekannt, ich vermute 2016), ca. 30-50% voll (Wert ca. 5 Euro)
      - Eine 250g Packung Grüner Darjeeling der Teekampagne ca. 60% gefüllt aus 2017 (Wert ca. 10 Euro)
      - Eine 1000g Packung Darjeeling FF  FTGFOP1 der Teekampagne ca. 60%-70% gefüllt aus 2017 (Wert ca. 20-25 Euro)
      Bevor jetzt jemand denkt ich bin bekloppt: Der Aufwand nur ein Paket zu packen zu müssen ist mir das wert. Die Tees stehen hier sonst eh nur noch herum.
       
      Falls jemand tauschen will: Seit 1-2 Jahren heißt meine Leidenschaft Espresso/Kaffee/Rösten, falls ihr da was loswerden wollt kämen wir sicher ins Geschäft
       
      Viele Grüße,
      shavior
    • Von Thomas87
       
      Da gibt es das große Getue um den Geschmack. Aber was heißt schon: Geschmack?
      Es heißt, sich aus einer Vielzahl von Möglichkeiten auf ein subjektives Spezifika zu kaprizieren und sämtliche Alternativen zu negieren.
      Der Gipfel des Geschmacks ist die Liebe.
      Sie glaubt, unter Milliarden von Männern und Frauen - die man gar nicht kennt - diesen/diese eine/einen als höchstes Geschmackserlebnis anjubeln zu müssen und alle Restangebote zur zweiten und dritten Wahl zu degradieren.
      Geschmack, auf welcher Ebene auch immer, ist im Grunde Engstirnigkeit, das berühmte Brett vorm Kopf, das man - in dummdreister Verkehrung - als erstrebenswertes Kulturgut verkauft; auch hierin offen pluralistisch der jeweiligen Geschmackszielgruppe angepasst, denn der Geschmäcker sind viele und der Markt bedient sie alle, ob mit oder ohne Geschmack. Hauptsache, das Ding verkauft sich.
      Wenn man nun den Geschmack, das Schmecken genauer untersucht: Was passiert da?
      Ganz einfach: Das Gehirn erhält einen Sinnesreiz und vergleicht diesen mit den gespeicherten Erinnerungen an frühere Reize. Das Neue, Frische, Unerhörte wird also eingeebnet, etikettiert und mit dem Alten und Toten verglichen; indem man Wahrnehmung versprachlicht, in die Enge von Wörtern treibt, sie auf Kennzahlen reduziert, Datenbanken darüber anlegt; allgemein: sie in den Würgegriff allerlei Kognitionen nimmt: So geht das Lebendige dahin.
      Und kaum hat man diese unglaubliche Verarmung an Wirklichkeit vollzogen, beklagt man sich über die Schalheit des Lebens, seine Triste und Langeweile und stürzt sich sofort in das Hamsterrad der Reizerneuerung und plant beim Genuss des einen bereits den nächsten.
      Dieses unendliche Erwerben, dieses Probieren, Bewerten, Begutachten, Bemeinen und Hinausposaunen, diese unermüdliche Betriebsamkeit des Geistes beklatschen wir wohlwollend, wo wir doch nur Krämer und Händler verwesender Gedanken sind und glauben, einem Lebendigen hinterher zu jagen, welches wir doch selber ständig vor uns her treiben.
      Kein Wunder, dass die Leute verdep(p)ressieren; die sich dazu nicht einmal am eigenen, sondern ernstlich am Geschmack - Welchen Tee trinkst Du gerade? - der anderen orientieren.
      Wenn es also ‚Erleuchtung‘ gibt - und traditionell lädt der Teegenuss dazu ein, in ihm mehr als bloße Hydration und Zellversorgung zu erblicken - wie ‚schmeckt‘ dann diese ‚Erleuchtung‘?
      Seit Jahren, ach was, seit Jahrzehnten trinken wir Tee, feinste Gewächse aus feinsten Schalen in allerfeinster Verfeinerung: Und was ist passiert? Nichts.
      ‚Hier steh‘ ich nun, ich armer Tor, und bin so schlau als wie zuvor!’
      Genau das ist ‚Erleuchtung‘:
      Es geschieht nichts!
      Dies ist das berühmte Nichts, auf das manche ihr Leben lang hinarbeiten, 
      es immer vor Augen haben und doch nie erblicken.
      Dies ist das echte Nicht, das sich der Korruption durch das Sein und Etwas so sehr entzieht,
      dass es nur das ist, was es ist: nichts.
      Es passiert nichts. Rein gar nichts.
      Dies ist das berühmte Zen-Lachen.
      Die Zeit knallt auf sich selbst zurück.
      Da ist nichts! Das ist es!
      Darauf eine Tasse Tee!

      Die Mönche hatten Ito, 
      dessen tiefes Schweigen bei der Tee-Meditation ihren Neid hervorrief, 
      Zucker in den Tee gestreut. 
      Scheel aus den Augenwinkeln starrten sie nun verhohlen
      nach einem Augenzucken, einem Stirnrunzeln, einem Lippenrollen, einem Zungenplopp -
      einer kleinsten Abweichung vom Ritual.
      Aber Ito schien so tief zu meditieren und den Zucker vielleicht gar nicht herauszuschmecken?
      Da erhöhten die Mönche den Zuckeranteil auf drei Löffelgaben.
      Nun musste eine Reaktion kommen!
      Ito aber, noch bevor er seine Schale an die Lippen angesetzt hatte,
      reichte sie in erweiterter Zeremonie ehrerbietig und mit Huldigung an den Meister weiter.
      Die Mönche gerieten in Angst und Schrecken und die Röte stieg ihnen zu Gesicht.
      Nun würde der ehrwürdige Meister Opfer ihres Schabernacks werden.
      Zuerst kostete der Meister nur, dann trank er die ganze Schale aus.
      Dann sagte er: ‚Lecker.‘
      Am nächsten Tag aber war der Zucker aus der Küche verschwunden.
      Nie wurde über diesen Vorfall gesprochen.
      Itos Schweigen hatte sich über das ganze Kloster gelegt.
      So stark war es.
    • Von Paul
      Für die diesjährige Urlaubsplanung zwei Tipps?
      Mit Olivier Schneider für ca. 2000 € eine Woche Gong Fu Cha lernen?
      http://www.puerh.fr/evenement/stage_retraite_pratique_the_gong_fu_cha_thailande_2018.htm
      Oder erheblich schicker mit Lady Carnarvon auf "Downton Abbey".
      https://www.ladycarnarvon.com/dine-and-dream/
      Mein Fazit: Ich tät zu keinem wollen - weil: ich hab dafür nix anzuziehn
    • Von Thomas87

      Viel Mühe nimmt der Connaisseur auf sich - feinstes Geschirr, allerfrischesten Direktimport aus dem Teegarten, umfassende Schulung sämtlicher Gaumenknospen - um sich den unverfälschten und wahren Genuss zuzuführen, den nur ein optimal zubereitetes Produkt zur Geschmacksentfaltung, ach was, -explosion bringen kann, um ja jede Gehirnzelle zu betören: Ja, das ist es! Jetzt hab’ ich’s!
      Nun gibt es ein technisches Problem. Das ist die Wassertemperatur.
      Tee - zumal schwarzer - verlangt kochend heißes Wasser zur Lösung aller Inhaltsstoffe. Der Kenner gießt zwar nicht sprudelnd kochendes Wasser drüber, sondern wartet und lässt ein paar Grad abfallen, aber auch dann hat der Tee immer noch reichlich 40 Grad Übertemperatur: Er ist nicht trinkbar, will man sich nicht die Zunge verbrühen. 
      Also wartet der Teekenner ab. In dieser Wartezeit aber beginnt bereits der Alterungsprozess des Getränks. Man kann das an der Verfärbung von gelb zu gold zu braun direkt beobachten und selbst bei grobem Geschmacksempfinden herausschmecken: Der Tee verbittert. Das Optimum ist verpasst.
      Die Findigen behelfen sich mit Milch und gießen kalte zu. Dann hat man ein Milchmischgetränk, aber keinen Tee mehr: Perdü der reine Genuss.
      Andere nun kippen Kanne zu Kanne schnell hin und her und sind so mit Zwischentemperaturmessungen beschäftigt, dass die Konversation bei Tische leidet und die Gäste sich eher im Labor vermuten, als beim Teekränzchen.
      Wieder andere bereiten einen Teesud und ergänzen diesen - nach langen Messreihen - mit der richtigen Menge Kaltwasser, das sie tassengerecht portioniert haben, um ja den optimalen Trinkpunkt des Maximalaromas, der bei etwa 69 Grad liegt, also im Wägpunkt zwischen Frische und Bitterung, nicht zu verpassen. 
      Dies sind die Ingenieure der Teezeremonie, mithin die MINT-Leute, die nach aufwendiger Kurvendiskussion und präziser Grenzwertberechnung sämtliche Parameter in einen Annäherungspunkt kulminiert haben und letztlich doch am inhärenten Kompromiss zwischen Alltag und Wissenschaft scheitern. Wer schon tut sich solche Prozeduren an?
      Kurzum: Die Suche nach dem Geschmacksoptimum, nach dem reinen Genuss artet aus in aufwändige technische Szenarien oder in kulinarische Unzulänglichkeit und wie in jedem magischen Viereck ist das eine nicht zu haben, ohne auf das andere verzichten zu müssen: 
      Wer Tee richtig und optimal genießen will, handelt sich eine Menge Stress ein und konterkariert damit jeden Genuss.
      Dabei haben wir - Ähh - über Kalkanteile im Brühwasser und deren geschmacksbeeinträchtigende Wirkung noch gar nicht gesprochen. Über Wasser generell. Über Blattentfaltungsräume. Kannen- und Tassenformen und deren Einfluss auf die Degustation. Über Mondphasen, Raumfeuchte und jahreszeitliche Bedingungsgefüge. Über Kindheitsprägungen und die Genderproblematik beim Teetrinken.
      Die Experten haben - im Gegensatz zum Laien - die Lehre vom Optimum längst aufgegeben. Sie beurteilen ein Lebensmittel, Wein, Olivenöl, Butter, nicht nach Optimalgenuss, sondern nach Typgerechtigkeit. Schmeckt das Ding so, wie es schmecken sollte? Damit aber sind wir in der Mode, sprich der Relativität und nicht in der Spiritualität, also dort, wo ein jeder Kenner hin gelangen will, nämlich in die Istigkeit.
      Was also spricht der Weise? Wie schält er sich aus dem Dilemma? Wie kann er noch unbefangen Tee trinken, ohne zu verzweifeln? 
      Nun, Bodhidharma ging es nur um die Wirkung. Hierfür genügt auch eine Dose Red Bull. Klappt kalt wie warm: Die Gans ist raus!
      ps
      Dieser Beitrag bezieht sich auf diesen Koan:
      Chokoglu brachte dem Meister eine Schale Tee. ‚Zu heiß‘, sprach der Meister.
      Chokoglu brachte eine neue Schale. ‚Zu bitter‘, sagte der Meister. 
      Nun kam Chokoglu mit einer dritten Schale an. ‚Zu dünn. Dieser Tee schmeckt nach gar nichts‘, entgegnete der Meister.
      Viele Jahre lang brachte Chokoglu nun dem Meister Tee, aber niemals nahm der Meister eine Schale von ihm an. Immer hatte er etwas einzuwenden. Niemals fand eine Schale sein Genügen.
      Da hörte Chokoglu damit auf, dem Meister Tee zu bringen.
      Sofort rief der Meister: ‚Wo bleibt mein Tee?‘
       
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