Joaquin

Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

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@seika Stimmt, ich hätt ja auch mal schreiben können, woher der Tee genau stammt - Danke für den Hinweis! :D

Als Produzenten sind die Fujihara Tea Growers angegeben; aus Unnan, wie seika richtig erkannt hat.
In diesem youtube-Video kann man die Plantage sehen (Untertitel sind zumindest in Englisch vorhanden - im Wesentlichen erläutert er, dass sie Bio-Anbeu betreiben und Tamaryokucha sowie Houjicha produzieren):
https://youtu.be/fRSrE7qvYrc

P.S.: Schöne Grüße nach Japan, seika-san!

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Draußen trüb und Weltuntergangsstimmung in den Läden, die noch offen haben - was bleibt also anderes übrig, als sich in Ruhe hinzusetzen und Tee zu trinken? Man kann es auch schlechter erwischen - würden mehr Leute Tee trinken, hätten sie auch nicht solche Panik davor, sich mal mit sich selbst beschäftigen zu müssen. Vielleicht wären dann auch weniger asoziale Vollidioten unterwegs, die Hamsterkäufe machen, so dass es der arbeitenden Bevölkerung nach Feierabend seit Wochen unmöglich ist, Nudeln Reis oder Toilettenpapier zu kaufen 🤬

Wie dem auch sei - heute ist der 2007er Yiwu Zheng Shan von Chanting Pines im Kännchen:
Ein Shu, der zwar durchaus OK ist und sich keine Fehler erlaubt, aber irgendwie auch durch nichts wirklich in Erinnerung bleibt. Primär zeichnet ihn ein schön volle und vor allem weiche Textur aus, es gibt kein Fermentations-Muff mehr und geschmacklich geht es in Richtung erdig-schokoladig, aber irgendwie ... nichts Außergewöhnliches. Ein guter Vergleich ist eine Mercedes (aktuelle) B-Klasse oder C-Klasse: gut ausgestattet lässt das Auto nichts vermissen, hat allen erdenklichen Luxus und Schnickschnack aber ganz ehrlich: gähn! Nichts davon brauch ich und nichts davon interessiert mich - es bringt mich genau so von A nach B wie ein 14 Jahre alter Dacia, fährt sich nur etwas ruhiger. So fühlt sich der Tee für mich an: gehobene Qualität aber grau und austauschbar.

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Offtopic: nachdem ich die Bohle von meinem selbstgemachten Teetisch die letzten Wochen nach dem ölen erstmal hab trocknen lassen und zunächst mit dem Ton-Teetisch darauf stehend geschont habe, versuche ich es künftig ohne. D.h. lange wird die Oberfläche wohl nicht so "perfekt" bleiben, wie momentan 😂

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Disclaimer: Ich hab von Peter freundlicherweise ein paar Samples von seiner letzten Reise nach Taiwan und Thailand erhalten, von denen noch nicht klar ist, ob sie es in den Shop schaffen werden, teilweise auch mit nur recht rudimentärer Beschreibung (z.B. 2020 Maocha Thailand), daher kann es sein, dass in nächster Zeit ein paar Tees besprochen werden, zu denen ich abseits von meinen Eindrücken (noch) nicht viel sagen kann - da hier aber durchaus spannende Tees dabei sind, würde ich meine Eindrücke dennoch mit euch teilen wollen :) 

Als erstes starte ich mit dem 2004er Wild Tea Trees (bei dem die Informationslage auch sehr gut aussieht):
Dieser Tee scheint auf den ersten Blick dem 2004er Yunnan Arbor Wild Tea recht ähnlich zu sein: ebenfalls von der Liming Tea Factory produziert und ebenfalls ein Blend mit Lao Ban Zhang und Bulang, allerdings hier mit Yiwu-Anteil anstatt Nannuo und 4 Jahre weniger auf dem Kerbholz. Es sind auch durchaus Parallelen erkennbar: er bietet ebenfalls eine sehr schön saubere Fermentationsnote und einen schön derben Stallcharakter, allerdings scheinen mehr als nur 4 Jahre zwischen den Tees zu liegen - während der 2004er für sein Alter weit gereift zu sein scheint und mit viel Leder aufwartet, wirkt dieser hier noch verhältnismäßig frisch und besticht vor allem durch einen extrem sauberen und klaren Charakter - er scheint sogar noch sauberer gereift, als ein Großteil der Boutique-Shengs die ich kenne, beeindruckend! Der "jüngere" Eindruck kann aber auch mit daran liegen, dass mir hier der Bulang-Anteil im Vergleich zum 2004er höher zu sein scheint - gerade in den ersten Aufgüssen zeigt der Tee Zähne und vom Yiwu-Anteil ist quasi nichts zu merken, erst später, wenn sich der Bulang etwas beruhigt hat. Auch wenn er dadurch weniger "kultiviert" wirkt wie der 2004er führt das zu einem sehr schönen Spannungsbogen über die verschiedenen Aufgüsse hinweg. Einziges Manko: Das Qi scheint hier im Vergleich etwas weniger ausgeprägt zu sein, auch wenn es trotzdem klar vorhanden ist (natürlich bei nur einem Sample immer schwer zu beurteilen) - ein toller, wandlungsfähiger Tee!

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vor 20 Stunden schrieb doumer:

2004er Wild Tea Trees

Korrektur: der Tee ist von 2008! Im Text hab ich es ja mehrfach erwähnt, nur im Namen irgendwie verkackt ;)

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Auf dem Balkon, im strahlenden Sonnenschein habe ich einen

Rougui - Zimt Oolong aus Mingjian von 2014

aufgegossen.

Die trockenen Teeblätter waren nahezu geruchlos. Der Tee selbst schmeckte nach Trockenfrüchten, Pflaume/Apricose, der Zimt, den ich erwartete war sehr verhalten. Angenehme Süße, nicht bitter werdend. Das feuchte Blattgut roch sehr deutlich nach Zimt. Vielleicht waren meine Geschmacksknospen nicht in Form. Demnächst werde ich ihn nochmals verkosten.

Ich gehöre leider zu dem Personenkreis, der nicht vollmundig den Geschmack und den Duft beschreiben können. Bei mir gibt es hauptsächlich die Einteilung schmeck, schmeckt nicht. Dieser Zimt - Oolong hat sehr gut geschmeckt.

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Kurihara Shin ("Heart") Premium Gyokuro aus Yame

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Der Tee hat eine etwas merkwürdige Zubereitungsempfehlung. 5g @60ml, 50°C, 2 min (soweit ok), danach aber 90°C und jeweils auffüllen auf 200 ml (15s und 45s). Ist mir so noch nicht untergekommen, und auf meiner Recherche habe auch nichts vergleichbares gefunden. Na gut, ausprobiert, aber liegt mir gar nicht. Der erste Aufguss ist zwar sehr lecker, aber mir viel zu mächtig. Grenzt schon an Espresso. Die anderen beiden Aufgüsse hatten keinerlei Gyokuro-Feeling, ich weiß auch schon gar nicht mehr, wie ich die Aromatik beschreiben könnte, obwohl erst wenige Tage her. Ausdrucklos triffts dann wohl am besten.

Meine Befürchtung war, so "Premium" wie beschrieben ist er dann wohl doch nicht, wenn die den dann mit 90°C auskochen müssen. Wobei mir bewusst ist, dass "Premium" bei japanschen Tees nun auch nicht gerade das hochwertigste Prädikat ist.

Also im nächsten Anlauf mal die Standardrezeptur versucht: 5g auf 100 ml, 50°C, 90s-10s-60s. Aha, viel besser. Erster Aufguss der beste mit extrem viel umami und Buttrigkeit, Süße, Gemüse (Tomate, Spinat und grüner Spargel) und Walnuss. Im zweiten Aufguss dann viel "Fischigkeit" (offiziell ja "Seegras"...), wobei mir das nicht so liegt, auch wenn das ein Qualitätsmerkmal sein soll? (Bitte um Bestätigung der Japantee-Profis). Dritter Aufguss keine nennenswerte Änderung, außer dass alles langsam verblasst. (weitere Aufgüsse ok, aber eher zum Durstlöschen)

Im dritten Versuch dann die Temperatur für den dritten Aufguss erhöht auf 60°C und damit wohl das Optimum erreicht. Habe auch nur mal 4g ausprobiert, da würde ich aber bei 5g bleiben, sonst ist er zu dünn. Dicker als mit 5g brauch ich ihn aber auch nicht. Die Fischigkeit kann ich mit der höheren Temperatur etwas zügeln, dafür bekomme ich nochmal viel Kakao und Nuss. 4. Aufguss und 5. Aufguss geben dann mit 70°C auch nochmal was her, dann ist Feierabend.

Ein Tee, bei dem der Weg das Ziel war - so kriegt man die Zeit im Büro auch rum ;)

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Das Blattgut schaut jetzt nicht so aus, wie ich es von einem Gyokuro in dieser Preisklasse erwarten würde. Maschinenernte, klar (bei Japantee jedenfalls) - aber dass das Gehäcksel auch noch farblich so uneinheitlich ist ... Auf der (englischsprachigen) Webseite des Produzenten schaut das Blatt jedenfalls so aus:

Kurihara Tea #03: Shin (Heart) - Premium Gyokuro Green Tea

Was sich dort nicht findet, ist diese in der Tat eigenartige Zubereitungsempfehlung. Auch nicht bei yunomi, die den Vertrieb für den nichtjapanischen Markt machen.

 

Der 'shin' ist nach dem 'takumi' und dem 'den' der drittklassige Gyokuro von Kurihara. Auf Bezeichnungen wie 'premium', 'supreme', 'nonpareil' usw. gebe ich schon eine ganze Weile nichts mehr. Das ist bloß Marketinglyrik.

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Zur Zubereitungsempfehlung, die hat yunomi auf die Packung gedruckt.

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Bislang kam mir bei anderen Tees von yunomi keine von der Herstellerempfehlung abweichende Beschreibung unter (wenn man denn sonst noch Angaben fand).

 

vor 36 Minuten schrieb SoGen:

Auf Bezeichnungen wie 'premium', 'supreme', 'nonpareil' usw. gebe ich schon eine ganze Weile nichts mehr. Das ist bloß Marketinglyrik.

Ich habe (ebenfalls von Kurihara) auch noch 3 Senchas - Premium, Superior, Imperial - um genau dem auch nochmal genauer auf den Grund zu gehen.

 

Die Preise bei yunomi sind grundsätzlich sportlich. Ich weiß nicht, was der Tee im lokalen Handel kosten würde, aber sicherlich weit weniger. Regulär würde ich bei yunomi nicht einkaufen, aber man hat eine große Auswahl mit auch kleinen Packungsgrößen und kann dadurch eine umfangreiche Bestellung abgeben, bei nur 1x Versand und Zoll. Aber das sprengt hier den Rahmen.

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Mein erster Tee von diesem Jahr ist überraschenderweise kein Pu aus China (😱) sondern ein 2020er Maocha aus Thailand, wovon ich ein Sample von Peter (prSK) erhalten habe:
Ein ganz frischer Maocha aus Thailand, dessen trockenes Blatt zwar etwas grob aussieht aber zugleich durch einen extrem intensiv süßen und exotischen (schwer zu beschreibenden) Duft besticht. Diese Grobheit setzt sich auch im Aufguss fort: recht adstringent und der Tee macht sich schon etwas im Magen bemerkbar (Disclaimer: wie üblich am Wochenende morgens auf nüchternen Magen), da wurde nichts glatt gebügelt (auch wenn die Textur des Tees an sich eigentlich angenehm weich ist) - das kann man je nach persönlicher Einstellung nun als fehlende Finesse oder als erfrischend anders bezeichnen. Zugegebenermaßen wird der Aufguss der Intensität des Duftes nicht ganz gerecht, da im Verhältnis etwas verhalten und als Kritik kann man anführen, dass der Tee weder eine interessante Textur noch ein nennenswertes Qi hat, dafür bietet er geschmacklich ein sehr interessantes Erlebnis: Obwohl er gut süß ist, wirkt er im Gegensatz zu manchen Chinesischen Kollegen kein bisschen klebrig oder "opulent" sondern immer frisch und fast schon ätherisch. Die schwer zu beschreibende exotische Note des Duftes würde ich hier am ehesten als etwas in Richtung von (grünen) Kochbananen beschreiben: zwar schon süß und fruchtig aber nicht so fruchtig wie wenn man in einen Apfel beißt, sondern verhaltener und irgendwie "grüner", "pflanziger". Auch wenn der Tee seine Schwächen hat auf jeden Fall etwas erfrischend anderes, tolle Erfahrung! 🙂

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Shuppin Gyokuro aus Yame via @teekontorkiel

Ein Gyokuro, bei dem kaum Wünsche offen bleiben.

Das Umami ist intensiv, jedoch nicht komplett überlagernd, so dass die feine Süsse des Tees schön zur Geltung kommen kann. Der Nachhall ist endlos und schmeichelt allen Sinnen, ein hochkarätiger, unglaublich belebender Tee.

 

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Der schönste Start in den Tag ist für mich ein Schälchen Gyokuro.
Heute ist es der Kyoto Premium Blend von yutaka.
Deutliches, aber nicht extremes Umami gepaart mit einer Süße, die jedoch nicht mal ansatzweise an jene des kürzlich hier gezeigten Kobayashi Uji-Hikari herankommt.
Ein guter aber in keiner Richtung extremer Gyokuro, der noch dazu kein anstrengendes Preisniveau besitzt. Wäre ein guter Einstiegsgyokuro imho.

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Bi Lo Chun Sanxia 2020

Wie bereits die letztjährige Ernte ein wahrer Augenöffner. Kein anderer chinesischer oder taiwanesischer Grüntee aus meiner Erinnerung kann da mithalten.

Leicht floral, mit einer herrlich frisch fruchtigen Süsse. Sehr sanft und wie Samt im Mund. Der zweite Aufguss ist ein Traum...! Mein Grüntee für die einsame Insel. Absolut Großartig! :love:

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1990er Jing Guo Toucha (via prSK): Ein durch und durch bescheidener Tee - wobei bescheiden hier im Sinne der Tugend zu verstehen ist: subtil in allen Aspekten und doch oder gerade deshalb auch in allen Aspekten ein Volltreffer, ohne damit angeben zu wollen. Ein elegantes Understatement in Teeform!
Die Geschmacksebene ist wenn auch subtil ziemlich facettenreich - primär vor allem leichte Walnuss und Steinpilz-Noten gepaart mit einer süßen Holzigkeit. Erinnerungen an meine Kindheit werden wach, als nach dem Pilze-Sammeln im Wald diese in zerlassener Butter angebraten wurden - als Erst- oder Zweitklässler war das schon etwas tolles, den eigenen Fund (der von den Erwachsenen natürlich überprüft wurde) zu verspeisen. Die Textur gefällt mir bei dem Tee besonders gut: butterweich und zu beginn auch schön schwer mit einer lang nachhallenden Öligkeit, ohne dabei klebrig zu wirken - eher im Gegenteil: irgendwie schafft es der Tee unheimlich "luftig" zu sein, was evtl. auch damit zusammenhängt, dass es trotz dem Alter keinerlei Off-Noten gibt, nichts schmutziges/dreckiges und noch nicht einmal eine nennenswerte Feuchtigkeit ist vorhanden, einfach super sauberes Alter ähnlich wie bei dem 2003er Yiwu Guafengzhai. Auch das Qi des Tees entspricht dem zurückhaltenden Charakter: in den ersten Aufgüssen kaum wahrnehmbar, hat es doch im Laufe der Aufgüsse eine tiefe, nachhaltig entspannende Wirkung. Insgesamt erinnert mich der Tee in vielerlei Hinsicht an den tollen 1993er Ying Hao Toucha, wenn auch etwas weniger "reichhaltig", dafür schwerer. Man muss schon genau hinhören, was der Tee einem sagt - wenn man das macht kann man mit dem Tee wirklich schöne, ruhige Stunden verbringen. Ich hoffe, der Tee schafft es in den Shop!

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Viel Zeit und Muße, das nutze ich aus und hau' mir 'was Japanisches in die Tasse. Da brauche ich meistens viel Geduld zu, wegs Abkühlen des Wassers, in diesem Fall auf ca. 60 Grad. Hatte den Go En, produziert von den Morimotos auf Verdacht gekauft, als er im The English Tearoom deutlich herabgesetzt war (ob des Frischedatums). Bereue ich kein bisschen:  Weiche Süsse, nicht bitter, nicht grasig, nicht algig. Unaufdringliches, leichtes Unami. Ergiebig. Die Japanspezialisten werden ihn vermutlich 2mal aufgießen, ich quäle ihn ein bisschen öfter. Weil, wie gesagt, habe ja jetzt Zeit und Muße.20200325_090800.thumb.jpg.6aef2353a10605bb3291b81a2fc44eca.jpg

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Zurück von einer längeren Reise. Aus kulinarischer Sicht hätte diese auch gerne noch länger andauern können. Vermisst habe ich lediglich drei Dinge:
1. Vollkornbrot, das seinen Namen verdient
2. guten Käse
3. Tee
Da wir hier ja bekanntermaßen keine Käsebrot-Sessions dokumentarisch festhalten, bezieht sich Folgendes natürlich auf Punkt 3.

Heute in (die) Schale geworfen: Ein gelber Huoshan Huang Ya '18 via nannuoshan. Es ist der zweite gelbe Tee, den ich kennenlernen darf. Allerdings war der erste Kandidat geschmacklich (und vermutlich verarbeitungstechnisch) so Grüntee-ähnlich, dass ich ihn kaum als Vertreter einer eigenen Kategorie wahrgenommen habe.
Hier ist das anders: Das trockene Blatt riecht würzig und kräftig nach Cayenne-Pfeffer und Barbecue-Rauch.

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Nach dem Aufgießen ist dieser Geruch allerdings im wahrsten Sinne des Wortes entschärft. Nun deutlich milder, leicht süßlich.
Der Geschmack ist deftig, aber ausbalanciert durch eine angenehme Süße. Noten von gerösteten Pinienkernen und Paprika.

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Knappes Fazit: Lecker. Schade, dass es nur ein Sample war.

Gestern hatte ich den "Schwestertee", einen als Grüntee verarbeiteten Huoshan Huang Ya aus der selben Fabrik, im Schälchen. Der hat mir allerdings sehr viel weniger gefallen als dieser hier. Morgen werde ich ihm nochmal eine Session widmen und dann gegebenenfalls ein paar Worte dazu verlieren.

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vor 23 Stunden schrieb Shibo:

Gestern hatte ich den "Schwestertee", einen als Grüntee verarbeiteten Huoshan Huang Ya aus der selben Fabrik, im Schälchen. Der hat mir allerdings sehr viel weniger gefallen als dieser hier.

Nun nochmal mit minimal höherer Dosierung (5,5g statt 5g auf 120ml) und vor allem höherer Temperatur zubereitet. Ich benutze kein Thermometer, aber es werden ca. 85, in den späteren Aufgüssen 90 Grad Celsius gewesen sein. So gefällt er mir deutlich besser. In der letzten Session bei 75-80 °C Aufgusstemperatur hatte der Tee einen etwas seifigen Geschmack, der mich sehr gestört hatte. Davon ist jetzt so gut wie nichts mehr zu merken.

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Stattdessen ein erfrischendes Mundgefühl: Mentholig kühlend, leicht. Das Aroma ist gemüsig-süß: Zucchini, Artischocke, gekochte Möhren.

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Trotz dem hochwertig wirkenden Blattgut (das Foto ist mir leider nicht gut gelungen) für mich eher ein Alltagstee. Gefällig und erfrischend, aber weniger fesselnd und komplex als sein gelber Verwandter... welcher durchaus ähnliche Geschmacksrichtungen anschlägt, aber einen viel kräftigeren und intensiveren Grundcharakter besitzt.

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@Shibo Erzähl doch mal von deinen Eindrücken zu den TGY's..
Auch zu den jungen 18ern, aber die mit leichterer Röstung ohne Holzkohle, letzterem würde ich ungeöffnet noch ein Jahr Ruhe gönnen.
PS: Ein Bild von einem korrekten Vollkornbrot mit korrektem Käse und Detailinformationen schadet auch nicht.  😁✌️

Am 29.3.2020 um 14:22 schrieb doumer:

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Mmmmh, sieht ansprechend aus! 👍

Am 29.3.2020 um 12:00 schrieb Anima_Templi:

Kein anderer chinesischer oder taiwanesischer Grüntee aus meiner Erinnerung kann da mithalten.

Immer wieder bemerkenswert, wie die Geschmäcker auseinandergehen, kenne den diesjährigen Jahrgang noch nicht, aber der ist bislang zumindest stets relativ konstant meiner Erfahrung nach, mich haut der jetzt nicht aus den Socken, nett, filigran, für mich aber zu nett.

Machen wir doch wiedermal eine Verkostung mit einem spezifischen Tee, den mehrere von uns haben, das wär doch wiedermal cool, so lange her seit dem letzten Mal. Vorschläge?

Ich meine ein separates Thema zu einem spezifischen Tee, zu dem dann mehrere von uns die Meinungen dazu schreiben.

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@GoldenTurtle Das mache ich auf jeden Fall! Könnte aber noch ein wenig dauern, mir ist momentan eher nach Grüntee und vor allem Darjeeling zumute.

P.S. Auch deine Frage bezüglich Jianshui und Oolong habe ich nicht vergessen. Kurzes Zwischenfazit: Bisher keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse mit grünem Oolong und Dancong. Mit dunklem Oolong (stark oxidiert, gelagert oder stark geröstet) werde ich noch mehr experimentieren.

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Trinke gerade den Nanmei O Yang Gushu 2018 von @teekontorkiel. Ist vom Geschmack her süß und fruchtig. Hat teilweise einen etwas würzigen Abgang. Mir gefällt der Tee sehr gut. Ist nicht bitter und streng, sondern eher milder. Wobei mir aber der 2015er besser gefiel. Mir kam der etwas vielfältiger in den Aufgüssen vor als dieser. Aber es ist gut, dass sich die Tees auch in den Erntejahren unterscheiden und nicht immer gleich bleiben. So kann man den "gleichen" Tee trinken und doch einen anderen haben.

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    • Von Dave888
      Hallo Allerseits, 
      nach längerer - und etwas frustrierender - Suche nach einem Buch über japanischen (gerne auch zusammen mit chinesischem) Tee hoffe ich auf Rat aus dem Forum.
      Ich suche ein umfassendes Buch über die verschiedenen Teesorten (und dies möglichst detailliert). Gerne auch mit tips zur Zubereitung, aber: keinen Bildband, keine Teegeschichten, keine kulturhistorische Abhandlung und keine Buch über Teezeremonien. Auf Deutsch scheint es nichts zu geben. Kann mir jemand einen entsprechendenden Titel auf englisch empfehlen. Ich würde mich SEHR freuen!
      Viele Grüße, David
    • Von Torya
      Liebe Tee Community,

      ich wusste gar nicht, dass es so ein tolles Forum wie dieses hier gibt, welches aktuelle Beiträge enthält. Ganz tolle Inhalte.  Der Tee ist so gut und das soll keine offensichtliche Werbung sein. Er ist mit Guayusa und im Grobschnitt

      Seit einigen Jahren mache ich schon Sport (gehe laufen und ins Fitness). Daher habe ich auch angefangen, regelmäßig, meist am Morgen, Tee zu trinken. Dieser hydriert nicht nur, sondern liefert dem Körper auch essentielle und belebende Nährstoffe. Leider gab es nie eine Teemarke, mit der ich mich als junge Person identifizieren konnte. Vor 2 Wochen hat mir jmd. von sipcult, einem jungen Tee Startup aus Deutschland erzählt. Ich habe mir sofort deren Tee bestellt und war begeistert.

      Überzeugen kann ich euch nicht, das macht jeder für sich selbst. Allerdings unterstütze ich dieses junge Unternehmen sehr gerne, da der Tee zwar höherpreisig, allerdings natürlich und trotzdem extrem lecker ist. Absolute Empfehlung. Bitte mehr davon!

      Die Webseite findet ihr unter <Spam entfernt - Admin>

      Ganz liebe Grüße und habt einen schönen Wochenstart!
      Eure Tory
      Was haltet ihr davon und welche Lieblingsteemarke habt ihr?
    • Von Krabbenhueter
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      Nun denke ich nicht an die vielen "Professionellen", also die Händler, die sowieso überall präsent sein wollen und müssen.
      Aber wie ist das mit denen, die sich einfach nur ausdrücken wollen. Ich denke da an meine eigenen blog - versuche...
      In dieser Beitragsserie geht es mir darum, vielleicht einige dieser Künstler auf dem Weg zum Tee zu sammeln.
      Und gleichzeitig möchte ich etwas mehr von diesem Bereich kennenlernen.
      Ich fange gleich mal mit jemanden an, die ich persönlich auch kenne und die ich gern so auch etwas unterstützen würde:
      https://www.instagram.com/giselasmartertea/
    • Von Krabbenhueter
      Am Freitag war ich in Berlin zu einem neuen, interessanten Zusammentreffen von Teefreunden in Berlin eingeladen, das nun in den nächsten Wochen regelmäßig am Freitag stattfinden soll.
      Ich habe dazu auch einen blog geschrieben:
      https://krabbenhueter.blogspot.com/2020/07/teetime-bei-cpace.html
      Also wer Interesse hat, sollte einfach mal vorbeischauen.
       
       
      Gute Nachrichten für die Berliner Teeliebhaber!

      Nannuoshan und C*SPACE laden Euch herzlich zur Tea Time 下午茶 ein! In der kunstvollen Location von C*SPACE treffen sich jeden Freitagnachmittag die Teeliebhaber der Hauptstadt um bei ein paar Tassen Tee zu reden, entspannen und sich zu erfrischen.
      Jeder ist willkommen; einfach vorbeischauen, Tee auswählen (oder mitnehmen) und ganz informell und gemütlich die Zeit und den Tee genießen. Zur Verfügung stehen Gongfu Cha-Geschirr und eine Auswahl an hochwertigen Tees, selbstverständlich auch aus dem Nannuoshan Sortiment.
        WO
      C*SPACE in der Langhansstraße 86, 13086 Berlin


      WANN
      Ab 17. Juli, jeden Freitag, ab 15 Uhr.
        C*SPACE C*SPACE ist ein kreativer Raum für Arbeit, Kunst, Begegnung und Projekte in einer ehemaligen Möbelfabrik im Berliner Kiez "Weißenseer Spitze". Die Gastgeber Jan Siefke, Fotograf, und Katja Hellkötter, Kulturmittlerin, haben 16 Jahre in China gelebt. Mehr als nur ein Raum ist C*SPACE Ort und Treffpunkt für Kulturaustausch zwischen Fernost und Berlin; der perfekte Rahmen für wonnige Teemomente.
      Je nach Wetter, wird die TEA TIME 下午茶 im Hof oder in den wunderschönen Innenräumen stattfinden. Dort gibt es auch das kalligraphische Raum-Kunstwerk “Common Space - Everything Flows 一切支流 “ des Künstlers QIANG Geng zu bestaunen, das im Corona Lock Down entstanden ist. Wer Muse hat, kann beim Tee auch tiefer in die chinesische Philosophie - das "Buch der 1000 Zeichen” oder daoistische Poesie - eintauchen, auf die der Künstler sich bezieht. 
          
      Fotos, Copyright: Jan Siefke.
    • Von Rainer S
      Hallo aus Sachsen
      Aus der Nähe von den Weinbergen Meißen. Über Kräutertee, Lappacho, Schwarztee bin ich aus Neugierde auf das Catechin an den Grüntee, Matcha und co.gekommen. Eine Krankheit hat mich darauf gebracht. Seit drei Jahren trinke ich nun Grüntee, Matcha und Oolong.
      Eine Erfüllung für mich. Dieses Forum hilft mir dabei sehr. Täglich finde ich hier Antworten auf meine Fragen.
      Schon über die Mitte von 70 komme ich so einigermaßen mit dem Forum zurecht. Das stöbern macht mir großen Spaß.
      Bitte lasst mich Neutral am Forum teilnehmen. Viel probiere ich aus dem hier dargestellten aus. Wunderbar.
      In diesen Sinne freundliche Grüße 
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