Joaquin

Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

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Tianmuhu Hong Cha  via @chenshi-chinatee
Ernte: 2018

Dieser Tee hat so eine herrliche Kakao-Note! Ich muss immer an mit Kakaopulver gepuderte Schoko-Trüffel denken, wenn ich die Nase ins Doypack stecke. Dazu noch eine gute Portion Honigsüße. Etwas malzig ist er auch, aber deutlich milder als die meisten mit bekannten chinesischen Schwarztees.

@Chris: Da der Tee nicht mehr im Shop ist: Magst du vielleicht etwas zu Pflückdatum, Kultivar, Verarbeitungsmethode, oder sonstigen interessanten Eckdaten sagen?

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Hallo Shibo,

ich hatte den Tee von einem persönlichen Kontakt über chinesische Bekannte aus Worms, deren Cousin in Tianmuhu (Liyang), quasi südlichster Zipfel von Jiangsu, Steinwurf zu Anhui und Zhejiang. Der Tee war von Guyu (pre rain) 2018er Pflückung. 

Hier gibts auch den Teegarten direkt zu sehen, war 2017 das letzte mal da:

 

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Da ich vorher an William gedacht hab (und der Kerl ist ja wirklich nett!), krame ich heute nach mehreren Jahren der Entwicklungsmöglichkeit den ca. 17er Jingmai Gulan Gushu hervor, es interessiert mich doch wie der zwischenzeitlich geworden ist und hoffe das Beste! Frisch und auch nach etwa einem Jahr hatte mich der ehrlich gesagt ja nicht gerade begeistert, aber wer weiss, die unterschiedlichen Produktionsweisen sind in gewisser Hinsicht eine Lotterie - manchmal tut sich ein Fladen erst nach Jahren wunderbar auf. Oder man selbst wird reifer und findet neue Zugänge.

Gerade süffle ich einen ca. 06er Taiwan Hochland Taichung TGY von Atong, bei dem wohl eher letzteres zutrifft und ich noch vor etwa zwei, drei Jahren den Zugang überhaupt nicht hatte - jetzt finde ich diesen Wulong sensationell.

@chenshi-chinatee Schön persönliches Video, das gefällt mir. 👍
Die Tianmuhu Tees finde ich ja auch gut, dezent und nobel zurückhaltend.
Wenn ich mich recht erinnere stammen die doch auch aus einem Naturschutzgebiet?

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Geschrieben (bearbeitet)

Also dann wären wir bei der Nachverkostung der Nachverkostung vom Jingmai Gulan Gushu '17 von William ...

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Nach dem Motto: Gibt einem Sheng 3 Jahre Zeit ✌️

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Teilweise ziemlich gepresst ...

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Aber geht doch gut auseinander ...

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Auf Arte gibts übrigens aktuell ne Serie: "Patina Paradise"

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Der Duft des in der feuchten, heissen Kanne geschüttelten trockenen Materials ist nun ein paar guten Shengs, die ich neulich von Lucy in der Kanne hatte, verblüffend ähnlich.

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Nun sieh da.. der Sheng ist inzwischen deutlich besser geworden, hat an Mehrdimensionalität stark zugelegt, die Süsse hat zugenommen, die Bitterkeit ist dezenter geworden, im Nachhall ein gutes Spiel der Beiden. 

PS: Beim 2. Aufguss ist eine leichte Intensivierung der Bitterkeit zu verzeichnen, für mich aber sehr angenehm, mit sehr langem, schönen Nachhall.

Yippie, ist doch immer wieder schön wenn ein früher voreilig als Fehlkauf abgestempelter Zuwachs der Teebibliothek sich nur mit genügend Geduld und guter Bambuslagerung als Bereicherung herausstellt.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Ah, sehr schön @GoldenTurtle. Mein Eindruck war auch, dass Williams Tees durchaus gut altern, auch wenn sie anfangs des öfteren verdächtig zart sind. Hab keine Gushus von ihm, aber bin sehr zufrieden damit, wie die Miyuns sich entwickeln.

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vor 16 Minuten schrieb miig:

auch wenn sie anfangs des öfteren verdächtig zart sind

Verdächtig zart?! Ganz im Gegenteil beim 17er Gulan! Das ist ein bitterer Haudegen ersten Ranges, so ziemlich auf Augenhöhe mit der Bulang-Clique, nur klar übertroffen von manchen Wilden, wenn sie noch ganz jung sind. Der war am Anfang eben sehr eindimensional, fast nur bitter. Ich habe mir heute gedacht, der hat bestimmt ungeschützt durch andere Bäume ganz viel Sonne abbekommen. Und in den späteren Aufgüssen prahlt er noch immer mit seiner transzendenten Bitterkeit, wenn sie auch durch die Lagerung unterdessen deutlich interessanter und in den späteren Aufgüssen zwar nicht ganz so wie am Anfang, aber dennoch etwas facettenreicher geblieben ist. Für mich ist klar, der mag noch ein paar Jahre ruhen und wandelt sich noch mehr.

Wandelt sich ... noch tiefer ... die Bitterkeit öffnet sich durch die Ruhe langsam und zeigt einen Glanz, eine Schönheit, das finde ich noch ziemlich interessant und lehrreich. 

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor 17 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Auf Arte gibts übrigens aktuell ne Serie: "Patina Paradise"

Kenn ich sogar, aber auf die Folge über Teegeschirr warte ich bisher vergeblich :D 

vor 11 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Verdächtig zart?! Ganz im Gegenteil beim 17er Gulan! Das ist ein bitterer Haudegen ersten Ranges, so ziemlich auf Augenhöhe mit der Bulang-Clique, nur klar übertroffen von manchen Wilden, wenn sie noch ganz jung sind.

Echt jetzt? Von 2017 habe ich nur den Bulang von ihm und der ist schon obwohl Bulang eher mäßig bitter... :ph34r:
Ich habe bislang auch alle Farmerleaf Tees als eher zart und vor allem zugänglich erlebt - ordentliche Anfänger-Shengs. Die Gulan heben sich meist doch klar von den übrigen des Jahrgangs ab, sind inzwischen aber auch vom Preis her über das Anfänger-Stadium hinaus. den 2016er hatte ich erst vor 2 Monaten, den 2015er muss ich mal wieder rauskramen, das interessiert mich jetzt doch!

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vor 1 Stunde schrieb doumer:

aber auf die Folge über Teegeschirr warte ich bisher vergeblich

🤣👍 ... das Zeug will einfach nicht rosten!

vor 1 Stunde schrieb doumer:

den 2016er hatte ich erst vor 2 Monaten, den 2015er muss ich mal wieder rauskramen, das interessiert mich jetzt doch!

Ich kann nur vom 17er sprechen, das kann ja je nach Wetter und Selektion von Jahr zu Jahr stark variieren.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor 23 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Ich kann nur vom 17er sprechen, das kann ja je nach Wetter und Selektion von Jahr zu Jahr stark variieren.

Klar, wurde ja 2019 sehr deutlich was der Jahrgang für einen Unterschied machen kann 😉

 

@topic: Dôsenbô Kanaya-Midori Sencha von Thes du Japon

Auch wenn ich den Echizen Shiboridashi primär mit Sheng nutzen werde (und bislang ausschließlich genutzt habe) muss das Debüt doch standesgemäß mit einem ordentlichen, ganz frischen Japanischem Sencha stattfinden!

Dieser Tee stammt wirklich aus Uji, genauer gesagt Dôsenbô, wurde auf ca. 400-500 Meter von Mr. Yuki angebaut und ist komplett unbeschattet. Was mich auf den Tee aufmerksam gemacht hat war die Beschreibung seiner Geschmacksnoten: milchig und nach Kiefer. Und tatsächlich: abgesehen von den üblichen süßen Umami-Noten hat der Tee eine schön milchig-weiche Textur und erinnert in den ersten Aufgüssen wirklich durch gewisse harzige, dunkle und trotzdem frische Facetten, die einen durchatmen lassen an den Duft eines Nadelwalds - klasse! Ich war bei der Dosierung evtl. etwas "enthusiastisch" (aber dank der massiven Bauweise des Shiboridashis schließt der Deckel trotzdem), weshalb schon eine gewisse Adstringenz mitschwingt, aber die passt meiner Meinung nach gut zu dem Charakter des Tees. Zwar nicht ganz so ein Aha-Erlebnis wie mit dem Gyokuro Fujitsubo, aber trotzdem ein außergewöhnlicher Sencha, der mehr leistet, als sein Preis erwarten lässt.

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vor einer Stunde schrieb Paul:

Wirklich ein sehr hübscher Sencha, wobei die Dosierung bei mir nicht so "mörderisch" war.

Stimmt - und war trotzdem gut! (war hier zugegebenermaßen auch eher ein Versehen - bin etwas aus der Übung mit Japanern und hab den Shibo wie gesagt bislang nur mit Sheng genutzt - war aber trotzdem lecker)

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Farmer Leaf Lafu '20

Beim Öffnen des Doypacks strömt mir ein fruchtig-floraler Duft entgegen, der mich ein wenig an die Aromen eines Indian Pale Ale erinnert. Dieser etwas ungestüme, aber keineswegs unangenehme Duft verflüchigt sich jedoch schnell und hält sich fortan im Hintergrund. Er mag auf die Frische des Tees und die noch nicht allzu weit zurück liegende Pressung in Bing-Form zurückzuführen sein.

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Einmal aufgegossen, befinden wir uns in bekanntem Farmer-Leaf-Sheng Territorium. Auch wenn es sich hier um keine Eigenproduktion von William handelt, sondern um ein Sourcing aus dem namensgebenden Terroir nahe Burma, scheint mir das Aromenprofil den Shengs aus Jingmai recht ähnlich. Will heißen: floral, süß und zugänglich. Gerade die Süße ist im Lafu deutlich ausgeprägt.
Der Körper ist allerdings dünner als in den Eigenproduktionen aus Jingmai. Das passt zum rundum leichten Charakter des Tees, lässt aber an einvernehmender Komplexität vermissen.
Richtig schön finde ich den mentholig-frischen Nachgeschmack, der das Zahnfleisch noch lange nach dem Schlucken mit einem angenehmen Prickeln belegt.

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Das Blattgut in meinem Sample lässt auf einen sehr lose gepressten Bing schließen. So überlebte auch diese Schönheit von einem Blatt den Produktionsprozess vollkommen unbeschadet:

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Positiv hervorzuheben ist auch die erfrischende, klärende und gleichzeitig beruhigende Wirkung des Tees. Wenn schon kein Showstopper in geschmacklicher Hinsicht, so hinterlässt die Session ein sehr sauberes, natürliches und irgendwie gesundes Gefühl.

@miig Ich bin gespannt, was du zum Lafu sagst. Als Besitzer eines ganzen Bings wirst du viel intimere Details an ihm kennenlernen, als ich mit diesem kurzen Eindruck nach zwei Sessions einzufangen vermag. Ich für meinen Teil hätte nichts gegen einen ganzen Kuchen von dem Stoff. Das scheint mir ein echter Feel-Good Tee zu sein und gerade von solchen Exemplaren ist es immer schön, eine gesunde Portion in Griffweite zu haben.

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2020 Tian Men Shan GaoGan von EoT

Dieser Tianmenshan (天门山) stammt wie der Lao Jie Zi aus einem Yiwu Staatswald (Guoyoulin (国有林)) und ebenfalls von hohen Bäumen (Gaogan 高杆) - auch preislich befindet er sich auf nahezu dem selben Level (1,20$/g vs. 1,49$/g des Lao Jie Zi). Trotz dieser vielen Gemeinsamkeiten hat der Tee aber einen ganz anderen Charakter!

Im Gegensatz zu dem zurückhaltenden, ätherischen Start des Lao Jie Zi startet der Tianmenshan mit einem wahren Paukenschlag: Voller schwerer Körper, reichlich Energie und parfümig-florale süße Noten machen einem klar, dass man es hier mit einem qualitativ hervorragenden aber stereotypischen Yiwu Sheng zu tun hat. Da kann auch die (zumindest in dieser Dosierung recht ausgeprägte) Adstringenz nichts daran ändern: es gibt kein Entkommen von den Orchideen. Im Laufe der Aufgüsse wandeln sich zwar die floralen und adstringenten Noten und lassen einer angenehmen Honigsüße Freiraum, bleiben aber immer merklich vorhanden - das mag sicherlich vielen Yiwu-Liebhabern gefallen aber mein Fall ist es um ehrlich zu sein nicht. Das Qi des Tees fällt leider etwas enttäuschend aus: während der Lao Jie Zi hier ja ein sehr schönes und trotz seiner Direktheit entspannendes Qi hat (was maßgeblich dazu beiträgt, warum mir der Tee so gut gefallen hat), hat dieser Tee zwar auch viel Energie, aber diese scheint ihr Pulver zum Großteil auf Geschmacks- und Texturebene zu verbrauchen, denn das Qi ist zwar vorhanden und lässt den Kopf auch etwas wie in Watte gepackt anfühlen, hat aber keinen langanhaltenden, entspannten Charakter. Die Euphorie von Matt kann ich hier nicht nachvollziehen - im Vergleich dazu wirkt sein Bericht über den Lao Jie Zi deutlich zurückhaltender. Ich stimme ihm zwar zu, dass der Tianmenshan im Vergleich regelrecht überstimmulierend ist, aber genau das ist meiner Meinung nach das Problem: Es fehlt die Harmonie und die Tiefe - das ist z.B. auch der Grund, warum ich Peters Tees (prSK) den amerikanisch-lauten Tees von W2T und Co bevorzuge. Daher würde ich im direkten Vergleich den Tianmenshan eher mit 4-Sternen bewerten, auf Grund der Qualität sind aber 5-Sterne im globalen Vergleich auf jeden Fall angebracht.

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PS: Zwecks Vergleichbarkeit habe ich zwischendurch extra auch Porzellan Pitcher und Schälchen verwendet, um auszuschließen, dass die Keramik dieses mal den Unterschied macht. Dieses winzige (50-60ml) Yuzamashi von Nobuhara Katushi ist so süß (und zum Glück von der Sorte Bizen-yaki, die den Tee nicht sonderlich stark beeinflusst) :love:

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Da es schade wäre, meine Teeschalen irgendwo verstauben zu lassen, habe ich mir vorgenommen, alle in den nächsten Tagen (Wochen?) wieder zu einem Einsatz zu verhelfen. Bleibt abzuwarten, ob ich auch immer für ein Bild zu motivieren bin. Zum Einsatz kommt voraussichtlich zumindest immer eine Portion Haru Kasumi von Marukyu Koyamaen. ;) 

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Seit langem mal wieder einen Karigane (Kukicha) "Ikkyu no Sato" von Maiko. Nach der ganzen Pu-Erh Süffelei mal ein echte Abwechslung.
Diese süße, frische beim 1. Aufguss einfach toll. Der 2. auch noch gut, dann wir es aber schnell nur noch zu einem japanischen Grüntee.

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Goishi-cha via Thés du Japon
Ernte: Juli '19

@Paul, @GoldenTurtle, @miig, @doumer: Hier die versprochenen Eindrücke.

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Dosiert mit ca. 2,5g auf 150ml. Entsprechend der hier und dort verlautbarten Warnungen habe ich aus reiner Vorsicht auf einen Tea Taster Cup zurückgegriffen. Keine Kreuzkontamination von dieser so eigentümlichen Ausgeburt unseres Lieblingsgetränks auf den unglasierten Deckel meiner Shiboridashi :ph34r:

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Solcherlei Hysterie einmal beiseite gelassen: Der Goishicha schmeckt deutlich gefälliger, als ich vermutet hatte. Eingestellt hatte ich mich auf eine intensive Säure in Richtung Kombucha, bekommen habe ich vordergründig erstmal eine fruchtige Zwetschgennnote. Dieser ist natürlich eine gewisse Säure inhärent und der Charakter des Tees ist schon durch eine markante Säuerlichkeit geprägt. Für mein Empfinden allerdings weniger zitrisch, sondern eher essigsauer und über weite Strecken auch an Hagebutte erinnernd. Dabei aber eben nicht zu aggressiv, sondern angenehm erfrischend. Dem zuträglich ist auch eine schöne Zimtigkeit, die sich nach dem Schlucken im Rachen ausbreitet.

Daneben steht noch eine etwas eigene Note. Sie ist süßlich und erinnert mich entfernt an Fischsud (keinesfalls despektierlich gemeint). Insgesamt ist das natürlich schon ein sonderbares Aromenprofil, welches sich nur schwer mit den für Tee gängigen Konventionen - so es diese denn gibt - beschreiben lässt. Ich muss auch zugeben, dass ich zwar die restlichen "Briketts" mit Genuss trinken werde, von dem Gedanken an einen Nachkauf aber ziemlich weit entfernt bin - selbst unter der hypothetischen Prämisse eines günstigeren Preises. Der Charakter des Goishi-cha trifft einfach nicht das, was ich in einem Tee suche.

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Geschrieben (bearbeitet)

Es ist ganz gemütlich, sir!

Eigentlich wollte ich heute (35° im Schatten) wieder in der prallen Sonne ne deftige Shou Session machen (damit sich Captain Krabbe schon nur beim Lesen einen Grüntee zum Abkühlen zubereiten muss), aber dann dachte ich Scheiss drauf, ich muss niemandem was beweisen und hatte Freude auf Oolong.

bearbeitet von GoldenTurtle

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@Shibo schöner Bericht! Klingt auf jeden Fall nach einem etwas anderen Erlebnis, als ich es mit dem Goishicha von 2015 hatte - der ist (zumindest für meinen Geschmack) definitiv zitronig-pilzig. Kommen aber definitiv beide aus dem selben Ort - daher wäre ein Vergleich der beiden Jahrgänge sehr spannend - wenn du Lust auf einen kleinen Tausch hast, schreib mir eine PN :) 

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    • Von Dave888
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      Ich suche ein umfassendes Buch über die verschiedenen Teesorten (und dies möglichst detailliert). Gerne auch mit tips zur Zubereitung, aber: keinen Bildband, keine Teegeschichten, keine kulturhistorische Abhandlung und keine Buch über Teezeremonien. Auf Deutsch scheint es nichts zu geben. Kann mir jemand einen entsprechendenden Titel auf englisch empfehlen. Ich würde mich SEHR freuen!
      Viele Grüße, David
    • Von Torya
      Liebe Tee Community,

      ich wusste gar nicht, dass es so ein tolles Forum wie dieses hier gibt, welches aktuelle Beiträge enthält. Ganz tolle Inhalte.  Der Tee ist so gut und das soll keine offensichtliche Werbung sein. Er ist mit Guayusa und im Grobschnitt

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      Ganz liebe Grüße und habt einen schönen Wochenstart!
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      In dieser Beitragsserie geht es mir darum, vielleicht einige dieser Künstler auf dem Weg zum Tee zu sammeln.
      Und gleichzeitig möchte ich etwas mehr von diesem Bereich kennenlernen.
      Ich fange gleich mal mit jemanden an, die ich persönlich auch kenne und die ich gern so auch etwas unterstützen würde:
      https://www.instagram.com/giselasmartertea/
    • Von Krabbenhueter
      Am Freitag war ich in Berlin zu einem neuen, interessanten Zusammentreffen von Teefreunden in Berlin eingeladen, das nun in den nächsten Wochen regelmäßig am Freitag stattfinden soll.
      Ich habe dazu auch einen blog geschrieben:
      https://krabbenhueter.blogspot.com/2020/07/teetime-bei-cpace.html
      Also wer Interesse hat, sollte einfach mal vorbeischauen.
       
       
      Gute Nachrichten für die Berliner Teeliebhaber!

      Nannuoshan und C*SPACE laden Euch herzlich zur Tea Time 下午茶 ein! In der kunstvollen Location von C*SPACE treffen sich jeden Freitagnachmittag die Teeliebhaber der Hauptstadt um bei ein paar Tassen Tee zu reden, entspannen und sich zu erfrischen.
      Jeder ist willkommen; einfach vorbeischauen, Tee auswählen (oder mitnehmen) und ganz informell und gemütlich die Zeit und den Tee genießen. Zur Verfügung stehen Gongfu Cha-Geschirr und eine Auswahl an hochwertigen Tees, selbstverständlich auch aus dem Nannuoshan Sortiment.
        WO
      C*SPACE in der Langhansstraße 86, 13086 Berlin


      WANN
      Ab 17. Juli, jeden Freitag, ab 15 Uhr.
        C*SPACE C*SPACE ist ein kreativer Raum für Arbeit, Kunst, Begegnung und Projekte in einer ehemaligen Möbelfabrik im Berliner Kiez "Weißenseer Spitze". Die Gastgeber Jan Siefke, Fotograf, und Katja Hellkötter, Kulturmittlerin, haben 16 Jahre in China gelebt. Mehr als nur ein Raum ist C*SPACE Ort und Treffpunkt für Kulturaustausch zwischen Fernost und Berlin; der perfekte Rahmen für wonnige Teemomente.
      Je nach Wetter, wird die TEA TIME 下午茶 im Hof oder in den wunderschönen Innenräumen stattfinden. Dort gibt es auch das kalligraphische Raum-Kunstwerk “Common Space - Everything Flows 一切支流 “ des Künstlers QIANG Geng zu bestaunen, das im Corona Lock Down entstanden ist. Wer Muse hat, kann beim Tee auch tiefer in die chinesische Philosophie - das "Buch der 1000 Zeichen” oder daoistische Poesie - eintauchen, auf die der Künstler sich bezieht. 
          
      Fotos, Copyright: Jan Siefke.
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      Hallo aus Sachsen
      Aus der Nähe von den Weinbergen Meißen. Über Kräutertee, Lappacho, Schwarztee bin ich aus Neugierde auf das Catechin an den Grüntee, Matcha und co.gekommen. Eine Krankheit hat mich darauf gebracht. Seit drei Jahren trinke ich nun Grüntee, Matcha und Oolong.
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      Bitte lasst mich Neutral am Forum teilnehmen. Viel probiere ich aus dem hier dargestellten aus. Wunderbar.
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