Joaquin

Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

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Nachdem die letzten Tage leider keine Zeit für Tee blieb, heute endlich mal wieder zumindest eine kurze Session: 2012er Xiaoshu Mengsong von prSK
Astreiner Xiaoshu, der natürlich nicht die Tiefe der Gushus von Peter hat, aber sonst alles bietet, was ein guter Sheng so braucht. Gerade für unter der Woche ideal, da er auch deutlich freundlicher für den Geldbeutel ist ;) 

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vor 19 Minuten schrieb doumer:

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Das ist vielleicht ein witziges Ding von einer Kanne! 😁👍

Und schon erstaunlich was du für ein hartnäckiger Shengsüffel bist, ich hab die vergangenen Tage sehr gerne hin und wieder Oolongs wirklich relaxend genossen.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Ich bin sonst kein großer Freund von kaltem Tee - aber heute, nach einer 12 km - Runde im Soonwald bei über 30° (bei der ich mich nicht mit einer Wasserflasche belastet hatte) war der hier genau richtig:

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Mizucha 'Miumori', eine Cuvée von Asatsuyu (Kabuse), Yabukita (Roji) und Kanayamidori Matcha - Dank @teekontorkiel für die Probe. Schön abgestimmt, lecker und erfrischend. Mizucha ist ja eher für Express-Kaltaufguss gedacht; ich habe ihn stattdessen ca. 5 Std. im Kühlschrank ziehen lassen. Habe nicht den Eindruck, das ihm das geschadet hat ...

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vor 2 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Und schon erstaunlich was du für ein hartnäckiger Shengsüffel bist, ich hab die vergangenen Tage sehr gerne hin und wieder Oolongs wirklich relaxend genossen.

Naja, was will man machen? 🤷‍♂️
Mein letzter Tee Anfang der Woche war aber passend zu den Temperaturen auch ein Sencha - durch das Abkühlen bzw. die daraus resultierende "Wartezeit" aber auch in der Tat schön entspannt 😊

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2020 Bang Dong von Tea Encounter

Bei dem Bang Dong handelt es sich um den preiswertesten der 3 Xiaoshu Shengs von Tiago in diesem Jahr - ermöglicht wird das durch die Nutzung von Xiaoshu-Material von ca. 20 Jahre alten Pflanzen und dadurch, dass Bangdong nicht unbedingt zu den gefragtesten Pu-Gegenden gehört. Dass sich Tiago eher auf ein sauberes Umfeld des Tees als auf das Alter der Pflanzen wert legt finde ich hier eine sehr gute Entscheidung, denn das ist meiner Meinung mindestens genau so wichtig, wenn nicht noch wichtiger: Was bringt es Material von einem alten Teebaum zu haben, wenn dieser jämmerlich in einem Beton-Grab in verseuchtem Umfeld zugrunde geht. Natürlich ist die Kombination aus beidem (Gushu + reines Umfeld) am idealsten und meiner Meinung nach auch ein Grund dafür, warum Peters Tees so außergewöhnlich sind, aber dafür muss man natürlich auch entsprechend in die Tasche greifen - schließlich hat es auch einen Grund, warum die aufgespritzten Fleischreste in Plastik-boxen aus dem Supermarkt nur einen Bruchteil von einem echten Stück Fleisch vom Hofladen kosten.
Jetzt aber zum Tee: Das Blatt sieht auf jeden Fall sehr schön kräftig und intensiv grün aus, was gleich Erinnerungen an die 2019er Version weckt. Insgesamt wirkt das Material etwas gröber, da auch einiges an Stängeln/Ästen enthalten ist, was mich persönlich aber überhaupt nicht stört - im Gegenteil: ich finde das eigentlich eher sympathisch, insbesondere wenn dafür auch schön große Blätter vorhanden sind (ist mir hundert mal lieber als das Factory-Häckselwerk). Wie von den übrigen Tea Encounter Shengs gewohnt ist auch dieser eher mild und startet etwas schüchtern, entwickelt dann aber schnell sehr schöne Limetten- und Pfefferminz-Noten, was den Tee super erfrischend macht! Insbesondere an solch heißen Tagen wie momentan macht das den Tee zu einer echten Grüntee-Alternative für den hardcore Pu-Addict, da erfrischend und trotzdem Pu-Feeling zugleich. Ordentlich dosiert kann der Tee sogar mit einer vernünftigen Textur aufwarten - auf Grund des Xiaoshu-Materials fehlt es ihm natürlich an Qi, Komplexität und Tiefe, aber dafür gibt es andere Tees zu anderen Preisen, die dann auch für andere Situationen gedacht sind. Die Frische hält der Tee auch die ganze Session über durch - ich bin mal gespannt, wie er sich heute Abend noch entwickelt. Bisher bereitet mir der Tee auf jeden Fall viel Spaß!
Ein wichtiger Hinweis von Tiago zu dem Tee: Hier wurde ein sehr intensives Cha Qing durchgeführt, was sicherlich mit verantwortlich ist, warum der Tee so super frisch ist, allerdings zeitgleich auch bedeutet, dass der Tee nicht unbedingt für eine langfristige Lagerung ausgelegt ist. 

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vor 40 Minuten schrieb doumer:

sehr intensives Cha Qing durchgeführt, was sicherlich mit verantwortlich ist, warum der Tee so super frisch ist, allerdings zeitgleich auch bedeutet, dass der Tee nicht unbedingt für eine langfristige Lagerung ausgelegt ist.

Danke für die Beschreibung, @doumer. Hierzu eine Frage: Cha Qing = "kill green" oder? Also das "Braten" in der Pfanne. Warum wirkt sich dies negativ auf die langfristige Lagerung aus? Weil dem Tee dadurch Reifepotenzial verloren geht? Iwie kann ich es schon nachvollziehen (kräftiges Durcherhitzen des Blattgutes, bis kaum noch etwas vom ursprünglichen Zustand nach der Pflückung vorhanden ist) aber vor allem @GoldenTurtle betont ja immer, wie wichtig ein gründliches Woken für den Tee sei. Ich bin verwirrt! 😅

bearbeitet von Anima_Templi

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@Anima_Templi also ich bin natürlich kein Experte und @GoldenTurtle müsste selbst erläutern, was er mit "gründlich durchwoken" meint, aber mein Verständnis ist folgendes:
Ein starker Kill-Green Prozess (zumindest das "Braten", k.a. ob sich das beim Bedampfen in Japan anders verhält) sorgt dafür, dass mehr Enzyme (und wer weiß was noch alles, Chemiker bin ich leider auch nicht) "gekillt" werden (das Erreichen einer bestimmten Temperatur ist hier wichtig, damit die Enzyme abgetötet werden) und somit für eine stärkere Fixierung des aktuellen Zustandes des Tees sorgen - wie man es von Grüntees kennt. Sprich zu Beginn 100% durchgewokt = Grüntee, wenn man das Material vorher entsprechend oxidieren lässt entsteht eben andere Teesorten. Bei Sheng will aber genau das nicht - sonst ist es wie bei dem Bangdong der Fall, dass der Tee besonders grün produziert wurde, d.h. er ist zwar direkt nach der Produktion besonders aromatisch, es gibt aber nichts mehr (oder zu wenig) was da noch reifen kann (oder zumindest schlechter, als bei der herkömmlichen Produktionsmethode) - die Kunst bei einem Sheng besteht daher darin, das richtige Maß zu finden, damit man am Ende weder Grüntee noch Kompost hat. 

(Angaben ohne Gewähr, es handelt sich lediglich um mein Verständnis - falls es Korrekturen gibt sehr gerne!)

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Kurze Grüsse mit feiertaglichem Setting, Yancha von Eugene, damals frisch gekauft und über 5 Jahre selbst gelagert.

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Betr. Sha Qing: zu wenig resultiert in trüben Aufgüssen und zweifelhafter langfristiger Entwicklung. Aber ja, zu stark möchte man auch wieder nicht, es ist ja der Tee der lebt. Es ist wie bei der Arte Doku über Japan, als der Samuraischwertschmied sagt: "Töte das Eisen nicht." Das richtige Mass zu finden ist wohl letztlich ein Geheimnis und braucht etliche Jahre Erfahrung.

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vor 2 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Betr. Sha Qing: zu wenig resultiert in trüben Aufgüssen und zweifelhafter langfristiger Entwicklung. Aber ja, zu stark möchte man auch wieder nicht, es ist ja der Tee der lebt. Es ist wie bei der Arte Doku über Japan, als der Samuraischwertschmied sagt: "Töte das Eisen nicht." Das richtige Mass zu finden ist wohl letztlich ein Geheimnis und braucht etliche Jahre Erfahrung.

Das hast Du schön gesagt!

Nebenbei gefragt: Wofür benötigt man beim Teeaufgießen ein Multifunktionswerkzeug?

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vor 25 Minuten schrieb teewelt:

Wofür benötigt man beim Teeaufgießen ein Multifunktionswerkzeug?

Bei @GoldenTurtle vermute ich ganz stark, dass er damit die Tülle der Kanne von Patina freigeräumt hat, da sie nicht mehr ausgießen konnte... ;)

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vor 1 Minute schrieb Paul:

einen Demel

Da werden Erinnerungen wach! Ich hatte ein ähnliches Teil, welches an einen Druckluftanschluss angeschlossen wurde, mit ähnlichen Aufsätzen. War ein Segen bei der Bearbeitung von Aluminium.

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Danke für die spassigen Anmerkungen allerseits! 😁👍

vor 2 Stunden schrieb teewelt:

Wofür benötigt man beim Teeaufgießen ein Multifunktionswerkzeug?

Ich mag es einfach überhaupt nicht solche Yancha Packungen aufzureissen (dabei brechen innen wohl stets ein paar Blätter und dann reisst es jeweils auch häufig noch so unpassend zum darauffolgenden umkippen in die Kanne auf), deshalb verwende die sehr gute Schere vom Leatherman, da ich sonst keine andere Schere im Garten habe.

vor 3 Stunden schrieb KlausO:

ich hätte ein Swisstool erwarten!

Hast eigentlich recht Klaus, das Leatherman ist mir irgendwann zufällig sehr preiswert untergekommen und ich bin sehr zufrieden damit.

vor 1 Stunde schrieb Anima_Templi:

Bei @GoldenTurtle vermute ich ganz stark, dass er damit die Tülle der Kanne von Patina freigeräumt hat, da sie nicht mehr ausgießen konnte... ;)

Kein Scherz, zwar nicht Patina, aber der Tonkessel ist derart tiefgehend verkalkt, dass nur noch aus 3 von ursprünglich etwa 12 Löchlein Wasser rauskommt, der Rest ist quasi zubetoniert. Dafür verwende ich das Tool demnächst wahrscheinlich tatsächlich! 😁

bearbeitet von GoldenTurtle

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Fukui Master Blend via @cml93

Ein Matcha, der erst als Koicha seine wahren Stärken präsentiert. Sehr dichtes Aromennetz, anfangs dominiert von Kakao. Der Nachhall ist lang und schön, dabei jedoch nie erschlagend. Vielleicht kennt es der ein oder andere Matcha Fan, das, wenn man Koicha bereitet, manchmal die Geschmacksknospen im Mund einfach vor lauter Wucht umgehauen werden, fast wie betäubt. 

Guter Matcha macht so etwas nicht und das ist guter Matcha.

Jetzt, eine halbe Stunde nach der Zubereitung, habe ich schmeichelnde fruchtige Aromen mit sehr viel Süße im Rachenbereich. Es ist wunderbar, sich den wechselnden Aromen hinzugeben und die Kühle des morgens dabei zu genießen.

 

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Heute wollte ich wissen wie unterschiedlich der Anji Bai Cha von Nannuoshan und DTH schmeckt.
Ich habe mir schon alleine wegen des Farbunterschieds deutliche Unterschiede erwartet, tatsächlich sind es aber nur feine Nuancen die für mich keinen der beiden Tees über den anderen positionieren. Wo der DTH etwas facettenreicher in der Nase ist, gewinnt der Nannuoshan im leicht intensiveren Geschmack. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass sogar diese letzten Unterschiede verschwimmen, wenn man die jeweiligen Aufgussparameter adaptiert. Also ein ganz klares Unentschieden in meinen Augen.

 

links immer Nannuoshan, rechts DTH

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2020 Zhang Jia Wan von Zheng Si Long

Nach dem Mang Zhi hat auch dieser Tee erfreulicherweise keinerlei Pelzigkeit aufzuweisen, interessanterweise noch nicht einmal die sonst in nahezu jedem Sheng von Zheng Si Long zu findende Klebrigkeit - ein klarer, sauberer Sheng, an dem es absolut nichts auszusetzen gibt! Wenn ich es nicht um Vorfeld gewusst hätte, müsste ich auch sagen, dass ich den Tee nicht als ZSL-Produktion erkannt hätte - er hat eine klare Leichtigkeit, die ich so nicht von ZSL kenne, mir aber sehr gut gefällt. Neben primär Süßen Noten hat der Tee auch verschiedene Facetten zu bieten, die je nach Aufguss man in eine zart bittere, mal eine leicht derbe Stall-Note gehen und der Tee somit nicht langweilig wird. Allerdings ist nichts davon ausgeprägt genug, um dem Tee einen wirklich eigenständigen Charakter zu verleihen (innerhalb der ZSL Produkt Range auf Grund der Klarheit natürlich schon, aber allgemein gesprochen), daher weiß ich nicht ob der Tee wirklich das Zeug hat mich zu fesseln ...

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Am 19.7.2020 um 14:32 schrieb Shibo:

Ich finde ihn durch seine merkliche Adstringenz sehr erfrischend. Gleichzeitig hat er hat für mich in dieser Hinsicht auch etwas zimtiges und seine Aromen gehen durch die unterschwellige Süße manchmal gar in Richtung Zimtwecken. (Lecker :love:) Bei solchen filigranen Tees, ist es aber immer wieder eine Herausforderung, die Aromen zu beschreiben. Auf die Melonennote wäre ich selber nicht gekommen, aber ich kann sie nun, da du sie erwähnt hast, tatsächlich gut nachvollziehen.

Es freut mich, dass sich die Melonennote auch bei dir zeigt. Die von dir erwähnte Zimtnote entging mir bisher, ist aber für zukünftige Sessions im Hinterkopf.

Heute gab es den Element 2013 aus Phogsali in Laos. Das ist ein Pu Erh, der von Tea Addict.  Ein lokaler Teehändler hat diesen Tee von in sein Programm genommen und daher stammt die Probe. 
Aus der ersten Session habe ich den Tee vor allem als stark in Erinnerung. Danach hat der Rest der Probe ca. 2 Wochen in einer Papiertüte neben dem Teetisch verbracht. Jetzt hat er etwas von  einer Stärke eingebüßt, dafür ist er angenehmer zu trinken. Holznoten und etwas Keller sind sofort zu schmecken. Im Hintergrund ist eine leichte aber schwer zu fassende Fruchtnote. 
Die Veränderung zwischen den Sessions hat mich doch sehr überrascht. Im Moment ist es ein solider und unauffälliger Tee, wenn man sich Konkurrenten im selben Preissegment ansieht. 
Mein Bauchgefühlt und nur das Bauchgefühl sehen in dem Tee ein Entwicklungspotenzial, gerade weil der Tee für knappe 7 Jahren noch stark ist. Deshalb habe ich mir einen Cake zugelegt und lasse ihn erst einmal ruhen. Meine Hoffnung ist, dass die Fruchtnote mit der Zeit präsenter wird, dann wäre es ein schöner Daily Drinker.

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Meine kleine Wanderung durch das Farmer Leaf Sortiment geht weiter. Der heutige Bericht umfasst zwei Etappen im entlegenen Ai Lao Shan. Dort liegt auf 2200m Höhe das namensgebende Geburtsdorf des Ao Ne Me 2020 und des Ao Ne Me 2018 Neglected Gardens. Ein Vergleich der beiden Tees ob des ähnlichen Terroirs bietet sich an. Unterschiede bestehen neben dem Jahrgang in der Beschaffenheit des Ausgangsmaterials (Gushu im Falle des '20er Jahrgangs vs. mittelalte (40-100 Lenze) Pflanzen im Falle des '18er Jahrgangs) und in der Art und Weise, wie die Gärten bewirtschaftet wurden. Das "Neglected Gardens" im Namen des '18er Tees weist auf eine relative Verwilderung des Gartens hin. Die Pflanzen werden nicht gedüngt (auch nicht organisch) und kaum beschnitten. Die Erde wird nicht aufgelockert und das Unkraut wird grötenteils sich selbst überlassen. So viel zum Hintergrund. Wie genau die landwirtschaftlichen Praktiken im Falle des '20er Jahrgangs aussehen, weiß ich nicht. Ob sie zu einem guten Ergebnis in der Schale geführt haben? Lest selbst:

Der Ao Ne Me 2020 kündigt sich mit einem milden, süßlichen, aber auch ein wenig deftigen Aroma an. Grüne Bohnen kommen in den Sinn, unterlegt von einer dezenten, speckigen Rauchigkeit. Grüne Bohnen mit angebratenem Speck, wenn man so will. Das alles aber eher in verhaltenem Ausmaß.
Am Gaumen legt der Tee dann einen Gang zu. Das Mundgefühl ist sehr schön buttrig und weich. Im Verlauf der Session wird der Mundraum immer mehr mit den Aromen des Tees ausgekleidet. Das angenehme Huigan stellt eine fließende Verbindung zwischen den einzelnen Schlucken her.
Angenehm ist auch die spürbar energetisierende Wirkung des Tees. Während der Session werden die Atemwege immer freier und ich fühle mich aufgeweckt und konzentriert.

Dieses Gefühl der Aufgewecktheit hat mich noch länger durch den Sonntag begleitet, an dem ich diese Notizen verfasst habe. Für mich ist der Ao Ne Me 2020 unter den bisher probierten der vielleicht schönste Tee aus dem Farmer Leaf Sortiment. Hier die bildliche Dokumentation der Session am Sonntag:

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Den Ao Ne Me 2018 Neglected Gardens hatte ich nun heute zum zweiten Mal im Kännchen. Während ich bei der ersten Session ziemlich überzeugt von ihm war, bin ich heute etwas kritischer. Zunächst ist einmal festzuhalten, dass die beiden Tees, trotz gleicher Herkunft, recht wenig gemeinsam haben. Nach meinem Empfinden erschöpfen sich die Gemeinsamkeiten im Vorhandensein derselben, speckigen Rauchnote. Die Süße des '18er geht in Richtung Dörrpflaumen, von grünen Bohnen keine Spur. Es findet sich außerdem eine Holzigkeit wie von frisch gehobelten Spänen. Vielleicht hatten da die zwei Jahre Reifezeit bereits ein Wörtchen mitzureden.
Im Mund ist der 18er weniger voll und weich. Auf der Spitze der Zunge macht sich eine prickelnde, leicht betäubende Adstringenz bemerkbar. Im Abgang verabschiedet er sich deutlich schneller und die energetisierende Wirkung des jüngeren/älteren Bruders bleibt aus.
Das Aromenprofil des 2018er ist zwar nett und alles andere als langweilig, jedoch hält er einem Vergleich mit dem 2020er nicht stand, auch bei Berücksichtigung des P/L-Verhältnisses (62$ für den '18er vs. knapp über 100$ für den '20er, jeweils pro 357g Bing).

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vor 1 Stunde schrieb Shibo:

Grüne Bohnen kommen in den Sinn, unterlegt von einer dezenten, speckigen Rauchigkeit. Grüne Bohnen mit angebratenem Speck, wenn man so will.

Hehehe, Fersi's Degustationsnotizen zeugten damals von einem ähnlich guten Appetit! 😁 

Eigentlich könnte man mal ein Menü zusammenstellen nach euren blumigen Beschreibungen und dazu genau den betreffenden Tee servieren.

bearbeitet von GoldenTurtle

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In Vorbereitung auf die 2020er Version heute als Gedächtnisauffrischer der 2017 Kunlu Ancient Tree Wild von EoT

3 Jahre später ist der Tee deutlich zahmer geworden, dafür kommt eine schöne erfrischende Süße zum tragen, die mich etwas an Maracuja erinnert. Dass der Tee zahmer wirkt wird durch den Echizen-Shibo zusätzlich verstärkt, dafür gewinnt er an Körper, was dem Tee durchaus gut steht - trotz der wilden Herkunft ein schön entspannter, exotisch wirkender Yesheng. Besonders schön bei dem Shibo finde ich auch die Aussicht - dank der extrem großen Oberfläche kann man richtig schön das Blatt beobachten, da es im Gegensatz zu einem Yixing-Kännchen als relativ dünne Schicht ausgebreitet ist, toll! :) 

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      Aus der Nähe von den Weinbergen Meißen. Über Kräutertee, Lappacho, Schwarztee bin ich aus Neugierde auf das Catechin an den Grüntee, Matcha und co.gekommen. Eine Krankheit hat mich darauf gebracht. Seit drei Jahren trinke ich nun Grüntee, Matcha und Oolong.
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      Hallo liebe Forengemeinde,

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      Ich bin 32 Jahre alt und komme aus Baden, besser gesagt aus der Nähe von Karlsruhe.

      Da ich schon immer begeistert von Japan und der Kultur war, kommt man natürlich auch nicht um grünen Tee herum. Früher angefangen mit Beuteltee von Meßmer (haha) bin ich heute schon bei etwas besseren Produkten aus dem Teehaus. Vor ca. 8 Jahren hatte ich einmal Matcha probiert, jedoch damals kein wirklich hochwertiger. Daher habe ich diesen bis vor einigen Wochen eher bewusst "übersehen". Seit einigen Wochen trinke ich jedoch bei einem guten Freund regelmäßig hochwertigen Matcha. Hier vor allem den Kotobuki von Maiko und den Chigi no Shiro von Marukyu-Koyamaen oder Ten von Aiya.

      Nun möchte ich auch selbst die Zubereitung von Matcha vertiefen und die Kunst erlenen und hoffe, hier einige nette Menschen zum Austausch zu finden und einige Tipps und Tricks zu erfahren.
    • Von ruki
      Hallo liebe Forengemeinde,

      leider konnte ich via Google und auch hier im Forum diesbezüglich nichts finden.

      Ich habe mir Matcha aus Japan bestellt in der Meinung, dass dies durch das am 01.02.2019 in Kraft getretene EPA ohne Zoll und somit ohne größere Probleme funktionieren sollte.

      Laut Sendungsverfolgung  befindet sich das Paket nun jedoch "In customs"?

      Wie ist den nun der aktuelle Stand? Kommen noch Zollgebühren dazu oder nicht? Falls ja, lohnt es sich ja preislich (zumindest bei kleinen Mengen) kaum in Japan direkt zu bestellen?

      Viele Grüße
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