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Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3


Joaquin

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vor 23 Minuten schrieb Paul:

Man sollte aber schon das consularische Alter erreicht haben um sie würdigen zu können 🙂

... das sich allerdings ohnehin ergibt, wenn man ihm vorher noch ausreichend Gelegenheit gibt, seine optimale Reifestufe zu erlangen (jedenfalls, wenn man den Gerüchten trauen darf). Da ist ein höheres Alter (des Käufers, versteht sich) doch eher demotivierend ... :devil:

Aber Danke :thumbup: - schaut nach einer guten Quelle aus, wenn mich doch mal das Bedürfnis beschleichen sollte ...

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Shuppin Gyokuro aus Yame via @teekontorkiel Ein Gyokuro, bei dem kaum Wünsche offen bleiben. Das Umami ist intensiv, jedoch nicht komplett überlagernd, so dass die feine Süsse des Tees schön

Live-Grüsse von einer kleinen Teerunde mit Diz 🥳

Wie versprochen: Bio Darjeeling Flugtee 2020 Puttabong DJ4 First Flush via Teekontor Kiel: ( Jorn Riel, Das Haus meiner Väter, TB Unionsverlag, beschreibt einen nachahmenswerten Brauch der Inuit

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vor 48 Minuten schrieb Paul:

Du könntest Dir einfach einen anständigen kaufen; so fester Kram ist in der Regel meist ein Scheiß!

Peter hat zwei hübsche Huangpian im Angebot

Ach, wenn der Stanik aktuellerweise bloss nicht ebenfalls mit in die Presswerkstätten eingedrungenen und auf die Presssteine stehenden Elefanten zu kämpfen hätte.

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Heute ein Tee zu dem eine, in Ermangelung eines besseren Wortes, zunächst off- und dann on -Beziehung besteht. NaKa Spring 2019 von pu-erh.sk. Es ist einer der Cakes die @Jeezy letztes Jahr zum Verkauf anbot. 

Der Tee ist nun ja... , also...., mal sehen.....,

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Die Blätter sehen schoneinmal gut aus, was soll schon schief gehen?

Zunächst einiges. In seinen besten Momenten verströmt er einen Duft nach warmen Heu und einem hauch Getreide, in seinen schlechteren Momenten, die leider die Regel sind, riecht er streng und nach Stall. @doumerhat meines Wissens nach von "Urin" gesprochen. Getreu dem Motto "Wer noch nie die Katz am Arsch geleckt, weiß auch nicht wie Katzenscheiße schmeckt", möchte ich da nicht tiefer eintauchen :). Kurz: Der Geruch macht nicht neugierig, aber es ist bei Weitem nicht so schlimm, dass man die Erfahrung nur mit Puppen und Rollenspielen verarbeiten kann.  Geschmacklich sind der Tee und ich versöhnlicher unterwegs: Zitrone die vom Anfang bis zum Ende hin kontinuierlich abflacht. Eventuell ein hauch Birne und das wars. Naja, bitter ist er auch, gerade wenn man zu Anfang fünf zusätzliche Sekunden Ziehzeit dazugibt. Mit der zusätzlicher Ziehzeit kann die Bitterkeit unangenehm werden, mit etwas Achtsamkeit bleiben wir in erträglichen Gefilden.

Dennoch war ich zu keinem Zeitpunkt enttäuscht und gehe stetig durch den Cake. Das liegt am "zandererseits". andererseits ist es nämlich so: Mit wenigen Sekunden Verzögerung, nach der ersten Schale, beginnt der Heiß-Kalt-Wechsel an den Armen und im Bereich des Brustkorbes. Die 2013er Ausgabe hatte das auch, nur ist 2019 merklich intensiver unterwegs. Der 2013er kribbelte ebenfalls an der Stirn. 2019 steht nicht zurück und präsentiert sich mit dem Zyklopenchi (so gelesen bei @Anima_Templi). Ein Begriff mit dem ich bis zur Beweisaufnahme nichts anfangen konnte. Hohes Gericht, wir haben keine weiteren Fragen mehr! Zur Erläuterung: Das Kribbeln sammelt sich in der Stirnmitte und verweilt eine Zeit lang da. Also: Auf leeren Magen? Ganz schlechte Idee!


In aller Ernsthaftigkeit: Ich habe oft die Wirkung diverser Tees angezweifelt. Der hier reiht sich unter den wenigen Vertretern ein, bei denen ich unzweifelhaft von einer Wirkung sprechen kann. Da wäre beispielsweise der Rareness 5 oder gereifte Shoumei/BaiMudan-Weißtees. Das der Tee beruhigt, habe ich nie bewusst gespürt. Im Laufe der Zeit, habe ich mich nach einem stressigen Arbeitstag auf ein Kännchen NaKa nach der Arbeit zum Abendessen gefreut. Das bewerte ich mal wie den Nachweis schwarzer Löcher: Können wir nicht direkt beobachten, aber die Objekte in der Nähe verhalten sich entsprechend. :)
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Großartige Beschreibung, @Getsome - auch, wenn da manches (der heiß- Kalt-Wechsel z.B.) schon eher nach neuopathischen Symptomen klingt. Das müssen diese Mykotoxine sein, von denen man so viel hört ... <_< (ich hoffe, Frau Ludwig lässt hier nicht mitlesen).

Jetzt hast Du meinen geschmacklichen Vorbehalten auch noch eine hypochondrische Paranoia hinzugefügt. Pu und ich werden wohl doch keine Freunde; bin da halt kein Piglet, eher 'ne Oile.
 

Zitat

Singt Ho! Der Bär soll leben!
Es ist mir egal, ob Schnee oder Regen,
Meine Nase riecht Honig auf allen Wegen!
Singt Ho! Leben soll Pu!
Er braucht einen kleinen Mundvoll ab und zu!
(A. A. Milne)

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2020 Mansa von prSK

Nach dem Rareness 6 war ich dieses Jahr am meisten auf den "normalen" Mansa gespannt, da Peter dieses mal in Anlehnung an die "oldschool" Shengs von Tongqing Hao wie dem Jianzhuang 269 Years Commemorative Tea "crab's feet" (oder auf Deutsch Krabbenscheren) mit reingemischt hat. Pangxiejiao (旁鞋脚) wie Krabbenscheren auf Chinesisch heißen ist eine parasitär wachsende Pflanze in subtropischen Regionen wie Yunnan, die in der traditionellen Chinesischen Medizin Verwendung findet - für sich allein schmecken Krabbenscheren leicht süßlich, sind aber natürlich kein richtiger Tee, daher eher wenig spannend. Da aber manche in der Zugabe von 10-15% Krabbenscheren die "Geheimzutat" bei manchen Shengs der "Masterpiece Era" vermuten und bei dem erwähnten TQH definitiv vorhanden ist, war ich sehr gespannt, wie sich das auf diesen Tee auswirkt.

Bei dem Tee an sich handelt es sich um Tee von der selben Familie aus Zhangjiawan wie bei Peters Mansa-Produktionen der vergangenen Jahre - wenn ich das richtig sehe jedoch um Maocha von 2019 (evtl. auch 2018) und 2020, wobei der 2020er Anteil doppelt so hoch ausfällt. Dennoch wirkt der Tee überraschend alt: bei einer Blindverkostung hätte ich ihn auf mindestens 5 Jahre geschätzt. Auch wenn das nasse Blatt einen durchaus intensiven Duft nach tiefem Wald und einem hezhaft-süßen Nachtisch hat, ist der Tee geschmacklich eher dezent: gegenüber dem überraschend scharfen 2019er Mansa ist dieser Blend deutlich gemütlicher und runder - eine leicht herbe Bitterkeit ist zwar schon auch vorhanden aber es dominiert doch eine leichte Süße - die aber vermutlich durch die Krabbenscheren etwas herzhaftes hat (besonders beim 2. - 4. Aufguss schmeckt und riecht man die Krabbenscheren recht deutlich) und der gesamte Tee so durchaus recht "oldschool" wirkt. Auch wenn es sicher kein Tee ist, den man nur des Geschmacks wegen trinken würde gefällt mir dieser herzhafte, weiche Charakter sehr gut - gut dass der Tee auch ein schönes Qi bietet, das sich ähnlich wie beim Rareness 6 im Kopf manifestiert (wenn auch nicht so extrem stark), dann aber abfließt was nochmals den entspannten Charakter des Tees unterstreicht. Definitiv kein "Hochglanz-Sheng" mit klinisch-reiner Produktionsqualität oder ein "spannender" Sheng, bei dem es viele verschiedenen Facetten und Farben zu entdecken gibt - im Vergleich wirkt dieser Tee eher wie ein verwildertes Gestrüpp als wie ein gepflegter Baum, eher wie Hausmannskost als wie Haute Cuisine, eher wie ein alter Sack als wie eine hübsche Prinzessin - und daher gefällt er mir sehr gut! Sicher, er ist nicht so beeindruckend wie es die 2019er Version letztes Jahr war, aber es ist ein Tee um sich zu Hause zu fühlen - schöne Sache, ich kann Peter hier nur zustimmen: das Experiment ist gelungen!

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vor 7 Stunden schrieb doumer:

im Vergleich wirkt dieser Tee eher wie ein verwildertes Gestrüpp als wie ein gepflegter Baum, eher wie Hausmannskost als wie Haute Cuisine, eher wie ein alter Sack als wie eine hübsche Prinzessin

In letzter Zeit wird hier (gemeint sind ebenfalls u.a. Shibo und Getsome) vermehrt in individueller, amüsanter, blumiger Sprache gesprochen - mir gefällt das auf jeden Fall, und ich will fast meinen, das Forum ist besser denn je.

PS @doumer: Also erneut partiell verhältnismässig dunkles Blattgut zu verzeichnen ... ob die Tees möglicherweise erst mit etwas Verzögerung zu Maocha verarbeitet wurden, wegen den besonderen Bedingungen 2020?!? Bei längerer Zeitdauer würde das durch die natürlich einsetzende Oxidation mit einer gewissen Verdunklung des Blattguts einhergehen - wogegen auch die orange Färbung des Aufgusses definitiv nicht spricht.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Danke, es freut mich, wenn es euch erfreut.

 

vor 14 Stunden schrieb SoGen:

auch, wenn da manches (der heiß- Kalt-Wechsel z.B.) schon eher nach neuopathischen Symptomen klingt. Das müssen diese Mykotoxine sein, von denen man so viel hört ... <_< (ich hoffe, Frau Ludwig lässt hier nicht mitlesen).

Da musste ich zuerst nachschlagen. Auf dem Gebiet habe ich keine Expertise, ging naiver Weise bei Hei/Kalt vom Kreislauf aus. Da in Europa verkaufte Ware Lebensmitteltest unterliegt, dürfte sich alles unterhalb der Grenzwerte abspielen und Frau Ludwig hat keinen Grund zur Sorge. Ihrem bisherigen Argumentationsmuster folgenden hat sie sowieso keine Handhabe, weil Tee nun mal nicht illegal ist :).

Während meines Chao Dao Besuches, habe ich meine Nase in die gelben Tess dieses Jahrganges gehalten. @SoGen hat sich vor kurzem für die Tees ausgesprochen, aber auch ohne seine Empfehlung hätte ich den Laden nicht ohne die Tees verlassen, denn der Duft war einnehmend schön. Kohl, Spargel, Spinat und immer frisch. 
Heute Morgen der Start mit dem Jun Shan Yin Zhen. Der hatte einen irritierenden Nachgeschmack, deshalb wandert der vorerst ins Regal zurück und der Mogan Shan Huang Ya zieht an den Teetisch um. 

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Der Kaltaufguss ist erfrischend, leicht, etwas süß und etwas Spargel.

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Die trockenen Blätter erinnern stark an grüne Tees und nicht an gelbe Tees, wie ich sie vor Kurzem von @nannuoshanverkosten konnte. Der Gesamteindruck geht stark in Richtung der Tianmuh Baichas die Chris im Sortiment hatte oder Mei Leafs Amber Mountain. Ebenso wie diese Beiden, hat der Tee einen Kamilleeinschlag. 
Die ersten Heißaufgüsse haben gut Koffein, mal mehr und mal weniger Bitterkeit. Zwischen 80° und 85° scheinen passend zu sein. 100° verträgt der Tee ebenfalls, aber das Ergebnis ist zu bitter. Im Moment scheint das Frühstück der richtige Moment für diesen Tee zu sein, auch weil nach spätestens vier Aufgüssen die Qualität der Aufgüsse stark nachlässt. Tees dieser Kategorie haben mir immer Geduld abverlangt, um sie kennen zu lernen. Die letzten Blätter sind für einen Grandpa Style reserviert.
@SoGen: Wie hat dir der Tee den gefallen?

Bearbeitet von Getsome
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vor 12 Stunden schrieb GoldenTurtle:

mir gefällt das auf jeden Fall

Nur, falls das zweifelhaft wäre - mir auch. :)

vor 7 Stunden schrieb Getsome:

Wie hat dir der Tee den gefallen?

Der Mogan Shan Huang Ya harrt noch seiner Premiere im Kühlschrank. Ich hatte auch mit dem Jun Shan Yin Zhen begonnen, mir hat er ausgesprochen gut gefallen, auch im Abgang hat mich nichts irritiert. Die Sorte ist so etwas wie eine Referenz für gelbe Tees und ich finde den Typus ausgesprochen gut getroffen - vielleicht ein wenig 'dumpf' im Gesamteindruck, was aber bei dieser Verarbeitung in größerem oder kleineren Maße unvermeidlich ist.

Im Moment ist jedenfalls die Konkurrenz vom Meng Ding an der Reihe - war gerade in der Tasse. Hier ein schnelles Smartphone-Foto von den Überbleibseln der Orgie:

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Der Meng Ding ist dezenter,  eleganter als der Jun Shan, hat aber auch ein schwächeres 'standing'. Nach dem vierten Aufguss wird er sehr grundtönig, womit auch bittere Noten in den Vordergrund treten, die allerdings meine Komfortzone noch nicht verlassen. Adstringenz hält sich dabei sehr in Grenzen.

Es wird noch ein paar Aufgüsse von diesem Tee brauchen, bis ich ihn ausgelotet habe und zum Mogan Shan weiterziehe. Auf den Huo Shan bin ich gespannt. Die Tradition des Teeanbaus und seiner Verarbeitung war dort während der Kulturrevolution abgebrochen, die Produktion wurde dann mit Hilfe von Fachleuten aus dem Huang Shan - Gebiet wieder aufgebaut. Was natürlich heisst, dass der ursprüngliche Geschmackstyp des Huo Shan Huang Ya verloren bzw. war bzw. nur noch in Erinnerungen existierte. Mein letzter (und erster) Huo Shan Huang Ya vor ein paar Jahren schmeckte dann auch wie ein Huang Shan Mao Feng mit 'gelben' Akzenten. Mal schauen, wie sich der von Cha Dao präsentiert - aber das wird Herbst bis dahin.

Wobei Herbstwetter mE die passende Begleitung für gelbe Tees ist. Ein kühler, nasser Sommermorgen wie heute morgen passt allerdings auch ...

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vor 14 Stunden schrieb doumer:

Allerdings wurde hier auch Maocha von 2019 (und evtl 2018?) mitgepresst, was erklärt warum er auf jeden Fall älter wirkt als andere.

Ach ja stimmt, das hatte ich Stunden vor meinem Beitrag eingangs deines Beitrages auch gelesen, jedoch beim späteren Schreiben nicht mehr daran gedacht und nur aus dem unteren Teil zitiert - das wäre ansonsten ja auch äusserst inhomogenes Blattgut!

PS @SoGen: Huangpian ist gerade von der ruhigen Wirkung her meiner Meinung nach generell empfehlenswert für gereiftere Kaliber - gemäss meinen Beobachtungen sind stärkere Wirkungen wenn, dann stets bei weniger ausgereiften Blättchen anzutreffen.

 

Ausser ... man ist so hart im Nehmen wie dieser und lacht dabei noch.

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2021 Chawangshu Gushu von TE

Nach dem Yishanmo (一扇磨) ist der Chawangshu der Tee, der mich bei den 2021er Shengs von Tiago am meisten interessiert: zum einen weil mir die Xiaoshu Version letztes Jahr bereits gut gefallen hat und zum anderen weil Chawangshu (茶王树) das berühmteste Anbaugebiet von Guafengzhai (刮风寨) ist, von dem ich auf Grund der Nachfrage bislang kaum Tee hatte (abgesehen von dem 2020er Xiaoshu lediglich ein Sample im Rahmen des EoT Tea Clubs in 2015, was aber sehr gut war).

Es lassen sich auf jeden Fall klare Parallelen zu der Xiaoshu-Version und Tiagos ruhigen, cleanen Stil erkennen (der mich etwas an die jüngeren Shengs von Yu erinnert, zumindest die, die ich bislang kenne), jedoch überall um eine Größenordnung intensiver (ist aber natürlich auch preislich drei mal so teuer). Es dominiert auch hier (wie für GFZ typisch) eine sehr schöne Süße, die kein bisschen billig wirkt - im Gegensatz zum 2020er Xiaoshu, wo sie mich etwas an Zuckerwatte erinnert hat, ist sie hier aber "substantieller" und vor allem zu Beginn mit einer tollen wenn auch dezenten Fruchtigkeit, so dass hier eher der Eindruck von frischem Fruchtkompott entsteht. Das nasse Blatt hat zudem einen etwas kernigen Duft, der mich entfernt an Porridge erinnert aber gut zum Fruchtkompott passt - auf der Geschmacksebene äußert sich dieser eher durch eine leicht nussige Komponente. Die Textur ist super weich und geschmeidiger - hier empfiehlt sich wirklich ein Schälchen, welches das begünstigt wie z.B. die wunderbare Madara-Karatsu Guinomi von Mike Martino. Soweit so gut: weich, süß und sehr ruhig klingt nach einem guten Yiwu und passt auch genau in das Bild, das ich von Guafengzhai Shengs habe - etwas überraschend ist allerdings das Qi. Es ist die komplette Antithese zu dem, was ich von einem Top-Yiwu wie dem 2019er Rareness 5 von prSK oder dem 2020er Unicorn von W2T (ja, wenn mal kein seltsamer regionsübergreifender Blend gemacht wird hat auch Paul durchaus tolle Tees) erwartet hätte: es ist genau dieser "slab in the face", von dem Paul beim Unicorn sagt, dass es dort NICHT der Fall ist. Bei den ersten 3 Aufgüssen fühlt es sich an als ob von der Nase aus ausgehend das Gesicht schmilzt und gegen ein Brett gedrückt wird - sehr intensiv, aber nicht undbedingt entspannend - wobei die Wirkung aber nur sehr kurz anhält und sich dann im Nasen- und Wangenbereich verteilt und bis zum nächsten Aufguss auflöst (grafisch dargestellt könnte man die Wirkung des Qis ähnlich wie bei dem 2013er Kuzhushan (苦竹山) als Sinuskurve mit großer Amplitude und kleiner Periode beschreiben). Ab dem vierten Aufguss wird das Qi ein klein wenig dezenter aber der "Brett vor dem Kopf"-Charakter bleibt bis zum Schluss - schade ist jedoch, dass die Wirkung des Qis im Gegensatz zu den beiden Referenz-Yiwus nicht sonderlich lange anhält und da insgesamt nicht ganz so entspannend schrammt der Tee knapp an einer Bestwertung vorbei. Das Thema Qi ist aber (wie schon öfters gesagt) natürlich extrem subjektiv und volatil, da von zu vielen Faktoren abhängig: kann gut sein, dass das Erlebnis bei so einem "Schietwetter" heute ein ganz anderes ist, wie wenn es ein warmer, sonniger Tag wäre ... so oder so ein sehr kraftvoller Tee in Punkto Energie, was in Kontrast zum sonst sehr milden Yiwu-Erlebnis steht!

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vor 4 Stunden schrieb SoGen:

Wobei Herbstwetter mE die passende Begleitung für gelbe Tees ist.

Interessante Bemerkung - insofern ein gelber Tee ja zu ca. 10% ein Shou ist.

Ich habe hingegen heute gleich zu einem Shou gegriffen, aber weniger wegen dem Wetter, mehr weil ich Lust darauf hatte - dankenswerterweise hat mir Scott neulich ungefragt mal wieder ein Muster zugesteckt, diesmal vom 21er Sunrise, ein zugegeben aus Anfängerperspektive gelungener, will meinen durch karamellene Süsse sehr zugänglicher, relativ feucht fermentierter Shou mit Pflückgut aus mehreren Jinggu Dörfern.

vor 1 Stunde schrieb doumer:

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Hehe, der Fladen sieht ausnahmsweise fast wackelig lose aus. 😅

vor 1 Stunde schrieb doumer:

Es ist die komplette Antithese zu dem, was ich von einem Top-Yiwu wie dem 2019er Rareness 5 von prSK oder dem 2020er Unicorn von W2T (ja, wenn mal kein seltsamer regionsübergreifender Blend gemacht wird hat auch Paul durchaus tolle Tees) erwartet hätte: es ist genau dieser "slab in the face", von dem Paul beim Unicorn sagt, dass es dort NICHT der Fall ist.

Hmmm, ja, von dem Dorf haben wir ja definitiv noch die eine oder andere Vergleichsprobe vor.
Kann schon mal sagen, bei der sehr teuren Edition von Yu war das nicht der Fall, der war viel eher luftig, würde ich meinen.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Am 23.7.2021 um 11:46 schrieb miig:

Hoffentlich konntest du mit meinen Gegen-Samples auch was anfangen.

Hi miig

kannst du mir was zum YS Ailao Green-White Hybrid sagen? hab den die letzten Tage immer mal wieder aufgegossen und schwanke zwischen richtig tollen süß-fruchtigen Pumpernickel-Aromen und dann aber doch auch wieder recht bitteren Aufgüssen.

was ich soweit mal festhalten kann: nicht zu knapp dosieren, ca. 80°C, die Aufgüsse >2 auf keinen Fall zu lange ziehen lassen. Im Vergleich zwischen glasiertem Gefäß und Jiangponi gewinnt glasiert.

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 Was soll ich dir sagen @goza? :) Wie ich ihn finde?

Ich finde, dass sich meine Eindrücke mit deinen decken: Ein Tee mit einer etwas gespaltenen Erscheinung. Einiges an ihm ist ziemlich hochwertig: Die Blattqualität / Pflückung ist toll, und sehr homogen. Auch wurde er wohl echt gut verarbeitet. Richtig aufgegossen hat der Tee tolle Aromen zu bieten und kollabiert auch nicht.

Aber dann hat er auch manches, das bei hochwertigen Tees nicht so wäre: Wie du sagst man merkt ihm an dass man ihn vorsichtig aufgießen muss. Das scheint mir mit sehr jungen Pflanzen / hohen Pflückmengen einherzugehen. Kann sein, dass ich mich irre. Aber in jedem Fall kann man hochwertige Grüntees ziemlich sorglos und heiß aufgießen, ohne dass sie so zu zwicken anfangen. Aber die kosten dann auch schnell Gushu-ähnliche Preise...

Er wird ja auch als Grün-Weiß-Hybridtee beschrieben. Was das auch heißt, es scheint etwas experimentelles zu sein. Bin ziemlich sicher, dass die Röstung sehr mild ausgefallen ist, was die Zwickigkeit auch noch befördert. Wobei die meisten Weißtees meiner Erfahrung nach eher nicht so temperaturempfindlich sind.

 

Insgesamt mag ich den Tee ziemlich und finde ihn auch für den Preis ein gutes Angebot. Aber, wie du sagst, man muss ihn schon ein mit Samthandschuhen anbrühen.

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dann bin ich schonmal nicht ganz auf dem Holzweg gewesen 😆 ich hab leider nix mehr dazu auf der YS-Homepage gefunden, drum wusste ich nicht, in welche Richtung der Tee gehen mochte.

mittlerweile habe ich wohl das Optimum in einer Zhuni-Kanne gefunden, und leider ist dein Pröbchen jetzt auch leer. von Weißtee mit Pfirsichen und den schon angesprochenem Pumpernickel war immer auch wieder viel "Frisches" (gar Kühlendes) zu finden, und wenn mans gut trifft, dann hat das "Zwickende" (gut beschrieben!) was Edles. Danke dafür, wieder was neues kennengelernt!

 

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2020 Lao Mansa von prSK

Nach den beiden wirklich außergewöhnlichen Tees (dem tiefschwarzen Rareness 6 und dem oldschool-artigen "normalen" Mansa mit beigemischten Pangxiejiao, die sich nicht wirklich mit etwas vergleichen lassen ist das der erste (eigentlich der einzige) Tee vom 2020er Jahrgang von Peter, der sich mit dem 2019er Jahrgang vergleichen lässt, da es auch davon eine Lao Mansa Version gab - allerdings auch nur bedingt, da es sich beim 2019er Lao Mansa um einen Danzhu handelt und beim 2020er um einen Blend der ältesten Bäume von mehreren Haushalten aus Zhangjiawan. Und bereits wenn man den Bing betrachtet fallen 3 Dinge auf: zum einen ist er deutlich weniger grün (was sich auch im Aufguss zeigt), er scheint etwas fester gepresst (aber Gott sei Dank nicht mal annähernd so fest wie der Rareness 6) und aus kleinerem/feinerem Blatt mit mehr Tipps zu bestehen. Insbesondere die weniger grüne Produktion (oder durch das "verlorene Jahr"?) zeigt sich auch deutlich im Charakter des Tees: während die 2019er Version fast schon ätherisch klar war und trotzdem eine volle Präsenz hatte, ohne dabei jedoch aufdringlich zu wirken, ist die 2020er Version deutlich weniger "hell" und eher etwas dezenter, was mich vom Charakter her etwas an die jüngeren Yiwus von Yu erinnert, die ich bislang hatte. Man merkt dem Tee aber dennoch seine Qualität an: viel Tiefe, eine dezente Süße und vor allem sehr schöne moosige Noten bestimmen die Geschmacksebene, die durch eine volle, weiche Textur Gewicht bekommt - und dazu ein schön entspanntes Qi von durchaus ordentlicher Qualität. Insbesondere im Vergleich zum "normalen" Mansa merkt man hier deutlich die Selektion der wirklich alten Bäume des Dorfes: der Tee ist ruhiger und hat zugleich doch mehr Kraft, ohne damit anzugeben - ein wirklich schöner Sheng ganz nach meinem Geschmack! Und dennoch: ich liebe die kernige Derbheit vom oldschool Mansa mit Pangxiejiao, die wie gesagt einen tollen Charakter ergeben - daher gefallen mir beide im Grunde gleich gut, der Lao Mansa hat jedoch auf Grund des Qualitätsvorsprungs eine etwas bessere Wertung verdient (wenn auch nicht ganz die volle Punktzahl wie der 2019er Danzhu Lao Mansa).

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      Mölki
       



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