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Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3


Joaquin

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Am 15.7.2021 um 15:53 schrieb GoldenTurtle:
Am 15.7.2021 um 13:38 schrieb Shibo:

Die beiden Gushu Hongchas haben mehr Ähnlichkeiten mit einem Gushu Sheng von Farmer Leaf, als mit anderen Yunnan Hongchas!

Free Willy hat bestimmt mal wieder experimentiert!
So gerne wie Paul blendet, so gerne experimentiert William. 😅

In der heutigen Email hat William meine These vom Juli zugegeben! 🤣

Zitat

We've played with black tea processing and it was a blast!

...

So we went full-on and tried to rethink how black tea could be made. Most farmers in Jingmai process it in the morning, but I'm a night-owl, so I had to work something out.

We started with overnight oxidation in a thick pile, we'd get powerful but highly acidic teas. We then decided to get rid of the piling step and thinly spread the leaves right after rolling: the leaves would oxidize and partially dry overnight. Finally, we took the conventional morning method used in Jingmai and added a twist to it: sun-wilting.

I talked about the experiments every day during my instagram livestreams (which are recorded and available for watching). I've also made a youtube video summarizing our research.

We've taken the interesting batches to Pu'er City, five of them are now ready to be shipped all over the world. They have a strong personality and are quite different from the typical Yunnan Black. Like any sun-dried tea, they will keep evolving as the weeks and months pass by, you can let them age for up to three years.

 

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durch @miig konnte ich einen weiteren tollen Tee kennenlernen, den Hong Shui Oolong von TTC

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2015 Ban Pen Gushu von Yu

Banpen (班盆) ist seltsamerweise eines der Dörfer, von denen nicht sonderlich viele (im Westen zugängliche) Produzenten Sheng produzieren - was schade ist, da mir der meist eher herbe, etwas bittere Charakter von Banpen sehr gut gefällt, insbesondere die von Peter wie die 2016er oder 2018er. Die 2015er Version von Yu ist zwar weniger eindrücklich als die beiden genannten, gefällt mir aber ebenfalls sehr gut, da er genau das bietet, was ich in einem semiaged Sheng (und mit 6 Jahren würde ich ihn schon nicht mehr zu den ganz jungen zählen) suche: eine schöne Fermentationsnote. Diese zeigt sich im Aroma des nassen Blattes durch eine leicht pilzige Shiitake-Note, die sich dezent auch im Aufguss wiederfindet, hier aber zunächst durch die angesprochene Banpen-Bitterkeit in den Hintergrund gerückt wird. Die Bitterkeit ist klar vorhanden aber nie all zu stark, selbst bei einer so hohen Dosierung wie hier - da merkt man schon, dass Yu klar eine sanftere Linie fährt als Peter: da hat ein Tee durchaus mal Ecken und Kanten und das ist auch gut so. Das ist sogar einer der wenigen "etwas wilderen" Shengs von Yu die ich (bisher) kenne, da der Banpen neben den Lao Man E überhaupt etwas Bitterkeit zeigt - bei den weniger kräftigen Tees ist mir persönlich die Sanftheit daher manchmal etwas zu sanft. Hier ist die Sanftheit aber von Vorteil, da die Fermentationsnote dadurch besser zu erkennen ist - anfänglich pilzig, später eher holzig erfüllt sie den Raum mit ihrem unverkennbaren Duft. Im Gegensatz zu dem 2012er Yi Shan Mo von TU, der quasi nur Fermentation ist und der manchen vielleicht etwas zu trocken wäre, ist der Banpen von Yu aber durch die Bitterkeit, die sich im Laufe der Aufgüsse wandelt aber auch geschmacklich interessanter - da lässt sich auch verschmerzen, dass das (primär kopflastige) Qi eher verhalten ist, dennoch ein sehr ordentlicher Tee, der mir gut gefällt! Denn neben der Energie eines Tees ist die Reifung für mich mit das wichtigste an einem Sheng.

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2021 Yiwu Guoyoulin von TE

Nach Matt's sehr positivem Review von dem Tee war ich zugegebenermaßen sehr gespannt auf Tiagos Budget Yiwu Guoyoulin - bislang war mir Tee aus einem Staatswald in Yiwu nur als hochpreisige Version bekannt, wofür prägend natürlich der tolle 2017er Yiwu Guoyoulin von EoT verantwortlich ist (der damals allerdings deutlich mehr als 0,3€/g kostete). Von welcher Region in Yiwu genau der Tee stammt wird nicht gesagt, aber für mich liefert er ein sehr ordentliches Yiwu-Erlebnis: eine schön volle, schwere Süße (was Matt nicht so empfunden hat) mit einem bemerkenswert fruchtigen Hui Gan - diese Fruchtigkeit findet sich im neutralen Fang Xia (die EoT Eigenmarke für Keramik) Schälchen auch im Geschmack wieder - in der Tamba-yaki Guinomi von Masafumi Ohnishi (大西雅文) wirkt der Tee zwar trotz seiner "Fülle" schön luftig, jedoch fehlt sie da (so ist das eben bei nicht-neutraler Keramik: mal passt es gut, mal nicht so gut). Das Blatt ist teils etwas kleinteilig (zumindest bei meinem Sample), weshalb eine gewisse Adstringenz nicht überrascht, aber alles noch in einem harmonischen Rahmen - geschmacklich weiß der Tee jedenfalls zu überzeugen und hält dieses Level auch durchgehend (mal schauen, wie er sich heute Abend noch entwickelt). Im Aroma des Tees findet sich die von Tigao angesprochene Zuckerwatte wieder und das Schälchen riecht angenehm nach Stall - was mir jedoch etwas bei dem Tee fehlt ist Tiefe und Qi: letzteres ist zwar schon dezent vorhanden aber für mich leider bei weitem nicht so intensiv wie von Matt beschrieben - aber wie die Geschmäcker verschieden sein können, so ist es auch die Qi-Wirkung eines Tees. Aber trotzdem: man bekommt mit dem Tee wirklich viel für sein Geld!

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Ein gemütlicher, verregneter Sonntag. Ein gut gereifter Shou Pu-Erh im Jianshui und auf dem Bildschirm die nervenaufreibende Schlammschlacht von Paris-Roubaix.

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Im Schälchen war heute der 2001 Top Grade Board Leaf Ripe Pu-Erh von YeeOn Tea. Ein in Hongkong gereifter Blend aus Xishuangbanna "coarse grade 0" Blättern.

In den letzten Tagen habe ich außerdem den 2001 Board Leaf vom selben Händler getrunken. Der Unterschied liegt im Blend. Hier ist es eine Mischung aus "fine, medium & coarse grade leaves":

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In aromatischer Hinsicht sind sich beide ziemlich ähnlich. Passende Stichwörter auf dem Shibo'schen Aromenrad wären: altes Holzregal, Holzfass, alte Holzdiele, warmer Kellermuff, Datteln (letztere blitzen als flüchtige Note vor allem in den lang gezogenen Aufgüssen durch).
Am Gaumen gilt für beide: vanillig-süß, sehr körperreich und schön weich, mit leichter Bitterkeit (die ist wichtig für die Balance, sonst würden die Tees Gefahr laufen, schal zu schmecken). Der Abgang wandelt sich von süßlich zu trocken-holzig, mit einem erfrischenden Huigan und langanhaltendem Sheng Jin (= das Zahnfleisch stimulierend und den Speichelfluss anregend... ein schöner, kompakter Ausdruck, der mein Teevokabular von nun an erweitern wird). Ein angenehm warmes Gefühl bleibt zurück.

Zu den Unterschieden: Der Low-Grade non-Top-Grade Tee hat zwar immer wieder schöne Anklänge von Walnuss, allerdings tendiert der Kellermuff am Gaumen etwas zu sehr in Richtung feuchtgewordene Kartons. Das finde ich weniger gelungen und stört den ansonsten ordentlichen Eindruck.
Beim Top Grade fehlt die Walnuss-Note. Stattdessen gibt's Anklänge von Kakao. Viel wichtiger aber: Der runde, entspannt-subtile Gesamteindruck wird durch keinerlei unangenehme Charakteristika geschmälert. Extrapunkte gibt es für das außerordentlich intensive Huigan. Das ist ein Shou, zu dem ich durchaus regelmäßig greifen würde.

Preislich ist der Top Grade übrigens etwas günstiger und liegt bei 30€/100g, was mir für einen zwanzig Jahre alten Tee mit Hong Kong Lagerung irgendwo ganz fair vorkommt. Zumal in den "8g-Samples" jeweils 13,5g bzw. 9,5g Tee waren. Sollte ich in diesem Leben noch zum Shou-Junkie werden, wäre der Top Grade zu den aktuellen Konditionen ein Kandidat für einen Brick-Kauf.

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vor 14 Stunden schrieb Shibo:

Sollte ich in diesem Leben noch zum Shou-Junkie werden, wäre der Top Grade zu den aktuellen Konditionen ein Kandidat für einen Brick-Kauf.

Hah! Mit einem Brick ist man noch lange kein Shou-Junkie!

Bei mit ist tatsächlich mal wieder sowas reingeflattert (unbestellt):

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Wird wohl ne chinesische Mandarine sein, gestopft wie üblich mit Shou ...
Und was da meistens reingepresst wird, darüber will man lieber nicht zu viel wissen.
Aber angeblich nicht in diesem Fall - bereits in China hat dieses 10g Ding einen unglaublichen Listenpreis von umgerechnet sagenhaften 5$.

In China werfen diese gewisse Leute als ganzes in einen grösseren Chahai und lassen wie eine Long Zhu ziehen.
Ich hab die jetzt trotzdem halbiert, weil mir das mit Shou nicht passt, den nicht zu waschen.
Aber ich hab einen Plan!
Der Shou wird regulär in der Jianshui gewaschen und aufgegossen, und im Chahai wartet dann schon die chinesische Mandarine um ihren Senf dazuzugeben.

PS @Shibo Den hast du verkostet?
Falls, ou, da ist meiner Meinung nach einiges unstimmig.
Erstens ist der Produzent nicht "Manghai Tea Factory" wie sie schreiben, sondern Zhongcha.
Dann, die Optik des Wrappers und des Fladens wirkt auf mich hinsichtlich Authentizität ebenfalls befremdlich.

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Nachtrag zum gestrigen Beitrag @Shibo, um meine Bemerkung hinsichtlich der für mich befremdlich wirkenden Optik etwas zu erläutern: meiner Meinung nach sollte ein echter Shou eines renommierten Produzenten ausserhalb der mittleren Verdichtung auch nicht stellenweise wie komprimierter Matsch aussehen - dies ist ein Zeichen dafür, dass der Tee bei der Pressung zu feucht war und möglicherweise obendrein mit zu hohem Druck gearbeitet wurde - ein renommierter Produzent hat das auf jeden Fall besser drauf.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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@GoldenTurtle

Nein, das waren dieser und dieserAlso deutlich günstiger, sonst wäre mir auch nicht der Gedanke gekommen, vom Top Grade vielleicht irgendwann mal einen Brick zu kaufen.

Da ich mich mit Factory-Puerh kaum auskenne, muss ich mich hinsichtlich der Authentizität auf den Ruf der Händler und meinen (mehr oder weniger gesunden) Menschenverstand verlassen. Als Vorsichtsmaßnahme lasse ich tendenziell die Finger von großen Namen, die häufig gefälscht werden. Eine gewisse Unsicherheit ob der Authentizität des Produkts ist natürlich trotzdem nicht zu vermeiden.

Apropos: Weißt du, was diese Bezeichnung "Board Leaves" soll, die einige der Produkte im YeeOn Shop tragen? Ich habe mich schon gefragt, ob das nicht "Broad Leaves" heißen müsste, das käme mir sinnvoller vor.

Edit: Ich sehe gerade, dass z.B. bei dem von dir verlinkten Tee "Broad-leaf" steht. Dann wird es wohl nur ein häufig wiederholter Rechtschreibfehler sein.

Bearbeitet von Shibo
Edit
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vor einer Stunde schrieb Shibo:

Apropos: Weißt du, was diese Bezeichnung "Board Leaves" soll, die einige der Produkte im YeeOn Shop tragen? Ich habe mich schon gefragt, ob das nicht "Broad Leaves" heißen müsste, das käme mir sinnvoller vor.

Edit: Ich sehe gerade, dass z.B. bei dem von dir verlinkten Tee "Broad-leaf" steht. Dann wird es wohl nur ein häufig wiederholter Rechtschreibfehler sein.

Genau, gemeint ist stets mindestens sehr reifes (und weniger gesuchtes) Pflückgut, d.h. das Gegenteil von kleinen, filigranen, bitter-komplexen Blättchen, deren Pflückung aufs Gramm gerechnet weit aufwändiger ist und i.d.R. für teurere Produktionen verwendet werden. Sehr oft bedeutet das zusätzlich aber (was zumindest auch beim 2. Fall mMn relativ deutlich erkenntlich ist), dass für diese Shou Produktion die bei der Sheng Produktion aussortierten, sich gelb verfärbten Blätter recyclet wurden.

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Am 3.10.2021 um 20:51 schrieb Shibo:

Der Abgang wandelt sich von süßlich zu trocken-holzig, mit einem erfrischenden Huigan

Ein weiterer Nachtrag, lediglich aus meiner Perspektive wohlgemerkt:
Bei Shou (und Sheng) aus derart reifem Pflückgut kommt meiner Meinung nach kaum je echtes Huigan vor - Händler sprechen zwar gerne von "fast Huigan" o.ä., aber es ist i.a.R. lediglich das normale Gan - ich denke es gibt echtes Huigan nur in Kombination mit Bitterkeit, diese beiden führen quasi eine symbiotische Koexistenz, verstecken sich hintereinander und verschachteln sich ineinander, wobei der Bitterkeit die Rolle des Wirtes zukommt und das Huigan nur als Symbiont in dessen Schatten auftritt.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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vor 8 Stunden schrieb Shibo:

@GoldenTurtle

Nein, das waren dieser und dieserAlso deutlich günstiger, sonst wäre mir auch nicht der Gedanke gekommen, vom Top Grade vielleicht irgendwann mal einen Brick zu kaufen.

Da ich mich mit Factory-Puerh kaum auskenne, muss ich mich hinsichtlich der Authentizität auf den Ruf der Händler und meinen (mehr oder weniger gesunden) Menschenverstand verlassen. Als Vorsichtsmaßnahme lasse ich tendenziell die Finger von großen Namen, die häufig gefälscht werden. Eine gewisse Unsicherheit ob der Authentizität des Produkts ist natürlich trotzdem nicht zu vermeiden.

Apropos: Weißt du, was diese Bezeichnung "Board Leaves" soll, die einige der Produkte im YeeOn Shop tragen? Ich habe mich schon gefragt, ob das nicht "Broad Leaves" heißen müsste, das käme mir sinnvoller vor.

Edit: Ich sehe gerade, dass z.B. bei dem von dir verlinkten Tee "Broad-leaf" steht. Dann wird es wohl nur ein häufig wiederholter Rechtschreibfehler sein.

@Shibo wie bist Du an den Laden gekommen?

Ich kuck mich ja schon "ein wenig" im Pubuisness um, aber das sind die Ersten, die den Tod eines Familienmitglieds auf die homepage schreiben; würdevoll und ehrlich!

"4th Oct, 2021 We are very sad to announce the passing away of a vital member of the Yee On Tea Co. family this morning. We are a small family business to which every member has a very important role to play. And as such, this event will impact our business temporarily for this week or until further notice. We appreciate your understanding during this time 🙏"

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@Shibo Erneuter Nachtrag zum vorangehenden Kommentar:

Beim Surfen auf der Seite habe ich auf mehreren Tees deutlich erkennbaren Schimmel entdeckt - ich persönlich lasse heutzutage tendenziell eher die Finger von solchen Tees.
Wenn jemand solche gerne trinken möchte, empfehle ich einen doppelten Waschgang UND unbedingt vorher den Tee gut ausauseinanderzunehmen, dass die Blättchen von allen Seiten gewaschen werden - nicht dass man Brocken aufgiesst, die innen möglicherweise Schimmel enthalten, aber dort gar nicht gewaschen wurden, weil sich solche Brocken i.d.R. erst im Verlauf der Session öffnen. Und es gibt ja die Ansicht, dass dort, wo es bereits sichtbaren Schimmel gibt, noch mehr noch unsichtbarer Schimmel vorhanden ist - sofern sich jemand mehr als nur Samples in Tüten zutut, würde ich ganze Fladen solcher sehr feucht gelagerten Tees auch nicht in unmittelbarer Nachbarschaft anderer Shengs lagern, schon gar nicht im gleichen Tontopf oder so.

Jede Abkürzung hat halt ihren Preis.

Ich selbst bin ja froh darüber, dass die Mehrheit der chinesischen Teetrinker im High Ende Bereich klar auf dry and clean storage und die damit einhergehende Konservierung der ursprünglichen Aromen steht, was obendrein natürlich auch schimmelfrei bedeutet.

Es ist für mich einmal mehr symptomatisch, dass auf dem Teaforum natürlich genau das Gegenteil propagiert wird.

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@GoldenTurtle

Danke für den Hinweis, ich wasche nicht alle Tees, aber Shou und älteren Sheng auf jeden Fall.

Falls ihr trotzdem nichts mehr von mir hören solltet, hebt ab und an mal in Gedenken eure Schälchen auf mich, aber bombardiert YeeOn nicht mit schlechten Bewertungen :D Ich habe ja ganz bewusst mal "einen Versuch gewagt"... Und bin froh, dass ich solche Giftstoffe überhaupt unbehelligt in die EU einführen durfte.

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Am 29.9.2021 um 17:32 schrieb GoldenTurtle:

Das Dorf - es ist ein früheres Kaiser Tee-Tribut Dorf. Allein dafür bezahlt man ca. 2/3 vom Preis.
Darum nannte ich jeweils Tee von dort Man Song Gong (Cha) ... Gong Cha, d.h. für den Palast bestimmt.

Danke für das Detail. 

Im Moment jagt eines das andere und ich greife vorwiegend auf bewährte Tees aus der eigenen kleinen Sammlung zurück.

Diese Woche ging deshalb der 2020er Bingdao von Chris in Rente, sozusagen. Über den Tee selbst habe ich schon genug geschrieben und in dem knappen Jahr Trinkzeit hat sich in der Tasse nichts erwähnenswertes verändert.

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Ein paar Worte zu Binggewicht müssen noch sein. Denn 357g sind schon eine Menge Tee. Ich habe den Tee nicht konstant, sondern phasenweise getrunken. Nach Erhalt ein gutes Stück (ca. 40%), gefolgt wenn ein paar Monaten Pause. Anders als bei 200g Bings hatte ich danach keine Scheu auch mal drei oder vier Sitzungen in einer Woche zu genießen. Dadurch lernt man den Tee anders kennen, aber er verliert auch ein Stück weit das Besondere und einzelne Sitzungen hinterlassen keinen deutlichen Fußabdruck mehr. Man erinnert sich, wenn überhaupt, an eine angenehme Zeitspanne, als an einen bedeutenden Zeitpunkt oder konkreten Anlass. Die letzten 40g lagen schon länger, weil immer ein neuer und frischer Tee dazwischen kam. BwL'er denken an den Grenznutzen :). 357g waren definitiv die bessere Größe als 200g. Jetzt habe ich aber auch erst mal genug.

Begleitend zum Schreiben, habe ich Peters Lao Cha 2016 im Schälchen. Nach @Shibo's Verkostung war ich verwundert über die Unterschiede zwischen seinen, @doumer's und meinen Notizen. Das kann selbstredend für den Tee und seine Varianz sprechen. Andererseits sitze ich hier gerade ratlos, weil ich keinen der drei Berichte im Tee wiedererkenne. Da muss ich nochmal mit dem Kännchen ran. 

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Nachtrag zu gestern, da es mir hier nicht mehr für einen Post gereicht hat: 2013 Bangwei Gushu von Yu

Vorab: Bangwai oder Bangwei (beides mal 邦崴 geschrieben) ist eines der Dörfer, die mir Rätsel aufgibt: es gibt wohl eines im Fudong township (富东乡) in Lancang (澜沧县) und eines im Wenlong township (景福乡) in Jingdong (景东县) - da aber sowohl die romanisierte Schreibweise als auch die Originalschreibweise absolut identisch ist und der einzige Unterschied soweit ich das gesehen habe, dass man das Dorf in Lancang mal mit ei mal mit ai schreibt und das Dorf in Jingdong immer mit ei schreibt, nutze ich das als Unterscheidungsmerkmal. Das ist aber natürlich nur innerhalb von meinem Blog stringent, denn dieser Tee von Yu ist mit ei geschrieben, ich bin mir aber recht sicher, dass es sich um das deutlich bekanntere Dorf in Lancang handelt. Vielleicht liegen mir hier aber auch falsche Informationen vor - falls daher jemand verlässliche genauere Infos hat, wäre ich dafür sehr dankbar!

Aber zum Tee: mit einer ausgeprägten süß-würzigen Holzigkeit und für Yu überraschend derbe, etwas bittere Facetten ist der Tee ein Musterbeispiel für einen guten Bangwai. Insbesondere die Holzigkeit kommt bei diesem Tee wunderschön zu tragen - nicht ganz so süß wie z.B. bei dem 2013er Manzhuan von prSK aber dafür ebenfalls mit einer leicht harzigen Note, auf die ich total stehe - das gepaart mit bitteren Facetten und einem für Yu überraschend derben Charakter (natürlich trotzdem deutlich runder/geschmeidiger als ein gleichaltriger Bangwei von anderen Produzenten wie z.B. dem tollen 2014er Long Lan Xu von EoT) ergibt für mich die volle Punktzahl auf der Geschmacks- und Charakter-Ebene! Das Aroma wird ebenfalls von der süßen Holzigkeit dominiert und man weiß schon beim Betreten des Raumes, dass da etwas ordentliches im Kännchen sein muss - auch nicht unwichtig: im leeren Schälchen duftet es schön derb nach Stall, immer ein gutes Zeichen! Das Qi des Tees hingegen entspricht sehr dem, was ich bislang von anderen Yu-Shengs kennen lernen durfte: sehr mild im Auftreten aber durchaus vorhanden - man spürt im Vergleich zu anderen Shengs kaum, dass sich die Energie im Körper bewegt, nach einer Weile wird einem aber dann bewusst, dass sich etwas verändert hat und der Fleischsack voller Blut, Knochen und wirbelnder Gedanken doch etwas ruhiger und entspannter auf dem Kissen sitzt als normal. Der Tee ist nicht sonderlich schwer aber trotzdem irgendwie "voll" und im Laufe der Aufgüsse kommt auch immer mehr eine sehr schöne, leicht pilzige Fermentationsnote zum Vorschein - sehr ähnlich wie bei dem 2015er Bangpen von Yu. Alles in allem ein wirklich toller Tee, den ich auf Grund der Erfahrung mit jungen Yu Shengs so nicht von ihm erwartet hätte - der Ausflug in die "älteren" Yu Shengs hat sich für mich absolut gelohnt, um sein Produktionsprofil besser zu verstehen!

Allerdings stellt mich der Tee mal wieder (wie häufiger in letzter Zeit) vor das Problem der Bewertung: es ist ein Tee wie z.B. der 2020er Mansa von prSK der mich auf der subjektiven Ebene absolut packt und die maximale Punktzahl verdient hätte, auf der objektiven Ebene muss es aber nach oben noch Luft geben, da er z.B. rein von der Qualität her nicht mit dem 2013er Laobanzhang oder dem Rareness 6 ebenbürtig ist (letzterer ist sowieso so abgespact, dass er völlig außer Konkurenz ist). Dass die Bewertungen daher (und auf Grund von anderen Faktoren wie dass man mit jedem Tee etwas dazu lernt, es von vielen Faktoren wie z.B. der Tagesform abhängig ist, wie man einen Tee wahrnimmt etc.) kaum mehr als ein Richtwert sind spricht eigentlich dafür, diese komplett zu entfernen - andererseits sind sie immerhin ein Richtwert und bei (Stand heute) 688 besprochenen Tees in diesem Blog ist das zumindest für meine eigene Nutzung essentiell, um schnell die gewünschte Information zu extrahieren.

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      Der Weltaal
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      Ich trinke grünen Tee seit vielen Jahren wegen seiner gesundheitlichen Vorteile und habe seit einigen Monaten angefangen regelmäßig Bio Sencha Uchiyama Tee von einem bestimmten Hersteller zu kaufen. Der Tee besteht aus losen Blättern und von recht großer Quantität.
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      Aber vielleicht kann mich ja jemand aufklären der sich mehr damit auskennt und sagen ob das normal sein kann oder eher nicht. Ich habe ein paar Bilder, welche leider nicht die beste Qualität haben, ich versuche noch welche zu machen wenn es nötig ist, aber viel besser geht es wohl nicht mit meinem Teil.
       
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      Mölki
       



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