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Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3


Joaquin

Empfohlene Beiträge

vor 4 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Oha, vorbildlich die Dame! 👍

Wenn ich schon dabei bin, kann ich ja auch mal wieder was kurz ontopic schreiben, ich verkoste gerade einen bemerkenswerten Wulong von Atong, den ich auch schon etwa 5 Jahre am reifen bin:

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16er Spätfrühling aus Mingjian von den Nachkommen des legendären Shuixian Garagen-Oolong Baumes (R.I.P.) geerntet - sehr reif geerntetes Pflückgut (vergleichbare Reife mit Pflückgut bei Weisstee irgendwo zwischen Gong Mei und Shou Mei), d.h. Fruchtnoten ohne Ende, aber glücklicherweise hat er dennoch die notwendige Bitterkeit! Wenn man die Blätter noch reifer ernten würde, fehlt dem Tee mehr und mehr die Bitterkeit, was auch bei gewissen Shou Mei bereits der Fall ist.

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Boah, der sieht gut aus! Wie entscheidest du, ob es wert einen Oolong zu reifen? Und unter welchen Bedingungen lässt du ihn reifen? Und wie verändert er sich?

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vor 9 Minuten schrieb Jaro:

Wie entscheidest du, ob es wert einen Oolong zu reifen?

Atong sagt, die Röstung ist der Mantel (gegen die Zeit).
D.h. jeder Oolong mit einer gewissen Röstung hat ein grundsätzliches Reifungs-Potential (auch viele Hochland Wulongs werden geröstet, aber relativ dezent, und auch diese sind gut lagerbar - es ist heutzutage jedoch leider anzunehmen, dass gewisse Produzenten aus Grünteehypegründen Hochland Wulongs nicht mehr rösten).
Aber besonders problematisch hinsichtlich der Lagerfähigkeit ist jedoch eine grüne Aufgussfarbe (bei Sheng und bei Oolong) - das bedeutet in beiden Fällen, dass der Tee nicht tief genug weiterverarbeitet wurde und lagertechnisch eher wie Grüntee zu handhaben ist.

vor 11 Minuten schrieb Jaro:

Und unter welchen Bedingungen lässt du ihn reifen?

Im Gegensatz zu Sheng braucht Oolong für die Reifung keine luft- und feuchtigkeitsexponiertheit (er soll ja nicht fermentieren).
Ich habe Oolongs in unterschiedlichen Lagerungsmedien am reifen, hauptsächlich in Alu-Plastik-Legierungstüten, aber auch in Porzellandosen. Atong hat Jahrzehnte die Entwicklung beobachtet und setzt nun seit langem auf besondere, grosse Plastiksäcke (von uns scherzhaft Atongs "Müllsacklagerung" genannt), die aber aus gut verarbeitetem Plastik bestehen, das nicht nach Plastik riecht.

Mehrere lokale Teefreunde von mir halten Oolongs auch in Tontöpfen und in Kirschbaumrindendosen, was ich bei Oolongs aber eher als Luxus und nicht als zwingend notwendig erachte.

vor 11 Minuten schrieb Jaro:

Und wie verändert er sich?

Er wird vollmundiger und tiefgründiger.

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2020 Leida Shan Gushu Maocha von TMcz

Seit langem mal wieder ein Maocha aus China (wenn auch nicht von diesem Jahr) und dazu noch aus einer mir völlig unbekannten Region: vom Leidashan in Langhe. Den Bildern im Shop nach würde ich den Tee zwar eher als Dashu bezeichnen aber auf jeden Fall sind es keine jungen Bäume und es ist immer sehr spannend, eine neue Region kennenzulernen: auch wenn ich mir immer vornehme, möglichst unvoreingenommen an einen Tee heranzutreten hat man unweigerlich bestimmte Erwartungen im Kopf, wenn man z.B. "Bulang" oder "Yiwu" hört.

Das nasse Blatt startet mit satten, tiefgrünen Aromen die zwar sehr vielversprechend sind aber noch keinen Hinweis darauf geben, was einen geschmacklich erwartet. Interessanterweise ist es auf der Geschmacksebene im ersten Moment ähnlich: sehr leicht und angenehm weich in der Textur schmeckt der Tee nach nicht viel doch dann falten sich plötzlich leicht scharfe Kräuternoten mit fruchtigen Anklängen aus, die in einem zweigeteilten Huigan enden: zunächst bitter und mentholig die Atemwege frei machend wandelt er sich in einen süßen Abgang. Dazu ein durchaus wahrnehmbares Qi, das auch erst mit einer gewissen Verzögerung eintritt - ein sehr ungewöhnlicher Tee! In den ersten 4 Aufgüssen macht der Tee auch eine recht starke Wandlung in den Geschmacksfacetten durch: das kräutrig-scharfe verschwindet komplett und wird von einer zunächst etwas adstringent-frischen, später süßen Fruchtigkeit ersetzt, die zusammen mit dem leichten Körper und dem sauberen Charakter des Tees etwas an Melone denken lässt. Der perfekte Tee für den beginnenden Sommer! Was mich total überrascht hat als ich nach der Session mir den Text im Shop angeschaut habe: es handelt sich um einen Herbst-Tee - hätte ich nicht gedacht, da der Tee zwar eher dezent aber auf dem Level doch sehr lebhaft in Aromatik und Geschmack ist, keine Spur von der für viele Herbst-Shengs typische Mattigkeit, die regionsübergreifend ist (da ich von der Region keinen Frühjahrs-Tee kenne fehlt natürlich eine Vergleichsmöglichkeit). Einzig die Ausdauer lässt etwas zu wünschen übrig aber für 0,37€/g kann man hier nicht meckern - schöner Tee!

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vor 10 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Atong sagt, die Röstung ist der Mantel (gegen die Zeit).
D.h. jeder Oolong mit einer gewissen Röstung hat ein grundsätzliches Reifungs-Potential (auch viele Hochland Wulongs werden geröstet, aber relativ dezent, und auch diese sind gut lagerbar - es ist heutzutage jedoch leider anzunehmen, dass gewisse Produzenten aus Grünteehypegründen Hochland Wulongs nicht mehr rösten).
Aber besonders problematisch hinsichtlich der Lagerfähigkeit ist jedoch eine grüne Aufgussfarbe (bei Sheng und bei Oolong) - das bedeutet in beiden Fällen, dass der Tee nicht tief genug weiterverarbeitet wurde und lagertechnisch eher wie Grüntee zu handhaben ist.

Im Gegensatz zu Sheng braucht Oolong für die Reifung keine luft- und feuchtigkeitsexponiertheit (er soll ja nicht fermentieren).
Ich habe Oolongs in unterschiedlichen Lagerungsmedien am reifen, hauptsächlich in Alu-Plastik-Legierungstüten, aber auch in Porzellandosen. Atong hat Jahrzehnte die Entwicklung beobachtet und setzt nun seit langem auf besondere, grosse Plastiksäcke (von uns scherzhaft Atongs "Müllsacklagerung" genannt), die aber aus gut verarbeitetem Plastik bestehen, das nicht nach Plastik riecht.

Mehrere lokale Teefreunde von mir halten Oolongs auch in Tontöpfen und in Kirschbaumrindendosen, was ich bei Oolongs aber eher als Luxus und nicht als zwingend notwendig erachte.

Er wird vollmundiger und tiefgründiger.

Vielen Dank für deine Antwort! Das ist so spannend!!!

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Vor einigen Jahren habe ich eine 500g Packung Sir Winston Tea gekauft und dann relativ schnell vergessen, weil ich den Tee nicht so toll fand. Heute morgen ist er mir dann zufälliger Weise wieder in die Hande gefallen und das im Wortsinn: Als ich mein morgentliches Müslie machen wollte, hätte er mich fast erschlagen...

Nun ja, dachte ich mir, wenn du unbedingt willst, dann probier ich dich halt nochmal🤣:

War auch gar nicht so schlecht: etwas pfeffer, leicht ledrig, etwas kräuterartige Säure, die an Ivan Tee erinnert und eine Spur von verbranntem Holz. Allerdings wird er bei längeren Ziehzeiten unangenehm Adstringent. Ist diese Adstringenz, welche hier auch mit Bitterkeit einhergeht, verflogen, beleibt eine undefinierbare Fruchtsüße zurück.

Kurzum: der Perfekte Kandidat für meine Frankenstein- Experimente...

(war übrigens der Broken-Orange-Pekoe Schwarztee... )

Bearbeitet von FireStream
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vor 22 Stunden schrieb Benedicta:

Was hat es mit dem von dir erwähnten Garagenbaum auf sich?  🙂

Das ist ein Shuixian, der direkt neben einer Garage in Mingjian gewachsen ist und stattlich gross wurde.
Atong hatte den Kultivar vor Jahrzehnten aus Fenghuang geschmuggelt und in Mingjian seine ganz eigene Interpretation von Phoenix Oolong produziert.

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vor 1 Stunde schrieb GoldenTurtle:

Das ist ein Shuixian, der direkt neben einer Garage in Mingjian gewachsen ist und stattlich gross wurde.
Atong hatte den Kultivar vor Jahrzehnten aus Fenghuang geschmuggelt und in Mingjian seine ganz eigene Interpretation von Phoenix Oolong produziert.

Interessant, danke!

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Danke. Sehr schön: Meister Atong: "Der Meister legt keinen großen Wert auf besondere Teekeramiken. Der Tee an sich ist von viel größerer Bedeutung...."

und dann später im Bericht (woanders) gleich mal ne massive Goldkanne;-) Und ich dachte Espressomaschinen sind teuer...

 

Bearbeitet von frenchcopper
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vor 4 Stunden schrieb frenchcopper:

und dann später im Bericht (woanders) gleich mal ne massive Goldkanne;-) Und ich dachte Espressomaschinen sind teuer...

Das war aber in einer anderen Tee-Welt, nämlich Pu'Er ... da gibt es viele übertriebene Extreme ...
Atong ist in der Wulong-Welt zuhause und bodenständiger.
Mehrere lokale Teefreunde waren dort dabei und Teefreund F. berichtete mir dereinst, dass das Resultat der Goldkanne in der Tasse nicht wirklich besonders gewesen sei.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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das fasziniert mich ja so am Tee derzeit, daß es zwar Meister, Rituale und Zeremonien gibt, aber anscheinend keine Lehrdogmen....Beeindruckend und echte Vielfalt, die keine Gleichmacherei ist.

An der Stelle auch ein explizites Bewunderungslob an Olli vom TKK, dessen teils absolut unprätentiöse Trinkvideos (sitzt er mit Thermoskanne am Strand und trinkt Tee...) viel vom eigentlichen Spass an der Sache, statt festzementierten Perfektionsdrang rüberbringen.

Bearbeitet von frenchcopper
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Ich trinke ganz gerne hin und wieder einen Kukicha , bis jetzt immer aus Japan. Jetzt habe ich letztens im Bioladen ( dort kaufe ich eigentlich keinen Grüntee mehr) einen Kukicha aus Jeju Island Korea gekauft. Marke Cha Do. Cultivar Yabukita. ( ich dachte das Kultivar eigentlich zu mögen. Den Yabukita Sencha von Teekontor Kiel schmeckt mir als Altagstee sehr)

 

Aber ach du meine Güte! Dieser Tee schmeckt wirklich nicht. Irgendwie rauchige Noten. Karamell. Erinnert mich leicht an Hühnchen. Nichts glasiges nichts blumiges.

https://cha-do.de/shop/bio-suedkorea-kukicha

Ich hatte vor längerer Zeit schon mal einen Tee aus Jeju Island, der war in Ordnung.

Hat jemand von euch Erfahrung mit Tee aus Korea?

Oder auch mit Tee von Cha Do? Wir haben einige Tees die sehr interessant klingen. z.b. so wilde Pflückungen aus Vietnam uvm.

Also falls jemand einen guten dort kennt, dann her mit der Empfehlung:)

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Zwei aus Mengku stammende Shengs älteren Semesters:

2005 Taiwan Storage Yesheng von Yu via Tee-Kontor Kiel

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Extravaganter Duft nach Hagebutten, Johannisbeeren, Gewürzen und Gemüsebrühe im trockenen Blatt. Im angewärmten Gaiwan geschüttelt, kommen Walnuss und mehr Gewürze zum Vorschein. Im nassen Blatt wieder Beeren, dabei wird es süßer, also neben Johannisbeeren vor allem Blaubeeren. Eigentlich sogar Blaubeermuffins, Dazu ein paar milde Gewürze und ein wenig Rauch.
Der Aufguss selbst riecht unauffällig süßlich, zaubert jedoch eine wunderbar weiche, volle Textur an den Gaumen. Auch hier finden sich Feel-Good-Geschmacksnoten von Blaubeermuffin und Schokolade. Null Bitterkeit oder Adstringenz.
Der Abgang ist mild und erfrischend. In dieser Phase ist der Tee trockener als am Gaumen (das heißt wir haben hier wieder eher Hagebutte und Johannisbeere, als Blaubeere). Weder Sheng Jin noch Huigan sind besonders ausgeprägt.

Tolle Aromen, toller Körper. Vielleicht nicht der allertiefgründigste Tee, aber einfach ein Genuss!

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2006 DaXueShan via Chenshi Chinatee

Der Duft des trockenen Blattes tendiert in die deftig-würzige Richtung, ist allerdings etwas blass. Die Lagernote erinnert an einen alten Pappkarton im Keller. Im warmen Gaiwan öffnet sich das Aroma jedoch unvermittelt und wieder schlägt uns eine tolle Blaubeernote entgegen (ist das möglicherweise auch ein Yesheng? Die sind ja gerne mal sehr aromatisch...). Dazu Shou-artige Walnuss- und Teignoten... auch dieser Tee scheint einiges an Reifung abbekommen zu haben.
Das zeigt sich auch im anfangs leicht fischigen Aromas des nassen Blattes, welches ich wohlgemerkt überhaupt nicht als unangenehm empfinde, zumal sich die betörenden Blaubeer- und Teignoten derweil intensivieren und mich wieder an Blaubeermuffins denken lassen. Auch im Aufguss finden sie sich wieder, bei länger gezogenen Runden tendiert das Aroma auch schonmal in Richtung getrockneter Früchte... der Übergang ist hier fließend.
Von seiner besten Seite zeigt sich der Tee jedoch, wenn die Blaubeermuffin-Note zum Vorschein kommt. Die lässt sich dann auch am Gaumen erschmecken und tröstet über den etwas dünnen Körper hinweg. Die Textur ist angenehm weich, was den Tee in Verbindung mit seiner geringen Bitterkeit und den kaum vorhandenen Tanninen zu einem Easy-Drinker macht. Fad schmeckt er dabei jedoch nicht, denn er ist am Gaumen nie zu süß.
Im Abgang bleibt er weiter mild, Sheng Jin und Huigan sind nicht bemerkenswert. Im Ausklang wird er dann dankenswerterweise ein wenig trockener, was Lust auf den nächsten Schluck macht.

Ebenfalls richtig lecker, wenn auch etwas simpel und leicht. Ich hatte nicht erwartet, dass sich die beiden Tees so ähnlich sind. Im direkten Vergleich gebe ich dem Tee von Yu klar den Vorzug, aber auch der DaXueShan ist wirklich nett.

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vor 21 Minuten schrieb Shibo:

2006 DaXueShan via Chenshi Chinatee

Grüss dich, schön meldest dich auch mal wieder zu Wort!
Aber sag mal, du hast dich doch erst 2019 registriert?!
Diesen Mengku Rongshi Fladen hat Chris aber etwa 2015, 2016 rum verkauft, wenn ich mich nicht irre!?
Warst du damals etwa bereits stiller Mitleser, oder wie bist du denn sonst daran gelangt?

PS: Hab davon seit damals auch noch ein Bingchen im Bambuskorb am reifen ... könnt man auch mal schauen, wie dem die Jährchen auf diese Weise bekommen sind.

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@GoldenTurtle

Gut aufgepasst :) Ich war ab ca. Frühjahr 2018 stiller Mitleser im Forum. Den Tee habe ich irgendwann letztes Jahr aus dem Bestand einer Mitforistin erworben.

Wenn ich mir die im Jahr 2015 hier im Teetalk geposteten Verkostungsnotizen so anschaue, scheint mir, dass der Tee sich seitdem durchaus verändert hat. Berichte gerne, wenn du ihn nochmal probierst.

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vor 1 Stunde schrieb Shibo:

Den Tee habe ich irgendwann letztes Jahr aus dem Bestand einer Mitforistin erworben.

Die (beinahe) unergründlichen Wege des Tees. 😁
Von dem Sheng hatte ich damals auch für den fetten Vorsitzenden einen Fladen besorgt - sowas preiswertes kam ihm gerade recht, für den Preis war der doch ziemlich anständig.
Hingegen Teefreund F. gegenüber hatte ich den nicht mal erwähnt - der wär zu weit unter der Gürtellinie gewesen.

PS: Ah, jetzt hab ich heute Morgen einen gut angereiften Yesheng gebrüht, im infragekommenden Moment gar nicht an den ollen Rongshi gedacht ... aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

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2000 Chiang Mai Chi Tse Bing von Ming Ding (via Puerh.pl)

Der Tee stammt aus dem selben kleinen Laden (Ming Ding) in Thailand, von dem Dao Jian Zhong bis 2019 der Leiter war - somit hat er die selben Lagerbedingungen wie der tolle 2000er Dao Jian Zhong Qin Bing erfahren, wurde jedoch aus weniger hochwertigem Material hergestellt, weshalb er auch nur die Hälfte kostet. Davon abgesehen sind sich die beiden Tees auf den ersten Blick sehr ähnlich: beide bestehen aus sehr schönem Blattgut, das größtenteils recht locker gepresst ist und durch die feuchte Thailand-Lagerung einen gewissen grauen Schimmer erhalten hat. Dao Jian Zhong, der unter Hong Tai Chang gelernt hatte, hat wohl bewusst den etwas derberen Old School Charakter der früheren Qi Zi Bingchas (Infos dazu gibt es in dem Blog-Post von Olivier Schneider) fortgeführt, was mir persönlich sehr zusagt.

Jedenfalls ist schon beim Aroma des nassen Blatts die enge Verwandtschaft unverkennbar: Petrichor, Geosmin und Kompost ergeben die selbe schwer-süße Grundnote, wenn auch etwas weniger stark ausgeprägt. Auch auf der Geschmacksebene ist der Tee insgesamt etwas leichter und zurückhaltender bis auf in einem Punkt: er ist deutlich adstringenter - das Blatt wirkt nach ein paar Aufgüssen auch noch deutlich grüner. Erfreulicherweise wirkt die Adstringenz hier nicht unangenehm - kaum Tendenz ins Saure, wie bei dem anderen Tee nur temporär - sondern verstärkt den Eindruck einer gewissen Leichtigkeit und hinterlässt eine dezente Schärfe auf der Zunge, was für einen offensichtlich gut gereiften Sheng von über 20 Jahren durchaus bemerkenswert ist - durch diese Leichtigkeit wirkt er irgendwie "heller". Zugegeben gefällt mir der Dao Jian Zhong Qin Bing auf Grund von mehr Komplexität, Tiefe und Intensität besser - aber da der sehr spezielle Charakter auch hier in ausreichendem Maße vorhanden ist, macht auch dieser Tee Spaß und ist ein schöner Aged Sheng der sich trotz Material von vermutlich jüngeren Bäumen gut trinken lässt - und das zu einem unschlagbaren Preis.

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