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Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3


Joaquin

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Am 9.2.2019 um 16:43 schrieb SoGen:

@Paul hatte mir liebenswürdigerweise ein kleines Präsent mit drei Proben sehr unterschiedlicher Tees zugesandt, mit deren Verkostung ich heute morgen begonnen habe. Und zwar mit dem preislich unspektakulärsten Tee, einem Cui Lü aus dem Bezirk Enshi im westlichen Hubei, einer bio-zertifizierten Frühlingspflückung. Bezugsquelle war @teekontorkiel, wobei ich diesen Tee auch schon bei anderen deutschen Anbietern gesehen habe, z.T. deutlich teurer (11,90 € oder 14,00 € / 100g statt 9,90 € - in einem Fall sogar gierige 15,90 €). Um ein Ergebnis der Verkostung gleich vorweg zu nehmen: diese Preisspanne gibt dann m.E. auch die Eckdaten für ein gutes, ein angemessenes und ein unbefriedigendes bzw. unverschämtes Preis-Leistungsverhältnis vor.

Da der aus demselben Anbaugebiet stammende gedämpfte Yu Lu zu meinen persönlichen Favoriten gehört, war ich hier recht gespannt auf das Ergebnis. Der Empfehlung des Händlers von 70° - 75° C Aufgusstemperatur bin ich nicht gefolgt; bei der Erstverkostung chinesischer Grüntees halte ich mich grundsätzlich an einen Standard von 7,5 g / 180 ml weiches Quellwasser mit einer Temperatur von 80° C, was ca. 150 ml fertigen Aufguss ergibt. Beim Aufguss ist die Kanne in einem "Boot" (d.h. im Wasserbad), um die Temperatur möglichst konstant zu halten. Die 7,5 g sind auf vier Aufgüsse von ca. 20'', 30'', 50'' und 1'20'' ausgelegt, also auf eine Ziehzeit von insgesamt 3'. Einleitend eine kurze (ca. 5'') Wäsche mit reduzierter Temperatur. Dieser Standard hat den Vorteil, dass er nach meinem Geschmack für die meisten chinesischen Grüntees 'passt' und sich auch bei den 'Abweichlern' ein halbwegs objektiver Vergleichsmaßstab ergibt.

Das Trockenmaterial hatte einen angenehm frischen, fruchtigen Geruch mit einer deutlich süßlichen Note. Dieser erste Eindruck fand sich auch im Duft des ersten Aufgusses bestätigt, der einen angenehmen, vollen Geschmack hatte. Das Geschmacksprofil war stärker vegetabil als der Geruch, aber ausgewogen, wenn auch nicht allzu differenziert (was in dieser Preisklasse auch nicht zu erwarten war). Das 'Terroir' des Yu Lu war für mich identifizierbar, was allerdings auch eine durch meine Erwartungshaltung erzeugte Selbsttäuschung sein könnte. Der Kultivar scheint mir jedenfalls ein anderer zu sein. Ansonsten ist anzunehmen, dass auch der Cui Lü den für Tees aus der Enshi-Region typischen hohen Selen-Gehalt aufweist.

Der zweite Aufguss fiel im Vergleich zum ersten sowohl in der Nase wie auf Gaumen und Zunge leider auffallend blass aus - das meiste Pulver war schon im ersten Aufguss verschossen. Das Geschmacksprofil nun schon recht verschwommen / 'breit' - aber immer noch angenehm zu trinken. Eine Überraschung brachte der sehr ähnliche dritte Aufguss dann noch im Nachgeschmack - sehr angenehme und unaufdringliche, anhaltende Herbheit, wenn auch leider ohne süßliche Noten (auch dies in dieser Preisklasse nicht zu erwarten). Leichte Adstringenz, die nicht nur auf der Zunge spürbar war, sondern ein sehr 'fülliges', samtiges Mundgefühl erzeugte. Der vierte Aufguss war dann erwartungsgemäß eine (deutlich) verdünnte Variante des dritten, der dann auch nichts Neues mehr brachte.

Auch energetisch war der Tee bemerkenswert; wobei die Sensibilität für das Qi natürlich auch immer von der Tagesform des Trinkers abhängt und ich eine zweitägige Tee-Zwangspause hinter mir hatte. Wem das mit dem Qi zu esoterisch ist - der Cui Lü scheint mir einen recht kräftigen Koffein- (worauf auch das dunkelgrüne Blattgut hindeutet) und Theobromingehalt zu haben; er erzeugte jedenfalls eine angenehm entspannte Wachheit. Trotz der oben erwähnten Herbheit bei fortschreitender Auslaugung gut magenverträglich (ich hatte den Tee morgens auf nüchternen Magen verkostet). Noch zum Thema Blattgut - die abgegossenen Blätter sehen deutlich nach Maschinenlese aus, was ich persönlich gar nicht schlecht finde. In diesem Preissegment ist eine angemessene Entlohnung für Handpflückung auch in China m.E. nicht mehr möglich. Irgendein Pflückstandard war jedenfalls nicht zu identifizieren.

Fazit: Aufguss mit der vom Händler empfohlenen Temperatur von 70° - 75° C (eher 70°) dürfte sinnvoll sein, um die Schwächen des Tees (insbesondere die schwache Nachhaltigkeit) etwas zu kaschieren. Für Gongfu-Methode weniger geeignet (was nicht überraschen sollte); zwei lange Aufgüsse (2' / 3') dürften sinnvoller sein. Sicher auch für 'Grandpa-style' gut geeignet. Also empfehlenswert als Alltagstee (nicht zuletzt wegen der Bio-Zertifizierung, was auch immer die wert sein mag) und m.E. auch eine gute Empfehlung für Grüntee-Einsteiger, die nicht gerade im untersten Preissegment ihre ersten Erfahrungen sammeln wollen.

_()_

Danke für diesen Bericht. Hilft mir gerade sehr meine eigene Einschätzung einzuordnen. Trinke ihn gerade das erste mal. Und zwar Gong fu style. Scheint dafür nicht wirklich gemacht zu sein. Aber habe ihn im Grunde auch nur gekauft um einen Alltagstee zu haben, neben meinen etwas teureren Senchas.

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Live-Grüsse von einer kleinen Teerunde mit Diz 🥳

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vor 21 Stunden schrieb Paul:

Zum Preis: Teehaus Schnorr Ffm: 50 gr/59,95 E

                   TKK:50gr/34,90 €

                   Shuitang: 50gr/37 CHF

Preisvergleiche sind bei diesem Tee schwierig, da es ca. 3 bis 4 unterschiedliche Varianten davon gibt - einerseits gibts es eine 2L+1B Pflückung, dann gibt es eine 3-4L+1B Pflückung, von diesen beiden Varianten gibt es zusätzlich unterschiedliche Lagerungen, die einen etwa ab 2010 in Zürich und andere bis etwa 2017+- in Taiwan, die, wenn ich es recht in Erinnerung habe, beim späteren Import auch einiges teurer waren, als die bereits 2010 Importierten.
Ich hab nicht nachgesehen, wer welche Version anbietet - ob es die Händler selbst ganz genau wissen ist zudem die Frage (nur so viel - den Unterschied ob 2L+1B erkennt man an einem Unterschied am Wrapper) - wenn jetzt z.B. Schnorr die Taiwan Storage Version anbietet und die anderen Händler die Euro Storage Version, wäre der Preisunterschied wohl gerechtfertigt.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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In Deutschland wird ja dieser Tage scheinbar kaum noch Tee getrunken, nur noch kontrovers darüber diskutiert - diesen Eindruck zumindest scheint das Teeforum in den vergangenen Tagen zu machen.

Dagegen ist etwas zu unternehmen!

Prosit in die Runde mit dem prächtigen 15er Spätwinter Cuifeng Hochlang Wulong von Atong!

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Nebenbei: Die Aufgussfarbe erinnert mich an herrlich mineralischen Riesling aus Rheinhessen oder von der Nahe ... wobei ich unterdessen Tee in solch einer Qualität klar den Vorzug gebe ... vor die Wahl gestellt, wäre dies kein Augenzwinkern lang die Frage.

Randnotiz: Zu etwas Buchhaltungsarbeit genehmigte ich mir - wie bei dem Wetter nicht unüblich - heute Morgen einen doch bemerkenswert gelungenen, neueren Shou vom Produzenten "Hängt-ihn-höha" (etwa so wird der chinesische Name ausgesprochen) - der Junge will an die Spitze, das war mir nach dem ersten Schlürfer klar. Mehr dazu vielleicht demnächst im Shou Produzenten Thema.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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vor 42 Minuten schrieb GoldenTurtle:

In Deutschland wird ja dieser Tage scheinbar kaum noch Tee getrunken, nur noch kontrovers darüber diskutiert -

Man kann auch einfach sagen, dass hier in letzter Zeit einfach viel Scheiß geschrieben wird, das würde den Nagel mal auf den Kopf treffen! :)

Tee trinken tue ich, aber das Schreiben im Forum fällt gerade etwas schwer... 

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vor 49 Minuten schrieb Anima_Templi:

Man kann auch einfach sagen, dass hier in letzter Zeit einfach viel Scheiß geschrieben wird, das würde den Nagel mal auf den Kopf treffen! :)

Tee trinken tue ich, aber das Schreiben im Forum fällt gerade etwas schwer... 

Kann ich nur unterschreiben!

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vor 41 Minuten schrieb Paul:

Kann ich nur unterschreiben!

Weiss ja nicht ob ich mich da jetzt angesprochen fühlen muss, aber: gibts denn Empfehlungen für kühlende Tees?  Bei der Hitze fällt es mir auch schwer noch heissen Tee zu schlürfen. Kaltaufguss steht noch an (brauch noch ne schöne Flasche dafür)

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vor 2 Stunden schrieb frenchcopper:

... gibts denn Empfehlungen für kühlende Tees? 

anständige Liu Baos werden als kühlende Tees heiß (!) getrunken.

Falls Du es nicht glaubst:  Global Tea Hut,  Dezember 2016 Schwerpunktausgabe Liu Bao. Erstklassiges Heft!

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2022 Baozhong von prSK

Hurra, die neuen 2022er Thailand-Tees von Peter sind da! Zumindest eine Vorab-Version, denn von den beiden Pu'erhs gibt es zunächst "nur" das Maocha zum probieren, die Bings kommen später - heute starte ich aber mit einem der beiden Nicht-Pus: dem 2022er Baozhong (包種茶, teilweise auch "Pouchong" übersetzt). Der Tee stammt vom selben Produzenten, von denen Peter auch seine Thailand-Sheng bezieht: Vei Yan. Peter schreibt, dass der Tee aus einem kleinen speziell für Wulong bestimmten Garten stammt, was auf einen gewissen experimentellen Charakter hindeutet und wenn man sich den Tee anschaut auch definitiv der Fall zu sein scheint: Baozhong/Pouchong hat ja schon ein relativ großes Spektrum an Oxidation verglichen mit anderen Wulong aber dieser ist wirklich pechschwarz mit nur kleinen grünen Stellen - meist kenne ich Baozhong doch deutlich grüner wie z.B. bei dem 2021 Wen Shan Bao Zhong, eben einen modernen Baozhong der mittlerweile ja zu den am wenigsten oxidierten Wulongs zählt (weshalb man ihn teilweise auch schon fast als Lu Cha ansehen kann), da ist diese dem Trend entgegenlaufende Variante eine willkommene Abwechslung. 

Das nasse Blatt hat ein unglaubliches Aroma: Ananas, etwas grüne Kochbananen und etwas schwer zu beschreibendes "exotisches" das eindeutig klar macht, dass es sich hier nicht um einen Tee aus China handelt - voll, intensiv, spannend und trotzdem nicht aufdringlich verbreitet das Aroma eine positive Grundstimmung. Und genau so positiv fallen die ersten Aufgüsse aus: frisch und gemüsig, genauer süßliches gegrilltes Gemüse, mit dezenten Fruchtnoten im Hintergrund und kaum floralen Noten machen auch die Geschmacksebne zu einem für einen Wulong sehr ungewohnten Erlebnis - keine Spur von nuttigem Blumenwasser, erstickendem Parfüm oder überbordender Mineralität was mich an den meisten Wulongs stört. Der Tee wirkt so viel natürlicher (oder naturnäher?) als alle Wulongs die ich kenne - der selbe Charakter, der mich auch bei den Shengs von Peter so fasziniert: keine versnobbte Überproduktion, um den weltmännischen Gaumen der schon alles kennt doch nochmals mit irgendwelchen gekünstelten Noten zu reizen und stets darauf bedacht den verweichlichten Gourmet nicht mit womöglich noch zurückbleibenden Ecken und Kanten zu verärgern, sondern schlichte Hausmannskost, welche durch ihre Schlichtheit die Qualität der Zutaten zur Geltung bringt. Zumindest fühlt sich der Charakter des Tees für mich so an - in wie weit sich das mit den Metriken eines Wulong-Experten deckt weiß ich nicht und ist mir auch egal, denn der Tee macht mir richtig Spaß, obwohl es kein Pu'erh ist - und das ist etwas echt seltenes! Und auch wenn dem Tee etwas Ausdauer fehlt (ab dem 3. Aufguss baut er deutlich ab, ab dem 6. ist Schluss) und er als Nicht-Pu kein Qi hat ein klasse Tee: großes Lob an Peter und Vei Yan! Muss ich definitiv mal noch in anderer Keramik und mit Tetsubin-Wasser (bei der Session habe ich meinen Ton-Kessel genommen) probieren.

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vor 15 Stunden schrieb Paul:

anständige Liu Baos werden als kühlende Tees heiß (!) getrunken.

Falls Du es nicht glaubst:  Global Tea Hut,  Dezember 2016 Schwerpunktausgabe Liu Bao. Erstklassiges Heft!

Da bin ich aber skeptisch.. Das ist gänzlich konträr zum chinesischen Verständnis, wobei bspw. Grüntee als kühlend, aber fermentierte Tees wie Shou oder auch teilfermentierte Heichas wie Liu Bao als wärmend gilt.
Ausser es ist ein neumodischer Liubao, der vom Sheng abgekupfert gänzlich unfermentiert ist - was aber gem. dortiger Kenner gar nicht als Liubao zu zählen ist.

PS: Abgesehen davon, gratuliere zur Demonstration gegen Italien ... Deutschland hegt wohl klare Avancen auf den Titel in Katar.

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2022 mindSWITCH Maocha von prSK

Hurra, der erste Pu'erh von 2022: technisch eigentlich nicht ganz korrekt, da es sich um Maocha handelt (die Herkunft aus Thailand ist meiner Meinung nach nicht relevant - das beharren auf willkürlich gesetzte Ländergrenzen ist purer Protektionismus, den Pflanzen sind die sinnlosen Ländergrenzen der Menschen egal - es kommt auf die Qualität des Materials und die Verarbeitung an, alles andere ist Politik) aber ich finde es eine tolle Sache, dass es dieses Jahr möglich ist, das Maocha der Thai-Shengs vorab als Maocha zu probieren. Gegenüber einem gepressten Bing hat man hier auch noch mehr die Möglichkeit, die Schönheit der Blätter zu begutachten - und wie man auf den Bildern gut sieht, ist das Blatt wirklich sehr schön groß und kräftig, regelrecht "sperrig" (selbst bei der sehr großen Sangbian Zini von Jie Zhao muss man schauen, wie man das Material rein bekommt). Und es hat schon im trockenen Zustand ein tolles, intensives Aroma - frisch, voll und fruchtig, letzteres erinnert mich vor allem in nassen Zustand anfangs an Kiwi. Kein Wunder, das Material stammt ja wieder wie bei der 2020er Version und der 2021er Version von den ältesten Bäumen von Vei Yan (siehe Beitrag zum 2021er). Geschmacklich erwartet einen wie letztes Jahr wieder eine Überraschung: insbesondere die ersten Aufgüsse sind zwar durchaus schön fruchtig (sanfte Aprikose - die pilzige Note von letztem Jahr fehlt dieses mal komplett), aber für mich am prominentesten ist die wunderbar breite Bitterkeit. Wüsste ich es nicht besser (und würde man die exotischen Fruchtnoten ausblenden) würde ich bei der Bitterkeit 100% auf Bulang tippen: sie ist so voll und samtig, nicht all zu heftig sondern genau wie manche süßliche Bulang-Dörfer "bitter-sweet". Generell ist der Tee dieses mal extrem voll/intensiv in der Textur mit viel Gewicht - zugleich geschmacklich aber irgendwie flauschig-leicht - wieder ein komplett anderer Tee als die beiden Vorgänger. Gut, man muss berücksichtigen, dass es sich hier um Maocha handelt, d.h. zum einen ist die Dramaturgie der Aufgüsse eine andere als bei einem gepressten Bing (da sich die Blätter nicht erst öffnen müssen startet der Tee gleich voll und verschießt dafür aber auch in den ersten Aufgüssen schneller sein Pulver) und zum anderen verändert auch die Pressung nochmals den Charakter des Tees (Geschmack und Aroma ändert sich, durch ein anderes Trocknungsverhalten ergeben sich neue Facetten wie vermutlich die pilzige Note beim 2021er), aber es ist schon ultra-spannend, diese Entwicklung mitzuerleben: 2020 war rohe, unverfälschte Kraft im Tässchen (Geschmack, Textur, alles scheißegal, nur das Qi zählte), 2021 wurde diese deutlich mehr in gefällige Geschmacksrichtungen gelenkt und dieses Jahr liegt der Fokus ganz eindeutig auf der Textur. Ganz großes Kino! Einzig das Qi scheint dieses Jahr etwas milder auszufallen (wobei das schon Jammern auf höchstem Niveau ist - das Qi ist trotzdem sehr intensiv und stellt 90% aller anderen Tees in den Schatten) und ab dem 4./5. Aufguss baut er schneller als seine Vorgänger ab, aber bei nur einer Session ist es für einen tiefergehenden Vergleich natürlich noch etwas früh - es folgen sicher noch Updates in anderer Keramik. Ich kann verstehen, warum Peter zögerlich ist, den Tee als Bings pressen zu lassen - aber ich hoffe doch sehr, dass er es macht, denn alles ist besser wenn als Bing gepresst. Spaß bei Seite: wie oben beschrieben verändert sich ein Tee durch das pressen nochmals, bekommt dadurch aber für mein Empfinden zusätzliche Komplexität und macht ihn vor allem auch hinsichtlich Lagerung interessanter - und ein Vergleich von dem gepressten Tee gegenüber den beiden Vorgängern wäre natürlich auch spannend!

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Warme Grüsse in die digitale Teerunde liebe Teefreunde!

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Nachdem ich gestern einen kleinen Rest dieses recht stark gerösteten Yancha-Samples verkostet habe (man beachte den Namen des Produzenten), welches Teefreund Beni in Wuyi zugesteckt wurde und das etwa 2 Jahre in meinem Gartenhäuschen (Sommer und Winter) gereift hat, geschah aus entdeckungsfreudigem Kombinationsdrang folgendes:

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Immerhin kam im Nachhall das Aroma des Weisstees noch zur Geltung!

Und keine Sorge, heute gehts wieder puristischer zu und her - auf der Verkostungsliste steht eine 16er Bangwei Longzhu von Jeep, die ebenfalls in rarer Zusammenarbeit mit der Penguin Society entstand.

PS @doumer: Die Aufgussfarbe sieht schon etwas shengmässiger aus dieses Jahr, das ist zumindest mal erfreulich.

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2022 Pang San Zhou Maocha von prSK

Logischerweise gab es heute den 2022er Pang San Zhou, um einen möglichst direkten Vergleich zum 2022er mindSWITCH Maocha von gestern zu haben - auch hier vorerst in Maocha-Form. Wie schon 2020 (denn letztes Jahr gab es von dem Tee nur indirekt eine Version, da hier nach dem "Rezept" von Vei Yan produziert wurde) unterscheiden sich auch dieses Jahr die beiden Tees stark voneinander. Zwar hat auch der Pang San Zhou eine schöne, exotische Fruchtnote, jedoch geht diese hier klar in Richtung Ananas anstatt Kiwi und besonders prägnant ist eine frisch wirkende Nussigkeit. Keine "alte" Walnuss, wie es bei manchen gereiften Shengs der Fall ist sondern eher Kokosnuss - oder wie bei einem Long Jing, wie Peter ja auch im Shop schreibt. Durch ein relativ hohes Maß an Adstringenz, was aber gut zu dem exotisch-sommerlichen Geschmack passt und daher nicht stört, und viel Energie (das Qi ist hier im Vergleich zum mindSWITCH deutlich anregender und kopflastiger, weniger körperbetont) wirkt der Tee deutlich aggressiver als der mindSWITCH - also genau umgekehrt wie in 2020, wenn natürlich auch nicht so garstig wie der 2020er Chafnag Danzhu. Vielleicht ist das auch ein schlechter Vergleich, denn auch wenn er etwas aggressiv wirkt, so lässt sich der Tee doch sehr gut trinken und bietet wie gesagt viel Energie und ein tolles, im Vergleich zu chinesischen Tees ungewohntes Geschmackserlebnis - was will man mehr? Im Vergleich zum mindSWITCH Maocha fehlt es lediglich an der außergewöhnlichen Textur und etwas Tiefe, aber ansonsten läuft es für die meisten Trinker sicher auf eine Charakterfrage hinaus, ähnlich wie wenn man zwischen Yibang und Bulang wählen müsste. Mir persönlich sagt der Charakter des mindSWITCH mehr zu und man merkt, dass das Material von älteren Bäumen stammt, daher bekommt dieser eine bessere Bewertung - tolle Tees sind aber beide!

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Nachverkoste gerade den 13er Xi Banshan von der vorjährigen Gabo Selektion, diesmal mit meiner üblich-geringen Nachmittags-Dosierung von 3g (auf eine etwa 1,5dl Yixing), dafür längerem Ziehen (= mehr Yixing-Einwirkung, bei einer guten Yixing ist das sogar von Vorteil), jedoch zugegeben weniger Aufgüsse (geschätzt 4-5). "Muss sagen", ich bin mit der Wahl nach wie vor zufrieden; im ersten Aufguss glasklare, trocken-bittere Fruchtnoten, welche mir persönlich das Wasser im Gaumen zusammenlaufen lassen, dazu gesellt sich im Nachhall ein bemerkbares Huigan, obendrein eine luftige Wolkenchillwirkung - der Fladen war ja "nur" etwa 100€ - in der Preis-/Leistungskorrelation insbesondere hinsichtlich der sauberen Machart (absolut korrekte Aufgussfarbe), der blitzsauberen Lagerung, als auch der klaren, ortsspezifischen Individualität. Dazu kommt im 2. Aufguss eine Wandlung von der Fruchtnote hin zu einer dezenten Bitterkräuterhaftigkeit, dies sich im 3. Aufguss in eine bitter-süssliche Mentholnote entpuppt und beim 4. Aufguss in eine gelungene Harmonie übergeht.

Anmerkung 1: Eine noble trockene Bitterkeit überschattet bei diesem Sheng stets das Geschehen, mit verhältnismässig wenig Süsse/Frucht - Teetrinker die gerne eine andere Kräfteverteilung haben, dass alles von einer süsslichen Fruchtnote überschattet wird und die Bitterkeit nur die zweite Geige spielt, werden in Yibang besser bedient als in Xi Banshan.

Anmerkung 2: Gabo hat im Shop ein geringes Detail ausgespart, nämlich dass es sich beim Produzenten um Fengyamingyuan handelt - und dieser Name ist Kennern kein Unbekannter. Aber keine Sorge, der Sheng ist schon lange ausverkauft, weshalb diesem Beitrag wohl auch nur schwerlich Werbung unterstellt werden kann.

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Bildkommentar: Diese sehr, dicke, schwere und robuste Tasse aus Taiwan hat mir vor Jahren mlc für meine kleine Tochter geschenkt ... und irgendwie habe ich sie wirklich schätzen gelernt ... sie zeichnet sich durch eine verblüffend runde Haptik aus, beim Halten und ebenso beim Trinken an den Lippen.

PS: Der Kommentar zum 4. Aufguss war nicht ganz korrekt: es geht in eine gelungene harmonische Gesamtnote über, alles wird dabei quasi eins.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Heute gab es für mich ein Leuchtfeuer (ein grünes 😜) unter den grünen Tees: Ôyama Tamaryokucha

Ich bilde mir ein hier irgendwann davon gelesen zu haben, dass es Echizen schafft diese Mangonase in die Tasse zu schummeln, aber mir gelingt das leider nicht. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass ich generell der 2022er Version einen nicht ganz so brutalen Mangoduft bescheinige. 
Unabhängig davon bleibt dieser Tee natürlich eine Wucht!

 

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Gestern tatsächlich eine richtige Teerunde in der Badi mit einer Freundin abgehalten, diese war schon hin und wieder an kleinen Teerunden, ist aber nur eine Gelegenheitstrinkerin ...

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Später kam dann noch ein sehr gelehrtes, reiferes Semester aus dem Osten zu seinem ersten Sheng (zum Glück hatte ich noch eine dritte Tasse dabei) ...

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Es wurde nicht gemeckert und nicht gekleckert ... denn ein Bademeister erinnerte mich freundlich, dass Getränke auf den Liegestühlen eigentlich verboten seien (von Teezeremonien ganz zu schweigen), sah aber von der Durchsetzung dieses Verbotes ab, worauf ich obendrein erwiderte, dass da auch gar kein Zucker drinnen sei, worauf wohl die Ursache dieser Regel zurückzuführen ist.

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2016 Wuliang Wild von EoT (aus deren leider nur kurz durchgeführtem Puerh Tea Club)

Heute habe ich tatsächlich mal frei, daher besteht die äußerst seltene Gelegenheit, an einem Werktag morgens Tee zu trinken - ein wertvolles Gut! Jedenfalls hatte ich nicht vor, dazu einen Post zu machen sondern einfach gemütlich einen Tee zu schlürfen (daher auch die Wahl eines Shibos) - dabei viel die Wahl zufällig auf einen Yesheng, den ich schon ziemlich lange nicht mehr hatte ... und war so überrascht, dass ich nun doch einen kurzen Post dazu mache! Denn das Aroma des nassen Blatts ist so kräftig und außergewöhnlich - fruchtig und zugleich sehr herb, was mich an Wein oder einen fruchtig-schweren Balsamico erinnert, jedenfalls anders als die meisten Yesheng die ich kenne. Da hat sich offensichtlich in den letzten Jahren mächtig was getan - und das, obwohl der Tee einfach nur in einer (geschlossenen) Holzkiste lagert - ob das damit zusammenhängt, dass der Tee viele von diesen "wilden Knospen" (Yabao?) enthält, aus denen die beiden Tian Ba Tuochas (einmal Sweet und einmal Bitter) gemacht wurden?

Jedenfalls ist das Aroma wie gesagt umwerfend - dafür schmeckt der Tee aber zunächst mal nach fast nichts, etwas Pflanzenwasser, und hat quasi keine Textur - würde man danach gehen, würde der Tee das belanglose Schicksal einiger Yeshengs der süßen Variante teilen, die nichts mehr zu bieten haben, sobald die initiale Frische verflogen ist. Aber während man noch (oder schon) der verpassten Möglichkeit nachtrauert, stellt sich ein mächtiges Hui Gan ein - wobei es das eigentlich nicht mal ansatzweise trifft, denn es kommt hier nicht nur eine fruchtige Süße als Erinnerung zurück sondern mit dem Aroma kommt erst der eigentliche Geschmack: Bitterkeit, Frucht, herbe Wildheit tauchen einfach aus dem Nichts auf, faszinierend! Dazu kommt, dass der Tee die Brust frei macht und ein für einen Yesheng ausgeprägt starkes Qi besitzt, das sich im Kopf sammelt und schlappe Tee-Einsiedler plötzlich aufrichtet - und obwohl der Tee jetzt schon 6 Jahre hinter sich hat, wirkt er auf seine herb-fruchtige Art äußerst sommerlich. Der Tee beweist jedenfalls eindrucksvoll, dass die Stärke eines Yeshengs eindeutig in der Aromatik liegt - und zumindest in unserem gemäßigten Klima auch bei Yesheng eine Reifung (zumindest in dem relativ kurzen Zeitraum - wir sprechen uns in ein paar Jahren wieder) möglich ist ... eine feuchte HK-Lagerung hätte den Tee sicherlich mittlerweile völlig zerstört.

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Updaten mit dem 70er Meizhan Oolong von mlc (vor 6, 7 Jahren nur wenig bezogen); intensivste Kräuterapothekerschrank- und Tabakholzkistchennoten, mir ein Rätsel wie diese entstanden sind. Ich denke, dies ist ein lehrhaftes Beispiel, wie sich ein Tee mit einer starken Röstung auch bei und durch eine klima-/umgebungsexponierte Lagerung über Jahrzehnte positiv weiterentwickeln kann.

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2014 Naka von prSK

Wie der 2014er LME habe ich auch von dem 2014er Naka erst viel später einen Bing gekauft - aber das Warten hat sich gelohnt: es ist definitiv einer der heftigsten Nakas die ich kenne! Neben einem Naka-typischen "drittes Auge" Qi, das sich absolut punktuell auf der Stirn zentriert ist der Tee vor allem in einem Stark - Bitterkeit. Ein gewisses Maß an Bitterkeit ist für Naka ja durchaus üblich, aber dieser hier ist auf dem Level eines richtig fiesen Bulangs - spannend daher der Vergleich, wie der Tee in einem glasierten und in einem unglasierten Schälchen wirkt. Insbesondere in den ersten 3, 4 Aufgüssen ist die Bitterkeit im glasierten Schälchen schneidend konzentriert und wird durch sehr derbe Facetten der Reifung begleitet, so dass der Tee sicher nichts für ungeübte Trinker ist - im unglasierten Schälchen ist die Bitterkeit nicht unbedingt schwächer aber wirkt breiter und dadurch etwas weniger schneidend - derb ist der Tee aber trotzdem allemal! Interessant: durch die geänderte Zusammensetzung wirkt der Tee hier doch deutlich anders - mich erinnert er so an Lakritz, aber nicht das Haribo-Zeug für Kinder sondern das "richtig" Zeug (aka Salmiak),für das man Haare auf der Brust braucht. Und trotzdem gefallen mir gerade die ersten Aufgüsse besonders gut: zum einen natürlich weil sie die stärksten sind und zum anderen zeigt sich hier besonders gut die fortschreitende Reifung in einer schweren Wachs-Note, ähnlich wie es bei dem 2009er Youle von Douji der Fall ist, was mir sehr gut gefällt. Es braucht doch einige Aufgüsse bis der Tee etwas gezähmt ist und sich schließlich auf süße Honig- und warme Heu-Noten zeigen ... so nach ~6 Aufgüssen wär der Tee vermutlich auch für Gäste geeignet  😉

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    • Von linda_leniem
      Hat sich schonmal  jemand eine Tee Pflanze gekauft und Erfahrungen, ob eine sinnvolle Ernte und Verarbeitung möglich ist? ich überlege, mir über z.B. Baldur Garten ein Pflänzchen zu kaufen. 

      Baldur Garten Teepflanze
      Sie könnte bei mir hell, aber nur drinnen stehen. 
       
       
    • Von Manfred
      Mich interessieren im Moment die Veränderungen, die im Tee bei der Herstellung stattfinden und die letztlich ja zu den unterschiedlichen Ausprägungen unterschiedlich hergestellter Tees führen. Konkret interessiert mich, was im Tee beim Erhitzen abläuft. Die Teeblätter enthalten sowohl Theanin als auch Zucker, so daß beim Erhitzen ab 120 bis 140 °C eine Maillard-Reaktion stattfindet. Das Ergebnis sind Röstaromen, wie man sie auch im Brot oder beim Erhitzen von Fleisch auf der Pfanne oder auf dem Grill erhält. Ich habe bisher dazu wenig gefunden, obwohl ich lange gesucht habe. Könnte einer von euch hier irgendwelche Hinweise auf Ergebnisse geben, die vielleicht schon irgendwo bekannt sind?
      Interessanterweise habe ich aber eine Untersuchung gefunden, die sich mit der Rolle von Lysin in der Maillard-Reaktion befaßt (Food Control 99 (2019) 73-78) und Inhaltsstoffe identifiziert, die bei der Maillard-Reaktion aus Lysin entstehen: Furosin und 5-Hydroxymethylfurfural. Das 5-Hydroxymethylfurfural konnte ich beschaffen und den Geschnack testen. Es schmeckt "nach Muckefuck", aber doch nicht genau nach dem Ton, den ich schon in einigen Tees gefunden habe. Aber Lysin ist nicht Theanin ond es ist weniger Lysin als Theanin enthalten.
      Ich bin für jeden Hinweis in dieser Richtung dankbar.
       
    • Von real_G
      Guten Tag, werte Forumsgemeinde!
      Ich bin der Thomas und trinke (erst) seit gut zwei Jahren täglich möglichst guten Tee, meistens in den frühen Morgenstunden ... und bin vollständig dem Wahnsinn verfallen.
      Aus unerklärlichen Gründen landet doch fast immer Sheng pu'erh in den Kännchen (90-95%); und die Kännchen werden immer kleiner...
      Aber von einigen Oolong (Dan Cong, Felsentee) bin ich durchaus ebenfalls angetan!
      Ich würde mich freuen, den ein oder anderen Austausch hier auf dem Forum mit euch zu erleben! 
      Erstmal muss ich mich hier ein bisschen einfinden...
      Ah, jetzt ist es 23:30, die Übergangsphase beginnt: Alles ruft schon nach dem morgigen Tee, er ist bereit im Pumidor... jetzt muss ich nur noch irgendwie einschlafen! 
      Herzliche Grüße und träumt schön von den altehrwürdigen Teebäumen 🙂
      Thomas
    • Von Paul
      Einer muß ja mal damit anfangen:
      Teezui 2022 ?
      Ja oder Nein? Kassel oder woanders?
      Wie ist den so die allgemeine Stimmung?
      Wer würde kommen, unter welchen Bedingungen?
    • Von Lena
      Hallo ihr lieben! 
      Eigentlich bin ich immer die stille Mitleserin und konnte mir schon echt viele, gute Tipps von euch einfangen - Danke dafür! 
       
      Jetzt habe ich aber selbst mal eine Frage (und ich hoffe es ist so erlaubt?) :
      Kennt ihr Teaballs? 🤔 Ich bin vor ein paar Tagen darauf gestoßen und wäre echt mal neugierig auf den Geschmack und die Qulität. Hat jemand Erfahrungen? 

      Liebe Grüße
      Lena ❤️
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