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Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3


Joaquin

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vor 17 Stunden schrieb doumer:

Interessant, wo hast du denn den Begriff her?

Mehrere chinesische Pu'Er-Produzenten haben unter diesem mVn eher zeitgenössischen Tee-Begriff schon Sheng mit solchen Eigenschaften produziert - dieses Verständnis betrifft ja eigentlich Sheng Pu'Er, aber auch ein Westler (Scott) hat diesen Begriff umzusetzen versucht, allerdings entgegen dem üblichen Verständnis als Shou! Ich habe so einen auch schon länger, und für Shou ist der auch ziemlich bitter und rowdyhaft (Wildsau), für mich rief der allerdings noch nach Reifung.

@topic: gestern tief in der Teebibliothek gekramt ... so habe ich vor 5, 6 Jahren hin und wieder Tees verpackt, für die mir damals die Zeit noch nicht gekommen schien, um sie für einige Jahre in die Reifung zu verbannen ... 

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... in diesem Fall ein 15er Anxi TGY vom Anxi Chen, der vom Mingjian Chen durch eine nicht unbeträchtliche Holzkohlenröstung veredelt / abgeschlossen wurde ...

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... Zeit aufzuwachen! 

Für einen TGY ist die Röstung sogar echt stark, das Holzkohlearoma kommt sehr klar zur Geltung, und nachdem die Jahre der Lagerung diesen Tee mit der Röstung harmonisiert haben, ist er gar zu einem Prunkstück in meiner Sammlung geworden. Es wurde mir jedoch klar, dass er von einer weiteren Lagerung noch mehr profitieren würde, da beim letzten langen Zieher die Röstnoten noch nicht sauber in die Gesamtharmonie integriert sind.

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Nach 10 Aufgüssen verlor er leicht an Aroma, aber ich hätte sicher noch zwei Aufgüsse machen können. Bei einem Tee in dieser Preisklasse finde ich das schon erstaunlich.

 

@GoldenTurtle

Wie Du sehen kannst, ist das Teeboot immer noch im besten Zustand, auch wenn ich es nicht jedes Mal penibel saubermache. Wolltest Du ja wissen, wie gut die Qualität ist und ob es nach kurzer Zeit "absäuft". 😋

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Am 4.7.2022 um 17:22 schrieb GoldenTurtle:

Aber ich denke es ist sinnvoll, wenn die Teetrinker verstehen, dass die Allermeisten das, worin du deinen persönlichen Tee-Climax findest, gar nie erreichen werden: nämlich in einer fast ausschliesslichen, intensiven und komplexen Bitterkeit und einer ebensolchen Wirkung. Wenn ein Sheng allein diese beiden Punkte aufweist, kriegt er bei dir i.d.R. bereits die volle Punktzahl. Ich glaube mittlerweile den zeitgenössischen chinesischen Begriff für deine Teevorliebe gefunden zu haben: "Bawang"! Diese Präferenz bedeutet übersetzt ungefähr: "Overlord", "Despot" oder "Badass King" und ein entsprechender Tee zeichnet sich durch "a strong tea that reveals itself through it bitterness, pungency, overpowering cha qi and thick long-lasting mouth-feel" aus. Verschiedene Produzenten haben bereits Pu'Er unter diesem Begriff produziert. Abgesehen davon: Preis - eher nebensächlich, Fruchtnoten und Huigan - nicht so wichtig, Vollmundigkeit - nicht so wichtig, mundwässernd - nicht so wichtig, Wandlung, Nachhall und Komplexität abgesehen von der Bitterkeit - nicht so wichtig. 

Diese Beschreibung trifft meinen Sheng Geschmack mittlerweile auch ganz gut, abgesehen davon, dass zur intensiven Bitterkeit wenigstens eine winzige Fruchtnote deutliche Bonuspunkte verzeichnet. Ein ideales Beispiel wäre der Chafang Pang San Zhou 2020 von pu-erh.sk - mit ganz toller Bitterkeit, schönen Fruchtnoten und deutlich kopflastigem Qi. Ein Beispiel für einen reinen "Badass King" mit heftigem Stoner Qi wäre aus meiner Sicht Sheng aus der Kucha Varietät. Außer extremer Bitterkeit hat er auf geschmacklicher ebene nicht viel zu bieten dafür haut einen die Wirkung regelrecht um (kaum Koffein, hoher Alkaloidgehalt).

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Heute in meiner Tasse: Abgefallene Blätter plus Minze.

Meine Teepflanzen haben noch ein paar mehr Blätter verloren (wahrscheinlich immer noch hauptsächlich vom Umtopfen, vielleicht auch zu viel Fensterbrettsonne). Da das die letzten paar Male alles eher mäßig geschmeckt hat, hab ich mir noch eine Minze-Pflanze dazu besorgt (keine Ahnung, welche Art genau, ist ein Ableger von einem Bekannten). Davon hab ich jetzt auch noch ein paar Blättchen mit dazugegeben, und das Ergebnis schmeckt jetzt ganz ordentlich.

Zubereitet auf westliche Teebanausen-/-barbarenart: Rein ins Thermoskannen-Teesieb, mit heißem Wasser aufgießen, endlos in der Kanne hängen lassen.

Der Koffeingehalt ist (subjektiv gefühlt) auch ok. 🙂

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2021 Rareness 5 V2 (aka Kōngshān yōuyùn gāogān (空山幽韵高杆)) von prSK


Vorab: nach langer Überlegung habe ich mich nun dazu entschlossen mein Pu-Chart anzupassen - die bisherige Version war einfach zu sehr auf die Geschmacksebene fokussiert, was 2016 zwar noch passend war, da es schnell einen gut nachvollziehenden Eindruck vom Tee vermittelt hat - da sich meine Schwerpunkte zunehmend auf andere Metriken verschoben haben, wurde es Zeit für ein Update. Das neue Pu-Chart 2.0 bewegt sich etwas mehr auf der Metaebene, daher vermittelt es für sich allein genommen keinen ganz so greifbaren Eindruck vom Tee wie bisher (z.B. kann ein hoher Wert bei "Geschmack" sowohl bitter als auch süß sein, mit "Komplexität" kann z.B. die Wandlungsfähigkeit über die Aufgüsse hinweg oder die Gesamteindrücke auf einmal  - dazu muss man dann begleitend die Notiz lesen), bietet aber meiner Meinung nach eine bessere Vergleichbarkeit und Aussagekraft über die Stärken (und Schwächen) des jeweiligen Tees. Da sich über die Jahre mittlerweile 775 Tee-Notizen angesammelt haben (stand heute), werde ich nicht alle auf einmal aktualisieren, sondern immer nur dann, wenn ich eine Aktualisierung zu einem Tee schreibe - bei neuen Notizen werde ich künftig direkt das neue System verwenden.  Was meint ihr zu der neuen Version?

Nun aber zum Tee: da es sich um den direkten Nachfolger zu meinem absoluten Lieblings-Tee dem 2019e Rareness 5 handelt, war ich auf diesen Tee besonders gespannt - wobei das nicht ganz richtig ist - die 2019er Version bestand sowohl aus Material von kultivierten Bäumen, als auch von Gaogan-Bäumen, also den unkultivierten besonders hoch gewachsenen Bäumen - die 2021er Version besteht nur aus Gaogan-Material. Zugleich haben mich die 2020er China-Shengs von Peter aber auch gelehrt, nicht auf eine Fortführung des Gewohnten zu bauen, sondern mit einem offenen Geist an den Tee heranzutreten und sich überraschen zu lassen - idealerweise ohne vorher etwas zum Tee zu lesen und den Preis zu wissen (das dann erst im Nachgang beim Verfassen der Notiz). Und dafür bin ich dankbar, denn hätte ich auf einen ähnlichen Tee wie die 2019er Version gehofft, wäre ich maßlos enttäuscht worden - die beiden sind so verschieden wie Tag und Nacht. Gut, es ist kein so abgedrehter Alien-Tee wie der Rareness 6 aber trotzdem - dazu gleich mehr. Ein wichtiger Punkt zu Beginn ist sicherlich die Klärung des Grünheits-Faktors: die 2019er waren ja wirklich sehr grün produziert, wodurch sie für einen Sheng schon fast unerhört frisch waren - das ist natürlich vor allem wenn sie noch jung sind toll, weil alle absolute Knaller waren - die 2020er im Gegensatz dazu regelrecht orange, wodurch sie deutlich älter als nur ein Jahr wirkten (das mag an einer grundsätzlich anderen Produktion und/oder an der Versand-Odysee liegen). Die 2021er scheinen wieder in letztere Richtung zu gehen, wenn auch nicht ganz so extrem - aber das ist natürlich nach nur ein, zwei Tees nur bedingt zu beurteilen, daher werde ich das bei den kommenden Notizen nochmals aufgreifen.

Jedenfalls ist das Blatt sehr schön - ziemlich groß und dunkel aber noch im Rahmen von dem, was man von einem Sheng erwartet und nicht auf Rareness 6 Niveau - und hat im Nassen Zustand ein sehr schönes Aroma von schattigem, warm-feuchten Brombeer-Gestrüpp mit einer etwas kernigen Note, sehr vielversprechend, wenn auch nicht all zu intensiv. Dem Sample nach zu urteilen auch mit einer eher lockeren Pressung, worüber ich sehr froh bin - der Rareness 6 ist zwar ein unglaublicher Tee, aber wenn ich davon etwas lösen möchte, bin ich nicht weniger ratlos als bei der Frage, was das eigentlich für ein Material ist. Der erste Aufguss ist dann jedoch schon etwas überraschend: ich schmecke ... nichts. Also so gut wie nichts - einen Hauch pflanzlicher Süße aber sonst könnte es auch einfach nur Quellwasser sein - jedoch eines mit einer unglaublich dichten Textur: nicht unbedingt mega-schwer aber "dicht", ein wenig wie Wackelpudding (kleine Schwebeteilchen bleiben einfach im Aufguss stehen und sinken nicht ab und auch die kleinen Bläschen, deren trotziges Fortbestehen ein Anzeichen dafür sind, sind vom ersten bis zum letzten Aufguss vorhanden). Ich hatte gestern Abend schon mal im Stillen für mich allein den aktuellen Lao Mansa probiert und war beeindruckt von dessen Tiefe (Notiz dazu folgt bei der nächsten Session an einem WE) und auch wenn der Rareness 5 Tiefe bietet, ist sie im ersten Moment deutlich flacher. Dann aber zumindest Qi, oder? Schließlich war das Qi DAS Markenzeichen der 2019er Version. Naja, ein bisschen was tut sich schon im Kopf, aber eine Verwandtschaft zu dem Vorgänger ist auch hier nicht zu erkennen - bis auf die Textur scheint es so, als hätte ich den Tee "überhört" (erinnert mich etwas an das Erlebnis mit dem 2017er Yiwu Guoyoulin von EoT als dieser noch ganz frisch war - nur viel dezenter). Aber außerhalb vom Augenwinkel nimmt man doch etwas wahr, man spürt dass der Tee etwas zu bieten hat, sieht es aber (noch) nicht - dafür braucht es zunächst noch zwei Aufgüsse, bis ich langsam zu verstehen beginne. Der Tee ist etwas wie ein kleiner Bach im Wald: man kann sich ans Ufer unter einen Baum setzten, dem Plätschern des Wassers zuhören und wenn man sich darauf einlässt, die Stille in sein Herz lassen und sich selbst und die Welt außerhalb vom Wald vergessen. Mit der Zeit wird man empfänglicher für die vielen unterschiedlichen unaufdringlichen Aromen und leisen Geräusche am Ufer - das kühle, feuchte Moos, das saftige Grün des Unterholzes, das Knacken der Äste, das Summen der Insekten - man kommt ein Stück zurück zur Natur, die künstliche, hektische, sich selbst kannibalisierende Gesellschaft hat im hier und jetzt keine Bedeutung mehr. Man kann aber auch genau so gut am Bach vorüber gehen, ohne ihm die geringste Beachtung zu schenken - schließlich ist man ja im Wald um sein Sport-Pensum zu erfüllen und die Benachrichtigungen der mannigfaltigen Social Media Kanälen, die man während dessen verpasst, werden auch nicht weniger - also hurtig weiter. Haha, naja, was ich damit sagen möchte: das ist ein Tee der Disziplin erfordert - man muss sich darauf einlassen, genau hinhören, zwischen den Aufgüssen in sich hineinfühlen und nicht ablenken lassen - wenn man das macht, öffnet sich zusätzlich zur Textur auch Tiefe und Qi für einen und nach einer Weile ist der Kopf in Watte gepackt und man sitzt am Ufer. Wenn man nebenher noch etwas macht und sei es nur Musik hören übertönt das den Bach und man geht leer aus - absolut kein Tee für Anfänger! Aber trotz allem: die 2019er Version gefällt mir nach wie vor besser, daher bekommt diese eine etwas bessere Bewertung.

Spannend ist nun natürlich die Frage, wie es mit dem Tee weiter geht - @GoldenTurtle spricht immer davon, dass die Produktionen von Jingsong Yu zu Beginn auch eher verschlossen sind und ein paar Jahre brauchen, bevor sie sich öffnen - ob das hier auch der Fall ist? Man wird (hoffentlich) sehen...

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vor einer Stunde schrieb doumer:

Was meint ihr zu der neuen Version?

Finde ich grundsätzlich eine sehr gute Weiterentwicklung! 👍
Eine Anmerkung habe ich dazu aber: wenn die Aggressivität wahrsch. die Adstringenz darstellt und nicht die Bitterkeit (oder beides zusammen?!?), dann würde ich es empfehlenswert finden, wenn die Bitterkeit auch eine eigene Bewertung im Chart kriegen würde, damit Teeliebhaber auf einen Blick sehen können wie bitter der Tee ist, denn viele, wie ich gerade gestern wieder einmal bei einer Teerunde mit einer Anfängerin gemerkt habe, stören sich ab einer starken Bitterkeit.

Verkostet wurde dabei ein 16er Bada von Yu, genauer mit gs Pflückgut vom Dorf Zhanglang, der mir sehr gut gefallen hat, aber die Mittrinkerin vermerkte bei einem ordentlichen 3. oder 4. Zieher: "Jetzt wird er ja noch bitterer!" 🤣

vor 18 Stunden schrieb doumer:

schön zu lesen, dass noch jemandem die erste Generation von Peters Thailand Shengs zusagt - mir gefallen sie auch gerade wegen dem groben, unverfälschten Charakter sehr gut! 

Zu so einem Tee wollte ich demnächst eine Verkostung mit Teefreund F. (30 Jahre Pu'Er Erfahrung) zelebrieren ... ich befürchte jedoch, dass es zu einer ähnlichen Szene wie folgt kommen könnte:

 

Bearbeitet von GoldenTurtle
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@doumer  ja die Thai Tees von Peter sind klasse, besonders die 2020er und der 2016 Laocha gefallen mir sehr gut. Und auch so manch andere "Treffer" habe ich Dank Dir gelandet :) Die neue PuChart ist eine willkommene Neuerung und wenn es genehm ist, eine kleine Anmerkung. Da es dir ja aufs Qi ankommt, wäre es da nicht vielleicht angebracht eine Geschmacks- und eine separate QiChart anzufertigen oder zumindest eine Angabe der Grundrichtung? Bzw ich habe mir beim Lesen Deiner Rezensionen gelegentlich gewüscht, dass Du mehr auf den Qi Aspekt eingehst. Meist machst du das ja auch aber teilweise auch nur ein kurzer Satz wie "starkes Qi" oder eben eine andere Anmerkung über die Intensität. Ich z.b. suche eher Tees mit "Levitations Qi" als Tees mit lähmendem "Stoner Qi". Vielleicht würde ja ein Pfeil nach oben oder unten schon reichen um eine Richtung anzugeben. Bitte nicht als Kritik verstehen! Du machst das echt sehr gut und Dein Blog ist für mich mittlerweile Infoquelle Nr1 für potentielle Tees geworden.

👍

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@GoldenTurtle danke für das Feedback - und nein, mit Aggressivität ist nicht unbedingt Bitterkeit gemeint (wobei das natürlich ganz klar falls vorhanden hier vermerkt wird) sondern es kann verschiedene Ursachen haben: Adstringenz wäre wie du sagtest eine, aber auch z.B. die typische Factory-Säure, wenn ein Tee auf den Magen schlägt oder mache sind auch einfach vom Charakter her aggressiv, ohne dass es primär am Geschmack hängen muss. Daher auch hier eine eher übergeordnete Metrik, die dann durch den Text erklärt wird - Bitterkeit oder Adstringenz wäre mir schon wieder zu sehr im Detail und eine Ebene tiefer als "Geschmack".

@iron-arhat auch dir vielen Dank für dein Feedback: ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, ob ich ein zusätzliches Chart für die bisherigen Geschmacks-Metriken einführen soll, aber dann müsste man auch eines für das Qi, die Textur, Wandlungsfähigkeit usw. machen, daher hab ich mich dann dagegen entschieden (sonst artet das ganze ja wirklich noch in Arbeit aus). Aber deinen Hinweis zum Qi nehme ich gerne auf und versuche es künftig etwas detaillierter zu beschreiben - davor habe ich meist etwas zurückgeschreckt, da es der wohl subjektivste Faktor beim Tee ist und zwei Personen beim selben Tee völlig unterschiedliche Qi-Erlebnisse haben können (oder auch schon die selbe Person - in der einen Session wirkt ein Tee so, bei einer anderen Session auf einmal anders). Aber da ich wie an anderer Stelle erwähnt ohnehin Verfechter von subjektiven Tee-Beschreibungen bin, ist das eigentlich auch egal ;) 
Auf jeden Fall vielen Dank für das Lob - freut mich sehr :) 

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vor 15 Stunden schrieb doumer:

die typische Factory-Säure

Haha, damit kann man dich jagen!! 🤣

vor 21 Stunden schrieb iron-arhat:

Ich z.b. suche eher Tees mit "Levitations Qi" als Tees mit lähmendem "Stoner Qi"

Wobei wir aus konkreten Vergleichen wissen, dass die Wirkung vom gleichen Tee von Person zu Person sehr individuell sein kann und subjektive Unterschiede in der Auffassung diesbezüglich nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel zu sein scheinen.

@topic: 06er TGY vom Anxi Chen, wieder holzkohlengeröstet vom Mingjian Chen ... und dieser ist noch stärker geröstet als der 15er ... Atong hat damals echt Volldampf gegeben, möglicherweise konzipiert als Legacy-Tee, für jahrzehntelange Lagerung als Erinnerung für neue und alte Tee-Liebhaber noch lange nach Atong ... dazu spielen Botti und Yo-Yo Ma gemeinsam Morricone, vielleicht auf einem ähnlichen Level.

 

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Kuckuck! Ich bin neu, dachte mal, dass ich mich irgendwo einbringe.

Zum Frühstück hatte ich den Joongjak Plus aus Südkorea, welcher bestimmt nicht unbekannt ist, ich hab ihn schon in mehreren "allgemeinen" Teeläden gefunden. Sehr preiswert und bei niedriger Temperatur wunderbar blumig im Aroma und mild-bitter im Geschmack.

Gleich gibt's Matcha-Latte mit dem "Megumi" aus Shizuoka von Kasumi.

Schönen Sonntag und entspanntes Schlürfen :)

 

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vor 42 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Haha, damit kann man dich jagen!! 🤣

Aber sowas von - nichts kann einen Tee (= Sheng) mehr zerstören als das und im Gegensatz zu andern Faktoren wie z.B. Rauchigkeit kann das auch niemals etwas positives sein 🤢


@topic: 2021 Hekai von prSK

Nach dem sehr schönen aber leider auch sehr teuren Rareness 5 V2 gestern (2,32€/g) ist heute das andere Ende des finanziellen Spektrums (0,84€/g) im Kännchen: der 2021er Hekai. Hekai (贺开) ist eine Region, die ich meist ganz gerne mag, da von eher kräftiger Natur mit einem guten Maß an Bitterkeit - insbesondere der Tee aus dem Dorf Banpen (班盆) ist meist klasse!

Dieser konkrete Tee stammt aus dem selben Garten wie der 2019er Hekai Special Edition, ist dieses mal aber kein jahresübergreifender Single-Origin-Blend, was mir nicht unrecht ist, da der dadurch schon etwas verwirrend war. Aber auch dieses mal scheint der Tee aus einer Mischung von verschiedenen Blattgraden zu bestehen: von sehr reifen Huangpian Blättern über "normale" bis hin zu kleinen Knospen ist alles dabei. Die Pressung scheint mir fester als beim Rareness 5 V2 zu sein, wobei das natürlich auch (mit) am Huangpian-Anteil liegen kann, da die spröden Blätter zu viel mehr Bruch führen, haben aber im nassen Zustand ein schön volles Aroma, das sich später auch im leeren Schälchen wiederfindet (beim Rareness 5 V2 hat übrigens auch das leere Schälchen kaum ein Aroma). Und bereits beim ersten Schluck wird klar, dass es sich um einen Hekai handelt: eine angenehme Bitterkeit (nicht zu aggressiv wie manchmal bei einer Mengsong-Bitterkeit sondern eher breit ähnlich einer Laomane-Bitterkeit) und eine schöne Nussigkeit dominieren die ersten Aufgüsse und der Hui Gan bringt eine schöne Fruchtigkeit. Und auch wenn die ersten ~4 Aufgüsse mit Abstand die schönsten sind, da sich die Nussigkeit allmählich auswäscht hat er auf der Geschmacksebene doch einiges zu bieten, gepaart mit einer angenehmen Textur und der Huangpian-Anteil trägt zu einem schön runden Gesamtbild bei (keine Spur von der typischen Säure, die alle Huangpian-only Produktionen haben) - Qi-technisch ist der Tee jedoch eher verhalten: man spürt zwar an der Stirn, dass man einen ordentlichen Tee/Sheng trinkt aber kein Vergleich zu gestern. Das gepaart mit der Tatsache, dass der Tee nicht viel Tiefe bietet führt zu einer niedrigeren Bewertung - im Gegensatz zum Rareness ist der Hekai ein klasse Tee für Anfänger, da sich hier alles mühelos offen präsentiert und auch wenn man ihn mal zu lange ziehen lässt die Bitterkeit gut zum Rest passt, aber da Qi und Tiefe für mich die beiden wichtigsten Metriken sind, ist das nicht ganz mein Beuteschema. Ein guter Tee ist es aber zweifelsohne und vor allem repräsentiert er Hekai sehr gut, daher trotzdem eine Empfehlung wert!

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vor 2 Stunden schrieb Salad Fingers:

Endlich jemand, der Yo-Yo Ma zu schätzen weiß.

Ja, aber Yo-Yo Ma ist für mich oft ein äusserst gutes Beispiel für das Tema "Qualität erkennen vs. persönliche Vorliebe" - die Klasse von Yo-Yo Ma ist unzweifelhaft, aber ich fand von ihm selten Stücke die mir so wie dieses dermassen unerhört zusagen.

Was sie gemeinsam aus diesem Stück "gemacht" haben ... die einen Abschnitte Klassik, die anderen Smooth Jazz, und wie diese so traumhaft zueinanderfliessen, dass es manchem wohl gar nicht auffällt ... dann das Niveau der Beiden, als auch das des Pianisten, ebenso des Bassisten und des Schlagzeugers ... für mich ist diese Aufnahme ein Meilenstein in der Musikgeschichte.

PS: Grüss dich @anura am digitalen Teetisch.
Ja, Grüntee aus Südkorea war kürzlich ein Thema hier.
Dabei kommt mir in den Sinn, hier noch die gestrige Aufnahme eines 15er Hongcha aus Mingjian von Atong, mit der Besonderheit, dass er diesen mit Pflückgut aus dem Phoenix Shuixian Kultivar produziert hat - und im Hintergrund schon gut gewachsene Taeyang Chili aus Korea, die offizielle Kimchi-Chili:

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Bearbeitet von GoldenTurtle
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Noch ein paar Worte zum vorangehenden Hongcha:

Mit Hongcha aus Taiwan tue ich mir oft schwer, ebenso mit Hongcha aus Japan, sie treffen meist nicht meinen Geschmack - entweder zu malzig für mich, oder wenn unter Luftausschluss oxidiert zu schokoladig.
Da fühle ich mich in Yunnan viel eher zu Hause, aber weniger bei deren klassischen Hongcha, mehr bei denjenigen von Pflanzen, deren Pflückgut i.d.R. zu Sheng ausgebaut wird, aber natürlich auch in Wuyi, gegen einen guten Jinjunmei ist wenig vorzubringen.
Aber gegen den oben abgelichteten, sehr untypischen Hongcha aus Taiwan will ich gar nix gesagt haben!

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Ich darf eigentlich nicht sagen was mir gleich ansteht, eine Mischung aus Rosmarin, Thymian und Salbei, traurig aber wahr, schon ne Weile her das ich Tee da hatte, aber das ändert sich nun ja auch endlich :)

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Bearbeitet von Katori
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vor 2 Stunden schrieb Paul:

die hätte Dir für so einen Chauvimist mit Recht ! den Kopf gewaschen.

Ich glaube nicht, dass @Salad Fingers dies auf eine herablassende oder sonstig negative Weise meinte - ich persönlich erkenne darin viel mehr eine neckende, liebevolle, ihr sehr zugetane Haltung.

Atong sagte dereinst, die grösste Schwäche des Westens ist es (negativ) zu interpretieren, statt dass man nachfragt, wie etwas gemeint ist.

PS: Aber auch unser "Im Zweifel für den Angeklagten" bedeutet, dass bis gegenteiliges bewiesen, auch bei einer fragwürdigen Aussage von einer positiven Haltung auszugehen ist.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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vor 14 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Ich glaube nicht, dass @Salad Fingers dies auf eine herablassende oder sonstig negative Weise meinte - ich persönlich erkenne darin viel mehr eine neckende, liebevolle, ihr sehr zugetane Haltung.

Genau so ist es. Wir führen eine völlig gleichberechtigte und liebevolle Beziehung. Den Schuh "Chauvinismus" ziehe ich mir deshalb nicht an.

@Topic

Heute ist es zu warm für kochendes Wasser, daher ist bei mir ein Sencha in der Tasse, der noch aufgebraucht werden muss.

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Dank @AndreH schnellstmöglichem Versand, konnte ich heute Nachmittag doch tatsächlich, den Sencha no Kaori zubereiten. Nach 4/5 Monaten Abstinenz war das natürlich ein sehr willkommener Genuß. So gut hat mir schon lange kein Tee mehr geschmeckt. Und es hat nach den sonnverstrahlten Wegen heute sehr sehr gut getan, Sencha zu trinken :) ich hab den mild-nußigen Geschmack immer noch im Mundraum, hab mir dann insgesamt 8 Tassen gegönnt. Die erste Portion hab ich aber ein wenig zu niedrig dosiert, also für jemanden der es eher höher dosiert, war aber ein schöner Wiedereinstieg. Die nächste Portion war dann sehr kräftig dosiert, ca. 7,5g bei 85/90ml. 

Die versiegelten Päckchen warten nun in Frischhaltefolie eingewickelt im TK Fach meines Kühlschrankes auf den Tag, an dem ich am sie ran muß.

vor 7 Stunden schrieb Salad Fingers:

Den Schuh "Chauvinismus" ziehe ich mir deshalb nicht an.

Mein Frau in spe hat gegen derartige Verniedlichungen auch nichts, im Gegenteil, sie findet es eher süß wenn ich sie Frauchen nenne.

Bearbeitet von Katori
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