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Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3


Joaquin

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Shuppin Gyokuro aus Yame via @teekontorkiel Ein Gyokuro, bei dem kaum Wünsche offen bleiben. Das Umami ist intensiv, jedoch nicht komplett überlagernd, so dass die feine Süsse des Tees schön

Wie versprochen: Bio Darjeeling Flugtee 2020 Puttabong DJ4 First Flush via Teekontor Kiel: ( Jorn Riel, Das Haus meiner Väter, TB Unionsverlag, beschreibt einen nachahmenswerten Brauch der Inuit

Live-Grüsse von einer kleinen Teerunde mit Diz 🥳

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Die Sportfreundin S. wäre gut beraten die eindeutigen Signale der Kröte zu erkennen... einen solchen Tee schenkt man nicht einfach so aus... ;):D

Und vielen Dank! Es ist beruhigend zu wissen, dass man noch auf Vorrat zurückgreifen kann! 😎 Meine Verflossene wird es dir bei zukünftigen Teerunden auch sehr danken!

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@Anima_Templi Haha, nein, nein, ich hatte selbst echt Lust auf den Sheng, aber sie hat diesmal erstaunlich gut mitgetrunken - fast 50:50 - nur während sie schwimmen war konnte ich mir zwei Ego-Aufgüsse genehmigen. ✌️

Und nebenbei - nicht dass das falsche Vorstellungen entstehen, ich würde wieder oberflächliche Liebschaften pflegen - ich möchte nichts von ihr, sie hat einerseits einen optisch beeindruckenden Liebhaber, trotzdem darf sie mit mir auf dem Luftsofa chillen, weil wir uns gut verstehen und mir die Gemütlichkeit mit ihr irgendwie gut tut. Andererseits wäre etwas Oberflächliches nichts anderes als ein Blödsinn, damit schaden sich die Menschen auf kurz oder lang selbst (Erfahrungswert), und für eine Beziehung ist die richtige Frage nicht wer einem besonders gut gefällt, sondern mit wem man ein besonders gutes Team ist.

@topic: heute Morgen mal wieder ein Sample von der Nannuoshan Selektion nachverkostet - etwas ohne Factory Taste (aber solche zu kennen gehört schon auch dazu) - 14er Wuliang gs Maocha (ein Kultivierter, kein Wilder) ... hat mir wirklich gefallen, schade dass der schon ausverkauft ist, ich denke der hätte dir gut geschmeckt, weil er eine gute Balance zwischen Bitterkeit und Frucht hatte.

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2021 Yiwu Gaoshan Danzhu von prSK

Gaoshanzhai (高山寨) ist für mich definitiv eines der spannendsten Dörfer in Yiwu: der von dort ist meist ohnehin schon nicht ganz so typisch Yiwu-artig süß und zugänglich, wie von den meisten anderen Yiwu-Dörfern, sondern oft etwas reservierter und schwerer zugänglich - die Essenz macht hier (zumindest bei einem guten Vertreter) nicht eine der leichter zugänglichen Metriken wie Geschmack oder Aroma aus und noch nicht einmal Textur oder Qi sondern Tiefe. Leider lässt sich diese von allen Metriken nur am schwersten beschreiben - meist nur in Relation zu anderen Tees oder an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen - für mich aber zusammen mit Qi dennoch die wichtigste Metrik bei einem Sheng. Was Gaoshanzhai zudem noch etwas schwierig macht, ist die Tatsache dass die unterschiedlichen Jahrgänge nicht nur zwischen den verschiedenen Produzenten sondern auch bei einem einzelnen Produzenten sehr stark variieren - bestes Beispiel ist hier Jingsong Yu, der normalerweise eine sehr ausgeprägte Handschrift bei seinen Tees hat, aber gerade bei seinen Gaoshans gibt es deutliche Unterschiede (z.B. zwischen dem 2017er und dem 2018er). Peter hatte in der Vergangenheit zwei mal einen Gaoshan herausgebracht (2017 und 2018), dir mir beide gut gefallen haben, daher war ich sehr erfreut zu sehen, dass es auch 2021 wieder einen Gaoshan gibt - dazu sogar eine Danzhu-Version (was natürlich auch seinen Preis hat).

Das Blatt ist jedenfalls in bester Yiwu-Manier schön kräftig und groß (obwohl das Sample auch eher aus Nähe der Bing-Mitte Unterseite zu stammen scheint), hat aber selbst im nassen Zustand nur ein recht dezentes, leicht moosiges Aroma - definitiv nicht die tolle Brombeer-Note, die mir insbesondere beim 2017er aber auch beim 2021er Gaoshan von Yu so gut gefällt, was aber noch nicht viel aussagt, da das auch nicht bei allen Yu-Produktionen der Fall ist. Auf der Geschmacksebene zeigt sich dann interessanterweise ein ganz anderer und zugleich sehr ähnlicher Charakter, wie bei den Yu-Produktionen: kein bisschen grün und jung-aufdringlich sondern wie eingangs erwähnt reserviert und zurückhaltend, insgesamt geschmacklich eher verhalten wobei eine Yiwu-atypische Bitterkeit dominiert (wobei der gesamte Charakter des Tees doch eindeutig Yiwu ist), die jedoch null aggressiv ist - dadurch wirkt der Tee ruhig und unnahbar wie einer von Yu, hat aber doch ein typisches prSK-Gefühl. Die Textur ist sehr weich und voll, ohne jedoch sonderlich schwer oder ausgeprägt zu sein - sie ist eher wie bei Yu und trotz der vorhandenen Bitterkeit sehr glatt und geschmeidig. Und das wichtigste: Tiefe pur - und damit Gaoshan pur. Aber was ist damit gemeint? Es ist wie Qi nichts, was "messbar" ist (wie z.B. Bitterkeit) sondern mehr ein Gefühl - z.B. wie die veränderte Stimmung/Atmosphäre kurz vor einem Gewitter, oder wie wenn es einem im Wald (oder sonst einem abgeschiedenen Ort) gelingt, die Eindrücke der Natur um sich herum in sich aufzunehmen und man zumindest kurzzeitig erahnt, wie nichtig, beschränkt und irrelevant unsere menschlichen Probleme im Bezug auf das große Ganze sind. Man schmeckt nicht sondern man spürt den Baum, dessen Blätter im Kännchen ziehen und wird sich vielleicht bewusst, wie lange es gedauert hat, bis dieser so groß und alt geworden ist, um solches Gushu-Material hervorbringen zu können. Oder man erlebt es ganz anders, aber es geht auf jeden Fall über das sensorische von Geschmack, Aroma und Wirkung auf den Körper hinaus. Jedenfalls ein wirklich schöner Tee - der beste Gaoshan von Peter und einer, der sich locker mit den Besten von Yu messen kann!

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Derzeit rar gesät aber gerade dadurch immer wieder etwas besonderes: Ich liebe meine Tee-Sessions und wenn dabei ein Yancha im Schälchen landet könnte ich glücklicher nicht sein. Hier sind zwei von Lazy Cat Tea:


Der Voyage 2019 Bairuixiang kommt mit einem gefälligen Aromenprofil von Puddingteilchen und Traubensaft bei lediglich leichter Röstung. Wenn man die Blätter im warmen Gaiwan schüttelt steigen Aromen von Maracuja, Vanille und Zimt auf. Nach dem ersten Aufguss zeigt sich das Blatt hell und intensiv fruchtig mit Traube, Maracuja und weiteren säurehaltigen, "noch-grünen" Früchten. Bis hierhin könnte es sich auch um einen Dancong handeln. Nur im Hintergrund spielen ein paar pikante Noten und Kakao-Aromen die Yancha-Grundakkorde.
Der Aufguss riecht genauso, wie er das für meine Begriffe soll: Feigenbaum in der Sonne, Zimt, Stroh, gezuckerte Donuts. Einfach verlockend lecker! Am Gaumen zeigt der Tee dann aber unmissverständlich seine Yancha-Qualitäten: sehr mineralisch mit einem irre guten Körper: so vollmundig wie es ein Tee nur sein kann bei null Adstringenz am Gaumen. Geschmacklich zeigen sich Noten von Zimt, Traube und Traubenzucker.
Der Abgang kommt ebenfalls mineralisch und trocken mit einem intensiven Sheng Jin. Zu trocken ist er jedoch nicht, sondern gut ausbalanciert durch die Süße von Traubenzucker, Maracuja und Anklängen von Trockenfrüchten. Das Huigan hält lange an und ist erfrischend fruchtig.

In aromatischer Hinsicht ist dies nicht der komplexeste Yancha, aber am Gaumen und im Abgang... holla die Waldfee! Und mit 25€ für die 50g Packung nicht einmal besonders teuer für Yancha-Verhältnisse.


Yancha Brick 2007

Ein gänzlich anderes Profil, welches sich schon im trockenen Zustand in Aromen von Kakao, Nüssen, Trockenfrüchten und rauchig-röstigen Noten äußert, die an sehr stark gerösteten Kaffee erinnern. Im vorgewärmten Gaiwan kommen Karamellnoten hinzu, die Röstung dominiert. Nachdem sich das Pellet etwas geöffnet hat kommt eine Feigennote durch, aber die leicht säuerliche Röstnote sowie eine holzige Lagernote sind noch ziemlich deutlich. Zu Beginn der Session ist der Geruch regelrecht streng, wird dann aber weicher.

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Der Aufguss geht jedoch eher in die freundlich-gefällige Richtung des Bairuixiang: Feigenbaum in der Sonne und gezuckerte Donuts sind auch hier die ersten Assoziationen. Eine Karamellnote verleiht ihm einen schwereren Charakter.
Am Gaumen übernimmt dann die Röstung wieder, jedoch ohne die fruchtigen Aspekte gänzlich zu ersticken. Im Vordergrund stehen Noten von Popcorn, Karamell und Kakao. Ein leicht metallischer Geschmack evoziert zunächst einen eher dünnen Körper, aber das ist nur ein trügerischer erster Eindruck: bewegt man den Tee über die Zunge wirkt er dickflüssig und weich. Kaum Adstringenz trotz der kompakten Pressung und entsprechend vieler Kleinteile. In der intensivsten Phase der Session kann der Tee durchaus etwas bitter werden.
Im Abgang liefert eine leichte Mineralität einen Hinweis auf die Herkunft, die ich sonst nicht so ohne weiteres im Wuyishan verortet hätte. Es bleibt trocken bis zum Ausklang mit Noten von Kaffee, Kakaopulver, Stroh und getrockneten Feigen.

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Wenn auch nicht so leicht zu lieben wie der Bairuixiang, macht der Tee doch Spaß und wirkt zudem erfrischend und sanft belebend trotz leichter Dosierung (ich hatte den Brick halbiert und 4g pro Session verwendet).

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vor 8 Stunden schrieb doumer:

Gaoshanzhai (高山寨) ... ist meist ohnehin schon nicht ganz so typisch Yiwu-artig süß und zugänglich, wie von den meisten anderen Yiwu-Dörfern

Ich las zu schnell und meinte du sprichst über Lao Mansa und dachte für mich, ja, das hat er gut beobachtet. 😅
Über Lao Mansa würde ich ziemlich genau das Zitierte sagen!

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@GoldenTurtle stimmt, da trifft das auch zu - aber Lao Mansa ist deutlich kräftiger/derber, Gaoshanzhai ist feiner, dezenter....

Ah wobei Mansa durchaus schon auch süß sein kann... kommt immer auf den jeweiligen Tee drauf an. Ein richtig aufdringlich süßer Gaoshanzhai ist mir aber noch nie begegnet.

Bearbeitet von doumer
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vor 8 Minuten schrieb doumer:

Lao Mansa ist deutlich kräftiger/derber, Gaoshanzhai ist feiner, dezenter

Stimmt! 

vor 7 Minuten schrieb doumer:

Ah wobei Mansa durchaus schon auch süß sein kann... kommt immer auf den jeweiligen Tee drauf an.

Ich kenne ca. 5, 6 Shengs aus Lao Mansa von Jeep, Panda und prsk, aber das ist mir dabei noch nie untergekommen!
Gut, vielleicht süss für deine Verhältnisse. 🤣
Die ersten Jahren können Lao Mansa und Gao Shan jeder aber auf eigene Weise ähnlich verschlossen sein, aber nur bei Sheng aus Gao Shan sind bei mir mit einigen Jahren Reifung schon deutliche Fruchtnoten erblüht, bei Mansa hingegen eher "nur" eine Huigan-Süsse, aber keine deutlichen Fruchtnoten.
Auf jeden Fall haben beide Dörfer schöne, einzigartige Terroir-Noten.

@Diz Ist Lao Mansa eigentlich deshalb dein favorisiertes Dorf, weil es für Yiwu sehr wenig Frucht aufweist und eher auf der bitteren Seite beheimatet ist?!?

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2021 Huazhu Danzhu von prSK

Neben Mansa ist auch Huazhu (滑竹) eine Konstante im Lineup und wenn man den ganzen (im Westen zugänglichen) Teemarkt betrachtet ein sträflich vernachlässigter Berg, denn mit die schönsten Tees von prSK stammen von dort wie die 2015er oder 2019er Version. Letztes Jahr gab es leider keinen, daher freue ich mich um so mehr dass es dieses Jahr wieder eine Version gibt - noch dazu einen Danzhu wie 2019!

Und bereits der verschwitzt-deftige, schwer pflanzliche Duft des nassen Blatts mach eindeutig klar: das ist ein Huazhu in vertrauter pre-2019 prSK-Manier! Der Tee ist genau das, was ich bei einem Tee (aka Sheng) suche: roh und unverfälscht mit viel Kraft. So schön auch die allumfassende Leere eines Rareness 5V2 oder der Blick in den tiefen Abgrund eines Gaoshans ist, diese Rohheit - und damit meine ich nicht roh im Sinne von aggressiv sondern im Sinne von archaisch und ungekünstelt - ist es, die ich für mich als idealen Sheng-Charakter empfinde. Natürlich spielen hier viele Faktoren zusammen: ohne ein starkes Qi (und das ist wie bei den beiden genannten Vorgängern sehr direkt und unvermittelt), einer gewissen Geschmacks- und Aroma-Zusammensetzung (die deutlich ins Raue und Bittere geht - später kommt eine wilde Süße zum Vorschein, was mich in der Übergangsphase etwas an Lakritz erinnert) und einem gewissen Maß an Tiefe geht das nicht. Das ist ganz schön viel verlangt aber der Tee schafft es - und ideal ist es für mich deshalb, weil ich auf diese Mischung immer anspringe, egal wie der Tag ist und egal wie viel Zeit und Konzentration ich für den Tee übrig habe (Rareness und Gaoshan sind absolut Top-Tees, brauchen aber Aufmerksamkeit und würden nach einem langen Arbeitstag, an dem sämtliche mentale Energie aufgebraucht wurde, nicht mehr wirken) - und dieser archaische Charakter ruft ein Gefühl von Reinheit hervor, von Unkorrumpiertheit, bei der all die Abstrusitäten der modernen Gesellschaft noch keine Verschmutzung hinterlassen haben - das ist eine hohe Kunst und (für mich) ausschließlich bei den besten Shengs (insbesondere wenn jünger, da dann die rohe Kraft am besten zur Geltung kommt) zu finden (kein anderer Tee hat es jemals vermocht, mich so zu berühren). In wie weit das auch für andere gilt ist natürlich eine andere Frage, aber ich würde dennoch sagen, dass der Huazhu nach dem Hekai dieses Jahr trotz seinem rauen Charakter der zugänglichste ist - zugegeben, die anderen sind dieses Jahr schon ziemlich "out there" und konzentrieren sich (sehr zu meiner Freude) auf Meta-Metriken (und jeder auf seine ganz spezielle Art - das macht diesen Jahrgang zu dem spannendsten und lehrreichsten, den Peter bis Dato raus gebracht hat), was es aber für Anfänger sehr schwer macht, sie zu erfassen. Als initiale Bewertung nehme ich einfach mal den selben Wert wie bei den anderen (als potentielle Schwachstelle könnte man anführen, dass die Textur und das Gewicht im Bezug auf die anderen Metriken schwach sind, aber das ist nun mal generell nicht die Stärke von Mengsong-Tees), was dann bei der nächsten Runde aktualisiert wird - denn eine Session mit einem Sampel ist schließlich kaum mehr als auf der Straße jemandem "Hallo" zu sagen (um ihn/sie kennen zu lernen braucht es schon etwas mehr)...

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Zum Abschluss der 2021er-prSK-Runde muss ich noch sagen, dass ich mit v2.0 vom Pu-Chart sehr zufrieden bin: die Grafiken repräsentieren die einzelnen Tees sehr gut wieder und zeigen auch schön die sehr unterschiedlichen Charaktere auf (da war dieser Jahrgang wirklich absolut ideal dafür geeignet). Falls ihr anderer Meinung seid, lasst es mich gerne wissen!

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@doumer Da ich diesen heute verkostet habe, hier nachtragenderweise die dem Beencha beiliegenden, beachtenswerten Notizen von Jeep zum Dorf Lao Mansa:

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@SoGen Was hältst du nebenbei von dem Gedicht links oben?

"Einem Baum wächst ein Blatt, und ein Blatt verbirgt einen Berg."

Ich weiss nicht, ob das von Jeep selbst ist oder ob es sich dabei um ein altes Tee-Sprichwort handelt, aber mir gefällt es.

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Am 24.7.2022 um 03:21 schrieb GoldenTurtle:

 

@DizIst Lao Mansa eigentlich deshalb dein favorisiertes Dorf, weil es für Yiwu sehr wenig Frucht aufweist und eher auf der bitteren Seite beheimatet ist?!?

Schwierig zu sagen. Bin halt nicht so gut in Beschreiben... Ich denke es ist die richtige Balance der verschiedenen Aromen. Pandas Mansa hat mir von Anfang an am besten gefallen und das ist bis jetzt so geblieben.

Btw. Es heisst nur Mansa. Ohne Lao da es nur das eine Dorf bzw. Gebiet Mansa gibt. 

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@Salad Fingers ist weniger mein Fall, interessant, dass der unserem Klaus so zusagt.

@topic Heute wieder in der Badi, zuerst dachte ich, ich "müsste" heute mal wieder alleine trinken, aber dann kam doch noch S. dazu, und ebenso ein neuer Teefreund zu seiner ersten Schale Oolong ... und was für einer:

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06er Taichung Lishan von Atong, unglaublich dunkel für einen Hochland Wulong, aber überraschenderweise mehr von der Oxidation her als von der Holzkohlenröstung, die in diesem Jahr etwas dezenter ausfiel als in gewissen anderen Jahrgängen. Die Variationen, die Atong über die Jahre mit seinen Lishan Produktionen vollführt hat, ergeben natürlich erst in der Zukunft vollständigen Sinn.

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Bearbeitet von GoldenTurtle
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vor 39 Minuten schrieb Lateralus:

Bi Luo Chun vom DTH

Grüss dich, welcher denn genau?
Und hast du das neue Video von Gabo zum Thema gesehen?
Ich finde er liefert einen sehr hilfreichen Hinweis, um von der Optik des Tees den Erntezeitpunkt herauszulesen:

D.h. deiner scheint vom Erntezeitpunkt her weder spät zu sein, noch früh ... wahrsch. etwa wie Gabo's Basic Qualität ... der Preisvergleich interessiert mich eben, was du für eine zumindest scheinbar vergleichbare Qualität beim DTH bezahlt hast, weil Gabo nun wegen den verschiedenen Preissteigerungen in China eine geringere Marge draufschlägt (er erklärt dies ausführlicher in einem hoffentlich baldig erscheinenden Video mit mir zum Thema Yun Wu).

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Es ist der nonpareil Bi Luo Chun: https://dragonteahouse.biz/nonpareil-bi-luo-chun-green-snail-spring-green-tea/

Rein optisch würde ich ihn jetzt auch in die gleiche Kategorie wie Gabrieles günstige Variante stecken. Ob ich stark genug bin, Gabrieles Superior Variante nicht zu bestellen, muss sich noch weisen. Aber der Kühlschrank ist so voll mit Grüntee, dass ich nicht mal weiß wie ich meinen derzeitigen Bestand bis zum nächsten Frühling austrinken soll. Daher muss die Vernunft siegen! 
Werde also bestellen 🤷‍♂️

Das Video bestätigt wieder einmal meine Abneigung zu Geschmacksbeschreibungen. Das ist alles so subjektiv und bringt mich persönlich nicht weiter. Was Gabriele da beschreibt, umschreibt seine Assoziationen die ich keinesfalls bestätigen kann. Bi Luo Chun ist für mich meilenweit weg von salzig und mineralisch. Es ist aber auch alles andere als Erstaunlich, dass zwei Individuen zwei unterschiedliche Sinneseindrücke haben. Wir haben ja schließlich keine Messinstrumente als Sensoren sondern "nur" unsere Sinne.

Bearbeitet von Lateralus
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@Lateralus Ich denke du hast meine Aussage richtig verstanden, aber nur um generellw Missverständnisse auszuschliessen - ich meinte das Unterscheidungskriterium betr. der Optik und nicht des Geschmacks.

Zu den geschmacklichen Eindrücken: ich persönlich finde, Gabo hat oft einen ausgeprägten Hang zu gemüsigen Geschmacksbeschreibungen, womit er bestimmt nicht grundsätzlich im Unrecht liegt, woran ich persönlich bei Teeverkostungen aber weniger gern denke.

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Nach den ersten Erfahrungen mit Pu aus Thailand, habe ich dieses Jahr wieder etwas davon erworben, um zu sehen, wie sie sich mit etwas mehr Abstand und Überblick schlagen. Darunter sind Mao Chas aus 2021 und Bing Chas in verschiedenen Altersklassen, alle von @teekontorkiel.

Bei dreien steht die Einschätzung fest.

a) Big Tree 2021 Chiang Rai: Die in der Beschreibung genannte Nähe zum Grüntee kann ich nachvollziehen. In der Pu-Welt begegnet mir sowas zum ersten Mal. Nach den ersten "Oh's" und "Ah's" sprang der Funke jedoch nicht über.

b) Chiang Rai 2021 Old Tree Ku Cha: Bitter ist nicht meine Baustelle. Den Tee habe ich aber gerne, vorwiegend zum Frühstück oder am Nachmittag, getrunken. Die Bitterkeit ist spürbar, jedoch nicht aufdringlich. Das wird mit der "Varietät Ku Cha" erklärt. Soll heißen, die Bitterkeit ist eine andere, als man sie von Pu's gewohnt ist. Mir fehlt das Hintergrundwissen, um den bitteren Geschmack verschiedener Unterarten der Teepflanze zu vergleichen. Hier ist er eben erträglich und durch die Kakao- und Grapefruitnote gut eingefangen. Beide werden von der Bitterkeit dominiert und wechseln sich meiner Erfahrung nach ab. Also ein Aufguss ist bitter und wartet mit einer Kakaonote auf, der darauf folgende Aufguss ist wieder bitter, aber mit einer Grapefruitnote.

c) Chiang Mai 2010 Classic: Mein bisheriger Favorit. Das trockene Blatt duftet sehr sauber, holzig und nach Alteraus dem angewärmten Gaiwan. Das nasse Blatt verströmt immer mal wieder Holz mit Shou-Einschlag. "Farbrik Sheng" ist für mich in Duft und Geschmack vorherrschend. Etwas eigenartig ist eine Art Duschgelduftnote ab Aufguss drei. 

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Der Packungstext trifft es dieses Mal weniger. Die stärker werdende Süße kommt hin, das fein-würzige Geschmacksprofil erschließ sich mir nicht. Das stört aber null. Der Tee wirft mich in die Anfangszeit des "Shengs mit etwas Alter"-Trinkens zurück. Nicht zu komplex und dennoch mit schwer auszumachenden Geschmacksnoten. Sehr zugänglich, aber auch nicht sehr langanhaltend. 

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vor 13 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Ich denke du hast meine Aussage richtig verstanden, aber nur um generellw Missverständnisse auszuschliessen - ich meinte das Unterscheidungskriterium betr. der Optik und nicht des Geschmacks.

ja genau so hätte ich deine Aussage auch verstanden

vor 13 Stunden schrieb GoldenTurtle:

..Gabo hat oft einen ausgeprägten Hang zu gemüsigen Geschmacksbeschreibungen, womit er bestimmt nicht grundsätzlich im Unrecht liegt,...

Ich finde Jeder hat bei Geschmacksbeschreibungen Recht: wenn für mich der Tee so riecht wie ein Regenguss im Dschungel dann ist das halt so.

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Am 31.7.2022 um 16:35 schrieb Lateralus:

Es ist der nonpareil Bi Luo Chun

Von dem hatte ich schon ein paar Jahrgänge, mE konstante (soweit es das Wetter zulässt) und solide Qualität; auch, was Pflückung, Rollen und Rösten angeht. Einmal hatte ich einen mit 'Bratwurstaroma' (etwas viel Umami), das hatte sich dann aber im Sommer verflüchtigt bzw. war dann unauffällig eingebunden. Sicher keine Mingqian-Pflückung, aber auch kein Guyu. Solides PLV, finde ich.

DTH macht ja mittlerweile Internetvertrieb für viele chinesische Marken, da findet man auch einiges an Top - Bi Luo Chun. Da wird's dann allerdings mit dem PLV problematisch - nicht zuletzt, weil DTH da (nehme ich mal an) eine Vermittlerprovision draufschlägt. Und man kriegt keine Proben - da kauft man die Katze im Sack.

Aber zum Thema Geschmacksbeschreibung und back ontopic: heute in der Tasse ein Mitbringsel aus Quimper, wo es eine recht gut sortierte Filiale von 'Maison des Thés' gibt. Ein 22er Ichibancha aus Kagoshima (ist mittlerweile wohl vergriffen) vom Kultivar Benitachiwase, einer 1953 registrierten frühen Sorte. Auf dem Päckchen werden intensive Fruchtnoten von Pfirsich und Aprikose versprochen - ich assoziiere da hauptsächlich Haselnuss (vor allem in der Nase, schon beim trockenen Blatt) und frisches, saftiges Roggenmischbrot. Was mir auch recht ist - der Tee ist zwar nicht sonderlich komplex, aber durchaus lecker.

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vor 12 Minuten schrieb SoGen:

Von dem hatte ich schon ein paar Jahrgänge, mE konstante (soweit es das Wetter zulässt) und solide Qualität; auch, was Pflückung, Rollen und Rösten angeht. Einmal hatte ich einen mit 'Bratwurstaroma' (etwas viel Umami), das hatte sich dann aber im Sommer verflüchtigt bzw. war dann unauffällig eingebunden. Sicher keine Mingqian-Pflückung, aber auch kein Guyu. Solides PLV, finde ich.

Ja, sieht von den Häärchen her nach Mittelfeld aus. Jedoch die Preisfrage liegt nebst dem Pflückdatum natürlich auch noch beim effektiven Pflück-Ort, aber ehrlich gesagt hat man da bei niemandem eine wirkliche Garantie, wenn man selbst oder ein Händler des Vertrauens nicht vor Ort war und alles mit eigenen Augen überwacht hat.
Denn wie so oft in der Teewelt wird bei einem sich gut verkaufenden Tee um die ursprüngliche Gegend herum gerne und fleissig und teilweise auch gekonnt imitiert ... wir kennen das ja nur zu gut aus der Yancha-, der Phoenix-, und ebenso aus der Sheng-Welt, da haben sich die Grenzen immer mehr erweitert bis mittlerweile auf etwa 100km² um besonders begehrte Dörfer herum ... aber wenn die Qualität ganzheitlich stimmt, dann ist das zu einem günstigeren Preis meist ja im Käuferinteresse, man kann dann einfach nicht mehr wirklich von Authentizität sprechen, aber das interessiert scheinbar auch die Wenigsten.

Ich warte auf jeden Fall wirklich interessiert auf den Vergleich von @Lateralus zu Gabo's Basic Qualität.

Und das bringt uns mal wieder aus einer anderen Perspektive zurück zum Ansatz von Paul von W2T, nur die Qualität für sich sprechen zu lassen.
Denn oft ist bei wirklich authentischem Tee im direkten Vergleich auch eine hochqualitativere Verarbeitung spürbar und erkennbar, weil die alteingesessenen, besser bezahlten Teeproduzenten nicht nur besondere Lagen, sondern auch ein besseres und tieferes Knowhow der Verarbeitung haben, als einer, der von ausserhalb einen Tee preisgünstiger zu imitieren versucht.

PS: Damit aus diesem Beitrag keine falschen Schlüsse gezogen werden: Ich sage nicht, dass der Tee von diesem oder jenem Anbieter authentisch ist oder nicht, sondern dass man die Qualität miteinander vergleichen und diese für sich sprechen lassen soll.

Fazit: Authentizität an der Qualität erkennen - die künftige Meisterkür der Tee-Sommeliers.

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      Hallo ihr lieben! 
      Eigentlich bin ich immer die stille Mitleserin und konnte mir schon echt viele, gute Tipps von euch einfangen - Danke dafür! 
       
      Jetzt habe ich aber selbst mal eine Frage (und ich hoffe es ist so erlaubt?) :
      Kennt ihr Teaballs? 🤔 Ich bin vor ein paar Tagen darauf gestoßen und wäre echt mal neugierig auf den Geschmack und die Qulität. Hat jemand Erfahrungen? 

      Liebe Grüße
      Lena ❤️
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