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Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3


Joaquin

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vor 56 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Ich warte auf jeden Fall wirklich interessiert auf den Vergleich von @Lateralus zu Gabo's Basic Qualität.

Die Basic Qualität habe ich mir dort nicht bestellt, kann also "nur" superior gegen nonpareil vergleichen. 
 

Noch ein kleiner Nachtrag zu @GoldenTurtles Qualitätspostscriptum:
Bessere Qualität bedeutet ja auch nicht zwingend, dass der Tee besser schmeckt (zumindest nicht Jedem). Mir hat zB der 20er Superior LongJing von Gabriel schlechter geschmeckt als seine Wald und Wiesen Qualität.

Bearbeitet von Lateralus
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vor 3 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Ich warte auf jeden Fall wirklich interessiert auf den Vergleich von @Lateralus zu Gabo's Basic Qualität.

Da schließe ich mich an. Rein optisch wirkt der von etwas DTH hochwertiger als der 'Basic'. Grundsätzlich: der Flaum / Pekoe ist hier wichtig. Bi Luo Chun war vor vielen Jahren mein 'eye-opener' für Chinatee. Das lief damals alles über eine staatliche Exportfirma in Zheijiang und es gab drei Grades in grünen, roten und blauen Weißblechdosen, innen mit Seidenpapier eingeschlagen und ziemlich luftdicht. Die müssen damals einen genialen Röster gehabt haben - der Pekoe war gelblich und steuerte einen Oberton von karamellisiertem Zucker bei. Jedenfalls bin ich sonst leider nie wieder bei Bi Luo Chun auf eines dieser Merkmale gestoßen - weder den gelblichen Flaum (bei sonst normalem, weiß-grünem Blatt) noch diese Karamellnote. Vielleicht war es auch einfach ein heute nicht mehr üblicher Kultivar.

Jedenfalls - ich habe bis heute die Suche nach diesem Geschmack nicht aufgegeben. Auch, wenn er vielleicht nur eine verklärte Erinnerung der Jugend ist ...

Deswegen schaue ich auch gerade das Video. Der Mann versteht was davon, gerade hatte er's von dem "charakteristic taste" - das, was ich gerne die "Signatur" eines Grüntees nenne. Was ich freilich nicht angebracht finde, ist das Filtern. Die Schwebeteilchen - und das ist vor allem der Flaum - gehören in die Tasse, nicht in den Filter. Alleine, sie auf dem Teespiegel der Tasse in der Sonne glitzern zu sehen, ist es wert. Das ist Frühling der Jadeschnecke ... Natürlich nicht zu viel davon, und deswegen ist halt vorher Waschen angesagt, mit stark abgekühltem Waschwasser. Okay, Jeder nach seinem Geschmack. Ich gieße idR mit 70° auf, selten mal mit 80°, was einen deutlich anderen Charakter ergibt.

Aber eigentlich wollte ich zum Thema Authentizität / Qualität noch etwas anmerken. Ergänzend, nicht widersprechend. Authentizität hat für mich vor allem etwas mit der oben erwähnten 'Signatur' eines Tees zu tun. Wobei die Signaturen der 'Klassiker' ihren Ruf (und entsprechenden Marktwert) zu Recht haben. Diese Signatur ist weitgehend vom jeweiligen 'klassischen' Terroir (bei Bi Luo Chun der Dongting im Taihu-See) abhängig, also von dessen Kleinklima und Bodenbeschaffenheit. Was nicht heisst, dass man in einem anderen, vergleichbaren Terroir, diese Signatur nicht herausarbeiten könnte. Kurz gesagt: für mich ist authentisch, was die typische Signatur aufweist. Und da spielt natürlich auch das Know-how der Aufbereitung eine große Rolle. Aber ich vermute stark, das kann man heute in China an Landwirtschaftsschulen lernen - so wie bei uns Kellereiwirtschaft.

Wie @GoldenTurtle richtig schreibt, hat man als Normalkunde keinerlei Garantie, dass ein Tee wirklich aus einem besonders hochgelobten Anbaugebiet kommt - da ist Teekauf Vertrauenssache. Aber auch bin der Ansicht, dass das Entscheidende die Qualität ist. Wozu bei einem Bi Luo Chun zunächst einmal gehört, dass er wie ein Bi Luo Chun schmeckt, wie einer aussieht und wie einer verarbeitet ist (es sei denn, er kommt aus Taiwan, SCNR ...). Sodann, wie der Produzent diese Standards bei dem Tee umgesetzt hat.

Kleine Anmerkung noch: bei den Bi Luo Chun von DTH steht bei der Vorstellung immer am Schluss:

Zitat

Note: Any Bi Luo Chun that is not made in Dong Shan, Suzhou City must be a fake one.

... wobei ich mich frage - heisst das implizit, dass er nicht unbedingt in der näheren Umgebung wachsen muss? Versteh einer die Chinesen ...

 

Bearbeitet von SoGen
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vor 3 Stunden schrieb Lateralus:

Die Basic Qualität habe ich mir dort nicht bestellt

Ah schade!

vor 1 Stunde schrieb SoGen:

Rein optisch wirkt der von etwas DTH hochwertiger als der 'Basic'.

Findest du?

Am 31.7.2022 um 10:11 schrieb Lateralus:

IMG_0209.thumb.jpg.d4cbe3dc47f096f640f4506364cc0c69.jpg

vs.

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Leider haben wir bei den Bildern nicht das gleiche Grössenverhältnis, aber ich erinnere mich an die Aussage eines sehr renommierten, dortigen Teeproduzenten; hochwertiger Bi Luo Chun soll aussehen wie gedrehter oder gewickelter rostiger Draht und wie die behaarten Beine einer Biene. Insofern wirken beide nicht übel - ein direkter Vergleich reizt mich!

vor 1 Stunde schrieb SoGen:

heisst das implizit, dass er nicht unbedingt in der näheren Umgebung wachsen muss?

... "müsste", um eben wie oben ausgeführt authentisch zu sein, aber da Bi Luo Chun ein im Inland sehr gefragter Grüntee ist, wird er nicht nur runter bis Yunnan produziert, gar noch jenseits des Festlandes auf Taiwan.

Die Teewelt hat scheinbar schon seit langer Zeit einen bisweilen auch illusionären Charakter, vielleicht hiermit gar nicht so entfernt vergleichbar, denn die Zeit ist auch bei der Teeproduktion hinsichtlich der letztendlichen Qualität auf verschiedenste Weise ein wesentlicher Faktor:

 

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Diese Pekoe Balls haben mich schon immer Interessiert.
Es gibt zB Long Jings mit vielen Pekoe Balls, aber dann wieder welche bei denen man in der ganzen Packung nicht einen findet. Ist die Schlussfolgerung gültig, dass die Abwesenheit von Pekoe Balls auf einen späteren Pflückzeitpunkt schließen lässt? Oder werden die federleichten Balls bei manchen Produktionsverfahren einfach weggeblasen?

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vor 4 Stunden schrieb Lateralus:

Ist die Schlussfolgerung gültig, dass die Abwesenheit von Pekoe Balls auf einen späteren Pflückzeitpunkt schließen lässt?

Chashi sagte ja dereinst, dass deren Vorhandensein auf eine relativ frühe Ernte schliessen lässt:

Am 12.11.2014 um 00:57 schrieb Cha-Shifu:

Das sind die Teehaerchen, die sich bei der Verarbeitung von den Blaettern, besser gesagt Knospen loesen und sich dann durch die Rollbewegungen zum Mini Tennisball vereinigen.

Besonders die Mingqian Gruentees, die ab Anfang Mitte / April mittels Direktversand in Europa zu haben sind, haben diesen starken Haarwuchs, der beschuetzt wahrscheinlich auch die jungen Blaetter und Knospen vor den naetlichen Tieftemperaturen.

Glueckwunsch Kroet zu deinem Maojian, scheint erstklassig zu sein!

Aber ich denke nicht, dass man im Umkehrschluss aus deren Nichtvorhandensein zuverlässig etwas schliessen kann.
Dass diese zugunsten eines makellosen Erscheinungsbildes entfernt werden könnten wäre beim Longjing wesentlich einfacher als beim Maojian, weshalb man möglicherweise deshalb beim Maojian häufiger darauf trifft (oder aber, weil so früher Longjing verhältnismässig um einiges teurer wäre) - hier auf jeden Fall eine alte Aufnahme auch etwa aus der Zeit von Chashi's Beitrag, damit die Leute sich etwas darunter vorstellen können:

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Bearbeitet von GoldenTurtle
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Am 2.8.2022 um 21:07 schrieb GoldenTurtle:

Findest du?

Wie die Basic-Quality aussieht, siehst Du in dem Video. @Lateralus hat in Deinem Zitat den 'superior' abgebildet, wenn ich's recht verstanden habe.

Zitat

da Bi Luo Chun ein im Inland sehr gefragter Grüntee ist, wird er nicht nur runter bis Yunnan produziert, gar noch jenseits des Festlandes auf Taiwan.

Schon klarB). Wobei ich noch keinen Taiwanesen gesehen habe, dem man nicht gleich ansieht, dass das kein Bi Luo Chun ist. Ich vermute, da fehlt es nicht zuletzt auch an der Expertise beim 'Drehen' des Blattguts - das überdies idR wohl von großblättrigeren Kultivaren stammt.

Aber davon abgesehen und um es etwas unsubtiler zu formulieren: meine erste Assoziation bei dem DTH-Spruch war die ungewöhnliche Produktionsmenge des Chianti DOCG. Wobei böse Zungen behaupten, in einer gewissen Jahreszeit würden sich auf toskanischen Straßen vermehrt Tankwagen mit Most aus Apulien finden lassen - nur auf der Durchreise, versteht sich ... Sangiovese wächst auch anderswo, und wenn der dann irgendwo in den Colline del Chianti verarbeitet und abgefüllt wird, kann man auch z.B. der Discounter-Kundschaft in Deutschland einen Chianti oder Chianti Classico zum verbraucherfreundlichen Preis anbieten. Andererseits kann man da auch etwas über den Zusammenhang von Preis und Qualität lernen. Zurück zum DTH - Zitat: als Herkunftsgarantie für das Blattgut würde ich das nicht lesen ... :angel:

Ergänzend zur Frage der Flaumbehaarung: ja, sie ist ein Indikator für den Pflückzeitpunkt und damit auch für den Marktwert und die zu erwartende Qualität des Aufgusses. Wobei die Behaarung allerdings abhängig vom Kultivar ist - Bi Luo Chun gehört da zu den Extremisten ...

In der Tasse: noch ein Urlaubsmitbringsel, leider der letzte Aufguss. Ein Sakimidori-Ichibancha.

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vor 20 Stunden schrieb SoGen:

Wie die Basic-Quality aussieht, siehst Du in dem Video@Lateralus hat in Deinem Zitat den 'superior' abgebildet, wenn ich's recht verstanden habe.

Moin Sir, ich meinte da hatte @Lateralus den "superior" von Gabo doch wahrsch. noch gar nicht?!?
Ist sein Foto nicht vom "nonpareil" vom DTH?!?
Mein in diesem Beitrag nach dem "vs." dazugepostetes Foto ist das Bild vom "basic" von Gabo vom Shop.

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Bevor es an weitere neue Shengs geht, zunächst ein kurzes Update, da sich letztes Wochenende die Möglichkeit für ein kleines Tee-Treffen bot, an dem wir auch die 2021er Shengs von Peter getrunken haben - bei zweien gab es deutliche Unterschiede zu meinen sonst üblichen Eremiten-Sessions, weshalb ein erneutes Nachhorchen in gewohnter Umgebung angebracht ist. Einer davon war der Rareness 5 V2 - im Halbschatten unter einem Walnussbaum "inkognito" gebrüht konnte er die Runde überzeugen und der einzige Anwesende, der den Tee schon kannte (außer mir natürlich, aber ich wusste ja ohnehin, was ich brühe) hat den Tee auch bereits beim ersten Aufguss zielsicher erkannt. Dabei zeigte sich der Tee auf der Geschmacksebene deutlich offener, als in der ersten Session (auch wenn sich eine gewisse Zurückhaltung nicht leugnen lässt) - natürlich waren es radikal andere Parameter und jeder, der schon mal draußen Tee getrunken hat, dass ein Tee draußen ganz anders wirkt als drinnen - meist jedoch weniger intensiv auf Grund der zusätzlichen Eindrücke, was das ganze interessant macht. Die Vermutung war, dass an der Sache dass Tees nach einer Reise zunächst etwas "ankommen"/"ruhen" sollten etwas dran ist - etwas was ich zumeist ignoriere (so auch hier - der Rareness war der erste Tee, den ich probiert habe, nachdem das Paket bei mir angekommen ist), aber von verschiedenen Seiten immer wieder betont wurde. Vom Geschmack abgesehen hat der Tee aber sonst wie gewohnt "funktioniert" - und auf Grund des äußerst zufriedenen Gesichtsausdruckes eines Mittrinkers konnte eine andere Mittrinkerin den Tee dann genau so zielsicher identifizieren ;-) Heute in gewohnter Umgebung hab ich extra ein neutraleres Zhuni-Kännchen gewählt, der kleine Sample-Rest ist zwar deutlich kleinteiliger und stammt im Gegensatz zum Brocken bei der ersten Session von der Unterseite des Bings (daher evtl. auch etwas grüner, wobei das vor allem am Foto liegt), aber das Aroma des nassen Blatts ist doch sehr vielversprechend: die einzigartige Birne der 2019er Version ist klar vorhanden. Im Geschmack dann jedoch wieder die bekannte Leere aus der ersten Session - evtl. etwas mehr weil Zhuni und mehr Bruch, aber nicht so wie unter dem Walnussbaum. Spannend, am Akklimatisieren des Tees liegt es also nicht - ich habe etwas anderes im Verdacht: das Wasser. Denn aktuell muss ich mit (gefiltertem) Leitungswasser brühen - zwar schon auch eine Mischung mit ungefiltertem, um den gewünschten Härtegrad hinzubekommen aber es ist definitiv etwas ganz anderes, als das mittlerweile sehr geschätzte (wenn auch mega-harte) Quellwasser, das ich sonst nehme. Denn logischerweise war es letztes Wochenende auch ein anderes Wasser und wenn man sich etwas mit dem Thema befasst weiß man, welchen Unterschied das Wasser machen kann - das gilt um so mehr, je dezenter und feiner ein Tee ist. Für mich ist die Leere aber nichts negatives - im Gegenteil, sie ist sogar extrem spannend! Sie schafft eine Diskrepanz zwischen Erwartung und Sein, ein Vakuum das einen hellhörig macht, wodurch die eigentlichen Stärken des Tees nur um so intensiver zur Geltung kommen - mit Nichts so viel zu schaffen ist ziemlich beeindruckend. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich der Tee mit dem gewohnten Quellwasser verhalten wird - wobei es wegen mit keine Veränderung bedarf, so muss sich Zen in flüssiger Form anfühlen.

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Teil 2 zum vorherigen Post: 

Neben dem Rareness 5 V2 war an unserem Teetreffen letzte Woche vor allem die Runde mit dem Gaoshan spannend, da ein direkter Vergleich mit einem anderen hochwertigen Gaoshan von 2017 (nicht der besprochene von Yu) den ungewöhnlichen Charakter des Gaoshans von Peter nur um so mehr verdeutlicht hat. Beide wurden am morgen direkt nacheinander getrunken, was ein wenig wie Yin und Yang wirkte: der Gaoshan von Peter ist ungeschliffen, "dunkel" im Charakter und strotz nur so vor Kraft - der andere war ein Gaoshan wie aus dem Bilderbuch, hell und klar (tatsächlich war auch der Aufguss heller und wenn man es nicht gewusst hätte, hätte man ihn nicht für den älteren gehalten). Tiefe hatten sie beide doch in Punkto Qi gab es wieder deutliche Unterschiede: während der 2017er wie von den Yu-Tees bekannt ein sehr schönes, angenehmes aber eher dezentes Qi hatte, war der Gaoshan von Peter ein ziemlicher Hammer und hat einen nicht mehr losgelassen - deutlich ausgeprägter, als ich es in Erinnerung hatte! Letztlich gab es wie bei der Yin/Yang-Symbolik auch hier zwei Lager - die einen schätzten den klaren, dezenten Gaoshan, die anderen den dunklen, intensiven Gaoshan.

Heute das ganze nochmals zum Gegenprüfen in gewohnter Keramik - um potentielle Unkenrufe, dass Qi doch nichts als Koffeein sei auszuschließen (und weil das Rest-Sample doch eher klein war, haha) im winzigen 30ml-Zhuni. Als erstes fällt auf, das im Zhuni-Kännchen die ohnehin schon für einen Yiwu und insbesondere für einen Gaoshan sehr intensive Bitterkeit noch ausgeprägter ist - zwar kein Bulang, aber wenn man das sonst doch seht typische Gaoshan-Aroma ausschließt würde man nicht unbedingt auf einen Yiwu tippen. Und dann schlägt auch schon das Qi zu: interessant ist hier die Wirkung - die ersten ein, zwei Aufgüsse merkt man die Wirkung recht intensiv wie es sich im Kopf manifestiert und nach den Armen dann auch der Rest vom Körper schwer wird - doch es bleibt im Körper und löst sich nicht auf, so dass man sich schon nach kurzer Zeit wie in Watte gepackt und etwas von der Welt entrückt fühlt. Und auch wenn ich das klassische Gaoshan-Profil sehr schätze: dieser Gaoshan ist für mich mit so viel Qi und Tiefe der bislang spannendste!

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Zur Zeit trinke ich recht viel Japaner - ich habe den Eindruck, dass die generell etwas bekömmlicher sind als die meisten Chinesen. Ich vermute, dass das Dämpfen den Unterschied ausmacht - mein (einziger) gedämpfter Chinatee (ein Yu Lu) ist ebenfalls sehr magenfreundlich, obwohl ich ihn mit ca. 80° C aufgieße.

Jedenfalls heute in der Tasse ein Import von Marimo, über @teekontorkiel. Der Sakura-No Shincha 2022 Moe, eine kurz gedämpfte besonders frühe (20.04.22) Yabukita-Pflückung aus Kagoshima. Der Tee ist unsortiert - er enthält Stengel, die aufgrund ihrer deutlich helleren Farbe bei mir recht gut erkennbar sind. Also das hier von der Marimo-Webseite (unter 2.1):

Zitat

Zudem gibt es auch keine sichtbaren Blattstiele, die aus Schönheitsgründen aussortiert werden könnten, da Herr Matsumoto nur die feinsten Blätter erntet, die auch demenstsprechend (sic!) nur extrem feine Blattstiele habe, die im Blatt nicht stören – ja so gut wie nicht erkennbar sind, da sie ebenso wie die Blätter knallgrün sind.

... würde ich nicht unterschreiben.

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Nicht, dass ich das für einen Grund zur Beschwerde (schon gar nicht bei einem ausdrücklich als unsortiert angebotenen Tee) hielte - aber die in der Tat bemerkenswerte fruchtige Süße des Tees ist mE offensichtlich ein Karigane-Effekt. Übrigens hat der Tee auch ein sehr schönes Umami (insbesondere im 2. Aufguss), das mich an ein frisches, in Butter gebratenes Spiegelei erinnert. Schönes, 'rundes' Mundgefühl.

5gr / 180ml, 65° C, 60/<10/20/30 sec

Bearbeitet von SoGen
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vor 23 Stunden schrieb SoGen:

Zur Zeit trinke ich recht viel Japaner - ich habe den Eindruck, dass die generell etwas bekömmlicher sind als die meisten Chinesen. Ich vermute, dass das Dämpfen den Unterschied ausmacht - mein (einziger) gedämpfter Chinatee (ein Yu Lu) ist ebenfalls sehr magenfreundlich, obwohl ich ihn mit ca. 80° C aufgieße.

Jedenfalls heute in der Tasse ein Import von Marimo, über @teekontorkiel. Der Sakura-No Shincha 2022 Moe, eine kurz gedämpfte besonders frühe (20.04.22) Yabukita-Pflückung aus Kagoshima. Der Tee ist unsortiert - er enthält Stengel, die aufgrund ihrer deutlich helleren Farbe bei mir recht gut erkennbar sind. Also das hier von der Marimo-Webseite (unter 2.1):

... würde ich nicht unterschreiben.

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Nicht, dass ich das für einen Grund zur Beschwerde (schon gar nicht bei einem ausdrücklich als unsortiert angebotenen Tee) hielte - aber die in der Tat bemerkenswerte fruchtige Süße des Tees ist mE offensichtlich ein Karigane-Effekt. Übrigens hat der Tee auch ein sehr schönes Umami (insbesondere im 2. Aufguss), das mich an ein frisches, in Butter gebratenes Spiegelei erinnert. Schönes, 'rundes' Mundgefühl.

5gr / 180ml, 65° C, 60/<10/20/30 sec

Woher kommt denn das Umami, der Tee ist doch unbeschattet?

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vor 39 Minuten schrieb Siebenschläfer:

Woher kommt denn das Umami, der Tee ist doch unbeschattet?

Das Umami kommt auch nicht von der Beschattung, sondern Zweck der Beschattung ist die Reduktion der Bitterkeit, resp. wird ohne Sonnenbestrahlung weniger Bitterstoffe in den Blättern produziert. Dies weil betr. Teesorten traditionell ganz aufgelöst und/oder sehr stark dosiert werden, wobei die zutagekommende Bitterkeit für die meisten Teetrinker störende Dimensionen annehmen würde.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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@Siebenschläfer: die 5° die Du heißer aufgiesst dürften nicht viel ausmachen. Versuch's mal mit weniger Material, vielleicht 3 gr - oft hat das den Effekt, dass die Aromenstruktur etwas 'transparenter' wird.

Ansonsten ist es auch eine Sache individueller Sensibilität und entsprechend subjektiver Wahrnehmung. Ich bin dadurch, dass ich seit vielen Jahren hauptsächlich chinesische Grüntees trinke (wo idR umami sehr viel unauffälliger ist als bei Japanern), auf subtilere Noten 'geeicht'. So sehr, dass mir die von Manchen so geschätzten 'Umami-Bomben' persönlich meistens zu ordinär-aufdringlich sind.

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