Krabbenhueter

Kaffeezubereitung so "klassisch wie" Teezubereitung

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https://de-de.kpm-berlin.com/informationen/details/das-neue-filterkaffee-genuss-konzept-der-kpm-berlin/

Das hatte ich mal zufällig gelesen und dachte mir, wenn man das Wort Kaffee durch Tee ersetzt ist das nicht zu unterscheiden.

Andererseits habe ich doch dahin Zweifel, ob das Papier nicht doch Aromen zurückhält, wie das bei Beuteltee auch oft vermutet wird.

Letztendlich wird das ja zum Beispiel im vietnamesischen Bereich auch so aber auf primitiv einfache Art praktiziert...

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Ich muss immer grinsen, wenn ein Artikel losgeht mit " Der Filterkaffee ist zurück.  " Das klingt so, als würde er aus dem Nischendasein heraustreten und Marktanteile am Kaffeemarkt erobern.

Der Marktanteil des klassischen Filterkaffees sinkt aber seit Jahren, und liegt immer noch bei über 60%, weit vor irgendwelchen Kapsel- oder Automatengeschichten. 

Je nach verwendetem Papier wird natürlich etwas herausgefiltert, was den Geschmack beeinflusst. Nicht die Stoffe, die im Wasser gelöst wurden. Und ob man die Fette / Öle in der Tasse haben will, ist eine Frage der Verträglichkeit und des Geschmacks. Wer bei drucklosen Brühmethoden mit entsprechend grobem Mahlgrad auf andere Filtersysteme (z.B. Metall, Nylon, Keramik) setzt, wird die feineren Partikel des Kaffeemehls in der Tasse finden, und das beeinträchtigt meist den Geschmack wesentlich mehr.

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Was mich daran interessiert, obwohl ich eigendlich Null Kaffee trinke, ist der Aspekt der Zubereitung. 

Wie bei Tee kann ich den zum Beispiel in der Küche zubereiten und mich dann gemütlich mit dem Aufguss irgendwo hinsetzen.

Oder wie ich es mit dem Tee mache, dass dass Gießen teil des Genusses ist. Und mit diesem Kaffeesystem sehe ich es genauso.

Weg von der Maschiene, einfaches Geschirr und dann in Ruhe gießen und genießen...

Jedenfalls kenne ich das von meinen Eltern aus Vietnam, dass mit einem einfachen Tassenaufsatz der dazu passende Kaffee (in dem Fall mit Süßer Sahne als Basis) direkt in die Tasse aufgegossen wird und das schon Teil des Genusses ist. Und in Berlin gibt es Vietnamesische Lokale, wo das auch angeboten wird. Also nichts Neues und Unbekanntes.

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Also, am meisten schmeckt mir Kaffee aus einer Frenchpress, die Bohnen 1mm-1,5mm mehlen, dann mir Wasser (93 Celsius) übergißen für 3,5minuten. Schmeckt wunderbar.

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Am 12/7/2015 um 22:58 schrieb T-Tester:

Ich muss immer grinsen, wenn ein Artikel losgeht mit " Der Filterkaffee ist zurück.  " Das klingt so, als würde er aus dem Nischendasein heraustreten und Marktanteile am Kaffeemarkt erobern.

Der Marktanteil des klassischen Filterkaffees sinkt aber seit Jahren, und liegt immer noch bei über 60%, weit vor irgendwelchen Kapsel- oder Automatengeschichten. 

Je nach verwendetem Papier wird natürlich etwas herausgefiltert, was den Geschmack beeinflusst. Nicht die Stoffe, die im Wasser gelöst wurden. Und ob man die Fette / Öle in der Tasse haben will, ist eine Frage der Verträglichkeit und des Geschmacks. Wer bei drucklosen Brühmethoden mit entsprechend grobem Mahlgrad auf andere Filtersysteme (z.B. Metall, Nylon, Keramik) setzt, wird die feineren Partikel des Kaffeemehls in der Tasse finden, und das beeinträchtigt meist den Geschmack wesentlich mehr.

Na ja, falsch ist die Aussage nicht. Denn Filterkaffee ist nicht gleich Filterkaffee. 

Der in Italien so genannte "deutsche Kaffee" (ich nenne ihn immer deutschen Säuerling) aus großen Warmhaltekannen und vor allem in großen Mengen gebrüht (gern in einer Maschine) hat mit einem sorgfältig gebrühten Filterkaffee in Kleinmenge und natürlich aus frisch gemahlenen, hochwertigen Bohnen kaum mehr als den Namen gemein. Flterkaffee mache ich vor allem mit einer Chemex, ansonsten nehme ich eine Herdkanne, einen vietnamesischen Tassenfilter (morgens) und manchmal, wenn's richtig meditativ werden soll, einen Ibrik. Hochwertiges Filterpapier klärt den Kaffee, was durchaus bei dieser Brühmethode erwünscht ist und aktiv zum Geschmackserlebnis beiträgt. Kapselaschinen und Vollautomaten werden von echten Kaffeefans übrigens ähnlich liebevoll betrachtet wie der Pu-Erh-Schlanktee im Beutel von uns. 

Als ich vor ca. 2 Jahren Kaffee entdeckte, beschloss ich, auf den Gerätezoo, der ein ähnliches Faß ohne Boden ist wie Teekleinkannen, bis auf eine hochwertige Kaffeemühle zu verzichten. Die ist mechanisch und war alles andere als billig, dafür mahlt sie die Bohnen so, wie ich sie möchte und gerade - je nach Methode - brauche. Kaffee ist für mich kein Durstlöscher, sondern ein echtes Genussmittel. Ich trinke eine, maximal zwei Tassen pro Tag, davon entfällt eine auf meinen Morgenkaffee (vietnamesischer Tassenfilter plus Espressobohnen). Wenn man nicht den Siebträgern verfällt, ist es sogar ein relativ preiswertes Vergnügen mit dem Kaffee. Herdkannen gibt es günstig, eine Chemex oder ein guter Keramikfilter kostet auch nicht die Welt, die Brühkannen sind eher klein, aus Glas und günstg. Das Teuerste ist wirklich eine gute Mühle. Man kann sich also ganz auf Bohnen hervorragender Qualität konzentrieren. (ihr merkt es schon, ich hab mich in das Thema eingefuchst. Kulinarisch gesehen gibt es bei mir keine halben Sachen :D)

Für mich schließen sich Kaffee und Tee nicht aus, ganz im Gegenteil. Ich sehe es eher wie die Türken, bei denen beide Getränke einen festen Platz im Tagesablauf haben und je nach Gelegenheit passend zum Anlass genossen werden. 

Ich hatte übrigens ein sehr interessantes Gespräch mit einem Hamburger Barista (einem von denen, die wissen, was sie tun), als ich auf meine Packung Bohnen wartete. Ich erzählte ihm, dass ich hauptsächlich Tee trinke und Parallelen in der Sorgfalt bei der Zubereitung sehe. Er fragte nach (vermutlich dachte er an Beutel ...), und ich beschrieb ihm die traditionelle Zubereitung von Oolong und Pu-Erh. Der Mann war ganz aus dem Häuschen und fand das hochinteressant, vor allem als ich von dem sich wandelndem Geschmack der verschiedenen Aufgüsse erzählte. Er sah deutliche Parallelen zum Kaffee. Nein, nicht beim mehrfachen Brühen (brrr), sondern im Mengenverhältnis von Teeblättern und Wasser und der Konzentration auf das Getränk. Ich fand das Gespräch insofern sehr angenehm, als dieses dämliche Entweder-Tee-oder-Kaffee-Gefasel überhaupt nicht stattfand, ganz im Gegenteil. Vermutlich liegt es daran, dass wirklich gute Bariste vor allem Genuss und Geschmack verpflichtet sind. 

Ich glaube, heute Nachmittag mache ich mir mal wieder einen Jamaica Blue Mountain in der Chemex. :D

Am 12/8/2015 um 09:16 schrieb Krabbenhueter:

Was mich daran interessiert, obwohl ich eigendlich Null Kaffee trinke, ist der Aspekt der Zubereitung. 

Wie bei Tee kann ich den zum Beispiel in der Küche zubereiten und mich dann gemütlich mit dem Aufguss irgendwo hinsetzen.

Oder wie ich es mit dem Tee mache, dass dass Gießen teil des Genusses ist. Und mit diesem Kaffeesystem sehe ich es genauso.

Weg von der Maschiene, einfaches Geschirr und dann in Ruhe gießen und genießen...

Jedenfalls kenne ich das von meinen Eltern aus Vietnam, dass mit einem einfachen Tassenaufsatz der dazu passende Kaffee (in dem Fall mit Süßer Sahne als Basis) direkt in die Tasse aufgegossen wird und das schon Teil des Genusses ist. Und in Berlin gibt es Vietnamesische Lokale, wo das auch angeboten wird. Also nichts Neues und Unbekanntes.

Also, ein guter Filterkaffee handgebrüht dauert im Aufguss etwa fünf Minuten (nur ein grober Richtwert) für zwei Tassen. 

Zunächst feuchtet man das selbstverständlich frisch gemahlene Kaffeepulver an und lässt den Kaffee "erblühen" (im Barista-Jargon bloomen). Das Aufgießen erfolgt sehr langsam, gleichmäßig und sorgfältig, wobei man die meiste Zeit wie hypnotisiert in den Filter glotzt, um die Gleichmäßigkeit zu gewährleisten. Das ist ein sehr meditativer Vorgang, und das Endprodukt, an dessen Perfektion man sich sein Leben lang abarbeitet (jede Bohne ist anders ...) wird natürlich in Ruhe genossen, nicht mit Milch oder Zucker verfälscht und auch nicht "to go" heruntergekippt. 

Ich nutze die vietnamesischen Filter täglich für meinen Morgenkaffee. Ich finde die Methode niederschwellig, günstig und geschmacklich hervorragend, sofern man hochwertige Bohnen (gerne Espresso) verwendet und den richtigen Mahlgrad gefunden hat. (Ich habe sehr schnell gelernt, dass Kaffeegenießer vorgemahlenen Kaffee ablehnen, und das mit Recht. Aus einem Teebeutel kann man meist ein zumindest trinkbares Ergebnis extrahieren, schlechter oder vorgemahlener Kaffee hingegen ... na, lassen wir das, ist ja ein Teeforum hier. :D)

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Ich bin ein Liebhaber des Moccas Kaffees, mir wurde auch damals alles erklärt wie man diesen zubereitet, ist jedes Mal ein Erlebnis für mich, und im ganze Haus riecht es dann nach frischem Kaffee, einfach sehr schön und stark zum wach werden.

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