AndreH

Haltbarkeit Grüntee / einfrieren?

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Hallo Leute,

mein Vater ist jedes Jahr für ein paar Wochen in Japan unterwegs. Er ist zwar schon tief im Rentenalter, aber in seinem Handwerk ist er in Japan ein gefragter Mann und so "gönnt" sich jährlich die zwei Wochen mit seinen "Meisterschülern". In diesem Rahmen lasse ich mir immer von ihm Tee mitbringen. Es hat sich über die Jahre so eingebürgert, dass er mir immer den gleichen Mittelklasse-Sencha mitbringt. Dieses Jahr war er zwei Mal drüben und so haben sich hier 1,4 Kg Tee angesammelt. So weit, so gut. Der Vorrat trägt mich übers Jahr. Aber: Gibt es Möglichkeiten, den Tee haltbarer zu machen? Ich werden (und will auch nicht) den Tee in einem Jahr aufbrauchen. Da muss ich schon sehr verschwenderisch damit umgehen. Außerdem will ich auch immer mal einen anderen Tee trinken. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Tee, der am "MHD" ist (also vor einem Jahr abgepackt), dass der noch das volle Aroma hat. Kann mir jemand dazu was sagen? Ich war noch nie mit so viel Tee konfrontiert und musste immer nach 3 Monaten nachkaufen. Und: Kann ich Tee einfrieren? Bleibt dann das Aroma erhalten?

PS: es handelt sich um diese Tees:

http://shop.ippodo-tea.co.jp/kyoto/shopf/goods/index.html?ggcd=506612&cid=sencha

http://shop.ippodo-tea.co.jp/kyoto/shopf/goods/index.html?ggcd=505612&cid=sencha

je zu 100g und 200g.

Danke, André.

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Gast Gast177

Hallo Andre,

 

viele Leute hier frieren Grüntee auch ein, meiner Meinung nach schadet es ihnen zumindest nicht sehr, vorausgesetzt, sie sind luftdicht verpackt, aber das sind die Japantees ja immer. Also: Nur zu!

 

Grüße,

Gerd

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Hallo Andre,

geniales Hobby hat Dein Vater da :) 

@Gerd hats schon richtig beschrieben, einfrieren haut hin, wenn es absolut luftdicht verschlossen ist, sonst kann es zu Feuchtigkeitseinschluessen kommen und der Tee vergammelt innerhalb von Tagen nach dem auftauen.

Ansonsten, wenns Dir mal zu viel des Guten wird, haben wir ja noch die Tea Travel Box TTB 

 da kann man sicher auch die eine oder andere Wenigkeit unterbringen, ganz ohne Einfrieren :D

Schönen Sonntag und Gruß aus Hangzhou :)

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Das Wichtigste wurde eigentlich gesagt. Ich kann nur anfügen, dass bei mir japanischer Grüntee immer so lagert, wenn sich ein grösserer Vorrat ansammelt. Dies war nun schon länger nicht mehr so (wird demnächst aber wieder ;)), hat in der Vergangenheit aber jeweils gut funktioniert. Daher kann ich nur dazu raten, wenn du wirklich zu viel hat. Das Ergebnis wird m.E. auf jeden Fall besser sein, als wenn du den Tee zu lange lediglich bei Raumtemperatur lagerst. 

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Was haltet ihr davon, dass der Tee, wenn er im japanischen Fall noch original vakuumverpackt und begast ist, durch das Einfrieren seine Aromatik zwar nachgewiesenerweise (würde ich unterdessen doch meinen) grösstenteils erhält (aber auch bei einer nicht vakuumierten, am besten doppelt verschlossenen Verpackung hat man bereits gute Resultate), der Grüntee auf der anderen Seite aber unabhängig von der Verpackung durch das Einfrieren "stirbt", wie manche behaupten, und seine "Lebenskraft" dadurch verliert - haltet ihr das für Humbug oder doch irgendwie begründbar?

Ich meine bei Sheng wäre es ja noch in gewisser Weise begründbar, aber im Gegensatz dazu bei normalem Grüntee ist ja prozessmässig eh schon praktisch alles zum Erliegen gekommen, darum halte ich diesen Einwand gegen das Einfrieren von Grüntee persönlich zumindest eher  für Humbug oder Einbildung. Es nimmt mich aber doch wunder, was ihr darüber denkt. Der Vergleich mit Gemüse und Früchten ist mMn alleine schon wegen dem Zeitraum zwischen Verarbeitung und Konsum hinfällig - alkerdings kann man bei einigen aber tatsächlich einiges erleben, was über das reguläre Koffein hinausgeht. Es stellt sich die unausweichliche Frage, was diese "Lebenskraft", unabhängig wie man sie nun benennt, denn überhaupt darstellt, aber das wäre ein eigenes Thema.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Ob Humbug oder nicht, ich glaube zumindest nicht daran. Insofern ist es für mich eher eine Glaubens- als Geschmacksfrage. Und realistischerweise muss man ohnehin davon ausgehen, dass die meisten Produkte bereits zu irgend einem Zeitpunkt gefroren waren, sofern man nicht zur Shincha-Zeit einkauft oder einen Zwischenhändler hat, der dies übernommen hat. 

Selbst wenn: Die geschmacklichen Vorteile überwiegen trotzdem und diese sind letztlich der Grund, wieso ich Grüntee trinke. ;) 

bearbeitet von theroots

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Geht man davon aus, dass es nur eine Ernte gibt und diese ganzjährig frisch angeboten werden soll, so drängt sich dieser Schluss auf. Soweit ich weiss wird in Japan sämtliches Rohmaterial eingefroren, welches nicht auf absehbare Zeit verarbeitet wird. Dies zumindest in den grösseren Betrieben. Bei kleineren Herstellern kann ich mir vorstellen, dass die Rohware alle Produktionsschritte durchläuft und danach gekühlt eingelagert wird. 

All dies ergibt sich schon aus der Überlegung, dass die meisten Produkte mit einem MHD versehen sind. Auch wenn man dieses nicht all zu ernst nehmen muss wäre die Sache ein Witz, wenn ich im sowohl Juli als im Februar des Folgejahres eine Packung kaufen würde, sich das MHD aber deutlich unterscheidet, obwohl das Rohmaterial augenscheinlich dasselbe sein muss. 

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Ich habe jetzt 2x 100g Packungen frischen Shincha Vakuumverpackt im Kühlschrank aufbewahrt und das klappt immer einwandfrei. Wenn er dann offen ist, nehme ich 30-50g aus der Packung und habe sie in meiner Teedose. Den Rest der Packung vakuumiere ich mit einem Handvakuierer ein und lagere ihn im Schrank. 

Theoretisch könnte man diesen dann aber auch wieder in den Kühlschrank legen, allerdings ziehen diese Beutel immer mal wieder Luft, weshalb ich nach mehreren Tagen schauen muss ob das Vakuum noch vorhanden ist. 

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ich muss mich auch langsam mit dem Thema beschäftigen, da natürlich mittlerweile viel zu viele Grüntees herumliegen. Die Diskussion von letzter Woche zu Jun-Sencha war da nicht hilfreich - die Neugier hat mich direkt einkaufen lassen 9_9 Da handelt es sich um Shinchas, die ja nochmal sensibler sind.

Mein Plan wäre jetzt, größere Packungen in 20g Portionen aufzuteilen und in einzelne Doypacks umzufüllen. Die Doypacks werden dann mit dem küchenüblichen Vakuumierer in Folienbeutel vakuum-verschweißt. Sicherlich könnte man den Tee auch direkt im Folienbeutel einschweißen, aber da ich die Doypacks danach eh brauche, denke ich kann ich die auch gleich mit einschweißen, weil vom Handling her einfacher.

Die Folienbeutel würde ich dann in den Kühlsckrank legen, zur Fremdgeruchvermeidung wiederum in eine Lock&Lock-Box (bzw. ein Derivat).

Wenn ich dann Lust auf einen der Tees habe, hab ich dann (nach Akklimatisierung) eine schöne Portion, die ich dann in den jeweils darauffolgenden Tagen schön aufbrauchen kann, der Rest bleibt lagerungsfähig abgepackt.

Nun gabs hier von @Anima_Templi den Einwand, einmal offene Packungen nicht zu kühlen. Sicherlich wegen der Feuchtigkeit der Luft und Niederschlag auf dem Tee beim Kühlen. Das müsste ich ja mit dem vakuumieren umgangen haben (die Clips der Doypacks würde ich beim vakuumieren nicht verschließen, damit da natürlich die Luft raus kann)?

Könnte ich auch ein paar der Vakuumbeutel einfrieren? Ich denke da an eine Lagerung >1 Jahr um die 2019er Ernte vielleicht mal mit zukünftigen Jahrgängen zu vergleichen. Oder einfach weil ich eh dauernd neue Tees kaufe und in einem Jahr nicht alles wegtrinken kann :P Oder brauchts das einfrieren gar nicht, und der Kühlschrank reicht auch für den Zweck?

Wären die Doypacks aber sonst eh dicht genug und es reicht, wenn ich umfülle und kühl (im Keller hats derzeit <18 °C) lagere?

Danke schonmal und in der Hoffnung nicht einen neuen Glaubenskrieg angezettelt zu haben, wie man am besten lagert ;)

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@goza, ich bin generell für's wegtrinken bei Grünen. Der Aufwand mit dem einfrieren und vakuumieren ist mir zu groß. Außerdem kommen bei den Japanern jedes Jahr gute Tees raus, die ich nicht mit älteren Ernten vergleichen muss/möchte, aber das ist wiederum auch der Tatsache geschuldet, dass ich Grüntees längst nicht die Aufmerksamkeit schenke, die Diese verdient hätten... ;)

Kannst Du aber schon so machen, mit dem Einfrieren. 

Ich würde da auch relativ schnell den Überblick verlieren. Allgemein bin ich vom horten mehr aufs Trinken umgestiegen. ;)

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@miig dachte schon hier ists wie ausgestorben wieder ein bisschen leben in die Bude bringen ^^.

Da wirst du recht haben. Insgesamt hab ich glaub ich jetzt 1,5kg Tee gelagert davon auch ein oder zwei nicht vakumierte Japan-Grüntees mal schaun wies bei denen dann aussieht :D

Edit: Und ich hab erst jetzt gecheckt, dass du 15 Jahre gelagerten Sencha gelesen hast. Das wär mal was haha

bearbeitet von YuriCPL

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ich hab jetzt soweit ganz gute Erfahrungen mit dem Umfüllen in kleinere Packungen und dem erneuten Einschweißen gemacht. Gekühlt habe ich die Tees aber nicht mehr extra, sondern einfach im Keller (der im Sommer auch verhälnismäßig warm wurde) liegen lassen.

Ich habe die großen Tüten in drei bis vier Doypacks mit jeweils rund 20-30g umgefüllt und diese auch mit mehreren zusammen in die haushaltsüblichen Folienbeutel eingeschweißt. Die ersten habe ich nach nun einem Dreivierteljar wieder aufgemacht. Die Beutel haben keine Luft gezogen und die Tees haben von Haptik und Aroma die Frische von damals.

Am 23.7.2019 um 16:46 schrieb Anima_Templi:

Allgemein bin ich vom horten mehr aufs Trinken umgestiegen

zwangsläufig horte ich noch, weil ich mich einfach nicht zusammenreißen konnte beim Einkaufen. und trotz intensiver Bemühungen sehe ich nicht, dass es besser wird ;)

von daher wird mein Versuch auch noch länger dauern, weil es sicher noch eine ganze Weile dauern wird bis ich auch die letzten neu eingeschweißten Tees wieder aufmache. Es kommt ja dauernd was neues dazu ;)

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    • Von Mr. Tee
      Moin,
      ich würde gerne die auf den Fotos abgebildeten Objekte (also außer den Tisch) entweder verkaufen oder gegen leckeren grünen Tee tauschen! Sowohl Kanne als auch Becher und Stövchen sind unbenutzt. Das Sieb in der Kanne ist natürlich entnehmbar und die Kanne ist ebenso wie die Trinkbecher von innen "beschichtet" (keine ahnung wie da der Fachbegriff ist).
      Ich würde es euch überlassen Angebote dafür zu machen. 
      Stellt auch gerne Fragen zu Details; auch detailiertere Fotos stelle ich gerne zu Verfügung..
      lieben Gruß
      Nikolai
    • Von Anima_Templi
      Hallo Zusammen,
      gestern hat mich mein erster Shincha der diesjährigen Ernte erreicht, der Sakura-No Shincha von Familie Matsumoto aus der Präfektur Kumamoto.
      Der erste Eindruck war sehr positiv. Aus der frisch geöffneten Tüte kommt ein herrlich fruchtiges Aroma, was typisch für den verwendeten Yabukita-Kultivar ist. Sehr intensive Ananas.
      Das Blattgut ist recht kleinteilig, was mich etwas verwundert hat, da auf der Seite des Shops erwähnt wird dass die Blätter nur kurz gedämpft wurden. Das mag aber auch daran liegen, dass bei dieser Ernte nur die ersten sehr feinen Triebe geerntet werden und diese einfach noch sehr klein sind. Die eigentliche erste Ernte erfolgt erst etwas später.
      Die Aufgüsse sind intensiv grün und recht nebulös, da viele kleine Partikel mitkommen. Ich bin tendenziell gegen ein Filtern des Aufgusses während des Abgießens und praktiziere dies überhaupt nicht mehr. Dies ist wohl mit ein Grund, warum ich stark gedämpfte Grüntees nicht sonderlich mag.
      Trotz des relativ trüben Aufgusses überzeugt er mich doch geschmacklich. Typisch für Yabukita ist der Tee sehr ausgewogen. Kräftiges Umami sucht man vergeblich, was ich schätze. Lässt dies doch tiefer auf den eigentlichen Geschmack dieser Varietät blicken. 
      Im Mund ist der Tee klar und weich, sehr fein und filigran. Die für diesen Kultivar typische Fruchtigkeit kommt deutlich nach dem Schlucken zur Geltung. Intensiv süß-fruchtig, kein Hauch von Bitternis oder einer grasigen Note. Er ist mit Bedacht und sauber produziert. Kein Sencha der in eine bestimmte Richtung polarisieren will, sondern einfach nur gefallen möchte. Ich empfehle unbedingt die Schlucke lange auszukosten!
      Für mich bringt er die Geschmacksstruktur eines klassischen Shinchas, wie ihn viele Verbraucher wohl erwarten und schätzen, sehr gut auf den Punkt. Ich finde ihn in jedem Fall gelungen und denke, dass er insbesondere für Neulinge auf diesem Gebiet sehr interessant ist, da er enorm zugänglich ist.
      Ich würde mich über Eure Eindrücke freuen, solltet Ihr Euch auch für diesen Tee entscheiden.


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