AndreH

Was ist das für ein Tee? Wer kann Japanisch?

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Hallo,

 

ich bekomme immer wieder aus Japan Tee geschenkt. Die Verpackungen sind dann immer komplett auf Japanisch. Meist komme ich ganz gut weiter, indem ich die Telefonnummern, die auf der Rückseite zu finden ist, im Internetseite suche und mich von dort aus zu dem Tee durchhangel. Mir reicht es, zu erfahren, was es überhaupt für ein Grüner ist (Sencha, Bancha, Fukamushi?) und in welcher Preisklasse er so spielt. 

Aber nun... Wer hat diesen Tee schon mal irgendwo gesehen oder kann mir einen Link schicken?

Danke!

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vor 7 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Die Verpackung ist nicht mal vakuumiert? Dann ist es wahrscheinlich sehr einfache Ware, dafür lohnt sich die Recherche wohl kaum.

naja, ins Internet eintippen ist jetzt nicht so die Herausforderung... und vielleicht hat ja einer gewisse Sprachkenntnisse oder Erfahrung in petto.

@theroots Danke. Dachte ich mir schon. Damit wird der alte Herr ständig beschenkt. Soll in Japan ja auch überall getrunken werden. Und wegen des kräftigen Geschmacks empfiehlt es sich bestimmt auch für Europäer...

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Ei, super. Danke!

Ehrlich gesagt, für den täglichen Gebrauch habe ich gute Erfahrungen mit Tees die bei Mitzukoshi für 800 bis 1200 Yen gehandelt werden gemacht. Alles gut. Jeden Tag Sonntagstees wäre schlimmer als alles andere... :)

Gruß, André.

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Das sollte ich ihm mal stecken. Ich glaube sogar, das könnte ziehen. Er hat mal eine handgefertigte Bambusangel  geschenkt bekommen, die ein halbes Vermögen gekostet hat... O.o.

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In der Geschäftswelt lassen sich die Asiaten nicht lumpen, wenn man wirklich geschätzt wird und artikulieren kann, was man will. Und handgefertigter Gyokuro ist durchs Band etwa das Geilste, was Japan teemässig auf die Beine bekommen hat. Ein echter Fixstern in meinem Tee-Universum. 5% Provision an mich dann nicht vergessen. :yahoo:

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vor 1 Minute schrieb GoldenTurtle:

handgefertigter Gyokuro ist durchs Band etwa das Geilste, was Japan teemässig auf die Beine bekommen hat

Optisch u.U., in geschmacklicher Hinsicht stelle ich dies aber mal in Frage. :P

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In der Geschäftswelt stimmt das. Bei ihm ist es die Kunstwelt. Da sollte das erstrecht klappen... :) Na, ich werde ihn mal etwas unverschämt sein lassen...

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Hehe, sehr gut!

@Roootie: Selbstverständlich gibt es auch wunderbaren Matcha oder Sencha, das ist ja keine Frage, aber dort ist durchschnittliche Qualitätsdichte wohl nicht einmal im Ansatz so hoch wie bei handgefertigtem Gyokuro.

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Es ist ein Bancha (ryokucha) aus Kagoshima. Von der Qualität also nicht gut genug, um noch als Sencha eingestuft zu werden. Prima Alltagstee, der wohl etwas robuster schmecken wird.

Kanji der Teeplantage: 知覧茶園 (chiran cha'en)
http://www.chirancha.jp/

Deinen Tee findest du auf folgender Seite: http://www.chirancha.jp/tea/fukamushi/
Du hast eine 80g Packung, auf der Webseite sehe ich spontan aber nur 50g (500Yen) und 100g (900 Yen). Der Tee heißt übrigens Gin 吟 http://www.wadoku.de/entry/view/7477470

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@ckadenDanke! Hm, mal sehen. Mit Banchas hab ich bis dato nur schlechte Erfahrung gemacht. Die waren mir im Nachgang häufig den "Teeappetit" nicht wert. Zu grob und für mich uninteressant. Vielleicht ist er was fürs Büro... Da läuft nur Leitungswasser, das in der Mikrowelle erhitzt werden muss. Macht ihn aber auch nicht unbedingt besser.

Gruß, André.

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vor 7 Stunden schrieb ckaden:

Es ist ein Bancha (ryokucha) aus Kagoshima. 

Bist du dir da sicher? Ich konnte auf der Packung keine Hinweise dazu finden. Auch aufgrund des Preises von ca. 1000 Yen / 100g hätte ich ihn in die Kategorie Sencha bzw. Fukuamushi-cha mittlerer Preisstufe eingeordnet. Meiner Erfahrung nach liegen Banchas, hier im qualitativen Sinne, preislich meist deutlich tiefer. Wie auch immer, André kann ja berichten wie er schmeckt. :)

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vor 9 Stunden schrieb theroots:

Das war jetzt eher auf den Gyokuro selbst bezogen. Das Rollen von Hand ergibt regelmässig ein optisch besseres Bild, den Geschmack beeinflusst dies ja aber nicht grossartig. :) 

Stimmt theoretisch natürlich, das Handrollen alleine macht den Tee nicht oder nur wenig besser, aber (!!) bei Handgerolltem wird i.d.R. nur sehr gute Teequalität verarbeitet.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor 12 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Die Verpackung ist nicht mal vakuumiert? Dann ist es wahrscheinlich sehr einfache Ware, dafür lohnt sich die Recherche wohl kaum.

Von Deinen Teekenntnissen habe ich hier im Forum schon mehrfach profitiert, aber ich muss zugestehen, eine solche Formulierung klingt für mich einfach versnopt. Wir müssen uns hier doch kein Vorbild an gewissen Weintrinkern nehmen.

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Ja, nein, also in Japan ist es doch einfach Usus,
dass man jeden anständigen Blatttee vakuumiert.
Ich wüsste aus dem Stegreif keinen guten Hersteller,
der das nicht macht.

In China könnte man sowas aber natürlich nicht sagen.

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@GoldenTurtle, @Ralph Ich bin mir nicht sicher ob du dich da mit dem vakuumieren vergaloppiert. Der Beutel ist zugeschweißt aber nicht immer vakuumiert, du würdest ja sonst die Teeblätter bei diesem Vorgang zerbrechen. Ich kenne das nur beim kugeligen Oolong so, lasse mich aber gerne belehren. ;)

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vor 35 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Ja, nein, also in Japan ist es doch einfach Usus,
dass man jeden anständigen Blatttee vakuumiert.

Packungen wie jene oben sind sehr häufig anzutreffen und das Bild an sich nur wenig aussagekräftig. Denn es ist unklar, was genau die Packung enthält.
Der komplette Entzug sämtlicher Gase habe ich bisher insbesondere bei Thés du Japon und ein paar anderen Herstellern gesehen, andere sehr namhafte Hersteller (bspw. Koyamaen, Ippodo) wählen jedoch andere Wege (wohl insb. Verwendung von Stickstoff). Daher scheint das kritisierte Urteil in der Tat etwas voreilig. ;)

Thés du Japon:

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Koyamaen/Ippodo:

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bearbeitet von theroots

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@theroots

Gut! Also gibt es auch nur Begasung ohne Vakuum, siehst du, ich trinke so wenig japanischen Tee, da bin ich noch nicht einmal zu Koyamaen und Ippodo gelangt. Diese müssen aber in der Minderheit sein, denn ich kenne doch so einige Shincha Packungen von diversen Herstellern, die allesamt vakuumiert waren (europäisches Repackaging natürlich ausgenommen).

@KlausO Nein, die Blättchen brechen deswegen nicht ... wahrscheinlich deutsche Technik. :D

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vor 13 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Diese müssen aber in der Minderheit sein, denn ich kenne doch so einige Shincha Packungen von diversen Herstellern, die allesamt vakuumiert waren

Da habe ich mit meiner Grünteelastigkeit aber andere Erfahrungen gemacht (Koyamaen, Ippodo, Yuuki-cha, O-cha, Hoshitea, Hibiki, Maiko, zumind. teilw. Yunomi usw. vs. TDJ und Ryouen). Werde aber nächsten Monat gerne einige Packungen mitnehmen und statistisch auswerten, was nun geläufiger ist. :lol:
Vollgepumpt mit Sauerstoff werden aber wohl keine Packungen in den Verkauf gelangen. Im besten Fall wird der Sauerstoff entzogen und ggf. mit Stickstoff ersetzt, im schlechtesten wird lediglich ein Großteil des Sauerstoffs mechanisch herausgepresst, so dass die Packung zwar weitgehend aber nicht komplett sauerstofffrei ist.

vor 13 Minuten schrieb GoldenTurtle:

die Blättchen brechen deswegen nicht

Ein schöner handgerollter Grüntee wird man kaum jemals in einer völlig gasfreien Packung finden. Daher würde ich behaupten, dass sich nicht jeglicher Bruch vermeiden lässt. Bei einem Durchschnittstee wird ein solcher lediglich in Kauf genommen, da die Vorteile für den Händler überwiegen. Der Unterschied wird aber zugegebenermassen - bei fachgerechtem Abpacken - nicht gross sein.

bearbeitet von theroots

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    • Von paxistatis
      Guten Abend zusammen,
      ich hätte mal eine Frage: Mittlerweile merke ich, dass man für Tee eine gewisse Zeit braucht und er natürlich auch wach macht.
      Wenn ich jetzt so durch das Forum lese, habe ich das Gefühl, dass ihr fast immer Tee trinkt, auch abends usw.
      Ich wollte mal fragen wie ihr das zeitlich schafft? Also zum einem abends mit dem Teein das ja wach macht und zum anderen das "dauernde" trinken?
      Ich kann bei mir auf der Arbeit Homeoffice machen (Luxus, ich weiß ), da nutze ich das dann gerne, aber ich würde vermutlich nicht meine Teekanne mitnehmen. Geht bei uns auch einfach nicht.
      Daher mal so meine Frage, wie ihr das so schafft und wieso ihr abends um zwölf nicht noch senkrecht im Bett sitzt  (Ich hoffe die Frage gibt es nicht schon, ich konnte nicht viel finden und sie ist im richtigen Forum)
      Viele Grüße ! 
    • Von shavior
      Hallo zusammen,
      da ich mein früheres Hobby Tee nun vollends aufgebe, möchte ich den Rest meiner Teeutensilien gerne in gute Hände abgeben.
      Alle Sachen sind gut und pfleglich behandelt worden. Wir sind ein Nichtraucherhaushalt.
      1. Gaiwan Blau/Weiß
      Ich habe ihn  ca. 2015 gekauft. Die kleinen Reiskörner sind lichtdurchlässig. Fassungsvermögen randvoll (= effektiv nutzbar weniger) 247 ml.
           
        
      Preis (exkl. Versand): 7 Euro.
      2. Gaiwan rot
      Ich habe ihn  ca. 2015 gekauft. Fassungsvermögen randvoll (= effektiv nutzbar weniger) 250 ml.


      Preis (exkl. Versand): 12 Euro.
      3. Japanische Kyusu unglasiert
      Ich habe sie ca. 2015 gekauft und sie hat ein Fassungsvermögen von ca. 340 ml. Ich hab sie nur mit gefiltertem Wasser und mit Sencha verwendet. Gereinigt wurde sie nur mit kochendem Wasser und niemals mit Spülmittel.


      Preis (exkl. Versand): 20 Euro.
      4. Japanische Kyusu glasiert mit 360° Sieb
      Ich habe sie ca. 2016 gekauft und sie hat ein Fassungsvermögen von ca. 310 ml. Ich hab sie nur mit gefiltertem Wasser und mit Sencha verwendet. Gereinigt wurde sie nur mit kochendem Wasser und niemals mit Spülmittel.
         
       
      Preis (exkl. Versand): 20 Euro.
      5. Japanisches Matchaset
      Ich verkaufe das auf den Bildern gezeigte Matchaset bestehend aus Teelöffel (Chashaku), Teebesen (Chasen) und der Matchaschale. Das Set ist auch aus ca. 2015 (nicht 100% sicher, war ein Geschenk damals) und war keines der billigen Ebaysets die man heute bekommt. Es wurde nur Matcha damit zubereitet und daraus getrunken. Ich hab noch eine Dose Matcha, ich kann aber nicht mehr sagen welcher drin ist (wurde mal ein anderer eingefüllt, ich vermute einer der günstigeren von Maiko aus 2016). Den gibts auf Wunsch gratis dazu, ohne Garantie dass er noch gut ist (wurde durchgehend im Kühlschrank gelagert).
       
      Preis (exkl. Versand): 30 Euro.
       
      Es kommen Versandkosten in Höhe von 5 Euro dazu (versichert, DHL Paket).
      Falls wer alle 5 Artikel nimmt, bekommt der den o.g. Versand umsonst, außerdem lege ich dann gratis die Reste meiner trinkbaren Teesammlung dazu:
      - Einen Sencha Kamo von Maiko Tee (Alter unbekannt, ich vermute 2016), ca. 30-50% voll (Wert ca. 5 Euro)
      - Eine 250g Packung Grüner Darjeeling der Teekampagne ca. 60% gefüllt aus 2017 (Wert ca. 10 Euro)
      - Eine 1000g Packung Darjeeling FF  FTGFOP1 der Teekampagne ca. 60%-70% gefüllt aus 2017 (Wert ca. 20-25 Euro)
      Bevor jetzt jemand denkt ich bin bekloppt: Der Aufwand nur ein Paket zu packen zu müssen ist mir das wert. Die Tees stehen hier sonst eh nur noch herum.
       
      Falls jemand tauschen will: Seit 1-2 Jahren heißt meine Leidenschaft Espresso/Kaffee/Rösten, falls ihr da was loswerden wollt kämen wir sicher ins Geschäft
       
      Viele Grüße,
      shavior
    • Von Thomas87
       
      Da gibt es das große Getue um den Geschmack. Aber was heißt schon: Geschmack?
      Es heißt, sich aus einer Vielzahl von Möglichkeiten auf ein subjektives Spezifika zu kaprizieren und sämtliche Alternativen zu negieren.
      Der Gipfel des Geschmacks ist die Liebe.
      Sie glaubt, unter Milliarden von Männern und Frauen - die man gar nicht kennt - diesen/diese eine/einen als höchstes Geschmackserlebnis anjubeln zu müssen und alle Restangebote zur zweiten und dritten Wahl zu degradieren.
      Geschmack, auf welcher Ebene auch immer, ist im Grunde Engstirnigkeit, das berühmte Brett vorm Kopf, das man - in dummdreister Verkehrung - als erstrebenswertes Kulturgut verkauft; auch hierin offen pluralistisch der jeweiligen Geschmackszielgruppe angepasst, denn der Geschmäcker sind viele und der Markt bedient sie alle, ob mit oder ohne Geschmack. Hauptsache, das Ding verkauft sich.
      Wenn man nun den Geschmack, das Schmecken genauer untersucht: Was passiert da?
      Ganz einfach: Das Gehirn erhält einen Sinnesreiz und vergleicht diesen mit den gespeicherten Erinnerungen an frühere Reize. Das Neue, Frische, Unerhörte wird also eingeebnet, etikettiert und mit dem Alten und Toten verglichen; indem man Wahrnehmung versprachlicht, in die Enge von Wörtern treibt, sie auf Kennzahlen reduziert, Datenbanken darüber anlegt; allgemein: sie in den Würgegriff allerlei Kognitionen nimmt: So geht das Lebendige dahin.
      Und kaum hat man diese unglaubliche Verarmung an Wirklichkeit vollzogen, beklagt man sich über die Schalheit des Lebens, seine Triste und Langeweile und stürzt sich sofort in das Hamsterrad der Reizerneuerung und plant beim Genuss des einen bereits den nächsten.
      Dieses unendliche Erwerben, dieses Probieren, Bewerten, Begutachten, Bemeinen und Hinausposaunen, diese unermüdliche Betriebsamkeit des Geistes beklatschen wir wohlwollend, wo wir doch nur Krämer und Händler verwesender Gedanken sind und glauben, einem Lebendigen hinterher zu jagen, welches wir doch selber ständig vor uns her treiben.
      Kein Wunder, dass die Leute verdep(p)ressieren; die sich dazu nicht einmal am eigenen, sondern ernstlich am Geschmack - Welchen Tee trinkst Du gerade? - der anderen orientieren.
      Wenn es also ‚Erleuchtung‘ gibt - und traditionell lädt der Teegenuss dazu ein, in ihm mehr als bloße Hydration und Zellversorgung zu erblicken - wie ‚schmeckt‘ dann diese ‚Erleuchtung‘?
      Seit Jahren, ach was, seit Jahrzehnten trinken wir Tee, feinste Gewächse aus feinsten Schalen in allerfeinster Verfeinerung: Und was ist passiert? Nichts.
      ‚Hier steh‘ ich nun, ich armer Tor, und bin so schlau als wie zuvor!’
      Genau das ist ‚Erleuchtung‘:
      Es geschieht nichts!
      Dies ist das berühmte Nichts, auf das manche ihr Leben lang hinarbeiten, 
      es immer vor Augen haben und doch nie erblicken.
      Dies ist das echte Nicht, das sich der Korruption durch das Sein und Etwas so sehr entzieht,
      dass es nur das ist, was es ist: nichts.
      Es passiert nichts. Rein gar nichts.
      Dies ist das berühmte Zen-Lachen.
      Die Zeit knallt auf sich selbst zurück.
      Da ist nichts! Das ist es!
      Darauf eine Tasse Tee!

      Die Mönche hatten Ito, 
      dessen tiefes Schweigen bei der Tee-Meditation ihren Neid hervorrief, 
      Zucker in den Tee gestreut. 
      Scheel aus den Augenwinkeln starrten sie nun verhohlen
      nach einem Augenzucken, einem Stirnrunzeln, einem Lippenrollen, einem Zungenplopp -
      einer kleinsten Abweichung vom Ritual.
      Aber Ito schien so tief zu meditieren und den Zucker vielleicht gar nicht herauszuschmecken?
      Da erhöhten die Mönche den Zuckeranteil auf drei Löffelgaben.
      Nun musste eine Reaktion kommen!
      Ito aber, noch bevor er seine Schale an die Lippen angesetzt hatte,
      reichte sie in erweiterter Zeremonie ehrerbietig und mit Huldigung an den Meister weiter.
      Die Mönche gerieten in Angst und Schrecken und die Röte stieg ihnen zu Gesicht.
      Nun würde der ehrwürdige Meister Opfer ihres Schabernacks werden.
      Zuerst kostete der Meister nur, dann trank er die ganze Schale aus.
      Dann sagte er: ‚Lecker.‘
      Am nächsten Tag aber war der Zucker aus der Küche verschwunden.
      Nie wurde über diesen Vorfall gesprochen.
      Itos Schweigen hatte sich über das ganze Kloster gelegt.
      So stark war es.
    • Von Paul
      Für die diesjährige Urlaubsplanung zwei Tipps?
      Mit Olivier Schneider für ca. 2000 € eine Woche Gong Fu Cha lernen?
      http://www.puerh.fr/evenement/stage_retraite_pratique_the_gong_fu_cha_thailande_2018.htm
      Oder erheblich schicker mit Lady Carnarvon auf "Downton Abbey".
      https://www.ladycarnarvon.com/dine-and-dream/
      Mein Fazit: Ich tät zu keinem wollen - weil: ich hab dafür nix anzuziehn
    • Von Thomas87

      Viel Mühe nimmt der Connaisseur auf sich - feinstes Geschirr, allerfrischesten Direktimport aus dem Teegarten, umfassende Schulung sämtlicher Gaumenknospen - um sich den unverfälschten und wahren Genuss zuzuführen, den nur ein optimal zubereitetes Produkt zur Geschmacksentfaltung, ach was, -explosion bringen kann, um ja jede Gehirnzelle zu betören: Ja, das ist es! Jetzt hab’ ich’s!
      Nun gibt es ein technisches Problem. Das ist die Wassertemperatur.
      Tee - zumal schwarzer - verlangt kochend heißes Wasser zur Lösung aller Inhaltsstoffe. Der Kenner gießt zwar nicht sprudelnd kochendes Wasser drüber, sondern wartet und lässt ein paar Grad abfallen, aber auch dann hat der Tee immer noch reichlich 40 Grad Übertemperatur: Er ist nicht trinkbar, will man sich nicht die Zunge verbrühen. 
      Also wartet der Teekenner ab. In dieser Wartezeit aber beginnt bereits der Alterungsprozess des Getränks. Man kann das an der Verfärbung von gelb zu gold zu braun direkt beobachten und selbst bei grobem Geschmacksempfinden herausschmecken: Der Tee verbittert. Das Optimum ist verpasst.
      Die Findigen behelfen sich mit Milch und gießen kalte zu. Dann hat man ein Milchmischgetränk, aber keinen Tee mehr: Perdü der reine Genuss.
      Andere nun kippen Kanne zu Kanne schnell hin und her und sind so mit Zwischentemperaturmessungen beschäftigt, dass die Konversation bei Tische leidet und die Gäste sich eher im Labor vermuten, als beim Teekränzchen.
      Wieder andere bereiten einen Teesud und ergänzen diesen - nach langen Messreihen - mit der richtigen Menge Kaltwasser, das sie tassengerecht portioniert haben, um ja den optimalen Trinkpunkt des Maximalaromas, der bei etwa 69 Grad liegt, also im Wägpunkt zwischen Frische und Bitterung, nicht zu verpassen. 
      Dies sind die Ingenieure der Teezeremonie, mithin die MINT-Leute, die nach aufwendiger Kurvendiskussion und präziser Grenzwertberechnung sämtliche Parameter in einen Annäherungspunkt kulminiert haben und letztlich doch am inhärenten Kompromiss zwischen Alltag und Wissenschaft scheitern. Wer schon tut sich solche Prozeduren an?
      Kurzum: Die Suche nach dem Geschmacksoptimum, nach dem reinen Genuss artet aus in aufwändige technische Szenarien oder in kulinarische Unzulänglichkeit und wie in jedem magischen Viereck ist das eine nicht zu haben, ohne auf das andere verzichten zu müssen: 
      Wer Tee richtig und optimal genießen will, handelt sich eine Menge Stress ein und konterkariert damit jeden Genuss.
      Dabei haben wir - Ähh - über Kalkanteile im Brühwasser und deren geschmacksbeeinträchtigende Wirkung noch gar nicht gesprochen. Über Wasser generell. Über Blattentfaltungsräume. Kannen- und Tassenformen und deren Einfluss auf die Degustation. Über Mondphasen, Raumfeuchte und jahreszeitliche Bedingungsgefüge. Über Kindheitsprägungen und die Genderproblematik beim Teetrinken.
      Die Experten haben - im Gegensatz zum Laien - die Lehre vom Optimum längst aufgegeben. Sie beurteilen ein Lebensmittel, Wein, Olivenöl, Butter, nicht nach Optimalgenuss, sondern nach Typgerechtigkeit. Schmeckt das Ding so, wie es schmecken sollte? Damit aber sind wir in der Mode, sprich der Relativität und nicht in der Spiritualität, also dort, wo ein jeder Kenner hin gelangen will, nämlich in die Istigkeit.
      Was also spricht der Weise? Wie schält er sich aus dem Dilemma? Wie kann er noch unbefangen Tee trinken, ohne zu verzweifeln? 
      Nun, Bodhidharma ging es nur um die Wirkung. Hierfür genügt auch eine Dose Red Bull. Klappt kalt wie warm: Die Gans ist raus!
      ps
      Dieser Beitrag bezieht sich auf diesen Koan:
      Chokoglu brachte dem Meister eine Schale Tee. ‚Zu heiß‘, sprach der Meister.
      Chokoglu brachte eine neue Schale. ‚Zu bitter‘, sagte der Meister. 
      Nun kam Chokoglu mit einer dritten Schale an. ‚Zu dünn. Dieser Tee schmeckt nach gar nichts‘, entgegnete der Meister.
      Viele Jahre lang brachte Chokoglu nun dem Meister Tee, aber niemals nahm der Meister eine Schale von ihm an. Immer hatte er etwas einzuwenden. Niemals fand eine Schale sein Genügen.
      Da hörte Chokoglu damit auf, dem Meister Tee zu bringen.
      Sofort rief der Meister: ‚Wo bleibt mein Tee?‘
       
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