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Passend zur spätestens seit dem zurückliegenden Wochenende eröffneten Terrassen- und Balkonsaison und natürlich auch in Anlehnung an den Diskussionsbeitrag zu Luxus Schokolade möchte ich hiermit ein Thema zu Mosel Rieslingen - einer weitern Leidenschaft von mir - eröffnen.

Falls ihr euch jetzt fragt, warum denn ausgerechnet Mosel Rieslinge? Ich liebe einfach dieses Mineralische wie es typisch ist für die Schiefer Steilhänge an der Mosel. Da sehe ich übrigens auch Parallelen zu Yanchas und einigen Dan Congs aus guten Lagen - also vielleicht somit auch nicht ganz uninteressant für die Nicht-Weintrinker unter euch.

 

 

Also fangen wir mal an mit:

 

 

2006 Zeltinger Schlossberg Riesling Auslese ** feinherb (Markus Molitor)

 

 

Diesen Wein habe ich bei einem Kurzurlaub letzten Sommer direkt ab Hof vom Erzeuger gekauft. Das Weingut Molitor gehört inzwischen zu den größten Produzenten an der Mittelmosel und ist in den letzten Jahren bei international Weinkritikern hochgelobt worden. Bei Kauf ab Hof gibt es neben den "Standard"-Weinen immer wieder die Möglichkeit, wie in diesem Fall, ausgewählte, gealterte Weine zu kaufen. Wenn ich mir das letzten Sommer korrekt notiert hatte wurde dieser Wein erst 2015 und nur ab Hof angeboten.

 

 

Im Glas kommt der Wein dicht und goldgelb rüber. Duft nach reifem Weinbergpfirsich, würzig und eben mineralisch. Im Mund wirklich ein Genuss, Minze, Pfirsich, Steinobst. Sehr dicht, fast schon likörartig konzentriert mit tollem kräftigen Körper durch das mineralische. Extrem komplex, tiefgründig und harmonisch, mit extrem lang anhaltendem Nachgeschmack. Definitiv mehr als ein gewöhnlicher Terrassenwein! Außerdem muss er gut gefühlt werden, damit er seine volle Bandbreite zeigen kann. 

 

Eine weitere Flasche habe ich noch im Keller liegen, ich wünschte ich hätte mehr davon gekauft

 

 

 

 

image.jpg

bearbeitet von KlausO

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vor 7 Stunden schrieb RobertC:

Schiefer Steilhänge an der Mosel.

55529014.jpg

das war bei meinen eltern über einige jahre der standardwein. ich kann leider kein tasting mehr dazu bieten, aber eine interessante beschreibung: schmeckte wie limo, knallte wie starkbier. ;)

damals war süsser wein halt üblich in deutschland, und der hatte oft "nur" 7,5% alkohol. konnte man mit 15 oder 16 prima auf partys trinken, aber der war halt doch stärker als man glaubte.

mittlerweile gibt es glücklicherweise auch wieder viele trockene rieslings von der mosel.

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Lieber @RobertC, vielleicht müsste man sich ernsthafte Gedanken machen, ob das Thema nicht besser in ein generelles Riesling Thema umbenannt werden sollte. :P 

Denn Molitor, Haart, Prüm & Co. in Ehren, aber gegen das eine oder andere Tröpfchen vom Rhein (ich denke da insb. an Rheinhessen), müssen die werten Damen und Herren von der Mosel ihr Bestes geben, damit ihr Schein nicht verblasst.

klaus-keller-g-max-riesling-984448-s134.

Bildkommentar: Ach, schön wärs mal.

Das von dir iniziierte Thema weist mich auf jeden Fall darauf hin, dass ich viel zu wenig Riesling im Keller habe, nämlich gar keinen.

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Ich will ja durch eine Empfehlung keinen zum Alkoholiker machen ... also wer bereits jetzt schon gerne einen über den Durst trinkt in eigenem Interesse besser wegschauen:

rps20160612_204536.jpg

Das Zeug ist schlicht "off the hook".

Riesling Jahrgang 2015: Fast ein Jahrhundertjahrgang. Ihr könnt es euch vorstellen, ich habe natürlich zwei, drei gute Flaschen gebunkert resp. subskribiert.

 

@KlausO oder @theroots: Bitte bei Gelegenheit Thema umbenennen in "Riesling Tasting", danke!

bearbeitet von GoldenTurtle

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Ich muss auf diesen Beitrag hier noch einmal detailliert Bezug nehmen:

Am 17.6.2016 um 19:12 schrieb GoldenTurtle:

Nach getaner Arbeit: Tee und Wein, so soll es sein!

rps20160617_170328.jpg

Wie man am Datum ablesen kann: diese Flasche haben wir vor einer Woche geöffnet. Und Diz ist kein Rieslingliebhaber, aber keiner ist perfekt.

Diesem Umstand zum Dank habe ich etwa die Hälfte der Flasche in den Kühlschrank gestellt, ohne Private Preserve Gas, ohne Vakuumpumpe. Nach einer Woche offen ist mir die Flasche heute zum Trinken in den Sinn gekommen - und - ich hatte schon befürchtet, die Flasche ist nach sieben Tagen hinüber, aber der Wein war noch leckerer als zu Beginn. Das ist bei Wein ein Zeichen von echter Qualität, etwa im Härtegrad von Atongs Teekriterien. Ein Grundsatz, den ich persönlich vom Wein über nun doch schon einige Jahre eigenen Lagerns gelernt habe: ein Wein, der sich offen über mehrere Tage gut entwickelt wird geschlossen traumhaft reifen. Und das in dem Fall bei einer 10€ Flasche (!!), gut, es ist auch nicht irgendeine Flasche - sie wird unter Kennern als einer der grössten Weinwerte in dieser Preiskategorie gehandelt. Und dazu aus einem Jahrhundertjahrgang. OMG ... wie werden bloss die quasi GGs aus Top-Lagen und alten Reben von diesem Weinbauern ... bestimmt himmlisch!!! Das mache ich sonst ja eigentlich nicht, aber wie erwähnt musste ich von diesem Ausnahmejahrgang ein paar davon subskribieren.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Bin erneut an einer seit gestern offenstehenden Flasche aus obigem Beitrag; 1881 Seehof (Florian Fauth), Westhofen

Die Tastingbeschreibungen haben in den letzten Beiträgen meinerseits etwas gefehlt, das muss ich mal nachholen:

Starke Feuersteinnoten direkt nach der Flaschenöffnung, aber noch zu jung/frisch, muss vor Genuss mind. 1 oder besser gleich mehrere Tage im Kühlschrank stehen (ohne Gas oder Vakuum, nur Deckel drauf, der Wein ist so gut gemacht, dass er damit locker umgehen kann).

Nach einem Tag offen: Frucht und Säure finden sich. Der Wein wird ungeheuer süffig, aber auf anspruchsvollem, facettenreichem Niveau, besonders im Abgang. Er begeistert durch eine Art Huigan, das viele Minuten lang nachhallt.

Duft: Zitrus, Apfel, Stein

Geschmack: süss-saurer Riesling (einzigartig!) mit obligaten Zitrusnoten, Steinnoten (Kalkfels) - ein fast moussierendes Geschmacksgefühl dadurch

Nachhall: im sehr langen Nachhall Zwetschgenkompott, danach Kumquat, später grüner Apfel und dann wieder Zwetschgenkompott

Noch etwas zur Nachhall-Länge: Einer der heiligen Grale grosser Rieslinge. Dies bei einem quasi noch Gutsriesling ist besonders, aber wie gesagt, der Jahrgang 2015 war es auch - die Träubchen konnten im Herbst wunderbar ausreifen ohne Fäulnisrisiko durch zu viel Niederschlag.

Nachtrag zum Nachhall: Nach etwa 10 Minuten kommen manchmal auch reife, weisse Flachpfirsichnoten auf.

Der Wein ist wirklich herausragend, was den Nachhall anbelangt.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Erstens sind es recht viele, zweitens sind die Korken teils gute 40 Jahre drin und sehen dementsprechend aus. Da sollte was gemacht werden....

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Hört sich gut an.

Allerdings was Leute an solch alten Weissweinen vor sich hinlagern und vor lauter lagern gar nicht mehr auf die Idee kommen, je einen wirklich aufzumachen, hat leider meist mehr ideologischer Sammler- als Gourmetwert.

Ausser es sind süsse bis sehr süsse Varianten, dann sind die Chancen wegen dem Zucker grösser. Ansonsten müssten es wirklich sehr grosse trockene Rieslinge und auch noch aus sehr guten Jahrgängen sein, dass sie wirklich solch ein Lagerpotential haben und es ist doch eher selten der Fall, dass Leute dutzende solcher alter GGs aus top Lagen und auch noch top Jahrgängen so lange lagern. Diese wären schon ziemlich wertvoll.

Wie wärs mal mit einem Foto? Du hast mich schon etwas neugierig gemacht, was du da neben Tee noch so alles reifst!! :yahoo:

bearbeitet von GoldenTurtle

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Ein Schluck davon würde ich schon riskieren! :D

Aber im Ernst: Gut, Kabinett hat schon etwas Süsse, aber ist er wirklich noch richtig gut?!? Ältelt er gar nicht?!? Eigentlich unterstellt man heutzutage nur den etwa 4, 5 grössten Kabinett ein Potential von 30+ Jahren, und das auch eher nur bei wirklich guten Jahrgängen.

Aber er sieht wirklich interessant aus! Ich nehme an, jemand von deinen Vorfahren hat(te) Geschmack. Interessant wäre ein Parallelverkostung durch die Zeit - ich persönlich schätze dessen Zenit einfach auf 20 Jahre ein, ich kann es mir einfach nicht anders vorstellen, ach, das würde mich echt interessieren. Sorry, du merkst, meine alte (gefährliche) Leidenschaft.

PS@topic: Letztes Jahr habe ich mich doch geärgert, dass ich den 15er Jahrgang von der Fels verpasst habe. Kürzlich habe ich dann gnadenlos beim 16er zugeschlagen, als er released wurde. Ich befürchte, unterdessen ist der aber auch schon wieder ausverkauft.

PPS@topic: Bei der Thematik muss ich wohl noch gleich einen preiswerten 15er Gutsriesling aufmachen! :D 

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Der Wein hat seinen Zenit auf jeden Fall etwas überschritten. Man merkt ein paar Fehlnoten, eine leichte Sherrynote im Hintergrund. Froh bin ich schon darüber, dass er nicht korkt, habe ich aber eher bei Rotweinen erfahren als bei den Weißen.

Das sind ein paar Weine die mein alter Herr eingelagert hat und irgendwann muss es getrunken werden. Ich will den Wein aber trotzdem genießen. Auch wenn er nicht an manche Perfektion reicht, es ist ein interessantes Getränk mit vielen Nuancen. Mach Weinkenner würde ihn belächeln. Man kann es aber auch übertreiben:)

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Sage und schreibe 12 Jahre hat der Wein bei mir im Keller gelegen, wie doch die Zeit vergeht...

Er schmeckt als wäre er nicht gealtert. Immer noch spritzig mit viel Frucht. Der Abgang sehr Charaktervoll und Feingliedrig.

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@KlausO Und womit öffnet man den Wein? Deshalb ist es mein EDC.

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bearbeitet von Cel

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    • Von Tessa
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      Nachdem ich ja eine ganze Weile recht ruhig war, habe ich mal eine echt dumme Frage. 
      Und zwar:
      Wie genau mache ich am besten eine Art "Tea-Tasting"?
       
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      Ähm. Ja. Das "Wie?" stellt sich mir deshalb, weil es mir bei zig Sorten irgendwie dumm vorkommt, pro Sorte eine Kanne westlich zuzubereiten - nach der dritten Kanne müssen eh alle aufs Klo und schlafen kann an dem Wochenende dann auch keiner mehr. Allgemein beschränkt sich mein Sortiment an Tee-Equipment nur auf zwei Kannen (500 ml und 900 ml (oder so ähnlich)) und einige Schalen, Becher und Tassen. Leider habe ich mich noch nicht getraut mir so schicke Sachen (Kyusus usw.) wie von vielen hier verwendet zuzulegen.
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      Ich komme mir wirklich dumm vor, sowas zu fragen, aber ich habe nicht wirklich Lust aus Unwissenheit große Mengen an Tee zu verschwenden.
       
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      Lieben Gruß,
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      Hallo zusammen,
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    • Gast Gast195
      Von Gast Gast195
      Hallo,
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      Input gibt es hier:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Quevri
      http://www.falstaff.at/nd/amphorenwein-guter-ton-gefragt-1
      Ich bin auf der Suche nach einem trockenen Rotwein, möglichst bio und vegan und eben in der Amphore vergoren bzw. gereift.
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      Nach meiner ersten Recherche bin ich bei diesem gelandet, wobei ich noch genau eruieren muss wie lange der Wein in der Amphore gereift ist.
      http://www.probiowein.de/Inanna-Tinto-DO-Rotwein-Irjimpa-Biowein
      greetz
      Mocha
       
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      Die dieswöchige Frage, ob Kaffee Tee sei, kann endlich abschließend beantwortet werden:
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      http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/47/tee-zutat-kueche-trend-jens-de-gruyter

    • Von TeeVomKap
      hallo Zusammen!


      anbei ein kleiner TV-Bericht (2,5 Minuten kurz) der darüber berichtet das in Südafrika mit Rooibos bei der Weinherstellung erste gute Erfahrungen gemacht werden. Somit kann auf Sulfate verzichtet werden. Aber schaut's Euch selber an:


      http://www.doppio-tv.de/de/taste-de/movie/188-rooibos-wein-aus-suedafrika


      Ich wusste ja schon immer das Rooibos ein feines und gutes "Stöffche" ist  
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