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Die Blätter - Grüntee wird halt häufig in einem ziemlich unreifen Stadium gepflückt, was beschissenerweise ökologisch betrachtet schädlich ist. Leider werden auch viele neumodische Oolongs früher gepflückt, um etwas mehr Grünteetouch (florale Noten) im Tee zu haben.

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Oh wow. Womöglich wäre das ein Thema für einen neuen Faden? Ich hab nämlich noch nie in Bezug auf Blätter den Reifebegriff gelesen. Womöglich willst du das ja mal darlegen?

Ich mein, ja, es gibt zwei Gründe warum die Japan-Blätter so viel kleiner sind: Der Kultivar in kälterem Klima bildet kleinere Pflanzen und Blätter, und für Sencha werden die jüngsten Triebe geerntet. Oolongblätter sind da wesentlich älter. Aber Reife impliziert ja dass diese Blätter eigentlich noch nicht bereit sind, konsumiert zu werden.

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Ach das ist hauptsächlich Atong Knowledge vom Seminar im Sommer, wahrscheinlich hat das doch schon längst einer von den deutschen Teehäusern in ihren Blogs breitgetreten publiziert. :D

Falls nicht in Kurzform: Unreifer Cut reduziert die Lebensdauer von Teepflanzen dramatisch. Ökologisch problematisch ist das unter anderem, weil dann viel früher ersetzt werden muss (-> Erosion).

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Oh, ich weiss doch auch nicht alles! Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es von der ökologischen Problematik her nicht ums einzelne Blatt - siehst du bei einem gerollten Oolong, da sind schon einige Blattreihen rausgekommen - ich impliziere ökologisch problematisch ist, wenn die allerersten 1, 2 Blattreihen gerade erst gesprossen sind und diese (oder davon) bereits gepflückt werden (wird), das schade angeblich der Pflanze. Auf der anderen Seite gibt es natürlich die geschmackliche Komponente, wenn ich diese richtig verstanden habe, geht das Ernten der reiferen Blätter eher in fruchtige Aromen, das Ernten der unreiferen Blätter eher in florale Aromen, brutal zusammengefasst.

Wenn es jemand besser weiss oder es besser verstanden hat, bitte mich korrigieren.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Das würde natürlich niemand für möglich halten *g*

In jedem Fall finde ich die Frage sehr interessant. Ich tu mir zwar mit dem Begriff der Reife schwer, weil ich da an Obst denke, das die meiste Zeit ungenießbar ist, um dann eine Entwicklung zu durchlaufen und einen optimalen Zustand zu erreichen. Von so einer Idee muss man sich vielleicht etwas lösen und eher an Paprikas o.ä. denken, die auch in grünem Zustand ihre eigenen Vorzüge haben.

Ich hab aber schon öfter festgestellt dass ich meistens Tee aus nicht gar zu jungen Blättern bevorzuge. Zwar sind diese Tees die zartesten, teuersten und edelsten, aber mir schlagen sie eher auf den Magen als die anderen. Ich trinke lieber Bai Mu Dan als Yin Zhen, und auch die Knospen-Pus sind mal eine tolle Abwechslung, aber eine gesunde Mischung ist, naja, gesünder :P

Und auch das Extrem, nämlich Puerh nur aus alten Blättern hat seine Vorzüge (Huang Pian). Dazu kommen gute Oolongs, die ja aus großen Blättern gemacht werden, und auch Gongfu-taugliche Schwarztees sind ja meistens aus etwas kräftigerem Material. Das widerspricht womöglich dem Jugendwahn unserer Gesellschaft, der auch den Tee infizieren kann, aber als du gestern von Reife geschrieben hast ist mir das alles so eingefallen.

Wäre deswegen sehr interessant, darüber etwas Material zusammenzutragen.

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Das Thema war schon letztes Jahr aktuell und ich habe keine genaueren Informationen erhalten können, weil die entsprechenden Quellen nicht sprudeln...

Aber geschmacklich gibt es schon deutliche Unterschiede und von der Bekömmlichkeit kann ich mich dem oben geschiebenen ganz anschließen. Wer Ahnung hat erkennt schon am Blatt und am Aroma des Aufgusses, ob der Oolong entsprechend geerntet wurde. Mit Ableitungen für andere Teesorten würde ich mich zurückhalten. 

Die Tendenz zu immer grüneren Oolongs steht dem natürlich entgegen.

Also ist alles für sich betrachtet nicht falsch. Aber Tee nach einer bestimmten Schule zu ernten bedeutet, dass man den Wachstumsschub bis zum Ende abwartet und dann aberntet. Wenn das Wetter aber nicht zum Tag passt und die Pflücker bestellt sind, wird auch früher geerntet.wenn der Händler oder Kunde keine Ahnung hat, lässt er sich auf einen Tee ein, der scheinbar schön grün ist aber eben nicht dem klassischen Verständiss entspricht und bezahlt dafür vieleicht sogar noch mehr Geld. Warum soll der Bauer dann darauf verzichten?

Also den feuchten Blättern nach dem Gießen sieht man schon an, wann und wie sie geerntet wurden. Und sonst hilft immer der harte Aufguss mit abkühlen lassen...

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    • Von Adriana
      Hallo 
      Könnt Ihr mir bitte schreiben,wie man einen Tee nennt,der solch gedrehte Blätter hat....und gibt es den nur bei Oolongs oder auch bei anderen Teearten ??
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    • Von Joaquin
      Der Gedanke kam mir erst kürzlich, als mir diese Verknüpfung durch den Kopf ging. Teetrinker die hohen Wert auf ihren Tee-Genuss legen ist eine Tatsache ebenso wichtig, wie Zigarrenrauchern. Bei de mögen keine geheckseltes und geschreddertes Blattwerk sondern ganze Blätter.


      Eine gute Zigarre zeichnet sich vor allem auch dadurch aus, dass sie aus ganzen Tabakblättern gerollt wird. Im inneren sind es die Aroma-Blätter und außer wird das schöne Deckblatt benutzt. Zigaretten mit ihren klein zerruppten Blattwerk, ist für einen echten Zigarrenraucher, höchstens mal eine Notlösung, ebenso wie der Teebeutel für den echten Teetrinker.


      Gut, hier handelt es sich um Produkte, welche aus solchen Blättern ihr Aroma beziehen. Sie haben aber zum Teil noch etwas gemeinsam, bei Tee werden die Blätter je nach Teesorte, auch getrocknet, bzw. durchlaufen einen Prozess der Fermentation/Oxidation, bis sie einen Zustand erreichen, bei dem sie dann ihren Geschmack zur Geltung bringen können. Auch dies ist ein gleicher bzw. ähnlicher Prozess, wie bei den Tabakblättern. Im letztendlichen Verbrauch natürlich, gehen beide Produkte unterschiedliche Wege, auch wenn sie oral konsumiert und sensorisch über Zunge und Nase wahrgenommen werden


      Aber diesen Verarbeitungsprozess kennt man aber auch von anderen Lebensmitteln. Kaffee wird geröstet und wenn es denn ein guter sein soll, dann benutzt man auch die ganzen Bohnen und erst kurz vor dem Gebrauch, wird dieser gemahlen. Bestimmte Fleischprodukte werden getrocknet oder geräuchert, bis sie ein gewisses und gewünschtes Aroma entwickeln.


      Gut, dass könnte man nun ewig weiterspinnen, aber genau diese Gedanken über die Qualität von Lebensmitteln/Genussmitteln, deren Verarbeitung und Reifungsprozesse ging mir so durch den Kopf und man erkennt oft doch deutliche Parallelen.

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