1. Ann

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    • Von Quorton
      Nach eingen Wochen und mindestens 100g Tee, fühle ich mich bereit ein bisschen über diese Yanchas aus Hong Kong zu berichten. Wie manche es vielleicht schon gemerkt haben, schreibe ich oft mit Jay, den Teeverkäufer aus Hong Kong (TealifeHK) und auch mit anderen Usern auf einen Tee-Server auf Discord. Irgendwann lies ich mich durch die Beschreibungen überzeugen und bestellte vier Oolongs. Jay verkauft auch viele Pu'Erhs aber da ich keinen trinke, kann ich darüber nichts sagen.
       
      Zurück aber zum Thema. Hong Kong Oolong sollen üblicherweise ein ganz anderer Stil von Tee darstellen in dem sie deutlich höher geröstet werden als es jetzt üblich ist. Diese Röstungen sowie höhere Oxidation werden immer weniger populär was man gut mit den Extremfall Tie Guan Yin sieht. 
       
      Ich persönlich trinke aufmerksam Tee seit jetzt 2 Jahren und seit ungefähr einen Jahr bin ich fast ausschließlich auf Yanchas fokussiert. Ich mag auch andere Tees aber da fühle ich mich am wohlsten. 
      Dieser Post ist ein Sammelsorium an Eindrücken und Bildern aber keine Qualitätsbeurteilung oder irgendeine Kaufempfehlung. Der Grund: ich traue mir es nicht zu nach nur 1-2 Jahren. 
      Zu meiner Yancha Erfahrung: ich habe fast das ganze Sortiment von Cha Dao in der Tasse gehabt (es lebe die Cha Dao Teeauswahl) inklusive einen hoch gerösteten Yancha der aber nicht im Online-Angebot war. Zusätzlich habe ich relativ viele Tees von "Die Kunst des Tees" probiert. Neben den zwei hier bekannten Verkäufern, bestellte ich Yanchas auch bei Mei Leaf und What-Cha. 
      Ach, ja, die Tees. Paar Details zu Vorbereitung:
       
      1) Alles wurde in einen 70ml Jianshui vorbereitet. 
      2) Ich fülle das Kännchen meistens bis zu einen drittel mit Teeblättern. Die Ausnahme ist der TGY, da war es vielleicht 1/4.
      3) Kochendes Wasser. Immer.
      4) Ziehzeiten nach Gefühl. Ich tendiere eher zu längeren als es üblich ist laut Internet-Gongfu-Meistern.
      5) Aufgusszahl variiert zwischen 5 und 6 für jeden Tee. Vielleicht 7 für den TGY weil gerollt.
       
      Aged Da Hong Pao (2005-2006)
      Hier haben wir einen gealterten und hoch gerösteten Da Hong Pao. Unter Da Hong Pao versteht man alles und nichts. Ich persönlich bin der Meinung, dass DHP hat eine gewisse Note die immer präsent ist und auch sehr schwer zu beschreiben ist.
       
      Der Geruch ist hauptsächlich röstig aber was erwartet man beim trockenen Blatt.
       
      Die Farbe ist sehr Rot und ohne starken Licht wie hier, geht sogar ins wirklich dunklere. Ich hatte manchmal übertrieben Aufgüsse die eher richtig Shou Pu'Erh gingen.
      Und wenn man von Shou Pu'Erh spricht, das erste was mir hier Aufgefallen ist, ist diese sehr sanfte, kremige Konsistenz und Gefühl wie bei einen Shou. Ich habe ein paar Shou probiert und mochte diesen Aspekt, was mich erschreckte war das Aroma. 
      Dieser DHP hat das charakteristische Aroma eines DHP aber es ist nicht sehr aufdringlich. Insgesamt aber sehr beeindruckendes Gefühl im Mund und ein sehr angenehmer Kaffee-artiger Nachgeschmack. Im Vergleich zu anderen DHP, ist der eher wenig explosiv. Dafür ist er sehr dickflüssig und kremig. Der Nachgeschmack ist auch eine angenehme dunkle Spiegelung des Tees in der Tasse. Auch Elemente von süßen Gewürzen sind präsent.
      Das Hong Kong Pendant zu Milchkaffee mit Schuss? Auch das leichte kratzige des Schnapses ist da.
       
       
       
      Classic HK Shuixian (grade 1)
      Das jetzt das mittlere Spektrum was Röstung angeht. Und das merkt man deutlich. Diese typische Röstaromen sind hier eben fehlend. Die Röstung soll nur den Teegeschmack selbst verändern und nichts dazugeben. 

      Man sieht es schon am Blatt selbst. Aber wie verhält es sich mit den Aufgüssen?
       

      Hier ist es deutlich heller. Und die Fruchtigkeit die aus der Tasse kommt ist etwas was ich noch nie in keinen Yancha hatte. Es gibt einen leichten süßlichen Karamel Aroma aber die Fructigkeit dominiert. Man hat zwei Aspekte: süße Fruchtigkeit und eher saure Fruchtigkeit. Das ganze bezeichne ich wie eine Mischung aus Erdbeeren und Grapefruit. Ich muss sagen, ich war nicht sehr begesitert davon am Anfang (hey, ich bestellte Röstaromen nicht das Ding da), aber mit der Zeit und mit der Ruhe ist es glaube ich sogar mein Favorit geworden (vielleicht). Die Ausgewogenheit ist der Schlüssel zum Erfolg hier. Zusätzlich ist die Fruchtigkeit wirklich ungewöhnlich und interessant. Der Tee wirkt eher an den Seiten der Zunge und auf den oberen mittleren Bereich. Würzigkeit ist nur in den Aromen.

       
      Three Stamp Shui XIan
      Jetzt fängst es an.
       
      Der Darth Vader der Tees. Die höchste Röstung des Ladens und vermutlich die höchste die noch sinnvoll ist. Vor allem ist die Röstung auch relativ frisch (2017). Das Blatt ist absolut dunkel. Riecht nach Röstung. 
       

      Entsprechend tief rot ist der Aufguss. Dieser Tee hat die meiste Variation zwischen den Aufgüssen. Erster Aufguss wird von der Röstung dominiert mit Elementen der Würzigkeit. Allerdings finde ich eigentlich diesen Aufguss angenehm um auch die Röstung mal zu fühlen. Ich mag das. Der zweite Aufguss hat immer noch diese Röstung aber die Würzigkeit dominiert. So schmeckt für mich üblicherweise ein Shuixian. Es ist leicht säuerlich aber dieser Tanz auf der Zunge mit den Zimt und einen hauch Schokolade ist das Hauptelement. Weiter Aufgüsse gehen komplett in die Karamell Richtung. Kennt ihr die Riesen, diese Karamell Bonbons mit dunkler Schokolade übergossen? So ist das. Der Tee der am nächsten den steht ist der Bei Dou DHP von Cha Dao. Je mehr Karamell man hat desto weniger ist die Röstung spürbar. Auch die Würzigkeit nimmt ab. Insgesamt meine vollkommene Komfortzone.
       
      Eine Person bezeichnete den Geschmack als ein bisschen wie "Cola" was ja das gleiche wie ein hauch verkohltes karamell ist. Er merkte auch Kirsche wo ich leider nicht mithalten kann. Aber so sind die Geschmäcker: feiner und weniger fein (ich).

       
      High Fire Tie Guan Yin
       
      Jetzt kommen wir zum letzten Tee. Es handelt sich um einen TGY der von der gleichen Familie von Röstern wie der Three Stamp stammt. 

      Sieht wie normaler TGY nur in schwarz. 

      Die Farbe ist ein bisschen heller als die anderen Hochröstungen aber dunkler als der classic Shui Xian. Dieser Tee ist, wenn ich wirklich sagen müsste, der wo ich mir ziemlich sicher bin, dass 1) es ist wirklich gutes Blattgut, 2) die Röstung ist nicht da um alles zu zerstören.
      Es ist ein wunderbarer Tie Guan Yin im Mund deren charakteristische Grapefruit-artige Noten sehr präsent sind. Es hat den Nachgeschmack, den Geschmack, den Effekt auf der Seiten der Zunge und im Gaumen. Zusätzlich aber, hat der Tee diese Karamell, Kakao und Kaffee Aromen (nur in der Nase, im Gegenteil zu Three Stamp und DHP) die als Begleitung präsent sind. Sehr elegant. Nicht so komplex wie manches von Atong Chen, aber wirklich eine tolle Sache. Es ist aber kein Effekt wie oft bei TGY, wo man das Gefühl hat einen Blumenstrauß ins Gesicht bekommen zu haben.

       
       
      Ein paar Schlussgedanken
      1) Wir haben sehr viel über den Tees mit anderen Leuten auf Discord aber auch mit Laien, die die Tees an meiner Geburtstagsfeier probiert haben, diskutiert. Was auffällt ist, dass es Leute gibt die nur Röstung merken. Sie sind frustriert nach den Trinken. Es gab große Versprechen aber für sie, könnte es auch eine Aschensuppe sein. Andere sind sofort begeistert und können eine halbe Stunde ihre Eindrücke teilen (Insbesondere die Unterschiede zwischen den Three Stamp Aufgüssen fällte Leuten auf). 
      2) Diese Tees sind eher wenig für die Aromen gemacht. Die sind da, aber das Spannende passiert im Mund und im Nachgeschmack. Die Aromen sind eher die nette Begleitveranstaltung als der Main Stage.
      3) Es ist einer andere Welt als sehr viele der Yanchas die ich getrunken habe. Komplett andere "Persönlichkeiten". Sogar der Cha Dao hoch gerösteter Yancha war sehr anders da die Röstung da war um die Fruchtigkeit bis zum einen fast absurd intensiven Punkt zu bringen. Komplett andere Ziele als hier.
      4) Diese Tees hängen sehr von persönlichen Geschmack ab. Ich liebe schwarze 90% Schokolade, habe nie in Getränk in meinen Leben absichtlich gesüßt und Bitterkeit/rauchige Aromen haben mich nie abgeschreckt. Diese Tees entsprechen meinen Vorlieben sehr. 
       
       
      Am Ende sind diese Tees sehr charaktervoll, schamlos und bieten eine sehr interessante Erfahrung. Im Zeiten wo das florale siegt, ist der Feuer für mich sehr willkommen. Auch weil insgesamt scheint die Kunst der Röstung eher an Popularität zu verlieren. Diese Tees scheinen weit Weg von den Wuyi bergen zu sein und eine andere Logik zu verfolgen.
       
       
    • Von Roberts Teehaus
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      Viele Grüße und ein schönes Wochenende
      Robert
    • Von Quorton
      Ich bin mir nicht sicher wo ich diesen Post veröffentlichen soll also habe ich den jetzt hier gemacht. Am 04/08 und 05/08 gab es die internationale Keramiktage in Oldenburg. Da ich dort wohne, bin ich losgezogen um nach Künstlern zu suchen die für einen Teetrinker interessant sein könnten. Hier sind Bilder die ich gemacht habe. Am Ende gibt es Namen und Kontaktdaten der Künstler. Ich mache insgesamt schlechte Fotos aber ich hoffe die geben zumindest einen Eindruck von was es da gab. Ich habe die üblichen Riesenkannen für westliches Teetrinken übersprungen. Ich finde es gab eigentlich mehr Skurrilitäten als wirklich Teeware die ich kaufen möchte, aber eine Schale habe ich mir doch besorgt.
       
      Na dann, los geht’s.
       

      Rachel Woods aus England macht hübsches Zeug. Nur diese Sake Becher sind aber eigentlich für Tee geeignet. 
       

      Jeremy Nichols aus England macht wirklich verrückte Designs. Man mag das oder nicht, es ist ein Hingucker. Die Kannen hier haben eine Füllmenge von 200ml. Sehr gutes Gleichgewicht und sehr stabil trotz der Erscheinung. Ich glaube auch es gibt ja so einen Loch am Deckel wie beim chinesischen Tonkannen um die Flüssigkeit zu stoppen.
       

      Chikako Inaba. Mein persönliches Highlight. Es ist Ton mit Glasur und kein Porzellan. Ich habe ein Schälchen gekauft und bin ziemlich froh darüber da ihre Artikel sonst online nirgendwo zu finden sind. Insgesamt scheint alles groß aber es ist sehr trügerisch. Diese 5 Schalen da haben ungefähr 60ml Füllmenge, nicht mehr. 
       

      Hier habe ich keinen Namen aber das kann ich nach bedarf finden. Es ist eher die Skurrilität die mich interessiert. Diese eckigen Schlane scheinen so das komplette Gegenteil von was ich suche. Ich mag Funktionalität und das scheint ja gar nicht funktional, vor allem die mit den breiten Boden. 
       

      Margaret Curtis und ihr Mann scheinen so das teuerste Zeug zu haben. So ganz habe ich nicht verstanden was es so besonderes an den Schalen bei der Herstellung ist, aber sie sind sehr hübsch und mein Foto kann das leider nicht wirklich rüberbringen. 

      Hier ist die Arbeit des Mannes, Eddie Curtis. Beide sind, glaube ich, Schotten. Mein Foto ist heir schlecht, aber schaut euch die Webseite von den da, ich habe nie sowas gesehen. Und es ist natürlich dementsprechend teuer.

      Birke Kästner. Diese Kannen scheinen sehr gut für taiwanische Oolongs zu sein. Sie haben auch einen eingebauten Sieb wie ein übliches Yixing-Kännchen. Insgesamt hält sich gut in der Hand.
       

      Susanne Lukács-Ringel. Die kleinsten kannen die es gab, die unterste geht an die 120 ml ran. Eigentlich gut für Gongfu, auch eine Abkühlkanne ist rechts dabei. Die Kannen sind sehr leicht und haben auch dünnere Wände.
       

      Die lokale Oldenburger Produktion aus den örtlichen Keramik-Atelier. Geschmackssache. Mir gefällt es aber doch nicht genug um meine Schrank damit noch zusätzlich zuzumüllen.
       

      Finn Dam Rasmussen aus Dänemark. Relativ hübsche Schälchen. 
      Und hier die Buisness-Cards, falls jemand die sich notieren will. Es gab hier ein paar Posts über europäische Keramikmacher, ein paar neue dazu sind vielleicht hilfreich. 

      Hier ist mein Einkauf von Chikako Ibaba. Sehr Nett die Frau. Es ist definitiv hübsch aber trügerisch. Erstens, es ist sehr viel kleine als es aussieht. Ich habe es gekauft und dachte da passt ruhig 60-70ml rein. Nichts da, es ist 35ml und kein Tropfen mehr. Das hat mich schockiert. Zweite Sache: trotz des fancy Designs, es ist sehr ergonomisch. Es liegt wunderbar in der Hand und an den Lippen. Seht ihr die kleine asymetrische Stelle am oberen Rand? Das ist perfekt um stabil dort einen Finger zu setzen. Wirklich sehr stabiles Schälchen. Ich freue mich schon sehr darüber. 
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