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Hallo zusammen,

ich bin hier zwar schon länger registriert und habe auch schon mit dem einen oder anderen Kontakt via PN gehabt, an Sammelbestellungen teilgenommen und Sampels getauscht aber so richtig habe ich mich nicht hinter meinem Tee-Hort hervorgetraut 9_9

Das möchte ich zukünftig ändern und versuchen, auch mich auch aktiv an diesem tollen Forum zu beteiligen, daher zunächst eine kleine Vorstellung meinerseits:
Ich bin männlich, 30, lebe und arbeite in der Nähe von Stuttgart in einer Werbeagentur (wobei ich hauptsächlich Webanwendungen und Websites konzipiere, erstelle und betreue).
Zum Tee kam ich eher zufällig: Kaffeetrinker war ich noch nie, sondern hab mich wenn dann ab und an an einen Beuteltee aus dem Supermarkt gehalten – ich kannte nichts anderes. Bis dann vor Jahren die Freundin einer Freundin von einem Bekannten aus China so komische kleine Tee-Würfel mitgebracht bekommen hat. Sie mochte es nicht und meine Bekannte auch nicht, daher ist sind die Tee-Würfel letzten Endes bei mir gelandet ... und haben mich total geflasht ohne zu wissen, was genau das eigentlich ist. Darauf hin habe ich mich informiert, bin zunächst über chinesischen grünen Tee und Oolong zu japanischem grünen Tee gelangt, da mir das Thema Puerh zunächst noch zu undurchsichtig war. Es hat aber nicht lange gedauert, bis ich mich nach etwas Recherche an den ersten Samples versucht habe und ab da war es um mich geschehen. Seit dem bin ich immer weiter in das Thema eingetaucht – insbesondere Puerh – und es haben sich einige verschiedene Tees angesammelt, wobei sich eine Vorliebe für kräftige, junge Shengs herauskristallisiert hat. Mit dem Tee kam auch das Thema Teekeramik (und Zubehör wie Tetsubin), da ich als kunstaffiner Mensch nicht nur an den reinen Performance-Ergebnissen der Teekeramiken sondern auch an den Objekten selbst viel Freude habe. Als mein Tee-Hort irgendwann einen gewissen Umfang erreicht hat, habe ich zunächst versucht mit einer App den Überblick zu halten, aber es hat mir irgendwie etwas gefehlt. Anfang 2016 habe ich mich dann endlich dazu entschlossen, eine Online-Teeliste anzulegen, bei der ich neben rein sachlichen Infos zu den Tees auch eine kurze Beschreibung hinterlegen kann und vor allem auch die Entwicklung der Tees verfolgen kann (und mir als technsiche Spilwiese für ein filebased-CMS dient) – zunächst allerdings ausschließlich für mich selbst und ein paar wenige Freunde. Da sich die Liste allerdings beim Austausch zum Thema Tee – sei es hier mit anderen Forenmitgliedern oder mit Händlern/Herstellern wie Peter von pu-erh.sk oder David von Essence of Tea als hilfreich erwiesen hat, habe ich mich letzte Woche dazu entschlossen, die Liste – mitlerweile gibt es schon ein paar einträgen, man könnte daher inzwischen schon von einem Blog reden, auch wenn die Texte sehr viel knapper sind, als das was man aus "echten" Tee-Blogs so gewohnt ist – für alle freizugeben (d.h. man kann die Website nun auch via Google finden). Vielleicht findet der eine oder andere ja Gefallen daran oder erweißt sich als Nützlich, was mich natürlich sehr freuen würde.

Bei Interesse könnt Ihr gerne mal vorbei schauen: https://puerh.blog/

Das wars fürs erste, vielen Dank fürs Lesen :)

Alexander

bearbeitet von doumer

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Danke an alle :) 

@Getsome freut mich, wenn du dazu noch Anregungen/Feedback hast immer gerne. Ich habe ursprünglich mit 12 Kategorien starten wollen, aber dann wäre das Chart viel zu unübersichtlich geworden, daher die reduzierte Version (und ob sich die Skala nun z.B. auf Bitterkeit oder Adstringenz bezieht ist aus der Notiz ersichtlich). Für mich macht es Sinn, aber das muss ja noch nichts heißen :D

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vor 3 Minuten schrieb Manfred:

Herzlich willkommen auch von mir. Von Deinen Photos bin ich sehr beeindruckt, Du scheinst ein leidenschaftlicher Sammler zu sein.

Danke und ja – zum Glück aber nur bei Tee ;)

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vor 56 Minuten schrieb doumer:

Danke an alle :) 

@Getsome freut mich, wenn du dazu noch Anregungen/Feedback hast immer gerne. Ich habe ursprünglich mit 12 Kategorien starten wollen, aber dann wäre das Chart viel zu unübersichtlich geworden, daher die reduzierte Version (und ob sich die Skala nun z.B. auf Bitterkeit oder Adstringenz bezieht ist aus der Notiz ersichtlich). Für mich macht es Sinn, aber das muss ja noch nichts heißen :D

Ich finde die Darstellung hilfreich um Bewertungen im Text besser einordnen zu können. Wenn im Test eben steht, dass ein Tee sehr süß oder extrem bitter ist, kann man damit sicher was anfangen. Wenn im Chart dann zu sehen ist, dass sehr süß 4 von 5 bedeutet und extrem 5 von 5, dann erkennt man die Skala der Begriffe schneller. 
Der subjektive Geschmack lässt sich leichter erschließen.
Du hast ein paar Tees in deinem Blog die ich auch verkosten konnte. Da fallen mir dadurch direkt Unterschiede und Gemeinsamkeiten in deiner und meiner Empfindung zu dem gleichen Tee auf. 

Das Problem mit Anregungen ist, dass ich diese Darstellung eben nur aus dem wissenschaftlichen Kontext kenne, daher ist eine Übertragung auf ein Hobbyprojekt ggf. gar nicht so nützlich. Ich kann dir das aber gerne mal als PN schicken.
Ich muss mir noch einmal die Beschreibung der Shous ansehen. Bei denen habe ich die größte Schwierigkeit den Geschmack zu beschreiben evtl. hilft mir das Chart ja dabei.

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Vielen Dank für dein ausführliches Feedback – die Charts gibt es auch noch nicht so lange, daher kann ich zum Nutzen tatsächlich noch keine tiefgründigen Erfahrungen teilen. Ich bin halt (wie im Eingangspost angesprochen) ein visueller Mensch und finde es immer spannend, Dinge grafisch darzustellen. Und was mich am meisten interessiert (sich aber erst noch zeigen wird): lassen sich daraus bestimmte Schlüsse ziehen wie z.B. "Tees die eine große Diagrammfläche haben sind immer/meistens gut" oder gibt es sich wiederhohlende Muster bei Tees, die mir gefallen, z.B. eine diagonale Fläche von oben rechts nach unten links für geschmacklich dezente aber energetisch starke Tees wie den 2008er Mr. Feng Selected Trees was man z.B. auch in der Grafik von dem 2016er Gushu Rareness 3 wiederfindet, allerdings ergänzt durch deutliche Ausschläge nach oben und links oben... wir werden sehen ;)

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vor 2 Stunden schrieb doumer:

@GoldenTurtle Haha ja, schon ziemlich eindeutig aber Shit happens 9_9 Ist inzwischen aber zum Glück echt deutlich besser geworden! Und Danke, nimmt inzwischen aber auch einiges an Platz ein:

IMG_20170618_082842.jpg

IMG_20170618_082949.jpg

Haha, Sh**, ein neuer Teejunkiestern ist am Teefirmament erschienen.

Du hast wirklich ein paar nette Tees. Es ist nur schade, dass sehr wenige Leute bei uns im Westen diese zu schätzen verstehen. Ich kenne es nur zu gut, wenn man nichtteekundigen Besuch hat, ist das in teetechnischer Hinsicht ein Trauerspiel mit komödiantischen Einlagen. Sorry, bin etwas abgeschweift.

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vor 4 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Haha, Sh**, ein neuer Teejunkiestern ist am Teefirmament erschienen.

Du hast wirklich ein paar nette Tees. Es ist nur schade, dass sehr wenige Leute bei uns im Westen diese zu schätzen verstehen. Ich kenne es nur zu gut, wenn man nichtteekundigen Besuch hat, ist das in teetechnischer Hinsicht ein Trauerspiel mit komödiantischen Einlagen. Sorry, bin etwas abgeschweift.

Ich fass das mal als Kompliment auf :D

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Mein Satz mit der Nützlichkeit war so gemeint: Ich bin mir sicher, dass die Charts für dich nützlich sind. Bis zu deiner Erklärung war ich nur nicht sicher ob meine bisherigen Erfahrungen mit den Charts für dich nützlich sind. :)

Jetzt wo du deinen Plan genauer erläutert hast, würde ich für den Anfang Folgendes anmerken:

- Du hast mit für dich ja ein Bewertungssystem gefunden das funktioniert. d.h. Die 5er Skala mit halben Punkten passt dir und drück genau aus wie gut der Tee in dieser Kategorie war. Die Kategorien sind für dich klar und selbsterklärend. Sie bilden dein Geschmack und das Verständnis davon ab.

- Da wird die erste interessante Frage welche Tees in die Auswertung kommen. Ein Beispiel: Einen Tee hat eine 5 in Astringenz eine 1 in Lagerung und in allen anderen Kategorien 0. Bewertet hast du ihn mit 1 Stern. Der Andere Tee hat auch Astringenz 5, aber Süße 3, Lagerung 4 und Frucht 2. Den hast du mit 4 Sternen bewertet. Der Flächenanteil der Astringenz ist jeweils gleich, wenn beide Tees in die Bewertung mit eingehen, wobei die Astringenz im ersten Fall negativ ist und im zweiten zum positiven Gesamteindruck zählt. Meine Vermutung ist jetzt, dass du über Zeit natürlich mehr Tees wählen wirst die deinem Geschmack entsprechen und damit eine Art "Grundfläche" etablierst. Dann hat die Fläch weniger Aussagekraft, als die in guten Tees enthaltenen Kategorienkomibationen. Aber spannend bleibt das auf jeden Fall.

- Was die geometrischen Figuren anbelangt fürchte ich, dass da keine sinnvollen Schlüsse herauskommen werden. Das hängt nämlich sehr sehr stark von der Kategorienposition im Kreis ab. Wie du bereits gesagt hast ist das Chart eine Visualisierung. Die gezogenen Aussagen dürfen sich nicht unterscheiden wenn man sie a) aus einem Chart zieht oder b) aus einer Tabelle. 

Ich will übrigens in keinem Fall, dass ich dich damit irgendwie abschrecken. Wie gesagt finde ich das extrem faszinierend. 

 

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vor 12 Minuten schrieb doumer:

Ich fass das mal als Kompliment auf :D

Klar, ich sag jeweils, (in Zukunft,) problematisch wirds erst, wenn das Gesamtteegewicht das Eigene übersteigt. Oder wenn man minderwertigen Tee trinkt. Damit ist nicht zu spassen.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor 5 Minuten schrieb GoldenTurtle:

[...] problematisch wirds erst, wenn das Gesamtteegewicht das Eigene übersteigt.

Dagegen kann man mit erhöhter Kalorienaufnahme ankämpfen. :D

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vor 6 Minuten schrieb Getsome:

Mein Satz mit der Nützlichkeit war so gemeint: Ich bin mir sicher, dass die Charts für dich nützlich sind. Bis zu deiner Erklärung war ich nur nicht sicher ob meine bisherigen Erfahrungen mit den Charts für dich nützlich sind. :)

Jetzt wo du deinen Plan genauer erläutert hast, würde ich für den Anfang Folgendes anmerken:

- Du hast mit für dich ja ein Bewertungssystem gefunden das funktioniert. d.h. Die 5er Skala mit halben Punkten passt dir und drück genau aus wie gut der Tee in dieser Kategorie war. Die Kategorien sind für dich klar und selbsterklärend. Sie bilden dein Geschmack und das Verständnis davon ab.

- Da wird die erste interessante Frage welche Tees in die Auswertung kommen. Ein Beispiel: Einen Tee hat eine 5 in Astringenz eine 1 in Lagerung und in allen anderen Kategorien 0. Bewertet hast du ihn mit 1 Stern. Der Andere Tee hat auch Astringenz 5, aber Süße 3, Lagerung 4 und Frucht 2. Den hast du mit 4 Sternen bewertet. Der Flächenanteil der Astringenz ist jeweils gleich, wenn beide Tees in die Bewertung mit eingehen, wobei die Astringenz im ersten Fall negativ ist und im zweiten zum positiven Gesamteindruck zählt. Meine Vermutung ist jetzt, dass du über Zeit natürlich mehr Tees wählen wirst die deinem Geschmack entsprechen und damit eine Art "Grundfläche" etablierst. Dann hat die Fläch weniger Aussagekraft, als die in guten Tees enthaltenen Kategorienkomibationen. Aber spannend bleibt das auf jeden Fall.

- Was die geometrischen Figuren anbelangt fürchte ich, dass da keine sinnvollen Schlüsse herauskommen werden. Das hängt nämlich sehr sehr stark von der Kategorienposition im Kreis ab. Wie du bereits gesagt hast ist das Chart eine Visualisierung. Die gezogenen Aussagen dürfen sich nicht unterscheiden wenn man sie a) aus einem Chart zieht oder b) aus einer Tabelle. 

Ich will übrigens in keinem Fall, dass ich dich damit irgendwie abschrecken. Wie gesagt finde ich das extrem faszinierend. 

 

Keine Angst, dein Feeback ist überhaupt nicht abschreckend, ich bin dir sehr dankbar dafür!

Ich denke nicht, dass es eine Parallele zwischen der Grundfläche und der Gesamtbewertung gibt. Zumal man auch zwischen einer unangenehmen Bitterkeit wie in einem schlechten Sheng und einer (meiner Meinung nach) angenehmen Bitterkeit wie z.B. bei dem 2016er Kunlu Bitter unterscheiden muss – beides wär ein Ausschlag auf der selben Skala, aber einmal positiv, einmal negativ. 

Vermutlich hast du aber recht, dass man rein aus den Flächen keine sinnvollen Rückschlüsse ziehen kann – wenn man die Tees anschaut, die ich am höchsten bewertet habe tauchen zwar bestimmte Eigenschaften häufiger auf als andere (z.B. Qi, oder weich/rund), was aber nicht heißt, dass die anderen nicht auftauchen. Wahrscheinlich aber auch gut so – ich liebe zwar super bittere Shengs, aber ausschließlich möchte ich das auch nicht trinken. Naja, aber wie du sagst ein faszinierendes Experiment ist es trotzdem :) 

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 Willkommen @doumer

Bei so einer großen Kännchen/Gaiwan-Sammlung frage ich mich ja ob du überhaupt dazu kommst alle regelmäßig zu nutzen?
Haben sich
Lieblinge herauskristallisiert?

vor 8 Minuten schrieb Getsome:

Dagegen kann man mit erhöhter Kalorienaufnahme ankämpfen. :D

Story of my life :D

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      Christian
    • Von Menelaos
      Moin Moin aus dem kleinsten Bundesland und schönen Hansestadt Bremen!
      Ich bin schon einige Zeit hier im Forum unterwegs und lese viel mit, habe einige Kontakte via PN geknüpft und sehr viele Informationen sammeln können. Da ich momentan beruflich (leider) sehr eingespannt bin, wollte ich mit der richtigen Vorstellung noch etwas warten. Ich bin 27 Jahre als, arbeite im Industriebereich (Flurförderzeuge / Intralogistik) und mache derzeit ein berufsbegleitendes Studium mit dem Abschluss zum staatl. gepr. Betriebswirt.
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      Mittlerweile besitze ich auch schon meine erste Yixing-Kanne sehr viel Tee (finde ich zumindest - und die Dame des Hauses findet es sogar unnötig viel - für viele hier ist mein Bestand wahrscheinlich aber eine Lachnummer (im positiven Sinne)). Ich habe mich sehr in Oolongs in seinen vielen Variationen verliebt. Sheng und Shu sind bisher eher seltene Besucher. Das wird sich bestimmt noch ändern, wenn ich daran denke, wie sehr sich mein Geschmacksbewusstsein auf meiner bisherigen Teereise verändert hat. Ein vor einem halben Jahr ungenießbarer Da Hong Pao ist jetzt ein Geschmackserlebnis von Blüten über Mineralien bis hin zu leicht saurer Butter.
      Das soll für den Anfang aber auch reichen. Ich freue mich auf eine informationsreiche und hoffentlich auch austauschreiche Zeit hier im Forum. Ich werde jetzt ab und an mal meinen Senf dazugeben.
      Vielen Dank fürs Lesen und die Möglichkeit, mich hier vorstellen zu können. 
       
      Liebe Grüße,
      Jannik
    • Von Risheehat
      Liebes Teeforum,

      mein Name ist Risheehat und ich bin im vergangenen Jahr mit einem Thread hier eingestiegen, ohne mich vorgestellt zu haben. Bekanntermaßen ziemt es sich nicht, ohne Vorstellung einer Gesprächsrunde beizutreten und Fragen zu stellen; den Fauxpas bitte ich zu entschuldigen. Vielleicht darf ich mich nachträglich vorstellen?

      Im Prinzip habe ich ein ganzes Bündel von Fragen zu diversen Themen, aber ich bin unsicher, ob ich dafür jeweils neue Threads aufmachen soll. Ich lese viel im Teetalk, finde aber nur partielle Antworten auf meine Fragen; deshalb werde ich nun im Rahmen meiner Vorstellung einfach mal Fragen und Gedanken zu Tee formulieren. Als Teenovize bitte ich vorab darum zu verzeihen, dass ich mir mit der Schreibweise mancher Namen und Begriffe nicht sicher bin – um von der semantisch korrekten Verwendung ganz zu schweigen.

      Nun kurz zu meiner Teebiographie: Erst im letzten Jahr meines Studiums begann ich, gelegentlich koffeinhaltige Heißgetränke zu trinken. Zunächst nur hie und da einen kleinen Espresso nach einem guten Essen, alsbald Tee. Ich habe Kaffee nie gemocht und hielt Tee für einen hanseatisch-anglophilen Spleen meiner Mutter (kommt aus HH). Sie trinkt seit jeher Tee, interessiert hat mich das aber nie. Irgendwann fiel mir auf, dass Mutter mal braune, rote oder gelbgrüne Tees in der Tasse hatte. Ich lernte, dass dies trotz der abweichenden Farbe alles Schwarztee ist. Das war eine ganz banale, herrlich naive Tee-Erleuchtung: es handelte sich um 1st- und 2nd-Flushs aus Darjeeling oder Pflückungen aus Assam. Mehrere Jahre süffelte ich mich dann durch diese Tees, bevor ich vor ungefähr zwei Jahren, weiß der Teufel wie und warum, an Pu-Erh-Tee geriet. Ich kaufte einfach im Rückblick unfassbar günstige 100 lose Gramm eines Shous im Teehaus Schnorr (Frankfurt), weil der Tee so schön komposthaft roch. Irgendwann gerat ich an „teepornographisches Bildmaterial“ im Internet und wurde mir bewusst, dass diese Tees mit wenig Wasser mehrmals durchgezockt werden. Goss ich dann zunächst meine Tees in einer Art von „Gaiwan“ aus Kupfer auf und aus (ein mit Gestell versehendes rundes Deckelgefäß mit Seitengriff, dass von einem französischen Antiquitätenmarkt stammt und für die Erhitzung von Butter über einer kleinen Kerze gedacht ist), war ich doch recht bald bei Gongfu. Mittlerweile besitze ich diverse Kannen, Becher, Schalen usw. usf. – man kennt das alles.

      Bislang habe ich im Shou Pu-Erh ein Feld gefunden, dass ich bestimmt auf lange Zeit hin „bearbeiten“ werde. Ich nenne bereits eine kleine Teebibliothek von 5-8 Shous mein Eigen. Was mich dabei aber verwirrt bzw. verunsichert: offenbar scheint jeder Händler Pu-Erhs zu führen, die nur er und niemand sonst hat. Als Beispiel sei der 2012 Bulang Huang Shan Ripe Bing Cha (100g/39,90€) vom Teehaus Schnorr in Frankfurt genannt, der wohl von dem auch hier im Forum hinlänglich bekannten taiwanesischen Teemeister Yu (Schnorr schreibt ‚You‘) stammt (Wer ist das? Hat dieser Mensch ein Unternehmen, eine Website? Wie arbeitet Yu?  Kauft der Herr die Blätter, produziert er daraus Maocha und letztendlich die Bings? Überwacht er nur, delegiert er, macht er das selbst?).

      2012 Bulang Huang Shan ist ein großer Tee für mich als relativen Novizen, aber ich kann nicht überprüfen, wo das Teematerial herkommt, wie und wo verarbeitet, warum nur bei Schnorr erhältlich etc. pp. Ich habe stundenlang gegoogelt, diesen Tee gibt es nicht im Internet. Natürlich könnte ich all das bei Herrn Heinickel nachfragen, aber es besteht eine gewisse Scheu; man will seine Unkenntnis nur ungern offenlegen. Mich interessiert in dem Zusammenhang auch, warum die Blätter von Shengs meistens sehr groß sind, während die von Shous sehr klein sind. Stammen die von unterschiedlichen Pflückungen? Sind das unterschiedliche Pflanzen/Varietäten oder nur differente Wachstumsstadien?

      Wenn man von den Tees der großen Firmen (CNNP, Dayi / TAETEA, 6FTM usw.) absieht, ist es schwer für mich, durch diesen wahnsinnigen Pu-Erh-Dschungel zu kommen, zumal einige Händler die Wrapper ihrer Tees mit derben Attributen wie „Shit, Damn, Motherfucker“ belegen und ich nicht erkennen kann, wo der Tee herkommt, welcher Jahrgang das ist etc. pp. und was der Händler damit bezwecken will. Auch ergibt sich bei mir das Problem, dass ich die Händler nicht einschätzen kann. W2T zum Beispiel empfinde ich als intransparent, mir genügen die dort gegeben Informationen nicht und in Zusammenhang mit den eigenartigen Benennungen der Tees bin ich zu vorsichtig, um dort zu bestellen. Produzieren W2T und andere Händler ihre eigenen Tees? Sind das Eigenmarken, wie man zu sagen pflegt?

      Ein anderes Thema ist die neue Perspektive auf oxidierte Tees indischer und nepalesische Provenienz, die der Genuss fermentierter Tees aus China für mich impliziert. Darjeeling hat meiner Meinung nach ein Problem: abschreckende Adstringenz und bedenkliche Bitterkeit. Jahrelang habe ich diesen Tee im von mir jetzt einmal so genannten „Studentenstil“ getrunken, das heißt wenig Tee, viel Wasser, lange Ziehzeit von bis zu 180 Sekunden. Erst als ich dazu übergegangen bin, auch die oxidierten indischen Tees mit der Mehrfachaufgussmethode zu brühen, bin ich zu akzeptablen Resultaten gekommen, die die Charakteristika der einzelnen Gärten gut zur Geltung bringen. 3g/100ml/~95°C/~30″ haben sich als Parameter erwähnt.

      Zu Nepal: diese Tees, so meine ich, gehören, soweit ich das überblicken kann, zu den unterschätztesten Tees in der Klasse der volloxidierten Tees („Schwarzer Tee“). Für meine Geschmacksempfinden lassen viele nepalesische Tees auch die großen Namen aus Darjeeling spielend hinter sich. Ein Guranse (ein sagenhafter Tee von zungenschmeichlerischem Mundgefühl, rosigen und mandelhaften Aromanoten – wenn mit den oben genannten Parametern getrunken!) oder Jun Chiyabari ist wesentlich besser als all das, was als „Champagner des Tees“ bezeichnet wird. Liegt das möglicherweise daran, dass die nepalesischen Tees als „Ganzblatt-Tee“ in den Handel kommen, während die indischen Tees geschnitten werden? Apropos Champagner: mir scheint zwischen den nepalesischen und indischen Tees ein ähnlicher Zusammenhang wie zwischen französischem Champagner und deutschem Winzersekt zu bestehen.  Deutscher Winzersekt erreicht mühelos die aromatische Komplexität französischer Champagner und lässt diese manches Mal sogar hinter sich – aber zur Kenntnis genommen wird das nur von den wenigsten.

      Tee trinke ich nicht nur des Geschmacks wegen („Genusstrinken“), sondern auch des Koffeins wegen („Wirkungstrinken“). Auch dazu habe ich prinzipiell viele Fragen. Ich habe beispielsweise den Eindruck, das Oolongs wesentlich weniger Tee enthalten als Shengs, Shous oder herkömmliche Schwarztees (Darjeelings). Stimmt mein Eindruck? Ich besitze diverse Oolongs, die ich sowohl stationär als auch über den Versandhandel ohne Vorkenntnis gekauft habe; darunter Aged Dahong Pao, Aged Classic Tie Guan Yin, Orchid Classic Tie Guan Yin – sind das seriöse Tees? Diese Tees trinke ich der schwachen Wirkung wegen nur selten (ich habe eindeutige körperliche Modulationen bspw. der Peristaltik und Herzschlagfrequenz, die mir über den Koffeingehalt eines Getränks zuverlässig Auskunft geben), tränke die Oolongs aber der harmonischen Aromen gerne öfter. Ein weiterer Indikator für meine These des geringeren Koffeingehalts: bis zu 1 Liter Oolong-Tee kann ich pro Session trinken, bei fermentierten oder volloxidierten Tees ist bei 500 oder 600, maximal aber 800 Millilitern Schluss – dann wird mir das zu viel. Grundsätzlich ist das Feld der Oolongs für mich noch gänzlich unübersichtlich und es dauert sicherlich noch eine lange Weile, bis ich mich orientieren kann.

      Ich bedanke mich dafür, bis hierhin gelesen zu haben! Das war ein Bewusstseinsstrom, den ich etwas unbedacht niedergeschrieben habe. Vielleicht wird die ein oder andere Frage beantwortet. Darüber würde ich mich sehr freuen!

      Vielen Dank
      Risheehat

    • Von Saschko
      Hallo liebe TeeTalker,
      ich habe in den letzten Tagen hier und da in diesem Forum mal herum gestöbert. Es hat mir so gut gefallen, dass ich mich heute hier registriert habe. Nun werde ich mich hier langsam einrichten, wie z.B. ein Profil erstellen, Profilbild einstellen usw.. Dazu gehört sich für mich, dass man sich auch vorstellt. Dies möchte ich nun machen und versuche mich kurz zuhalten.
      Ich komme aus Köln und bin 43 Jahre alt, verheiratet und habe einen Hund. Tee getrunken habe ich bisher relativ bewusst, jedoch nicht viel. Seit 22 Jahren bin ich Pfeifenraucher, und zu einer guten Pfeife (Tabak) gehört auch ein geschmacklich gutes Getränk. Ich rauche naturbelassene Tabake. Daher gerne die englische Richtung. Hier gibt es Tabake welche Latakia enthalten. Ein sehr rauchiger Tabak. Dazu passt auch  ein Lapsang Souchong sehr gut und unterstreicht den Pfeifen Genuss. 
      Nun brachte mir ein Freund einen Oolong aus China mit. Der Tee hat mir sehr gut geschmeckt. So bin ich in Köln in einen japanisches Geschäft welche Tee´s und Keramiken führt, und wollte "nur" einen Oolong kaufen. Die Dame zeigte mir noch andere Tee´s welche in bunten, länglichen, dünnen Verpackung eingeschweißt waren. Da ging es dann los mit Sencha, oder vielleicht einen ......usw.. Ich war für den Moment überfordert, wo ich doch "nur" einen Oolong kaufen wollte. Zudem irritierten mich die Preise von 10 € bis irgendwas um die 25 € für solch ein Tütchen. 
      Da  mir die Informationen zu viel wurden sind wir aus dem Laden ohne einen "Oolong" zu kaufen. Mir viel dann noch ein kleiner chinesicher Laden in einer Seitenstrasse ein. Dort habe ich im Schaufenster immer Tee Utensilien gesehen. Hier befand sich in großen Metalldosen auch gleich eine große Auswahl an Tee´s. Ich sagte der Dame das ein Freund mir Oolong aus China mitgebracht hat, und ich wieder solch einen wollte. Sie machte eine der Dosen auf, hielt mir diese unter die Nase und ....."Ahhhh den suche ich.....100 Gramm bitte. Ohh....19.90 € für den Tee. Hmm, stramm für Tee.....nun gut....ich nehme den dennoch......Warum kostet der soviel? Was, den kann ich mehrmals aufgießen? Wie geht das? Habe ich bis jetzt nicht gemacht?". 
      Wir haben uns dann über die Zubereitung unterhalten und sie fragte mich wie ich es bisher gemacht habe. Also....ich nehme eine Teekanne aus Glas, fülle 5 Teelöffel Oolong hinein und übergieße diesen mit 80 Grad heißem Wasser.....Ziehzeit 2 Minuten. Danach fülle ich das Ganze in eine Doppelwandige Trinkflasche und trinke diesen Tee über den Tag. Sie fragte "Schmeckt ihnen der Tee so? Wenn ja ist es für sie gut. Sie können jedoch mal probieren  den Tee in einer kleinen Teekanne aufzugießen und dann in mehreren Aufgüssen zu genießen. Sie werden erstaunt sein wie sich der Geschmack verändert."
      "Aha, dafür sind diese kleinen Teekännchen, welche aussehen als ob sie aus einem Puppenhaus kommen."
      Noch am selben Abend fing ich an zu googeln und kam auf den Blog TeeKeramiken.de. Anfangs habe ich nur quer gelesen und dann den Blog vom ersten Artikel an. Parallel dazu habe ich die Begriffe, Ausdrücke, Namen der Tees und Keramiken gegoogelt. So fing ich an mich für die Keramiken und weitere Tees zu interessieren. 
      Nun bin ich hier und freue mich auf einen neuen und interessanten Weg welchen ich mit dem Thema Tee und Teekeramiken beschreiten werde. Bei manchen Artikeln hier musste ich schmunzeln. Besonders bei Anfängern. Dies kenne ich aus dem Bereich Pfeife. Hier kommen bei Einsteigern ähnliche Fragen wie "Was ist die beste Pfeife, reicht eine billige Pfeife auch? Was ist der beste Tabak? Muss es der Teure sein oder reicht ein billiger? Was teuer/hochpreisig ist muss doch auch das Beste sein.........usw. usw.?
      Ich weiß, dass Geschmäcker unterschiedlich sind und man hier nur Erfahrungen austauschen kann. Der Rest kommt von einem selbst, ergibt sich und es  wird der Weg bringen. Darauf freue mich jetzt und ich freue mich auch hier auf das Forum.
       
      Ein lieber Gruß aus Kölle
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