Gast Gast195

Wo kauft Ihr eure Yixing Teekannen ?

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Gast Gast195

Da wir jetzt schon Sommer haben, wird es langsam Zeit über Weihnachtsgeschenke nach zu denken. :D

Und mein einziger materieller Weihnachtswunsch für dieses Jahr wird eine schöne Yixing Kanne werden, 350-400ml.

Daher meine Frage, wo bestellt Ihr so eure Yixing Kannen ?

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Also ich hab meine liebsten (wenig überraschend :ph34r:) von Essence of Tea und pu-erh.sk, allerdings beide nicht mehr verfügbar (und deutlich kleiner). EoT hat seit einiger Zeit aber auch interessante, etwas ältere Factory 1 Kännchen, evtl. findest du da etwas. Ansonsten sind natürlich in Deutschland auch Cha Dao (in der Größe jedoch eher im teureren Segment) und Chensi (aktuell aber nichts in der Größe) sehr zu empfehlen :) 

Nachtrag: Speziell bei grünem Tee nutze ich allerdings lieber japanische Kyusus, speziell bei chinesischem grünen Tee gefällt mir das Ergebnis mit einer Tanba-yaki Kyusu sehr gut!

bearbeitet von doumer

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@Mocha Alle Händler haben ihre Stärken.
Was Yixing angeht habe ich meine Kannen bei shuitang gekauft.
Nicht unbedingt die allergünstigste Quelle, zumindest nicht auf den ersten Blick.
Aber sobald das Thema Authentizität auf den Tisch kommt, verschieben sich diese Parameter wieder.
Sie hat für Yixing alte, zuverlässige Quellen und teilweise selektioniert auch Atong persönlich Kannen für sie, z.B. @Cel konnte sich so eine schnappen.
Sowas sieht man aber alles nicht im Webshop, da oftmals nur Einzelstücke, man muss stets persönlich nachfragen.
Ich habe es schon erlebt, wie sie mit grossem persönlichen Aufwand besonderen Kundenwünschen nachging.

PS: Und man sollte sich mMn auch gar nicht viele Yixing Kannen kaufen, zwei, drei Gute reichen vollkommen, und durch den regelmässigen Gebrauch reifen sie auch viel schneller, als wenn man 15 Kannen hat und sie so verhältnismässig wenig benutzt. Dazu kommt, dass man idR mehr Freude an einer richtig guten Kanne hat als an 10 Spotbilligen.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Gast Gast195

Also, ich wäre bereit so zwischen 200-250 Euronen auszugeben für eine 350-400ml Kanne, das ist aber das höchste der Gefühle. Normalerweise bin ich bei Teekeramik wesentlich zurückhaltender, aber bei authentischem Yixing gibt es da halt wenig Optionen. Kann ich bei dieser Preisvorstellung bei shuitang schon eine Anfrage stellen, oder wird meine Anfrage in diesem Bereich nur Amüsement auslösen ? @GoldenTurtle

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als Hilfe für dich, egal wo du käufst stelle ich gerne mein "Kannentemplate" hier hin - ist aber nur "beta" wie man so schön sagt und wir dann irgendwann bei mir auf der Seite Einzug finden:

 

1.       Welcher Tee?

a.       Grüne und Pu-erh Tee Kugelsieb Kanne zu empfehlen, je nachdem wie filigran oder Bruch der Tee enthält (fertigungstechnisch aber nur bis ca. 150 ml machbar!)

b.      Oolong Tee braucht üblicherweise keine Kugelsieb Kanne

c.       Allrounder Gaiwan 盖碗

2.       Wie viele Personen üblicherweise?

a.       1 Person besser kleiner als 150 ml

b.      2 Personen besser kleiner als 200 ml

c.       3 Personen oder mehr besser größer als 250 ml

3.       Welches Material? (Bzw. geographische Zuordnung)

a.       Aus Yixing Ton 宜兴

                                                               i.      Zini (braun) oder ähnlich 紫泥

                                                             ii.      Zhuni (rötlich) 朱泥

                                                           iii.      Duanni (gelblich bis grünlich-gräulich) 段泥

                                                           iv.      Andere z.B. Lüni, Hongni etc. 绿泥和红泥等等

b.      Aus Chaozhou Ton 潮州

c.       Aus Nixing Ton

d.      Aus Jianshui Ton 建水

                                                               i.      Geschliffen oder Ungeschliffen

                                                             ii.      Welcher Farbton? Braun, Schwarz, Weiß, „regenbogenartig“

e.       Aus Longquan Celadon 龙泉

                                                               i.      Mit oder ohne Krakelee

                                                             ii.      Welchen Farbton? Grünlich, Bläulich, Milchig weiß

                                                           iii.      blass oder satt

f.        Aus Dehua/Jingdezhen Porzellan 德华和景德镇

g.       Glas 玻璃

h.      Andere Irdene oder glasierte Materialen Taiwan Lubao oder Japan Matchaschale

4.       Welche Form (flache Formen eigen sich besser für Tees die längs aufquellen, z.B. nicht gerollte Oolongs und die meisten Grünen Tees. Kugelige Oolongs oder gepresster Tee wie die meisten Heicha [Pu-erh] besser auch in kugeligen oder hohen Formen)

a.       Klassische Xishi 西施oder flache Pian Xishi 扁西施

b.      Shuiping 水平

c.       Shipiao 石瓢

d.      Fanggu 仿古

e.       Meiren 美人

f.        Lihu  梨壶

g.       Longdan 龙蛋

h.      Guahu 瓜壶

i.         Andere 别的 bitte spezifizieren

5.       Welche Verzierungen

a.       blank

b.      Gemalt wie Tiere, Pflanzen, Schriftzeichen

c.       Graviert s.o.

d.      Besondere wie z.B. Rindenimitation

 

Nicht absolut notwendig für die Suche, aber kann helfen:

6.       Gewünschtes Budget

a.       50-100 €

b.      100-200 €

c.       200 + €

7.       Welche Fertigungsweise?

a.       Handgefertigt

b.      Halb

c.       Maschinell

8.       Bestimmter Künstler oder Zertifikat des Künstlers (ggf. auch mit Schadstoffrückständen)?

a.       Ja, welche?

b.      nein

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vor 14 Minuten schrieb Mocha:

Also, ich wäre bereit so zwischen 200-250 Euronen auszugeben für eine 350-400ml Kanne, das ist aber das höchste der Gefühle. Normalerweise bin ich bei Teekeramik wesentlich zurückhaltender, aber bei authentischem Yixing gibt es da halt wenig Optionen. Kann ich bei dieser Preisvorstellung bei shuitang schon eine Anfrage stellen, oder wird meine Anfrage in diesem Bereich nur Amüsement auslösen ? @GoldenTurtle

Nein, nein, sollte in dem Bereich sogar gut möglich sein. Dauert vielleicht einfach ein Weilchen, bis ein so exakt gewünschtes Stück hier ist.

Wichtiges Detail: Für was möchtest du sie verwenden? Will meinen, die unterschiedlichen Tone haben mMn unterschiedliche Stärken - ich persönlich finde Zhu Ni optimal für Wulong, Zi Ni hingegen generell für Sheng, sogar hauptsächlich für jungen bis mittelalterlichen Sheng ... einen von beiden Tonarten würde ich dir empfehlen, sind zurecht die Klassiker.

PS: Ähm, das ist jetzt lustig, mir kommt gerade in den Sinn, dass bei einer Teerunde vor vielleicht zwei, drei Wochen ein neu angekommener, fetter Zi Ni Brummer auf dem Teetisch stand. Vielleicht hat sie den aber in ihre private Kollektion aufgenommen, oder auch möglich, dass ihn sich sonst jemand gekrallt hat. Ich frage bei der nächsten Teerunde einfach mal nach.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Gast Gast195

Ich dachte nicht, dass das Thema so komplex ist. Super direkt so viel Input zu bekommen. Kommst du auch an Kannen mit der Dimension 350-400ml ? @chenshi-chinatee

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vor 1 Stunde schrieb GoldenTurtle:

Zi Ni hingegen generell für Sheng, sogar hauptsächlich für jungen bis mittelalterlichen Sheng

Sehr geehrter Herr Quatschkopf, ich darf Sie doch bei Ihrem richtigen Namen nennen? Mittelalterlicher Sheng würde gar meiner geringschätzigen Wenigkeit den Tag entwässern, über die Augen. Aber diese Ladeninhaberin, ich kann mir nicht helfen, sie kam mir suspekt vor. Rekonvaleszent betrachtet sogar sehr suspekt. Ist es wahr, dass dieses Weibsbild von Piraten abstammt? Meine Vorfahren wurden dereinst in der Gegend beraubt, nun fürchte ich bei Ihrer geflatterten Empfehlung erneut um mein Hab und Gut.

Herzlich, Ihr Ihnen nach jedem Fehlschlag erneut zugeneigter Großer Shu

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vor 23 Stunden schrieb GoldenTurtle:

@Cel konnte sich so eine schnappen.
Sowas sieht man aber alles nicht im Webshop, da oftmals nur Einzelstücke, man muss stets persönlich nachfragen.

Eine nette Kanne zu fairem Preis, dafür viel zu selten in Nutzung. Aber "korrekt"

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vor 10 Stunden schrieb GoldenTurtle:

@Cel Für was benutzt du sie?
Falls du noch nicht hast, probier mal Wulong, es ist herrlich mit so einer Zhu Ni.

Ich trinke zur Zeit sehr wenig Wulong. Hinterfrage eher meine Teekonsum und bin auf der Suche nach einem Tee mit Seele und nicht nur Tee. Ich werde mich in nächster Zeit wieder mehr den Japanern zu wenden müssen. Auf jeden Fall hält sie florale Noten schön aufrecht, nur mag ich meinen Banko Houhin einfach mehr.

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Gast Gast195

Die Kanne ist wirklich wunderschön, mir aber immer noch zu auffällig.

Ich suche etwas ganz schlichtes, ohne Verzierungen.

Die Kanne hat mich aber an die Kurzgeschichte Kusa Hibari von Lafcadio Hearn erinnert, aus dem Japanbuch.

Das muss gefühlte Äonen her sein. Vielen Dank dafür.

Trotzdem 1k Dank @GoldenTurtle

 

Hier mal die Geschichte, war gar nicht so einfach zu finden

....tief Vergraben in den Eingeweiden der Matrix findet man oft die wunderbarsten Schätze.

 

 

KUSA-HIBARI

Sein Käfig ist genau zwei japanische
Zoll hoch und anderthalb Zoll breit. Die
winzige Holztür, die sich auf einem
Zapfen dreht, ist kaum so groß, daß du
die äußerste Spitze deines kleinen Fin-
gers durchstecken kannst. Aber für ihn ist Raum
genug in dem Käfig zum Spazierengehen, zum
Hüpfen und zum Fliegen. Denn er ist so winzig,
daß du sehr genau durch die braunen Gazewände
spähen mußt, um ihn zu entdecken. Ich muß den
Käfig stets mehrmals im vollen Licht herumdrehen,
bis es mir gelingt, seinen Aufenthalt zu erspähen.
Meistens finde ich ihn in einem der oberen Winkel
kopfüber an der Gazedecke hängend.

Stelle dir ein Heimchen vor von der Größe
eines gewöhnlichen Moskitos, mit Fühlern, die
viel länger sind, als sein übriger Körper, und so
haarfein, daß du sie nur gegen das Licht ge-
halten zu unterscheiden vermagst. „Kusa-Hi-
bari'^ oder Oraslerche ist sein japanischer Name,
und sein Marktpreis ist genau zwölf Cents, das heißt
weit mehr, als das Gewicht des Tierchens in Gold
beträgt. Zwölf Cents für solch ein Mückenwesen !

Am Tage schläft oder meditiert er, wenn er nicht
gerade mit einigen Blättchen der Eier- oder der
Gurkenpflanze beschäftigt ist, die man ihm jeden
Morgen in seinen Käfig schieben muß. Ja, seine
Pflege und Ernährung sind ein wenig beschwerlich,
— könntest du ihn sehen, es würde dir sicherlich
absurd vorkommen, daß man sich wegen eines so
lächerlich kleinen Dinges solche Umstände machen
kann.

Aber alltäglich bei Sonnenuntergang erwacht
seine winzige Seele, und dann beginnt das Zimmer
von einer unbeschreiblich zarten, geisterhaft süßen
Musik zu erklingen — ein dünner, dünner, silbern
zitternder Triller, sanft wie Äolsharfen — je tiefer
sich die Schatten der Dunkelheit senken, desto süßer
und eindringlicher wird der Ton. Bald schwillt er
an, bis das Haus in magischer Resonanz zu vibrieren
scheint, bald wieder schmilzt er verhallend zu einem
fadendünnen, kaum hörbaren Tone hin. Aber laut oder
leise, immer hat er denselben bezwingenden Zauber, . .

Die ganze Nacht über singt das kleine Atom
so, und verstummt erst, wenn die Tempelglocken
den nahenden Morgen verkünden.

Der zarte Sang ist ein Sang der Liebe — einer
unbestimmten Liebe zu etwas Ungesehenem und Un-
bekanntem. Es ist ganz unmöglich, daß das singende
Wesen den Gegenstand seiner Gefühle in dieser sei-
ner gegenwärtigen Existenz je gesehen oder gekannt
hat. Selbst seinen Vorfahren, auf viele Generationen
zurück, konnte unmöglich etwas von dem nächtlichen
Leben der Felder und der Liebesmacht des Gesanges
bekannt sein. Sie sind aus einem Brutei in dem
Laden eines Insektenverkäufers zum Leben erstan-
den, und dann immer in Käfigen verblieben. Aber
der winzige Sänger singt den Sang seiner Rasse,
wie er durch Myriaden Jahre vor ihm gesungen ward,
fehlerlos, als verstünde er die genaue Bedeutung
jedes einzelnen Tones. Natürlich hat er das Lied
nicht gelernt. Es ist ein Sang der organischen Er-
innerung, einer tiefgründenden, verschleierten Erinne-
rung, von vorhergehenden QuintiUionen von Leben,
als seine Seele aus den taufeuchten Gräsern des
Hügels zur nächtlichen Stunde tönend ward. Da-
mals brachte sein Sang ihm Liebe, und — Tod. Die
Todeserinnerung ist ausgelöscht, aber die Erinne-
rung an die Liebe lebt fort, und darum singt er nach
der Braut, die nie kommen wird.

So ist seine Sehnsucht ein unbewußter Rück-
blick: Er ruft nach dem Staube der Vergangenheit,
er fleht das Schweigen und die Götter an, um die
Wiederkehr der entschwundenen Zeiten. Auch
menschliche Liebende tun dasselbe, ohne es zu
wissen. Sie nennen ihre Illusion ein Ideal — und
ihr Ideal ist im Grunde nur das Aufdämmern der
Rasse-Erfahrung — ein Traumbild der organischen
Erinnerung. Die lebendige Gegenwart hat wenig
damit zu tun , . .

Mag sein, daß auch dieses Atomwesen ein Ideal
hat, oder wenigstens das Rudiment eines Ideals, —
aber jedenfalls muß das winzige Wesen seine Sehn-
sucht vergebens hinausklagen.

Es ist wirklich nicht ganz meine Schuld. Man hatte
mich gewarnt: wenn ich dem Geschöpfchen
eine Genossin zugesellen würde, dann wäre es mit
seinem Gesänge und Leben schnell vorbei. Aber
Nacht um Nacht berührte mich sein süßes, unbeant-
wortetes Klagelied wie ein Vorwurf; es verfolgte
mich, es Heß mir keine Ruhe, steigerte sich zur Ge-
wissensqual, und ich versuchte, ihm ein Weibchen
zu verschaffen.

Aber die Jahreszeit war zu weit vorgeschritten,
— es waren keine „Kusa-Hibaris'^ zu haben, weder
Männchen, noch Weibchen. Der Insektenverkäufer
sagte lachend : „Er hätte ja schon ungefähr am zwan-
zigsten Tage des neunten Monats sterben sollen!'*
Es war schon der zweite Tag des zehnten Monats
abgelaufen. Aber der Insektenverkäufer wußte nicht,
daß ich in meinem Bibliothekzimmer einen prächti-
gen Ofen stehen habe, und die Temperatur immer
über 750 F. halte, so daß mein Heimchen noch am
Schlüsse des elften Monats zu singen fortfährt; ich
hoffe, daß er noch über die Zeit der größten Kälte
hinaus am Leben bleibt. Aber die Genossen aus sei-
ner Generation sind voraussichtlich tot, weder für gute
Worte, noch für Geld konnte ich eine Gefährtin für
ihn finden. Und ließe ich ihn frei, damit er selbst
auf die Suche ginge, so würde er kaum eine einzige
Nacht überleben, selbst wenn er so glücklich sein
sollte, am Tage seinen zahllosen natürlichen Feinden
im Garten — den Ameisen, Tausendfüßlern, und den
widrigen Erdspinnen zu entgehen.

Gestern abend, am neunundzwanzigsten des elften
Monats, überkam mich ein seltsames Gefühl,
als ich an meinem Schreibpult saß. Ein Gefühl der
Leere im Zimmer, dann kam es mir zum Bewußt-
sein, daß mein Kusa-Hibari gegen seine Gewohnheit
schwieg. Ich trat an den Käfig und fand ihn tot
neben einer ganz steinharten vertrockneten Eier-
pflanze, offenbar hatte er drei oder vier Tage kerne
Nahrung erhalten, aber noch am Vorabend seines
Todes hatte er wunderbar gesungen, so daß ich
glauben konnte, er sei zufriedener denn je. Mein
Schüler Aki, der die Insekten liebt, hatte sich sorg-
lich seiner angenommen, aber Aki war für eine Woche
aufs Land gereist, und die Wartung des Heimchens war
Hana, dem Hausmädchen anvertraut worden. Hana
ist nicht allzu zart besaitet. Sie behauptet, sie habe
das Tierchen nicht vergessen, aber es gäbe keine
Eierpflanzen mehr, und es war ihr nicht eingefallen,
ihm statt dessen ein Stückchen Knoblauch oder
Gurke zu geben.

Ich machte Hana Vorwürfe, und sie gab pflicht-
schuldigst zu, daß sie gefehlt habe. Aber die Zauber-
musik ist verstummt, das Schweigen ist mir ein stiller
Vorwurf, und das Zimmer ist kalt, trotz meines
Ofens.

Wie absurd! Ich habe ein gutes Mädchen betrübt,
wegen eines Insekts, das kaum halb so groß ist
wie ein Haferkom. Das Erlöschen des winzigen
Lebens eines Heimchens beschäftigt mich mehr, als
ich für möglich gehalten liätte. Die bloße Gewohn-
heit, sich mit den Bedürfnissen eines Geschöpfes
zu befassen, — und seien es auch nur die Bedürfnisse
einer Grille — kann allmählich Interesse und Zunei-
gung hervorrufen, deren man sich erst bewußt wird,
wenn die Beziehung zerstört worden ist. Überdies
hatte ich in der Stille der Nacht den Zauber der zar-
ten Stimme so stark empfunden, der zarten Stimme,
die mir von einer winzigen Existenz erzählte, die von
meinem Willen und selbstsüchtigen Ermessen wie
von Gottes Gnaden abhing, die mir erzählte, daß das
seelische Atom in dem winzigen Käfig, und das
seelische Atom in mir selbst, eine ewige Gemein-
schaft in den Tiefen des unendlichen Seins haben . . .

Und dann: sich das kleine Qeschöpfchen hun-
gernd und dürstend zu denken, Nacht für Nacht, und
Tag für Tag, während die Gedanken seines Schutz-
gottes sich in Träumen verstrickten! ....

Und doch, wie tapfer sang er bis zum Ende, —
ein entsetzliches Ende, — denn er hatte seine eige-
nen Beine aufgegessen . . . Mögen die Götter uns
allen verzeihen, insbesondere der Jungfer Hana.

Aber, seine eigenen Beine aus Hunger verzehren
zu müssen, ist, im Grunde genommen, das Schlimmste
nicht, was einem Wesen geschehen kann, dem von
den Göttern der Fluch der Sangesgabe zuteil ge-
worden.

Es gibt menschliche Heimchen, die, um singen
zu können, ihr eigenes Herz verzehren müssen! 

bearbeitet von Gast195

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Hey, heute war schon wieder Teerunde! :lol:

Gestern war nur Sonderteerunde, @Manfred sei dank.

Alright, ich habe dann heute noch eine andere neue Yixing aufgeschreckt! Es sind eben erst einige sehr gute Kannen eingetroffen, fast nichts davon ist öffentlich ausgestellt. Sie ist zwar geschätzt nur etwa 2,7dl, aber ich musste diese einfach fotografieren, ich finde sie echt der Hammer! Ich denke es ist doppelt gebrannte Zhu Ni.. gleicher Preis.. meine Güte, die wird schnell weg sein!

rps20170707_201013.jpg

Mensch, auf dem Foto wirkt die Kanne viel weniger toll als in der Hand, aus ganz neutraler Perspektive finde ich diese wirklich etwas besonderes.

Aber ich spüre schon, du scheinst dazu zu neigen, bei Chris etwas günstigeres zu kaufen, ist auch kein Problem, jeder Mensch muss seine eigenen Entscheidungen treffen. Ich habe diese ja auch nicht wegen dem Verkauf an sich gepostet, (ich habe keinen Anteil daran,) sondern wegen der Freude am Vermitteln solcher Sachen.

Aber ich möchte trotzdem allen empfehlen, sich im Leben generell nicht vom Geiz leiten zu lassen. Dieser ist ein ganz schlechter Ratgeber, der immer irgendwo einen Haken hat, wie auch die gestrige LBZ-Parallelverkostung leider wieder einmal knüppeldick gezeigt hat.

PS: Schon nur wenn sich Tobias an den Bildern gefreut hat, hat sich die Sache für mich gelohnt. :thumbup:

bearbeitet von GoldenTurtle

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Gast Gast195

Das Thema Geiz wurde in anderen Threads bereits ausführlich diskutiert ;).

Ich persönlich achte auf Preis/Leistung. Bei Teekeramik bin ich Minimalist und Pragmatiker, vielleicht auch Purist

Die zweite Kanne von dir @GoldenTurtle sieht auch wunderschön aus und ich würde so eine Kanne auch durchaus verschenken, aber selbst kaufen würde ich sie mir nicht.

Die Kanne ist mir immer noch zu auffällig, zu, naja, extravagant.

Die Kanne darf auch ruhig aus Meisterhand sein wenn das bei dem Kontingent möglich ist.

Das ich übrigens etwas relativieren muss. Die Kanne sollte idealerweise 300ml fassen und mein Kontingent sind 200 Euro +-.

Ich habe meine "kleine" Kyusu mal genau "vermessen" und bräuchte dazu praktisch das chinesische Yixing Pendant.

Aber wie gesagt, Weihnachtsgeschenk, daher habe ich es wirklich nicht eilig.

Trotzdem vielen lieben Dank für das Vermitteln, alle vorgeschlagenen Kannen sind wirklich wunderschön. :)

Dachte mehr an so etwas.

2299_1.jpg

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vor 2 Stunden schrieb Mocha:

Ich persönlich achte auf Preis/Leistung.

Ich auch. Aber es gibt einen schmalen Grat - vor etlichen Jahren war ich in einem kleineren Kreis dafür bekannt, dass nur das grösste Schnäppchen gut genug für mich ist (es ging nicht um Tee). Mir war dabei aber vieles rundherum egal - was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss. Ein guter, alter Freund hat mir damals Geiz vorgeworfen, und er hatte Recht. Es wäre mal ein gutes Thema: Die schmale Gratwanderung zwischen Preis/Leistung und Geiz ... oder: wie weit sollte man Faktoren einberechnen in der Entscheidungsfindung ... oder: welche Geschäftsmethoden unterstützt man durch den eigenen Kauf für die Zukunft.

PS: Was ich zuvor sagen wollte, aber mir vielleicht nicht so gut geglückt ist: Es ist mir sehr recht, wenn du bei Chris kaufst. Aber bitte nicht einfach per se die billigstmögliche Option, was er überhaupt finden kann, ach, ich meine auch gar nicht dich, ich habe das so viel miterlebt oder mitgefühlt, dass viele Menschen immer nur das Günstigste wählen und am liebsten dort noch den Preis drücken würden, Mensch, das würde mich vielleicht nerven als Kannenhändler.

@Kri Ich bin neutral. Ich sage Leuten kritische Punkte ins Gesicht wo es sich kaum ein anderer traut, weil sie sich nichts verbocken wollen. Ich habe dafür schon mehrfach den einen oder anderen Preis bezahlt, Ressentiments, abgekühlte Gefühle, und es wurde on- und offline hinter meinem Rücken schon einiges negatives über mich gesprochen, haha, was es manchmal ohne deren Wissen dann doch irgendwie zu mir schafft. :lol:
Aber lassen wir das jetzt.

Ich bin durch die Erfahrung überzeugt von den Kannen, welche Shuitang verkauft. Es gibt unterschiedliche Qualitäten, aber dort kann man zumindest gemäss meiner Erfahrung keine schlechte Yixing Kanne kaufen, und das macht für mich einen wichtigen Teil eines guten Händler aus, keine Kompromisse hinsichtlich Qualität. Lieber auf etwas zu günstiges verzichten, wo man nicht dahinterstehen kann, auch wenn es sich gut verkaufen würde. Und das gilt noch mehr beim Tee selbst. Das ist Cha Ren, die Ehre des Teemenschen.

@RobertC Es ist mir klar, dass dir das ironisch zitierte Zitat gefällt.

bearbeitet von GoldenTurtle

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@Mocha also ich kann dir neben @chenshi-chinatee echt empfehlen, EoT im Auge zu behalten, da kommt immer wieder interessantes Zeug, manchmal sogar fast in der Größe wie hier (aber halt in dem Fall nur Hongni).

Ansonsten stimme ich @GoldenTurtle voll und ganz zu auf Qualität zu achten: neben zwei etwas günstigeren und größeren Yixing, die ich inzwischen nur noch mit Gästen nutze bin ich mit meinen beiden über glücklich und werde mir keine weiteren mehr kaufen, egal wie toll und schön. Das Geld kann ich dann dafür wieder in Tee investieren ;)

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Gast Gast195

Bei Preis/ Leistung fließen viele Faktoren mit ein. Auch bspw. soziale Komponenten.

Es geht dabei nicht unbedingt darum ein Schnäppchen zu machen, sondern ein gutes Produkt zu einem fairen Preis zu bekommen.

Ich hatte so einen Fall erst letzte Woche beim Kauf von grünem Rotbuschtee bei rooibos-project.de.

20 Euro für 1kg grüner Rotbuschtee Bio , 23 Euro für 1kg grüner Rotbuschtee Bio und Fairtrade.

3 Euro für fair bezahlte afrikanische Rotbuschtee Bauern = Ein Schnäppchen.

Bei der Yixing Kanne ist mir vor allem wichtig das sie authentisch ist und es am besten noch Zertifikate über Herkunft und Schadstoffbelastung  gibt.

Toll wäre natürlich auch ein Stück aus Meisterhand. Bei der Ästhetik allerdings mag ich es schlicht. Ich mag einfach keinen sichtbaren Luxus und materielle Dinge die mir ans Herz wachsen, so das es mir schwerfällt mich von ihnen zu trennen. So etwas belastet nur das eigene Karma. ;)

 

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