1. miig

    miig

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    • Von miig
      Wollte aus aktuellem Anlass mal einen Faden eröffnen, um Meinungen und Eindrücke zu diesem Thema zu sammeln.
      Ich persönlich besitze keine Tetsubin, denn als ich vor einer Weile vor der Wahl stand, mir eine etwas hochwertigere Möglichkeit der Wassererhitzung zuzulegen hats mich eher zu den Tonkannen hingezogen.
      Da ich bei Tonsachen der Philosophie folge, entweder ordentliche Qualität oder lieber gleich bei Porzellan/Glas bleiben, hab ich den sehr interessant aussehenden Kannen von Chawangshop widerstanden und bei Camellia Sinensis in Kanada einen Tonkessel des renommierten Lin's Ceramics Studio aus Taiwan gekauft. Mit ca. 100€ kein billiger Spaß, aber wesentlich erschwinglicher als gute Tetsubins.

      Und da man nicht nur von Meerschweinchen, sondern auch von Tonkesseln immer mindestens zwei haben soll, hab ich eine Weile später nochmal eins draufgelegt und von Essence of Tea einen der immer schnell ausverkauften Yixing-Kesseln dazubestellt.

      Meine Überlegungen zur Wärmequelle hab ich in diesem Thread festgehalten, es wurde dann eine leistungsgesteuerte Guss-Kochplatte.
      Was sind jetzt meine Erfahrungen bzw. Einschätzungen zu diesen Kannen? Prinzipiell kauft man sich sowas ja weil man sich davon besseres Wasser und eine ästhetischere Teezubereitung wünscht. Beides sind sehr subjektive Kategorien, und ich hab nicht den Versuch unternommen, da eine maximale Objektivität reinzubringen.
      Warum Ton und nicht Metall? Ich hab nix gegen Tetsubin, aber ich konnte nicht alles kaufen, sonst hätt ich schon lange eine Ginbin angeschafft *g*. Es musste also eines von beiden sein (erstmal). Will hier nicht Tonkanne gegen Tetsubin antreten lassen, denn das ist wie Apfel vs. Birne. A
      ber was mich am Ton angezogen hat ist dass ich ihn als „wärmer“ und „weicher“ empfinde als das in unserer Alltagswelt allgegenwärtige Metall. Auch haben die Artikel von MattCha, die natürlich starker Tobak sind, mich womöglich ein bisschen geprägt.
      (http://mattchasblog.blogspot.de/2011/04/harmonizing-water-and-tea-part-6-look.html)
      Auch wurde an anderer Stelle gesagt dass Tonkannen dem Wasser eine leichtere Konsistenz verleihen als Tetsubin und somit für zartere Tees wie Oolongs und Grüntees besonders geeignet sind, wohingegen Metallkannen dem Wasser „schwerere“ Konsistenz verleihen und somit für Pu-Erh besser geeignet sind. Dies zu verifizieren liegt jenseits meiner Urteilskraft, aber da ich doch die Oolongs besonders lieb hab, hat auch das den Tonkannen nochmal einen Punkt eingebracht.
      Was die ästhetische Komponente angeht, so ist es eine klare Sache dass beide Kannen hochwertig gefertigt sind und es eine Freude ist, sie zu benutzen. Die Tonkannen sind natürlich sehr empfindlich und vertragen weder Tischkanten noch Temperaturschocks. Diese Fragilität nötigt einen zu höherer Achtsamkeit in der Zubereitung und diese springt m.E. auch auf die ganze Teezubereitung über.
      Ausserdem dauert es natürlich ca. 20 Minuten bis das Wasser erhitzt ist – das legt nahe, in dieser Zeit nichts anderes zu tun, sondern es zu einer Achtsamkeitsübung zu nutzen.
      Die Frage der Fragen aber ist natürlich – wie ist das Wasser aus diesen Kannen? Und grade das ist die Frage, vor der ich mich hier noch drücken will. Zum einen weil da so viele subtile Noten vorhanden sind in der Teezubereitung, so viele Parameter die Einflüsse ausüben, und ich mich da nicht für erfahren genug halte, wirklich abschätzen zu können wieviel besser das Wasser ist.
      Ebenfalls hab ich bisher nicht systematisch verglichen, weil das für mich immer zu sehr in Arbeit ausartet und ich zufrieden war damit, den Tee zu genießen.
      Zuletzt ist mir dann auch klar, wie groß der Einfluss der Einstellung auf die empfundenen Resultate ist.

      Was mich zu diesem Beitrag bewogen hat ist dass ich heute, nach längerem, mal wieder vom Wasserkocher auf die Tonkanne umgeschwenkt bin und schwören hätte können dass in der ganzen Teesitzung eine Energie drinwar, die ich so noch fast nie hatte.
      Der Dampf hat temperamentvollere Bögen vollzogen, der Tee hatte eine feinere Textur und selbst die leeren Tassen haben noch den Raum aromatisiert in einer Art und Weise, wie ich sie sonst nicht kenne. Selbst das pure Wasser hat nicht wie sonst, ok geschmeckt sondern war richtig fantastisch.
      Was ich sagen kann ist dass nach einigen Monaten der Gewöhnung an den Wasserkocher, es eine phänomenale Abwechslung war, wieder mit der Tonkanne zu hantieren und dass diese eine Teezeremonie wirklich auf ein anderes Level hebt. Ich war zwei Stunden am Stück mit dem Tee beschäftigt ohne dass eine Sekunde davon redundant gewesen wäre.
      Welcher der vielen Faktoren in welchem Ausmaß dazu beigetragen hat, kann ich nicht sagen. Bin auch froh dass ich dies nicht tun muss, denn das ist Teil der Magie.
      Was haltet ihr von diesen Kannen? Meinungen, Erfahrungen? Dies ist als Sammelthread gedacht *g*
    • Von benni
      Hey!
      Mittlerweile habe ich einiges an Wissen aufgesaugt und bin fleißig am herumexperimentieren und lesen.
      Dabei stoße ich immer wieder auf das -ich nenne es mal- Tee-Paradoxon. Einerseits wird vermehrt gewarnt und deutlich gemacht, dass jeder Tee mit kochendem Wasser übergossen werden muss, um eine eventuelle Chance auf Keime, Bakterien, Salmonellen oder sogar EHEC auszuschließen. Andererseits kann man sowas doch einfach nicht bringen bei Tees wie dem grünen, weißen etc. Diese Tees gelten ja auch meistens gesundheitsfördernd und wohltuend, asiatisch eben. Ich blicke dort nicht ganz durch, aber mittlerweile macht sich doch ein unsicheres Gefühl breit. Was haltet ihr davon?
      Gruß Benni
    • Von Jinx
      Moin,
      @Tobias82 schrieb im "Was habt ihr gekocht"-Thread von Clean Eating. Da das, was mir dazu einfällt, ein wenig off topic wäre, mache ich lieber einen eigenen Thread auf. 
      Zunächst der Text, auf den ich mich beziehe: 
      Als begeisterte Hobbyköchin beschäftige ich mich auch mit Fragen der Ernährung. Dabei stolpert man auch über den Begriff Clean Eating. Meine Definition davon ist der von @Tobias82, so weit ich das anhand der wenigen Zeilen feststellen kann, nicht unähnlich.
      Ich habe aus persönlicher Anschauung (und mit dem Mann als Testesser) festgestellt, dass die Verwendung möglichst vieler unverarbeiteter Lebensmittel nicht nur zu bessre schmeckendem Essen führt, sondern auch dafür sorgt, dass man sich besser fühlt. Ich kann also theoretisch sagen, dass ich dem Clean Eating anhänge.
      Für mich bedeutet das: 
      möglichst viele Lebensmittel unverarbeitet verwenden, d. h. frisches Gemüse, wenig Konserven, wenig TK, keine Fertiggerichte, wenig Convenience wie Ketchup, Majo etc.  Wenn Convenience, dann hochwertig: ganze Tomaten in Dosen, Bio-Ketchup, Bio-Majo, aber alles in Maßen regionale Produkte bevorzugt (Wochenmarkt) gerne Bio wenig Fleisch, aus regionaler Produktion, Vermeidung von Massentierhaltungsprodukten, Eier prinzipiell mindestens Freiland, gerne Bio. hochwertige Lebensmittel, auch bei Käse etc. Wenn man nun liest, was unter Clean Eating verstanden wird, stellt man zunächst fest, dass jeder darunter etwas anderes versteht. Inklusive diverser zweifelhafter Auswüchse. Da wird Gluten auch von denen verteufelt, die keine Unverträglichkeiten haben, bei Laktose ist des dasselbe. Fleisch wird oft völlig verbannt (nichts gegen eine vegetarische Lebensweise an sich, ich war auch mal Vegetarierin) und durch  hochverarbeitete Lebensmittel aus dem Veganer-Regal ersetzt, die mit naturbelassenen Nahrungsmitteln überhaupt nichts mehr zu tun haben. Auf Clean Eating beziehen sich auch Leute, die gegartes Essen als ungesund ablehnen, die Kohlehydrate für direkt der Hölle entsprungen halten, die Milch für tödliches Gift halten etc. 
      Die Frage, was man essen sollte (und was nicht) führt bei einigen offenbar zu einer ideologischen Aufladung, die gern mal ins Esoterische abgleitet, gern verbunden mit einem entsprechenden Sendungsbewusstsein. Ich persönlich halte die übermäßige Beschäftigung mit Essen für höchst ungesund und für einen Weg in eine Essstörung, von denen es neben Bulimie, Magersucht und Adipositas noch eine ganze Anzahl mehr gibt. 
      Was mir noch auffiel: Clean Eating im ursprünglichen Sinne (also möglchst unverarbeitete Produkte aus behutsamer landwirtschaftlicher Produktion) ist eigentlich nur zu machen, wenn man wirklich gern kocht. Denn es macht schon mehr Arbeit als sich ein Fertiggericht reinzudrücken, den Lieferdienst anzurufen oder sich ein Essen nach dem Baukastenprinzip aus Convenience-Produkten zu kochen. Man muss auch bereit sein, auf sein täglich Fleisch zu verzichten - und natürlich auf Fleisch aus der Agrarfabrik. 
      Für mich steht ganz klar der Genuss im Vordergrund. Auch wenn ich Wert auf gesundes Essen lege, mache ich gern mal einen Hamburger (aus Bio-Hack) oder auch Nudeln in Käse-Sahne.
    • Von digitalray
      Ich hab mal das Forum durchsucht, sämtliche Beiträge im Wasser Unterforum sowie nach dem Begriff "Meereshöhe", konnte aber nichts finden.
      Klar, die Experten hier werden es wissen, aber für alle anderen:
      Wasser kocht in Yunnan generell bei 93,6 Grad Celsius und wird auch nicht heißer wenn man es kochen lässt. Das liegt an der Höhe von rund 1900 Metern über Meereshöhe in Puer und den anderen Städten in Yunnan.
      Jeweils alle 300m über 0 kocht Wasser bei einem Grad weniger. 
      In München (519 m über Null) kocht das Wasser also bei 98,3 Grad und nicht bei 100 Grad.
      In Shangri La, einer Gebirgsstadt in Yunnan auf ca. 4000m Höhe über dem Meeresspiegel kocht das Wasser sogar schon bei 86,7 Grad Celsius und wird auch nicht heißer.
      Da man oft liest, man solle "kochendes Wasser" nutzen für Puer Tee bzw english "wildly boiling Water" kann damit ursprünglich nur max. 93,5 Grad heißes Wasser gemeint sein und kein 100 °C heißes.
      Das wird sicher auf der Welt und von Person zu Person unterschiedlich gehandhabt, allerdings ist es dem normalen Menschen in ganz Yunnan wohl gar nicht möglich heißeres Wasser zu bekommen ausser er besorgt sich einen Druckkochtopf.
      Interessant wäre natürlich eine wissenschaftl. Studie zu den extraktionsfähigen Substanzen bei spezifischen Temperaturen (86, 93, 100) und deren Wirkung.
      Ich dachte dieses Wissen passt hier ganz gut ins Forum, da ich dazu nichts finden konnte mit der Suche.
    • Von Joaquin
      Habe gerade festgestellt, dass aus der alten Sortierung die Tetsubin noch bei den Tee-Aufgussgefässen geführt wurde. Der Fehler wurde nun korrigiert. Die Tetsubin wird nun im Forum Wasserzubereiter + Wasseraufbereiter aufgeführt und alle entsprechenden Beiträge wurden so weit auch dorthin verschoben.
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