paxistatis

Vorräte von Tee sinnvoll? "Teebibliothek"?

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Hallo zusammen,

ich hoffe, ich habe kein ähnliches Thema übersehen, aber die Suche hat mir nichts konkretes ausgegeben. Konkret geht es mir um den Begriff "Teebibliothek" den ich jetzt schon öfters gelesen habe. Also allgemein der Vorrat den man an Tee hat. Mich würde interessieren, wie euer Lager an Tee aussieht :) . Mir geht es jetzt vorwiegend um Oolong Tee bzw. auch Pu (würde da gerne tiefer einsteigen bzw. mehr probieren) 

Bei mir ist es so, dass ich jetzt merke, dass ich viel testen möchte, aber dann doch feststelle, dass ich ja doch noch so 300gr Tee im Haus habe. Da überlege ich doch, ob ich nicht lieber die erstmal aufbrauchen soll... Schmecken ja auch gut :D Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mittlerweile schon zu bestimmten Tees greife je nachdem wie meine Stimmung ist bzw. wie es mir geht. Und da hätte ich dann doch ein wenig mehr Auswahl. Daher überlege ich, ob ich in meiner nächsten Bestellung nicht ein paar mehr Proben bestelle und mir dann so ein etwas größeres Lager aufbaue (vielleicht so 600gr? ^^) und dann da immer eine gute Auswahl habe. 

Aber lohnt sich das? Klar Oolong kann man auch lagern, aber ist das so sinnvoll? Pu ist nochmal was anderes, aber auch den sollte man gut lagern. 

Wie handhabt ihr das? Habt ihr von diesen Teearten auch mehrere hundert Gramm zu Hause zur Auswahl oder sogar noch viel mehr? Oder habt ihr nur recht wenig da und probiert immer was neues? (Außer die 1-3 "Alltagstees" ;)

Würde mich mal interessieren :)

Viele Grüße, genießt den Sonntag mit einem guten Tee :)

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"Teebibliothek" ist ein Begriff von der Kröte und wird auch nur (?) von ihr gebraucht. Der Begriff hat für mich ein "Geschmäckle" ein wenig hochstaplerisch ;)

Vorrat, Lager - ist doch hübscher.

Bei 300 gr. brauchst Du Dir noch keine Sorgen zu machen und bist in der glücklichen Lage noch viel einlagern zu können.

Bei den alten Hasen hier kannst Du von zweistelligen KiloLagern ausgehen, aber da halten sich die meisten mit Auskünften sehr bedeckt.

Fakt ist, daß es natürlich sehr angenehm ist ein Lager im Hintergrund zu wissen, aus dem man je nach Bedarf und Geschmack sogleich sich bedienen kann - aber Du kennst sicherlich Goethes Zauberlehrling?

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Hi @Paul ,

das mit der "Teebibliothek" kann sein, ich hab den Begriff im Forum halt mehrmals gelesen und irgendwie hab ich ihn behalten :)

Okay, das ist natürlich wesentlich mehr. Kann man den überhaupt noch trinken? Also sowohl von der Menge als auch von der Zeit her. Wobei das sind ja dann nicht unbedingt grüne Tees oder sind die dann gefroren? :)

Genau das mit dem Lager im Hintergrund finde ich halt auch interessant. Wenn auch mal Besuch kommt, dass man doch ein paar unterschiedliche Sachen anbieten kann. Ich kenne den Zauberlehrling, aber worauf spielst du an? o.O :)

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Bei 300g kannst du dein Lager noch mit gutem Gewissen ausbauen. ;)

Wenn ich hier ab und an sehe wie allwöchentlich berichtet wird, dass sich der Tee durch die Lagerung inzwischen schon wieder verbessert, halte ich das zwar für extrem optimistisches Wunschdenken. Dennoch ist es sicherlich sinnvoll, wenn man sich ein kleines aber feines Lager hält. Zu horten als gäbe es kein Morgen, ist allerdings auch überflüssig, denn morgen gibt ganz sicher das nächste gute Angebot. 

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vor 18 Minuten schrieb paxistatis:

Ich kenne den Zauberlehrling, aber worauf spielst du an? 

hmmm, vielleicht, dass das Lager erst ein Schubladen, dann zusätzlich ein Schrank, dann zusätzlich ein Keller, dann zusätzlich  ein Haus voll ist?
"Stehe! stehe!
denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen! -"

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@paxistatis das kommt natürlich auf unterschiedliche Faktoren an, vor allem auf die Art Tee, die dir am liebsten ist – wenn es hauptsächlich grüne Tees sind, dann ist eine langfristige Lagerung eher nicht wünschenswert, bei Pu-erh hingegen schon.

Unabhängig von preislichen Gegebenheiten ist es für mich die größte Freude einen Tee (und damit meine ich i.d.R. Sheng) in unterschiedlichen Aufgussgefäßen und in unterschiedlichen Reifungsgraden zu erleben und zu begleiten. Dafür ist es notwendig eine gewisse Menge zu haben aber je nach eigenem Verbrauch variiert da die Menge natürlich. 
Der zweite Punkt, der zumindest für mich auch eine gewisse Rolle spielt: Niemand weiß, was die Zukunft bringt – aktuell kann ich es mir leisten Tee zu kaufen, also mache ich es, weil ich Freude daran habe; wer weiß ob ich nächstes Jahr nicht arbeitslos bin und es mir dann nicht mehr leisten kann oder langfristig gesehen: Rente bekomme ich sowieso keine mehr, d.h. wenn ich irgendwann mal nicht mehr berufstätig sein sollte und nicht gerade die Möglichkeit hatte, viel zu anzusparen (und mal ehrlich: die Inflationsrate bei Tee ist geringer als bei Geld, egal welche Währung) werde ich sehr froh sein, einen gewissen Vorrat zu haben.

Der von @theroots erwähnte Punkt der Reifung muss man etwas genauer ausführen: Das kommt natürlich sehr stark auf das Alter des Tees (und hier meine ich ausschließlich Sheng, alles andere ist nicht der Rede wert) und die Lagerung drauf an – ein ganz frischer Sheng in einem Tontopf mit Boveda-Pack entwickelt sich in den von mir beschriebenen Zyklen (1-2 Jahre) durchaus weiter, da die Veränderung zu beginn am schnellst stattfinden, bei einem Tee mit bereits etwas Alter braucht es hingegen deutlich länger bis sich da etwas tut. Wenn man den Tee nur in den Schrank stellt tut sich da auch nur deutlich langsamer etwas, da es bei uns einfach sehr viel trockener (und meist kühler) ist als in China. Aber hier entgegen anders lautenden Berichten keine Angst: Es ist nicht so, dass Tee, der bei uns un-klimatisiert im Schrank steht nach ein paar Jahren ungenießbar ist, er entwickelt sich nur sehr viel langsamer und anders als in China (es ist ja quasi ultra-dry-storage) ;) 

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vor 5 Minuten schrieb doumer:

Niemand weiß, was die Zukunft bringt

Den schon etwas Älteren hier seit langem als Freak Brothers principle wohl bekannt:

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Ich sehe immer zu das ich von allem immer etwas gelagert habe. Je nach Sortengattung mehr oder weniger. Im Moment bin ich gerade dabei meine Oolongs und Rotentees aufzubrauchen, da ich diese recht selten trinke und nur noch bestimmte Sorten in meinem Sortiment haben möchte.

Vor allem wenn es um (nicht grüne) Oolongs und Pu-erh geht, kann man hier gerne zu mehr zugreifen, da diese mit dem Alter nur besser werden bzw. nicht schlechter, außer man lagert sie wirklich verdammt schlecht - aber davon gehe ich mal nicht aus. Ich habe auch viel getestet und mit der Zeit gemerkt wo meine Fehler im Kauf lagen, wovon ich eher weit weniger brauchen würde und auf der anderen Seiten wovon ich mehr haben möchte.

Wenn man seine Trinkgewohnheiten erst einmal kennt und seine Mitte gefunden hat, dann kann man sich nach einem Abbau, wieder ein verbessertes und besser abgestimmtes Lager aufbauen. Oolongs, Roter Tee und Grüntee kaufe ich zum Beispiel überhaupt keine mehr ein, da ich diese erst einmal komplett verbrauchen möchte, um mir dann ein klügeres Lager aufzubauen. Bisher hatte ich alleine von gerösteten Wuyi Oolongs an die 20+ im Lager (aber auch viele 20g Proben dabei). Dies möchte ich auf ein paar ausgewählte reduzieren. Doch dies kann man erst wenn man wirklich viel und von allem etwas verkostet hat. Denn so weiß man am Ende was einem wirklich liegt.

300g ist wirklich gar nichts, das haben viele schon mit einem einzigen Pu-erh cake überschritten, da brauchst du dir keine Sorgen machen. Es ist auch weniger eine Sache des Gewichts, als eher eine Sache der Menge an Sorten.

Mein Hauptfokus liegt bei Pu-erh und da kann man nie genug haben, vor allem da hier wirklich Jahr, Ort, Art des Baumes, Alter etc. komplett andere Geschmäcker erzeugen können, was zB bei Chinesischem oder Japanischem Grünen eher geringer ausfällt. Zwar sind auch hier feine Unterschiede vorhanden, aber dennoch schmecken die meisten Sorten recht ähnlich - ähnlich wie beim Wuyi Oolong. Pu-erh, alleine durch seine Lagerfähigkeit schmeckt so vielfältig.

Keinesfalls gibt es ein allgemein Rezept, aber dank meiner Erfahrung sieht für mich persönlich mein Zukünftiges Lager irgendwann so aus (im Moment noch nicht, da ich noch viele Proben und unzählige kleinere Mengen aufbrauchen muss):

  • Pu-erh:
  • Raw Sheng: 2017 (2-4), 2016 (1-2), 2014 (1), 2011 (3-4), 2009 (3-4)
  • Aged Sheng: 2006 (2), 2004 (2), 2003 (2), 2002 (1), 2001 (1), 2000 (2)
  • Shou Pu-erh: 3-4 Sorten

Wuyi Oolong: 4 Sorten
Dancong Oolong: 3-4 Sorten
Taiwan Oolongs: 3-4 Sorten

Chinesischer Grüntee: 1 Sorte
Japanischer Grüntee: 2-3 Sorten (Gyokuro, Shincha und Fukamushi)
Weißer Tee: 1 Sorte
Roter Tee: 2 Sorten

So würde mein Lager aussehen, wenn ich komplett neu beginnen würde. Im Moment ist es natürlich noch ganz anders, da vieles aufgebraucht werden muss, was ich so nicht ein zweites Mal in der Menge kaufen würde, vor allem wenn es um China Grüne oder Oolong bzw. Roten Tee geht. Aber aus diesem Verhalten lernt man und nun weiß ich genau was ich brauche. Ich habe zB für mich persönlich festgestellt, das mir Chinesische Grüne nichts bringen, da greife ich lieber zu jungen frischen raw Shengs zu, da diese meiner Erfahrung nach nachhaltiger, gesünder, geschmacklich farbenfroher, ursprünglicher und besser verträglicher sind. So auch mit Japanischen Grünen, da diese auch sehr nachhaltig und reich an Geschmack, Tiefe und Aroma sind. Rote Sorten habe ich auch viele durch und für mich haben nur jene aus Taiwan noch einen hohen Stellenwert, da diese so gänzlich anders und ungemein reichhaltig an natürlichem Profil sind.

Aber am Ende sind dies alles persönliche Auffassungen, welche nicht automatisch auf jeden zutreffen müssen, denn für dich oder jemand anderen hier sind vielleicht TGY oder Chinesische Grüne das Nonplusultra ;)

bearbeitet von VanFersen

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@paxistatis Zauberlehrling?

Na, mit dem Tee kann es einem gehen wie dem Z. mit dem Wasser - das kann leicht zu viel werden:)

Aber mit Tee ist es wie mit Büchern: das wichtigste sollte man zu hause griffbereit haben!

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Hallo @paxistatis, es kommt wohl darauf an, was Du Dir von einem Vorrat erhoffst. Wenn Du gerade in der Ausprobier-Stimmung bist, bieten sich eher kleinere Proben verschiedenster Tees von unterschiedlichen Händlern natürlich sehr gut an. Zum Ausprobieren und Kennenlernen der (aktuellen) persönlichen Vorliebe ist eine gewisse Vielfalt auch sicher hilfreich. Ob Du Dir alle Dich interessierenden Tees auf einmal kaufen musst, oder nach und nach, ist wohl eine Frage der individuellen Herangehensweise. Ich persönlich war z.B. froh, als ich meinen nach und nach angesammelten Proben(!)-Vorrat irgendwann einmal abgebaut hatte.

Ich habe bei Tee keine Sammelleidenschaft und brauche kein Tee-Museum zu Hause, sondern habe nur gern ein paar Tees für unterschiedliche Stimmungen zur Hand. Und einen Bruchteil von diesen möchte ich einfach über einen längeren Zeitraum als Begleiter haben. Wenn mir ein Tee so vorkommt, dass ich ihn gerne regelmäßig und über längere Zeit trinken möchte, dann kommt davon halt etwas mehr in meinen Schrank. Lagerfähigkeit des Tees natürlich vorausgesetzt. Ganz unkompliziert und ohne sich einen Kopf darüber zu machen, sondern entspannt, wie das gesamte Tee-Hobby für mich sein soll.

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Guten Abend,

wow, so viele Antworten, dabei ist man nur ein paar Stunden unterwegs ^^. Erstmal dafür ein großes Danke! Ich ziehe jetzt daraus mal den Schluss, dass ich auf jeden Fall mein Lager weiter ausbauen werde. Allerdings werde ich wohl eher erstmal Proben bestellen und dann die, die mir gefallen nachbestellen. Da bin ich doch etwas zögerlich gewesen, aber ich denke, dass es doch ein guter Ansatz ist :) Interessant finde ich den Punkt von @doumer: Den Tee in unterschiedlichen Gefäßen zubereiten bzw. zu trinken. Ich denke, dass könnte interessant sein. Wobei ich da wirklich mal anfangen sollte ein Notizbuch darüber dann zu führen. 

@VanFersen keine Sorge, ich hatte jetzt nicht vor 3kg blind und wild durcheinander zu bestellen, gezielt soll das schon ablaufen :) Übrigens: Sehr beeindruckend (zumindest für mich) das du genau weißt, was du haben möchtest. So weit bin ich noch nicht, ich probiere noch viel :) 

@Paul ich denke du triffst es sehr gut mit "Aber mit Tee ist es wie mit Büchern: das wichtigste sollte man zu hause griffbereit haben!" Sofern es kein grüner Tee ist und der Monate rumliegt ;) 

 

Grundsätzlich als "Investition" kann man Tee aber nicht wirklich betrachten oder? Ich lese hier immer von alten Pu's die so teuer sind, außer Händlern machen das vermutlich eher weniger Leute oder? (Keine Sorge, das kommt für mich bisher nicht in Frage :D

 

Grundsätzlich vielen Dank für die Beiträge, hilft mir sehr, ich werde wohl durchaus noch ein paar Bestellungen machen :D 

 

bearbeitet von paxistatis

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vor 9 Minuten schrieb paxistatis:

Grundsätzlich als "Investition" kann man Tee aber nicht wirklich betrachten oder? Ich lese hier immer von alten Pu's die so teuer sind, außer Händlern machen das vermutlich eher weniger Leute oder? (Keine Sorge, das kommt für mich bisher nicht in Frage :D

Kommt auf die Definition des Wortes bzw. dessen Bedeutung an: finanziell gesehen – nein, das macht keinen Sinn (wenn es um schnelles Geld geht, da gibt es sehr viel lukrativere Investitionsmöglichkeiten) und ohne entsprechende Ausstattung (voll-klimatisierung etc.) ohnehin zu risikoreich. Als Investition für den eigenen Tee-Weg hinsichtlich Wissen (siehe oben: Tee kennen und begleiten lernen) und einem kleinen Vorrat des Lieblingstees jedoch absolut (wie gesagt, nur bei Sheng wirklich – wenn ich hauptsächlich Matcha trinken würde, wäre alles jenseits von ein paar hundert Gramm, damit man von Ernte zu Ernte kommt schon zu viel). :) 

Außerdem wäre es ein sträflicher Frevel, Tee als finanzielle Investition zu nutzen: Den Tee darfst du schließlich nicht trinken (wie bei Briefmarken sind angebrochene Bings nur ein Bruchteil eines ganzen Wert), hast somit nichts als Aufwand mit dem Tee und treibst die Preise für ehrliche Trinker künstlich in die Höhe – von solchen teefeindlichen Spekulanten gibt es leider schon genug :thumbdown:

bearbeitet von doumer

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    • Von VanFersen
      Vor allem in letzter Zeit tendiere ich sehr zu alten und etwas feuchter gelagerten Shengs. Mir haben es sehr loose Leaf (nicht gepresste) seit geraumer Zeit angetan. Besonders bei jenen Sorten aus den 90ern und älter fällt mir eine sehr intensive Wirkung auf den Körper auf, die Teilweise leicht unangenehm sein kann, je nach dem was man aus der Situation macht.
      Vor einer Woche nach er Arbeit tranken mein Chef, mein Kollege, meine Frau und ich einen 1996 Yiwu loose Leaf. Mir viel im ersten Moment kaum etwas auf, aber nach dem wir uns auf den Heimweg machten, fühlte ich mich, als hätte ich zwei Bier intus. Bei meiner Frau wirkte es sich eher in Magenschmerzen aus, was bei mir wiederum überhaupt nicht der Fall war. Auch beim meinem Kollegen hatte es die selbe Wirkung wie bei mir.
      Heute gerade in diesem Moment trinke ich einen 1999 loose Leaf Sheng - welcher ebenfalls eher der alten Garde was die Lagerung anbelangt zu zuschreiben ist - so auch der andere aus den 1996. Was diese Sorten, vor allem aus HK Lagerung alle gemein haben, ist eine wirklich Funky seltsame Wirkung auf den Körper.
      Ich trinke gerade den 6ten Aufguss und im Moment geht es wir sehr sehr seltsam. Es fühlt sich gerade so an, als würde der Tee einem richtig in den Kopf steigen und sich eine Art Druck auf den Kopf ausüben - dazu ist erneut ein Gefühl von leichtem Schwindel - Benommenheit wie bei einem leichten Schwips zu vermerken. Auch ein Gefühle der Trockenheit im Hals und ein leichten sich zuziehen jenem ist zu vermerken. Ich habe nichts gegen diese Umstände, sonst würde ich diese Sorten nicht trinken , aber mich fasziniert was dahinter steckt.
      Ich kann mir nur vorstellen, das Toxine oder Arten von Pilzen in dem Blattwerk jene Wirkungen hervorrufen. Denn, dass es der Tee als solches selbst ist, wage ich eher zu bezweifeln. Sicher wurde nun all dies ein Teil des Gesamtprodukts, aber ich denke nicht das diese Wirkung primär ein Bestandteil des eigentlichen Tees ist.
      Was denkt ihr? Was waren eure Beobachtungen im Bezug auf eure körperliche Reaktion und was denkt ihr ruft solche Gegenreaktionen hervor?
    • Von Quorton
      Nach eingen Wochen und mindestens 100g Tee, fühle ich mich bereit ein bisschen über diese Yanchas aus Hong Kong zu berichten. Wie manche es vielleicht schon gemerkt haben, schreibe ich oft mit Jay, den Teeverkäufer aus Hong Kong (TealifeHK) und auch mit anderen Usern auf einen Tee-Server auf Discord. Irgendwann lies ich mich durch die Beschreibungen überzeugen und bestellte vier Oolongs. Jay verkauft auch viele Pu'Erhs aber da ich keinen trinke, kann ich darüber nichts sagen.
       
      Zurück aber zum Thema. Hong Kong Oolong sollen üblicherweise ein ganz anderer Stil von Tee darstellen in dem sie deutlich höher geröstet werden als es jetzt üblich ist. Diese Röstungen sowie höhere Oxidation werden immer weniger populär was man gut mit den Extremfall Tie Guan Yin sieht. 
       
      Ich persönlich trinke aufmerksam Tee seit jetzt 2 Jahren und seit ungefähr einen Jahr bin ich fast ausschließlich auf Yanchas fokussiert. Ich mag auch andere Tees aber da fühle ich mich am wohlsten. 
      Dieser Post ist ein Sammelsorium an Eindrücken und Bildern aber keine Qualitätsbeurteilung oder irgendeine Kaufempfehlung. Der Grund: ich traue mir es nicht zu nach nur 1-2 Jahren. 
      Zu meiner Yancha Erfahrung: ich habe fast das ganze Sortiment von Cha Dao in der Tasse gehabt (es lebe die Cha Dao Teeauswahl) inklusive einen hoch gerösteten Yancha der aber nicht im Online-Angebot war. Zusätzlich habe ich relativ viele Tees von "Die Kunst des Tees" probiert. Neben den zwei hier bekannten Verkäufern, bestellte ich Yanchas auch bei Mei Leaf und What-Cha. 
      Ach, ja, die Tees. Paar Details zu Vorbereitung:
       
      1) Alles wurde in einen 70ml Jianshui vorbereitet. 
      2) Ich fülle das Kännchen meistens bis zu einen drittel mit Teeblättern. Die Ausnahme ist der TGY, da war es vielleicht 1/4.
      3) Kochendes Wasser. Immer.
      4) Ziehzeiten nach Gefühl. Ich tendiere eher zu längeren als es üblich ist laut Internet-Gongfu-Meistern.
      5) Aufgusszahl variiert zwischen 5 und 6 für jeden Tee. Vielleicht 7 für den TGY weil gerollt.
       
      Aged Da Hong Pao (2005-2006)
      Hier haben wir einen gealterten und hoch gerösteten Da Hong Pao. Unter Da Hong Pao versteht man alles und nichts. Ich persönlich bin der Meinung, dass DHP hat eine gewisse Note die immer präsent ist und auch sehr schwer zu beschreiben ist.
       
      Der Geruch ist hauptsächlich röstig aber was erwartet man beim trockenen Blatt.
       
      Die Farbe ist sehr Rot und ohne starken Licht wie hier, geht sogar ins wirklich dunklere. Ich hatte manchmal übertrieben Aufgüsse die eher richtig Shou Pu'Erh gingen.
      Und wenn man von Shou Pu'Erh spricht, das erste was mir hier Aufgefallen ist, ist diese sehr sanfte, kremige Konsistenz und Gefühl wie bei einen Shou. Ich habe ein paar Shou probiert und mochte diesen Aspekt, was mich erschreckte war das Aroma. 
      Dieser DHP hat das charakteristische Aroma eines DHP aber es ist nicht sehr aufdringlich. Insgesamt aber sehr beeindruckendes Gefühl im Mund und ein sehr angenehmer Kaffee-artiger Nachgeschmack. Im Vergleich zu anderen DHP, ist der eher wenig explosiv. Dafür ist er sehr dickflüssig und kremig. Der Nachgeschmack ist auch eine angenehme dunkle Spiegelung des Tees in der Tasse. Auch Elemente von süßen Gewürzen sind präsent.
      Das Hong Kong Pendant zu Milchkaffee mit Schuss? Auch das leichte kratzige des Schnapses ist da.
       
       
       
      Classic HK Shuixian (grade 1)
      Das jetzt das mittlere Spektrum was Röstung angeht. Und das merkt man deutlich. Diese typische Röstaromen sind hier eben fehlend. Die Röstung soll nur den Teegeschmack selbst verändern und nichts dazugeben. 

      Man sieht es schon am Blatt selbst. Aber wie verhält es sich mit den Aufgüssen?
       

      Hier ist es deutlich heller. Und die Fruchtigkeit die aus der Tasse kommt ist etwas was ich noch nie in keinen Yancha hatte. Es gibt einen leichten süßlichen Karamel Aroma aber die Fructigkeit dominiert. Man hat zwei Aspekte: süße Fruchtigkeit und eher saure Fruchtigkeit. Das ganze bezeichne ich wie eine Mischung aus Erdbeeren und Grapefruit. Ich muss sagen, ich war nicht sehr begesitert davon am Anfang (hey, ich bestellte Röstaromen nicht das Ding da), aber mit der Zeit und mit der Ruhe ist es glaube ich sogar mein Favorit geworden (vielleicht). Die Ausgewogenheit ist der Schlüssel zum Erfolg hier. Zusätzlich ist die Fruchtigkeit wirklich ungewöhnlich und interessant. Der Tee wirkt eher an den Seiten der Zunge und auf den oberen mittleren Bereich. Würzigkeit ist nur in den Aromen.

       
      Three Stamp Shui XIan
      Jetzt fängst es an.
       
      Der Darth Vader der Tees. Die höchste Röstung des Ladens und vermutlich die höchste die noch sinnvoll ist. Vor allem ist die Röstung auch relativ frisch (2017). Das Blatt ist absolut dunkel. Riecht nach Röstung. 
       

      Entsprechend tief rot ist der Aufguss. Dieser Tee hat die meiste Variation zwischen den Aufgüssen. Erster Aufguss wird von der Röstung dominiert mit Elementen der Würzigkeit. Allerdings finde ich eigentlich diesen Aufguss angenehm um auch die Röstung mal zu fühlen. Ich mag das. Der zweite Aufguss hat immer noch diese Röstung aber die Würzigkeit dominiert. So schmeckt für mich üblicherweise ein Shuixian. Es ist leicht säuerlich aber dieser Tanz auf der Zunge mit den Zimt und einen hauch Schokolade ist das Hauptelement. Weiter Aufgüsse gehen komplett in die Karamell Richtung. Kennt ihr die Riesen, diese Karamell Bonbons mit dunkler Schokolade übergossen? So ist das. Der Tee der am nächsten den steht ist der Bei Dou DHP von Cha Dao. Je mehr Karamell man hat desto weniger ist die Röstung spürbar. Auch die Würzigkeit nimmt ab. Insgesamt meine vollkommene Komfortzone.
       
      Eine Person bezeichnete den Geschmack als ein bisschen wie "Cola" was ja das gleiche wie ein hauch verkohltes karamell ist. Er merkte auch Kirsche wo ich leider nicht mithalten kann. Aber so sind die Geschmäcker: feiner und weniger fein (ich).

       
      High Fire Tie Guan Yin
       
      Jetzt kommen wir zum letzten Tee. Es handelt sich um einen TGY der von der gleichen Familie von Röstern wie der Three Stamp stammt. 

      Sieht wie normaler TGY nur in schwarz. 

      Die Farbe ist ein bisschen heller als die anderen Hochröstungen aber dunkler als der classic Shui Xian. Dieser Tee ist, wenn ich wirklich sagen müsste, der wo ich mir ziemlich sicher bin, dass 1) es ist wirklich gutes Blattgut, 2) die Röstung ist nicht da um alles zu zerstören.
      Es ist ein wunderbarer Tie Guan Yin im Mund deren charakteristische Grapefruit-artige Noten sehr präsent sind. Es hat den Nachgeschmack, den Geschmack, den Effekt auf der Seiten der Zunge und im Gaumen. Zusätzlich aber, hat der Tee diese Karamell, Kakao und Kaffee Aromen (nur in der Nase, im Gegenteil zu Three Stamp und DHP) die als Begleitung präsent sind. Sehr elegant. Nicht so komplex wie manches von Atong Chen, aber wirklich eine tolle Sache. Es ist aber kein Effekt wie oft bei TGY, wo man das Gefühl hat einen Blumenstrauß ins Gesicht bekommen zu haben.

       
       
      Ein paar Schlussgedanken
      1) Wir haben sehr viel über den Tees mit anderen Leuten auf Discord aber auch mit Laien, die die Tees an meiner Geburtstagsfeier probiert haben, diskutiert. Was auffällt ist, dass es Leute gibt die nur Röstung merken. Sie sind frustriert nach den Trinken. Es gab große Versprechen aber für sie, könnte es auch eine Aschensuppe sein. Andere sind sofort begeistert und können eine halbe Stunde ihre Eindrücke teilen (Insbesondere die Unterschiede zwischen den Three Stamp Aufgüssen fällte Leuten auf). 
      2) Diese Tees sind eher wenig für die Aromen gemacht. Die sind da, aber das Spannende passiert im Mund und im Nachgeschmack. Die Aromen sind eher die nette Begleitveranstaltung als der Main Stage.
      3) Es ist einer andere Welt als sehr viele der Yanchas die ich getrunken habe. Komplett andere "Persönlichkeiten". Sogar der Cha Dao hoch gerösteter Yancha war sehr anders da die Röstung da war um die Fruchtigkeit bis zum einen fast absurd intensiven Punkt zu bringen. Komplett andere Ziele als hier.
      4) Diese Tees hängen sehr von persönlichen Geschmack ab. Ich liebe schwarze 90% Schokolade, habe nie in Getränk in meinen Leben absichtlich gesüßt und Bitterkeit/rauchige Aromen haben mich nie abgeschreckt. Diese Tees entsprechen meinen Vorlieben sehr. 
       
       
      Am Ende sind diese Tees sehr charaktervoll, schamlos und bieten eine sehr interessante Erfahrung. Im Zeiten wo das florale siegt, ist der Feuer für mich sehr willkommen. Auch weil insgesamt scheint die Kunst der Röstung eher an Popularität zu verlieren. Diese Tees scheinen weit Weg von den Wuyi bergen zu sein und eine andere Logik zu verfolgen.
       
       
    • Von Roberts Teehaus
      Hallo Leute,
      ihr könnt euch bei uns extrem günstig einen Oriental Beauty Vorrat anlegen.
      Bis zum 31.08 bekommt ihr 70% Rabatt auf alle Packungen Oriental Beauty. Das betrifft die 1kg, die 500 Gramm und die 250 Gramm Packung.
      Der Gutscheincode lautet:OrientalBeauty70%
      https://www.roberts-teehaus.de
      Viele Grüße und ein schönes Wochenende
      Robert
    • Von YuriCPL
      Hallo leute,
      bei mir in der Wohnung ists durch das Wetter momentan ziemlich warm zw. 25-27° meistens. Kann ich hier den offenen Tee in einem dunklen Schrank problemlos lagern oder sollte ich ihn immer im Keller verstauen?
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