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Wieviele Kyusus sind sinnvoll


coalis

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Hallo,

seit kürzerem interessiere ich mich verstärkt für japanische Tees und möchte in Zukunft gerne verschiedene Sorten von Sencha, Kabuse-cha und Gyokuro durchprobieren. Wegen des hohen Koffeingehalts trinke ich davon lieber kleine Mengen, also habe ich mir neulich vor Ort eine kleine Kyusu gekauft.  Das Modell scheint es in Japan sehr häufig zu geben, die Kyusu sieht nämlich genau so aus:

http://www.yuuki-cha.com/teaware/japanese-teapots/tetsu-banko-teapot

Bisher habe ich damit ein paar wenige Aufgüsse an Sencha zubereitet. Jetzt wollte ich eine weitere Kyusu kaufen, allein schon um mal etwas größere Mengen zubereiten zu können. Ich hatte dafür bereits eine schwarze Tokoname Kyusu auf sunday.de ins Auge gefasst, wobei mir dann auffiel, dass sunday sehr spezifische Angaben zu den Kannen macht. Zum Beispiel geben sie an, dass Banko-Kyusus am besten für Gyokuro und Kabuse-cha geeignet seien, schwarze Tokoname ist angeblich geeignet für alle Teesorten. Beim Querlesen im Forum habe ich oft gelesen, dass es nicht gut sei, verschiedene Teearten in einer Kyusu zuzubereiten, da sonst der Geschmack verfälscht wird.

Bei mir im Schrank wartet bereits eine frisch geliefertes Yamashita Gyokuro Probeset von Maikotea. Ich traue mich aber fast gar nicht mehr, sowas wie den Yashiki no Cha in meiner Kyusu zuzubereiten, da dort drin schon der ein oder andere Sencha zubereitet wurde. Habe ich mir die Kyusu für Gyokuro bereits "verhunzt"? Wieviele getrennte Kyusus sind denn überhaupt sinnvoll? Jeweils eine für Sencha, Gyokuro und Kabuse-cha, oder kann man Kabuse-cha und Gyokuro in der selben Kanne machen? Ich finde das Thema etwas kompliziert, Sencha ist ja auch nicht grade ein homogenes Feld. Wenn ich z.B. in einer Kyusu mehrere Liter einer Sencha-Sorte zubereitet habe und dann eine Sorte mit sehr anderem Charakter darin zubereite, dann habe ich den Geschmack meiner neuen Sorte doch auch wieder verfälscht. Ich möchte mir auch ungerne eine Kyusu pro Teesorte zulegen. Ich überlege auch, mir eine Porzellan-Kyusu zuzulegen. Die sollte ja keinen Geschmack aufnehmen und ich könnte damit auch fermentierte Teesorten zubereiten.

Wie ist denn eure Erfahrung mit den Ton-Kyusus? Wie stark trennt ihr die Kyusus für verschiedene Teearten?

Viele Grüße

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Lass dich nicht kirre machen - so kompliziert muss das nicht sein.

vor 9 Stunden schrieb coalis:

oder kann man Kabuse-cha und Gyokuro in der selben Kanne machen?

Absolut!

Am einfachsten ist es, mit etwas glasiertem anzufangen, und für Teesorten, die du besonders gerne trinkst, dann später mal offene Tonkannen anzuschaffen. Aber grade japanische Grüntees sind von den Aromen her alle doch in einem ähnlichen Bereich angesiedelt - Kaminfeuer und Jasmintee wären eher ungut, aber das wars auch schon. Ich mach alle japanischen Grüntees in einer Tonkanne.

Das ist ein nettes Hobby, da lauter verschiedene Kannen zu haben. So wie manche Leute Küchenmesser aus verschiedenen Stahlsorten haben für große Fleischstücke, Fischfilet, hartes Gemüse, weiches Gemüse, Zwiebelwürfel.... wenn man Spaß daran hat, warum nicht? Aber das ist der einzige Grund, sowas zu machen - keinesfalls ist das irgendwie nötig.

 

Bearbeitet von miig
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Wie @miig ja schon andeutet, kann man in allen Bereichen zur Übertreibung neigen und so findet sich naturgemäss immer jemand, der diese Chance auch nutzt und seine Lehren verbreitet. ;)

Die Wahrheit liegt bestenfalls irgendwo in der Mitte. Ich würde zwar behaupten, dass sich gewisse Kannen für gewisse Arten von Grüntees besser eignen als andere. Unbrauchbar sind andere Kannen deshalb aber nicht, auch wenn man in ihnen verschiedene Sorten zubereitet. Insofern würde ich mich da in der Tat nicht verrückt machen.

Ich verwende Grundsätzlich drei Kannen, wobei ich in der Regel die dritte Nutze:

  • Porzellan für Genmaicha oder Hojicha
  • Grössere (ca. 180ml) unglasierte Tonkanne für 3+ Personen für den Rest
  • bzw. kleinere (ca. 80-100ml) unglasierte Tonkanne für 1-2 Personen für den Rest
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Würde es nun um Yixing oder andere Ton/Gesteinsarten gehen, wenn du auf viele unterschiedliche Tees gehen möchtest, dann würde es anders aussehen. Aber bei japanischen Sorten würde ich mir wirklich nur eine besondere Kanne, kein billig Ding, zulegen und damit hast du all deine Freude die du brauchst. Japanische Tees unterscheiden sich nicht so stark wie nun Oolong, Pu-erh und Co. Vielleicht leg dir eine Porzellan Variante als zweite Kanne zu, damit du Hojicha und andere geröstete Varianten vielleicht separat halten kannst.

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Ja, genau. Vor allem am Anfang ist es m.E. auch gut, möglichst viele Komplikationen außen vor zu lassen, um sich erstmal aufs Kennenlernen der Tees selber zu konzentrieren. Es ist schon so - jede Kannenform, jedes Kannenmaterial wird einen gewissen Einfluss ausüben, und die Tees beeinflussen. Aber diese Einflüsse sind eher in den Nuancen zu spüren - das ist schön, wenn man sich auskennt, damit herumzuexperimentieren. Wenn man dabei ist, sich Orientierung zu verschaffen, macht es die Sache unnötig kompliziert.

Ich würd höchstens bei Gyokuro drauf hinweisen, dass man den eigentlich viel konzentrierter zubereitet. Da passt dann ein sehr kleines Kännchen schon gut - aber ich verrate dir ein Hochgeheimnis: Eine große Kanne nicht voll zu machen, ist eine super Übergangslösung ;)

 

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Nochmal eine Frage zu den Teekannen aus Porzellan: Ich suche etwas um die 300ml mit feinem Sieb aus Metall, quasi als Universalkanne. Ich hab jetzt schon sehr lange im Netz gesucht, aber bisher habe ich nur diese Kanne gefunden:

https://www.tee-kontor-kiel.de/zubehoer/teekannen/seitengriffkannen/teekanne-arita-kyusu-weisses-porzellan-270ml?c=150

Den Preis finde ich schon sehr deftig, aber die Produkte die ich sonst gefunden habe, haben oft Einsatzsiebe oder Porzellansiebe was ich beides nicht möchte. Hat jemand noch Tipps für eine etwas günstigere Basisteekanne?

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Zur Preisgestaltung kann dir sicher @teekontorkiel Auskunft geben, auch wenn man für die folgende Aussage eigentlich eine Schelte verdient hätte: "Die kleine Seitengriffkanne nennt man in Japan Kyusu." ;)

Grundsätzlich ist es aber natürlich so, dass Massenprodukte wesentlich günstiger hergestellt werden können als kleinere Serien, insbesondere wenn bei letzteren zudem mehr Handarbeit investiert wird. Gleiches gilt wenn diese Arbeit noch fair entlöhnt wird, was in Japan wohl eher zutrifft als bei Produkten aus anderen Teilen Asiens. 

Bearbeitet von theroots
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@coalis Schönes Kännchen, wenn man Porzellan mag. Man darf nie vergessen, daß man Ästhetik für Tee nicht zwingend braucht, aber komischerweise das Gelingen doch sehr beeinflußt. Die Welt sitzt zwischen den Ohren. 
Ich kaufe auch online, logisch, aber man sollte gerade bei Schälchen und Kännchen eine hohe Ausfallrate einplanen, will heißen, gesehen und in die Hand genommen ist immer besser als jedes Foto. Fotos lügen, vor allen Dingen, wenn kein Vergleich daneben liegt, eine Münze, eine Streichholzschachtel. Dann muß man sich vorstellen können, was 270ml Volumen bedeutet usw usf. Wie gießt es? Alles wird letztlich eine Überraschung sein.
Im Teekantor Kiel habe ich gerade die Tage 2 Schälchen ohne rechte Überzeugung mit eingesammelt, hatte meiner Enttäuschung durch Nüchternheit quasi vorgebeugt. Die Schälchen sind umwerfend, filigran und trotzdem nicht zerbrechlich,  aber sie sind mir doch etwas zu hoch. Wenn ich sie von Ferne sehe. Dann auf dem Teetisch, in der Hand. Sie sind wunderbar.
Langer Rede kurzer Sinn: Am besten nicht online kaufen. Und wenn doch... 79Euro sind nun auch nicht sooo viel Geld für so ein hübsches Kännchen, wenns denn trifft. 

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vor 33 Minuten schrieb theroots:

"Die kleine Seitengriffkanne nennt man in Japan Kyusu."

Bei dem, was in den meisten Läden so verkauft wird, könnte man das auch schnell denken ;) Sonst habe ich die gleiche Teekanne im Internet eher noch teurer gesehen (teils 100€, wird von Maiko vertrieben) also hinterfrage ich den Preis mal nicht.

@Joscht Die Kyusu finde ich sehr schön, die Sonstigen Porzellanteekannen waren eher nicht so meins. Ich hätte mir halt eher ein Einstiegsmodell gewünscht, aber was solls.

@paxistatis Grüntee würde ich in der Regel nur 100ml machen, ganz selten mal mehr. Ansonsten war die Idee auch mal zu zweit einen Grüntee zu trinken, bzw. möchte ich mit der Kanne auch gerne mal Schwarztee u.Ä. zubereiten, den ich dann nur einmal aufgieße und auch nicht so stark :)

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@coalis Klingt interessant, wäre mir dann zu anstrengend immer auf die Menge zu achten ^^ Da würde ich überlegen, aber das musst du für dich wissen :)

Ich hab mir als erstes die hier geholt https://www.tee-kontor-kiel.de/zubehoer/teekannen/seitengriffkannen/teekanne-kyusu-aubergine-150-ml?c=150 Aber ich könnte mir vorstellen, dass die dir nicht passt oder? ^^

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@paxistatis Die sieht gut aus, aber kommt meiner bisherigen schon ziemlich nahe (Ton, gleiches Volumen). Eine Porzellankyusu in der Größe wäre für mich auch ok, aber ich finde da jetzt nicht so viel im Netz. Ansonsten missbrauche ich halt weiterhin mein kleines Edelstahlkännchen als Yuzamashi, damit kann ich zum Glück auch 100 ml abmessen :D

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@coalis - Es kommt wirklich immer darauf an wo man am Ende mit der Teeliebe hin will. Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen, dass ich am Anfang vieles für mich heute gesehen, falsch gemacht hatte. Einer der gröbsten Fehler waren zu große Kannen. Meine ersten Kyusu waren ca. 300ml - oder gar mehr - selbst zu zweite war dies zu viel! Heute überschreitet keine meiner Kannen 130ml und selbst bei dieser Größe kann ich immer noch hervorragend eine Tee-Session zu zweit mit meiner Frau genießen. Aber am Ende ist es jedem selber überlassen. Ich wünschte nur, ich hätte damals gewusst, was ich heute weiß - so hätte ich mir einiges an Geld ersparen können ;)

 

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  • 1 Jahr später...

Ich empfinde ein Keramiksieb bei so einigen japanischen Grüntees als Katastrophe, nicht nur bei Fukamushi.
Es scheint aber so zu sein, dass es Meisterstücke zumindest nicht häufig mit Metallsieb gibt. Mir ist sowas noch nie untergekommen, aber vielleicht gibt es das schon?

Mir würde noch Sazen einfallen: https://www.sazentea.com/en/products/c4-teaware

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vor 4 Stunden schrieb Verdana330:

Nehmt ihr denn nicht unterschiedliche Kyusus für normalen Sencha und Fukamushi? Fukamushi mit den tönernen Sieben empfinde ich als Katastrofe. Daher nutze ich für Fukamushis eine Kanne mit ganz engmaschigem Metallsieb.

Als Katastrophe empfinde ich es überhaupt nicht. Eine Kyūsu mit Metallsieb ist bei Fukumashi sicherlich einfacher in der Handhabung, vor allem wenn es schnell und unkompliziert gehen soll. Ich habe aber auch mit anderen Siebsorten keine Probleme. Sollten zu viel Blätter durch das Sieb in der Kyūsu kommen, nehme ich noch ein kleines Handsieb dazu. Wichtiger als das Sieb ist meines Erachtens das Gießen. 

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vor 4 Stunden schrieb Lateralus:

Ich empfinde ein Keramiksieb bei so einigen japanischen Grüntees als Katastrophe, nicht nur bei Fukamushi.
Es scheint aber so zu sein, dass es Meisterstücke zumindest nicht häufig mit Metallsieb gibt. Mir ist sowas noch nie untergekommen, aber vielleicht gibt es das schon?

Mir würde noch Sazen einfallen: https://www.sazentea.com/en/products/c4-teaware

Schöner Link. Aber eben auch nichts mit Metallsieb. Ich werde dann wohl das hier kaufen. Was anderes finde ich nicht und will mich auch nicht Tage lang damit befassen.

 

https://www.ebay.de/itm/Tokoname-Japanische-Teekanne-aus-Tokoname-Kyusu-Ishinn-Teapot/253490145064?hash=item3b0530a728:g:sxQAAOSwZF5cyvWa

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Hallo @Verdana330

ich weiß, du suchst eine „Meisterkanne“ mit Metallsieb, aber bist du dir sicher, dass so ein Teil deine Probleme löst?

Ehe du viel Geld ausgibst, könnte ich dir etwas zum üben anbieten. Ich habe eine Kyusu über, an der ich mich verkauft habe, sie ist mir einfach zu groß. Ist vom Hamburger Teespeicher, fasst ca. 350 ml, hat ein Panoramasieb aus Metall und ist quasi unbenutzt. War nicht sehr teuer, ich will auch gar kein Geld dafür; ein kleiner Teetausch würde mir schon reichen. Schau dir mal die Bilder an und melde dich, falls du Interesse hast. Falls nicht, brauchst du dich auch nicht zu melden, ich wäre dann nicht beleidigt 😀

 

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P.S. Ich wollte es dir eigentlich als PM schreiben, aber da konnte ich die Fotos nicht hochladen 🤗

Bearbeitet von TeeStövchen
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    • Von Moritz
      Guten Tag,
      ich habe eine Japanische Tokoname-Kyusu zu Hause herumstehen. 
      Die benutzt man ja eigentlich nur für japanischen Grüntee wie Sencha.
      Jetzt kommt aber meine Frage:
      Kann man in einer Seitengriffkanne auch chinesischen Grüntee Zubereiten wie Lung Ching oder Jasmintee zubereiten, oder wirkt sich das negativ auf Tee und Kanne aus? Ich bin noch Anfänger, bitte verständlich erklären.
      Grüße, Moritz
    • Von Shibo
      Es ist ein viel diskutiertes Thema. Allein hier im Teetalk lassen sich unzählige Aussagen über verschiedene Tonarten in Kombination mit jeder nur erdenklichen Teesorte finden. Dabei scheinen sich auf den ersten Blick viele Aussagen zu widersprechen, was angesichts der Unübersichtlichkeit der Thematik nicht verwunderlich ist.
      Ich bin der Meinung, dass diese Diskussion rund um den Ton nochmal eine Bündelung vertragen kann. Insbesondere könnte man hier mit einer breiteren Perspektive starten, als in diesem ergiebigen, aber mittlerweile doch schon älteren Thread über Yixing-Kannen. In der Zwischenzeit sind bestimmt viele Erfahrungswerte der Teetalk-Mitglieder hinzugekommen und auch die Informationsgrundlage im Netz ist heute eine andere: Es gibt mehr Fragen und weniger definitive Antworten. Ein sicheres Zeichen für Fortschritt in der Auseinandersetzung mit einem komplexen Thema .
      Ich starte einmal damit, ein paar Aussagen des amerikanischen Töpfers Mark Mohler stichpunktartig, wiederzugeben. Sie stammen aus einem sehr empfehlenswerten Interview, das teilweise ziemlich tief in die Materie einsteigt und mir in Erinnerung gerufen hat, dass ich diesen Thread schon länger erstellen wollte.
      Kenne man lediglich die Tonart, ließen sich kaum generelle Aussagen über ein aus ihr hergestelltes Tongefäß treffen: "Selbst aus dem Grundstoff für Porzellan kann man ein poröses Gefäß herstellen." Resultierend aus Punkt 1: Die Art der Verarbeitung habe einen größeren Einfluss auf das Gefäß, als der Ton selbst. Der Ton gebe allerdings vieles vor: Die Temperatur, bei der ein Ton verglast, sei ausschlaggebender, als die tatsächliche Temperatur, mit der gebrannt wurde. Mangels Wissen über die konkreten chemischen Vorgänge auf Molekularebene, geht Mohler für sich von einem anderen, besonders wichtigen Faktor für das Zusammenspiel von Ton und Tee aus: Wärmerückhaltevermögen [er spricht in diesem Zuge aber auch Wärmeleitfähigkeit an]. Dies sei wiederum von drei zentralen Eigenschaften des gebrannten Tons abhängig: Oberfläche: z.B. sehr viel größere Oberfläche bei Tonsorten mit mikroskopisch feiner, kristalliner Oberflächenstruktur, als bei glatteren Tonsorten. Wandstärke Dichte bzw. Porösität. Gerade anfänglich habe ein poröserer Ton ein höheres Wärmerückhaltevermögen, da die im Ton eingeschlossene Luft isolierend wirkt. Als zusätzlicher Faktor komme die Absorption von Tee durch porösere Stücke hinzu, die sich über die Temperaturfrage hinaus auswirkt. Diese Aussagen stellen keine erschöpfende Heuristik o.Ä. dar, ich habe sie lediglich als ersten Anreiz für einen Austausch hier gesammelt. Für mehr Kontext empfehle ich das Interview.

      Was mich besonders interessiert: Worauf basiert ihr eure Entscheidungen, welches Gefäß ihr für welchen Tee benutzt? Wie verläuft der gedankliche Prozess hinter einer solchen Entscheidung? Inwiefern lasst ihr euch von rationalen Überlegungen oder vielleicht auch von rein intuitiven oder ästhetischen Aspekten leiten? Eigentlich wollte ich selbst noch etwas dazu schreiben, aber damit der erste Beitrag nicht noch länger wird, gebe ich den Stift erst einmal ab.
    • Von Joaquin
      Das Forum Tee-Aufgussgefässe ist mit der Zeit gewachsen. Um es übersichtlicher zu gestallten, wurde es nun aufgeteilt in:
      Tee-Aufgussgefässe allgemein
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      Henkelteekannen. Kleinvolumige Teekannen aus Yixing, Chaozhou, Nixing, Jianshui usw. oder aus anderen Materialien oder Herstellungsorten. Kyūsu
      Kyūsu, das traditionelle, japanische Aufgussgefäß. Regulär bekannt als Seitengriffteekanne. Gaiwan
      Gaiwan, das chinesische Aufgussgefäß.
    • Von MichaW75
      Hallo zusammen.
      Ich benutze zur Zeit eine Kyusu aus Tokoname Ton und bereite in ihr überwiegend Gyokuro und Sencha zu. Da ich mir nun erstmals einen Tamaryokucha zugelegt habe, möchte ich diesen auch in der Kyusu zubereiten und bin mir aber nicht sicher, ob das sinnvoll ist. Auf der Verpackung steht, dass er in der Pfanne geröstet wurde.
      Benötige ich eher eine separate Kyusu für Tamaryokucha oder hat es keinen Einfluss auf den Geschmack von Gyokuro? 
    • Von Toko
      Kyusu + Samashi Watanabe Tozo 渡辺陶三
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