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Tee und Fernweh


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Liebe Teeliebhaber

Ich habe in letzter Zeit vermehrt das Gefühl, dass bei gar manch getrunkener Tasse verborgenes Fernweh mitschwingt, ebenso im Sammelwahn von chinesischer, japanischer oder koreanischer Keramik und weiteren Teeutensilien - diese gesamte Materie mit ihren vielen Geschichten stellt ein hervorragendes Fluchtportal aus der unmittelbaren Gegenwart dar.

Nur damit allfällige Neulinge einmal gewarnt sind.

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Eure Meinung hierzu?

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Dieses Gefühl hab ich schon seit ich ein kleiner Junge war. Einige Aspekte verstärken dieses sich einerseits "Fehl am Platz" fühlen und andererseits sich in dem Land in dem man lebt nicht richtig glücklich zu fühlen. Sicherlich geht es uns (Schweiz, Österreich und Deutschland) von der Lebensqualität, der Sozialpolitik und und und besser als so manch anderen Menschen die in ihrer Heimat weniger haben und dies ist auch immer der Spruch den man von allen Seiten hört "Sei froh das du hier lebst, denn wo anders würde es dir nicht so gut gehen" - das mag in vielen Aspekten schon zutreffen, aber dennoch reicht Sicherheit und Lebensstandard wirklich aus um sich damit glücklich zu stellen?

Ich hatte schon seit klein auf immer ein Heimweh/Fernweh zu Asien vor allem die Ostasiatischen Länder wie China, Japan, Südkorea und Taiwan hatten es mir von Anfang an angetan. Vor allem meine Liebe zu Japan hatte in meinen Jugendjahren sich zu einem mystischen Schloss aufgebaut von dem ich Angst hatte es könne platzen, wäre ich das erste Mal wirklich in Japan. Doch dem war in keinem Moment so im Gegenteil! Ich kenne all die Schattenseiten die Japan zu bieten hat und es sind nicht wenige, aber als ich das erste Mal in Japan war hätte ich weinen können. Es war fast so, als wäre ich nie weg gewesen, als wäre ich endlich zu Hause angekommen. Es der erste Urlaub in meinem Leben wo ich einfach nicht nach Hause wollte. Ich war nie zuvor in Japan aber ich bin gleich am ersten Abend in Tokyo von Meguro nach Shibuya zu Fuß gegangen ohne mich nur einmal zu verlaufen. Auf dem Rückweg nahm ich sogar eine Abkürzung zu meinem Apartment. Seither lebe ich in ständiger Fernweh-Situation mal mehr verstärkt, mal weniger.

Ich habe mich in Österreich nie besonders wohl gefühlt, da es für mich hier kaum etwas gibt (außer Mittelalterfeste), aber alle meine Interessen und was ich liebe muss ich mir sowieso aus Asien besorgen, da ich hier keine Anlaufstellen habe. Aber Auswandern ist immer leichter gesagt, als getan, vor allem wenn man nicht mehr alleine sondern zu zweit ist, muss man auch auf die Wünsche des anderen eingehen.

Vor allem durch den Tee wünsche ich mir oftmals ein einfacheres und bescheideneres Leben, welches aber am Ende einen weit höheren Mehrwert haben würde. Vor allem wenn ich so Gemeinschaften wie die Herrschaften von Global Tea Hut sehe, beneide ich diese ganz ehrlich besonders. Sie Leben umgeben von Bergen und Teekultur in Taiwan, Leben und Arbeiten jeden Tag mit Tee und können Reisen und all die Teefelder und Teeberge besuchen, welche ich schon seit Jahren sehen möchte. Auch wenn ihr allgemeiner Alltag "einfach" gestaltet ist, was den Ablauf anbelangt, ist es genau das und mit der Materie mit der sie sich jeden Tag beschäftigen können, dass wahres Glück und Zufriedenheit in meinen Augen bedeutet.

Edited by VanFersen
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