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Ah - gut, dass du fragst. Ich wollte dazu eh schon mal was schreiben. Ich mach mir fast täglich eine Kanne morgens, und nehm die dann mit. Meine Erfahrungen: die Original-Kanne von Thermos ist gut und sehr stabil. ABER: zwei Dinge sorgen bei mir dafür, dass der Tee sehr schnell nahezu jegliches Aroma verliert:

- heiß einfüllen

- Edelstahl-Innenbehälter.

Deswegen bin ich mittlerweile dazu übergegangen, den Tee vor dem Frühstück zu machen, und ihn dann abgekühlt in einer Glasflasche mitzunehmen. Ich hab eine Soulbottle, die ist etwas teuer, aber schon gut gemacht und sehr dicht. Aber es ist eben kein getempertes Glas - man kann sogar heiße Sachen drin mitnehmen, muss das Glas aber langsam aufwärmen. (Offizielle Angabe: Nicht mehr als 30°C Temperaturunterschied). Eigentlich verwunderlich - eine Trinkflasche für 30€ gibts nicht getempert, aber die 3€-China-Glaspitcher schockt selbst das brutalst kochende Wasser nicht. Hmm...

Wie dem auch sei: Ich bin quasi zu faul für das graduelle Aufwärmen und nehm ihn einfach abgekühlt mit. Glasflaschen haben halt den Vorteil, dass man auch schön reinsieht. Dann hält sich das Aroma feiner Tees wirklich sehr gut, auch mehrere Stunden lang. In der Edelstahlthermos schmeckt er sehr schnell nicht mehr... höchstens Shu könnte da länger halten. Böse Zungen sagen jetzt, das liegt daran, dass er eh nicht schmeckt :P

Es wär interessant, mal eine Thermoskanne mit Glaseinsatz zu probieren. Die sind offensichtlich bruchempfindlicher, aber das Aroma könnte sich etwas länger halten. Grad im Winter, oder wenn man heißen Tee haben will, ist es womöglich ein Kompromiss. Wobei ich davon ausgehe, dass der Tee, sobald er heiß gehalten wird, einfach vor sich hinzieht und schnell nach unten geht. Wenn ich jetzt im Winter am Weihnachtsmarkt arbeiten würde, wär mir der Geschmack natürlich egal - hauptsache was warmes. :)

 

bearbeitet von miig

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Lieber Joscht, das war jetzt etwas grob, schliesslich ist es unser Fersi! :thumbup:

@topic: Hochqualitativen Tee würde ich jetzt nicht für unterwegs vorbrühen. Das Zeugs verändert sich. Aber miig hat recht, Shou oder auch alter Sheng bleiben relativ konstant. Ansonsten würde ich dir eher eine Art Grandpastyle in einer Themosflasche empfehlen, wo du aber noch einen Filter dazwischen hast und das Kraut erst kurz vor dem Trinken ins heisse Wasser reinkippst und falls es zu stark zu werden droht auch wieder vom bereits gezogenen Aufguss trennen kannst - entweder das oder das.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Ja, ich kann ebenso von Edelstahlthermoskannen abraten. Und wenn, dann füll da niemals (!) Schwarztee, Shou oder ähnliches hinein. Die Ablagerungen führen dazu, dass dein Oolong nach 2h nach abgestandenem Schwarztee schmeckt. Aber so oder so: Tee verliert da irgendwie seinen Geschmack, bzw. verkommt graduell zu so einem "Standardteegeschmack". Schwer zu beschreiben. Wenns besserer Tee sein soll, dann fülle ich einfach nur kochendes Wasser ein, gieße es wieder zurück in den Kocher, koche es erneut auf und gieße es dann wieder hinein. Dann kann man auch mit einem Komjove oder einem Reisegaiwan (bzw. Easy Gaiwan) unterwegs Tee genießen und in den ersten Runden ist das Wasser noch wirklich fast kochend. Da scheint sich kein Geschmack in das Teewasser zu übertragen, zumindest schmeckte der resultierende Tee auch passend.

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Danke erstmals für die Tipps. Ich hätte vielleicht noch hinzufügen sollen, dass dies nicht für mich ist. Für mich käme so etwas nicht in Frage, außer für heiße Kräuteraufgüsse, denn bei diesen kann nicht viel passieren. Ein guter Freund will seinen Tee gerne zum Wandern mitnehmen und dabei nicht auf viel tamtam angewiesen sein, daher hat er mich gefragt und da ich in diesem Sektor keine große Kompetenz darstelle, wenn es um den Erhalt von Geschmack für to go oder in diesem Fall to hiking geht, ging meine Frage an euch ;)

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@GoldenTurtle stimmt. aber ich entschuldige mich nich.

Interessant auch eher: Wie bereite ich unterwegs am besten meinen Tee zu. Und dazu ist natürlich immer die Temperatur des Wassers interessant. Ich bin ein bekennender Unterwegszubereiter (so wie in der Weimarer die Nudisten bekannten, lol), aber Tee käme mir nie in die Thermoskanne. Laut meinem leider verschollenen Lehrmeister Along in Sachen Achtsamkeit: Heißes Wasser. In eine Thermoskanne kommt nur heißes Wasser. Tatsächlich bin ich heute die schlappen achthundert Kilometer von Berlin nach Zeebrugge gefahren, ohne Pause, nur mit der 0.7l Thermoskanne mit Wasser. Heißem natürlich. Essen wird damit unwichtig. Pausen auch. 

Ich schmeichele Along sehr, wenn ich ihn "meinen Lehrmeister" nenne, denn wir waren nur 6 Wochen zusammen. Aber in dieser Zeit habe ich so viel gelernt oder einfach nur bestätigt bekommen.
Wir waren für ein verlogenes Friedensprojekt in Jordanien, er war als Mediator engagiert, ich als Tonmeister und Fotograf. Wenn ich meine Fotos heute anschaue und die von vor 12 Jahren... Er hat mir zwei essentielle Tips gegeben. Und das nicht mal direkt, der Mann war überhaupt kein Profi. Und selbst in Sachen Ton, wo mir damals schon niemand was vormachen konnte, ... es gibt solche Menschen und jeder hat ja irgendwann seinen Lehrmeister. Aber jemanden zu begegnen, wenn man schon gefestigter ist und dann trotzdem, das wünsche ich jedem. 
 
 

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Ich würde vermutlich heißes Wasser in der Thermoskanne mitnehmen und dann einen Teezubereiter, wie Turtle ihn verlinkt hat.

So einen habe ich auch für Arbeit und Reisen und trinke das dann eben im Hotel oder so, wo ich dann Zugang zu heißem Wasser habe.

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OK sieht so aus, als hätte ich die Frage jenes Freundes etwas missverstanden. Er meinte eher, was schon ein paar hier schrieben, dass er eine Thermoskanne braucht die das Wasser so lange es geht auf gleicher Hitze hält um diese mitzunehmen oder generell für unterwegs Wasser parat zu haben das die Hitze bestmöglichst lange auf hoher Temperatur hält ohne dabei schnell abzusinken.

Kennt da jemand ein gutes Produkt?

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vor 49 Minuten schrieb Entchen19:

Ich würde vermutlich heißes Wasser in der Thermoskanne mitnehmen und dann einen Teezubereiter, wie Turtle ihn verlinkt hat.

Aber in den beiden Teezubereitern kann man das heisse Wasser auch schon mitnehmen.

@VanFersen Ich bin überzeugt, du hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen.

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Ja und ...

vor 20 Stunden schrieb GoldenTurtle:

das Kraut erst kurz vor dem Trinken ins heisse Wasser reinkippst und falls es zu stark zu werden droht auch wieder vom bereits gezogenen Aufguss trennen kannst

Die Dinger sind wirklich praktisch konzipiert.

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Bekam auch Gestern noch Antwort von Kontor direkt, auch dort wurde mir eher von diesem beiden abgeraten, wenn es darum geht Wasser lange heiß halten zu wollen ;)

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Für Pu-Erh-Sessions draußen mit einem Teefreund habe ich mich nach einiger Recherche aufgrund Bewerbung und Rezensionen für die Thermosflasche von Isosteel in der 0,9l Fassung entschieden (Dreh-, statt Druckverschluss), um heißes Wasser mit möglichst keinem Temperaturverlust bei mir haben zu können. (0,9l, da je kompakter, desto weniger Temperaturabfall)

Weil man ein paar dieser Flaschen bräuchte (bei 90-100ml reichten uns bisher meistens zwei - wobei ich einen Gushu nochmal mit einer kompletten weiteren Füllung im Anschluss alleine zum Abschluss bringe) und es sich somit in der Summe läppern könnte (....), mag eine Suche bei entsprechenden Kleinanzeiger-Portalen gegebenenfalls Sinn machen.

Wir sind bisher ziemlich zufrieden mit dieser Lösung; ich muss aber auch anmerken, dass zwischen Auffüllung und erstem Anbruch bisher nicht mehr als ca. eine Stunde verstrichen war.

bearbeitet von blindblend

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Also wenn es nur um heißes Wasser (!) geht, kann ich die Edel(?)stahlisolierflasche aus dem Standardsortiment von IKEA empfehlen. Diese Flasche kostet weniger als zehn Euro, fasst einen Liter und man kann sich auch nach fünf bis sechs Stunden Wanderung noch hervorragend die Finger an dem Wasser verbrühen.

Nachteil ist, dass die Flasche recht groß und aufgrund des Materials auch leer nicht federleicht ist. Die Funktionalität ist aber sehr gut. Ich nehme die Flasche gerne auf Wanderungen mit, um mir gegen Mittag/Nachmittag mit meinem kleinen Reisegaiwan und -schälchen eine Teepause zu gönnen.

Zum warmhalten von etwas anderem als Wasser habe ich die Flasche aber noch nicht benutzt. Sie taugt jedoch definitiv nicht, um darin direkt Tee zuzubereiten.

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Das Thema ist zwar nicht mehr ganz frisch, trotzdem gebe ich mal meinen Senf dazu ab:

Bis vor kurzem nutzte ich zum Transport von heißem Wasser keine Isolierkanne sondern eine Isolierflasche aus Edelstahl. Durch ihre eher schlanke Form, nicht so bauchig wie Kannen, passen sie ganz gut in den Rucksack und sind meines Erachtens nach gut für unterwegs und halten das Wasser heiß. Den Deckel/integrierten Becher kann man auch gut nutzen, um Wasser für Grüntee abkühlen zu lassen. Wir hatten eine von Alfi (https://alfi.de/alfi-isolierflasche-isotherm-perfect-automatikverschluss.html) - andere Mütter haben aber sicher auch schöne Kinder. :P 

Wichtig ist natürlich, wie bereits erwähnt wurde, die Kanne mit dem aufgekochten Wasser zu erhitzen und dann nach einigen Minuten (empfohlen werden meist 5 Minuten) nochmals aufzukochen, einzufüllen (am besten randvoll) und direkt zu verschließen. 

Leider gab sie nach rund drei Jahren den Geist auf - ich nutzte sie in dieser Zeit primär im Büro, von einem Tag auf den nächsten isolierte sie nicht mehr und würde auch von außen extrem heiß, was wohl auf den Verlust des Vakuums zurück zu führen ist, wahrscheinlich durch einen Haarriss o.ä. Kann auch gut sein, dass sie ein Kollege runtergeworfen hat. :D Bis dahin hatte sie aber auch in der Vergangenheit ein paar Stürze hinter sich gebracht ohne Schaden davon zu tragen. 

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Habe ich hier im Forum schon mal erwähnt. Edeka hat jedes halbe Jahr solche "Thermosflaschen" aus Edelstahl in den Größen 1/2, 3/4, 1 Liter im Angebot. Bis jetzt hat nur bei einer der Verschluss aufgeben.

bearbeitet von KlausO

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Ich habe jetzt das Thema so verstanden, dass nur Wasser darin transportiert werden soll, kein fertig zubereiteter Tee.Ich möchte darin heißen und kalten Tee transportieren.

Ich bin gerade auch auf der Suche nach einer passenden Lösung für mich...

-Glas oder Edelstahl, ggf. auch Kunststoff, wenn wirklich geschmacksneutral

Anforderungen:
-leicht 
-darf Geschmack des Getränks nicht verändern
-Flasche darf Geschmack des Inhalts nicht annehmen
-dicht
-schön wäre integrierter Sieb, aber kein Muss

Welche habt ihr, welche empfehlt ihr? Ich höre immer wieder, dass Edelstahl eigentlich nicht geeignet ist. Ich hatte bisher halt nur diese Thermosflaschen Erfahrungen-und da haben alle mistig geschmeckt :/ 


 

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    • Von Jessi686
      Erstmal ein fröhliches Hallo in die Runde!
      Ich lese jetzt seit einer guten Woche quer durchs Forum und bin erstaunt, dass es doch so viele Tee-Begeisterte Menschen in Deutschland gibt
      Ich bin momentan etwas auf Tee-Entzug ( meine Freunde finden das alle etwas skurril), aber ich wollte endlich mal den ganzen Tee leer bekommen, den ich sonst nie trinke.. (meist Geschenke die man immer wieder bekommt). Da ich diesen Tee allerdings ja sonst sehr selten trinken hab ich mir Gedacht 'gut jetzt trinkst du mal alles aus was du hast und dann kann man mal wieder von Grund auf aufstocken'
      Angefangen hat es bei mir (wie wahrscheinlich bei den meisten anderen auch) mit den klassischen in Deutschland erhältlichen Teebeuteln und einer einfachen Tasse. Da ich absolut keinen Kaffe mag, hat mir dies allerdings irgendwann nicht mehr gereicht. Also ging es über zu diversen losen Tees, von Kräuter über Früchte und halbwegs klassischen Schwarzen/Grünen und weißen Tees. Damals hatten wir allerdings bei uns daheim nur ein Teeei... Anfangs noch ganz ok... aber schon nach kurzer Zeit ging mir sowohl die Handhabung auf den Keks, als auch, dass immer die Hälfte des Tees in die Tasse 'flutscht'.
      Nach ein paar Stunden Internetrecherche habe Ich dann endlich ein passendes Glas-Sieb-Set gefunden. Sehnsüchtig habe Ich mein neues Zubehör damals erwartet, und Ich denke Rückblickend kann ich sagen, dass ich dadurch erst so richtig auf den Geschmack von Tee gekommen bin. Das Sieb war recht fein, und der Tee hatte auch gut Platz in der Tasse. Da fing ich dann auch an mir hochwertigere klassische Tees zu kaufen und bin dann vorallem auf den Geschmack von weißen Tees gekommen.
      Jetzt wollte ich allerdings auch gerne Mal die Zubereitung mit einem Gaiwan ausprobieren, auch weil man dies ja ganz gut auf der Arbeit praktizieren könnte. Mein Thermobecher beinhaltet meist nur Früchtetees oder ähnliches was halt nicht so stark bittert und lange drin bleiben kann. Tee kochen ist auf der Arbeit auch immer etwas problematisch, da das Wasser hier extrem hart ist. Habe allerdings schon den guten Tipp hier gelesen einfach eine Thermoskanne nur für heißes Wasser zu besitzen. Ich denke das wird demnächst bei mir auch einziehen.
      Ich würde mich auch gerne Mal über Anregungen Eurerseits freuen wir Ihr euren Tee auf der Arbeit oder generell unterwegs zubereitet.
      Damit auch direkt zu meiner ersten Direkten Frage: Hat einer von euch einen Tipp wie ich halbwegs vernünftig Tee in der Schule zubereiten kann? (Bin momentan noch in einer Ausbildung und habe immer Blockunterricht) Habe schon überlegt ob ein Gaiwan eine gute Methode ist, allerdings im Unterricht bzw. in der Pause dann sein ganzes Equipment auspacken ist vielleicht auch etwas komisch? Habe auch schon diverse Teebereiter gesehen, wo der Tee lose schwimmt und ein Sieb verhindert, dass einen der Tee in den Mund rutscht, habt ihr da Erfahrungen? In der Schule darf ich leider nicht in jeden Raum trinken (sind teilweise in PC-Räumen/Laboren etc.) daher sollte der Tee auch nach 1-2 Stunden nicht unbedingt schon bitter werden...
       
      Falls sich jetzt jemand wirklich den ganzen Roman von mir durchgelesen hat freue Ich mich schon auf gegenseitigen Austausch (:
       
       
       
       
       
       
    • Von Jinx
      Als Alternative für kürzere aushäusige Aktivitäten (wenn mir meine unverwüstliche Stanley-Kanne zu groß ist und ich keinen Eistee mitnehmen will) habe ich mir diesen Teamaker zugelegt. Er besteht aus einer Neoprenhülle, doppelwandigem Glasbehälter, einem feinen Sieb und einem Thermodeckel. 
    • Von Jinx
      Als Alternative für kürzere aushäusige Aktivitäten (wenn mir meine unverwüstliche Stanley-Kanne zu groß ist und ich keinen Eistee mitnehmen will) habe ich mir diesen Teamaker zugelegt. Er besteht aus einer Neoprenhülle, doppelwandigem Glasbehälter, einem feinen Sieb und einem Thermodeckel. 
    • Von Jinx
      Als Alternative für kürzere aushäusige Aktivitäten (wenn mir meine unverwüstliche Stanley-Kanne zu groß ist und ich keinen Eistee mitnehmen will) habe ich mir diesen Teamaker zugelegt. Er besteht aus einer Neoprenhülle, doppelwandigem Glasbehälter, einem feinen Sieb und einem Thermodeckel. 
    • Von Thomas87
      Man kann den Teetrinkern nicht mal chromblitzende und sündteure Maschinen verkaufen und auch Teatogo verspricht keine großartigen Geschäfte.
      Daher verbleibt der Teeliebhaber als marginale Größe (Quan­ti­té né­g­li­gea­b­le) Außenseiter und Randfigur in einer überreizten Konsum- und Vermarktungslandschaft, der man umsatzmäßig nur - seiner reduzierten Materialität wegen: Tasse, Tee, Heißwasser - über ständigen Neuerwerb von Kanne und Teeeiern beikommt.
      Dem Tee fehlt der Coolness-Faktor. Schon mal irgendeinen Action-Star (John Wayne, Arnold Schwarzenegger…) beim Teeschlürfen erwischt? (Doch, gibt es: Chow Yun-Fat in ‚Tiger and Dragon‘)

      Man muss also damit leben, als Tee-Connaisseur Mensch zweiter Klasse und Verbraucher dritten, vierten Ranges zu sein in einem Beigeschäft, das sofort erstürbe, kämen unter den Tee-Plantagen Seltene Erden zum Vorschein.
      Das hat einen Vorteil: Als Teetrinker wird man nicht für voll genommen. ‚Was? Du trinkst Tee?‘ bekommt man in der Büroküche zugesprochen, als verwechselte man Arbeits- mit Freizeit unter Ignoranz des teuer angeschafften Kaffeevollautomaten; schließlich sollen die Mitarbeiter nachmittags nicht einschlafen.
      Als Teetrinker gilt man als geradezu fortschritts-, technik-, umsatz-, zukunftsfeindlich: Es fehlt an Dynamik, an Innovation, an merkantiler Eroberung neuer Geschäftsfelder und feindlichen Übernahmen in einer sich überschlagend selbst überholenden Welt des Mehr, Mehr, Mehr.
      Das ist nicht karrierefördernd.
      (So steigt in den Tigerstaaten mit dem Bruttosozialprodukt auch der Kaffeekonsum bei sinkendem Teeverbrauch.)

      Deswegen fühlt sich der Teetrinker oft schmählich zurückgesetzt, ja, übergangen, und er versucht diesen Makel durch hochdosierte Matchagaben auszugleichen, damit das Herzflimmern als Ausdruck vollen Einsatzes für die Firma gedeutet werden kann.

      Tee trinkt man, so heißt es, um den Lärm der Welt zu vergessen.
      Die Welt aber, vergißt gerne den Teetrinker.
      Die Gefahr ist, ganz herauszufallen aus den Getrieben der Zeit.
      Man kann dann zu Recht sagen: Der Tee hat’s versiebt.
       
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