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Moin allerseits, 

Bin neu hier und frage auch gleich, was mich gerade am meisten beschäftigt. Wie handhabt ihr das hier, wird noch eine förmliche Vorstellung erwartet? 

Also: Wenn man tolle Keramik kauft wird jeder irgendwann feststellen, dass sie kaputt geht. Da immer mal was zu Bruch gehen kann, würde ich gerne lernen wie man die schönen Dinge wieder heile machen kann. Man stößt dann ja recht schnell auf die Kintsugi-Technik. Aber ich habe bis her noch keine gute Anleitung oder ähnliches gefunden. Am liebsten wäre mir ein Buch auf deutsch oder englisch. 

Wenn ich mir vorstelle wie man die Arbeit angeht stellen sich mir einige fragen: 

Kann man den trockenen Lack von der Keramik polieren, so dass das Urushi nur in den Rissen bleibt? Womit poliert man es am besten? Wenn ich das Pigment nicht von Anfang an dem Lack beimische, wann ist der richtige Zeitpunkt um es aufzutragen? Und so weiter. Vielleicht könntet ihr, die schon Erfahrungen mit dieser Kunst gemacht habe etwas genauer von den Arbeitsabläufen berichten? Ich möchte niemandem Konkurrenz mache. Ich habe nur großen Spass an der Arbeit mit den Pfoten und würde meine Schalen und Kännchen gerne selber heile machen können. 

Grüße an alle 

Tomte

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Hi,

Also wenn jemand vor hat wirklich Teil der Runde hier zu werden, ist es immer ratsam, einen Vorstellungs-Thread zu verfassen. Dazu gibt es eine eigene Kategorie:

https://www.teetalk.de/forums/forum/58-neu-hier-vorstellungen/

Mit dem Kintsugi kenne ich selbst mich überhaupt gar nicht aus, aber @Cel , wird dir sicher helfen können.

Hier noch ein Link zu einem größeren Kintsugi-Thread:

 

bearbeitet von Teelix

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vor 5 Stunden schrieb TomteTummetott:

Am liebsten wäre mir ein Buch auf deutsch oder englisch. 

Kenn ich keines, an sich bringt Dir das auch wenig, die Grundkenntnisse kann man mit Hilfe des Internets finden, der Rest liegt an Dir.

vor 5 Stunden schrieb TomteTummetott:

Kann man den trockenen Lack von der Keramik polieren, so dass das Urushi nur in den Rissen bleibt?

Ja, kann man.

vor 5 Stunden schrieb TomteTummetott:

Wenn ich das Pigment nicht von Anfang an dem Lack beimische, wann ist der richtige Zeitpunkt um es aufzutragen?

Macht man nie von Anfang an (evtl. bei Glas), es wird auf die letzte Schicht gegeben. Es sind keine "Pigmente", es ist reines Metall. Ab und an Perlmutt, man findet auch Messing, Titan und weiteres als Ersatzstoffe für Gold und Silber.(Bei Gebrauchskeramik ist es sinnvoll Gold und Silber zu nutzen und !!kein Messing!!) Dem Endkunden gegenüber sollte man ehrlich bleiben, meine Arbeiten sind bis auf einen kleinen Obolus in Form von Tee kostenfrei. Sind aber auch Freundschaftsdienste und nicht gewerblich veranlagt.

vor 5 Stunden schrieb TomteTummetott:

Womit poliert man es am besten?

Mit allen möglichen Mitteln von Schleifpapier bis hochteuren Wassersteinen und Asche.

Jetzt das Kleingedruckte

!!!Urushi Lack ist hoch Allergen!!!, es tritt nicht unbedingt beim ersten Mal auf, die Wahrscheinlichkeit das eine Allergie auftritt ist sehr hoch. Man sollte nur mit Handschuhen arbeiten und den Schleifstaub niemals einatmen. Es kann sein das man eine Veranlagung für die Allergie hat, das kann schlimm Enden!

Gilt nicht für den ausgehärteten Lack.

Das Internet ist voller Informationen und Du stellst eine Frage über Kintsugi in einem Tee Forum, man könnte denken Du hast die weiten des Internet nicht genutzt.

bearbeitet von Cel

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vor 5 Stunden schrieb TomteTummetott:

Kann man den trockenen Lack von der Keramik polieren, so dass das Urushi nur in den Rissen bleibt?

Bei Kin/Gintsugi handelt es sich ja grundsätzlich um einen zweistufigen Prozess. In einem ersten Schritt werden die Einzelteile zusammengefügt, während in einem zweiten Schritt die "Naht" mit einer weiteren Schicht Lack überzogen wird, welche man ggf. noch mit Beimischungen veredelt.

In den jeweiligen Schritten verwendet man unterschiedliche Grundstoffe, deren Zusammensetzung je nach Künstler/Handwerker variieren. Der eigentliche Lack bildet dabei das Grundmaterial. Diesem ist insbesondere im zweiten Schritt ein rotes Pigment beigemischt, welches dem ggf. ebenfalls beigemischten Goldpigmenten einen schöneren Glanz verleihen soll. Daher verwendet man für das Zusammenfügen (schwarz bzw. natur) und die Veredelung (rot pigmentiert) auch unterschiedlichen Lack.

Das Hauptproblem ist m.E. jedoch eher die für eine saubere Aushärtung des Lacks nötigen Bedigungen zu schaffen. In Europa kenne ich fest niemanden, der sowohl mit genügend Sorgfalt arbeitet als auch die richtige Technik verwendet, damit die Aushärtung sauber verläuft. Denn die Veredelungsschicht müsste sich so über die reparierte Stelle legen, dass sich erstere gar nicht vom Rest abhebt. Hier einige m.E. gelungene Beispiele:

gallery_447_29_209980.jpggallery_447_29_2323.jpg

Es gibt hierzu einige kurze Anleitungen, aber letztlich steckt viel Übung, Geduld und Können dahinter. Da die richtigen Materialien und Werkzeuge nötig sind, ist die Sache auch nicht ganz günstig. Aber all dies ist natürlich letztlich von den eigenen Erwartungen abhängig. ;) 

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Solche Ergebnisse wie @theroots zeigt brauchen viel Erfahrung und sind noch Welten von meinen bescheidenen Fähigkeiten entfernt. Dafür muss man viel üben, was entsprechend viel Material verschlingt. Ich weiß nicht ob theroots sich zutraut so sauber zu arbeiten.

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Ich glaube dass insbesondere grössere Flächen relativ schwierig sind, wenn man ein sauberes Resultat haben möchte. Einfache Linien bringt man relativ gut hin, wenn man sauber arbeitet.

Bei mir scheitert ein für mich gutes Ergebnis v.a. daran, dass der Lack bei der Veredelung nicht richtig trocknet und letztlich das Resultat sehr uneben wird. Leider bin ich da etwas ratlos.. ;)

Bestes Ergebnis bis jetzt, wobei ich in den nächsten Ferien oder zumindest nach unserem Umzug einen neuen Versuch starten werde:

gallery_447_29_207009.jpggallery_447_29_347034.jpg

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@theroots Ist das dieses Titanpulver? Das fand ich deckt sehr gut und bildet eine schöne gleichmäßige Oberfläche.(Lebensmittelecht)

Ich habe zur Zeit nicht mehr viel Lack, meiner Erfahrung nach ist der Lack aber ausschlaggebend für eine schöne Oberfläche, Beim letzten Auftragen ist die Art des Lackes m.E. mit am Wichtigsten.

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vor 2 Stunden schrieb Cel:

Ist das dieses Titanpulver?

Wenn du dich auf das erste Bild beziehst: Ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um Silber handelt, wobei wahrscheinlich noch etwas beigemengt wurde. So ganz bestimmen lässt sich dies aber nicht.

vor 2 Stunden schrieb Cel:

ist der Lack aber ausschlaggebend

Das vermute ich auch. Meiner ist ohnehin schon relativ alt. Gut möglich also, dass die seit längerer Zeit geöffnete Tube nicht mehr ganz in Ordnung ist. Werde mir bei Gelegenheit auch Nachschub besorgen. Bestellst du bei Mejiro oder hast du eine gute Adresse? 

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@Teelix Den Kintsugi-Thread habe ich schon durch. Das hat mich dazu bewogen hier nachzufragen. Es ist schön zu sehnen was man machen kann, aber ich weis nicht wie ich es anfangen kann. Vielleicht habe ich einen Link überlesen oder so, weiß ich nicht. 

Ich habe natürlich im Netz gesucht und bin hauptsächlich auf Seiten gelandet wie:"die ganzen Sachen sind mir zu teuer, deshalb nehme ich Sekundenkleber und goldenen Nagellack". Weist ihr mir den Weg zu einer brauchbaren Anleitung? Was soll ich denn googeln um was brauchbares zu finden? Mir ist völlig klar, dass die beste Beschreibung Übung nicht ersetzen kann, aber man könnte sich etwas an Frustration ersparen wenn man weiß wie es im Grunde geht und worauf man achten muss.

Das Urushi allergen ist habe ich schon oft gelesen, aber eigentlich finde ich das rumpanschen mit Kleber blöd. Das wird der Keramik meiner Meinung nach nicht gerecht. 

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Achso! ;)

Nein, das ist ein Goldsubstitut, wohl auf Aluminium basierend wie ich annehme. Dies auf der Oberseite, auf der Unterseite habe ich lediglich ein bisschen hinzugestreut um den Effekt zu sehen.

vor einer Stunde schrieb TomteTummetott:

Vielleicht habe ich einen Link überlesen oder so, weiß ich nicht. 

Ich würde als Starpunkt dieses Set empfehlen. Damit lässt sich gut üben, denn eine kurze Anleitung ist dabei und die Investition ist überschaubar.

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Danke sehr. Das hatte ich tatsächlich übersehen, also den link auf der japanischen Seite. 

Mir stellt sich die Frage wie es möglich ist, dass die Reparatur am Ende glatt mit der Oberfläche abschließt wenn man über den Riss drüber malt. Also im Fall, dass nichts abgeplatzt ist und man einen sauberen Riss hat. Man müsste doch eigentlich erst Material  abtragen.

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Einerseits wird der Riss bzw. die Bruchstelle mit Füllmaterial versehen, so dass eine glatte Oberfläche entsteht, in welche die "Zierschicht" nicht versickern kann. So entsteht eine glatte Oberfläche. Diese ist, wie Cel ja bereits gesagt hat, so dünn, dass sie sich fast nicht abhebt. Wobei hier natürlich die Kunst liegt.

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