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Tobias82

Bulang Gushu 2015 von Teamania

Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen,

da ja manche Verkostungen eher etwas knapp ausfallen in letzter Zeit und man auch den meisten Tees mit 10 Zeilen im "welcher Tee ist heute in der Tasse"-Faden
nicht wirklich gerecht wird, bzw. man die Thematik nur kurz anreißen, wollte ich mal wieder einen besonderen Tee etwas ausführlicher besprechen. Ohne lange
zu überlegen, bzw. einen speziellen Tee des letzten halben Jahres heraus suchen zu müssen, nehme ich einfach mal den Kuchen, den ich in letzter Zeit öfter, aber 
gerade die letzten 2 Tage gebrüht habe.

Ich hoffe, über mehrere Posts mal einen etwas allgemeineren, aber auch weiteren Eindruck dieses Tees zu schilder, und auch 2-3 Punkte zu benennen, die beim Brühen
von relativ jungem Sheng auffallen, bzw die ich auch über die letzte Zeit zu lösen versucht habe. Aber um nicht gleich mit Kritik oder Lob zu beginnen, wollte ich einfach 
mal anhand von ein paar Bildern die Hardware, also den Kuchen und die Blätter ohne Geschmack und Aromen zu beschreiben.

Generell ist halt interessant, dass die heutigen Tees oft vom Äußeren her schon gut aussehen, das vor Jahren noch vorherrschende Gebrösel und die vielen kaputten Blatt-
fragmente findet man in den jüngeren Pressungen nicht mehr so häufig. Auch die günstigsten "daily-drinker" bei w2t sehen zumindest optisch schon immer ganz gut aus.

Von daher stellt sich schon die Frage, was hat sich verändert, bzw. worin liegt denn der tatsächliche Unterschied zwischen einem 30$ Kuchen und einem für 100$?
Gerade aus diesem Grund wollte ich mir den Bulang, wie oben beschrieben mal etwas genauer ansehen. Denn für den sehr vielversprechenden Namen sind ja die
55 Franken schon fast ein Schnäppchen, bzw. man fragt sich, geht da noch viel mehr, bzw. auch "muss da noch viel mehr"? Gerade wenn man sich den Kuchen mal 
genauer an schaut...

IMG_2332.thumb.JPG.2cf7304b70b7e51581972e50c1395ea4.JPG 

Vom Aussehen her mittlerweile fast schon Standart, übliche schlichte Verpackung von "western-style-pu´erh",
aber auch ansprechend, da auf knallige Farben und übertrieben Grafiken verzichtet wurde

 

 IMG_2334.thumb.JPG.4cfaa9bf14a1f2590bec4aaf0e54b375.JPG

Der Tee wurde natürlich schon 2-3 mal "angenagt", aber es sind tatsächlich sehr hübsche Blätter außen verarbeitet,
aber auch relativ potentes Material mit viel weißem Flaum kommt zum Vorschein. Ob das eine Seriennummer, oder
Pressnummer auf dem kleinen Bild daneben ist?

 

IMG_2336.thumb.JPG.e913d988354c2476cb88e65dc53a64b6.JPG

kleine Detailaufnahme des Ausschnittes von oben... meine Kamera ist wirklich nicht die beste, aber man sieht, dass
ganze Blätter verarbeitet wurden und auch die losen Stücke aus ganzem Blatt bestehen.

 

IMG_2337.thumb.JPG.1dc6b17f9eec55a6b3b06f39d81b197d.JPG  IMG_2339.thumb.JPG.87bba5b20813a77770c26590754725cc.JPG  IMG_2340.thumb.JPG.3a7ba306d7673be3cf933806692a0cec.JPG

weitere Details des verwendeten Blattmaterials

 

Man schreibt ja nicht über einen Tee, der einem nicht gefällt, bzw. den man nicht grundsätzlich trinkt, bzw auch mag, von daher hoffe ich, dass die etwas
eingefärbten Kommentare nicht gleich als unlauterer Wettbewerb gesehen werden, zumal der Tee auch schon wieder mindestens drei Monate bei mir zu
Hause liegt. Mit den Bildern wollte ich den Teil abarbeiten, den man auch bringen muss, wenn man später ins Detail gehen will.

Neben verschiedenen Aufgußgefäßen und Temperaturen, geht es mir im Moment besonders darum, die unterschwellige Herbe von jungem Sheng abfangen
zu können. Denn neben der sehr moderaten Bitterkeit, die man bei einem Bulang schon erwartet, kam anfangs ganz schön viel Herbe dazu, die anscheinend
aus dem noch sehr jungen, grünen Blatt kommt und nichts mit der typischen Bitterkeit von Sheng zu tun hat. Scheint tatsächlich so, als ob viele Stoffe tatsächlich
noch chemisch umgewandelt werden müssen und sich später zu den Alterungsaromen entwickeln.

Jedenfalls stört diese Herbe schon, wenn man relativ filigranen und leichten Sheng trinkt, gerade wenn es um da berühmte Mouth-Feeling geht. Wenn einem
dann die Herbe sehr dominant auf der Zunge liegt, stört das den weiteren Verlauf der Session schon und gerade das war der Punkt, an dem ich ansetzen und
arbeiten wollte, bzw. was kann man durch veränderte Aufgussparameter wirklich noch raus holen. Soviel vorweg, es hat tatsächlich funktioniert! Was mich selbst
freut und zeigt, dass man mit Tee wirklich arbeiten kann.

Details zu einer einzelnen Session, bzw. konkrete Brühtechnik wollte ich später mal beschreiben...

Hoffe, dass ist nicht zu viel auf einmal. Wollte den Cake mal kurz umreißen und dann von Tag zu Tag ein bisschen was schreiben...

Bis dann!  

 

bearbeitet von Tobias82
Bild gelöscht, Text formatiert

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...es ist ja immer etwas schwerer gezielt auf ein Thema hin zu schreiben, bzw. fragt man sich natürlich, wie man das jetzt weiter führt.

Ich hab´ gerade den selben Tee wie oben in der Tasse und will nur kurz was zur heutigen Zubereitung sagen. In letzter Zeit hab´ ich viel
rum probiert, was jüngere Sheng an geht, auch verschiedene Tees aus verschiedenen Gebieten probiert und ein kurzes Fazit derzeit ist,
dass ich mit den Temperaturen arg runter gegangen bin. Es hieß ja schon öfter, dass man mit dem jungen Zeug vorsichtiger sein soll,
dass man auch mal an Grüntee und die entsprechenden Temperaturen denken soll, etc. Der Punkt ist schon, dass für die neueren 
Gushu-Sheng-pu´her natürlich ganz anderes Blatt verwendet wird, als das noch vor Jahren der Fall war, und gerade der oben genannte Tee
ist auf jeden Fall was sehr interessantes, da der Fladen schon richtig gut gemacht ist, aber schon stark in den "Gushu, jung schon gut trinkbar"
Bereich fällt.

Von daher habe ich heute tatsächlich mal wirklich kühleres Wasser genommen, also fast konstant bei 80°C geblieben, was dem Tee definitiv gut
tut. Das Blatt bleibt wesentlich länger erhalten und verliert nicht so schnell an Substanz, bzw. wird im anderen extrem bei 100°C eben nicht gleich
durchgekocht. 

Bin ja generell eher etwas bequem, bzw. brühe ja nicht so oft Grüntee, da es immer das Hinundher mit den Temperaturen gibt, aber es lohnt sich schon 
und bringt bei dem aktuellen Tee eine deutlich Steigerung von Geschmack und Langlebigkeit... komme so weit über 10 Aufgüsse bei entsprechender
Dosierung, was bei hohen Temperaturen so nicht der Fall ist...

Wenn man etwas mehr Aroma will, kann man natürlich auch bei 85-90°C bleiben und hat dann eben auch mehr Herbe, aber die geht dann halt manchmal
in den Bereich, wo es eher an, "nicht ganz ausgereift", "bräuchte noch was Zeit", etc. geht. Aus dem Grund werden auch anderswo selbst junge Sachen erst
nach 2-4 Jahren erst getrunken, da halt auch da noch einiges passiert. 

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...was heute ganz interessant war: hab´ einen neuen Gaiwan, der auch eher für Grüntee gedacht ist, verwendet. Also mehr Volumen, etwas mehr
   als 150ml, das ergibt sowieso wieder ganz andere Ergebnisse. Auffällig war, wenn der Gaiwan nur etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt wurde, der
   Tee eher fahl und nicht ganz so präsent geschmeckt hat. Anfangs wollte ich die Teemenge und das Wasser so nutzen, wie in anderen kleineren
   Gefäßen, da ich nicht zu viel Blatt verwenden wollte und auch keine großen Mengen zum Trinken gebraucht habe.

   Mit annähernd der vollen Menge an Wasser, gab es dann doch ganz schöne Aufgüsse, bzw. war der Tee zumindest in sich rund, wenn auch nicht zu
   intensiv. Als kleines Fazit bleibt stehen, dass es ein großer Unterschied zwischen dem Grüntee heute morgen, und dem pu´erh gibt. Grüntee braucht 
   den Raum um sich zu entfalten, pu´erh eher etwas engere, geschlossenere Gefäße.

   Bleibt für mich weiter spannend, und kommt auch dahin, was ich mir mit dem Thema gedacht habe kleines Logbuch für die Sessions mit dem Tee.
   Eher Technik und Erlebnis, als zu detaillierte Beschreibungen... aber das kann ja auch noch kommen!

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...nur kurze Notiz zur heutigen Session: normalerweise geht man immer ein bisschen nach dem Prinzip vor "hellere Tees eher morgens, dunkle abends".
   
   Mehr durch Zufall hab´ ich diesen Tee auch mal später am Tag gemacht und dachte, dass es tatsächlich ein anderer Tee sein könnte und war baff,
   wie unterschiedlich das Ergebnis war. Deshalb gab es den heute etwas später am Tag, oder besser am Abend :), und es ist tatsächlich der selbe
   Effekt. Das Aroma deutlich präsenter, der Geschmack feiner und man kann sich auch besser auf die einzelnen Tassen konzentrieren.

Wie oben beschrieben, mit deutlich kühleren Temperaturen so etwa um die 85°C, so ab dem 5-6 Aufguss dann aber wieder nach oben, etwa so bei 90-95°C.

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hab´ gestern die letzte Kanne von dem Fladen gemacht, und den Tee über die ganze Zeit mehr oder weniger regelmäßig getrunken.

Interessant war, dass man zu sehr unterschiedlichen Aufgüssen kam, und der Tee auch über die Zeit ein bisschen nach gereift ist.
Vom Datum her noch relativ jung, kann sich also noch viel tun. Insgesamt hat mir der Fladen gut gefallen, deshalb liegt auch schon
Nachschub im Regal.

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