LeDoktor

Teeverkostung/Vorstellung eines Shincha Gyokuro 2018

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Gnihihi meine erste Teevorstellung! Ich bin tierisch aufgeregt und hoffe es ist alles schlüssig, nach so viel Koffein ist man ganz hibbelig! Also los geht's!

Den Tee den ich vorstellen möchte ist ein Gyokuro des bekannten Teemeisters Tohei Maejima. Der Tee an sich ist ein Shincha 2018. Gekauft habe ich ihn zwar in Saarbrücken bei Teestricker aber ich glaube das hier angebotene ist die selbe Charge. (Noch ein wenig undurchsichtig für mich wie man nach sowas sucht.)

Link: https://www.rishi-tea.com/product/tohei-sans-gyokuro-garden-direct-green-tea/loose-leaf

Ich persönlich hab für 50g knapp 35 Euro bezahlt.

Der Tee kommt aus der ehemaligen Stadt Okabe, Präfektur Shizuoka.

(Hier noch etwas über den Teemeister selbst, fand ich ganz interessant. :))

Link: http://www.tching.com/2011/12/tea-that-you-drink-and-then-eat/

Also nun zur eigentlichen Verkostung.

Hier das trockene Blatt, 10g für ca 100ml

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Wunderbar würziger duft, leicht salzig, erinnert an frische Seeluft, ,,Gemüsebrühig"

Erster Aufguss, 120 Sekunden 52°C

Ich bin erschlagen worden von einer Umami Welle. Unfassbare Schwere und sehr dickes cremiges Mundgefühl. Sehr langanhaltender Geschmack, erinnert tatsächlich sehr an "Brühe" (sehr leckere Brühe!) im Rachen kommen nach ein paar Minuten die leicht süßlichen Noten hervor. Sehr angenehm! Sehr dezente herbe. Tassenfarbe eher ins helle gelb grünliche. (Auf dem Foto mehr gelb :D)20181031_160546.thumb.jpg.70aed610052dae058668b6e8f4a3414a.jpg

Nasses Blatt nach dem ersten Aufguss.20181031_162438.thumb.jpg.2a01293893f6dc22e85d5269da227875.jpg

Zweiter Aufguss, 55°C / 60 Sekunden

Leichterer Körper, das Umami ist immer noch vordergründig aber wird nun deutlich schneller und eleganter von den nun leicht fruchtigen Noten umspielt.

Tassenfarbe deutlich heller als beim ersten Aufguss, deutlich grünere Töne.20181031_162424.thumb.jpg.3bd7a8a664bc67a27776b9b19e64969e.jpg

Dritter Aufguss, knapp 60°C / 45 Sekunden

Wow, ich dachte er ist ausgepowert aber nein, sehr tolle fruchtige Süße mit einer leichten Umami Note.

 

Vierter und letzter Aufguss, 65°C / 40 Sekunden

Über mehr wollte ich nicht drüber, der Tee verabschiedet sich sehr elegant mit einem letzten etwas kräftigeren Schuss Umami immer mit dabei eine angenehme Süße im Rachenraum, anhaltender Geschmack. Perfekt.

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Ich hätte gerne noch mehr ausgeführt aber meine Notizen haben sich im digitalen Speicher aufgelöst! Tja, da kann man nichts machen.

Dies war mein erster Versuch einer ,,detailreichen" Verkostung, sie spiegelt nur meine eigene Meinung und mein eigenes Geschmackserlebnis wieder, eures kann natürlich abweichen und muss nicht übereinstimmen. Zudem bin ich blutiger Anfänger. Ich bin offen für neue Ideen und Anregungen was man hätte besser machen können.

Ja, ich hatte mein Gaiwan dafür benutzt, ich wollte es halt mal damit versuchen! :D

 

Ich hoffe ihr hattet genau so viel Freude beim Lesen wie ich beim Verkosten. :D

Mit koffeinierten Grüßen!

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Hallo Dottore,

danke für deinen ausführlichen Bericht! 

Zugegeben: der Einfachheit halber landet bei mir auch von Zeit zu Zeit der ein oder andere Japaner im Gaiwan. Wenn es kein totales Fukamushi-Gebrösel ist, klappt das ganz gut. 

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Du hast da ein Link angegeben " https://www.rishi-tea.com/product/tohei-sans-gyokuro-garden-direct-green-tea/loose-leaf"  und schriebst das sei wohl der gleiche Tee, den Du probiert hast. Das verblüfft mich.

Hast Du einmal die Farben verglichen? Das olivgrün bis braune Produkt auf Deinem Bild und das kräftig frühlingsgrüne in der Webseite? Ich vermute, es liegen Welten zwischen den zwei Tees!

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@Manfred

Stimmt! Da hast du selbstverständlich recht! Mich wundert es jetzt auch ziemlich, zum Zeitpunkt des Verfassungsdatums hab ich in der Hinsicht einen Fehler gemacht. Entschuldige bitte dafür.

Dieser Link ist somit wohl ungültig/unzutreffend.

Ich bitte noch einmal für meinen Fehler um Entschuldigung, dies war keine Absicht aber ziemlich töricht von mir.

Liebe Grüße.

bearbeitet von LeDoktor

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Du brauchst Dich nicht entschuldigen. Aber das Forum ist ja dazu da, daß wir etwas lernen, und da wollte ich meine Beobachtung nicht für mich behalten.

Du könntest auch den Tee noch einmal anschauen, um zu sehen, ob auf Deiner Aufnahme der trockenen Blätter die Farbe nich gut rübergekommen ist.

bearbeitet von Manfred

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Am 31.10.2018 um 19:00 schrieb LeDoktor:

Zweiter Aufguss, 55°C / 60 Sekunden

Puh, also den zweiten Aufguss würde ich bei Japanern nur ganz kurz halten, so ein paar Sekunden, auch bei Gyo. Das schmeckt interessanter, die Aufgüsse voneinander unterschiedlicher, facettenreicher. Aber wenn du bei der Dosierung und den Ziehzeiten generell auf extrem starke und bittere Aufgüsse stehst, nur zu.. :D

bearbeitet von GoldenTurtle

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@Manfred

Die Farbe kommt auf dem Bild tatsächlich so ganz gut rüber, ich hab einfach nur einen Fehler gemacht.

@GoldenTurtle

Vielen Dank für die Anregung. Ich mag mein Gyokuro zwar gerne stark aber ich habe auch gerne facetten im Tee, ich finde die Entwicklung spannend. Ich werde das bei Gelegenheit auch nochmal ausprobieren.

Lustigerweise hatte ich wohl zuletzt mit dem Gyokuro Glück gehabt denn er war nur stark im Geschmack, nicht bitter. (Jedenfalls nicht beim zweiten Aufguss, wenn überhaupt nur wohl sehr dezent):D

Vielen Dank und liebe Grüße!

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Wow, 10g auf 100 ml und im ersten Aufguss 120 sek,... finde ich heftig, ob man da noch Facetten hat?
Naja, ist ja Geschmacksache, aber mir wäre das deutlich zu krass. Mache bei Japanern so auf 200 ml
7 bis 8 Gramm, erster Aufguss 50 - 60 Sekunden und dann kurze Aufgüsse von 10 bis 20 Sek steigend.
Kann natürlich je nach Tee anders sein. Ich selbst mag ja auch ganz gern mal stärkere Aufgüsse, aber
so wäre es mir persönlich zu heftig. Manchmal ist weniger dann doch mehr, gerade wenn`s um
Facetten und feine Nuancen gehen soll. Gerade bei so hochwertigen Tees geht, meiner Meinung nach,
viel verloren, wenn man zu hoch dosiert.

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Welche Temperatur nutzt du? 52°C sind so weit unten angesetzt, dass das noch im Rahmen liegen könnte. Es ist ja immer ein Verhältnis aus Blattmenge : Wassermenge : Temperatur : Zeit

bearbeitet von Joaquin
Vollzitat entfernt

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Gut, ich hab da so im Schnitt 70 Grad, schon deutlich mehr. Gibt aber auch Tees, die ich mit weniger Temperatur aufgieße.
Den Rahmen legt ja jeder für sich selbst fest. Mir wär`s auf die Menge mit der Ziehzeit und der Temperatur wohl trotzdem
zuviel, nicht nur wegen dem Geschmack, geht so ja auch gut ins Geld. 10 g auf 100 ml sind schon was. Hatte in meinen
Anfangszeiten auch rumexperimentiert mit Mengen und Ziehzeiten und so meine Erfahrungen gesammelt. Spreche ihm
sein Erlebnis ja nicht ab, sondern habe meine Empfindung dazu angegeben.
Frage mich dann nur, warum nicht etwas mit der Temperatur rauf und weniger Tee nehmen, würde evtl etwas an Material
sparen.

bearbeitet von Terrakotta-Krieger

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vor 2 Stunden schrieb Terrakotta-Krieger:

Wow, 10g auf 100 ml und im ersten Aufguss 120 sek,... finde ich heftig, ob man da noch Facetten hat?

Traditionellerweise würde die Zubereitung schon so aussehen, wenn auch wohl mit weniger Wasser. Insofern nicht wirklich abwegig. 

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vor 13 Stunden schrieb Terrakotta-Krieger:

Wow, 10g auf 100 ml und im ersten Aufguss 120 sek,... finde ich heftig, ob man da noch Facetten hat?
Naja, ist ja Geschmacksache, aber mir wäre das deutlich zu krass. Mache bei Japanern so auf 200 ml
7 bis 8 Gramm, erster Aufguss 50 - 60 Sekunden und dann kurze Aufgüsse von 10 bis 20 Sek steigend.

Könnte es im Gegenzug nicht sein dass deine Rezeptur etwas individuell ist ;)
Eine so niedrige Dosierung habe ich bei Gyokuro zumindest noch nicht oft gesehen.

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      Hier noch ein paar Infos zum Tee und zum Shop geht es hier
       
      Die Teefarm Yamaguchi konnte mit ihren Gyokuros beim nationalen Wettbewerb 2019 den ersten und (!) zweiten Platz erringen. Das Vater und Sohn Paar gilt in Yame als das Non-Plus-Ultra in der Gyokuro-Produktion. Wir konnten uns vom zweitplatzierten Gyokuro eine kleine Menge sichern und sind stolz, diesen Tee in unser Sortiment aufnehmen zu können.
      Das Besondere an diesem Tee ist zum einen das Cultivar, Kirari 31, welches erst 2013 registriert und eine Kreuzung aus den Cultivaren Saemidori und Sakimidori ist. Es wird als eines der kommenden Cultivare für Gyokuro gehandelt, es ist jedoch das erste Mal in der Geschichte des nationalen Wettbewerbs, dass ein Gyokuro dieses Cultivars es auf den zweiten Platz geschafft hat.
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      Durch die etwas längere Dämpfung ist der Tee wesentlich "grüner" und frischer im Geschmack, mit einer fruchtigen Süße und Umami, buttrig weich und klar im Geschmack. Ohne Frage eine der besten Gyokuros Japans.

    • Von organicpassion
      Hallo,
      Ich habe noch 200g von dem Japan Gyokuro Tokiwa Grüntee. (Bio)
      Jeweils einzeln abgepackt in 100g Tüten.
      Ich hätte gerne pro Tüte (100g) 18€.
       
      Liebe Grüße
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