1. maik

    maik

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    • Von xióngmāo
      Vorab, der folgende Text schildert eine Momentaufnahme, ein Work in Progress, unter der Kenntnis von begrenztem, akkumuliertem Teewissen, und noch dazu, unerhörter Weise, einen äußerst subjektiven Eindruck. Ich vermute, dass sich das über viele Jahre als Vorspann eigentlich immer voranführen lässt, oder aber auch gleich ganz weglassen. 
      Des Weiteren habe ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen; im Gegenteil, es fühlt sich oft an, als würde ich mit der kleinen Kuchengabel ein paar Brösel vermeintlicher Weisheit aufsammeln, von denen ein beträchtlicher Teil zwischen den Spießen durchrieselt, um dann Jahre später erst in den Couchrinnen der Erinnerungen wiedergefunden zu werden. 
       
      Genug Abschweifungen, ohne Umschweif nun der Frevel, den ich hiermit an die Beitragstür nageln werde: Alter Tee ist und bleibt ... alter Tee. 
      Um dem ungehörten Skandal in dieser Aussage nochmal aufs Pferd zu helfen: Für mich verliert gereifter Pu Erh prinzipiell ebenso viel, wie er gewinnt. Als unwissender Westler darf ich das ohnehin behaupten, und noch dazu fühle mich vom wohlig wärmenden Strom aus westlichem Marketingflausch auch richtig davon getrieben in meiner Welt. Und noch viel Schlimmer ... was bleibt mir denn anderes übrig, ohne mich zu ruinieren? 
      Und um jetzt wieder etwas die Schärfe aus dem Gesagten zu nehmen, nochmal etwas rationaler eingeordnet in die Bildbände meiner Geschmacksbilbliothek: Ich weiß den Geschmack von gereiftem Pu Erh, soweit ich bisher welchen probieren konnte, den Koryphäen des Elements sowie Pu Erh Allwissende aus Gegenden Chinas, die nach mindestens mehreren Jahrzehnten Reifezeit verlangen, noch als Aged oder Semi-Aged zulassen würden. 
      Allerdings ist der springende Punkt in meinem Widerwillen himmelhochjauchzend in den Lobesgesang alten Shengs oder einfach nur kopfnickend in das Mantra des Alt ist besser einzustimmen, eben der, dass da eben im Alten Tee so viel weniger in Wilde Richtungen entspringt. 
      Es ist herrlich in die Welt der Aromen von Leder, altem Pergament, Herbstlaub, Kampfer und Krypta-Weihrauch Mystik einzutauchen. Aber auch wenn es hier durchaus große Unterschiede gibt, und manchen Tees das Aufstoßen der Pforte in diese Hallen des gereiften Geschmacks verwehrt bleiben mag, im Grunde bleibt für mich diese Geschmackswelt der große Gleichmacher der ungestümen Vielfalt eines lebendigen und faszinierenden Guts, wie es junger und älter werdender Sheng nunmal sein kann. 
      Da sprießt aus der Jugend des Tees so viel Herkunft, Terroir, Weisheit und Perfektion der Verarbeitung, gewollte Beeinflussung von natürlicher Entwicklung des jungen Tees, ungestüme Bitterkeit und erstaunliche Süße, dass es mir schwer fällt eine ähnliche Vielfalt in den reifen Jahren zu finden. Das hat mitnichten mit Komplexität in meiner Wahrnehmung zu tun, die noch eher steigen kann, aber nicht muss. Es hat mit Vielfalt zu tun, die sich auf einen engeren geschmacklichen Bereich einengt mit dem Alter. Die geschmacklichen Diskussionsrunden des Alters sind über die Vielfalt der Jugend im Vergleich doch in engerer Runde verbunden. Höre ich mich richtig, ist alt jetzt schlechter als jung? Das frage ich mich kopfschüttelnd. 
      Ich habe mit Interesse wahrgenommen, was James von TeaDb dazu zusammenfassend aus Zhang Jinghongs Puer Tea: Ancient Caravans and Urban Chic vorzutragen hat. Konsequenterweise hat sich jenes Buch auch ganz oben auf meinen eigentlich nach First Come First Served abzuarbeitenden Buchturm zu Babel gemogelt. Kurz gesagt, scheint es durchaus auch im Reich der Mitte diverse Meinungen dazu zu geben. Auf die unterschiedlichen Meinungen und korrespondierenden Gruppierungen und die Frage, ob das bei Tee-Farmern eine freiwillige Entscheidung zu jung Getrunkenem ist, das Diktat der Erfahrenen es andersherum vorgibt, oder es bei erst jüngst erschlossenen Zielgruppen schlichtweg Unwissenheit sein muss, gehe ich nicht weiter ein, weil mir die Buchstaben ausgehen und ich es gerade ohnehin hinreichend getan habe. 
      Nun dann, ich lasse mich gerne von weiteren Tees, insbesondere gereiften, auch weiter vom Gegenteil überzeugen. Ich glaube aber in meinem Zustand der augenblicklichen Überheblichkeit nicht daran, dass es so leicht machbar wird. 
      Vielmehr scheint mir das momentan mit dem gereiften Tee vielmehr so zu sein, wie mit dem Leben und der Weisheit an sich, ganz pathetisch, ganz allegorisch, ganz überheblich. Trinke ich jungen Tee, so bewundere ich all die Kraft und frühen Mut und Vielfalt, die er mit sich bringt und erwische mich dabei, daran zu denken, wie er sich wohl weiterentwickeln mag, über Jahre oder Jahrzehnte hinweg. Trinke ich älteren Tee, bin ich begeistert, ob der gesetzten Weisheit und manchmal überrascht, ob der festgefahrenen Engstirnigkeit und frage mich, mit Wehmut, wie er wohl jung war und was da noch alles dahinter steckte und was ihn zu dem gemacht hat, das er ist. Ich frage mich, was seine Lebensgeschichte ist und denke mir Geschichten aus, weil ich sie nicht kenne. 
      Was ich mir noch ausmale ist, einen Tee über Jahre zu trinken, und diese Geschichten zu erleben, die frühe Überheblichkeit und lauten Töne, die Wehmut der vergangenen Jugend und den Stolz auf das gelungene älter werden zu kennen und das Erreichen gesetzter Weisheit zu verstehen. 
      Und das bringt mich zu meiner These:
      Alter Tee ist Alter Tee. 
      Umgekehrt gilt das auch.
      Mit einem Tee zu Altern, das ist großes Kino.
      Was soll ich jetzt schon in Wehmut verfallen, indem ich mein Tee-Budget überschwänglich für Weisheit ausgebe, über die ich nur fabulieren kann. 
      Und wie das so ist, mit solchen Erkenntnissen, sind sie meist nicht die Bits Wert, in denen sie geschrieben sind. 
    • Von Stiefelkante
      Da bekommt man frisch eine Lieferung von YS und will eher routinehalber mal die Bings sehen und riechen. Da fielen mir bei dem ersten Bing diese weißen Flecken auf. Zum Glück habe ich für einen Bekannten ebenfalls den selben Shou Pu-Erh bestellt und siehe da: Der andere Bing ist deutlich dunkler, hat keinen Fischgeruch und auch nicht dieses weiße Flechtwerk. Eindeutig Schimmel. Ich habe es so auch gemeldet und bekomme glücklicherweise anstandslos einen neuen Bing. Aber was soll ich nun mit dem schimmligen Tee machen. Im Internet las ich dazu verschiedenstes. Etwa, dass man weißen Schimmel auf Pu-Erh tolerieren könne und nur der gelbe giftig sei. Dass ja Shou Pu-Erh nunmal durch Pilze erst seinen Geschmack bekomme und deswegen mehr davon nicht schlecht sein müssten. Mit zwei Waschgängen und 100°C sollte das ungefährlich sein. Aber auch die Gegenseite, die da eher zum wegwerfen rät,  auch wenn man den Tee verträgt, da nunmal cancerogene Stoffe gebildet würden.
      So ein bisschen Respekt davor habe ich ja schon, von verschimmelten Lebensmitteln halte ich ja auch Abstand. Blauschimmelkäse und co sind dabei Ausnahmen.
      Was sind eure Erfahrungen?`Hab ihr schon solchen Pu-Erh getrunken? Wie bereitet ihr ihn euch dann zu?

    • Von maik
      (Ich bin nicht gut in solchen Vorstellungen, ich versuche es trotzdem).
      Für rund 40,- (inkl Versand) habe ich 250g in 5g Touchas erstanden. Wie der Name schon sagt, ein 2012er Jingdong vom Berg Ailoa, von bis zu 120 Jahre alten Bäumen. (Soweit die Produktbeschreibung).
      Ich benutze ein 230ml Tokoname-Kännchen.
      Die Touchas sind ziemlich hart, bei dieser Sitzung habe ich sie vorsichtig aufgebrochen, was zu einem ziemlichen Gebrösel führte. Sie ganz zu lassen und anders aufzuwecken wäre eine Option.
      Waschung durchgeführt.
      Die erste Aufguss lag bei ca 30 Sekunden. Die Menge lag bei einem Toucha, ca 5g. Nahezu kochendes Wasser. Schmeckte tatsächlich noch etwas "bitter" und "herb", was ich an sich nicht so wirklich mag, aber es war absolut moderat - wenn ich das mit dem Wild Arbor vergleiche, nahezu angenehm.
      Bei den nächsten Aufgüssen verschwand die Herbe vollends und es trat mehr Süße in den Vordergrund, recht glatt (nicht negativ), aber auch nicht "voll" oder "ölig" - also nicht das Gefühl, dass der ganze Mundraum geflutet wird.
      Beim 4. und 5. Aufguss meinte ich auch, ganz hinten auf der Zunge dieses vielzitierte "Biscuit" Aroma zu schmecken. (Am ehesten vergleichbar mit diesen dänischen Butterkeksen?) 
      Soweit fand ich ihn ok, wenn auch ein großer Aha-Moment ausblieb. Aufgrund des Alters ist er wohl schon etwas "angeshut", was ich durchaus interessant fand. Möglicherweise wird er geschmacklich (für mich) noch angenehmer, wenn er älter wird. 
      (Die Glastasse mag u.U. ein Stilbruch sein - ich habe auch eine Tontasse, aber ich mag es, wenn ich die Farbe sehen kann. Und die ist hübsch. ^^ ) 
       
       

    • Von maik
      Moin
      Wie der Titel schon sagt, dreht es sich um den Lucky Bee, den ich von Telekontor Kiel erstanden habe. Nachdem ich einige proben durchprobiert hatte (wild abor zog mir die Socken aus, was aber vermutlich meinen Socken geschuldet ist) kamen der Manzhuan (ganz toll, voll die tannenadeln) und der Lucky Bee in meine engere Auswahl. Vom Lucky habe ich dann zwei erstanden und möchte noch weiter aufstocken, da ich davon ausgehe, ihn ziemlich oft zu trinken. 
      Man kennt das, wenn man Tee viel benutzt, bleibt wenig übrig, was man altern lassen kann. Lösung ist eigentlich nur: weniger trinken (ist doof) oder mehr kaufen (ist teuer, aber weniger doof. Und wer will schon doof sein? Dann lieber pleite).
      Nun habe ich gesehen, dass teamania ebenfalls den Lucky anbietet, u.a. von 2016 - aber in anderem Wrapper.
      Handelt es sich trotzdem um den "gleichen"? Und falls ja, inwieweit gibt es mögliche Zollprobleme (wie bei China?).
      Mich würde ein älterer Jahrgang durchaus interessieren, zumal ich auch etwas "sammelgeil" bin. Sprich: ich möchte Bees sammeln.
      Macht es Sinn, sich also auch den 16er zuzulegen (18er scheint auch vorhanden zu sein, oder ist das albern?
      Und wenn ich schonmal dabei bin: gibt es vergleichbare sheng, die im ähnlichen preislichen Rahmen liegen?
      Danke
      Falls mir jemand mehr über den Bee im allgemeinen erzählen kann, doppeldanke. Ich bin verliebt 
       
    • Von Menelaos
      Hallo zusammen,
      in den letzten Wochen haben sich bei mir einige Shengs stapelweise angehäuft. Doppelte oder mir ungefällige sollen nun den Besitzer wechseln, damit ich mich mehr auf die Tees konzentrieren kann, die ich hier noch habe. In letzter Zeit war es mehr ein Querbeettrinken, ohne den einzelnen Tees wirkliche Beachtung zu schenken. Die Tees wurden nach Erhalt alle für 3 Tage zum Lüften gelegt und danach im Druckverschlussbeutel gelagert.
       
      Von EoT gebe ich ab:
      - 2012er QiShengGu 400g Cake minus 20g - 65€
      - 2017er Jingdong Wild 400g Cake minus 20g - 50€
      - 2017er Kunlu Wild 200g Cake minus 10g - 35€
       
      Von Cha-Shifu gebe ich ab:
      - 2018er Padian Dashu 100g Cake minus 10g - 25€
      - 2012er Feng Guan 100g Cake "OVP" - 25€
       
      Von Chawangshop gebe ich ab:
      - 2016er Hekai Gushu 200g Cake minus 40g - 20€
      - 2015er Bada Old Tree Xiao 200g Cake minus 40g - 10€
      - 2016er Yibang Manguishan Xiao 200g Cake minus 10g - 30€
       
      Falls Fragen zu einzelnen Tees bestehen, schreibt gern hier rein. Dann weiß es die Allgemeinheit



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