Empfohlene Beiträge

Hallo Freunde

Ich gebe es gleich zu: Ich habe noch nicht so viel Ahnung von Tee. Aber lernwillig :-)

Hinter mir liegen eine Oolongs, die ich probiert habe. Ich habe vor, vorläufig bei Oolong zu verbleiben.
Angetan hat es mir, um ein konkretes Beispiel zu geben, etwa der Qilang, aus Nantou.

Damit ist mein Problem schon gegeben. Ich habe versucht, mich an ähnliche Oolongs zu halten. Dabei bin ich aber auf Schwierigkeiten gestossen:

1. Die Schreibweise. Es ist unglaublich, wie viele unterschiedliche Schreibeweisen man für dasselbe antrifft. Das macht es nicht unbedingt einfacher. Es fällt mir schon schwer genug, mir die Namen zu merken, aber wenn sie noch unterschiedlich geschrieben sind, ist das fast ein Ding der Unmöglichkeit. Aber damit werde ich wohl leben müssen.

2. Kategorien. Ich habe nirgends eine Kategorienaufteilung gefunden, die die unterschiedlichen Oolongs systematisch einordnet. Das ist sicher eine Frage nach dem Grundprinzip, dh. ordnet man nach Herkunft, nach Röstungsgrad etc.? Gibt es da Hilfestellungen? Mein Ziel ist es, ähnliche Oolongs auszuprobieren und damit in einer Kategorie zu bleiben, bevor ich mich anderweitig vergnüge.

Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben?

Vielen Dank und herzliche Grüsse,

Mauritius

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Mauritius,

erst mal ein herzliches Willkommen im Forum.

Hier ist mal zwei Links, die zum Thema für Dich ganz interessant sein könnten.
https://www.chenshi-chinatee.de/de/oolong-tee-wissen/
http://www.chadao.de/?page_id=46

Händler unterteilen meist nur nach Herkunft (China,Taiwan,..), manche dann vielleicht noch nach geröstet oder ungeröstet.
Das mag Anfangs vielleicht etwas unübersichtlich sein, wegen der vielen Schreibweisen und einer Vielzahl an unterschiedlichen
Tees, da kommt man aber recht schnell rein. Dann kommt`s halt noch drauf an, was Du genau magst.
Qilan ist nich gleich Qilan und kann, was zum Beispiel die Röstung oder Lagerung angeht, extrem
unterschiedlich ausfallen. Auf Händlerseiten ist dann schon  angegeben, ob der Tee eher
stark geröstet, schwach geröstet oder eher grün ist.

Auf den Geschmack und die Qualität des Tees gibt es sehr viele Dinge, die Einfluß haben(Blattgrad, Röstart, Anbauhöhe, Verarbeitung,...)

bearbeitet von Terrakotta-Krieger

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Zusätzlich zu den Internetquellen rate Dir in Deiner Gegend einen Händler oder ein Teehaus Deines Vertrauens zu suchen und an Verkostungen teilzunehmen. In Zürich würde sich das Shuitang in der Spiegelgasse anbieten. Dabei lernt man nebenbei auch die Zubereitung und kann allerlei Fragen stellen. Man kann Tee sehr schwer in schwarzweiße Raster oder Tabellen packen. Gerade Oolong ist außergewöhnlich komplex und unglaublich viele Faktoren haben Einfluß auf das Endergebnis. Beispielsweise ist das Rösten eine hohe Kunst die nur wenige Produzenten zur Perfektion beherrschen. Dieser Arbeitsschritt ist von entscheidender Bedeutung und spielt eine große Rolle. Komplett ungeröstete Oolongs sind nicht bekömmlich.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Mauritius,
Quilan (奇蘭, "seltene Orchidee" - Qilang ist wohl ein Schreibfehler) ist ein Aroma-Typ, der eigentlich vom chinesischen Festland stammt. Ob ursprünglich aus Fujian oder Guangdong, ist unklar. Jedenfalls gibt es aus Fujian den Wuyi Qilan  und aus Guangdong den Fenghuang Qilan Xiang [Dancong]. Die Verarbeitungsstile sind jeweils unterschiedlich, somit ist das ein möglicherweise interessantes Gebiet für Vergleiche.

Anderer Ansatz: Nantou ist die Heimat einer Gruppe (meist leicht oxidierter) Oolongs, die man als 'Gao Shan' Oolongs (Hochland-Oolongs) zusammenfassen kann. Einen besonderen Ruf haben da u.a. die Anbaugebiete Ali Shan und Li Shan. Grundsätzlich lassen sich da dann noch Herbst- und Frühjahrspflückung unterscheiden.

Das eine wäre also ein nach Aromatyp ausgerichteter Zugang, der andere einer nach Anbaugebiet / Terroir. Beides können Ausgangspunkte für eine spannende Reise sein ...

_()_

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
vor 9 Minuten schrieb SoGen:

Jedenfalls gibt es aus Fujian den Wuyi Qilan  und aus Guangdong den Fenghuang Qilan Xiang [Dancong].

Danke für Deine schönen Infos.

Nur, dass ich es richtig verstehe: "Quilang" schreibt man so, aber bei "Wuyi" und "Fenghuang" schreibt man "Qilan" wieder so?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
vor 2 Minuten schrieb Mauritius:

Nur, dass ich es richtig verstehe: "Quilang" schreibt man so, aber bei "Wuyi" und "Fenghuang" schreibt man "Qilan" wieder so?

Nein. In allen drei Fällen handelt es sich um 奇蘭 - und das wird mit der heute sowohl in der VR China wie in Taiwan üblichen Hanyu-Pinyin-Transliteration qílán (oder ohne Anzeige des 'Tones' qilan) geschrieben. Nach der früher weit verbreiteten Wade-Giles-Transliteration  ch'ilan. Nun gab es bis vor ca. 10 Jahren in Taiwan noch die Tongyong-Transliteration - ob da 蘭 mit lang transliteriert wurde, weiss ich nicht. Ich bezweifle es aber.

_()_

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo @Mauritius

Am 4.1.2019 um 08:53 schrieb Mauritius:

Ich habe nirgends eine Kategorienaufteilung gefunden, die die unterschiedlichen Oolongs systematisch einordnet.

In der Tat kann die Welt des Tees oft sehr verwirrend sein. Die beste Klassifikationsidee von Tee im "westlichen" Sinne, die ich bisher fand war, ist das S.C.O.P.E. von Mei Leaf.

S steht für "season" = die Jahreszeit wo der Tee gepflückt wurde (Frühjahr, Spätfrühling, Sommer, Herbst, etc.), C steht für "cultivar" = die Züchtung/Sorte der gepflückten Teepflanze, O steht für "origin" = Herkunft, der Ort der Teeplantage bzw. Teebäume, P steht für "picking & processing" = Pflückungs- und Herstellungsmethode (Blätter, Knospen oder beides, im welchen Verhältnis etc., Art von Tee, Röstung, Lagerung, etc.) und E steht für "elevation" = die geologische Lage der Teepflanze über dem Meeresspiegel und die dazugehörige Klimazone.

bearbeitet von OstHesse

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

  • Gleiche Inhalte

    • Von Quorton
      Nach eingen Wochen und mindestens 100g Tee, fühle ich mich bereit ein bisschen über diese Yanchas aus Hong Kong zu berichten. Wie manche es vielleicht schon gemerkt haben, schreibe ich oft mit Jay, den Teeverkäufer aus Hong Kong (TealifeHK) und auch mit anderen Usern auf einen Tee-Server auf Discord. Irgendwann lies ich mich durch die Beschreibungen überzeugen und bestellte vier Oolongs. Jay verkauft auch viele Pu'Erhs aber da ich keinen trinke, kann ich darüber nichts sagen.
       
      Zurück aber zum Thema. Hong Kong Oolong sollen üblicherweise ein ganz anderer Stil von Tee darstellen in dem sie deutlich höher geröstet werden als es jetzt üblich ist. Diese Röstungen sowie höhere Oxidation werden immer weniger populär was man gut mit den Extremfall Tie Guan Yin sieht. 
       
      Ich persönlich trinke aufmerksam Tee seit jetzt 2 Jahren und seit ungefähr einen Jahr bin ich fast ausschließlich auf Yanchas fokussiert. Ich mag auch andere Tees aber da fühle ich mich am wohlsten. 
      Dieser Post ist ein Sammelsorium an Eindrücken und Bildern aber keine Qualitätsbeurteilung oder irgendeine Kaufempfehlung. Der Grund: ich traue mir es nicht zu nach nur 1-2 Jahren. 
      Zu meiner Yancha Erfahrung: ich habe fast das ganze Sortiment von Cha Dao in der Tasse gehabt (es lebe die Cha Dao Teeauswahl) inklusive einen hoch gerösteten Yancha der aber nicht im Online-Angebot war. Zusätzlich habe ich relativ viele Tees von "Die Kunst des Tees" probiert. Neben den zwei hier bekannten Verkäufern, bestellte ich Yanchas auch bei Mei Leaf und What-Cha. 
      Ach, ja, die Tees. Paar Details zu Vorbereitung:
       
      1) Alles wurde in einen 70ml Jianshui vorbereitet. 
      2) Ich fülle das Kännchen meistens bis zu einen drittel mit Teeblättern. Die Ausnahme ist der TGY, da war es vielleicht 1/4.
      3) Kochendes Wasser. Immer.
      4) Ziehzeiten nach Gefühl. Ich tendiere eher zu längeren als es üblich ist laut Internet-Gongfu-Meistern.
      5) Aufgusszahl variiert zwischen 5 und 6 für jeden Tee. Vielleicht 7 für den TGY weil gerollt.
       
      Aged Da Hong Pao (2005-2006)
      Hier haben wir einen gealterten und hoch gerösteten Da Hong Pao. Unter Da Hong Pao versteht man alles und nichts. Ich persönlich bin der Meinung, dass DHP hat eine gewisse Note die immer präsent ist und auch sehr schwer zu beschreiben ist.
       
      Der Geruch ist hauptsächlich röstig aber was erwartet man beim trockenen Blatt.
       
      Die Farbe ist sehr Rot und ohne starken Licht wie hier, geht sogar ins wirklich dunklere. Ich hatte manchmal übertrieben Aufgüsse die eher richtig Shou Pu'Erh gingen.
      Und wenn man von Shou Pu'Erh spricht, das erste was mir hier Aufgefallen ist, ist diese sehr sanfte, kremige Konsistenz und Gefühl wie bei einen Shou. Ich habe ein paar Shou probiert und mochte diesen Aspekt, was mich erschreckte war das Aroma. 
      Dieser DHP hat das charakteristische Aroma eines DHP aber es ist nicht sehr aufdringlich. Insgesamt aber sehr beeindruckendes Gefühl im Mund und ein sehr angenehmer Kaffee-artiger Nachgeschmack. Im Vergleich zu anderen DHP, ist der eher wenig explosiv. Dafür ist er sehr dickflüssig und kremig. Der Nachgeschmack ist auch eine angenehme dunkle Spiegelung des Tees in der Tasse. Auch Elemente von süßen Gewürzen sind präsent.
      Das Hong Kong Pendant zu Milchkaffee mit Schuss? Auch das leichte kratzige des Schnapses ist da.
       
       
       
      Classic HK Shuixian (grade 1)
      Das jetzt das mittlere Spektrum was Röstung angeht. Und das merkt man deutlich. Diese typische Röstaromen sind hier eben fehlend. Die Röstung soll nur den Teegeschmack selbst verändern und nichts dazugeben. 

      Man sieht es schon am Blatt selbst. Aber wie verhält es sich mit den Aufgüssen?
       

      Hier ist es deutlich heller. Und die Fruchtigkeit die aus der Tasse kommt ist etwas was ich noch nie in keinen Yancha hatte. Es gibt einen leichten süßlichen Karamel Aroma aber die Fructigkeit dominiert. Man hat zwei Aspekte: süße Fruchtigkeit und eher saure Fruchtigkeit. Das ganze bezeichne ich wie eine Mischung aus Erdbeeren und Grapefruit. Ich muss sagen, ich war nicht sehr begesitert davon am Anfang (hey, ich bestellte Röstaromen nicht das Ding da), aber mit der Zeit und mit der Ruhe ist es glaube ich sogar mein Favorit geworden (vielleicht). Die Ausgewogenheit ist der Schlüssel zum Erfolg hier. Zusätzlich ist die Fruchtigkeit wirklich ungewöhnlich und interessant. Der Tee wirkt eher an den Seiten der Zunge und auf den oberen mittleren Bereich. Würzigkeit ist nur in den Aromen.

       
      Three Stamp Shui XIan
      Jetzt fängst es an.
       
      Der Darth Vader der Tees. Die höchste Röstung des Ladens und vermutlich die höchste die noch sinnvoll ist. Vor allem ist die Röstung auch relativ frisch (2017). Das Blatt ist absolut dunkel. Riecht nach Röstung. 
       

      Entsprechend tief rot ist der Aufguss. Dieser Tee hat die meiste Variation zwischen den Aufgüssen. Erster Aufguss wird von der Röstung dominiert mit Elementen der Würzigkeit. Allerdings finde ich eigentlich diesen Aufguss angenehm um auch die Röstung mal zu fühlen. Ich mag das. Der zweite Aufguss hat immer noch diese Röstung aber die Würzigkeit dominiert. So schmeckt für mich üblicherweise ein Shuixian. Es ist leicht säuerlich aber dieser Tanz auf der Zunge mit den Zimt und einen hauch Schokolade ist das Hauptelement. Weiter Aufgüsse gehen komplett in die Karamell Richtung. Kennt ihr die Riesen, diese Karamell Bonbons mit dunkler Schokolade übergossen? So ist das. Der Tee der am nächsten den steht ist der Bei Dou DHP von Cha Dao. Je mehr Karamell man hat desto weniger ist die Röstung spürbar. Auch die Würzigkeit nimmt ab. Insgesamt meine vollkommene Komfortzone.
       
      Eine Person bezeichnete den Geschmack als ein bisschen wie "Cola" was ja das gleiche wie ein hauch verkohltes karamell ist. Er merkte auch Kirsche wo ich leider nicht mithalten kann. Aber so sind die Geschmäcker: feiner und weniger fein (ich).

       
      High Fire Tie Guan Yin
       
      Jetzt kommen wir zum letzten Tee. Es handelt sich um einen TGY der von der gleichen Familie von Röstern wie der Three Stamp stammt. 

      Sieht wie normaler TGY nur in schwarz. 

      Die Farbe ist ein bisschen heller als die anderen Hochröstungen aber dunkler als der classic Shui Xian. Dieser Tee ist, wenn ich wirklich sagen müsste, der wo ich mir ziemlich sicher bin, dass 1) es ist wirklich gutes Blattgut, 2) die Röstung ist nicht da um alles zu zerstören.
      Es ist ein wunderbarer Tie Guan Yin im Mund deren charakteristische Grapefruit-artige Noten sehr präsent sind. Es hat den Nachgeschmack, den Geschmack, den Effekt auf der Seiten der Zunge und im Gaumen. Zusätzlich aber, hat der Tee diese Karamell, Kakao und Kaffee Aromen (nur in der Nase, im Gegenteil zu Three Stamp und DHP) die als Begleitung präsent sind. Sehr elegant. Nicht so komplex wie manches von Atong Chen, aber wirklich eine tolle Sache. Es ist aber kein Effekt wie oft bei TGY, wo man das Gefühl hat einen Blumenstrauß ins Gesicht bekommen zu haben.

       
       
      Ein paar Schlussgedanken
      1) Wir haben sehr viel über den Tees mit anderen Leuten auf Discord aber auch mit Laien, die die Tees an meiner Geburtstagsfeier probiert haben, diskutiert. Was auffällt ist, dass es Leute gibt die nur Röstung merken. Sie sind frustriert nach den Trinken. Es gab große Versprechen aber für sie, könnte es auch eine Aschensuppe sein. Andere sind sofort begeistert und können eine halbe Stunde ihre Eindrücke teilen (Insbesondere die Unterschiede zwischen den Three Stamp Aufgüssen fällte Leuten auf). 
      2) Diese Tees sind eher wenig für die Aromen gemacht. Die sind da, aber das Spannende passiert im Mund und im Nachgeschmack. Die Aromen sind eher die nette Begleitveranstaltung als der Main Stage.
      3) Es ist einer andere Welt als sehr viele der Yanchas die ich getrunken habe. Komplett andere "Persönlichkeiten". Sogar der Cha Dao hoch gerösteter Yancha war sehr anders da die Röstung da war um die Fruchtigkeit bis zum einen fast absurd intensiven Punkt zu bringen. Komplett andere Ziele als hier.
      4) Diese Tees hängen sehr von persönlichen Geschmack ab. Ich liebe schwarze 90% Schokolade, habe nie in Getränk in meinen Leben absichtlich gesüßt und Bitterkeit/rauchige Aromen haben mich nie abgeschreckt. Diese Tees entsprechen meinen Vorlieben sehr. 
       
       
      Am Ende sind diese Tees sehr charaktervoll, schamlos und bieten eine sehr interessante Erfahrung. Im Zeiten wo das florale siegt, ist der Feuer für mich sehr willkommen. Auch weil insgesamt scheint die Kunst der Röstung eher an Popularität zu verlieren. Diese Tees scheinen weit Weg von den Wuyi bergen zu sein und eine andere Logik zu verfolgen.
       
       
    • Von Roberts Teehaus
      Hallo Leute,
      ihr könnt euch bei uns extrem günstig einen Oriental Beauty Vorrat anlegen.
      Bis zum 31.08 bekommt ihr 70% Rabatt auf alle Packungen Oriental Beauty. Das betrifft die 1kg, die 500 Gramm und die 250 Gramm Packung.
      Der Gutscheincode lautet:OrientalBeauty70%
      https://www.roberts-teehaus.de
      Viele Grüße und ein schönes Wochenende
      Robert
  • Neue Themen