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Am 9.4.2019 um 14:13 schrieb GoldenTurtle:

Letztlich ist auch der Umgang mit Wissenschaftsergebnissen ein Glaube, [...]

Gestern Abend gab´s bei Scobel eine (zumindest für mich) ganz interessante Sendung zum Thema Wissenschaft und Wahrheit, die noch in der Mediathek verfügbar ist, falls es jemanden von Euch interessiert.

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Am 9.4.2019 um 14:13 schrieb GoldenTurtle:

Letztlich ist auch der Umgang mit Wissenschaftsergebnissen ein Glaube, was die meisten Menschen nicht wahrhaben wollen,

Genau - ich zum Beispiel ;). Es gibt zwar zwischen Glauben und wissenschaftlicher Theoriebildung eine gewisse Ähnlichkeit, dessenungeachtet sind die Unterschiede deutlich gravierender. Anders als Glaube sind wissenschaftliche Theorien strikt an Empirie ("Wissenschaftsergebnisse") gebunden. Das heisst, zum Einen beruhen sie auf reproduzierbaren(!) Beobachtungen und Messungen und erkären Zusammenhänge zwischen diesen. Zum Anderen dürfen sie auch nicht in Widerspruch zu anderen empirischen Daten stehen; ein solcher Widerspruch falsifiziert sie. Daraus ist wissenschaftstheoretisch die Forderung der theoretischen Falsifizierbarkeit abgeleitet (Poppers 'Kritischer Rationalismus'); d.h. dass eine Theorie durch bestimmte empirische Daten, wenn sie beobachtet oder gemessen werden, widerlegbar / falsifizierbar sein muss, wenn sie als wissenschaftlich gelten soll.

Der Glaube, dass ein jüdischer Wanderprediger des ersten Jahrhunderts drei Tage nach seiner Hinrichtung vom Tod wieder zum Leben erwacht ist, zum Himmel aufgefahren ist und damit die Menschheit erlöst hat, ist nicht falsifizierbar. Die 1687 von Isaac Newton veröffentlichte Theorie, dass jeder Massenpunkt auf andere Massenpunkte eine anziehende Kraft ausübt, deren Vektor die Verbindungslinie beider Massenpunkte ist und die in ihrer Stärke proportional zum Produkt der jeweiligen Massen sowie umgekehrt proportional zum Abstand der Massen ist, ist durch hinreichend genaue Messungen falsifizierbar - und sie wurde auch falsifiziert, indem durch empirische Beobachtungen festgestellt wurde, dass sich mit ihr lediglich Näherungswerte (allerdings ziemlich genaue) in schwachen Gravitationsfeldern berechnen lassen. Was im Bereich technischer Anwendung idR auch völlig ausreichend ist - ansonsten haben wir seit 1915 Einsteins allgemeine Relativitätstheorie, deren berechnete Vorhersagen empirischer Messungen deutlich präziser sind.

Richtig ist, dass die meisten Menschen hinsichtlich wissenschaftlicher Theorien mangels persönlicher Sachkompetenz auf deren Richtigkeit schlicht vertrauen. Was ja auch nicht ungerechtfertigt ist, weil (wenn man die Qualifizierung "wisenschaftlich" ernst nimmt) solche Theorien nicht nur von Menschen mit eben solcher Sachkompetenz aufgestellt sondern auch kritisch überprüft werden (peer control). Es kommt zwar immer wieder (wenn auch selten) vor, dass empirische Daten gefälscht werden (z.B. durch ökonomisches Interesse geleitet) oder aufgrund von Messfehlern zu falschen Schlüssen führen und auch die peer control versagt gelegentlich. Darauf beruhende Theorien haben aber in aller Regel eine recht kurze Halbwertszeit - jedenfalls verglichen mit der Beständigkeit des oben erwähnten Glaubens trotz seit nun seit fast zwei Jahrtausenden ausgebliebener Parusie. Auch, wenn es - wie schon eingangs erwähnt - eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem (nicht immer gerechtfertigten) Vertrauen auf wissenschaftliche Autorität und Glaube gibt, so erheben wissenschaftliche Theorien - anders als Glaube - allenfalls den Anspruch, Wahrheit auf Widerruf zu sein, ein Provisorium. Glaube hingegen, sofern es sich dabei nicht nur um auf eingestandenem Un- oder Halbwissen beruhende Vermutungen handelt (was etwas Anderes ist), hat einen ungerechtfertigten Absolutheitsanspruch. Das ist es, "was die meisten Menschen nicht wahrhaben wollen". Was früher oder später zu unangenehmen Kollisionen mit der Realität führt. Zwar hat jeder das Recht auf seine eigene Meinung und seinen eigenen Glauben - aber nicht auf seine eigenen Fakten. Das wird gerne verwechselt ...

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Mein Nachmittagsschälchen Tee lässt mich gerade der Meinung sein, dass es gar nicht um die Frage geht, was ist Wissenschaft und was ist Glauben. Relevanter scheint mir die Frage, was wird mit wissenschaftlichen Erkenntnissen oder Glaubensüberzeugungen letztlich angefangen. Und das vor dem Hintergrund, dass, wie z. B. auch in der o. g. Sendung schön gesagt wurde, die Ergebnisse der Naturwissenschaften, der Hilfswissenschaft der Mathematik, etc. nur dann sinnvoll angewand werden können, wenn sie im Kontext mit Sozialwissenschaften und Philosophie betrachtet werden.

Im Alltag kommt es auch nicht darauf an, ob ich mein Handeln auf den Glauben an wissenschaftliche Ergebnisse stütze oder z. B. religiösen Glauben. Dem subjektive Sinn hinter dem Handeln ist sein Ursprung egal. Und häufig ist es halt doch nur ein Glauben an wissenschaftliche Sachverhalte, der Handeln prägt. Wer liest schon Studien, etc. im Original oder nimmt eigene Falsifikationsversuche vor? So schön die Dichotomie von Wissen und Glauben in einem philosophischen Teeschalengespräch ausgewälzt werden kann, im Alltag ist die Trennlinie mindestens löchrig.

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Das ist mit Sicherheit richtig, @nemo. Trotzdem zwei subjektive Anmerkungen dazu. Relevant ist für mich, die Folgen meines Handelns möglichst zuverlässig abschätzen zu können. Sowohl in konkret materieller wie auch in ethisch-moralischer Hinsicht. Da treffen nun Wissenschaft und religiöser Glaube (sofern dieser Fundament persönlicher ethischer Überzeugungen ist) zusammen und es ist aus meiner Sicht gut, wenn man beides nicht als Gegensätze, sondern als Komplemente begreift - und, was leider zu selten der Fall ist, als gegenseitige Korrektive. Wobei ich mit dem Begriff 'Glaube' aufgrund des erwähnten Absolutheitsanspruchs ein Problem habe. Im Buddhismus wäre ein grobes Äquivalent Śrāddha, das von der Bedeutung eher in Richtung 'Vertrauen' geht. Eines Vertrauens, das unter dem Vorbehalt der Bewährung in der religiösen Praxis steht - d.h. deren heilsame Wirkung muss konkret in der eigenen Lebenswirklichkeit erfahren werden, nicht in einer wie auch immer gearteten Transzendenz.

Dieser Punkt ist auch direkt mit dem zweiten, den ich herausgreifen möchte, verknüpft: der Sinnfrage, die Du ansprichst. Meine Erfahrung ist, dass die 'Lösung' dieser Frage darin liegt, dass sie sich einem zunehmend weniger stellt. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt der Ungemütlichkeit des Daseins liegt mE in der Sinnlosigkeit der Bestrebens, in ihm einen Sinn zu finden.

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Viel Zustimmung meinerseits, @SoGen, vor allem auch für die Frage nach Sinn. Ich habe ihn vor allem neutral, im Weberschen Sinne im Zusammenhang mit dem Handlungsbegriff verwendet. Und wollte noch gar nicht einmal auf den Sinn des Lebens oder die Suche nach einem solchen hinaus.
Ich persönlich habe mit dem Begriff des Glaubens erst einmal gar kein Problem, einfach weil ich ihn neutral und bewusst ohne Absolutheitsanspruch verwende. Hier spreche ich nicht nur, aber auch, von religiösem Glauben. Vielleicht ist ein Kernproblem der Diskussion "Wissen vs. Glauben", dass beide Begriffe häufig eben nicht wertneutral verwendet werden. Mit "wissenschaftlich belegt" oder ähnlichen Formulierungen fängt man heute einfach mehr Menschen als mit postulierten Glaubensgrundsätzen. Und genau deshalb finden sie inflationär Verwendung und so mancheR WissenschaftlerIn wundert sich dann darüber, wie die eigenen Ergebnisse von anderen Menschen (miss)interpretiert oder zweckentfremdet werden. Wissenschaftliche Datenerhebung ist ja auch das eine, die Interpretation das andere. Und die Anwendung dessen wieder etwas Drittes.

Auch wenn der Buddhismus ein kleiner Baustein meines Philosophienebenfachstudiums war, bin ich hier zugegebenermaßen hier nicht ganz so fit, aber Deiner Beschreibung kann ich ebenfalls gut zustimmen. Die, wie Du sie genannt hast, heilsame Wirkung einer Handlung, die sich in der eigenen Lebenswelt entfalten sollte, finde ich auch in anderen religiösen Systemen wieder. Ich persönlich sehe beispielsweise das Christentum (inzwischen) gar nicht als so sehr jenseitsorientiert, sondern als lebensbejahend an. Am deutlichsten formuliert in dem Ziel der Verwirklichung des Reiches Gottes hier auf Erden. Auch im Daoismus, der zwar natürlich Aspekte beinhaltet, die zeit- und räumlich über das Hier und Jetzt hinausgehen, ist eine deutliche Lebensbejahung erfahrbar. Klar, man hat die Wahl gemäß oder wider das Dao zuhandeln, aber die Zuwiderhandlungen hinterlassen halt doch auch ihre Spuren im Diesseits, wie es auch das daogemäße Handeln tut. Vielleicht haben wir hier doch einen Funken von absoluter Wirklichkeit, der sich in den einzelnen Systemen als Facette zeigt ;)

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Ich wäre gestern fast wieder ins Hamstern gefallen und möchte hier mal zwei spannende Links zum Thema Habgier dazwischenwerfen. Hochspannend ist, wie meine eigenen Beobachtungen ebenfalls waren, dass der wahre Genuss im Jetzt nachlässt, wenn man von was auch immer, Tee zum Beispiel (:D) übertrieben zu hamstern beginnt - man lebt dann nicht mehr wirklich ganz im Jetzt, wenn man immer mehr will, statt sich daran im Jetzt einfach freuen zu können, will man sich die zukünftige Lebensfreude durch die Anhäufung materieller Dinge sichern, statt zu vertrauen. In der Bibel gilt Habgier tatsächlich als Götzendienst. Die Texte sind lehrreich, bspw. dass Habgier darauf beruht, anderweitigen Mangel mit Dingen zu ersetzen.

https://www.nzz.ch/feuilleton/habgier-und-geiz-sind-ein-paar-und-richten-menschen-zugrunde-ld.1457112

https://gedankenwelt.de/habgier-ist-ein-problem-des-herzens/amp/

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Oh eine gute Ergänzung des Themas ...

Lasst euch nicht verarschen ... unbedingt reinziehen:

Alle diese Gesundheits-Empfehlungen ...
All die Stories und Gesundheitsversprechungen in der Teewelt ...
Er spricht sogar explizit von Tees, die nur wegen Wirkungen verkauft resp. getrunken werden.
Aber warum ist das negativ?
Weil das macht die Menschen nur noch kopfgesteuerter und ängstlicher, zum einen alles richtig machen zu wollen und zum anderen ständig irgendwas neues zu brauchen und so das Leben im Jetzt gar nicht mehr zu geniessen.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Ich möchte daran anhängend noch etwas tiefergehen in der Diskussion, ausgehend von Cel's Signatur:

Zitat

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Menschen alles glauben wenn man behauptet, Wissenschaftler hätten es herausgefunden.

Wissenschaftler haben nämlich vor nicht sehr langer Zeit herausgefunden, dass zu viel Cholesterin nun doch nicht wirklich das grosse Problem sei, und zu viel Salz ebenfalls nicht. Dabei haben sich die Menschen jahrzehntelang damit die Freude am Essen vermiest. Nun ... was ist denn wirklich das wahre Problem? Menschen essen zu viel süsses und fettiges, wenn sie unglücklich sind. Hier ist das Problem. Im Herzen. Diese falsch ausgleichenden Verlangen würden sich von selbst regulieren, wenn die Menschen ihre Lebensfreude in einem Leben in echter Liebe miteinander (was nichts mit Sexualität zu tun hat!!), mit sich selbst und mit der Schöpfung finden würden. Nur ist das Problem, dass die Menschen im Egoismus so tief verstrickt sind, dass es in Wahrheit nur um das geht was sie selbst kriegen, ganz besonders in Beziehungen (hier ist der Egoismus gegenseitig), und deshalb wahre Liebe gar nicht finden können. Darum ist die Lösung spirituell, kann nur spirituell sein, weil Kritik resp. Logik die selbstzentrierten Verlangen des Herzens nicht verändern kann ... aber ich will niemandem etwas aufdrängen, sucht selbst was wirklich funktioniert.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Dort kann ein Besuch wunderbar sein. Von lohnen möchte ich in dem Zusammenhang aber nicht sprechen, dies ist mir zu sehr nur auf sich selbst und den eigenen Vorteil bedacht.

Gerne würde ich darauf noch etwas tiefer eingehen, auf Teerunden generell. Ich finde ein Ansatz zum Leben ist nicht, was ich profitieren kann, was für teure Tees ich für lau mittrinken kann, sondern wie gut ich mich in eine Teerunde einbringen kann, den Wind spüren und mitfliegen, der Genuss ist nebensächlich ... und so noch viel schöner. 

Ich möchte damit aber keineswegs sagen, dass ich darin ein Meister bin, ich habe meinen Spass, aber wie oft habe ich auch Menschen etwas aufgedrängt, weil ich fälschlicherweise dachte es wäre meine Pflicht, Moralvorstellungen oder ähnliches, das war genau nicht ein Fliegen mit dem Wind.

Spass haben, frei sein!

PS: Ich möchte mich auch hier deswegen entschuldigen, wie Blaise Pascal so treffend sagte, es gibt keine Wahrheit ausserhalb der Liebe. Auch alle geistliche Wahrheit kann nur auf Liebe miteinander aufgebaut werden, und auch da ohne jeglichstes Aufdrängen, sondern nur was (gegenseitig) wahres Interesse ist und was wirklich funktioniert.

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Oh, ich habe ein neues, hervorragendes Diskussionsthema, abgeleitet @SoGens und @Anima_Templis Diskussion um die verschiedenen Einflüsse auf das Wasser von Wasserkesseln aus unterschiedlichen Materialien:

Ich suche der Freude, die ich am Tee habe nachzugehen, wirklichem Genuss, der etwas gutes ist - wird durch solche Detail-Optimierungen tatsächlich Freude und Genuss gesteigert, oder möglicherweise etwas anderes?

Ist das Streben nach Perfektion im Tee, Wasser, Utensilien etc. eine Sackgasse, eine Limitierung oder ein tatsächlicher Gewinn? Oder kann es vielleicht beides sein?

Was genau erfreut euch an Tees? 

Wie sieht echter Genuss für euch aus?

Wäre es vielleicht sinnvoll, ab und an als Kontrastprogramm auch mal einen ganz einfachen, ganz simpel zubereiteten Tee hingegeben zu geniessen?

bearbeitet von GoldenTurtle

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Gast Gast1790

Eher wohl ein Statementthema als ein Diskussions-. 
.
.
.

Und nachdem in den Punkten sehr viel persönliches steht, zusammengefaßt: Es geht simpel und es geht mit viel Rundrum. Und manchmal gehts gar nicht. 

 

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vor 12 Stunden schrieb Joscht:

Eher wohl ein Statementthema als ein Diskussions-. 

Joscht, du bist ein kluger Kopf, aber hier interpretierst du für einmal zu viel hinein.
Es sind wirklich Fragen, ich weiss die Antwort nicht.
Und schlimmer noch, ich denke es gibt gar keine einfache Antwort in Form einer Regel, bspw. 5 Kannen sind gut, 10 Kannen sind dekadent.
Ich denke es ist individuell, welche Motivation einen antreibt - eine Diskussion darüber würde ich auch vom selbstreflektierenden Aspekt her interessant finden.

Um einmal damit anzufangen - neulich berichtete mir ein Teefreund über den "Gras ist grüner auf der anderen Seite"-Aspekt bei neuen Tees.
Solange man sie nicht hat, erscheinen sie dermassen begehrenswert, und kaum hat man sie gekauft, ist dieser Antrieb weg und die Tees scheinen nur noch halb so interessant.
Ich denke dieses Phänomen kennen alle Menschen.
Diese sonderbare Begierde ist keine echte Freude, ich will mehr von der echten Freude finden!

Mir ist gerade etwas witziges in den Sinn gekommen!

Vielleicht könnte man sich vorstellen, wie es wäre, wenn man diesen Tee oder jene Kanne der Begierde bereits hätte! :lol:
(um von der echten Freude die sich verflüchtigende Begierde subtrahieren zu können - was haltet ihr von diesem Schachzug?)

bearbeitet von GoldenTurtle

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Und noch etwas, das ich zwar irgendwo schon einmal betont habe, das aber sehr gut zum Thema echte Freude und wahrer Genuss passt:

Ich habe mehrfach bewusst festgestellt, dass sich die Freude am Tee und der Genuss steigert, wenn man z.B. Teefreunde einlädt und auch wirklich gute Tees mit ihnen teilt, statt nur das Beste für sich alleine zu süffeln.
Ich möchte aber ganz klar betonen, dass es nicht darum geht Tees zu verschenken, sondern die Freude, den Genuss gemeinsam zu teilen.
Neulich habe ich z.B. Teefreund Mao (ein Offliner, nicht auf dem Forum, kennt das Forum möglicherweise gar nicht) aus meiner Sammlung ganz frei auswählen lassen, welchen Tee er gerne mit mir trinken möchte, das habe ich wirklich genossen.

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vor 39 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Ich habe mehrfach bewusst festgestellt, dass sich die Freude am Tee und der Genuss steigert, wenn man z.B. Teefreunde einlädt und auch wirklich gute Tees mit ihnen teilt, statt nur das Beste für sich alleine zu süffeln.

Das sind für mich die wichtigsten Worte, in diesem ganzen Thema.

Noch besser hat man es getroffen, wenn man tagtäglich mit dem Lebenspartner diesen Genuss teilen kann. 

vor 2 Stunden schrieb GoldenTurtle:

ich will mehr von der echten Freude finden!

Kauf Dir einen Cake vom Rareness 4 oder 5. Da vergeht Dir auch das Grübeln nach der Suche... ;)

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Gast Gast1790
vor 3 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Joscht, du bist ein kluger Kopf, aber hier interpretierst du für einmal zu viel hinein.
Es sind wirklich Fragen, ich weiss die Antwort nicht.

Ich weiß Deine Ironie zu schätzen, ich bin eher ein lebenspraktischer als kluger und Kopf.
Tatsächlich kommen mir Deine Fragen eher zu theoretisch. Denn ich glaube, daß es Phasen gibt und die sind weder gut oder schlecht oder bedürfen sowieso keiner Bewertung, außer daß es eben Phasen sind. Die es braucht. Und nicht jeder arbeitet an sich oder hat einen Blick von außen auf sich. Ich habe sowieso den Eindruck, daß Du zu sehr in Richtung gut und schlecht neigst, also bewertest, und ich bin mal ganz steil: Geschafft hat man es im Leben, wenn man nicht bewertet, sondern fließen läßt. Und dann hat man es immer noch nicht geschafft. 

@Anima_Templi ich habe gestern eben jene und vorletzte im Bestand bestellt. Nun kann ich selber testen, was sie können.

Und zum Thema Teerunde: Ich habe mir abgewöhnt, mit Anfängern - also völlig unbeleckten - so was zu veranstalten. Man neigt als Tamadan doch immer zu zu vielen Worten. Wo ich mich dann nicht leiden kann. In eine Runde, wo ich bescheiden dabeisein darf, jederzeit. 

 

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Danke für deine ehrlichen und von Herzen guten Worte Joscht. Genau das meine ich mit Austausch. Und nein, ich meinte es keineswegs ironisch zuvor.

vor 2 Stunden schrieb Anima_Templi:

Noch besser hat man es getroffen, wenn man tagtäglich mit dem Lebenspartner diesen Genuss teilen kann. 

Wenn man das hat.. schön. 👍

Ich hatte nur einmal eine Freundin, die auch eine wirkliche Teeliebhaberin war, die war schon nett, ist nur dann leider ausgewandert. Vielleicht habe ich das ja auch wieder einmal, irgendwann.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor einer Stunde schrieb Joscht:

I

@Anima_Templi ich habe gestern eben jene und vorletzte im Bestand bestellt. Nun kann ich selber testen, was sie können.

Und zum Thema Teerunde: Ich habe mir abgewöhnt, mit Anfängern - also völlig unbeleckten - so was zu veranstalten. Man neigt als Tamadan doch immer zu zu vielen Worten. Wo ich mich dann nicht leiden kann. In eine Runde, wo ich bescheiden dabeisein darf, jederzeit. 

 

@Joscht ein Mann der einen Rareness 4 und 5 hat ist bei subversiven Teetreffen ein gern gesehener Gast:)

und wenn er dann auch noch seinen Schnabel halten kann ....; und wenn er dann noch einen Hund hat...

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vor 5 Stunden schrieb GoldenTurtle:

neulich berichtete mir ein Teefreund über den "Gras ist grüner auf der anderen Seite"-Aspekt bei neuen Tees.
Solange man sie nicht hat, erscheinen sie dermassen begehrenswert, und kaum hat man sie gekauft, ist dieser Antrieb weg und die Tees scheinen nur noch halb so interessant.
Ich denke dieses Phänomen kennen alle Menschen.

dieser Einwand geht meiner Meinung nach viel zu weit. Denn der hat nichts mit Tee zu tun, sondern beinhaltet alle Aspekte unseres Seins. Täglich werden Klamotten, Schuhe usw. gekauft, die niemand "eigentlich" braucht, ganze Ökonomien leben genau davon. Der Mensch ist Jäger und Sammler und hat sich beim Anblick von Neuem, Begehrenswertem einfach nicht im Griff.

Die Frage dürfte viel mehr sein, welchen Genuss erwarten man? Strebt man immer nach dem Nonplusultra (hochreines Wasser, aufgekocht in Materilaien, die dem Wasser noch den letzten Rest Ionen mitgeben, um das feinste Teeblatt des ältestens Baums aus höchster Lage, längstmöglich gereift, noch den letzten Rest Aromatik herauszukitzeln, dargereicht in edelsten Tonkannen und Tässchen auf Tischchen hochwertigster Hölzer) oder gibt man sich mit der guten Zubereitung des Hier-und-jetzt zufrieden?

ich verfolge - soweit meinen Mitteln und Kenntnissen möglich - beides. An manchen Tagen nehme ich möglichst reines Wasser aus Wasserflaschen, messe genau Temperatur und Ziehzeiten, überlege, welcher Ton besser sein könnte, probere eben auch mal verschiedene Materialien nebeneinander aus, um genau zu wissen, welche Zubereitung "besser" ist. Und dann gibt es Tage, da nehme ich den gleiche Tee, greife in die Packung, nehme nach gut Glück ein gewisse Menge heraus, koche Leitungswasser nach Gefühl auf und nehme das billigste, glasierte Gefäß, weil ich das danach auch einfach in die Spülmaschine schmeißen kann. Und ich erfreue mich ganz genauso daran.

Die Detailverliebtheit gleicht bei mir einer Art Meditation, in der ich mich bis zu mehreren Stunden einem Thema widme, da läuft nebenbei auch keine Musik, oder Fernseher usw., sondern da konzentriere mich nur auf den Tee - oder eben was anderes (ähnliches hab ich bei Zigarren mit hochwertigen Feuerzeugen, handgedrechselten Aschenbechern usw., oder alten Whiskies). Und automatisch driften meine Gedanken, ich denke nach über das - und mein - Leben, Wünsche, Bedürfnisse, Sehnsüchte, Erfolge. Ich war denn mal weg - nicht körperlich, aber mental.

Und dann gibt es die Tage, da denke ich mir, woah hab ich Bock auf Tee xy. Genau die Blumigkeit/Nussigkeit/Beerigkeit - das will ich jetzt. Und dann wird ein guter Tee zubereitet. Meine Frau trinkt ab und zu mal mit - will aber vom Schischi eh nichts wissen, sondern guten Tee. Der kann bei ihr auch ausm Beutel kommen.

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Gast Gast1790
vor 3 Stunden schrieb Paul:

@Joscht ein Mann der einen Rareness 4 und 5 hat ist bei subversiven Teetreffen ein gern gesehener Gast:)

und wenn er dann auch noch seinen Schnabel halten kann ....; und wenn er dann noch einen Hund hat...

Ich wußte schon immer, daß man wenigstens Bekanntschaften erkaufen kann. :-)
(Vorsichtshalber Strichgesicht gesetzt.)
Noch kotzt der Hund bei jeder Autofahrt. Aber das Grundgehorsam funktioniert schon, den Rest krieg ich auch noch hin. 

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Ein listiger Kommentar von Paul, dahin ist das schöne Thema und landet bei kotzenden Hunden.

Herrlich. :lol:

vor 5 Stunden schrieb Joscht:

Und nicht jeder arbeitet an sich oder hat einen Blick von außen auf sich. Ich habe sowieso den Eindruck, daß Du zu sehr in Richtung gut und schlecht neigst, also bewertest, und ich bin mal ganz steil: Geschafft hat man es im Leben, wenn man nicht bewertet, sondern fließen läßt. Und dann hat man es immer noch nicht geschafft. 

Bitte mehr davon.

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vor 16 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Ein listiger Kommentar von Paul, dahin ist das schöne Thema und landet bei kotzenden Hunden.

Herrlich. :lol:

"down to earth"  nennen das die Engländer;)

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vor 45 Minuten schrieb SoGen:

Leute - es geht doch nur um Tee. Und ein Forum, in dem nur positives feedback zulässig und erwünscht ist sowie jede Frozzelei als übergriffig empfunden wird, wäre doch höchst langweilig. Finde ich jedenfalls. Oder soll TeeTalk ein Safe Space sein?

  Das ist ein gutes Thema um hier aufgegriffen zu werden!

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