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goza

Anima_Templi, der Verführer

Empfohlene Beiträge

ich wollte mal meine Gehversuche der Teeproben von @Anima_Templi mit Euch teilen - auch um anderen Anfängern den Mund schön wässrig zu reden ;)

Er hatte mir ein Querbeet-Sortiment mit einem TGY, Da Hong Pao, Mingjian Huang Jin Gui, Bi Lo Chun und einem Sheng Pu Erh zukommen lassen. Ich bin mit einem gewissen Respekt an die Sache gegangen, nachdem ich ergooglet hatte, was das so war. "Perlen vor die Säue" war meine Befürchtung, "das kann ich doch noch gar nicht einordnen". Aber sogar mit absolut ungeübtem Gaumen konnte ich da schon sehr viel entdecken - und habe gleich den Unterschied zu "Normalo"-Tees erfahren können. In jedem Fall ein Erlebnis - Danke nochmal!

 

TGY (vermutlich aged)

was das genau war, wissen wir noch nicht. @chenshi-chinatee hatte den mal im Angebot und wir versuchen uns gerade mit Fotos ranzutasten, was das denn gewesen sein könnte. In jedem Fall verdammt lecker ;)

mit 3g auf 90 ml und 90°C nur kurz aufgegossen (max. 30 s) ist er zunächst noch verhalten mit würzigen und holzigen Aromen, in einem zweiten noch kürzen Aufguss dann pures Rosenwasser. Zuvor hatte ich einen kurzen Waschgang gemacht. Hier also mein erstes Erlebnis, wie ein zweiter Aufguss nicht nur bitter ist wie bei meinen ersten Tees, sondern im Gegenteil dann erst Vollgas gibt. Bei den weiteren Aufgüssen hab ich auch mal mit längeren Ziehzeiten experimentiert und nie, aber auch wirklich nie, ist da was bitter geworden. Mit der Zeit kommen noch Zimt oder Nelken dazu, wenn die Blumigkeit langsam schwindet. Ich glaube 6 Aufgüsse hab ich zaubern können.

Westlich mit 1,5 g auf 250 ml hab ich auch ausprobiert, und ist in den ersten zwei Aufgüssen auch fein mit leichter Veränderung vom Blumigen zu etwas Würzigerem, danach ist es aber eigentlich recht monoton. Nicht schlecht, aber anders ist es einfach aufregender.

 

Aged Da Hong Pao

auch von @chenshi-chinatee

selbe Zubereitung wie oben für leicht rauchige Würzigkeit, so Art Pumpernickel, dazu geröstete Nüsse, später Richtung Tabak, Baumrinde und leichter Blumigkeit. Dahinter verbirgt sich eine gewisse Süße wie Honig. Und auch hier nie unangenehme Bitterkeit. Bei diesen zwei Tees bin ich auch von Thermometer und Stoppuhr weggegangen. Es kommt unglaublich schnell ein Gefühl, wie der Tee ziehen muss und kaputt konnte ich hier gar nix machen.

 

Mingjian Huang Jin Gui 2009 von Atong Chen

Der hat sich mir erst bei einer zweiten Zubereitung am nächsten Tag erschlossen. Zunächst hatte ich nur was erdiges erkannt, würziger als Grüntee, viel sanfter als Schwarztee. Am nächsten Tag dann aber deutlich gebäckartige Noten, Nelken und die Fruchtigkeit von rosa Pfeffer und Ingwer (ohne die Schärfe). Mein Geschmackssinn war an diesem Tag wohl nicht so gut ausgeprägt oder hatte wohl kein Lust was zu erschmecken.

 

Bi Lo Chun Sanxia 2019 von Atong Chen

Ein Traum von Mango mit Vanille, Honig und dahinter anregender Würze. Hab noch nicht ganz rausgefunden, was das ist. Etwas vegetales. Bei westlicher Zubereitung hatte ich was maritimes mit Salzwasser und Austern dabei? War bei zweiten Aufguss aber nicht mehr - passt nicht so ganz zur Mango ;)

 

Yiwu Sheng Pu Erh 20214 von Yu

fruchtige Erdigkeit, Pflaumenmus und später Seegras-Noten. Insgesamt habe ich noch nicht so auf den Pu-Erh-Zug aufspringen können. Die Tees sind schon gut, aber ich fühle mich derzeit arg den Grüntees und eher weniger stark oxidierten Oolongs hingezogen.

 

Jetzt kenn ich auch die Intention von @Anima_Templi: das ist der Dealer, der den Kids am Schulhof kostenlose Drogenproben gibt. Und fixt sie damit an, dass sie voll drauf abfahren. Bin ich ihm böse? Nein! Nur mein Geldbeutel ist beleidigt, da der jetzt Hunger leiden werden muss, ob der kommenden Tee-Bestellungen -_-:lol:

 

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Ein toller Bericht, mit einem herrlichen Thread-Titel. Danke @goza!

Da hat dir der Anima, dieser Schuft, schon sehr feine Sachen geschickt. Wer da nicht angefixt wird, ist wohl teeresistent! Ich mag ja sehr gerne ältere Pu und gemeine Dunkeltees, aber vor allem wenn es kalt ist . Bei diesen warmen Temperaturen passen mE auch die grüneren Sachen einfach besser. Somit wär mein Tip: Probier gegen Herbst-Winter mal nochmal die gereiften Pu und dunkler gerösteten Oolongs. Könnte sein, dass diese dann ein anderes Gesicht zeigen.

Ansonsten: Viel Spaß beim Bestellen. Bin gespannt, was du so erbeuten wirst ^_^

bearbeitet von miig

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Haha, was für ein Titel :D 
Zum Thema Puerh: "Glück" gehabt, wenn dir die aktuell (noch) nicht gefallen - das ist ein so unglaublich weites Feld, wenn dein Geldbeutel "jetzt schon" beleidigt ist, wird er es dir danken ;) Falls du es doch nochmals versuchen magst: probier es mal mit einem richtig jungen Sheng, evtl. liegt dir das mehr :) 

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vor einer Stunde schrieb goza:

Yiwu Sheng Pu Erh 20214 von Yu

fruchtige Erdigkeit, Pflaumenmus und später Seegras-Noten. Insgesamt habe ich noch nicht so auf den Pu-Erh-Zug aufspringen können. Die Tees sind schon gut, aber ich fühle mich derzeit arg den Grüntees und eher weniger stark oxidierten Oolongs hingezogen.

Hmm, also einmal wieder eine seltene Verkostung aus der Zukunft. :thumbup: Herzlichen Dank erstmal. Die Sache mit der Zeitreise habe ich früher auch mal hingekriegt, aber im Moment klemmt da noch was an der Maschine. Hätte mir nicht gedacht, dass ein Yiwu so schmecken wird, aber man lernt nie aus. Hätte auch nicht gedacht, dass Yu überhaupt so alt wird, er scheint wohl zwischenzeitlich den (Tee-)Baum des Lebens entdeckt zu haben, ich vermute irgendwo auf dem Berg des hingerichteten Prinzen, für wer die Geschichten kennt ...

PS: Bei Atong Wulongs kommt man erst mit der Zeit richtig auf den Geschmack ... Es ist halt wie im Leben, was einen auf den ersten Blick, Gedanken oder in diesem Fall Schluck unheimlich zusagt (Krötenjargon: auf nur einer Stärke aufgebaute Feuerwerks-Tees), wird einem in aller Regel mit der Zeit banal, dabei besteht das Leben aus Komplexität, aus vielen kleinen Details, welche einem zu Beginn meist überhaupt nicht auffallen, die man aber mit der Zeit mehr zu lieben lernt, als eine einzelne, herausragende Stärke.

IMAG0465.thumb.jpg.c37cf2543d54580a1a3dbfc858e9b49b.jpg

Bildkommentar: Jeder hat mal klein angefangen (in diesem Fall die erste Teerunde meines Neffens)

Aber schaut mal ganz genau, wie grazil er die Tasse hält - das ist ein ganz neuer Stil! Auf den wartet noch eine grosse Zukunft!

bearbeitet von GoldenTurtle

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    • Von doumer
      Wir haben auf der diesjährigen Teezui u.a. diese beiden Tees in zwei Duchek-Schieferkännchen gegeneinander antreten lassen, um diesem "Long Process" auf die Spur zu kommen. Laut David stammen beide Tees aus dem selben Garten bei Leng Shui He, beides ein Frühjahrstee und "Long Process" definiert er als einen länger dauernden Kill-the-Green Prozess bei niedriger Temperatur. Er wurde von einem Freund vor Ort auf diese Verarbeitungsmethode aufmerksam gemacht, der folgendes sagte: "Yancha and Liubao both have heat in the processing that transforms the tea and makes it more vibrant and light, splashing up in the back of the palate with the aroma emerging from the nasal cavity after swallowing." Zusammen haben Sie das dann ausprobiert und wir das Ergebnis probiert:
      Bereits beim ersten Aufguss zeigt sich ein deutlicher Farbunterschied, der 2016er ist viel dunkler als der 2017er und das nasse Blatt gibt ein ganz anderes Aroma ab, als der 2017er. Auch geschmacklich zeigen sich bereits deutliche Unterschiede: der 2017er ist geschmacklich zwar sehr dezent, zeigt aber schon beim ersten Schluck sehr viel subtile Kraft, die direkt in den eigenen Körper übergeht. Der 2016er hat auch diese Kraft, allerdings weit weniger dezent – eine sehr schwere, etwas an Hongchas erinnernde Süße (aber ohne Malzigkeit wie es bei "rot" produzierten Shengs der Fall ist) und leichte Würze ist direkt vorhanden. Das Qi lässt sich natürlich nur schwer bei solchen Parallelverkostungen beurteilen, ich würde aber schätzen dass beide da gleichauf sind. Während den weiteren Aufgüssen kommt der 2017er was den Geschmack angeht deutlich später in Fahrt während der 2016er schnell zunimmt, dafür aber auch etwas früher wieder nachlässt – insgesamt aber immer deutlich kräftigere und ganz andere Geschmacksnoten bietet als der 2017er. Vor allem fällt aber auf, dass der 2016er sehr viel älter wirkt, als "nur" 1 Jahr mehr – blind verkostet hätte ich ihn locker auf 4-6 Jahre geschätzt. David schreibt dazu aber auch "the tea has aged more than expected in the past year", was ich zwar erst im Nachhinein gesehen habe, sich aber voll und ganz mit unseren Beobachtungen deckt. Super spannend wäre natürlich wenn beide Tees aus dem selben Jahr wären, da ich den 2017er direkt beim erscheinen gekauft habe und er daher 1 Jahr EU-Lagerung hinter sich hat, während der 2016er 2 Jahre Malaysia-Lagerung hinter sich hat, was zumindest bei etwas mehr Jahren einen sehr deutlichen Unterschied macht, wie der Parallelverlgeich des 2012er Bulangs von EoT gezeigt hat – dennoch ist der Unterschied zu groß, als dass man das Gefühlte Alter nur auf die unterschiedliche Lagerung und 1 Jahr älter zurückführen kann (zumindest ist das die Vermutung, denn selbst wenn der Tee aus dem selben Garten stammt kann es natürlich bei unterschiedlichen Ernten unterschiedliche Ergebnisse geben).
      Zusammengefasst lässt sich Folgende Vermutung äußern (denn mehr ist bei einem Vergleich mit nur 2 Tees nicht möglich): "Long Process" macht den Tee schwerer und älter – auf jeden Fall anders. Es sind beides großartige Tees, die zwar einen hohen Preis haben, dem aber auch gerecht werden.
      Über weitere Anmerkungen und andere Sichtweisen der werten Mittrinker würde ich mich auf jeden Fall sehr freuen – auch wenn sonst jemand mehr Infos zu dem Thema "Long Process" hat oder an anderer Stelle schon einmal darüber gestolpert ist.

      sehr früher Aufguss, links der 2016er Long Process, rechts der 2017er
      (wie man sieht haben wir sogar vorbildlich mit einer Waage gearbeitet)
    • Von Paul
      Da fährt man fast dreißig Jahre die Kreuz und die Quer im Dienste des Herrn durch das südliche Niedersachsen; an Alfeld vorbei und denkt sich nix!
      Plötzlich ist da eine TeeOase am Weg.
      www.liu-tea-art.com
      Ein junger Mann aus Hannover, der lange in China gelebt hat und jetzt als ordinierter daoistischer Mönch zurückgekehrt ist,  eine junge Chinesin im sechsten Monat schwanger, ein Kater der kastriert werden soll und zwei große heulende Hunde.
      Eine Teeverkostung mit Tees von ihrem eigenen Teefeld; zwei GrünTees und ein RoterTee sowie zwei FuBricks einer benachbarten Teefabrik.
      Teesetzling für ein geplantes Teefeld, chinesische Kleidung und Taschen bemalt mit chinesischen Motiven von der Hausherrin persönlich.
      Es war kalt im Verkostungsraum, aber umso wärmer war die Aufnahme des Gastes.
      Ich wünsche den Beiden viel Glück auf ihrem Weg und danke an dieser Stelle ergebenst für zwei schöne Teestunden.
       







    • Von Key

       
      Neues aus der Teegasse!
      Die Teegasse wurde umfangreich renoviert und verbessert. Der "old-style" des Shops wurde dabei bewusst erhalten.
       
      Zudem wurden die oft nachgefragten "Teeproben" eingeführt.
       
      Ihr erhaltet nun folgende fünf Sets:
       
      1. Schwarzteeproben Assamica: 10 Proben aus Assam
      2. Schwarzteeproben Himalaya: 8 Teeproben Darjeeling, je eine Teeprobe Sikkim und Nepal
      3. Schwarzteeproben International: 3 x China, 2 x Afrika, 3 x Ceylon, je 1 x  Java und Nilgiri
      4. Grünteeproben Chinensis: 9 x China, 1 x Taiwan
       
      Diese einzelnen Proben dieser Sets enthalten jeweils 25g Tee. Die Menge reicht bei üblicher Dosierung für mindestens 2l Tee aus. 
       
      5. Masala Chai Teeproben: 5 x 50g verschiedene Masala Chais
       
      Ab 19,95 € ist der Versand kostenlos.
    • Von Key

       
      Hallo Teefreunde,
      in der Teegasse findet Ihr verschiedene Sets mit Teeproben zu jeweils 25g. Die Menge reicht bei üblicher Dosierung für rund 2l aufgegossenen Tee.
      Versandkostenfreie Lieferung ab 19,95 €.
    • Von nannuoshan
      Hallo zusammen,
      vor eine Woche bin ich aus China zurückgekommen; ein Monat lang bin ich durch das Reich der Mitte gereisst um Tee und Teegeschirr für Nannuoshan zu erwerben.
      Letze Woche habe ich die neue Tees in Italien vorgestellt; am Wochenende werde ich in Berlin sein und dann nächste Woche in Paris. Nennenswert Grüntees aus biologischem Anbau (Long Jing, Lu'an Gua Pian und Huoshan Huang Ya); rare Oolongs aus Süd-Fujian (Bai Ya Qi Lan, Zhang Ping Shui Xian); Phoenix Single Bush aus Teegärten ganz oben auf Wudong Berg, sowie Spitzen-Wuyi Yan Cha.
      Die neuen Tees könntet Ihr am Wochenende in unserem Teehaus (Oranienburger Str. 32, Berlin-Mitte) verkosten. Dabei werde ich die schönste Momente der Reise anhand Photos und Videos erzählen.
      Samstag, 4. Juni ab 15:00 Uhr
      Verkostung Frühlingstees
      Gabriele, gerade aus einer Tee-Reise in China zurückgekommen, zeigt Photos seiner Abenteuer und bereitet für Sie die neuen Tees. 5 € pro Person, mit Anmeldung.
      Sonntag, 5. Juni um 15:00 Uhr
      Seminar und Tee-Verkostung: Grüntee und Lebensmittelsicherheit, mit Gabriele.
      Bio-Landbau, Fairtrade, Umweltfreundlichkeit: Wie Nannuoshan Spitzenqualität und Lebensmittelsicherheit vereint. Mit Verkostung am Gongfu Cha Tisch frischer grüner Tees aus der Frühlingsernte 2016, unter anderem: Bio Lu'an Gua Pian, Bio Huang Shan Huang Ya (Gelbe Knospe) und Bio Long Jing. 20 € pro Person, mit Anmeldung.
      Anmeldung hier oder per email.
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