goza

Wertigkeit von beschattetem vs. unbeschattetem Grüntee

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vor 2 Stunden schrieb seika:

Das Senchas, vor allem Blends, auch mal beschattete Tees beigemischt werden, um sie geschmacklich "aufzuwerten", ist mir bekannt. Aber, das es so flächendeckend und umfassend sein soll, ist mir neu. Fände ich als Verbrauchertäuschung, wenn sich herausstellen sollte, das ein als hochwertiger Sencha beworbener Tee beschattet sein sollte. 

Rein subjektiv finde ich den ooika Duft oder das Aroma, je nach dem, wie man es nennen will, schon sehr prägnant.   

sorry für die Frage eines Unwissenden:

ich dachte bislang, dass beschatteter Tee tatsächlich ein höherwertiges Produkt ist? Die Täuschung im Sinne der "Verfälschung" des Geschmacks, Einbringen dieses "ooika" (wobei zugegeben, ich das noch nicht kenne), das es sonst nicht gäbe, ist für mich nachvollziehbar.

Würde der Sencha hochwertiger sein, wenn es ein bewusst nicht beschatteter Sencha ist? warum? weil es schwer, ist, guten Sencha ohne Beschattung zu produzieren?

 

edit: wir können die Diskussion,falls sie länger dauern wird, auch gern auslagern, um nicht ins offtopic abzudriften

bearbeitet von goza

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Hey @goza, eine sehr interessante Frage. Habs mal ausgelagert, um diesem Thema einen Raum zu geben. Bin gespannt auf die Ausführungen.

Mir gehts wie dir - ich hätte auch vermutet, dass beschattete Tees zumindest gleichwertig sind, andere Faktoren ausgeschlossen. Bin aber gespannt, was die Wissenden hierzu sagen. Nicht wahr, @seika, @teekontorkiel und natürlich alle anderen Wissenden *g*

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@goza Puh, das ist eine sehr schwierige Frage und denke ich eher nur subjektiv zu beantworten. Ganz allgemein wird in Japan bzw. in Kyoto Matcha als hochwertigster Tee angesehen (z.B. auf Speisekarten oder Preislisten steht Matcha als erstes). Danach kommt Gyokuro und Sencha. Matchas bzw. Tencha wird durchschnittlich am längsten beschattet, weshalb man durchaus sagen kann, dass je länger Beschattung ist, desto hochwertiger. Dass Matcha oder Gyokuro am teuersten sind, liegt vor allem daran, dass sie durch die lange Beschattung mehr Nährstoffe aus dem Boden beziehen müssen, wodurch auch dementsprechend mehr gedüngt werden muss. Guter Dünger hat seinen Preis, der sich dann auch natürlich auf den Teepreis auswirkt.

Worum es aber mir und @seika ging, war, dass Sencha auch beschattet werden. Ganz ursprünglich wurden Senchas nicht beschattet, das ist wie gesagt eher ein Trend, der sich in  den letzten 15 Jahren entwickelt hat. Wie du schon richtig vermutet hast, ist es sehr schwierig, einen gut ausbalancierten Jun-Sencha zu produzieren, da diese dazu neigen, zu bitter zu sein. Durch die Beschattung kann geschmacklich sehr viel justiert werden, z.B. mehr Umami und Süße oder weniger Herbe etc. In Japan wird allerdings gesagt, dass je länger ein Tee beschattet wird, der Geschmack (味 = Aji) zwar intensiver wird (mehr Umami und Süße), aber gleichzeitig der Tee an Aroma oder Duftigkeit (香り = Kaori) verliert oder wie man es übersetzen will. Ein guter Sencha im ursprünglichen Sinne wird nachgesagt, dass er eine gute Balance aus Umami, Amami (Süße), Shibumi (Herbe oder Adstringenz) und Kaori haben muss. Und mit Kaori ist nicht "Ooika" gemeint, der sich ja entwickelt, wenn ein Tee beschattet wird. Viele Senchas, die im Moment produziert werden, gehen eher in Richtung Kabusecha und sind mehr auf Umami und Süße ausgelegt. Ob das jetzt minderwertiger oder hochwertiger ist, muss jeder für sich entscheiden. Schlussendlich ist das ja reine Geschmackssache ;)

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vor einer Stunde schrieb goza:

sorry für die Frage eines Unwissenden:

ich dachte bislang, dass beschatteter Tee tatsächlich ein höherwertiges Produkt ist?

So ist es. Die Beschattung dient der Veredelung und Qualitätssteigerung. Das was in der Natur sonst Bäume, Wolken, hohe wilde Teebüsche-/bäume erledigen wird hier mit Netzen nachgeahmt. Das hat nichts mit Verbrauchertäuschung zu tun. 

Sencha hat als Unterkategorie japanischer Grünteesorten bloß die Merkmale der Dämpfung und Nadelform. Über eine eventuelle Beschattung sagt dieser Begriff nichts aus. Warum auch?

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vor 1 Stunde schrieb goza:

Würde der Sencha hochwertiger sein, wenn es ein bewusst nicht beschatteter Sencha ist? warum? weil es schwer, ist, guten Sencha ohne Beschattung zu produzieren?

Genau. Die von @cml93 angesprochene Balance, die einen guten Sencha ausmacht, ist mit „natürlichem“ Anbau, was Schatten durch Bäume, Wolken u.ä. ja nicht ausschließt, nur mit sehr gutem Material, welches dementsprechend selten ist, zu erreichen. Vermutlich auch um den hohen Preis dafür zu rechtfertigen werden, solche Senchas oft damit beworben aus roten saibai, also nicht beschattetem Anbau zu sein. Durch das Beschatten verringert sich die Bitterkeit, was durch nicht beschatteten Anbau sehr viel schwieriger zu erreichen ist. Wenn man einem so beworbenen Tee dann beschatteten Tee untermischt ist das für mich Täuschung. Genauso, als ob man in einen trockenen Riesling Zucker kippt und ihn dann als Eiswein verkauft. ;) 

 

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@cml93 @seika @teekontorkiel

vielen Dank für Eure Ausführungen - schön, solch eine geballte Kompetenz hier zu wissen!

Just heute morgen -welch ein Zufall- kam eine Mail des Japanese Tea Guide eines japanischen Shops.

Zitat

Shading is one of the more unique techniques in Japanese tea leaf cultivation. Shading the leaves as they grow and mature forces the plant to produce more chlorophyll, resulting in a greener color, and inhibits the conversion of L-theanine (umami flavor) into catechins (bitter flavor). Shaded teas include tencha (used for matcha and shaded 2-4 weeks), gyokuro (in general shaded for 3 weeks) and kabusecha (in general 2 weeks). Blending of kabusecha with unshaded sencha leaves to create a higher grade sencha (with greater umami flavor) is common.

Quelle: yunomi.life

 

Dort wird auch die landläufige Meinung, mit Kabusecha geblendeter unbeschatteter Sencha würde aufgewertet, vermittelt. Eben mit dem Argument: greater umami = higher grade. Na gut, ist halt Marketing.

Was ich auch nicht wusste, dass Matcha der höchste Grad ist. Heute ist die Lernkurve aber wieder steil ;)

Warum ist Verfügbarkeit von Jun-Sencha dann so gering? Werden grundsätzlich nur noch so kleine Mengen produziert, die so begehrt sind, dass sie es nicht nach außerhalb Japans schaffen (wie manche hochwertigen chin. Tees), oder lohnt es sich von vornherein für die Teegärten aus ökonomischen Gründen nicht, da mit Blending die "gleichen" Ergebnisse für die Massen erzielt werden?

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@goza Wie gesagt: der Markt für Jun-Sencha ist nicht mehr wirklich da und die Teebauern, die Jun-Sencha noch anbauen, produzieren ihn zum großen Teil nur noch im Auftrag von Großhändlern. Deswegen ist es schwer, an hochqualitative Jun-Senchas ranzukommen.

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        WO
      C*SPACE in der Langhansstraße 86, 13086 Berlin


      WANN
      Ab 17. Juli, jeden Freitag, ab 15 Uhr.
        C*SPACE C*SPACE ist ein kreativer Raum für Arbeit, Kunst, Begegnung und Projekte in einer ehemaligen Möbelfabrik im Berliner Kiez "Weißenseer Spitze". Die Gastgeber Jan Siefke, Fotograf, und Katja Hellkötter, Kulturmittlerin, haben 16 Jahre in China gelebt. Mehr als nur ein Raum ist C*SPACE Ort und Treffpunkt für Kulturaustausch zwischen Fernost und Berlin; der perfekte Rahmen für wonnige Teemomente.
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      Aus der Nähe von den Weinbergen Meißen. Über Kräutertee, Lappacho, Schwarztee bin ich aus Neugierde auf das Catechin an den Grüntee, Matcha und co.gekommen. Eine Krankheit hat mich darauf gebracht. Seit drei Jahren trinke ich nun Grüntee, Matcha und Oolong.
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