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  1. teekontorkiel

    teekontorkiel

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    • Von Diz
      Einigen von euch ist es vielleicht schon aufgefallen: Wir haben einen neuen Shop inklusiv neuem Design. Wir waren schon länger an einem Wechsel dran aber verschiedene Faktoren haben diesen immer wieder verzögert. Der neue Shop sollte uns vor allem die Administration erleichtern. Im alten System mussten wir noch sämtliche Systemänderungen manuell in die Core Files einpflegen.
      Aber genug über das System geschwafelt. Die wichtigste Neuerung für euch dürfte sein, dass wir unser Angebot an Formosa Oolong massiv ausgebaut, beziehungsweise dieses überhaupt erst richtig angegangen sind. Der Grund ist, dass wir auf die Unterstützung von Benjamin (aka @Formosa Wulong) zählen dürfen. Für alle welche Benjamin noch nicht kennen hier ein kleiner Einblick:
      Benjamin ist schon seit ein paar Jahren im Forum unterwegs und hatte auch schon einen eigenen Teeshop. Er hat rund 15 Jahre in China gelebt und ist bestens mit der chinesischen (Tee) Kultur vertraut. Sein Wissen über Tee und insbesondere auch Oolong verdankt er der Unterweisung diverser Teemeister und Studium chinesischer Literatur.
      Ich denke wir haben ein paar interessante Tees zusammengestellt und möchte an dieser Stelle nochmals betonen, dass dies ohne die tatkräftige Unterstützung Benjamin mit seinen hervorragenden Kontakten nach Taiwan dies in der Form und der Qualität nicht möglich gewesen wäre.
      Hier geht es zu den neuen Formosa Oolong Tees.
    • Von cordyceps
      Hallo zusammen,
      ich habe noch nicht so viel Erfahrung mit japanischen Grüntees und habe aktuell folgende Tees offen: Keiko Aracha Shincha 2020, Keiko Benifuuki No. 1, Keiko Diamond Leaf und Keiko Kawanabe.
      Da fällt natürlich auf, dass ich scheinbar einen Hang zu Keikos habe  Dies liegt aber nur daran, dass ich auf der Suche nach Bio-Grüntees aus Japan über diese Marke gestolpert bin. Der Benifuuki No. 1 und der Diamond Leaf schmecken mir aktuell richtig gut - habe aber eben auch wenig Vergleichsmöglichkeiten.
      Für mich sind Bio-Tees aus zweierlei Gründen wichtig. Ich bin der Meinung, dass in Lebensmitteln enthaltene Pestizide & Co. nichts akzeptabel sind und Pestizide und zu viel chemische Düngung nichts in unserer Umwelt zu tun habe und somit sehr gerne Anbauformen (nicht nur beim Tee) unterstütze die sich in dieser Richtung engagieren.
      Bei meiner zweiten Passion, dem Kaffee, ist dies aktuell für mich besser nachvollziehbar von welchem Kaffeebauer der Kaffee kommt und wie der Anbau, die Vermarktung etc. aussieht. Auch dort bin ich bereit für den direkten und fairen (nicht Fairtrade-Siegel) Handel von Kleinbauern und deren, oftmals nicht zertifizierten, Bio-Anbau zu zahlen.
      Natürlich habe ich mit großem Interesse diesen Thema gelesen: Bio vs nicht Bio bei japanischen grüner Tee
       
      Insofern würde mich also vor allem interessieren ob es Empfehlungen gibt welche Bio-Grüntees ich im Vergleich zu Keiko mal probieren sollte.
      Zudem wäre es natürlich interessant ob ihr Tipps zu direktgehandelten Grüntees aus Japan (oder China falls es einen Geheimtipp gibt ) habt die gute, umweltverträgliche Anbaumethoden mit Verzicht auf übermäßige Pestizide vorweisen können.
      Falls es sowas nicht gibt dann bin ich gerne bereit diese Antwort zu akzeptieren und bleibe weiterhin bei den Keikos
      Danke im Voraus. LG, Robert
    • Von Roberts Teehaus
      Genmaicha aus Japan – eine faszinierende Teespezialität!

      Denkt man an Japan und Tee, so denkt man in erster Linie wahrscheinlich an Matcha oder Gyokuro Asahi. Doch Japan hat viel mehr zu bieten und so scheint es doch ein wenig verwunderlich, warum gerade Genmaicha bei uns eher noch ein Geheimtipp ist – obwohl diese Teespezialität überaus duftig und himmlisch malzig schmeckt.

      Genmaicha ist eine köstliche Teespezialität, welche neben grünem Tee geröstete und teilweise gepuffte Reiskörner enthält. Wer Reis als Grundnahrungsmittel liebt oder damit aufgewachsen ist, wird allein schon beim Öffnen der Teepackung ins Schwärmen geraten. Für diese Teemischung wird gerösteter brauner (Natur)Reis verwendet (japanisch Naturreis = genmai) – wodurch dieser Tee eine angenehme und malzig-aromatische Röstnote erhält.

      Sein Geschmack

      Sein Aroma bewegt sich zwischen leicht süß, nussig und Karamell. Grundlage für den Genmaicha bildet grüner Tee, der durch die nussige Karamell-Note milder und runder wird. Beliebt zum Nachmittag zu etwas Gebäck, werden die Reiskörner auch gerne mal aus dem Tee geknuspert. Ob man den Tee nun zum Gebäck einnimmt oder als Getränk zu hellen Fleisch- oder Fischgerichten – im Prinzip passt er zu Allem und kann eigentlich immer getrunken werden.

      Liebe auf den ersten Schluck

      Wer Genmaicha einmal probiert hat, ist in der Regel sofort über alle Geschmacksknospen in diese Teemischung verliebt. Also Vorsicht: Andere Tees könnten es eventuell künftig ein bisschen schwerer haben. 😉

      Entstanden ist die Teespezialität laut Erzählung wahrscheinlich während des 15. Jahrhunderts, und auch hier spielte wahrscheinlich – wie oft – der Zufall eine Rolle! So wird etwa mancher Grüntee leicht geröstet, und der Geschichte nach soll der Bedienstete eines Samurai bei der Röstung des grünen Tees etwas nachlässig vorgegangen sein, und den Tee zu lange erhitzt haben. Zwischen den Teeblättern befanden sich auch nachlässigerweise mehrere Reiskörner. Der Herr Samurai war über den Fauxpas so wütend, dass er den armen Diener angeblich hinrichten ließ. Als er die Röstung dann als Tee probierte, musste er äußerst beschämt feststellen, dass diese unfreiwillig entstandene Teemischung überaus köstlich mundete. Der Genmaicha war entstanden, sein armer Erfinder hat ihn leider nie probieren können… Darum: Bitte immer erst probieren, dann meckern!

      Eine Frage des Geldes…

      Da japanischer grüner Tee auch in Japan hochpreisig und für das allgemeine Volk doch eher rar gewesen ist, konnte man ihn zudem mit dem gerösteten Reis strecken, was Genmaicha zu einem „Arme-Leute-Tee“ machte. Und Hand aufs Herz – sind es nicht gerade die sogenannten „Arme-Leute-Speisen“, die mitunter am besten schmecken? Denken Sie nur in unseren europäischen Kreisen an Arme Ritter oder das deftige Bauernfrühstück.

      Not macht erfinderisch; gerade, wer arm gewesen ist, musste meist hart arbeiten und wollte wenigstens mit guter, nahrhafter und wohlschmeckender Kost bei Laune gehalten werden.

      Und so galt Genmaicha als gestreckter Arme-Leute-Tee und sollte als Überbrückung zwischen zwei Mahlzeiten dienen... Inzwischen ist er überall beliebt und bildet ein geschätztes Alltagsgetränk in Japan.

      Die Zubereitung:

      Geben Sie acht bis zehn Gramm Genmaicha in eine Kanne. Kochen Sie einen Liter Wasser sprudelnd auf und lassen Sie es drei Minuten im geschlossenen Wasserkocher abkühlen. Anschließend aufgießen und den Aufguss zwei Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Sie können ihn bei Bedarf mehrmals aufgießen – das jedoch ist und bleibt Geschmackssache, je nachdem ob Sie eher kräftigem oder mildem Aroma den Vorzug geben. Probieren Sie es einfach aus – einen frischen Aufguss kann man immer machen. 🍡😄👌🍵

      Zum Wohle!


    • Von Dave888
      Hallo Allerseits, 
      nach längerer - und etwas frustrierender - Suche nach einem Buch über japanischen (gerne auch zusammen mit chinesischem) Tee hoffe ich auf Rat aus dem Forum.
      Ich suche ein umfassendes Buch über die verschiedenen Teesorten (und dies möglichst detailliert). Gerne auch mit tips zur Zubereitung, aber: keinen Bildband, keine Teegeschichten, keine kulturhistorische Abhandlung und keine Buch über Teezeremonien. Auf Deutsch scheint es nichts zu geben. Kann mir jemand einen entsprechendenden Titel auf englisch empfehlen. Ich würde mich SEHR freuen!
      Viele Grüße, David
    • Von goza
      Mountain Stream Teas hat immer mal wieder Sample Packs im Angebot, um ihre Pear Mountain (= Lishan) Oolongs anhand verschiedener Jahreszeitenpflückungen näher untersuchen zu können, inwiefern sich die Tees unterscheiden und entwickeln.
      Ich kenne die jährlich neu aufgesetzte Frühlingspflückung („Spring Pick“) bereits als einen günstigen, guten Alltagstee, extrem unkompliziert in verschiedenen Zubereitungsarten und einfach eine „sichere Bank“.
      Anfang des Jahres hatte ich mir dann mal ein Set bestehend aus den 2019er Pflückungen aus 3 Jahreszeiten bestellt: neben der Frühlingspflückung waren 2 Herbstpflückungen, die dazu unterschiedlich stark oxidiert sind, und eine Winterpflückung enthalten.
       
      Spring Pick:
      Dieser Tee ist schnörkellos und sicherlich kein Überflieger, aber das muss und kann er auch nicht sein; die leckere Einfachheit hat auch etwas für sich. Die trockenen Blätter duften nach Orange, aufgegossen wird meine Erwartung an den floral-vegetabilen Duft eines Blumenladens nicht enttäuscht. Anklänge von Gewürzen kann ich erkennen, süß und aromatisch. Im Mund breitet sich die Blumigkeit cremig über Zunge und Gaumen aus. Sehr süß, mit Milchschokolade und etwas Brot im Abgang. Weitere Aufgüsse betonen vegetabile, Brot- und Maronen-Noten und eine leichte Säure. Je später und länger die Aufgüsse, desto mehr kommt die Oxidation im Geschmack zum Tragen, erdig und mit etwas Waldhonig.
       
      Fall Pick A:
      zunächst mal, was die Webseite zu den zwei Herbst-Pflückungen sagt:
      „Fall Pick A is an easy to brew lighter oxidized oolong whose buttery florals are rich, subtle, long-lasting and great for grandpa/western style brewing. Fall Pick B is more oxidized with stronger, richer, deeper buttery flavors in the up front with more of the heat of the fall pick, but with less of the floral aftertaste of the Fall Pick A.“
      Schon zu Beginn ist der Tee äußerst süß und zuckrig, im Geruch dominiert zwar eine florale Note, leicht säuerlich mit Essig, im Geschmack interpretiere ich aber eher eine helle Fruchtigkeit, die sich erst wieder im Abgang in duftende Rosen wandelt. Interessant, dass da der Geruch der trockenen Blätter eher etwas maritimes, muscheliges und waldiges hatte. Geschmacklich kommen milde, leicht metallische Schwarztee-Noten hinzu. Das abgerundete Geschmackbild wird getragen von Sahnigkeit und die weiteren Aufgüsse tendieren dann zu grasigen, kräuterigen Aromen – u.a. Minze und auch Zimt -, stets begleitet von der Blumigkeit.
       
      Fall Pick B:
      Die stärkere Oxidierung (deren konkrete Höhe leider nicht genannt wird) ist sofort spürbar. Der Tee ist trotz seiner Blumigkeit des ersten Aufgusses würziger und leicht erdig. Im Geruch blumig-süß mit viel umami, kräftiger Brühe und Früchten, appetitanregend; die trockenen Blätter waren da noch würzig-kräuterig. Das Mundgefühl ist zwar immer noch samtig, jedoch bei weitem nicht so stark wie Fall Pick A. Mit jedem weiteren Aufguss entfernt sich die Charakteristik vom zarten grünen Oolong und wird kräftiger und strenger. Im Nachgeschmack bleiben Noten von gerösteten Kaffeebohnen und die Spritzigkeit von Zitronenlimonade.
       
      Winter Pick:
      Der Tee wurde zu ca. 25% oxidiert. Die trockenen Blätter verströmen den starken Duft nach Lavendel, aufgegossen ist er leicht floral mit Gewürzen. Die Blumigkeit zeigt sich im Aroma zunächst nur mild, und nimmt dann erst im Abgang stärker zu. Vegetabile, mild-süße Cremigkeit dominiert den grundsätzlichen Charakter des ersten Aufgusses. Ist da nicht auch ein Hauch Popcorn zu spüren, und im Abgang Tabak? Im Gegensatz zu den anderen Tees haben die weiteren Aufgüsse eine höhere Konstanz, und es gesellt sich noch eine prickelnde Säure hinzu.
       
      Fazit:
      Interessant wie die Tees jeder für sich stehen, aber eine gewisse Ähnlichkeit dann doch wieder nicht verbergen können. Die Tees präsentieren sich wie die Jahreszeiten selbst: sprießender Frühling, kräftiger Sommer, und ein zu Ruhe kommender Winter.
      Die Tees leben grundsätzlich von einem aromatischen ersten Aufguss, weitere Aufgüsse nach Gongfu sind zwar gut, fallen aber stark dahinter zurück. Meistens bereite ich diese Tees in 2 Aufgüssen nach westlicher Art zu, da ist für mich das Optimum aus den Blättern herausgeholt.

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