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Cha Qi / Tea- Drunkenness


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Hallo zusammen!

Tee, oder Camellia sinensis, kann durchaus als psychoaktive Pflanze verstanden werden. Nicht nur dass ihr Teein eine anregende Wirkung hat, auch viele andere Soffe im Tee haben eine Wirkung auf den menschlichen Organismus und die Psycho. So berichten viele -und meine Erfahrungen decken sich damit- dass gerade bei hochwertigen Pu erh tees sowie gereiften Weißen Tees ein Zustand entsteht, welcher von manchen als anregend, kreativitätfördernd, als Tee- High oder der Wirkung die Alkohol hat ähnlich beschrieben. Im Chinesischen wird dieser Effekt häufig als "Cha Qi" bezeichnet.

Ich selbst habe schon einige Erfahrungen in der Hinsicht gesammelt und habe auch eine Sammlung von Tees zuhause, welche den Schwerpunkt genau auf dieser Eigenschaft des Tees haben.

Würde mich interessieren welche Erfahrungen ihr in dieser hinsicht gemacht habt und welche Tees ihr für besonders geeignet dafür haltet.

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Es gibt ja so manche Fäden und noch mehr Beiträge zum Thema Wirkung von Tee, bzw Qi. Ich erinnere mich da insbesondere an einen von Joscht begonnenen.

Auch ich trinke Tee nicht zuletzt der Wirkung wegen. Für mein Verständnis ist Qi jedoch nicht der Effekt sondern die Ursache.

Es führt meiner Meinung nach auch in eine völlig falsche Richtung, wenn man Qi nur auf Tee bezogen denkt und nicht als "universales" Konzept begreift. Nicht nur, dass es eine extreme Verkürzung bedeutet, Qi wird dadurch nur allzu leicht als etwas Übernatürliches oder Mysteriösen missverstanden.

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@nemo das "universale Konzept", welches du hier anschneidest, klingt für mich zunächst einmal viel mysteriöser, als die von Mr. Tee genannte psychoaktive Wirkung.

Das meine ich überhaupt nicht wertend, sondern eher als Einladung, das noch weiter auszuführen, wenn du Lust hast.

Ich trinke Tee aus Lust am kulinarischen und ästhetischen Genuss und aus Interesse an den verschiedensten Einflüssen und Zusammenhängen, die den Tee in meiner Schale zu dem gemacht haben, was er ist. Außerdem zur Entspannung. Die Wirkung des Tees selbst spielt dabei natürlich auch eine Rolle, aber eher eine untergeordnete, bzw. ist sie eingebettet in die Stimmung der Session.

Als psychoaktiv würde ich die Wirkung nicht bezeichnen, zumindest nicht, wenn man vom allgemeinen Sprachgebrauch ausgeht. 

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@ShiboWas ich mit "universal" meinte, ist, dass man insbesondere in Teeforen, etc leicht den Eindruck bekommen kann, dass Qi einfach ein mysteriöses Etwas im Tee ist, das irgendwie high oder betrunken machen kann. Für mich ist Qi etwas absolut Natürliches, das mir nicht nur beim Teetrinken begegnet. Hier hatte ich kurz etwas über mein (amateurhaftes!) Verständnis von Qi geschrieben und eine Lektüreempfehlung gegeben.

 

Hier noch ein weiterer Faden zum Thema.

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Ich protokolliere folgende Review zu einem jungen Sheng von Scott, die vom Schreiberling unbeabsichtig offenbart wie hoch der Grad an Einbildung durch die Erwartungshaltung in der Thematik mit im Spiel ist:

"Here are my notes: leaf, Chi behind the musty leaf. I can sometimes get chi energy from the smell and proximity to the leaves before I even consume the tea. this was the case. Orchard tree sap, white leaf, glossy broth. 2nd Nutty slippery, semi-thick. 3rd teeth numbing, active return. 4th thick-yiwu-stem-like. 5th pleasant aspirin powder pill, vegetal cabbage. 6th chi calm, burnt sugar, floral marshmallow coating. 7th fermented alcoholic."
Bearbeitet von GoldenTurtle
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vor 5 Stunden schrieb Mr. Tee:

Hallo zusammen!

Tee, oder Camellia sinensis, kann durchaus als psychoaktive Pflanze verstanden werden. Nicht nur dass ihr Teein eine anregende Wirkung hat, auch viele andere Soffe im Tee haben eine Wirkung auf den menschlichen Organismus und die Psycho. So berichten viele -und meine Erfahrungen decken sich damit- dass gerade bei hochwertigen Pu erh tees sowie gereiften Weißen Tees ein Zustand entsteht, welcher von manchen als anregend, kreativitätfördernd, als Tee- High oder der Wirkung die Alkohol hat ähnlich beschrieben. Im Chinesischen wird dieser Effekt häufig als "Cha Qi" bezeichnet.

Ich selbst habe schon einige Erfahrungen in der Hinsicht gesammelt und habe auch eine Sammlung von Tees zuhause, welche den Schwerpunkt genau auf dieser Eigenschaft des Tees haben.

Würde mich interessieren welche Erfahrungen ihr in dieser hinsicht gemacht habt und welche Tees ihr für besonders geeignet dafür haltet.

Als erste Äußerung eines Neulings: Qi

;)

 

Bearbeitet von Paul
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Psychoaktiv sicherlich nur in einem sehr geringen Ausmaß. Selbst Koffein wird ja schon als psychoaktiv gehandelt. Überzeugend fand ich, dass auch bei Tee-Sessions mit Leuten denen ich vorher nichts über "Qi" erzählt hatte, eine sehr "gehobene Stimmung" empfunden wurde. Gerade wenn man einem alten Pu-Erh im Gong Fu Stiel bis zu 10 Aufgüsse zukommen lies..

In Wikiperdia (ja ich weiß, nicht immer alles Wahr was da steht) steht: "Somit ist Cannabis sativa nicht die einzige Pflanze, die Cannabinoid-Rezeptor-Liganden herstellt. Beta-Caryophyllen kommt in diversen Gewürzpflanzen vor und ist auch ein CB2-Cannabinoid.[10]Yangonin aus der Kavapflanze (Piper methysticum) und diverse Catechine aus der Teepflanze (Camellia sinensis) wirken ebenfalls als CB1-Rezeptoragonisten." Diese wirken also auf die selbe Weise wie viele Canabinoide es tun. Da ich früher in meiner Sturm und Drang Zeit eventuell ein paar mal etwas in dieser Richtung probiert habe, meine ich auch tatsächlich viele Parallelen zwischen den beiden Phänomenen ziehen zu können...

Bei Canabis ist es auch möglich, dass die ersten "Versuche" dieses zu konsumieren, keinerlei Wirkung entfalten, da die benötigten Rezeptoren irgendwie noch nicht "freigeschaltet" sind. Eventuell ist dass der Grund weshalb die Wirkung vom bzw. das Qi von einem erfahren wird und von einem anderen nicht.

😁 Ist natürlich nur eine wilde Theorie...

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vor 1 Minute schrieb Mr. Tee:

Überzeugend fand ich, dass auch bei Tee-Sessions mit Leuten denen ich vorher nichts über "Qi" erzählt hatte, eine sehr "gehobene Stimmung" empfunden wurde.

Korrekter Tee tut im Mass genossen schon gut. Ein Problem sehe ich jedoch aus Erfahrung darin, wenn man sich auf die Wirkung zu konzentrieren beginnt statt auf den Genuss.

Ich sage es mal so, die gehobene Stimmung schiebe ich zu einem grösseren Teil auf die Freude des gemeinsamen Genusses und bei Neulingen zusätzlich auf die Freude gemeinsam etwas neues zu entdecken, womöglich gar noch die unerwartete Freude, dass man gemeinsam etwas wirklich geniessen kann das keinen Alkohol enthält.

Es gibt einen Spruch aus England, dass Tee das Einzige ist, was es mit Alkohol aufnehmen kann. Und dazu sei angemerkt:

Wenn Leute zwei Stunden lang Bier trinken, erzählen sie nur Blödsinn – wenn sie zwanzig Minuten lang Tee trinken, träumen sie.

© Pavel Kosorin

(*1964), tschechischer Schriftsteller und Aphoristiker

PS: Und für die Mitdenker der früheren Diskussion um das Thema Wirkungen sei noch folgendes angemerkt:

Wer seine Müdigkeit künstlich bekämpft: Nikotin, Alkohol, Tee, Kaffee – legt seinem treuesten Wächter eine Binde um die Augen.

Carl Ludwig Schleich

(1859 - 1922), deutscher Arzt, Erfinder der Anästhesie und Schriftsteller

Quelle: Schleich, Die Weisheit der Freude, 1921

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vor 24 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Ein Problem sehe ich jedoch aus Erfahrung darin, wenn man sich auf die Wirkung zu konzentrieren beginnt statt auf den Genuss.

Schließen sich Wirkung und Genuss für Dich aus? Ich würde Wirkung auch auf keinen Fall mit künstlichem Bekämpfen von Müdigkeit gleichsetzen wollen. Tee rein als Aufputschmittel zu verwenden, wäre natürlich auf Dauer fatal und Verschwendung zugleich.

Nur ein paar Gedankenanregungen: Welche Wirkung haben verschiedene Lebensmittel oder Gerichte auf den Körper? Welche Wirkung hat frische Berg- oder Seeluft (die wörtliche(n) Übersetzung(en) von Qi jenseits der Lebensenergie sich anzuschauen, kann auch mal interessant sein)? Gehört die Wirkung eines korrekten Weines nicht auch in Teilen zu dessem Genuss?

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Ich denke auch: Der Genuss ist schwer davon zu trennen, was das Genussmittel in einem auslöst.

Es ist ja immer ein Gesamtpaket: Der Geschmack, die Stimmung bzw. Atmosphere drumherum, das Gefühl der Tasse in der Hand und am Mund und last but not leas, worauf man dabei den Fokus richtet und wie man es bewertet. Ich bilde mir jedoch durchaus ein, einen Unterschied erkennen zu können zwischen dem generellen guten Gefühl mit ein paar Freunden einen Tee zu trinken und dem was ich hier als Qi wirkung diskutieren möchte. Diese hält nämlich auch an, wenn keiner dieser Freunde mehr anwesend ist und ich alleine im Zimmer bin. Bei mir hat das dann sogar eine art Kater zur folge der sich darin äußert, dass ich an den darauf folgenden Tage(n) etwas neben der Spur bin (bin auch nicht der einzige der sowas beschreibt).

Naja, dass es so aussieht als würde ich Tee nur recht mechanisch "benutzen" um eine gewisse Wirkung zu erziehlen liegt warscheinlich an dem Thema welches ich hier ins Forum eingebracht habe. Da es dabei um Qi geht, schreibe ich sehr darauf fokussiert. Dass es nur ein kleines Teilchen eines wunderschönen Gesamtbildes ist, dessen bin ich mir bewusst 🙂

Insgesammt bin ich aber trotzdem der Meinung, dass es sich um eine Wirkung handelt, die über einen Plazebo-Effekt hinausgeht.

 

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  • 9 Monate später...

Ich kann erstmal sagen, ich habe nie auch nur im Ansatz alkoholartige Effekte von Tee, Kaffee, Guarana, Kakao oder sonstigen xanthinhaltigen Pflanzen gemerkt. Tee wirkt fokussierend, klärend bis aufputschend je nach Mensch, Dosis, Setting, Zubereitung. Alkohol hingegen wirkt dämpfend und sedierend. Entspannend kann Tee bei entsprechend koffein-toleranten Menschen auch wirken, ist dann aber eher psychologisch bedingt als pharmakologisch.

Ich kenne das Phänomen, von zu viel Koffein (Also auch durch Tee, allerdings deutlich seltener als durch Kaffee) eine Art Brain Fog zu bekommen, ein Unrealitätsgefühl, leichte Dissoziation. Das scheint aber bei den meisten Stimulanzien bei Überdosis aufzutreten. 

Dass sich die Stimmung heben kann ist ganz normal bei Koffein, vor allem wenn man ungewohnt hohe Dosen konsumiert und vielleicht noch gleichzeitig (wie ich) sensibel ist für die Substanz. 

Ob die wirkung tatsächlich mit cannabinoid-wirksamen Substanzen zutun hat, wer weiß? Das wird denke mal niemand so konkret untersuchen. 

Zumindest kann ich sagen, dass Matcha deutlich anders wirkt als herkömmlicher Tee oder Xanthinquellen. Wenn ich Matcha trinke bin ich danach tiefenentspannt UND extrem wach und fokussiert. Hingegen eine solche Menge Koffein bereits nur zu Hyperaktivität führen würde. Es ist perfekt für Meditation. 

Die meisten Teetrinker werden allerdings nicht so viel von solchen Wirkungen mitkriegen, was hauptsächlich wohl an Toleranzbildung liegen wird. Das geht mir genauso. Ich trinke jeden Tag circa einen drittel Liter Tee und meist schwarze Tees (zur Zeit) und nur die ersten paar Tage nach einer längeren Pause kommt die Wirkung intensiv durch. Sonst ist es nur eine leichte Anregung, leicht gesteigerter Tatendrang. Ich kann denke auch nur nach wie vor wahrnehmen weil ich sehr sensibel bei Psychoaktiva im Allgemeinen bin. 

Da du Cannabinoide angesprochen hast, dazu habe ich einige interessante Erfahrungen gemacht. Nämlich mit Kakao. Obwohl Kakao ebenfalls Koffein und vor allem Theobromin enthält, kriege ich bei hochwertigem Kakao in entsprechender Dosierung keine anregende, sondern eine sehr entspannende Wirkung. Ich glaube auch nicht, dass das rein psychisch bedingt ist, dafür ist es zu stark. Stellt sich heraus, dass in Kakao wirksame Mengen verschiedener Substanzen enthalten sind, die nachweislich auf unser Cannabinoid-System wirken. 

Ich erwähne das nur, weil ich das vielleicht auch interessieren könnte. Nach meiner Erfahrung, muss der Kakao allerdings nur schwach entölt sein. 

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vor 5 Stunden schrieb Sky:

Zumindest kann ich sagen, dass Matcha deutlich anders wirkt als herkömmlicher Tee oder Xanthinquellen. Wenn ich Matcha trinke bin ich danach tiefenentspannt UND extrem wach und fokussiert. Hingegen eine solche Menge Koffein bereits nur zu Hyperaktivität führen würde. Es ist perfekt für Meditation

Hier kann ich voll und ganz zustimmen.

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