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In Vorfreude auf den morgigen Feiertag, der, wie ich verwundert auf der Homepage des Cha Dao feststellte auch der "Tag des Tees" sein soll, gibt es heute was Fruchtiges.

Für mich einer der Preis-Leistungskracher im Bereich Portwein, wenn man einen unkomplizierten und süffigen Tropfen sucht. Aufgrund der hippen Aufmachung war ich zunächst sehr skeptisch. Nach dem ersten Glas hatte ich dann aber einen neuen Daily-Drinker ;)

Das unpassende Glas bitte ich zu entschuldigen, aber die Gläser von Quinta do Noval sind nicht wirklich hübsch.

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Bourbon wird, ähnlich wie amerikanisches Bier, vollkommen zu Unrecht belächelt. Es gibt da sehr schöne Sachen, aber zumindest beim Bourbon muss man normaler Weise recht tief in die Tasche greifen. Der Legent steuert diesem Trend entgegen. Man erhält für recht schmales Geld einen mehr als würdigen Vertreter. Viel Eiche, schöne runde Vanillenoten und interessanter Weise eine subtile Erdnuss Note wie ich sie nur von japanischen Whiskys (zB Nikka Coffey Malt) kenne.

 

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Heute mit viel Zeit und Muße ein aufmerksames Whiskybroker Vertical. Fünf Single Cask Whiskies, abgefüllt in Fassstärke, ungefiltert und natürlich ungefärbt. Ich kondensiere meine Notizen mal ein wenig für's Forum, vielleicht hat ja jemand Interesse und Freude am Lesen :)

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  • Den Anfang machte der Auchentoshan. 17 Jahre gereift, den Großteil davon in einem Refill Hogshead. Das Finish im Oloroso Barrel sorgt für ein komplexes, fruchtiges Aroma mit deutlicher Pflaumennote. Am Gaumen und im Abgang weniger interessant. Man merkt ihm den Lowlander an. Hier hat das Finish gut funktioniert. Gutes Fassmanagement, weniger spannendes Destillat.
  • Dann der Tobermory, der ist erstaunlich zitrisch-frisch für seine 24 Jahre. Dazu Noten von Stachelbeeren und Butterkeks. Die Nase ist wenig komplex. Dafür am Gaumen und im Abgang umso besser. Mild und ölig-gehaltvoll, braucht man hier trotz 53% Alkohol nicht zu verdünnen. Fast schon die Antithese zum Auchentoshan: ein inaktives Fass, aber ein ansprechender Grundstoff, der über die Jahre gemächlich gereift ist. Die Heimat der fast schon brutal rauchigen Ledaigs (ich liebe rauchige Whiskies, aber z.B. der Ledaig 10 ist gnadenlos, weil einem dort der Rauch so dreckig, trocken und direkt entgegen prescht) kann auch ganz brav und sanft.
  • Der Aberlour ist zunächst sehr verschlossen. 24 Jahre und über 60% Vol brauchen Zeit im Glas. Nach einiger Zeit eine schöne Honignote und ein zart blumiger Charakter. Mit Wasser öffnet er sich, wird fruchtiger, aber leider geht der Honignote die Intensität etwas verloren. Gaumen und Abgang sind mir ob des hohen Alkoholgehalts zu harsch, und gleichzeitig geschmacklich zu wenig intensiv. Insgesamt nicht schlecht, aber ein wenig langweilig.
  • Der Tropfen von der Speyside Distillery ist eine konservative, 23-jährige Refill-Sherry-Reifung. Eher Nuss (besonders Haselnuss!), Gewürze und Leder, denn Frucht. Etwas getrocknete Feige ist aber auch dabei. Schön klassisch. Ich habe das Gefühl, dass das Fass hier etwas zu sehr dominiert. Aber da es mein erster Whisky von der Speyside Distillery ist und ich somit keinen jungen Vergleichswert habe, bleibt das nur ein Gefühl.

Den Tobermory fand ich richtig klasse. Aber der beste im Line-Up ist nochmal mit deutlichem Abstand der 18-jährige Arran. Den kannte ich schon vorher und hatte ihn hier nochmal zum Vergleich probiert. Der beste nicht nur, weil ich den Destilleriecharakter von Arran gerne mag, das alleine muss noch nichts heißen. Dies hier ist schlicht der beste Arran, den ich je im Glas hatte.
Die typische Mischung aus Würzigkeit und exotischen Früchten kommt mit voller Wucht in der Nase und wird getragen von einer herzhaften Buttrigkeit und sogar ein wenig Rauch. Im Mund macht sich das Refill-Sherryfass stärker bemerkbar mit getrockneten Aprikosen, Rosinen, Nüssen und einer kräftigen Ladung Eiche. Im Abgang dann nochmal das gesamte Ensemble im Chor für ein fulminantes, komplexes und lange ausklingendes Ende.
Ich bin keine fanatischer Single Cask Advokat. Aber wenn alles passt, kann gerade dieses Format wirklich Großartiges hervorbringen. Und das hier ist Whisky at it's best :love:

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Ich glaube es ist ca. 10 Jahre her, als ich das letzte Mal den wunderschönen Benriach 16y mit Sauternes Finish im Glas hatte. Ein Dram den ich immer wieder gerne getrunken habe.
Es war daher unmöglich an dieser Flasche vorbei zu gehen. Schon die Nase zeigt, dass dies eindeutig Whisky aus dem Sauternes Fass ist. Irgendwie mag aber nicht die gleiche Begeisterung wie damals aufkommen. Liegt es an der fast zu dominanten Süße? Am leicht bitteren Abgang? Ist ein 2,5 jähriges Finish vielleicht doch besser als ein 14 jähriger Dornröschenschlaf im Fass? Oder, und das ist die wahrscheinlichste Variante, liegt es doch am verklärten Blick Richtung guter alten Zeit?
Keine Frage, ein sehr sehr schöner Tropfen aber irgendwie bleibt das Gefühl, dass es irgendwie besser gehen könnte ohne dieses "besser" benennen zu können...

 

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Heute mal etwas sommerliches aus Akita: yuki no bosha. 80% akita sake komachi und 20% yamadanishiki, so viel zu den verwendeten Braureissorten. Yamadanishiki ist für Nihonshū in etwa das, was der Riesling für den deutschen trockenen Weißwein ist. Hier schmecke ich ihn kaum heraus, was aber auch an der Hefe liegen kann. Oder am Schälgrad? Gibt  einfach zu viele Variablen bei diesem Gesöff. Einerseits macht es das interessant, aber irgendwann will man ja auch mal etwas Licht im Tunnel erblicken. 😅

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Geschrieben (bearbeitet)
Am 10.6.2020 um 23:07 schrieb Lateralus:

aber irgendwie bleibt das Gefühl, dass es irgendwie besser gehen könnte

In der Wahrnehmung des Genusses sind auch Facetten der eigenen Seele erkenntlich.

Sofern der Genuss nicht zur Flucht wird, kann man darin auch wieder mehr zu sich selbst finden, was man fühlt, was einem wichtig ist, und so nimmt die Genussintensität auch wieder zu.

Zeit, Frieden, Leben.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Ist wohl eins der größten Missverständnisse bei Sake, hm?

vor 3 Stunden schrieb seika:

Gibt  einfach zu viele Variablen bei diesem Gesöff. Einerseits macht es das interessant, aber irgendwann will man ja auch mal etwas Licht im Tunnel erblicken. 

Hehe, genau so ging es mir bei dem "Gesöff" auch. Ich habe es für mich daher auf Langzeitprojekt gesetzt ;)

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