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vor 18 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Für mich ist gelernten Wissen, wie etwas richtig und gut wäre kein Gesetz das es zu erfüllen und einzuhalten gilt, sondern Hinweise, die auf das wahre Leben aus dem eigenen Herzen hinweisen, dass man dort die guten und schönen Verlangen sucht und findet, Verlangen nach echtem Leben, nach Liebe, nach Freude, nach Friede … und denen nachzugehen und in Freiheit wahren Genuss im ganzen Leben findet. So weit, so gut. Nur gibt es da meiner persönlichen Auffassung nach noch ein klitzekleines Problemchen mit der Schlechtigkeit des eigenen Herzens - der Mensch will von Natur aus das Schlechte oder wenn das Gute, dann aus einem schlechten Antrieb, ist dabei ironischerweise aber nicht mal sich selbst wichtig, liebt also weder sich, noch die Anderen, noch die Natur, noch sonst irgendwas, will es nur haben für sich, aber liebt es nicht wirklich, sondern wenn er es hat, will er am liebsten gleich wieder was anderes. Wenn man dann durch Anstrengung (z.B. durch die Ausrichtung auf Regeln wie Moral, Achtsamkeit, Zufriedenheit, Dankbarkeit oder sogar Nächstenliebe) versucht besser zu werden, ist es nur aufgesetzt, unecht. Wenn man mal ganz ehrlich mit sich selber ist muss man doch zugeben, dass man in Wahrheit ein elender Egoist ist der nicht mal sich selbst liebt. Ich sehe es so, man braucht Erlösung von diesem dummen Egoismus, eigentlich von sich selber, um das Leben wirklich lieben zu können. Vor langer Zeit wurde deshalb den Menschen die Hoffnung auf ein neues Herz gegeben, das aus tiefstem Verlangen das Gute und Schöne aus reinen Antrieben möchte und das Leben und alles wirklich rein liebt und sich nicht mehr anstrengen muss um gut zu sein (Hebräerbrief 8,8-10). Aber erst durch die Austilgung von Schuld und Scham aus dem eigenen, abgestumpften Gewissen, kann der Mensch Zugang finden und eins werden mit der Liebe zu allem, die Gott selbst ist, zuerst einmal indem er selbst bei Ihm bedingungslose Annahme findet, aber für eine bedingungslose Annahme braucht es eine vollumfängliche Vergebung die auf einem stellvertretenden Opfer beruht, denn Gott ist Liebe aber ebenso Gerechtigkeit (1. Johannesbrief 4:16, Psalm 89:15, Jesaja 59:1-2, Römer 3:20 + 5,9-10, Hebräerbrief 10:14-22).

@GoldenTurtleIch nehme hier war - und korrigiere mich bitte, wenn Du etwas anderes ausdrücken wolltest -, dass Du dein Wissen nutzen möchtest, um Wege zu Liebe, Freude oder auch Frieden zu finden und dass Du dort auch Genuss finden kannst, nämlich wenn solche Bedürfnisse erfüllt sind. Und gleichzeitig, so lese ich das hier, gibt es da etwas, was aus deiner Sicht Menschen blockiert, weil der Kontakt zu dem freudvollen Leben nicht da ist. Damit beziehe ich mich auf die Passagen, in denen Du den Begriff "Egoismus" verwendest. Eine Möglichkeit, das zu überwinden, besteht darin, Schuld und Scham hinter sich zu lassen. Das ist, so wie ich dich verstehe, nur durch die Annahme des christlichen Opfers möglich, weil darin die Vergebung liegt, die Schuld und Scham bedeutungslos werden lässt. Geht das in Richtung, was Du ausdrücken wolltest?

@Getsome So wie ich das wahrnehme, geht es hier in der Tat um subjektive Betrachtungen, über die ein Austausch natürlich möglich ist. Dadaurch kann es dann auch zu einer Verständigung kommen, bei der sich vielleicht sogar herausstellen könnte, das mit höchst unterschiedlich klingenden Worten sogar das Gleiche oder sehr Ähnliches gesagt wird. Wenn Golden Turtle beispielsweise schreibt, "was wohl der Teebauer für ein Kerl ist und auf was er wohl bei der Produktion geachtet hat, was ihm beim Tee wohl wichtig ist", dann vermute ich, dass hier zum Ausdruck kommen könnte, das da Wertschätzung gegenüber dem Bauern wichtig sein könnte und dass der Bauer sowie sein Einfluss auf den Tee überhaupt wahrgenommen und so auch anerkannt wird. Und gleichzeitig gibt es dann auch noch andere Dinge die wahrgenommen werden können. Welche das sind lässt sich aus meiner Sicht kaum abschließend feststellen, interessant ist für mich, was in dem Moment des Genusses gerade präsent ist, das kann sich auch ändern, es ist im Fluss.

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vor 9 Stunden schrieb Getsome:

bei einer rein subjektiven Genussdefinition ist nichts davon notwendig

 

Am 12.5.2020 um 15:17 schrieb goza:

wie das ganze Thema an sich nicht subjektiver sein könnte

 

jeder empfindet Genuss als etwas anderes. Erstens mal das Genussmittel selbst, bis vor gut einem Jahr gehörte für mich Tee gar nicht dazu, sondern war Mittel zum Zweck um heißes Wasser irgendeinen Geschmack zu verleihen. Dann entwickelt sich der Geschmack weiter, ich kann bspw. aus Tees Genuss erzielen, die andere vielleicht gar nicht mögen.

@nemo sprach darüber hinaus von mehreren graduellen Abstufungen, ich habe es zwei Ebenen heruntergebrochen, als ich für mich erörterte was "die hohe Schule des wahren Genusses" sein kann. Da fielen mir sofort die Momente ein, in denen ich mich mit Wertschätzung, Hingabe usw. einem Thema widme. Aus diesen Momenten, ja fast schon Erlebnissen ziehe ich sehr viel Energie, wie in einem kleinen Urlaub. Ich fühle mir erholt, erfüllt, zufrieden, voller neuem Tatdrang.

 

vor 9 Stunden schrieb Getsome:

Bei dem Beispiel mit den Teepreisen scheint es mir so zus ein, dass eine Zuschreibung wie der Preis keinen Einfluss nehmen soll oder besser: Eine solche Zuschreibung existiert für mich überhaupt nicht. D.h. es ist immer eine Blindverkostung, korrekt? Welche Rolle spielt dann überhaupt der Tee? Denn Entbehrlichkeit, Hingabe, Unvernunft und Wertschätzung betreffen mich oder meine Geisteshaltung und nicht den Tee?

ich erweitere folgende Aussage mal, um darauf einzugehen:

vor 29 Minuten schrieb Teeknospe:

Und gleichzeitig gibt es dann auch noch andere Dinge die wahrgenommen werden können. Welche das sind lässt sich aus meiner Sicht kaum abschließend feststellen, interessant ist für mich, was in dem Moment des Genusses gerade präsent ist, das kann sich auch ändern, es ist im Fluss.

 

Meine angeführten Punkte stellen weder eine abschließende Aufzählung dar, was zum Genuss beizutragen hat, noch müssen sie auch alle erfüllt sein. Das sind keine Treppenstufen, die zu erklimmen sind, um dann in den Olymp des Genusses eintreten zu können. Sicherlich kann es so interpretiert werden, wenn ich schreibe "Genuss ist blablabla", aber glücklicherweise gibt es auch genug Spielraum zur Interpretation, was genau dann unter den einzelnen Punkten zu verstehen ist und sie verschwimmen auch ineinander.

Um den Genuss zu erleben, findet eine Verbindung zwischen Genießer und Genussmittel statt. Ich vermute du meinst mit deinem letzten Satz, dass es quasi egal ist, welchen Tee du konkret im Genussmoment erlebst, sofern die 4 "Tugenden" erfüllt sind? In dem Moment machst du den Tee austauschbar, und bringst ihm damit nicht mehr die Wertschätzung entgegen.

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet ist Genuss nur eine Kann-Option. Wenn die 4 Tugenden (ich bleib mal bei dieser Umschreibung) erfüllt sind, kann das wahren Genuss versprechen. Es ist keine Rezeptur, um damit Genuss zu erzwingen. Aber auch wenn die 4 Tugenden erfüllt sind, muss es nicht automatisch wahrer Genuss sein.

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@goza So wie mein Zitat bei Dir auftaucht bin ich unsicher, ob das was ich ausdrücken wollte auch zum Ausdruck gekommen ist. Mir geht es bei dem genannten Zitat darum, dass für mich eine abschließende Aufstellung kaum möglich ist und dass ich daher (und das hatte ich tatsächlich so nicht geschrieben) vermute, dass so etwas auch bei keiner der anderen Aussagen gemeint ist. Ich habe dich jedenfalls so verstanden, dass Dir ein paar Dinge wichtig sind oder Du schätzt sie einfach - unter anderem die, die Du genannt hast "Ruhe, Gelassenheit, Zelebrierung" oder auch "Abstand" - und dass Du das als Ausdruck deines Genusserlebens einfach mitteilen wolltest. Nebenbei bemerkt freue ich mich darüber, so wie über die Aussagen der Anderen, sehr, weil ich dadurch etwas mehr über euch erfahre.

So wie ich das wahrgenommen habe, kann es sein, dass es gleichzeitig bei so mancher Leser die Interpretation der Ausschließlichkeit gegeben hat. Ob das tatsächlich so ist, kann natürlich nur derjenige beantworten, der das geschrieben hat, was zu meiner Wahrnehmung führte.

Für mich klingen folgende Zitate so, als wenn derjeniege, der es geschrieben hat, einige Aussagen im Faden als allgemeingültige Definition von Genuss wahrgenommen hat:

@nemo: "Kann man Genuss nicht einfach bodenständig betreiben und fassen als die schlichte Freude, die man z. B. in unserem Fall bei einem guten Tee empfindet?"

@Anima_Templi: "Hier sollte man zunächst einmal definieren, was, oder besser wieviel Genuss denn „ausschweifend“ ist. Außerdem ist mir die Aussage das wäre ein Fluchtverhalten zu pauschalisierend."

@getsome: "Warum ist es überhaupt wichtig was der Teebauer gedacht hat? Warum nicht was die Familie dachte als sie die Plantage vor 300 Jahren zum ersten Mal pflanzte? Warum nicht was der Teehändler beim Zusammenstellen der des diesjährigen Programm dachte?
Nehmen wir an das hat eine Bedeutung: Ich denke der Teebauer dachte: Hoffentlich erfreut sich jemand an meiner Handwerkskunst und genießt diesen Tee mit Freunden. Morgen denke ich aber der Teebauer dachte: So ein Dreckwetter heute, ich wünschte ich müsste heute keinen Tee pflücken, sollen sie am Tee ersticken. Und jetzt?"

Kommt das hin und ging es euch daher vielleicht darum, darauf hinzuweisen, dass ihr gerne frei wählen wollt, wann bei euch Genuss vorhanden ist und wann nicht?

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vor einer Stunde schrieb Teeknospe:

Für mich klingen folgende Zitate so, als wenn derjeniege, der es geschrieben hat, einige Aussagen im Faden als allgemeingültige Definition von Genuss wahrgenommen hat:

@nemo: "Kann man Genuss nicht einfach bodenständig betreiben und fassen als die schlichte Freude, die man z. B. in unserem Fall bei einem guten Tee empfindet?"

[...]

Kommt das hin und ging es euch daher vielleicht darum, darauf hinzuweisen, dass ihr gerne frei wählen wollt, wann bei euch Genuss vorhanden ist und wann nicht?

Ich habe den Eingangsbeitrag als völlig legitimen Versuch wahrgenommen, eine persönliche Ansicht zum Begriff "Genuss" zur Diskussion zu stellen. Ich verstehe so Manches nicht, würde mein Verständnis zu diesem Begriff ganz anders ausdrücken und fragte daher nach. Nicht mehr und nicht weniger.

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Geschrieben (bearbeitet)

Also wie gesagt, jeder soll glauben was er will, ich bin absolut für Glaubens- und Meinungsfreiheit, solange man nicht anderen schaden oder deren Freiheit rauben möchte. Für mich hängen einfach diese Dinge zusammen, die Seele, das Leben an sich, der Genuss - ich bin übrigens erstmals in "Der schwarze Mönch" von Tschechow auf die Göttlichkeit des Genusses gestossen, und darin sieht man z.B. auch wie ein Mensch von der Begierde getrieben das Leben selbst gar nicht geniesst. Interessanterweise steht also die ständig etwas das man nicht hat haben wollende Begierde dem Genuss konträr gegenüber, quasi wie der Esel und die Rübe. Aber ich sage darum, der Mensch kann nicht aus seiner Haut, so ist der Mensch von Natur aus, sogar die Kühe sind so und meinen auf der anderen Seite sei das Gras besser. Darum sage ich der Mensch braucht ein neues Herz, mit Anstrengung kommt er nie zu dem Punkt wo er im tiefsten Kern anders wird. Darum hängen für mich die Themen so tief verknüpft zusammen. Ich bin aber auch absolut für einen echten Austausch darüber, was wie beieinander funktioniert - ich möchte dabei auch anmerken, dass ich Freunde aus ganz verschiedenen Glaubensrichtungen habe und persönlich mit gewissen eben auch aus ganz anderen Religionen hin und wieder einen sehr ehrlichen Austausch pflege, wobei ich selbst auch einiges lernen durfte und was falsche Schlussfolgerungen meinerseits zurecht zu hinterfragen geholfen hat.

vor 5 Stunden schrieb Teeknospe:

Geht das in Richtung, was Du ausdrücken wolltest?

Ungefähr, aber kein Faktenglaube wie er gerne gelehrt wird - ein persönlicher Bezug zum Göttlichen braucht man meiner Meinung nach unbedingt zu finden, auf keinen Fall aus der Distanz alles richtig machen zu versuchen.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor 21 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Ungefähr, aber nicht nur ein Faktenglaube, ein persönlicher Bezug zum Göttlichen braucht man meiner Meinung nach unbedingt zu finden, auf keinen Fall aus der Distanz alles richtig machen zu versuchen.

Das erinnert mich daran, was bei Marshall Rosenberg und der GFK ausgedrückt wird mit "In Kontakt mit dem Leben, der lebendigen Energie sein". Für Rosenberg ist "Leben" und "göttliche Energie" synonym (ganz unabhängig von der Religion und auch Dir geht es, so habe ich das zumindest jetzt wahrgenommen, nicht um eine bestimmte Religion). Für mich ist Rosenbergs Buch "Gewaltfreie Kommunikation - Eine Sprache des Lebens" ein sehr prägendes Werk. Ich schätze seine Ideen und das darim zum Ausdruck gebrachte Konzept.

Dabei fällt mir dann auch die "Dankbarkeit" ein, die Du ja auch in Deinem Eingangspost schon erwähnt hattest.

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Geschrieben (bearbeitet)
Am 13.5.2020 um 20:11 schrieb Anima_Templi:
Am 13.5.2020 um 15:17 schrieb GoldenTurtle:

der Mensch will von Natur aus das Schlechte, oder wenn das Gute, dann aus einem schlechten Antrieb, ...

Diese Aussage ist nicht nur traurig, sondern, m.E., Humbug. Auch aus christlicher Sicht.

Die Bibel in dieser Art und Weise auszulegen, das passt eher in die Zeit des Mittelalters...

Ich habe mir lange überlegt, ob und wie ich darauf antworte, weil mein spirituelles Buch der Wahl sagt eben auch, woran ich mich immer wieder an der Nase zu nehmen habe; Liebe drängt nichts auf. Wofür ich mich aufrichtig entschuldige, wenn jemand durch etwas das ich geschrieben habe sich bedrängt fühlen sollte.

Viel könnte über das zitierte Thema schreiben, aber ich habe mich entschieden, nur folgendes darauf zu antworten:

Ich glaube, dass der Mensch ohne geliebt zu sein wie er wirklich ganz echt ist, was er in der Welt einfach nicht kriegt, nicht frei lieben kann, ohne vom Grundtrieb gesteuert zu sein auch selbst irgendetwas dafür kriegen zu wollen. Erst bedingungslos geliebt zu werden kann den Menschen frei machen, die Mitmenschen, sich selbst und auch das Leben erst wirklich echt lieben und geniessen zu können, aber es ist ein Prozess, ein persönliches Ankommen in dieser Realität und ein wirkliches Erleben.

PS: Man kann aber auch Liebe zum Leben, zu Dingen und Menschen verwechseln mit Begierde, aber das ist nur etwas haben zu wollen, aber das ist keine Liebe.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor 23 Minuten schrieb GoldenTurtle:

wenn jemand durch etwas das ich geschrieben habe sich bedrängt fühlen sollte.

Also ich für meinen Teil nicht, alles gut.

vor 25 Minuten schrieb GoldenTurtle:

ohne geliebt zu sein wie er wirklich ganz echt ist,

Das liegt aber auch daran, dass sich kein Mensch zu 100% anderen gegenüber öffnet, weil jeder eine dunkle Seite in sich trägt, für die man sich schämt. Das ist ja auch vollkommen normal. Aber selbst mit dieser dunklen Seite der Seele, kann man trotz allem ein guter und liebenswerter Mensch sein. Das hängt dann maßgeblich von unseren Entscheidungen im täglichen Leben ab.

vor 29 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Erst bedingungslos geliebt zu werden kann den Menschen frei machen,

Hier gebe ich Dir teilweise Recht. Ich persönlich glaube, dass ich in JEDEM Fall und IMMER bedingungslos von Gott geliebt werde. Dieses Wissen zu haben, hilft mir persönlich sehr.

 

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@GoldenTurtle Ich bin dankbar für Deine Beiträge, weil ich dadurch in Kontakt mit sprituellen Sichtweisen von Dir gekommen bin, was mein Leben bereichert und mir ermöglicht, meine eigenen Erkundungen vielfältiger werden zu lassen.

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Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb Anima_Templi:

Hier gebe ich Dir teilweise Recht.

Kein schlechter Konsens, zumindest mal für den Anfang. 😁✌️

@Teeknospe Freut mich, ich schätze auch wirklich einen ehrlichen Austausch. 👍
Zur GFK könnte ich auch einiges sagen, würde da aber wohl definitiv den Zusammenhang zum Thema verlieren. 🤣

Ich möchte aber gerne noch einen Punkt sehr on topic ansprechen, und zwar dass Religionen allgemein echte Spass- und Genusskiller sein können.

Gerade auch im Christentum durch ein meiner Meinung nach falsches Askeseverständnis ... ich könnte da so manche Bibelverse aufzählen die scheinbar aussagen, dass Genuss generell und Freude und Liebe zum Leben etwas seien, das ungöttlich sei, an dem Gott keine Freude habe. Stellen wie Johannes 12:25 ... ABER wie Johannes später erklärt (1. Joh. 2:15-17) ist mit "in der Welt" der Geist der Welt zu verstehen, und dieser ist immer Anerkennungsdrang anstelle von Liebe und ständige Begierde nach etwas neuem auch anstelle von Liebe. Oder auch Paulus sagt etwas scheinbar genusskritisches in Philipper 3:19 ... aber er erklärt z.B. in Galater 5:19-21 (Parallelstelle dazu Kolosser 3:5), was denn dieses "Irdische" ist, wie er es ausdrückt - damit ist keineswegs alles auf der Erde gemeint, sondern ein für mich primär durch Lieblosigkeit zu kennzeichnender Umgang damit. Hingegen göttlich ist die Liebe, die Freude, der Friede, wie es dann in Galater 5:22-23 weitergeht, ein Leben aus dem Herzen, aber eben das kann man in sich immer mehr finden, wenn man selbst zuerst bei dieser bedingungslosen Annahme immer mehr ankommt. Replik betrachtend war mein früheres Geniessen sehr durch einen inneren Unfrieden, eine Hast, ein ständig etwas anderes haben wollen und ein doch nie ankommen, ein egal wie viel man hat nie wirklich glücklich damit sein können gekennzeichnet, weil eben die Dinge zusammenhängen. Daraufhin z.B. dankbar sein zu versuchen um glücklicher zu werden ist nur ein Versuch sich selbst zu verändern, es funktioniert so nicht, es ist nur aufgesetzt, man braucht es im Herzen bei Gott anzukommen und Frieden mit Ihm zu finden. Von dort kommt die tiefe Veränderung.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Jungs, ich möchte den für mich bestehenden religiösen Zusammenhang dieses Thema (auf den ich ursprünglich gar nicht hinaus wollte und der für manche einerlei in Frage steht) gerne mit folgenden Punkten abschliessen, da ich das Gefühl hatte, dass man könne aus den vergangenen Beiträgen meinen, es gehe beim Christentum dann früher oder später irgendwie doch um Zwänge, Müssen und Verbote.
Also ... wenn man so schlecht wie man ist, mit all den selbstzerstörerischen Begierden bei Jesus echt diese bedingungslose Annahme findet,
kriegt man auch ein neues Herz (das gehört zum Bund mit Gott durch Jesus) und will dann aus tiefstem Herzen nur noch das Gute.
Man möchte dann nicht mehr andere ausnützen, Drogen, ins Bordell oder wasauchimmer schlechtes, Dinge die immer irgend jemandem schaden.
Möglicherweise hört man noch auf Abkürzen (Versuchungen), die einem schlechte Wege zur Erfüllung der guten Verlangen zeigen,
aber dafür hat man auch Barmherzigkeit und Gnade, um im Leben lernen zu können, was man wirklich zutiefst möchte.
Das ist eine andere Art von Freiheit als ganz ohne Glaube zu leben, aber ich behaupte, so wird man glücklich und geniesst auch das Leben mehr.

PS: Nachtrag zum vorletzten Satz: Die bedingungslose Annahme bleibt natürlich auch bestehen im Prozess des Lernens, was man dann wirklich möchte.

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Ich wundere mich darüber, dass Du Deine eigene Geschichte so verallgemeinerst. Ich kenne nicht wenige nicht-christliche Menschen, die ohne Bekenntnis zu Jesus Christus als Sohn Gottes, auch mit christlichen Maßstäben gemessenen, ein gutes Herz haben, barmherzig handeln usw. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal des christlichen Glaubens. Das schreibe ich als Christ, der es bevorzugen würde, in einem Teeforum Religion wie auch Politik nicht so offensiv thematisiert zu finden.

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Da ich die letzen Tage nicht da war hat der Verlauf des Fadens meine Posts überholt.

Jetzt ist mir klar, dass ihr das ernst meint und es euch um Spiritualität und Religion geht. Als ich die ersten Post sah, sah ich logische Widersprüche innerhalb der vertretenen Konzepte und die Verwendung starker Begriffe und Konzepte, welche aus meiner Sicht untererklärt verwendet werden. Ich vermute ihr füllt diese Lücken mit Glauben, das kann ich nicht und deshalb sollte ich mich hier raushalten. Ihr könnt glauben was ihr wollt, für mich werdet ihr immer falsch liegen.

Allgemeinen finde ich, dass Aussagen dieses Fadens Kritik fast schon erzwingen. Einerseits wird suggeriert es ginge um die subjektive Ansicht was wahrer Genuss sei. Andererseits wird diese subjektive Einschätzung durch feststehende Glaubenssätze hergeleitet. D.h. wahrer Genuss leitet sich in wesentlichen Teilen aus einem feststehenden Weltbild ab. Das Individuum hätte hier nur Platz durch die Wahl der Weltanschauung. Wenn es so etwas wie eine wahre Weltanschauung gibt, dann gibt es keine Wahl sondern nur wahr und falsch. 

Begriffe wie göttliche Energie könnt ihr aus meiner Perspektive überhaupt nicht gemeinsam verwenden. Gott oder göttlich hat je nach Weltanschauung eine andere Bedeutung und sind anders begründet. 

Und zu suggerieren, mit dem richtigen Glaube habe man einfach kein Bedarf mehr nach Drogen... das ist brandgefährlich. Suchterkrankungen wird man sein Leben lang nicht mehr los, sich sicher zu fühlen ist der erste Schritt zum Rückfall.
 

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vor 9 Stunden schrieb Getsome:

Jetzt ist mir klar, dass ihr das ernst meint und es euch um Spiritualität und Religion geht.

Als eine Mischung aus Atheist und Agnostiker war ich beim Wechsel zu Religion, Spiritualität und Glauben raus. 

Genuss (erleben) sehe ich als bewusst herbeigeführte Handlung, die einzig und allein meiner Subjektivität und der derzeitigen Stimmungslage unterliegt.

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Am 17.5.2020 um 04:18 schrieb Getsome:

Da ich die letzen Tage nicht da war hat der Verlauf des Fadens meine Posts überholt.

Jetzt ist mir klar, dass ihr das ernst meint und es euch um Spiritualität und Religion geht. Als ich die ersten Post sah, sah ich logische Widersprüche innerhalb der vertretenen Konzepte und die Verwendung starker Begriffe und Konzepte, welche aus meiner Sicht untererklärt verwendet werden. Ich vermute ihr füllt diese Lücken mit Glauben, das kann ich nicht und deshalb sollte ich mich hier raushalten. Ihr könnt glauben was ihr wollt, für mich werdet ihr immer falsch liegen.

Ich nehme das so war, und korrigiere mich bitte @Getsome wenn was anderes gemeint war, dass Du dir einfach die Freiheit nehmen möchtest und es vermutlich auch tust, selbst zu wählen, was für dich passt.

Ich freue mich hier über deine Aussagen, die ich als klare Haltung dahingehend wahrnehme, wo Du zustimmst und wo nicht. Das hilft mir beim Verstehen, etwas was mir wichtig ist.

Am 17.5.2020 um 04:18 schrieb Getsome:

Begriffe wie göttliche Energie könnt ihr aus meiner Perspektive überhaupt nicht gemeinsam verwenden. Gott oder göttlich hat je nach Weltanschauung eine andere Bedeutung und sind anders begründet.
 

@Getsome Da Du hier den Begriff "göttliche Energie" verwendest, der in meinem Post auftauchte, vermute ich, dass Du dich unter anderem darauf beziehst und ich ich bin unsicher, wie das verstanden worden ist. Deswegen möchte ich dazu etwas schreiben. Ich habe den Begriff hier als wörtliches Zitat von Marshall Rosenberg verwendet, dessen Konzept ich erwähnte. Mir geht es dabei einfach nur um das, was mir anzeigt, lebendig zu sein. Genuss ist für mich ein Teil davon.

Ich vermute, dass es da vielleicht auch so etwas wie "Ärger" oder einfach nur "Nichtzustimmung" angesichts des Faden-Titels mit "hohe Schule" und "wahrer Genuss" gibt, eine Wortwahl die vielleicht nach "richtig" und "falsch" klingt. Ist das so?

Für mich spielt "richtig" und "falsch" hier jedenfalls keine Rolle, Offenheit und Neugier sind für mich wichtig.

vor 21 Stunden schrieb goza:

Genuss (erleben) sehe ich als bewusst herbeigeführte Handlung, die einzig und allein meiner Subjektivität und der derzeitigen Stimmungslage unterliegt.

Das geht mir auch so.

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Am 18.5.2020 um 10:48 schrieb Teeknospe:

Ich nehme das so war, und korrigiere mich bitte @Getsome wenn was anderes gemeint war, dass Du dir einfach die Freiheit nehmen möchtest und es vermutlich auch tust, selbst zu wählen, was für dich passt.

Ich freue mich hier über deine Aussagen, die ich als klare Haltung dahingehend wahrnehme, wo Du zustimmst und wo nicht. Das hilft mir beim Verstehen, etwas was mir wichtig ist.

@Teeknospe: So etwas in der Art hast du auf der ersten Seite gefragt und ich hatte das mit Absicht ignoriert, weil es mir explizit nicht um die Person, sondern um den Inhalt geht. Aber gut dann eben persönlich: Richtig, ich möchte Dinge selbst entscheiden und selbst herausfinden, sehe jedoch nicht wo das durch die Aussagen Anderer eingeschränkt wird. Die Berichte Anderer können interessant, inspirierend, irrelevant oder ignorant sein, wenn Berichte und Kommentare als einschränkend erachtet werden ist ein sehr großer Teil davon die eigene Interpretation der Aussage. Du hast vollkommen recht, dass ich mich an der Wortwahl stoße.

Es war zu Beginn nämlich nicht offensichtlich, welche Worte vielleicht nur metaphorisch gebraucht werden und hinter welchen sich ein diffuses oder konkretes Konzept verbirgt. Dadurch, dass ich jetzt weiß, worauf sich göttlich bei dir bezieht ist die Einordnung wesentlich einfacher geworden.

Es macht für mich einen Unterschied, ob die Aussage lautet:

a) Nach einem langen Tag ist Genuss, wenn ich in aller Ruhe einen Tee trinke.

oder

b) Nach einem langen Tag ist Genuss, wenn ich im inneren Frieden Tee trinke.

Ganz platt: Ich möchte verstehen, ob die Person einfach vor sich hin quatscht oder tiefere Gedanken dahinterstecken.

Deshalb bezogen sich meine Fragen auf konkrete Punkte in den Post. Nämlich wie es sich mit dem inneren Frieden verhalte, wenn zuvor ein Streit mit der Freundin durchgestanden wurde. Darum die Anmerkung, die Teilnehmer der Diskussion verwenden Begriffe wie "göttlich" mit jeweils einem anderen Verständnis. Es wäre somit sinnvoll, sich gegenseitig darüber auszutauschen, welches Konzept oder Verständnis hinter der eigenen Aussage steckt. Sonst ist mit göttlich einmal gemeint, dass wahrer Genuss durch das Individuum niemals in seiner Gänze erfahren werden kann und ein weiteres mal, dass wahrer Genuss dem Individuum das Tor in eine göttliche Welt eröffnet. Trotzdem gehen beide Parteien zumindest von einem sehr ähnlichen Begriffsverständnis aus.

Nochmal platt: Bei der Kombination aus Wortwahl und Inhalt war ich mir nicht sicher, was hinter den begriffen steckt oder ob ich schlicht zu dämlich bin.

Bei den Punkten von @goza ging es nicht um die Wortwahl, sondern um durch mich wahrgenommene Widersprüche. Es ist mir schlicht nicht klar, wie es funktioniert a) auch mal unvernünftig viel Geld auszugeben und b) sich nicht vom Wert des Tees beeinflussen zu lassen.


Nebenbei, ich hoffe niemand nimmt das persönlich. Ich hatte mir einfach die ersten zwei Posting herausgegriffen.

 

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Ich danke Dir für deine Ausführungen, die vorherige Posts ergänzen und für mich interessant sind.

Klarheit über verwendete Begriffe oder auch ganze Aussagen ist für mich auch hilfreich, um auf der Basis einen Austausch zu haben. Das scheint mir eine Gemeinsamkeit zu sein. Meine Vermutungen sind der Versuch, das zu erreichen.

vor 19 Stunden schrieb Getsome:

Es war zu Beginn nämlich nicht offensichtlich, welche Worte vielleicht nur metaphorisch gebraucht werden und hinter welchen sich ein diffuses oder konkretes Konzept verbirgt. Dadurch, dass ich jetzt weiß, worauf sich göttlich bei dir bezieht ist die Einordnung wesentlich einfacher geworden.

Ja, das was lebendig ist, und in meiner Vorstellung braucht das Energie. Die Frage nach der Quelle/dem Ursprung der Energie interessiert mich und hier beginnt meine spirituelle Suche. Durch den Fluss vom Ursprung zu mir besteht eine Verbindung. Die vielleicht trennend erscheinende Benennung in Quelle und Energie und Ich ist deswegen da, weil ich noch keinen Weg gefunden habe, das Ganze mit den Mitteln der Sprache anders auszudrücken.

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Geschrieben (bearbeitet)

Zurück zum Genuss, ich möchte gerne 2 resp. 3 ineinander verflochtene, wesentliche Punkte herausarbeiten, die ich über viele Jahre überhaupt nicht verstanden hatte, welche ich als subtil, aber dennoch als besonders wichtig hinsichtlich des Genusses erachte:

1. Wirklich für sich selbst geniessen
Ich habe so viele Male das Verlangen wahrgenommen, wenn ich Vorfreude auf einen Tee hatte, oder mit Freude einen Tee aufgegossen habe, dann auch gleich davon zu berichten. Aber darin hatte sich irgendetwas eingeschlichen, beigemengt, und ich sage heute es ist Anerkennungsdrang. Ich merke wie sich das bei vielem bei mir einschleichen wollte, sei es beim Sport, bei Dingen die ich sage oder tue. Ich möchte lernen, Dinge für mich zu geniessen und auch sonst von Herzen das zu tun was ich wirklich möchte, ohne damit anderen gefallen zu versuchen.

2. Nicht mehr ständig etwas neues wollen
Ich habe bemerkt, wie die Vorfreude z.B. auf einen neuen, unbekannten Tee oder was auch immer einen gewissen Reiz des Unbekannten besitzt. Dieser Reiz für diesen oder jenen Tee, den man nicht hat. Wenn man den Tee dann aber besitzt, ist dieser Reiz dafür verflogen und setzt sich auf etwas das man noch nicht hat. Ich erachte diesen Reiz, diese Begierde nun als schlecht, als unechte Freude. Ich will lernen dankbar zu sein für was ich habe und das richtig geniessen zu lernen.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Das sind zwei Aspekte, die auch ich als wesentlich betrachte. Zum "für sich selbst genießen": das bedeutet nicht zuletzt, dem eigenen Urteil zu vertrauen, mithin seine persönlichen Präferenzen als maßgeblich anzunehmen (und eben dies auch Anderen zuzugestehen). Eine solche 'Spezialisierung' begrenzt zwar das Spektrum an Erfahrungen, aber so kann man seinen Geschmack auch in Richtung einer zunehmend differenzierteren Wahrnehmung entwickeln. multum, non multa. Bei unserer Liebhaberei bedeutet das beispielsweise, die Tees, die man schätzt, wirklich gründlich zu studieren; die Auswirkungen unterschiedlicher Zubereitungsparameter auf sie zu erkunden - von Menge, Zeit und Temperatur über das Material der Gefäße, die Qualität des Wassers, der Lagerung bis hin zum Einfluss persönlicher Stimmungen, der Tageszeit des Genießens usw. Hier können auch synästhetische Erfahrungen entwickelt und ausgelotet werden, das Zusammenspiel gustatorischer Wahrnehmung mit Musik oder visueller Betrachtung. So entwickelt sich eine 'Kennerschaft' - nicht im Sinne einer Autorität für andere, eines 'arbiter elegantiae' (eine Versuchung, der man widerstehen sollte), sondern es ist letztlich eine Kennerschaft von sich selbst.

Das "nicht ständig etwas Neues wollen" hängt damit zusammen. Das 'Sich bescheiden' schafft Raum und Zeit dafür, das, was man hat, auch wirklich zu ergründen; es auszuloten. Und das bedeutet dann auch, es wirklich wertzuschätzen. Nicht wegen seiner Seltenheit, seines Preises, des Prestiges, das der Besitz verleiht, sondern wegen seiner immanenten Qualität.

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