GoldenTurtle

Plädoyer für die Abschaffung der Like-Funktion

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Liebe Teefreunde, liebes Forum

Zur Feier meines 9000. Beitrages plädiere ich offiziell für die Abschaffung der Like-Funktion.
Die Like-Funktion ist genau das, was wir in der Tee-Comunity nicht brauchen.

Warum?

Das Konzept der Like-Funktion wurde ursprünglich entwickelt, um ganz gezielt psychologische Abhängigkeiten zu schaffen.
Mit der Zeit weiss man, für was und wie viele Likes man etwa kriegt, und jetzt kommt es eben, genau das möchte unterbewusst verfälschen, was und wie man eigentlich wirklich etwas mitteilen oder fragen möchte.
Es verfälscht den Austausch. Unterbewusst will jeder viele Likes und schreibt Dinge dann tendenziell eher so, wie er denkt, dass es den anderen gefällt.

Aber das ist genau die falsche Form von Achtsamkeit, eine falsche nach aussen statt eine echt nach innen und frei sagen was man denkt und fühlt.
Ich finde es zudem viel persönlicher wenn man einander schreibt, wenn einem ein Foto, eine Beschreibung voneinander gefällt.
Manche mögen denken, ach, das ist doch subtil, kommt doch kaum drauf an ... aber stellt euch mal vor wie es wäre, wenn es gar keine Likes gäbe ... fühlt sich das für euch nicht gleich viel entspannter an?

Bitte macht euch mal bei Gelegenheit ausführlich Gedanken darüber, bei einer erfreulichen Schale Tee z.B. ... keine Eile.
Wer dies dann ebenfalls so sieht möge bitte zustimmen, in Form einer Antwort, oder ausnahmsweise sogar mit einem Like.

Für die digitale Revolution
Kröti

PS: Ich gehe nun noch einige Schritte weiter und betrachte es global ... dieses digitale, unpersönliche Like von anderen Menschen, die einen persönlich gar nicht kennen, nur schnell mal etwas oberflächliches liken das ihnen aus irgendeinem Grund gefällt, scheint so harmlos, aber global streben Millionen und Abermillionen von Menschen danach, sind geradezu süchtig, ändern Aussehen und Aussagen nur um besser anzukommen, denken ständig oh, davon könnt ich jetzt noch ein Foto machen, das käme bestimmt gut an ... sie leben das Leben nicht mehr für sich selbst, um es selbst zu geniessen, sind nicht mehr sich selbst, schaut mal auf den Strassen herum ... die Leute können kaum mehr etwas machen ohne Selfies von sich dabei zu machen um es dann zu teilen, weil sie süchtig sind ... sie leben für ihr digitales Profil und für Likes ... von den Psychologen wird dies immer mehr aufs Korn genommen werden, ihr werdet es sehen. Wie sagte Jim Carrey: "Depression is your body saying, ‘I don’t want to be this character anymore. I don’t want to hold up this avatar that you’ve created in the world. It’s too much for me,'” ... "You should think of the word ‘depressed’ as ‘deep rest.’ Your body needs to be depressed. It needs deep rest from the character that you’ve been trying to play.”" Zitatquelle

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Geschrieben (bearbeitet)

Es gibt ja noch weitere Argumente und negative Effekte, die diese Knöpfe mit sich bringen. Genauso wie positive (verkürzte Diskussionsverläufe, unkomplizierte und schnelle Meinungsäußering, etc). Das Netz liefert da ja einiges an Infos. Für mich überwiegen eindeutig die negativen, bzw bewerte ich einige Funktionen, die man auch als positiv werten könnte als negativ.

Ich hatte mich daher vor einer Weile schon dazu entschlossen, hier und anderswo auf die Nutzung dieser Knöpfe zu verzichten. Mir persönlich reicht das, hätte aber auch nichts dagegen, wenn es die Funktion hier generell nicht mehr geben würde :)

Leider finde ich die Studien gerade nicht mehr, die ich aufschlussreich fand, aber zumindest einen Artikel zum Einstieg in das Thema.

bearbeitet von nemo

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Interessantes Statement @GoldenTurtle.

Ich bin auch auf einem amerikanischen Forum aktiv, dort gibt es ebenfalls keine Like-Funktion. Deswegen werden die Beiträge nicht weniger wertgeschätzt und es findet deswegen auch kein geringerer Austausch statt.

Mir persönlich wäre es egal, wenn es diese Funktion zukünftig nicht mehr geben würde. Als Indikator, ob ein Beitrag von der Community hinsichtlich des Inhaltes geschätzt wird, ist es aber doch. Zumal ja bei vielen Beiträgen keine richtige Diskussion mehr nach der Veröffentlichung stattfindet. Da hat @Teelix auch erst vor kurzem länger darüber gesprochen.

Es wäre schön, wenn das Forum wieder mehr abseits des "WTihiET" genutzt werden würde. Das werde ich mir in Zukunft auch mehr zu Herzen nehmen. :)

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vor 12 Minuten schrieb Anima_Templi:

Als Indikator, ob ein Beitrag von der Community hinsichtlich des Inhaltes geschätzt wird, ist es aber doch.

Dem würde ich nicht gänzlich zustimmen. Es gibt zum einen nicht "die Community". Zudem kann ein "Gefällt mir" auch aus anderer Motivation heraus gegeben werden als einem Beitrag rein inhaltlich zuzustimmen. Außerdem gibt es Effekte, dass "Gefällt mir"s unabhängig vom Inhalt zwischen NutzerInnen hin- und hergeschoben werden. Quasi als unabgesprochener routinisierter Tausch. Es kommt also auch darauf an, wer etwas schreibt, nicht nur was genau geschrieben wird.

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Ich persönlich denke nicht, dass die Funktion abgeschafft werden sollte. Wer sie nicht nutzen will, soll sie nicht nutzen.

Ich verstehe durchaus die Kritik an der Funktion, allerdings glaube ich, dass die jenigen die etwas "nur" liken statt zu kommentieren, dies ohne die Funktion auch nicht tun, und die etwas beitragen möchten, machen dies auch "trotz" der Funktion.

Ich sehe das so, dass jeder ja selbst dafür verantwortlich ist, wie viel Macht er einem Mittel verleihen möchte. Die reine Existenz der Funktion und dass sie generell genutzt wird, halte ich für unproblematisch. Die Existenz von Drogen und dass sie generell konsumiert werden, ist ja auch nicht das eigentliche Problem in dem Zusammenhang. Das Problem entsteht wenn jemand die Kontrolle über das Mittel verliert. Ich denke, wir sollten hier alle erwachsen und reif genug sein, das für uns selbst zu entscheiden. Gemäß dem Motto, jeder ist seines Glückes Schmied. Mit dem Thema Glück und Glückseligkeit kennst du dich ja scheinbar in letzter Zeit wesentlich besser aus als jeder andere hier, @GoldenTurtle . *Zwinkersmiley* (Ich bitte um Verzeihung für diesen kleinen, nicht böse gemeinten Seitenhieb, der allerdings durchaus als Seitenhieb und Denkanstoß gemeint ist). Übrigens möchte ich an dieser Stelle anführen, dass du wirklich meinen Humor damit getroffen hast, dass du dieses Thema eröffnest und dann direkt Nemo's Post likest. :D *Gefällt mir*

Danke @Anima_Templi , dass du das Thema mit dem Anregen der Diskussionen hier auch nochmal einbringst. Ich weiß leider nicht, ob ich das Instagram-Video hier posten kann. Vielleicht hole ich das die Tage sonst mal nach.

 

vor 8 Minuten schrieb nemo:

Es kommt also auch darauf an, wer etwas schreibt, nicht nur was genau geschrieben wird.

Ist dies im Leben außerhalb der digitalen Welt und außerhalb von "Communities mit Like-Funktion" nicht auch so? 🤔

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Klar. Hab auch nie Gegenteiliges behauptet, sondern nur darauf hingewiesen, dass es eben nicht rein inhaltliche Zustimmung darstellt. Was Du ja offensichtlich auch so siehst ;)

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vor 53 Minuten schrieb nemo:

Genauso wie positive (verkürzte Diskussionsverläufe, unkomplizierte und schnelle Meinungsäußering, etc).

Das sind genau die Punkte, welche mich dazu bewegen dies beizubehalten, denn sonst entstehen immer wieder zig Beiträge ausschließlich mit Smilies/Emojies oder einzeiligen Wörtern (lol, super, toll, klasse,..) um u.a. ein Gefallen auszudrücken. Ich finde es z.B. auch gerade für Anfänger im Forum wichtig, wenn sie sich gut einbringen usw. mit derartigen Instrumenten Zustimmung zukommen zu lassen, anstatt sich einfach nur zu denken, hast du gut gemacht.

Im realen Leben haben wir in solchen Situationen unsere Mimik, ein Nicken, ein Lachen, ein Staunen, ein Zwinkern oder Schulterklopfen um den anderen ohne viel Worte unsere (Zu)Stimmung darauf zukommen zu lassen. Im Netz kann dies mit der hier implementierten Like-Funktion zum Ausdruck gebracht werden. 

Die Like-Funktion hat hier auch sicherlich einen anderen Charakter und wird im Ganzen auch anders verwendet als u.a. bei Facebook. Andere Themen, andere Leser und Schreiber. Aber auch hier wurde das Instrument gerne mißbraucht. Jene die das taten/tun, werden aber auch ohne die Like-Funktion Wege und Mittel finden ihr Gift zu versprühen ;)

vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Mit der Zeit weiss man, für was und wie viele Likes man etwa kriegt, und jetzt kommt es eben, genau das möchte unterbewusst verfälschen, was und wie man eigentlich wirklich etwas mitteilen oder fragen möchte.
Es verfälscht den Austausch. Unterbewusst will jeder viele Likes und schreibt Dinge dann tendenziell eher so, wie er denkt, dass es den anderen gefällt.

Ob nun Likes oder Reaktionen in schriftlicher Form, wenn einer darauf aus ist anderen um jeden Preis zu gefallen, zu provozieren usw., wird er es so oder so tun. Anderenfalls, hätte ich die Funktion scho lange aus dem Forum verbannt ;)

Die Like-Funktion ist ein Instrument und wie man es nun einsetzt hängt auch stark von der Community ab und hier ziehe ich im überwiegendem Maße ein durchaus positives Resümee. Alleine eure Gedanken darüber sind doch ein mehr als positiver Beleg dafür, dass die Funktion mehrheitlich mit Bedacht und im positiven Sinne genutzt wird. 

PS: @GoldenTurtle Wie viel Tastaturen wurden unter deinen Händen für die 9.000 Beiträge verschlissen? Respekt und Herzlichen Glückwunsch :)

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vor 26 Minuten schrieb nemo:

zwischen NutzerInnen hin- und hergeschoben werden

Natürlich, aber das empfinde ich nicht als negativ. Ich like zum Beispiel fast jeden Beitrag von @doumer, was primär an seinen stets interessanten Verkostungen liegt, aber vor allem auch daran, weil wir uns privat mittlerweile besser kennen und ich die Hintergründe seiner Aussagen sehr gut nachvollziehen kann. Es besteht einfach eine "Vertrautheit", wie ich sie z.B. mit Dir nicht haben kann, weil ich Dich nicht persönlich kenne. (Was nicht heißen soll, dass ich Deine Beiträge nicht schätze ;) ...)

Ebenso verhält es sich mit @Paul, @TeeStövchen, @Frau Mahlzahn, @teekontorkiel, @Teelix um noch ein paar weitere zu nennen. Ich freue mich natürlich insbesondere von diesen, mir persönlich bekannten Teefreunden, zu lesen. Weiß Ihre Gedanken beim verfassen Ihrer Beiträge gut einzuordnen und bin dann freilich auch Like-freudiger. Daran ist nichts auszusetzen, finde ich.

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Zunächst ein kurzes Vorwort, damit meine Beiträge richtig eingeordnet werden können: Mein Interesse an dem Thema stammt noch aus meinem Studium. Es hat mich in der Soziologie außer den Grundlagen wenig so nachhaltig begeistert, wie der Bereich Konsum- und Mediensoziologie. Ich bitte daher meine Beiträge unter diesem Aspekt zu lesen und nicht zu denken, ich führe einen Feldzug gegen Like-Buttons ;) Ich mag sie nicht, aber gehe einfach damit um, wie im ersten meiner Beiträge beschrieben.

Auszusetzen ist an Deiner individuellen Handlung ist erst einmal gar nichts, @Anima_Templi. Das ist mir wichtig zu betonen.

Was ich aber tatsächlich negativ finde, ist eine Verkürzung und Unschärfe der Kommunikation und des Informationsgehaltes, die sich aus der technischen Funktion zwangsweise ergibt. Hinter einem Like kann sich ganz viel verbergen, was man leider nicht sieht.  Stellen wir uns einen Beitrag mit Teebeschreibung samt Foto des Schälchens vor. Ein Like hierfür kann bedeuten: „Mir gefällt Deine Schale.“, „Mir gefällt die kreative Geschmacksbeschreibung des Tees.“, „Mir gefällt es, dass du eine Kanne von Duchek hast.“, „Da hast Du ein ästhetisches Foto gemacht“, „Mir gefällt, dass Du Dir die Mühe für so einen langen Text gemacht hast (auch wenn ich diesen Tee selbst gar nicht lecker finde)“, „Mir gefällt es, dass Du mal wieder ein Lebenszeichen von Dir gibst.“,…

Jetzt kann man sagen, beispielsweise ein LOL o.ä. ist von genauso geringem Informationsgehalt. Dem stimme ich vollkommen zu. Aber die Konsequenz ist dann für mich nicht, die Buttons dadurch zu legitimieren, sondern die Verwendung des LOLs genauso zu „kritisieren“. Ich schätze einen kurzen inhaltsvolleren Beitrag sehr viel mehr und würde ihn immer bevorzugen.

Die Likes sind darüber hinaus aus meiner Sicht auch nicht nur einfach eine verkürzte Form der Kommunikation, sondern haben eine noch ganz eigene Qualität. Am deutlichsten wird es vielleicht am Konzept des „Tagessieges“. Den mögen viele, mich eingeschlossen, gar nicht betrachten. Aber die Tatsache, dass keine LOLs gezählt und prämiert werden, zeigt diese andere Qualität und Funktion ziemlich gut. Und hier wären wir dann ganz schnell auch bei dem von @GoldenTurtle aufgeführten Effekt der „Like-Sucht“, des Einflusses der Herzchen und Pokalen auf das Selbstwertgefühl, etc.

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Vielen Dank für die Blumen  @Anima_Templi  , und ich kann Dir da nur zustimmen, sehe ich genauso. Ich glaube, ein Like sagt mehr als ein ganzer Salmon, wie klasse ich zum Beispiel @doumer s Beiträge finde, so inhaltlich sorgfältig, ausfühlich, gut ausgerdrückt, eine gesunde Portion Humor, so wunderbare Teekeramik , ...  und ich glaube, er weiß genau, was und wie ich das meine, wenn er das Like oder den Pokal sieht. Ich glaube nicht, dass seine Beiträge anders wären, würde ich es nicht klicken, ich habe ihn als sehr gefestigten Menschen kennen und schätzen gelernt. Es soll nur sagen : Ich sehe den Beitrag sehr gerne und auch gerne mehr davon. Und narürlich soll ihn das freuen. und motivieren. Und natürlich ersetzt es keine ausführlichen Antworten im Thread oder Teetauschaktionen oder Teetreffen oder persönliche PN ( die manche eben abschalten)...Öfter habe ich einen Beitrag auch Tage später erst gelesen oder melde mich auch nicht so oft an und dann ist besagter Beitrag schnell auch schon ´was älter, der Thread ist bereits viel weiter fortgeschritten und daher kommt ein Like statt ein in Worten ausgedrückter Beifall.  Ich benutze zusätzlich auch die Likefunktion, wenn ich weiß, wieviel Überwindung es jemand Schüchternen gekostet haben mag, einen Beitrag zu posten. Ich weiß nicht, ob ich das in Worten so unter dessen Posting schreiben würde ?!  Auch was   @Teelix  und    @Joaquin  geschrieben haben sehe ich genauso . Die Begründung des einzelnen Users für ein Like sind vielfältiger Natur (wen die Begründung eines Likes interessiert, könnte ja persönlich Kontakt aufnehmen...?!) und ich verstehe ebenso die Intension, deren Gebrauch/ Empfang  und Suchtpotential zu Diskussion zu stellen. Theoretisch könnte man jeden Beitrag (ob hier oder auf Facebook oder Youtube oder bei Maybrit Illner)  in Bezug auf Antrieb des Schreibenden hinterfragen: Ist letztendlich nicht alles, das wir tun ( oder lassen) dazu gewollt, Reaktionen zu erzeugen, möglichst für den Schreibenden positive Feedbacks zu erhalten( worin auch immer dessen Wertung als "positiv" besteht)? Und kann nicht jedes Verhalten suchtig entarten? Und liegt das nun am Menschen, der suchtig danach giert und deswegen seine Beiträge frisiert (und traut man dem Publikum zu, dass es merkt,  gar toleriert, dass es manipuliert/ unterhalten wird!?) und muss man diesen Menschen schützen, indem man die Funktion abschafft? Wo fängt das an, wo hört das auf?  Kann man selber durch Selbstreflexion seine Mitte finden? Unabhängig vom (Nicht-)Gebrauch von Likebuttoms , bzw. persönliche Bewertung ob oder von wem ich welche bekommen habe?

 

 

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Geschrieben (bearbeitet)
vor 36 Minuten schrieb Frau Mahlzahn:

Theoretisch könnte man jeden Beitrag (ob hier oder auf Facebook oder Youtube oder bei Maybrit Illner)  in Bezug auf Antrieb des Schreibenden hinterfragen: Ist letztendlich nicht alles, das wir tun ( oder lassen) dazu gewollt, Reaktionen zu erzeugen, möglichst für den Schreibenden positive Feedbacks zu erhalten( worin auch immer dessen Wertung als "positiv" besteht)?

Likes fördern haargenau diese schlechte Motivation.

vor 12 Stunden schrieb Teelix:

Ist dies im Leben außerhalb der digitalen Welt und außerhalb von "Communities mit Like-Funktion" nicht auch so? 🤔

Exakt, aber warum muss man dieses Fehlverhalten, den Selbstwert durch die Meinung anderer definieren zu lassen, auch noch digitalisieren? Likes fördern ganz genau das. Ich bin gemocht, weil ich dieses oder jenes habe oder mache oder schreibe - nicht für wer ich wirklich bin.

Was die Menschen wirklich brauchen ist ganz echt sein zu können und sich gegenseitig so anzunehmen ... und auf dieser Grundlage ist der Austausch über etwas das man gemeinsam mag etwas schönes und freies. Aber Likes fördern das exakte Gegenteil, machen sogar noch einen gezielten Wettkampf um die Beliebtheit, und das fördert u.a. die Unechtheit.

Ich möchte, dass man nicht nur hier von diesem digitalen Irrweg wegkommt, sondern global, dass man nur noch aus Freude Dinge miteinander teilt.

bearbeitet von GoldenTurtle

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@GoldenTurtle deine Bedenken sind absolut valide und genau der Grund, warum ich keinerlei Social Media nutze (mal davon abgesehen dass man vor den Tech-Konzernen damit die Hosen runterlässt und dann auch nie wieder anbekommt): Die Systeme sind auf den schnellen Kick durch Likes ausgelegt und fördern - verlangen gerade zu - falsches Verhalten, um die Ausbeute zu maximieren und sich durch belanglose Bestätigungen das Ego zu nähren. Das ganze immer mit dem Ziel, die erschöpfliche Ressource Aufmerksamkeit der Leute zu binden und diese zu verkaufen - aber das ist ja nichts neues ;) 

Aber wie schon von @Anima_Templi und @Frau Mahlzahn gesagt sehe ich das hier etwas anders: Ein Herz oder ein Pokal ist einfach eine schnelle Form der Anerkennung eines Beitrags die wie @Joaquin schon sagte viele "belanglosen" Posts wie Smilies vermeiden, die genau die selbe Funktion erfüllen. Natürlich freue ich mich, wenn ein Post von mir Likes bekommt, weil das nach meinem Verständnis Feedback dafür ist, dass jemand den Post interessant findet - noch mehr freue ich mich, wenn jemand (ausführlicher) dazu antwortet - aber letztlich ist beides nicht der Grund dafür, dass der nächste Post bestimmt kommt (egal ob der vorherige einen Like bekommen hat oder nicht), sondern dass das Forum ein schönes Substitut dafür ist, nicht immer mit anderen zusammen Tee trinken zu können, sei es auf Grund von Zeitmangel durch immer weiter steigende Arbeitsbelastung oder der Tatsache geschuldet, dass Teetrinker mit "entsprechender Begeisterung" nicht an jeder Ecke zu finden sind (von der aktuellen Situation mal abgesehen). Zumal ich nicht glaube, dass irgend einer hier jemals durch die vielen Posts und gesammelten Likes zu begehrten und wohlverdienenden Influencern wird, haha! Letztlich muss aber jeder selbst danach schauen, in wie weit man sich von solchen Dingen beeinflussen lässt: Manche verteufeln das Smartphone, weil manche ständig an dem Ding hängen, um Likes und Co zu ernten - richtig eingesetzt ist es aber ein tolles Tool, um viele Aufgaben zu automatisieren oder zu erleichtern, für die man sonst Aufmerksamkeit (erschöpfliche Ressource, siehe oben) aufbringen müsste, die man so für etwas anderes einsetzen kann. Eine Sache ist nicht schlecht oder gut - erst dadurch wie wir sie einsetzen wird sie dazu.

Aber was natürlich ein großer Anreiz ist, in solches Denken zu verfallen sind Ranglisten etc. - das Feature gab es zwischenzeitlich mal und da finde ich es gut, dass es entfernt wurde - ein guter Kompromiss wäre demnach für mich, die Zahl der Likes pro Profil zu verbergen/entfernen - so behält man die Funktion bei, hat aber keinen visuellen Indikator für einen Vergleich. Nach der selben Logik würde es sich aber auch anbieten, die Anzahl der Posts zu streichen, da das genau die selbe Funktion erfüllen kann, nur eben eine andere Metrik ist. Was würdest du davon halten? :) 

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Diese Knöpfchen sind für mich eine Art unvollkommenes Äquivalent zu dem, was im Gespräch von Angesicht zu Angesicht oder auch in vertrauter Runde die nonverbale Kommunikation ausmacht. Da braucht es oft keine Worte - ein Lächeln, ein Kopfnicken genügt völlig. Dann noch etwas gesagt, ist manchmal schon zu viel, ein geschwätziges Zer-reden. Insbesondere, wenn man 'nur' miteinander ein paar Tassen Tee teilt und keine tief- oder flachschürfenden Diskussionen über kontroverse Themen führt. Da freue ich mich über die Möglichkeit, mein Gefallen an einem Beitrag zur Runde, meine Sympathie, einfach mit einem Klick ausdrücken zu können. Ganz spontan und ohne den Beitrag und / oder meine emotionale Reaktion darauf nun groß zu analysieren und zu rationalisieren, was genau mir eigentlich daran gefällt und warum. Und natürlich freue ich mich, wenn ich auf einen Beitrag von mir solch ein feedback bekomme - wenn ich sehe, dass das, was ich sagen wollte, angekommen ist und jemanden berührt oder erheitert hat. Seinen Tag ein ganz klein bißchen angenehmer gemacht hat.

Natürlich sehe auch ich das Problem, dass man versucht sein könnte, daraus einen Wettbewerb zu machen und diese kleinen Winke, die eigentlich nur für den Augenblick gedacht sind, akkumuliert und hortet und sich weißgottwas darauf einbildet. Prestige - so etwas hat in einer Teerunde nix verloren, da sind alle auf Augenhöhe. Aber so sind wir Menschen halt gestrickt ...

Von daher finde ich @doumers Idee recht ansprechend. Die Möglichkeit, Beiträge auf diese Weise "auszuzeichnen" und dem, der sich und uns eine Freude damit gemacht hat, unkompliziert ein feedback zu geben, bestehen lassen. Aber halt keine Kontoführung mehr, wo dann das mehr oder weniger beeindruckende Guthaben und der zugehörige Rang bei jedem Pups, den man hier von sich gibt, angezeigt wird. Ich denke, das braucht niemand wirklich ...

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