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1. Gyokuro Versuch, Bio Gyokuro von TKK


Empfohlene Beiträge

Hallo miteinander!

 

Ich habe gerade meinen ersten ernsthaften Gyokuro Versuch gestartet, mit 60ml Kyusu , Dosierung: 2 Teelöffel (habe hier momentan leider keine Waage) von diesem Tee:

https://www.tee-kontor-kiel.de/tee/gruener-tee/bio/bio-gyokuro-jap.-edle-tautropfen-japan

Aufgegossen habe ich nach dieser Methode (für hochwertigen Gyokuro): https://www.yutaka-tee.de/de/info/wissenswertes-3210130.html

Handelt es sich bei dem Tee um hochwertigen Gyokuro?

Das Ergebnis: etwas bitter (evtl. kann man da von Edelbitter sprechen). Geschmack nach Algen (mag ich!), Blumenkohl und Spinat 😉

So richtig überzeugt hat mich das jetzt aber nicht!

Beim 2. Anlauf habe ich beim 5. und 6. Aufguss mit nur etwa45 Grad aufgegossen, und es schmeckte schon interessanter.

Habe ich evtl. zuviel Tee genommen (das Kännchen war am Ende etwa 3/4 mit den aufgequollenen Blättern gefüllt).

Soll ich vielleicht mal die Methode für besonders hochwertigen Gyokuro wählen (40 Grad Wassertemperatur?)

 

Wäre für Tipps dankbar!

 

(

IMG_20200606_173350.jpg

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"Hochwertig" ist eine in hohem Maß (aber nicht ausschließlich) subjektive Einschätzung. Ich kenne nun diesen speziellen Gyokuro nicht, aber preislich ist er mE eher im mittleren bis unteren Bereich einzuordnen. Wobei dieser Händler nach meiner Einschätzung mit 'Teeverstand' ein- und verkauft, was heisst, dass da ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis erwartet werden kann. Gyokuro ist nun einmal ein teurer Spass ...

Bittere Noten beim Tee ein- und ggf. wertzuschätzen ist eine Sache, die einiger Erfahrung bedarf. In China (und, wie ich stark vermute, in Japan ebenfalls) wird da zwischen ku (苦) und se (澀) differenziert, was in etwa der Unterscheidung von 'bitter' und 'herb' entspricht - beides vor allem durch die Tannine / Phenole im Tee bestimmt. Das 'se' ist vor allem eine Sache des Mundgefühls, weswegen da im Kontext Tee auch von Adstringenz gesprochen wird. 'Ku' kann(!) einen positiven Geschmacksakzent setzen, muss dann aber harmonisch eingebunden und entsprechend schwach / zurückhaltend sein. Generell ist es eher unerwünscht, während 'se' (in Maßen) eher ein erwünschter Effekt ist. Übrigens charakterisiert 'ku' wie auch das deutsche 'bitter' im übertragenen Sinn leidvolle Erfahrungen. 'Se' hat dagegen den herben Charakter eines guten Rates - so etwas muss man erst einmal lernen anzunehmen ... ;)

Die Aufgusstemperatur ist nun der Ansatzpunkt, wo man das Zusammenspiel von Phenolen (u.a. die bitteren / herben Aspekte) einerseits und Proteinen / Aminosäuren (insbesondere L-Theanin) andererseits regulieren kann. Letztere stehen im Zusammenhang mit dem Umami des Tees. Als Faustregel gilt, dass höhere Aufgusstemperaturen das Verhältnis zugunsten der Phenole verändern, niedrigere zugunsten der Proteine. Da muss man dann eine Balance finden, die dem persönlichen Geschmack am besten dient - und dabei kommt dann auch das Mengenverhältnis mit ins Spiel. Eine größere Teemenge ändert zwar nicht - wie Änderungen der Aufgusstemperatur - das Verhältnis der ausgelösten Stoffe zueinander, sie kann aber insbesondere die ausgelösten Phenole auf ein Mengenlevel bringen, wo sie unangenehm empfunden werden - wie bei einer versalzenen Suppe.

_()_

 

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@miig danke, werde auf jeden Fall weiter experimentieren! Wie einen normalen Grüntee, nach westlicher Methode ,möchte ich ihn aber nicht zubereiten, dafür benutze ich die kleine Kyusu zu gerne 🙂

 

@SoGen vielen Dank für den ausführlichen Beitrag, jetzt verstehe ich , wo ich beim nächsten Versuch ansetzen muss. Werde zugunsten der Aminosäuren mal die Temperatur drastisch senken (zumal ich sowieso gelegentlich L-Theanin Kapseln schlucke, 😉 .  da kann ich mir die sparen !) Mal sehen, was es mit dem Umami auf sich hat.

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Hihi, @Konfusius, die zwei Sachen würde ich unterscheiden. Die westliche Methode, nach der man einen ganzen Liter auf einmal zubereitet, ist nicht das selbe wie die Zubereitung "normalen" Grüntee. Ich seh ein, "normal" ist ein blödes Wort :D

Was ich meinte, ist eine Zubereitung, wie sie in Asien für Sencha, chinesischen Grüntee, etc., üblich wäre. Also grob gesagt 5-8g Teeblätter auf 100-200ml Wasser, kürzere Ziehzeiten, mehrere Aufgüsse. Ist immernoch viel stärker als 10g / 1l / 5 min, was ja ca. die westliche Methode ist.

Aber Gyokuro wird halt noch viel stärker zubereitet, und das ist dann schon ein sehr abgefahrenes, hochkonzentriertes Getränk, das man eher wie einen Schnaps nippt. Und so muss man es nicht unbedingt machen.

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Habe gerade noch einen Versuch gestartet, mit 40 Grad warmem Wasser, 6g, das bittere ist komplett weg, ansonsten schmeckt es irgendwie nach Brühwürfel (Umami?)

Habe noch einen Bio Gyokuro Ikuta Premium 2019 (10 g Probe), der ist ja immerhin doppelt so teuer wie der andere, mit dem werde ich noch einen Versuch starten, ansonsten bereite ich den Rest normal oder gar westlich zu und hake das Thema Gyokuro für mich ab!

 

Update: Gerade nochmal 6 g mit 280ml Wasser, 60 Grad, aufgegossen, jetzt wird ein angenehmer Durstlöscher draus......

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    • Von xwo
      Hallo Zusammen,
      ich trinke seit Jahren  zum Frühstück grünen Tee. Sicher nicht den Besten, sondern eher normale Standard Bio Tees aus der DM oder von Alnatura, also Sencha oder chun mee. 
      Ein paar Jahre hatte ich auch Zugriff auf chinesischen grünen Tee, meistens Gunpowder, den mir ein ehemaliger Arbeitskollege von seinen Heimatbesuchen mitbrachte inkl. einer Teekanne. Leider ist diese kaputt.
      Also habe ich mich entschieden wieder weg von den Teebeuteln zu kommen und habe mir eine Kyusu Banko gekauft. Ja, der erste Kulturschock, es ist eine Kanne für japanischen Tee. 
      Das war mir bewusst. Also noch einen GYOKURO SHIBUSHI BIO Tee gekauft. Heute habe ich diesen am Morgen das erste mal zubereitet.
      Wie vom chinesischen Tee gewohnt, habe ich ihn kurz gewaschen in der Kanne und dann aufgegossen.
      Ich muss sagen, ich war sehr überrascht vom Ergebnis. Entsprechend den Empfehlungen des Händlers habe ich die Kanne nur zu 2/3 gefüllt, erhielt also geschätzte 100 bis 120ml Tee. In meiner Tasse fühlte sich das doch verloren an, trinke ich bisher eher 180ml am Morgen.
      Die Empfehlung des Händler lag bei 3 Teelöffeln auf 100-300ml Wasser bei max 60 Grad. Die Kanne hatte ich vorher heiß gewaschen, war also warm. Ich habe 2 Teelöffel und ca. 67 Grad warmes Wasser genommen. Da begann meine erste Enttäuschung. Ich bin bewusst über 60 Grad gegangen, da ich den Tee gern warm trinke. So war der Aufguss aber eher kalt.
      Geschmacklich jetzt nicht so verkehrt für mich, wie erwartet eher weicher als meine bisherigen Sorten. Aber auch nicht so belebend.
      Meine Frage, kann ich den Tee auch wärmer zubereiten? Also zB 75-80 Grad? Sollte ich die Tasse ggf. ebenso vorwärmen?
      Warum sollte die Kanne nur zu 2/3 gefüllt werden?
       
      Danke.
    • Von MichaW75
      Hallo zusammen.
      Ich benutze zur Zeit eine Kyusu aus Tokoname Ton und bereite in ihr überwiegend Gyokuro und Sencha zu. Da ich mir nun erstmals einen Tamaryokucha zugelegt habe, möchte ich diesen auch in der Kyusu zubereiten und bin mir aber nicht sicher, ob das sinnvoll ist. Auf der Verpackung steht, dass er in der Pfanne geröstet wurde.
      Benötige ich eher eine separate Kyusu für Tamaryokucha oder hat es keinen Einfluss auf den Geschmack von Gyokuro? 
    • Von cml93
      Seit heute neu im Shop: Der Wettbewerbs-Gyokuro des seltenen Cultivars Kirari 31 von der Teefarm Yamaguchi aus Fukuoka mit dem sie beim letztjährigen nationalen Wettweberb den zweiten Platz erreichen konnten.
      Hier noch ein paar Infos zum Tee und zum Shop geht es hier
       
      Die Teefarm Yamaguchi konnte mit ihren Gyokuros beim nationalen Wettbewerb 2019 den ersten und (!) zweiten Platz erringen. Das Vater und Sohn Paar gilt in Yame als das Non-Plus-Ultra in der Gyokuro-Produktion. Wir konnten uns vom zweitplatzierten Gyokuro eine kleine Menge sichern und sind stolz, diesen Tee in unser Sortiment aufnehmen zu können.
      Das Besondere an diesem Tee ist zum einen das Cultivar, Kirari 31, welches erst 2013 registriert und eine Kreuzung aus den Cultivaren Saemidori und Sakimidori ist. Es wird als eines der kommenden Cultivare für Gyokuro gehandelt, es ist jedoch das erste Mal in der Geschichte des nationalen Wettbewerbs, dass ein Gyokuro dieses Cultivars es auf den zweiten Platz geschafft hat.
      Eine weitere Besonderheit ist, dass Tees für Wettbewerbe sehr weit aussortiert werden, wie z.B. Me (Blattknospen) Kuki (Blattstängel) oder Atama (übersetzt "Kopf," damit sind die größeren Blätter gemeint), da das Aussehen 15% der gesamten Punkte ausmacht und besonders in den oberen Platzierungen den Unterschied ausmacht.
      Die Familie Yamaguchi vertritt allerdings die Philosophie, dass besonders die Me, Kuki und Atama ihrem Tee eine perfekte Balance geben, weshalb wir diesen einmaligen Wettbwerbs-Gyokuro in dieser Sortierung anbieten.
      Durch die etwas längere Dämpfung ist der Tee wesentlich "grüner" und frischer im Geschmack, mit einer fruchtigen Süße und Umami, buttrig weich und klar im Geschmack. Ohne Frage eine der besten Gyokuros Japans.

    • Von organicpassion
      Hallo,
      Ich habe noch 200g von dem Japan Gyokuro Tokiwa Grüntee. (Bio)
      Jeweils einzeln abgepackt in 100g Tüten.
      Ich hätte gerne pro Tüte (100g) 18€.
       
      Liebe Grüße
    • Von cml93
      Neu im Sortiment: Meister Yamashitas diesjähriger Wettbewerbs-Gyokuro, der, wie letztes Jahr, den Kansai-Wettbewerb gewonnen hat. Auf der Versteigerung wurde der Tee für 3000€/ kg versteigert. Dazu auch noch andere Gyokuros ab sofort im Shop:
      www.yutaka-tee.de

      Mit Shinki-san, der den Teeanbau seit ein paar Jahren von seinem Großvater übernommen hat und erfolgreich den 1. Platz beim Kansai-Wettbewerb verteidigen konnte.

      Zusammen mit Meister Toshikazu Yamashita.
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