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Mountain Stream Teas: 3 Jahreszeiten des Lishan Oolong

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Mountain Stream Teas hat immer mal wieder Sample Packs im Angebot, um ihre Pear Mountain (= Lishan) Oolongs anhand verschiedener Jahreszeitenpflückungen näher untersuchen zu können, inwiefern sich die Tees unterscheiden und entwickeln.

Ich kenne die jährlich neu aufgesetzte Frühlingspflückung („Spring Pick“) bereits als einen günstigen, guten Alltagstee, extrem unkompliziert in verschiedenen Zubereitungsarten und einfach eine „sichere Bank“.

Anfang des Jahres hatte ich mir dann mal ein Set bestehend aus den 2019er Pflückungen aus 3 Jahreszeiten bestellt: neben der Frühlingspflückung waren 2 Herbstpflückungen, die dazu unterschiedlich stark oxidiert sind, und eine Winterpflückung enthalten.

 

Spring Pick:

Dieser Tee ist schnörkellos und sicherlich kein Überflieger, aber das muss und kann er auch nicht sein; die leckere Einfachheit hat auch etwas für sich. Die trockenen Blätter duften nach Orange, aufgegossen wird meine Erwartung an den floral-vegetabilen Duft eines Blumenladens nicht enttäuscht. Anklänge von Gewürzen kann ich erkennen, süß und aromatisch. Im Mund breitet sich die Blumigkeit cremig über Zunge und Gaumen aus. Sehr süß, mit Milchschokolade und etwas Brot im Abgang. Weitere Aufgüsse betonen vegetabile, Brot- und Maronen-Noten und eine leichte Säure. Je später und länger die Aufgüsse, desto mehr kommt die Oxidation im Geschmack zum Tragen, erdig und mit etwas Waldhonig.

 

Fall Pick A:

zunächst mal, was die Webseite zu den zwei Herbst-Pflückungen sagt:
„Fall Pick A is an easy to brew lighter oxidized oolong whose buttery florals are rich, subtle, long-lasting and great for grandpa/western style brewing. Fall Pick B is more oxidized with stronger, richer, deeper buttery flavors in the up front with more of the heat of the fall pick, but with less of the floral aftertaste of the Fall Pick A.“

Schon zu Beginn ist der Tee äußerst süß und zuckrig, im Geruch dominiert zwar eine florale Note, leicht säuerlich mit Essig, im Geschmack interpretiere ich aber eher eine helle Fruchtigkeit, die sich erst wieder im Abgang in duftende Rosen wandelt. Interessant, dass da der Geruch der trockenen Blätter eher etwas maritimes, muscheliges und waldiges hatte. Geschmacklich kommen milde, leicht metallische Schwarztee-Noten hinzu. Das abgerundete Geschmackbild wird getragen von Sahnigkeit und die weiteren Aufgüsse tendieren dann zu grasigen, kräuterigen Aromen – u.a. Minze und auch Zimt -, stets begleitet von der Blumigkeit.

 

Fall Pick B:

Die stärkere Oxidierung (deren konkrete Höhe leider nicht genannt wird) ist sofort spürbar. Der Tee ist trotz seiner Blumigkeit des ersten Aufgusses würziger und leicht erdig. Im Geruch blumig-süß mit viel umami, kräftiger Brühe und Früchten, appetitanregend; die trockenen Blätter waren da noch würzig-kräuterig. Das Mundgefühl ist zwar immer noch samtig, jedoch bei weitem nicht so stark wie Fall Pick A. Mit jedem weiteren Aufguss entfernt sich die Charakteristik vom zarten grünen Oolong und wird kräftiger und strenger. Im Nachgeschmack bleiben Noten von gerösteten Kaffeebohnen und die Spritzigkeit von Zitronenlimonade.

 

Winter Pick:

Der Tee wurde zu ca. 25% oxidiert. Die trockenen Blätter verströmen den starken Duft nach Lavendel, aufgegossen ist er leicht floral mit Gewürzen. Die Blumigkeit zeigt sich im Aroma zunächst nur mild, und nimmt dann erst im Abgang stärker zu. Vegetabile, mild-süße Cremigkeit dominiert den grundsätzlichen Charakter des ersten Aufgusses. Ist da nicht auch ein Hauch Popcorn zu spüren, und im Abgang Tabak? Im Gegensatz zu den anderen Tees haben die weiteren Aufgüsse eine höhere Konstanz, und es gesellt sich noch eine prickelnde Säure hinzu.

 

Fazit:

Interessant wie die Tees jeder für sich stehen, aber eine gewisse Ähnlichkeit dann doch wieder nicht verbergen können. Die Tees präsentieren sich wie die Jahreszeiten selbst: sprießender Frühling, kräftiger Sommer, und ein zu Ruhe kommender Winter.

Die Tees leben grundsätzlich von einem aromatischen ersten Aufguss, weitere Aufgüsse nach Gongfu sind zwar gut, fallen aber stark dahinter zurück. Meistens bereite ich diese Tees in 2 Aufgüssen nach westlicher Art zu, da ist für mich das Optimum aus den Blättern herausgeholt.

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